Samstag, 31. März 2007

Platz 7 für 4x100m Lagen-Staffel der Damen, DSV-Halbfinalauftritte lassen hoffen

Als letztes Finale des Tages standen die 4x100m Lagen der Damen an, mit dabei das deutsche Quartett Antje Buschschulte, Birte Steven, Daniela Samulski und Britta Steffen.
Das Rennen bestimmten neben der US-amerikanischen Staffel wie erwartet die Australierinnen. Die Heimmannschaft wurde durch ihre zweite Starterin, Doppelweltmeisterin Leisel Jones, auf der Brustdistanz in Führung gebracht. Diese sollten die Schwimmerinnen aus Down Under nicht mehr abgeben.
Die Halle bebte als die australische Staffel in der neuen Weltrekordzeit von 3:55.74 Minuten als erste Staffel anschlug. Zweite wurde die USA vor der chinesischen Staffel.

Die deutsche Staffel kam in 4:03.34 Minuten über Platz 7 nicht hinaus, wenngleich der Abstand zu Platz 4 denkbar knapp ausfiel. Aber das erhoffte Edelmetall blieb den Schwimmerinnen leider verwehrt.
Die Einzelleistungen der deutschen Starterinnen waren dabei für sich betrachtet nicht so schlecht, alle Vier schwammen sie innerhalb ihrer Möglichkeiten, aber im Vergleich zu den anderen Nationen reichte es eben nicht. Hoffen wir, dass die Vorbereitung auf Peking besser läuft, damit dort dann wieder mehr als nur eine Staffelmedaille bejubelt werden kann!

In den heute ausgetragenen Halbfinalläufen gab es dagegen viel Freude für den DSV:
Über die 50m Brust der Damen wurde Janne Schäfer in 31.23 Sek Zweite ihres Halbfinals und war sogar noch um 4/100 Sek schneller als die neben ihr schwimmenden US-Schwimmerin Tara Kirk! Als Viertschnellste der Halbfinals zog sie sicher in das morgige Finale ein.
Die 31.23 Sek bedeuten gleichzeitig die zweitbeste Zeit, die Janne Schäfer jemals über die 50m Brust schwimmen konnte. Diese Top-Zeit hatte sie vor allem ihrem Endspurt auf den letzten Metern und ihrem perfekten Anschlag zu danken. - Das macht doch Hoffnung für das morgige Finale!

Britta Steffen, Bronze-dekoriert am Vortag, zog über die von ihr ungeliebten 50m Freistil in 25.06 Sek als Fünftschnellste der Halbfinals in den Endlauf ein! Sie selbst hatte im Vorfeld als Optimum einen Startplatz im Finale ausgegeben. Nun, da sie dieses geschafft hat und sehen konnte, dass die anderen Schwimmerinnen nicht unbedingt so viel schneller sind als sie selbst, ist morgen sicher noch mehr drin!

Gleich zwei Vertreter des DSV traten im Halbfinale über die 50m Rücken der Herren an: Weltrekordhalter Thomas Rupprath und Steffen Driesen. Beide konnten sich behaupten und zogen souverän in das Finale ein. Steffen Driesen als zweiter der Halbfinalläufe überraschte dabei mit seiner zweitschnellsten Zeit überhaupt auf dieser Strecke. Thomas Rupprath zog mit der insgesamt viertschnellsten Zeit ins Finale ein, und gibt noch immer als Ziel den Gewinn des Weltmeistertitels an.
Seien wir gespannt auf morgen!

6. WM-Gold für Michael Phelps

Im ersten Finale des Tages über die 50m Schmetterling schwamm die Grande Dame der schwedischen Schwimmnation, Therese Alshammer, in 25.91 Sek zu ihrer ersten WM-Goldmedaille. Den Weltrekord ihrer Landsfrau Anna-Karin Kammerling verpasste die Weltjahresbeste zwar um 34/100 Sek, aber diesen zu knacken ist dennoch ihr ganz großes Ziel für die nächsten Rennen.
Auf Platz 2 schwamm die Australierin Danni Miatke, Bronze ging an die Holländerin Inge Dekker. Eine deutsche Schwimmerin konnte das Finale leider nicht erreichen.

Im unmittelbar auf die 50m Schmetterling folgenden Finale über 50m Freistil wurde der schnellste Schwimmer dieser Titelkämpfe gesucht. Dass der schon knapp 7 Jahre geltenden Weltrekord von dem inzwischen zurückgetrenden Russen Alexander Popov (21.64 Sek) fallen würde, schien unwahrscheinlich, aber Spannung war dennoch angesagt.
Titelverteidiger Ronald Schoemann aus Südafrika war auch in diesem Endlauf vertreten, konnte aber über den 7. Platz nicht hinauskommen. Überraschungsweltmeister wurde hingegen der US-Amerikaner Benjamin Wildman-Tobrina! Der 22jährige ist in der internationalen Schwimmszene noch ein recht unbeschriebenes Blatt und konnte gleich bei seinem ersten großen internationalen Auftrittt ganz groß auftrumphen. In 21.88 Sek verweis er seinen Landsmann Cullen Jones und den Schweden Stefan Nystrand aus Schweden auf die Plätze.

Über die 200m Rücken der Damen siegte die US-Amerikanerin Margaret Hoelzer in 2:07.16 Minuten vor der Titelverteidigerin Kirsty Coventry aus Zimbabwe.

Über die 100m Schmetterling der Herren kam es zum großen Duell der beiden US-Amerikaner Ian Crocker und Michael Phelps. Ian Crocker, der in 50.40 Sek den Weltrekord seit den letzten Titelkämpfen von Montreal hält, ging auf Bahn 3 in diesen Endlauf. Michael Phelps, der große Rivale, zwei Bahnen über ihm.
Nach den ersten 50m lag Crocker deutlich in Front, Michael Phelps sogar nur auf Rang 3. Auch auf den zweiten 50m lag Crocker besser im Rennen, aber Phelps kam immer näher auf und entschied durch einen exzellenten Anschlag das Rennen sensationell noch für sich. Phelps konnte in 50.77 Sek zwar keinen neuen Weltrekord aufstellen, aber dieser Sieg gegen seinen Landsmann bedeutet ihm persönlich möglicherweise fast noch mehr. Crocker schlug in 50.82 Sek als Zweiter an, und hat seinen Rückstand von 5/100 Sek seinem schlechten Anschlag zu danken. - Aber so ist es im Schwimmen: Es gilt nicht nur auf der Strecke zu glänzen, sondern auch der Anschlag muss passen!
Nun, Phelps ist mit seinem 6. WM-Gold beim 6. Start auf dem besten Wege, sich in die Geschichtsbücher der Schwimm-Weltmeisterschaften einzutragen. Morgen könnte er noch über die 400m Lagen und bei der 4x100m Lagen-Staffel antreten. Warten wir ab, ob er dieses Mammutprogramm tatsächlich in Angriff nehmen wird.

Das 800m Freistil-Finale bestimmten die Französin Laure Manaudou und Kate Ziegler aus den USA. Seite an Seite schwammen die beiden bis zur letzten Bahn. Auf den letzten Metern hatte die US-Amerikanerin dann das bessere Ende für sich. In 8:15.52 Minuten war Ziegler um 28/100 Sekunden schneller als die Französin und holte WM-Gold über die 800m Freistil!
Laure Manaudou schwamm in der Europarekordzeit von 8:15.80 Minuten zu Silber und war ob des knappen Rückstands schon ein wenig enttäuscht.

Freitag, 30. März 2007

THW Kiel im Finale der Handball Champions-League

Im Halbfinale der Handball Champions-League empfing heute der THW Kiel den spanischen Topclub Portland San Antionio zum Rückspiel in der Kieler Ostseehalle.
Das Hinspiel in Pamplona hatten die Spanier mit zwei Toren Unterschied gewinnen können, obwohl die Kieler über weite Strecken in Führung gelegen hatten. Nun, zwei Tore in der als Tollhaus bekannten Kieler Ostseehalle aufzuholen, schien kein unmögliches Unterfangen.

In der ersten Halbzeit lief beim Tabellenführer der Handball-Bundesliga jedoch noch nicht so recht viel zusammen. Die Spanier lagen zeitweise mit drei Toren in Front, aber die Kieler kamen eindeutig besser aus der Kabine als Portland.
In einer sehr starken Phase zwischen der 40. und 50. Minute zauberte der THW geradezu und lag mit bis zu sechs Toren in Front. Die Spanier aber steckten nicht auf und kamen wieder besser ins Spiel. In dieser Phase wusste vor allem Ivano Balic, kroatischer Super-Star in den Reihen von Portland, zu überzeugen. Und so kam es zum Ende der Partie doch noch zu dem von vielen erwarteten Handball-Krimi...

Mit der Unterstützung des grandiosen Kieler Publikums im Rücken konnte der THW aber seinen Vorsprung verteiigen: 37:34 wurde Portland San Antonio bezwungen und der zweite Finaleinzug in der Handball-Champions-League in der Geschichte des THW Kiels war perfekt!
Nikola Karabatic mit 10 Treffern war einer der Garanten des Erfolges, aber auch der Schwede Stefan Lövgren und Dominik Klein machten ein großes Spiel! Ein besonderes Lob gilt auch dem Kieler Torwart Thierry Omeyer, der in der Schlussphase des Spiels ein großer Rückhalt seiner Mannschaft war und mit ganz wichtigen Paraden den Sieg festhielt!

Der Finalgegner wird am Sonntag zwischen der SG Flensburg-Handewitt und dem spanischen Verteter Valladolid ermittelt. Drücken wir die Daumen, dss es ein deutsch-deutsches Finale gibt!

Zwei neue Weltrekorde über 200m-Rücken und 4x200m Freistil der Herren

Neben den 100m Freistil der Damen fanden heute noch vier weitere Finalläufe statt, darunter die 200m Brust mit deutscher Beteiligung durch Birte Steven.

Zunächst standen aber die 200m Rücken der Herren an, die ohne den deutschen Rekordhalter Helge Meeuw stattfinden mussten, der bekanntlich bereits im Vorlauf mit einer enttäuschenden Zeit gescheitert war.
Ein wenig überaschend holte sich der US-Amerikaner Ryan Lochte in der Weltrekordzeit von 1:54.32 Minuten Gold und unterbot damit um 12/100 Sek den alten Weltrekord. Lange Zeit war es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Lochte und dem über diese Strecke über 6 Jahre ungeschlagenen Aaron Peirsol aus den USA. Erst auf den letzten Metern konnte sich Lochte absetzen und so das Rennen für sich entscheiden..
Peirsol holte in 1:54.80 Minuten Silber, Bronze ging an den Österreicher Markus Rogan. Bitter für den Seriensieger und Titelverteidiger Peirsol, dass ausgerechnet bei dieser WM seine beeindruckende Serie riss.

Über die 200m Brust der Damen gab es einen Favoritensieg von Leisel Jones aus Australien. Die Weltrekordinhaberin gewann überlegen in 2:21.84 Minuten. Silber ging in 2:25.94 zeitgleich an die Britin Kirsty Balfour und Megan Jendrick aus den USA
Birte Steven schlug als Sechste an. An ihre persönliche Bestzeit kam die DSV-Schwimmerin zwar nicht heran, aber dennoch ist dieser 6. Platz als Erfolg zu werten, ist sie doch schließlich mit dieser Leistung zweitbeste Europäerin!

Kosuke Kitajima aus Japan gewann in 2:09,80 über die 200m Brust der Herren. Der Doppelolympiasieger von Athen schwamm das Rennen von vorne und lag zu Halbzeit sogar auf Weltrekordkurs, konnte dem US-Amerikaner Brendan Hansen diesen schlussendlich aber doch nicht abnehmen. Brendan Hansen konnte in die Entscheidung nicht selber eingreifen, da er zu seinem Vorlauf ein wenig überaschend nicht angetreten war.

Als letztes Finale des Tages standen die 4x200m Freistil der Herren an, die leider ohne eine deutsche Staffel ausgeschwommen wurden. Lediglich 3/10 Sekunden fehlte dem deutschen Quartett zum Einzug in das Finale. Zum ersten Mal in der Geschichte der Schwimmweltmeisterschaften steht damit keine deutsche Staffel im Finale über 4x200m Freistil der Herren... - Die Negativserie der deutschen Herren bei dieser WM geht leider weiter.
Kommen wir aber nun zum Finale: Michael Phelps ging als Startschwimmer der US-Amerikaner an den Start, und der 200m Freistil-Weltrekordler schwamm einen komfortablen Vorsprung von über 2 Sek auf das übrige Feld hinaus. Die Titelverteidiger lagen damit bereits zu Beginn des Rennens deutlich in Front und ihrem Ziel sehr nahe neben der Titelverteidigung der australischen Staffel den Weltrekord abzunehmen.
Und so kam es dann auch: Weltmeistertitel in der neuen Weltrekordzeit von 7:03.24 Minuten für die USA! Damit schwammen die US-Boys über 2 Sek schneller als die Australier bei ihrem Weltrekord. Für die Heimstaffel blieb die Silbermedaille, die sie den Kanadiern auf den letzten Metern noch abnehmen konnten. Bronze ging an Kanada; damit ging die italienische Staffel um Massimiliano Rossolino überraschend leer aus.

Im Halbfinale über die 50m Schmetterling scheiterte Antje Buschulte um 3/100 Sek als Neunte denkbar knapp am Einzug in das Finale. Sicher ist es enttäuschend, dass sie erneut den Finaleinzug verpasst hat, aber es war bei ihr ein deutlicher Aufwärtstrend im Vergleich zum Vorlauf zu erkennen. Dieses konnte sie bei den vorherigen Strecken nicht wirklich erreichen, daher sollte man diese Leistung als positives Fingerzeig für ihren morgigen Start über die 100m Rücken bei der 4x100m Lagen-Staffel sehen.

Bronze für Britta Steffen über 100m Freistil

Große Spannung vor dem ersten Finale des heutigen Tages: Den 100m Freistil der Damen!
So viel wurde im Vorfeld über dieses Finale geredet und geschrieben... - Diese 100m Freistil waren eindeutig einer der Höhepunkte der Weltmeisterschaften! 4 bis 5 Schwimmerinnen war der Griff zum WM-Gold zuzutrauen. Viele glaubten, dass es dafür notwendig sein würde, den Weltrekord von Britta Steffen zu unterbieten.

Dann der Startschuss: Auf den ersten Metern bestimmte die 50m-Spezialistin Marleen Veldhuis aus den Niederlanden das Rennen. Britta Steffen lag ein wenig hinter Veldhuis, Lisbeth Lenton aus Australien und der US-Amerikanerin Natalie Coughlin zurück. Aber auf den zweiten 50m Metern holte sie immer mehr auf, aber es reichte nicht für ganz vorne:
Gold ging in 53.40 Sek an Lisbeth Lenton aus Australien! Silber holte sich ein wenig überraschend die Holländerin Veldhuis in 53.70 Sek, 4/100 Sek lag sie im Ziel vor der Weltrekordlerin aus Berlin. Britta Steffen schwamm in 53.74 Sek zu Bronze und konnte damit Natalie Coughlin noch auf Rang 4 verweisen.

Trotz der Bronzemedaille stand der Berlinerin die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Mit ihrer Leistung war sie äußerst unzufrieden. Vor allem enttäuschte sie, dass sie auf ihrer eigentlichen Stärke, den letzten 20m, nicht wie gewöhnlich noch einmal anziehen konnte. Das Tempo konnte sie zwar halten und kam so an US-Girl Natalie Coughlin noch vorbei, an der Holländerin Marleen Veldhuis jedoch knapp nicht.

Bei der Siegerehrung wenige Minuten nach dem Rennen konnte sich Britta Steffen immer noch nicht so recht über ihre Bronzemedaille freuen. Ganz im Gegensatz zur siegreichen Lenton, die zusammen mit ihren Landsleuten die australische Nationalhymne aus vollem Herzen mitsang.
Nun, die Freude über die Bronzemedaille wird sich bei Britta Steffen sicher noch einstellen. Es ist immerhin ihre erste WM-Einzelmedaille, und ihren Weltrekord hat ihr auch keine Schwimmerin abnehmen können. Viele haben zwar auf WM-Gold spekuliert, aber die Leistungsdichte in diesem schnellsten 100m Freistil-Finale aller Zeiten war so dicht, dass mit Gold nicht automatisch gerechnet werden konnte. Im Gegenteil, es war sicher auch nicht leicht für die Berlinerin, mit dem hohen Erwartungsdruck umzugehen, der seit ihrer erfolgreichen EM im letzten Jahr in Budapest und nicht zuletzt durch ihren dort erschwommenen Weltrekord auf ihr lastete. Da ist auch diese Bronzemedaille als absoluter Erfolg zu werten.
Und vergessen wir nicht: Peking ist nicht mehr weit entfernt. Schon im nächsten Jahr wird eine neue Olympiasiegerin über die 100m Freistil gesucht. - Britta Steffen wird dann sicherlich ein gewichtiges Wort mitsprechen!

Donnerstag, 29. März 2007

Bahnrad-WM in Palma de Mallorca: Zwei Medaillen für Deutschland

Bei den Bahnradweltmeisterschaften auf Mallorca fuhr Robert Bartko in der 4000m-Einzelverfolgung zur Silbermedaille hinter dem Briten Bradley Wiggins und bescherte dem BDR damit einen gelungenen Einstand in die Titelkämpfe.
Robert Bartko, der Titelträger der letzten beiden Weltmeisterschaften, verpasste zwar seinen insgesamt vierten Titel, da er aber durch eine Erkältung angeschlagen an den Start ging, ist das erneute Erreichen des Finals und der Gewinn der Silbermedaille als großer Erfolg zu werten!
Wünschen wir ihm eine erholsame und Kräfte bringende Nacht, da morgen die Mannschaftverfolgung ansteht, über die die deutsche Mannschaft eine bekanntlich lange und erfolgreiche Tradition aufweisen kann. Morgen soll diese fortgesetzt werden!

Im Teamsprint fuhr das deutsche Herren-Team im Rennen um den dritten Platz gegen die Holländer: Nach einem perfekten Start lag das deutsche Trio gleich in Front. Zum Ende des Rennens wurde es aber dann noch einmal sehr knapp. aber Stefan Nimke brachte letztlich doch 4/100 Sekunden Vorsprung vor dem holländischen Trio ins Ziel und sicherte damit dem BDR bereits die zweite Medaille!
Das Finale trugen die Franzosen gegen die Briten aus. Denkbar knapp um 2/1000 Sek verwies das französische Team die Briten auf Rang 2.- Das war die engste Entscheidung in der Geschichte des olympischen Sprints überhaupt. - Glücklich für die Franzosen, bitter für die Briten, aber so ist der Sport.

Silber für deutsches 4x200m Freistil-Quartett

Die 4x200m Freistil-Staffel der Damen hat die zweite Medaille für den DSV erschwommen: Silber für Meike Freitag, Britta Steffen, Petra Dallmann und Annika Lurz!
Die vier DSV-Schwimmerinnen mussten sich nur der Staffel der USA geschlagen geben, die in der neuen Weltrekordzeit von 7:50.09 Minuten ihren Weltmeistertitel von Montreal verteidigen konnte. Deutschland ist diese Bestmarke nun zwar los, aber die Freude über die Silbermedaille dürfte überwiegen!

Von Beginn an haben die Schwimmerinnen aus den USA das Rennen bestimmt. Vor allem durch ihre Startschwimmerin Natalie Coughlin wurden sie weit in Front gebracht und lagen zeitweise über 3 Sekunden unter dem Weltrekord, unterboten ihn letztendlich aber doch um "nur" 73/100 Sekunden, auch weil Schlussschwimmerin Katie Hoff auf den letzten Metern ein wenig die Kräfte schwanden.
Der Vorsprung vor dem Rest des Feldes war dennoch so deutlich, dass die verbliebenen 7 Mannschaften nur noch Silber und Bronze unter sich ausschwimmen konnten. Lange Zeit war es ein offenes Rennen, die deutsche Staffel, die Französinnen, Australierinnen und Holländerinnen wechselten die Führung untereinander.
Erst unser Schlussschwimmerin Annika Lurz machte die Silbermedaille auf den letzten 200m perfekt: Etwa zeitgleich war sie mit Laure Manaudou, die sie im Finale über die 200m Freistil noch bezwingen konnte, ins Rennen gegangen. Lurz konnte der Französin aber insgesamt 2 Sekunden abnehmen - ein grandiose Leistung - und schwamm souverän zu Silber!
Manaudou, die Vielstarterin der französischen Mannschaft, brachte Bronze vor den ebenfalls zu den Medaillenkandidatinnen gezählten Australierinnen ins Ziel.

Die Freude ist groß im deutschen Lager, dass es heute eine weitere Medaille gegeben hat! Morgen stehen dann die 100m Freistil der Frauen an, bei denen Weltrekordlerin Britta Steffen eine der Titelanwärterinnen ist.

Phelps mit drittem Weltrekord, Britta Steffen im Finale über 100m Freistil

Michael Phelps aus den USA schwamm über die 200m Lagen bereits zu seinem vierten Weltmeistertitel und seinem dritten Weltrekord bei dieser WM! - Er ist der unumstrittene Super-Star dieser Titelkämpfe!
Es ist schon fast unheimlich, welche Klasse der US-Amerikaner im Becken von Melbourne immer wieder zeigt. Nicht nur dass er inzwischen drei neue Weltrekorde aufgestellt hat, spricht für seine Kasse, sondern vor allem die Art und Weise, wie er sie erschwommen hat: Es waren keine knappen Zeiten, nein, er unterbot die alten Bestmarken immer mehr als deutlich. So auch heute über die 200m Lagen, über die er in 1:54.98 Minuten siegte und damit den alten, seinen eigenen Weltrekord um knapp eine Sekunde deutlich unterbot.
Seine Konkurrenz deklassiert er reihenweise: Der zweitplatzierte Stev Lochte, ebenfalls aus den USA, schlug heute nach 1:56.19 Minuten an und damit über eine Sekunde hinter dem US-Superstar. - Wer soll diesen Phelps bei diesen Titelkämpfen schlagen?!

Das mit Spannung erwartete 100m Freistil-Finale der Männer bot zwar nicht extreme Spitzenzeiten, für den WM-Titel reichte eine Zeit von 48.43 Sek, dafür aber war es eines der engsten Rennen der WM-Geschichte. Mit dem Italiener Filippo Magnini und Brent Hayden aus Kanade gab es gleich zwei Weltmeister! Magnini konnte damit seinen Titel aus Montreal verteidigen, musste sich nur das Siegerpodest mit dem Kanadier teilen. - Nun, geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude - es wird für die beiden ein unvergessliches Erlebnis gewesen sein, gemeinsam ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen.
Überaschender Weise konnte der "Flying Dutchman", Weltrekordler Pieter van den Hoogenband, in die Vergabe der Medaillen nicht eingreifen und landete abgeschlagen auf Rang 6. - Eine große Enttäuschung für den Holländer!

Das vor allem aus deutscher Sicht mit Spannung erwartete 100m Freistil-Finale der Damen wird morgen ausgetragen. Mit dabei unsere Weltrekordlerin Britta Steffen, die mit der drittschnellsten Zeit der beiden Halbfinals souverän den Endlauf erreichte.

Bei den übrigen Finals am heutigen Tag entthronte Weltrekordlerin Jessica Schipper aus Australien über die 200m Schmetterling die Titelverteidigerin Otylia Jedrzejczak aus Polen, die heute 3. hinter der US-Amerikanerin Kimberly Vandenberg wurde.
Über die 50m Rücken der Frauen stellte Leila Vazir aus den USA ihre Tags zuvor geschwommene Weltrekordzeit von 28.16 Sek ein und holte sich WM-Gold. Die Deutsche Janine Pietsch, bis gestern noch Inhaberin des 50m Rücken-Weltrekords, konnte nach schwachem Start leider nicht mehr in die Entscheidung um die Medaillen eingreifen und landete auf dem achten und letzten Rang.

In den Vor- und Halbfinalläufen konnte sich neben Britta Steffen aus DSV-Sicht auch Birte Steven über die 200m Brust behaupten. Als 8. der Halbfinals qualifizierte sie sich knapp für das morgige Finale. Anne Poleska schied dagegen bereits mit der nur 20. Zeit im Vorlauf aus.
Einmal mehr ist Rückenspezialist Helge Meeuw gescheitert: Über die 200m Rücken kam Meeuw in für ihn beschämenden 2:02.34 Minuten, einer Zeit knapp 5.5 Sekunden über seinem deutschen Rekord, nicht über den Vorlauf hinaus. - Damit sind diese Titelkämpfe ebenso wie für seine Freundin Antje Buschulte eine einzige Enttäuschung!

Mittwoch, 28. März 2007

Erlösung durch Annika Lurz!

Annika Lurz hat über die 200m Freistil die erste lang ersehnte Medaille für den DSV im Schwimmbecken von Melbourne gewonnen!
Im Finale unterbot sie den Tags zuvor von der Italienerin Frederica Pellegrini aufgestellten neuen Weltrekord um knapp 8/10 Sek, konnte aber dennoch nicht den Weltmeistertitel erringen. Die Französin Laure Manaudou war noch einmal um 16/100 Sek schneller als Lurz und sicherte sich damit in der neuen Weltrekorzeit von 1:55.52 WM-Gold!
Es ist schon ein wenig bitter für die Deutsche: Da schwimmt sie deutlich schneller als jemals zuvor, unterbietet die magische 1:56-Minuten-Grenze und damit ebenfalls Franziska van Almsick's bis gestern noch geltenden Weltrekord - und erringt nur Silber... Aber bei der Schwägerin von 5km-Weltmeister Thomas Lurz überwiegt eindeutig die Freude über ihren Vize-Weltmeistertitel!
Endlich die erste Medaille für den DSV! - Hoffen wir, dass dieser Silberrang von Annika Lurz die erhoffte Initialzündung für die Schwimmerinnen und Schwimmer des DSV bei den noch ausstehenden Wettbewerben bringt!

Bei den heute ausgetragenen weiteren Rennen gab es noch zwei weitere Weltrekorde:
Im Halbfinale über die 50m Rücken der Frauen entriss Leila Vaziri aus den USA in 28.16 Sek Janine Pietsch die Bestmarke. Aber die Deutsche zog als 5. der Halbfinals ebenfalls in den morgigen Endlauf ein.
Antje Buschulte hingegen schied als 12. aus und muss damit ein weiteres Mal bei dieser WM im Halbfinale die Segel streichen. Im Vorfeld hatte Buschulte bereits verkündet, dass diese WM für sie gelaufen sei, sie das Halbfinale zwar noch schwimme, sich aber nichts mehr ausrechne. Zu tief sitzt die Enttäuschung über die deutliche Niederlage über ihre Paradestrecke, die 100m Rücken. Dass allerdings mit einer derartigen Einstellung nicht mehr viel erreicht werden kann, liegt auch auf der Hand. Man hätte sich eine andere Einstellung der sonst so stabilen deutschen Rückenspezialistin gewünscht!

Den dritten Weltrekord des Tages gab es über die 200m Schmetterling der Herren: Im Finale siegte US-Star Michael Phelps in überragenden 1:52.09 Minuten und unterbot damit die alte, ebenfalls von ihm aufgestellte Bestmarke um mehr als 1.5 Sek. - Das sind Welten! Phelps ist in eine neue Dimension vorgestossen! Auch die Konkurrenz konnte nur staunen, wie Phelps davon zog: Erst über 3 Sek nach dem US-Amerikaner schlug der zweitplatzierte Chinese Wu Peng an...

Über die 50m Brust enthronte der Ukrainer Oleg Lisogor den Titelverteidiger Marc Warnecke, der bekanntlich bereits im Vorlauf gescheitert war.
Auf der zweitlängsten Distanz, den 800m Freistil, gab es den ersten Sieg eines Afrikaners überhaupt bei einer Schwimm-Weltmeisterschaft: Der Tunesier Oussama Mellouli wurde vor dem Polen Przemyslaw Stanczyk und Craig Stevens aus Australien neuer Weltmeister. Damit ging der Titelverteidiger und Weltrekordler Grant Hackett aus Australien leer aus. - Mehr noch: Er schwamm regelrecht hinterher und hatte zu keiner Zeit des Rennens eine Chance, in den Kampf um Edelmetall einzugreifen. Abgeschlagen landete er nur auf Rang 7.

Dienstag, 27. März 2007

Weltrekordfestival in Melbourne

Die Schwimmweltmeisterschaften in Melbourne haben sich zu einem regelrechten Weltrekord-Festival entwickelt. Reihenweise purzelten heute die Weltbestzeiten: Michael Phelps, Natalie Coughlin und Aaron Peirsol sorgten innerhalb von wenigen Minuten für drei neue Weltrekorde von US-Athleten. Fredrica Pellegrini aus Italien machte im Halbfinale über 200m Freistil den Weltrekord-Tag perfekt, indem sie Franziska van Almsick den Weltrekord entriss.

Im mit Spannung erwarteten 200m-Freistil-Finale der Herren deklassierte US-Star Michael Phelps die gesamte Konkurrenz, den ebenfalls als Titelanwärter an den Start gegangenen Olympiasieger von 2002, Pieter van den Hoogenband aus den Niederlanden, eingeschlossen. Mit 1:43.86 Minuten knackte er als erster Schwimmer die 1:44-Minuten-Grenze und unterbot den Weltrekord von Australiens zurückgetretenem Top-Schwimmer Ian Thorp um 20/100 Sek! Über 2.4 Sek lag Phelps im Ziel vor dem zweitplatzierten Hoogenband - eine Welt im Schwimmsport!
Der Deutsche Paul Biedermann, einziger Finalteilnahmer des DSV bei den heutigen Finals, wurde in 1:48:09 Siebter.

Auch über die 200m Freistil der Damen gab es durch Frederica Pellegrini einen neuen Weltrekord: Im zweiten Halbfinale schlug die Italienerin nach 1:56.47 Minuten an und unterbot die alte Bestmarke von Franziska van Almsick um 17/100 Sek.
Annika Lurz schwamm im Sog der neuen Weltrekordlerin ebenfals eine neue Bestzeit und verpasste die Zeit von van Almsick nur um 3/100 Sek. - Das läßt einiges hoffen für das morgige Finale!

Im Finale über die 100m Rücken der Frauen, das leider ohne Antje Buschulte stattfinden musste, schwamm die US-Amerikanerin Natalie Coughlin ebenfalls zu einem neuen Weltrekord. Sie unterbot ihre eigene Bestmarke um 14/100 Sek. Laure Manaudou aus Frankreich schwamm in Europorekordzeit zu Silber und damit zu ihrer 2. WM-Medaille von Melbourne.
Die 100m Rücken der Herren, das Europarekordler Helge Meeuw überaschend nicht erreichen konnte, entschied Aaron Peirsol aus den USA wiederum in Weltrekordzeit für sich. In 52.92 Sek gelang es ihm erstmalig die 53Sek-Schallmauer zu unterbieten!
Besonders bitter für den im Halbfinale gescheiterten Meeuw ist, dass er mit seiner Europarekordzeit von 53.32 Sek sicher auf den zweiten Platz hinter den alten und neuen Weltrekordler Peirsol hätte schwimmen können... - Da besteht einiges an Klärungsbedarf im deutschen Lager!

Im Finale über die 1500m Freistil der Frauen schwamm die US-Amerikanerin Kati Ziegler zum Weltmeistertitel. Die zweitplatzierte Italienerin Flavia Rigamonti holte in Europarekordzeit Silber und entriss damit der inzwischen zurückgetretenen Hannah Stockbauer diese Bestmarke.
Im letzten Finale des Tages, den 100m Brust der Frauen gewann Weltrekordlerin und Publikumsliebling Leisel Jones aus Australien deutlich vor Tara Kirk aus den USA. Die beiden deutschen Starterinnen Birte Steven und Janne Schäfer waren bereits im Halbfinale gescheitert.

Bei den Vorläufen am Vormittag ist ein wenig still und leise eine große Karriere zu Ende gegangen: Marc Warneke, Weltmeister von 2005 in Montreal über die 50m Brust, scheiterte im Vorlauf in seiner Paradestrecke und kann so in die morgige Entscheidung nicht mehr eingreifen.
Dieser Vorlauf war gleichzeitig sein letztes großes Rennen, da der Essener seine Karriere beenden wird. Schade, dass diese große, von zahlreichen Titeln und Medaillen dekorierte Karriere in einem Vorlauf und nicht in einem Finale ihr Ende findet...

Deutschland erstmals Tischtennis-Europameister

Deutschland hat bei der Tischtennis-Europameisterschaft in Belgrad erstmals den Mannschafts-Europameistertitel in der Herrenkonkurrenz gewonnen! Damit geht eine 27 Jahre währende Durststrecke zu Ende, während der Deutschland sich bei 5 Finalteilnahmen jedes Mal mit Silber begnügen musste. Im 6. Anlauf ist es nun endlich gelungen, sich die EM-Krone aufzusetzen!
Im Finale bezwang das Trio Timo Boll, Dimtri Owtscharow und Christian Süss Kroatien mit 3:0. Zuvor war Polen im Halbfinale ebenfalls mit 3:0 besiegt worden. - Die Freude ist groß in der Truppe um den Weltranglistenvierten Timo Boll, und nun geht es mit den besten Voraussetzungen in die anstehende Einzel- und Doppelkonkurrenz in Belgrad.

Bei den Damen gewannen die Ungarinnen zum wiederholten Male den Titel. Das ungarische Team, das im Halbfinale die deutschen Tischtennisspielerinnen mit 3:1 ausgeschaltet hatte, besiegte im Finale Russland.

Montag, 26. März 2007

Melbourne: Pleitenserie der Schwimmer geht weiter

Die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer kommen bei den Weltmeisterschaften von Melbourne einfach nicht in Schwung: Nachdem am Sonntag die 4x100m Freistil-Staffel der Damen um Weltrekordlerin Britta Steffen nur Vierte werden und damit die von allen erwartete Medaille nicht erschwimmen konnte, gingen auch heute die z.T. als Medaillenkandidaten ins Rennen gegangenen DSV-Athleten baden...
Besonders bitter und enttäuschend ist das Halbfinal-Aus des neuen Schwimm-Traumpaars Helge Meeuw und Antje Buschschulte über die 100m Rücken. Die beiden kamen im Halbfinale nicht über Rang 15 (Meeuw) und Rang 13 (Buschulte) hinaus. Beide suchten nach dem Rennen vergeblich nach Erklärungen... - Sie konnten sich ihr schwaches Auftreten nicht erklären, beide schwammen weit unter ihren Möglichkeiten und hatten vor allem auf den letzten Metern nichts mehr zuzusetzen. Für Antje Buschulte, die Weltmeisterin von 2003 und WM-Zweite von 2005 ist es das erste Mal, dass sie über eine ihrer Hauptstrecken den Endlauf nicht erreicht...
Janine Pietsch erreichte als 21. des Vorlaufs gar nicht einmal das Halbfinale, während Steffen Driesen als Halbfinal Neunter das Finale nur knapp verpasste.
Auch über die 100m Brust der Damen kamen Britta Steven und Janne Schäfer nicht über das Halbfinale hinaus.

Einziger Lichtblick des Tages war der Hallenser Paul Biedermann, der als 7. der Halbfinals das Finale über die 200m Freistil erreichte.
Morgen wird es über diese Strecke zum großen Showdown zwischen dem Holländer Pieter van den Hoogenband und US-Star Michael Phelps kommen, die beide ihre Halbfinalläufe deutlich gewinnen konnten.

Nicht nur, dass die Vor- und Halbfinalläufe heute alles andere als gut für die deutschen Athlten lief, nein, zudem wurden heute alle Weltmeistertitel komplett ohne deutsche Beteiligung ausgeschwommen: Weltrekordler Brendan Hansen aus den USA triumphierte über die 100m Brust. Über die 100m Schmetterling siegte Lisbeth Lenton aus Australien, während der Südafrikaner Ronald Schoeman über die 50m Schmetterling triumphierte. US-Girl Katie Hoff wurde über die 200m Lagen ihrer Favoritenstellung gerecht und lag bis kurz vor dem Anschlag sogar auf Weltrekordkurs lag, verpasste diesen aber letztendlich doch um 31/100 sec.

DSV-Edelmetall ist im Schwimmbecken der Rod Laver Arena bislang noch Mangelware. Da machen es die Kunst- und Turmspringer besser und konnten mit Heike Fischer und Ditte Kotzian mit Silber im Synchronspringen vom 3m-Brett breits die vierte Medaille für den DSV gewinnen.

Sonntag, 25. März 2007

Perfekter Saisonabschluss für Tobias Angerer

Beim Saisonabschluss der Langläufer im schwedischen Falun hat Tobias Angerer mit seinem vierten Saisonsieg über die 30km Doppelverfolgung seine fantastische Saison nochmals gekrönt!
Der Vachendorfer stand schon vor diesem Weltcupfinale als erneuter Gesamtweltcupsieger fest, aber er versteckte sich bei diesem letzten Saisonrennen nicht im Feld und lief nicht nur mit, wie es die Gesamtweltcup-Siegerin Virpi Kuitunen aus Finnland bei der Doppelverfolgung der Damen tat, - nein, er zeigte sich immer wieder an der Spitze des Feldes und bestimmte das Rennen mit. Mit einem beherzten Schlussspurt sicherte er sich dann seinen vierten Saisonsieg vor dem Schween Matthias Fredriksson. - Ein erneuter großer Sieg für den derzeit besten Langläufer der Welt!!
Angerer hat als bislang vierter Langläufer neben König Gunde Svan und Per Elofsson aus Schweden sowie Bjoern Daehli aus Norwegen seinen Sieg im Gesamtweltcup verteidigen können! Glückwunsch für den Bayern!
Und die Chancen, in der nächsten Saison ähnlich gut mitmischen zu können,, stehen sehr gut! - Wir können uns also schon jetzt auf die Saison 2007/2008 freuen!
Die deutschen Herren bestimmen die Weltspitze und haben nun im vierten Jahr in Folge nach Rene Sommerfeld 2004, Axel Teichmann 2005 und Tobias Angerer 2006 und 2007 den Gesamtweltcupsieger stellen können! - Eine beeidruckende Serie!
Neben diesen dreien gibt es noch einen Jens Fillbrich, der über die 50km in Sapporo auch endlich seine erste Einzelmedaille gewinnen konnte, und den jungen Franz Goering, dem zwar zum Ende der langen Saison ein wenig die Puste ausging, der aber seine Zugehörigkeit zur Weltspitze mehrfach unter Beweis stellen konnte! - Um die deutschen Langläufer muss uns also nicht bange werden.

Bei den Damen sind die Erfolge rarer gesäht als wie bei den Herren. Aber mit ihren zwei Silber-Medaillen bei der WM in Sapporo und nicht zuletzt durch den Staffelsieg heute zum Saisonabschluss in Falun haben sie gezeigt, dass auch sie vorne mitmischen können.
Allerdings wird der Rücktritt von Viola Bauer, die heute in Falun ihr letztes Rennen bestritten hat, sicher schwerzen, da das deutsche Damenteam nicht über die Breite verfügt, wie das der Herren. Neben Evi Sachenbacher-Stehle, die beim gestrigen Verfolgungsrennen einen beachtenswerten vierten Platz zum Saisonabschluss erreichen konnte, machen Claudia Künzel-Nystad und Steffi Böhler die Musik. Katrin Zeller und Nicole Fessel haben in dieser Saison sicher einige gute Ansätze erkennen lassen, aber bis nach ganz vorne fehlt es noch etwas.
Unabhängig davon erscheint aber bei einem ganz anderen Thema erheblicher Klärungsbedarf zu sein: Die Frage, wer zukünftig Bundestrainer des Damenteams sein wird. In Kürze wird sich der DSV zusammensetzen und darüber befinden, ob
Jochen Behle diesen Posten auch weiterhin innehaben soll. Die Unstimmigkeiten am Rande der WM sind noch gut in Erinnerung...
Es wird daher trotz Saisonende nicht still werden im Lager des deutschen Langlaufs!

Gesamtweltcup und letzter Saisonsieg für Adam Malysz

Der Pole Adam Malysz hat sich mit seinem überragenden Auftritt beim Weltcupfinale, dem Skifliegen von Planica, zum vierten Mal in seiner Karriere zum Gesamtweltcupsieger im Skispringen gekrönt! Mit seinen drei Siegen auf der größten Schanze der Welt konnte er dem norwegischen Vierschanzentournee-Sieger Anders Jacobsen die Gesamtführung noch abnehmen.

Malysz war durch seinen Sieg am Freitag bereits in die Pole-Position geschlüpft, die er mit seinem gestrigen Sieg verteidigen konnte. Da jedoch Anders Jacobsen gestern direkt hinter ihm auf den zweiten Platz kam, musste die endgültige Entscheidung um den Gesamtweltcup auf heute vertagt werden.
Heute nun war es aufgrund schlechter äusserer Bedingungen nur möglich, einen Wertungsdurchgang nach unten zu bringen - ein Spiegelbild der durch Wetterkapriolen, mangelnden Schnee und schlechte Bedingungen gekennzeichneten Saison...
Der Pole lag zu diesem Zeitpunkt vor Simon Ammann und dem gestrigen Dritten Martin Koch aus Österreich auf Rang 1, während Jacobsen auf dem 8. Rang lag. Da dieses Ergebnis letztendlich in die Wertung ging, stand fest, dass Adam Malysz mit seinem vierten Gesamtweltcupsieg mit dem Finnen Matti Nykänen in dieser Wertung gleichzog, der bislang als einziger viermal im Gesamtweltcup triumphieren konnte.
Für den Sieger der Vierschanzen-Tournee, den Norweger Anders Jacobsen, blieb der zweite Gesamtrang, der für den jungen Norweger aber auch einen großen Erfolg bedeutet, und mit dem er auch den Sieg bei der Vierschanzen-Tournee nochmals bestätigen konnte. Der Norweger, den im letzten Jahr noch kaum jemand kannte, ist in jedem Fall mit seiner offenen und ehrlichen Art eine Breicherung für den Skisprungzirkus!
Solche Springer wünscht man sich beim DSV auch. Aber leider ist in Deutschland z.Z. kein Siegspringer in Sicht... Martin Schmitt, der nach der Verletzung von Michael Uhrman zuletzt die Ehre der deutschen Skispringer zu retten versucht hatte, landete in Planica bei allen drei Springen im geschlagenen Feld und hatte mit der Vergabe der Top-Ten-Platzierungen leider nichts zu tun.

Es bleibt abzuwarten, ob Peter Rohwein in der nächsten Saison tatsächlich noch Bundestrainer sein wird, wie er jetzt noch von sich gibt...
Die Misserfolge der deutschen Adler nur an dem Bundestrainer fest zu machen, wäre sicher der falsche Weg, aber es steht auch fest, dass Rohwein auch nicht den erhofften Erfolg gebracht hat. Sicher haben die Verletzungen von Michael Neumayer und zuletzt Michael Uhrmann die Aussichten der deutschen Adler getrübt, aber es ist dennoch erschreckend, wie gering die Breite im deutschen Skisprungteam und wie unstet die Leistung der einzelnen Springer ist.
Man täte sich wünschen, dass ein neuer Trainer neue Ideen und den Aufwind mitbringt, der erforderlich ist, um wieder dauerhaft in der Weltspitze mitspringen zu können. Ein Bernie Schödler wird als neuer Stützpunkttrainer gehandelt.
Man fragt sich, ob der Schweizer Nationaltrainer nicht der ideale Bundetrainer wäre?!

Gold für Britta Kamrau-Corestein, Fehlstart für Becken-Schwimmer

Das 25km Langstrecken-Rennen der Damen bei der WM in Melbourne wird sicher in die Geschichte eingehen, aber leider eher unrühmlich, einer Lücke im Regelwerk geschuldet:
Gemäß Zeitplan ertönte bereits gestern der Startschuss für die letzte Langstrecken-Distanz der Damen in Melbourne. Bei äußerst widrigen Bedingungen, starkem Wind und entsprechendem Wellengang war es für die Schwimmerinnen mehr ein Kampf denn ein Schwimmwettkampf. Viele gaben bereits früh entkräftet auf. Unsere beiden deutschen Starterinnen aber schlugen sich sehr gut: Britta Kamrau-Corestein, die zu Beginn der WM über die 5km knapp an einer Medaille gescheitert war, lag deutlich in Front, Titelverteidigerin Angela Maurer auf Rang 3.
Nach ca. 12.5km brach die Jury jedoch das Rennen aufgrund der widrigen Bedingungen ab. Britta Kamrau-Corestein ließ sich schon als Siegerin feiern... Leider zu früh, da die Jury nach 7 Stunden die Entscheidung bekannt gab, das Rennen am nächsten Tag fortzusetzen. - Eine Entscheidung, die nicht recht nachzuvollziehen war. Im Weltcup wäre es üblich gewesen, das Resultat des abgebrochenen Rennens in die Wertung zu nehmen, aber das Regelwerk der WM ist hier wohl nicht so ganz eindeutig... - Es erscheint aber fast lächerlich, dass es ganze sieben Stunden dauerte, bis die endgültige Entscheidung feststand. So etwas muss nun wirklich nicht sein, und wie die Schwimmerinnen sich dabei gefühlt haben, muss hier nicht im einzelnen ausgeführt werden, aber ganz sicher nicht gut!
So wurde das Rennen heute beim Stand vom gestrigen Abbruch fortgesetzt: Britta Kamrau-Corestein ging mit ca. 4 Minuten Vorsprung ins Rennen - einem Vorsprung, den sie bis ins Ziel sogar noch weiter ausbauen konnte und sich heute dann endlich als wahre Weltmeisterin feiern lassen konnte! Für Angela Maurer reichte es leider knapp nicht für das Podium: Knapp abgeschlagen kam sie auf Rang 4 ein.
Aber es war trotz dieser Querelen um diese 25km ein versöhnlicher Abschluss der Langstreckenwettbewerbe für die deutschen Schwimmerinnen: Bislang noch ohne Medaille holten sie heute das ersehnte Edelmetall!

Dieses ist den deutschen Schwimmerinnen und Schwimmern in der Rod Laver Arena von Melbourne leider verwehrt geblieben. Im Gegenteil: Man kann sogar von einem Fehlstart der Beckenschwimmer sprechen!
Die 4x100m Freistil-Staffel der Damen, als Weltrekord-Inhaberinnen und Europameister angereist, mussten sich überaschend mit Platz 4 begnügen, 13/100 hinter den drittplatzierten Holländerinnen. Gold ging an die gastgebene Staffel aus Australien vor den US-Amerikanerinnen. Der einzige Trost für den deutschen Vierer bestehend aus Petra Dahlmann, Annika Lurz, Daniela Samulski und Britta Steffen, dürfte sein, dass sie ihren Weltrekord nicht verloren haben. - Heute ist das sicher ein ganz schwacher Trost!

Die 4x100m Freistil-Staffel der Herren war im Gegensatz zu den Damen bereits als Vorlaufzehnter ausgeschieden. So mussten sie mit ansehen wie die USA mit Super-Star Michael Phelps vor Italien und Frankreich gewann.

Bei den weiteren beiden Entscheidungen des Tages, den 400m Freistil der Damen und Herren, waren keine deutsche SchwimmerInnen am Start.
Bei den Damen verteidigte Weltrekordinhaberin Laure Manaudou aus Frankreich ihren Titel, während bei den Herren Lokalmatador und Publikumsliebling Grant Hacket von dem Koreaner Tae Hwan Park enthront wurde. Dem Australier blieb nur der Bronzerang. Weltrekordinhaber Ian Thorpe hatte im vergangenen Jahr überaschend seine Karriere beendet und konnte daher in die Entscheidung nicht mit eingreifen.

Auch bei den Vorläufen bzw. Halbfinals des Tages lief es nicht unbedingt glücklich für den DSV: Das Finale über die 100m Schmetterling am Montag verpassten sowohl Antje Buschulte als 11., als auch Daniela Samulski mit Rang 14.
Auch über die 200m Lagen der Frauen findet das Finale leider ohne deutsche Beteiligung statt: Nicole Hetzer schied als 9. des Halbfinals knapp aus.
Bei den Herren lief es leider nicht besser: Thomas Rupprath muss das Finale über die 50m Schmetterling vom Beckenrand beobachten. Über die 100m Brust schaffte es auch kein deutscher Schwimmer ins Finale.

Das war wirklich kein glücklicher Start für den DSV, aber die WM hat für die Schwimmer gerade erst begonnen. - Noch müssen wir die Hoffnung nicht aufgeben! Einige heisse Eisen haben wir sicher noch im Feuer. Es bleibt nur zu hoffen, dass die verpasste Medaille der 4x100m Freistil-Staffel der Damen kein schlechtes Omen für die weiteren Wettbewerbe ist!

Fussball-Nationalmannschaft triumphiert in Tschechien!

Die deutsche Fussball-Nationalmannschaft hat das Ticket für die EM-Endrunde 2008 in Österreich und der Schweiz durch den triumphalen 2:1 Sieg in der EM-Qualifikation in Tschechien schon fast sicher in der Tasche!
Nach 5 Spieltagen und 4 Siegen steht die deutsche Nationalmannschaft mit 13 Punkten auf Platz 1 in Gruppe D zur EM-Qualifikation! Bereits drei Punkte Rückstand haben die ebenfalls hochgehandelten Tschechen, ebenso die Iren, die jedoch bereits ein Spiel mehr bestritten haben.
Der gestrige Sieg hat dieses kleine Polster gebracht! Es war ein überzeugendes Auftreten der deutschen Elf gestern Abend in Prag! Kompakt in der Abwehr und ideenreich im Angriff setzte die Löw-Truppe die tschechische Mannschaft um Tomas Rosicky, Jan Koller und Milan Baros immer wieder unter Druck!
Durch 2 Tore des Rückkehrers Kevin Kurany, der den gesperrten Miroslav Klose ersetzte, ging das deutsche Team verdient in Führung. Durch ein eher zufälliges Tor von Milan Baros kamen die Tschechen zwar noch mal heran, konnten aber den Sieg der deutschen Elf nicht mehr verhindern!

Samstag, 24. März 2007

Henning Fritz zur SG Kronau- Östringen

Nun ist es perfekt: Henning Fritz, einer der Garanten des WM-Siegs unserer Handball-Helden, wechselt in der kommenden Saison vom THW Kiel zur SG Kronau-Östringen!
Damit hat er sicher den richtigen Schritt getan, der ihm Ruhe im Bundesligalltag und die nötige Spielpraxis bringen wird. In Kiel hatte er trotz seines überragenden WM-Auftritts immer noch einen schweren Stand, und es schien unwahrscheinlich, dass es ihm gelingen würde den französischen Nationaltorwart Thierry Omeyer aus dem Kieler Tor zu verdrängen. Seine im Finale zugezogende Muskelverletzung hatte ihn bereits direkt nach der WM im Rennen um die Nummer 1 im Kieler Tor zurückgeworfen, eine kürzlich im Training erlittene Bänderverletzung hätte ihr Übriges getan. Zudem ist das Verhältnis zum Kieler Trainer sicher immer noch angespannt, auch wenn -angeblich- Unstimmigkeiten aus dem Weg geräumt worden sind, zu hart waren die Worte, zu groß die Verbitterung...

Manche mögen denken, dass der Schritt hin zur SG Kronau-Östringen Henning Fritz zwar wieder in ein Bundesliga-Tor bringen wird, wenngleich er mit dem polnischen Nationaltorwart Szmal auch einen starken Konkurrenten um die Nummer 1 haben wird, aber dass es ein Rückschritt wird, was die internationale Beteilung im Vereinshandball angeht.
Aber die derzeit im Bundesliga-Mittelfeld liegenden Rhein-Neckar-Löwen planen Großes für die Zukunft und wollen in Champions-League und EHF-Pokal schon bald ein gewaltiges Wort mitsprechen. Dafür wird die Mannschaft gezielt verstärkt, denn neben Fritz sind mit Christian Schwarzer und Oliver Roggisch zwei weitere Weltmeister für die kommende Saison verpflichtet worden.
Es bleibt abzuwarten, was das neu formierte Team auch international erreichen kann, Henning Fritz wird das Team aber sicher bereichern. Und auch Bundestrainer Heiner Brand wird es freuen, dass Fritz diesen Wechsel gewagt hat, da ihm auch daran gelegen ist, dass seine Nummer 1 regelmäßig Spielpraxis in der Bundesliga bekommt. Er hatte bereits angekündigt, dass es eine solche Konstellation wie bei der WM, dass Fritz die Nummer 1 trotz fehlender Spielpraxis ist, wohl nicht ein zweites Mal geben wird.
Aber mit dem Wechsel von Henning Fritz zur SG Kronau-Östringen sollte nicht nur dieses Thema vom Tisch sein!

Ski-Alpin: Rückblick auf die Saison 2006/2007 - Herren

Die alpinen Skirennläufer haben einen neuen Helden: Aksel Lund Svindal aus Norwegen hat nicht nur die Abfahrt - und damit einer der Königsdisziplinen im Wintersport - und den Riesenslalom bei der WM in Aare gewonnen, sondern hat sich mit einem grandiosen Weltcupfinale auch noch den Gewinn des Gesamtweltcups vor dem Österreicher Benjamin Raich gesichert! Er ist damit endgültig aus dem Schatten der beiden großen Norweger, Lasse Kjus, der nach der Olmypiasaison zurückgetreten ist, und Kjetil-Andre Aaamodt, der während dieser Saison überraschend seinen Rücktritt verkündete, getreten. Immer schon als ein Läufer mit großem Potential gehandelt, ist er nun ganz oben angekommen.

Dort oben, wo sich in den vergangenen Jahren zumeist Österreicher und US-Amerikaner aufhielten. Die US-Boys um Bode Miller haben nach dem Rücktritt von Daron Ralves einige Federn lassen müssen. Bode Miller konnte zwar die kleine Kristallkugel im Super-G-Weltcup gewinnen, zeichnete sich aber sonst vor allem durch seine zahleichen Ausfälle im Slalom aus, bei dem er nur selten das Ziel erreichte.
Auch die Österreicher zählen zu den Verlierern der Saison, auch wenn sie mit Benni Raich den Zweiten im Gesamtweltcup, der auch in Riesenslalom und Slalom vorne mitfuhr, und mit Mario Matt den Slalom-Weltmeister stellen. Aber sie sind nicht mehr in der Breite in der Weltspitze vertreten wie noch in den vergangenen Saisons, wo Dreifach-Siege der Alpenrepublik fast schon an der Tagesordnung waren. Skirennläufer, wie Hermann Maier, Fritz Strobl oder Michael Walchhofer, die über Jahre die Szene bestimmt haben, scheinen in die Jahre gekommen zu sein.

Überaschungsnation waren in dieser Saiosn zweifellos die Schweizer, die nicht nur mit Didier Cuche den Disziplin-Sieger in der Abfahrt und mit Daniel Albrecht den Kombinationsweltmeister stellen, sondern die auch immer wieder mit Top-Platzierungen im Weltcup, beispielsweise durch den Weltcupsieg in Adelboden durch Marc Berthod, aufhorchen ließen.

Die deutschen Skirennläufer haben mit Felix Neureuther ihr heisseste Eisen im Feuer. Der Sohn der Gold-Rosi ist in dieser Saison deutlich stabiler geworden, Ausfälle waren, wie in der vergangenen Saison noch, nicht die Regel. Leider konnte er ausgerechnete bei der WM die hochgesteckten Erwartungen ncht erfüllen, dafür lief er aber in Garmischl mit Platz 2 auf das Podium! Dass ihm dieses ausgerechnet beim Heim-Weltcup gelang, zeugt von seiner Nervenstärke, denn der Druck, der auf ihm bei diesem Weltcuprennen lastete, war sicher deutlich größer als wie beim WM-Slalom.
Ünglücklicherweise fiel Neureuther bei den letzten Saisonrennen aufgrund einer Schulterverletzung aus, wird aber sicher in der nächsten Saison wieder voll angreifen.

Alois Vogl, neben Neureuther der zweite deutsche Top-Slalom-Fahrer ist, konnte zwar auch einen Podestplatz aufweisen, fiel aber auch sehr oft aus und war auch beim Weltcup-Finale in Lenzerheide nicht vertreten.
Bei den Speed-Disziplinen ließ Stefan Keppler zwar immer mal wieder mit durchaus bemerkenswerten Rennen sein Taelnt aufblitzen, aber fuhr dann auch wieder der Konkurrenz um Sekunden hinterher... - Da steht einige Arbeit im Spedbereich an, um in der nächsten Saison besser mitmischen zu können!

Ski-Alpin: Rückblick auf die Saison 2006/2007 - Damen

Höhepunkt der zurückliegenden Saison waren zweifellos die Weltmeisterschaften im schwedischen Aare, aber auch der Weltcup hatte einiges zu bieten. Die deutschen Läuferinnen und Läufer konnten zwar nicht an die Erfolge vergangener Jahre anknüpfen, aber es gelang jungen Athletinnen und Athleten der Anschluss an die Weltspitze, der für die kommende Saison mehr erwarten läßt.

Bei den deutschen Frauen musste nicht nur der Rücktritt von Martina Ertl-Renz verkraftet werden, die neben Hilde Gerg in den vergangenen 10 Jahren immer wieder für Top-Platzierungen sorgte, nein auch eine Maria Riesch, die das Zeug und Talent dazu hat, zukünftig die Rolle einer Gerg oder Ertl einzunehmen, war nicht im Vollbesitz ihrer Leistungsfähigkeit. Durch einen erneuten Kreuzbandriss nicht nur in der Saisonvorbereitung zurückgeworfen, musste sie erst wieder lernen sich zu überwinden und hat trotz ihres Abfahrt-Weltcup-Sieges von Salt Lake City lange Zeit das Nachsehen gehabt. Zum Ende der Saison kam sie immer besser in Fahrt, wie ihre vier Top-Ten-Plätze beim Weltcupfinale in Lenzeheide erkennen ließen, so dass einiges für die nächste Saison erwartet werden darf.

Im Damen-Team war Kathrin Hölzl sicher der ganz große Lichtblick: Im Verlauf der Saison gelang Hölzl der Sprung in die Riesenslalom-Elite, den sie mit ihrem zweiten Rang beim Weltcupfinale in Lenzerheide und damit mit ihrem ersten Podestplatz krönte!
Auch Victoria Rebensburg, die bei der WM sensationall im Riesenslalom in die ersten 10 hineinfuhr, bereichert das Damenteam. Zu viel sollte man von der Schülerin allerdings noch nicht erwarten, aber die Ansätze, die sie zeigt, haben desöfteren einen Vergleich mit der mehrfachen Weltmeisterin und Olympiasiegerin Katja Seizinger aufkommen lassen.

Der Riesenslalom ist eindeutig die Vorzeigedisziplin der deutschen Läuferinnen. In den Speeddisziplinen war neben Maria Riesch mehr Schatten als Licht. So kam Petra Haltmayr über die gesamte Saison hinweg nicht recht in Fahrt, und hat zudem zum Saisonabschluss ihren Rücktritt vom aktiven Skirennsport erklärt. Ob eine Gina Stechert, die in vor allen in San Sicario aufhorchen ließ, diese Lücke schließen kann, bleibt abzuwarten.
Im Slalom konnte Monika Bergmann-Schmudderer immer mal wieder in die Top-Ten hineinfahren, und auch der Podiumsplatz von Annemarie Gerg ließ aufhorchen, aber alles in allem spielten die Musik im Slalom andere Nationen. Allen voran die Österreicherinnen um Seriensiegerin Marlies Schild, die ausgerechnet die beiden wichtigsten Rennen der Saison bei der WM und in Lenzerheide beim Weltcupfinale nicht gewinnen konnte. Dennoch haben die Österrerinnen dieser Saison ihren Stempel aufgedrückt, allem voran ist hier Nicole Hosp's erster Gewinn des Gesamtweltcups zu nennen. Aber auch die große alte Dame, Speed-Queen Renate Götschl wies mit ihren Gesamtweltcupsiegen in Abfahrt und Super-Ski die Konkurrenz aus dem eigenen Lager und vor alle die US-Girls um Julia Mancuso und Lindsay C. Kildow in die Schranken.
Königin von Aare ware aber zweifellos das Gold-Mädchen und die mehrfache Weltmeisterin Anja Paerson!

Mittwoch, 21. März 2007

Silber für Thomas Lurz über 10km

Top-Favorit Thomas Lurz aus Würzburg ist über die 10km-Strecke der Langstreckenschwimmer denkbar knapp an Gold gescheitert und belegt nach Photofinish den zweiten Platz hinter dem Russen Wladimir Diatschin. Man hätte sich gewünscht, dass die Jury sich entschieden hätte, zwei Goldmedaillen zu vergeben, zu knapp war diese Entscheidung nach 10km: 6/100 Sekunden lag Lurz letztendlich hinter dem Russen...
Damit haben die deutschen Langstreckenschwimmer vor den abschließennden 25km Strecken bei Damen und Herren die beiden Medaillen von Thomas Lurz, Gold und Bronze, zu Buche stehen.

Die Damen sind bislang knapp leer ausgegangen, wollen über die 25km aber nochmals angreifen.
Über die 10km kamen Angela Maurer und Britta Kamrau-Corestein auf die Plätze 4 und 6. Die Enttäuschung über das verpasste Edelmetall verblasste beinahe über den Ärger, mit welch harten Bandagen während des Rennens untereinander "gekämpft" wurde. Tritte, an-den-Beinen-Ziehen und Brille wegschlagen waren quasi an der Tagesordnung. - Das hat nur noch wenig mit Langstreckenschwimmen zu tun, und die beiden deutschen Schwimmerinnen, unerstützt von Thomas Lurz, forderten zurecht, ein härteres Durchgreifen der Jury.
Es war im Vorfeld erwartet worden, dass es harte Rennen über die 10km werden würden, da diese Distanz in Peking erstmals auf dem olympischen Programm stehen wird. Aber dass es eine solche "Schlacht" geben würde, hat kaum jemand geahnt. Hoffen wir, dass es bei den folgenden Strecken fairer zugehen wird!

Bei den Kunst- und Turmspringern hat Christian Steuer nach den zwei Bronzemedaillen im Synchronspringen mit Bronze vom 10m-Turm das dritte Edelmetall gewonnen!

Erstes WM-Edelmetall für Sawtschenko / Szolkowy

Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy haben die ersehnte WM-Medaille in Tokio errungen und Bronze erlaufen!
Der Titel ging an die nach dem Kurzprogramm eindrucksvoll in Führung liegenden Chinesen Xue Shen und Hongbo Zhao, die nach einer fehlerfreien Kür ihren dritten WM-Titel feiern dürfen.
Die beiden Deutschen lagen nach dem Kurzprogramm noch auf dem zweiten Rang, mussten allerdings aufgrund zweir Fehler bei der Sprungkombination und dem Doppelaxl das zweite chinesische Paar Qin Pang und Jian Tong noch an sich vorbei ziehen lassen. Aber die beiden sollten nicht verzagen, sie haben bei dieser WM eine gute Leistung erbracht, haben die Erwartungen erfüllt und können ihre erste WM-Medaille bejubeln!

In der Herrenkonkurrenz liegt Stefan Lindemann nach dem Kurzprogramm nur auf Rang 16 und damit weit entfernt von seinen Möglichkeiten, die er mit seiner Bronze-Medaille bei der WM in Dortmund unter Beweis gestellt hatte. Das ist eine herbe Enttäuschung für den Erfurter! Damit wird selbst eine Platzierung unter den Top-Ten nur schwer zu erreichen sein.
Die Musik spielen andere: Brian Joubert zeigte eine beeindruckende Vorstellung und liegt zurecht auf Rang 1 des Zwischenklassement nach dem Kurzprogramm. Hinter dem Franzosen liegen Jeffrey Buttle aus Kanada und der Japaner Daisuke Takahashi auf den weiteren Plätzen. Stefan Lambiel aus der Schweiz, Olympia-Zweiter von Turin, liegt nur auf Rang 6 und muss bei seiner Kür schon alles geben, um noch auf das Treppchen zu kommen.
Morgen werden wir mehr wissen.

Sawtschenko/ Szolkowy auf Medaillenkurs

Die deutschen Eiskunstlauf-Europameister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy haben bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Tokio allerbeste Chancen auf Edelmetall.
Nach dem besten Kurzprogramm ihrer Karriere liegen sie hinter den ehemaligen Weltmeistern und Dritten der Olympischen Spiele von Turin Xue Shen/ Hongbo Zhao auf dem zweiten Platz. Auf Platz 3 folgt das zweite chinesische Paar. Die nächstplatzierten Paare haben schon ein wenig Rückstand, so dass vieles darauf hindeutet, dass diese drei Paare die Medaillen unter sich ausmachen werden.
Aber das Eis ist bekanntlich glatt, und bei der Kür kann noch einiges passieren.

Dennoch ist das führende chinesische Paar Shen/ Zhao als fast schon sicherer Gold-Kandidat anzusehen. Ihr Kurzprogramm zeugte von einer solchen Klasse und Sicherheit, gepaart mit einer Eleganz, die sie fast über die Eisfläche schweben ließ, dass man eigentlich nur sagen kann: Dieses ist Paarlaufen in Vollendung!
Da kann man auch nur neidlos anerkennen, dass diese beiden zurecht auf Platz 1 in der Zwischenwertung liegen, wenngleich auch die Darbietung von Sawtschenko / Szolkowy erstklassig war, aber eben doch nicht von einer solchen Klasse wie die der Chinesen, die mit über 71 Punkten für ihr Kurzprogramm belohnt wurden, was auch für sie einen persönlichen Rekord bedeutet.

Überraschender Weise spielen die ehemaligen Weltmeister und Medallienhamster bei EM & WM, Maria Petrowa und Alexeij Tichonow aus Russland, keine Rolle mehr bei der Vergabe der Medaillen. Die beien boten leider ein fehlerhaftes Kurzprogramm, das sie bis auf Platz 11 abrutschen ließ. Dass das russische Paar nicht mehr unbedingt die Klasse besitzt, wie noch vor einigen Jahren, ist bekannt, aber sie haben es bislang immer verstanden, sich am Punkt X gut in Szene zu setzen. - Schade, dass ihnen dieses bei ihrer letzten WM nicht auch gelungen ist.
Die beiden haben bereits angekündigt, dass nach diesen Jahr Schluss sein wird und sie von der Eskunstlaufbühne abtreten werden. Da wünschen wir ihnen doch nochmals eine gute Kür zum Abschluss ihrer medaillendekorierten, erfolgreichen Karriere!

Für Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy läuft es bekanntlich um einiges besser bei dieser WM. Dabei standen die Vorzeichen für das deutsche Vorzeigepaar direkt vor der WM alles andere als gut: Aljona Sawtschenko brach kurz vor der WM der Schlittschuh, so dass sie sich kurzfristig noch auf ein neues Paar einstellen musste. Dieses dauert üblicherweise bis zu vier Wochen, aber wie das Kurzprogramm zeigte, hat sie sich schneller auf das neue Material einstellen können. - Welch Glück für die beiden!

Sonntag, 18. März 2007

Weltcupfinale: Gelbes Trikot für Michael Greis & Abschiedsrennen von Ricco Groß

Michael Greis aus Nesselwang stand bereits vor dem abschließenden Massenstart-Rennen am heutigen Sonntag in Khanti Mansiysk als Sieger im Gesamtweltcup fest!
Uneinholbar war sein Vorsprung vor dem Norweger Ole-Einar Bjoerndalen, der zwar insgesamt 11 Saisonsiege feiern konnte, der aber wegen seiner zeitweisen Ausflüge zum Langlauf nicht alle Biathlonweltcups bestreiten konnte.
Unserem dreifachen Olympiasieger soll es recht sein, er steht zum Ende der Saison verdient ganz oben. Er war über die gesamte Saison hinweg der gleichmäßigste, erfolgreichste Biathlet!
Bjoerndalen musste wohl auch erkennen, dass auch ein überläufer wie er nicht ohne Verluste auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann. Sein großes Saisonziel als erster Läufer sowohl im Biathlon als auch im Langlauf Weltmeister zu werden, hat er in jedem Fall nicht erreicht. Aber er ist ohne Frage ein ganz Großer seiner Zunft, der heute zurecht den Franzosen Raphael Poiree, der Saison und Karriere bereits letztes Wochenende am Holmenkollen beendet hatte, noch vom zweiten Rang im Gesamtweltcup verdrängen konnte.

Für Michael Greis war es heute besonders leicht zu laufen. Das Gelbe Trikot war ganz sicher keine Last, sondern beflügelte ihn sicher noch. Vor allem in der heutigen Schlussrunde unterstrich er nochmals seine Dominanz, als er Läufern wie Bjoerndalen, Sven Fischer oder Vincent Defranse Meter um Meter abnahm und noch auf den zweiten Platz nach vorne stürmte.
Bronze ging im Schlussspurt an den Oldie aus Schmalkalden, Sven Fischer, der Ole-Einar Bjoerndalen auf den vierten Platz verweisen konnte. Dieser Triumph wird Sven Fischer, der vor Greis 1999 als letzter Deutscher den Gesamtweltcup gewinnen konnte, sicher besonders freuen, fühlte er sich doch am letzten Wochenende am Holmenkollen durch unfaires Verhalten eben vom Norweger Bjoerndalen um eine bessere Platzierung wenn nicht sogar um den Sieg an dem von ihm gebliebten Holmenkollen gebracht.

Der Sieg ging heute an den Russen Iwan Tscheressow, der mit diesem Triumph nicht nur seine Lansleute aufjubeln ließ, sondern der für ihn auch gleichzeitig den ersten ganz großen Sieg bedeutete.
Für die russischen Zuschauer im sibirischen Khanti Mansyisk war dieser russische Sieg sicher etwas ganz besonderes. Ansonsten haben sie sich aber nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, haben sie doch schließlich Fehlschüsse der nicht-russischen Läuferinnen und Läufer z.T. bejubelt und sich so alles andere als fair verhalten.
Gott sei Dank ist dieses an den anderne Weltcuporten nicht üblich!

Für einen weiteren Deutschen war dieser abschließende Massenstart ein ganz besonderes Rennen: Ricco Groß nahm heute Abschied von der Biathlonszene und hat sein letztes Rennen bestritten!
Der mehrfache Weltmeister und Olympiasieger hatte bereits zu Beginn der Saison verkündet, dass dieses seine letzte werden würde. So hat er sich im Prinzip schon zu Beginn dieser seiner letzten Saison auf eine große Abschiedstournee begegeben. Aber ganz sicher war dieses letzte Rennen auch für ihn etwas ganz besonderes. Der 27. Platz heute ist dabei von nebensächlicher Bedeutung. - Er wird der Biathlonszene ganz sicher fehlen! Er war ein von allen geachteter und ein beliebter Sportler, wie heute auch die Abschlusszene seines Rennens zeigte, als der Norweger Lars Berger ihn über die Ziellinie zog und ihn so feierte!

Lenzerheide: Gesamtweltcup für Nici Hosp, erster Podestplatz für Kathrin Hölzl

Im letzten Rennen der Saison, dem Riesenslalom von Lenzerheide, machte die Österreicherin Nicole Hosp ihren ersten Triumph im Gesamtweltcup perfekt!
Bereits gestern hatte sie sich durch ihren Sieg im Slalom in Front gebracht und 30 Punkte Vorsprung zwischen sich und ihre ärgste Konkurrentin, Landsfrau Marlies Schild, gelegt.
Die Fachwelt war sich vor Start dieses Riesenslaloms einig: Es erschien sehr unwahrscheinlich, dass Schild Hosp noch würde abfangen können. Zu gut waren die Vorstellungen von Hosp in den letzten Riesenslalomrennen; nicht zu vergessen ihr WM-Titel in dieser Disziplin.
Und so kam es dann auch: Nici Hosp unterstrich mit zwei exzellenten Läufen ihre Vormachtstellung im Riesenslalom und sicherte sich damit nicht nur den heutigen Sieg, sondern auch den Gesamtweltcup!

Aber nicht nur der ÖSV konnte heute jubeln, auch der DSV hatte allen Grund zur Freude: Kathrin Hölzl krönte die für sie erfolgreichste Saison mit dem ersten Podestplatz ihrer noch jungen Karriere!
Nach dem ersten Durchgang noch auf Rang 4 liegend wurde sie Zweite hinter Hosp, die heute in einer eigenen Liga fuhr, und verwies die Österreicherin Michaela Kirchgasser und Manuela Mölgg aus Italien auf die Plätze. Maria Riesch komplettierte mit einem 10. Rang das hervorragende Abschneiden der deutschen Läuferinnen!

Gesamtweltcup für Andrea Henkel!

Andrea Henkel hat sich nach einem dramatischen Massenstart-Rennen den Sieg im Gesamtweltcup gesichert!
Dieses Rennen wird sicherlich in die Geschichte eingehen! - Selten gab es einen derartigen Rennverlauf, der mehrfach auf den Kopf gestellt wurde! - Es war Spannung pur!

Bei windigen Verhältnissen schoss Andrea Henkel beim ersten Schießen gleich fünfmal daneben, sie traf keine einzige Scheibe! - Ein solches Schießen ist Henkel in ihrer gesamten Karrriere noch nie passiert, gilt sie doch allgemein als sichere Schützin, wenngleich in dieser Saison ihre Trefferquote ein wenig schlechter ist, als wie noch vor ein paar Jahren.
Da auch Kati Wilhelm zweimal in die Strafrunde musste, lagen nach dem ersten Schießen die Karten um den Gewinn des Gesamtweltcups für Anna-Carin Olofsson am besten.

Andrea Henkel aber steckte nicht auf. Am Ende des Feldes gab sie alles und konnte auch aufgrund eines fehlerfeien zweitens Schießen wieder ein wenig Morgenluft wittern.

Beim ersten Stehendanschlag gab es dann ein wahres Fehlschussfestival. Kaum jemand ging fehlerfrei vom Schießstand, daher ist Kati Wilhelms fehlerfreier Anschlag besonders hoch einzuschätzen.
Olofsson musste gar dreimal in die Runde und lag plötzlich 10sec hinter Andrea Henkel, die eine Fahrkarte schoss. - Wer hätte das nach diesem katastrophalen 1. Schiessen für Andrea Henkel gedacht?! Zu diesem Zeitpunkt lief nun Kati Wilhelm im virtuellen Trikot der Gesamtweltcupführenden.

Es war Spannung pur - wenngleich es schon ungewohnt war, dass sich die Musik bei diesem Rennen hinten abspielte. Alle drei Titelanwärterinnen mussten mehr Federn am Schießstand lassen, als die meisten anderen Läuferinnen.

Dann kam es zum alles entscheidenden vierten Schießen, bei dem Wilhelm und Olofsson je eine Strafrunde schossen, und Andrea Henkel ein zweites Mal fehlerfrei bleiben konnte. Zu Beginn der Schlussrunde zog sie dann an Kati Wilhelm vorbei und lag auf Kurs Gesamtweltcup!
Es wurde eine triumphale Schlussrunde für die Großbreitenbacherin, was sie nach dem ersten Schießen sicher selbst für kaum möglich gehalten hatte! Im Ziel las sie letztendich auf Rang 15 und wurde nicht nur von ihren Teamkolleginnen als Gesamtweltcupsiegerin feiern! 7 Punkte lag sie nach den insgesamt 27 Rennen vor Kati Wilhelm, die wiederum drei Punkte Vorsprung auf Anna-Carin Olofsson hatte. Henkel ist damit nach Martina Glagow und Kati Wilhem die dritte deutsche Gewinnerin des Gesamtweltcups!

Dieses letzte Rennen der Saison gewann überraschend die Schwedin Helena Johnsson, die sich mit diesem Triumph ihren ersten Weltcupsieg sichern konnte. Auf Rang drei lief mit nur drei Schießfehlern Katrin Hitzer, die damit ihre erfolgreiche Saison mit einem weiteren, ihrem dritten, Podestplatz krönte!

Zwei erfolgreiche Biathletinnen liefen heute ihre letztes Weltcuprennen: Katrin Apel und die französische Sprint-Olympiasiegerin Florence Bavarel-Robert haben nach diesem Rennen ihre aktive Laufbahn beendet. Katrin Apel hat noch einmal einen 11. Rang erreicht, zwei Ränge dahinter lag die Französin.
Beide Läuferinnen sind über Jahre hinweg in der Weltspitze mitgelaufen, habe viele Erfolge errungen und Edelmetall bei Großereignissen gewonnen. - Sie werden in der kommenen Saison sicher fehlen!

Svinal Gesamtweltcupsieger, Slalom-Kristallkugel für Raich

Beim letzten Alpin-Rennen der Saison, dem Slalom in Lenzerheide, hat der Österreicher Benjamin Raich noch einmal seine (Nerven-) Stärke unter Beweis gestellt.
Um Aksel Lund Svindal noch den Gesamtweltcup entreissen zu können, brauchte er heute unbedingt einen Sieg, gleichzeitig durfte der Norweger nicht in die Punkte fahren: Keine guten Voraussetzungen für den Doppelolympiasieger Raich. Aber er machte seine Hausaufgaben und fuhr den Sieg in diesem Abschlussrennen vor seinem Landsmann, dem Weltmeister Mario Matt ein.
Da Aksel Lund Svindal mit Rang 15 gerade noch in die Punkte fuhr, reichte es für den Österreicher doch nicht ganz: Die große Kristallkugel des Gesamtweltcups ging an den Norweger, der sich mit seinen drei Siegen beim Weltcupfinale in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom diesen Erfolg letztendlich doch noch sichern konnte!
Für Raich blieb als "Trostpreis" die kleine Kristallkugel im Slalomweltcup, den er sich durch seinen heutigen Sieg vor Mario Matt sichern konnte!

Schwimm-WM in Melbourne: Goldiger Start für den DSV

Die Schwimmweltmeisterschaften in Melbourne, im Schwimm-Mekka Australien, haben für den DSV vielversprechend begonnen: Bereits im zweiten Wettbewerb, den 5km der Herren im Langstreckenschwimmen, gab es Gold für Thomas Lurz! - Der mehrfache Weltmeister und Titelverteidiger ist seiner Favoritenstellung gerecht geworden und hat das erste begehrte Edelmetall gewonnen.
Dieses ist Britta Kamrau-Corestein über diesselbe Distanz knapp nicht gelungen. Im Photofinish ist sie als Vierte knapp am Podest vorbei geschwommen. Aber die 27jährige hat über die 10km und die 25km noch zwei Chancen auf Edelmetall.

Bei denen am Montag beginnenden Wettbewerben im Kunst- und Turmspringen hat der DSV auch die ein oder andere Medallienhoffnung m Start.
Aber ganz sicher ist bereits schon jetzt die Vorfreude auf die am kommenden Wochenende beginnenden Schwimmwettberbe groß. Die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer gehen nach dem hervorrrangenden Auftreten bei den letztjährigen Europameisterschaftenmit großen Hoffnungen an den Start, wenngleich vor allem mit der Heimmannschaft besonders stark zu rechnen ist. - Gilt Schwimmen doch schließlich als eine Top-Sportart in Australien. Und auch ohne den nicht an den Start gehenden Ian Thorpe haben die Australier eine exellente Mannschaft.

Die deutsche Mannschaft setzt sicher vor allem auf die 100m Freistil-Weltrekordlerin Britta Steffen, die bei den letztjährigen Europameisterschaften zum großen Schwimmstar aufstieg. Über die 200m Freistil gilt vor allem Annika Lurz als Mit-Favoritin. Aber auch den Rückenschwimmerinnen Janini Pietsch und Antje Buschulte und unseren Brustspezialistinnen um Anne Poleska ist einiges zuzutrauen.
Bei den Herren sollten Thomas Rupprath und Helge Meeuw am ehesten zu Edelmetall schwimmen zu können.
Aber es gilt im Becken von Melbourne zu beweisen, dass die Form passt und dass auf den Punkt eine Topleistung abgerufen werden kann!

Samstag, 17. März 2007

Tobias Angerer Gesamtweltcupsieger, Hjelmeset gewinnt 50km am Holmenkollen

Es stand schon vor den 50km am Holmenkollen in Oslo fest, dass Tobias Angerer den Gesamtweltcup für sich entschieden hat! - Der lange Kanten rund um Oslos Hausberg war daher auch ein kleiner Triumphlauf für ihn.
Aber Angerer wäre nicht Angerer hätte er nicht alles versucht, auch dieses Rennen zu gewinnen. Bei Sonnenschein und sehr vielen Zuschauern - die 50km am Holmenkollen live an der Strecke zu verfolgen gilt als Kult in Oslo - sah es über weite Strecken sehr gut aus: Angerer lag vor Odd-Bjoern Hjemeset aus Norwegen und dem Oberwiesentaler Rene Sommerfeld auf Rang 1.
Auf den letzten Kilometern hatte Hjelmeset mit seinem Landsmann Frode Estil dann aber einen ganz starken Läufer an seiner Seite, und die beiden konnten sich in der Führungsarbeit ablösen. Sekunde um Sekunde holte Hjelmeset auf Angerer auf und lag am Ende der 50km knapp 10sec vor Vachendorfer. Frode Estil wurde vor Sommerfeld Dritter.
Für Hjelmeset war dieser Sieg ein ganz besonderer: Seine Freude zeigte er bereits beim Überqueren der Ziellinie, die er nicht überlief sondern übersprang! Für einen Norweger ist es immer etwas ganz Großes den 50km-Klassiker am Holmenkollen zu gewinnen!

Der Weltcup findet seinen Abschluss am nächsten Wochenende. Tobias Angerer wird dann nach 2006 zum zweiten Mal in Folge die große Kristallkugel im Empfang nehmen können! Eine Verteidigung des Gesamtweltcups ist neben Angerer bislang nur dem großen Norweger Bjoern Daehli und dem Schweden Per Elofsson gelungen! Daran sieht man auch den Stellenwert dieses Erfolges!
Tobias Angerer ist unter den Aktiven der kompletteste Langläufer, der sicher mit dem Gewinn der Tour de Ski einen Grundstein für seinen erneuten Triumph im Gesamtweltcup legen konnte, aber der auch über die ganze Saison hinweg gezeigt hat, dass der Sieg nur über ihn geht!

Doppeltes Pech für Österreichs Alpin-Traumpaar, Svindal vor Gesamtweltcup

Die Spannung um den Gewinn des Gesamtweltcups im alpinen Skisport spitzt sich sowohl bei den Damen als auch bei den Herren immer weiter zu.
Gleichzeitig erlebte das Traumpaar der österreichischen Alpinen, Marlies Schild und Benjamin Raich, am vorletzten Wettkampftag der Saison einen ganz schwarzen Tag. Beide verspielten ihre erstklassige Ausgangssituation um den Gewinn des Gesamtweltcups. Beide lagen vor Start des Riesenslaloms bei den Herren und des Damen-Slaloms in Front. Beide fuhren bei den heutigen Rennen überraschender Weise nicht in die Punkteränge, die beim Weltcupfinale anders als im Weltcup nur bis Rang 15 reichen, und mussten zusehen wie ihre direkten Konkurrenten um den Gesamtsieg, Landsfrau Nicole Hosp und der norwegische Doppelweltmeister Aksel Lund Svindal, jeweils den Sieg einfahren konnten...

Benjamin Raich ging im ersten Lauf mit dem roten Trikot des Punktbesten im Riesenslalom als erster Läufer in das Rennen. Im Grunde eine perfekte Ausgangssituation, seinen Konkurrenten etwas vorzulegen. Aber der Olympiasieger schied aus ... - welch ein Drama!
Gleichzeitig brachte Weltmeister Svindal, der in Lenzerheide bereits die Abfahrt und den Super-G für sich entscheiden konnte, einen exzellenten 1. Durchgang herunter, der ihn auf den zweiten Platz hinter den Italiener Massimilano Blardone brachte. - Und Benni Raich konnte nur zuschauen... Diese Zuschauerrolle wurde für den Pitztaler noch bitterer, als er mit ansehen musste, dass Svindal am Ende als Sieger feststand und ihn damit auch um den Gewinn des Riesenslalom-Weltcups brachte... Für Raich blieb in dieser Wertung nur der dritte Platz hinter Svindal und Blardone.
Vor dem morgigen Slalom liegt Svindal nun 97 Punkte vor Raich. Bedenkt man, dass ein Sieg 100 Punkte bringt, erkennt man, wie schwierig es für Raich morgen wird, den Norweger noch abzufangen. Er müsste schon gewinnen, und Svindal müsste leer ausgehen. - Dieses ist nicht unmöglich, ist doch Benni Raich immerhin amtierender Slalom-Olympiasieger. Aber Svindal zeigt mit seinen drei Siegen eine so überragende Form beim Weltcupfinale, dass ihm auch im Slalom einiges zuzutrauen ist. Die Chancen für ihn, die große Kristallkugel zu gewinnen, sind in jedem Fall deutlich besser als für Raich.

Raich's Lebensgfährtin Marlies Schild hatte im Slalom ebenfalls kein Glück. Sie schied zwar nicht aus, hatte aber im zweiten Durchgang, in den sie als Zweite des 1. Durchgangs als vorletzte Läuferin gegangen ist, zwei Fahrfehler, die sie aus den Punkterängen rutschen ließ.
70 Punkte lag sie vor diesem Slalom vor Nicole Hosp. Alle dachten, dass Schild heute die entscheidenden Punkte auf Hosp gutmachen und den Gewinn des Gesamtweltcups schon heute würde klar machen können. Schließlich war Schild die überragende Slalomläuferin dieser Saison. Bis heute gewann sie alle Slaloms bis auf einen. Bei der WM musste sie allerdings bereits eine bittere Niederlage einstecken, da sie als große Favoritin nicht gewinnen konnte. Heute dann ihre zweite bittere Niederlage: Sie selbst ohne Weltcuppunkte musste mit ansehen, wie Nicole Hosp seit langer Zeit wieder einen Slalomsieg einfahren konnte. Hosp machte dabei ihrem Ruf, so gut wie keine Nerven zu zeigen, alle Ehre! 30 Punkte liegt sie nun im Gesamtweltcup vor Schild.
Das ist ein kleines Polster, aber dennoch ist beim abschließenden Riesenslalom morgen alles möglich. Wir können gespannt sein!

Saisonsieg Nummer 7 für Magdalena Neuner!

Magdalena Neuner hat ihre unglaublichen Erfolge in dieser Saison fortgesetzt und mit dem Verfolgungsrennen beim Weltcupfinale in Khanti Mansiysk ihren 7. Erfolg in dieser Saison gefeiert!
Einen solch grandiosen Einstand in den Weltcup ist bislang noch keiner Biathletin gelungen!!! Die junge Wallgauerin ist der neue Biathlon-Superstar!

Neuner konnte mit ihrem Erfolg aber nicht nur ihre eigene Siegesserie fortgesetzt, sondern auch die einmalige Bilianz der deutschen Biathetinnen in dieser Saison: Die Mädels von Uwe Müssiggang haben 16 der 26 Rennen in dieser Saison gewonnen! 7 Siege durch Magdalena Neuner, derer 6 für Andrea Henkel, 2 für Martina Glagow und einen für Kati Wilhelm.
Auch im Kampf um den Gesamtweltcup spielen die deutschen Skijägerinnen vorne mit. Drei Läuferinnen können nach wie vor morgen nach dem abschließenden Massenstart ganz oben stehen: Andrea Henkel, Anna-Carin Olofsson und Kati Wilhem. Aufgrund der Tatsache, dass die drei schlechtesten Weltcupresultate gestrichen werden, ist ein wenig Rechnerei notwendig, um die genaue Platzierungen zu ermitteln: Andrea Henkel geht morgen in Gelb in die Loipe, Zweite ist die Schwedin Olofsson und auf Rang 3 liegt die bis dahin Führende Kati Wilhelm, aber die Abstände sind denkbar knapp.

Kati Wilhelm hatte heute durch ihre 4 Schießfehler im ersten Liegendschießen viele Punkte auf ihre beiden Konkurrentinnen verloren. Durch zwei fehlerfei Stehendanschläge konnte sie zwar noch viele Plätze gut machen, aber es reichte dennoch für Rang 20 und damit für 11 Weltcuppunkte.

Vorne zog derweilen Magdalena Neuner einsam ihre Runden. Mit 56sec Vorsprung auf Andrea Henkel war sie in die Loipe gegangen. Mit insgesamt 4 Schießfehlern konnte sie das Feld über das gesamte Rennen kontrollieren und ließ keinen Zweifel an ihrem 7. Saisonsieg aufkommen.
Platz 2 ging im Schlussspurt an Anna-Carin Olofsson vor Andrea Henkel. Die Beiden lieferten sich fast das gesamte Rennen hinweg ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Für morgen ist ähnliches zu erwarten, da beim Massenstart bekanntlich alle Läuferinnen zeitgleich in die Loipe gehen.
Für Spannung morgen beim abschließenden Massenstart ist also gesorgt!

Donnerstag, 15. März 2007

Khanti Mansyisk: Weltcup-Erfolge für Neuner und Rösch

Die deutschen Biathletinnen haben ihre beeindruckende Serie im Weltcup fortgesetzt und auch den letzten Sprintwettkampf in dieser Saison beim Weltcupfinale im sibirischen Chanti Mansiks durch Magdalena Neuner gewonnen!
Für die 20jährige Magdalena Neuner ist dieses bereits der sechste Saisonsieg. Hätte dieses der dreifachen Weltmeisterin von Antholz vor Beginn jemand prophezeit - sie hätte es sicher kaum für möglich gehalten. Es ist unglaublich wie schnell und vor allem in welcher Art und Weise sich die Wallgauerin in der Weltelite etabliert hat!

Platz 2 ging heute mit Andrea Henkel auch wieder an eine deutsche Läuferin, die dadurch auch wichtige Punkte im Gesamtweltcup auf die in dieser Wertung (noch) führende Kati Wilhelm (857 Punkte) gut machen konnte. Das Rotkäppchen aus Zella-Mehlis wurde heute 11. und hat damit nicht nur auf Henkel (811 Punkte) etwas an Vorsprung im Gesamtweltcup eingebüßt, sondern ebenso auf die Schwedin Anna-Carin Olofsson (819 Punkte), die heute Dritte wurde.
Für alle drei Biathletinnen ist der Gesamtweltcup noch realistisch! Für Spannung in den letzten Rennen ist damit gesorgt!

Nicht unerwähnt bleiben sollte zudem der siebte Platz von Katrin Apel, den sie sich trotz zweier Schießfehler mit der insgesamt fünftbesten Laufzeit sichern konnte. Für Apel ist dieses Weltcupfinale der Schlusspunkt einer erfolgreichen Karriere. Sie wird am Sonntag vom aktiven Leistungssport zurücktreten. - Über Jahre war sie eine feste Stütze der Mannschaft, vor allem in den Staffelläufen war sie ein Bank. Ihre Nichtnominierung für die WM in Antholz dürfte sie in ihrer Entscheidung ihre lange und erfolgreiche Karriere, die sie als Langläuferin begonnen hatte, zu beenden sicher auch bestärkt haben.
Es sind inzwischen mit Neuner und Katrin Hitzer junge Läuferinnen nachgerückt, die ihren Platz z.T. schon eingenommen haben. Für Nachwuchs ist also gesorgt, fehlen wird Katrin Apel dem Biathlon-Sport aber sicher dennoch...

Bei den Herren ist Michael Rösch beim Sprintrennen beim Weltcupfinale zu seinem zweiten Weltcupsieg gestürmt! Trotz einer Strafrunde ließ er der Konkurrenz keine Chance und lief vor allem eine exzellente Schlussrunde!
Michael Greis dürfte zudem das Gelbe Trikot des Gesamt-Weltcup-Besten immer sicherer haben, da er heute entscheidende Punkte auf seinen ärgsten Konkurrente Ole-Einar Bjoerndalen gutmachen konnte, der mit sechs Strafrunden aus den Punkterängen knapp herausrutschte. Greis schoss zwar auch viermal daneben, kam aber dennoch auch Platz 16 ein.

Lenzerheide: Maria Riesch obenauf, Gesamtweltcup weiterhin spannend

Maria Riesch kommt zum Ende der Saison immer besser in Fahrt. Beim Weltcupfinale in Lenzerheide hat sie mit Platz 4 in der gestrigen Abfahrt nur knapp ihren zweiten Podestplatz in der laufenden Saison nach dem Abfahrts-Sieg von Lake Louise verpasst. Wäre ihr im oberen Teil der Strecke kein Fahrfehler unterlaufen, wäre der zweite oder dritte Platz mehr als nur in Reichweite gewesen. Platz 1 erschien zwar kaum realistsich, da Renate Götschl mit uber 1sec Vorsprung vor der Zweiten in einer anderen Liga fuhr, dennoch ärgerte sich die Partenkirchenerinim Ziel nicht wenig ob ihrer verpassten Chance.
Beim heutigen Super-G konnte sie mit einem 9. Platz ihren Aufwärtstrend zudem bestätigen. - Das läßt einiges für die kommende Saison erwarten und dürfte Maria Riesch auch einen extra-Schub Motivation für die harten Traningseinheiten im kommenden Sommer geben.

Den Super-Ski konnte heute Anja Paerson für sich entscheiden. Als Disziplin-Siegerin stand Österreichs Speed-Queen Renate Götschl, die ebenso den Abfahrtsweltcup für sich entscheiden konnte, bereits fest.
Paerson siegte heute vor den beiden Österreicherinnen Andrea Fischbacher und Marlies Schild. Marlies Schild konnte damit wichtige Punkte im Gesamtweltcup auf ihre ärgsten Konkurrentinnen, Landsfrau Nicole Hosp und US-Girl Julia Mancuso, gut machen. Es liegenie allerdings nur 90 Punkte zwischen der z.Z. führenden Schild und der Drittplazierten Mancuso. - Das verspricht Spannung für die abschließenden zwei Rennen!
Die in dieser Wertung Viertplatzierte Renate Götschl hat durch ihren heutigen Ausfall im Super-G ihre Chancen im Gesamtweltcup so gut wie verspielt, da sie in den technischen Disziplinen als deutlich schwächer einzustufen ist als Schild, Hosp und Mancuso.

Am Rande des Super-G gab zudem Petra Haltmayr ihren Rücktritt bekannt.
Auch wenn die Rettenbergerin in dieser Saison nur selten ihr ganzes Potential abrufen konnte, wird sie im Skizirkus fehlen, war sie doch schließlich über Jahre hinweg ein fester Bestandteil des deutschen Speed-Teams.

Bei den Herren-Rennen konnte Aksel-Lund Svindal, der Doppelweltmeister aus Norwegen, nach der gestrigen Abfahrt auch den heutigen Super-G für sich entscheiden. Dadurch ist er im Gesamtweltcup bis auf drei Punkte an den derzeit führenden Österreicher Benjamin Raich, der heute Zweiter wurde, herangekommen.
Spannung ist damit bei den abschließenden beiden Rennen, dem Riesenslalom am Samstag und dem am Sonntag ausgetragenen Slalom gesorgt.
Raich mag ein kleines Plus auf seiner Seite haben, da er in den technischen Disziplinen als etwas besser gilt als der Norweger. Aber dieses sind nur Zahlenspiele, es gilt auf dem Hang noch vier sehr gute Läufe hinunter zu bringen. - Seien wir also gespannt!

Den Abfahrtsweltcup hatte Didier Cuche bereits für sich entschieden. Bode Miller gewann die kleine Kristallkugel im Super-G.

Sonntag, 11. März 2007

Sablikowa läuft Weltrekord, Silber für Pechstein

Claudia Pechstein hat zum Abschluss der Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften Silber über ihre Paradestrecke, die 5000m, gewonnen! Damit hat die dreimalige 5000m-Olympiasiegerin ihr Ziel, zwei WM-Medaillen mit nach Hause zu bringen, erfüllt.

Pechstein musste im direkten Duell gegen die tschechische Top-Favoritin Martina Sablikova antreten: Ein hochklassiges, erstklassiges Rennen!
Bis dahin lag die Kanadierin Christina Groves vor der Norwegerin Maren Haugli in Front, aber Pechstein & Sablikowa sollten die Zeiten der beiden geradezu pulverisieren.
Gleich zu Beginn des Rennens hing sich Pechstein an die erst 19jährige Tschechin, um sie mit ihren eigenen Waffen möglicherweise schlagen zu können. Gewöhnlich läßt die Tschechin gerne ihre direkte Konkurrentin das Tempo machen,aber Sablikowa zeigte in diesem Rennen, dass sie auch durchaus von der Spitze aus laufen kann.
Claudia Pechstein lief in der für sie bekannten ruhigen, kontrollierten Art, aber dennoch zog Sablikowa ein wenig weg. Zum Ende des Rennens zeigte sich, dass die junge Tschechin eindeutig auf Weltrekordkurs lag, dem Weltrekord, den Claudia Pechstein inne hatte. Und nach 5000m stand es fest: Martina Sablikowa nahm Clauida Pechstein im direkten Duell den Weltrekord ab und holte WM-Gold über die 5000m! Aber auch Claudia Pechstein lieferte ein exzellentes Rennen und lag zum Abschluss nur ca. 5sec hinter der neuen Weltmeisterin! Bemerkenswert ist zudem, dass die Schlussrunde von Pechstein schneller war als diejenige von Sablikowa. Zugegeben sind die Schlussrunden von Claudia Pechstein zurecht berühmt, aber in den vergangenen Rennen hatte Martina Sablikowa immer hervorragendste Schlussrunden hingelegt, die Grundstein für ihre Erfolge waren.
Aber lassen wir diese Zahlenspiele: Sablikowa ist mit Weltrekord Weltmeisterin geworden, und Claudia Pechstein hat in beeindruckender Manier Silber gewonnen! Und ihre Glückwünsche an die junge Tschechin, die gleich im Anschluss an ihr Rennen kamen, kamen von Herzen. Denn so ist die Claudia: Sie ist ehrgeizig und versucht immer, ganz vorne zu landen. Erkennt sie aber, dass eine Läuferin besser war, erkennt sie dieses neidlos an!

Im letzten Lauf, in dem Daniela Anschütz-Thoms gegen die Zweite über die 3000m, Renate Gronevold, antrat ging es eigentlich nur noch um Bronze. Es schien kaum möglich, dass die beiden an die Klasse-Zeiten von Pechstein und Sablikowa herankommen würden. Und so kam es auch.
Die beiden gingen zudem nicht zu schnell an, aber Runde um Runde schob sich vor allem Schützi, wie Daniela Anschütz-Thoms mit Spitznamen genannte wird, Rang um Rang nach vorne. Sollte sie das Podest noch erreichen können? -
Nein, knapp reichte es einmal mehr nicht: Sie kam als Vierte ein, nur knapp hinter Christina Groves. Sicher kann dieser 4. Platz als Erfolg gewertet werden, aber bedenkt man, dass die Schützi diese Platzierung bei Großereignissen schon desöfteren erlaufen hat, ist es schon etwas bitter.
Aber Daniela Anschütz-Thoms sollte sich nicht zu sehr ärgern. Sie hat ein gutes Rennen abgeliefert und hat ja auch schon einige Rennen in den Beinen! Sie hat zwar ihr angepeiltes Ziel, zwei WM-Medaillen zu gewinnen, nicht erreichen können, aber sollte diese WM dennoch als Erfolg verbuchen!

Silber für Anni Friesinger über 1000m

Anni Friesinger hat ihre letzte Chance genutzt und bei den Eisschnelllaufweltmeisterschaften in Salt Lake City doch noch Edelmetall geholt!
geworfen und Silber Die 1500m musste sie noch ebenso wie das Weltcupfinale in Calgary aufgrund einer fiebrigen Erkältung absagen, aber über die 1000m konnte sie an den Start gehen. Jedoch war die Belastung für die Inzellerin ganz sicher keine geringe, nach drei Tagen des tatenlosen Zusehens nun selber auf dem Eis zu stehen, wissend, dass dieses ihre einzige Chance ist, eine WM-Medaille zu erlaufen. Aber Anni Friesinger hat ihre gesamte Erfahrung in die Waagschale geworfen und Silber erlaufen, ihre insgesamt 25. WM-Medaille!
Schneller war nur ihre Haupt-Rivalin dieser Saison, die 1500m-Weltmeisterin Ireen Wüst aus den Niederlanden. Aber Anni hat ganz sicher nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen. Wäre sie durch ihre Erkältung nicht zurückgeworfen worden, hätte sie sicherlich Wüst noch besser Paroli bieten können, sie noch stärker fordern können.
Aber so ist es für Anni Silber geworden. Wäre sie erneut Weltmeisterin geworden, hätte sie sich als Einzige dreimalige 1000m-Weltmeisterin nennen können. Denn dieses ist bislang noch keiner Läuferin gelungen. Nun, Anni hat sicherlich noch weitere Möglichkeiten, bei Weltmeisterschaften zu laufen.

So darf sich aber Ireen Wüst Doppelweltmeisterin von 2007 nennen. Damit hat die Holländerin gezeigt, dass ihr Olympiasieg über die 3000m in Turin keine Eintagsfliege war, vielmehr hat sie in dieser Saison durch ihre drei Weltmeistertitel, da sie neben den beiden Titeln über 1000m und 1500m auch den Mehrkampf gewinnen konnte, und hervorragenden Vorstellungen im Weltcup gezeigt, dass die Siege in den nächsten Jahren nur über sie gehen werden. In Holland ist sie schon ein ganz großer Star, bald wird sie sicher auch die Eisovale weltweit für sich erobern.
Bronze ging an die Kanadierin Christine Nesbitt, die nach dem WM-Gold im gestrigen Teamwettbewerb bereits ihre zweite WM-Medaille erlaufen konnte.

Martin Schmitt läßt Tal der Tränen hinter sich

Martin Schmitt ist zurück!
5 Jahre nach seinem letzten Weltcupsieg steht er endlich wieder auf dem Weltcup-Podium! Beim heutigen Springen von der Großschanze im finnischen Lahti musste er nur dem polnischen Weltmeister von der Normalschanze, Adam Malysz, und dem Vize-Olympiasieger Andreas Kofler aus Österreich den Vortritt lassen.
Im Endklassement lag der Furtwanger mit nur 6/10 Punkten zwar denkbar knapp vor dem Norweger Roar Ljoekelsoy, aber es reichte: Martin Schmitt ist zurück in der Weltelite!
Man mag es kaum glauben, dass der 4fache Weltmeister und zweifache Gesamtweltcupsieger Schmitt nach fünfjähriger Durststrecke endlich wieder auf dem Podest steht. Zu groß waren die Rückschläge in den vergangenen Jahren, die ihn eins ums andere Mal dazu zwangen, den Weltcup auf der Suche nach der alten Form zu unterbrechen.
In diesem Jahr schien es endlich wieder ein wenig aufwärts zu gehen, ein sechster Platz in Zakopane sprach für seinen Formanstieg. Sein neuer Heimtrainer Stefan Horngacher, ein ehemaliger Weltklassespringer aus unserem Nachbarland Österreich, hat ihm einen Teil seiner alten Stärke zurückgeben können, und vor allem glaubte er an ihn. Schon in Sapporo vor dem WM-Springen auf der Normalschanze traute er seinem Schützling den Sprung auf das Podest zu. Dieses schien ob der Leistung von Schmitt zwar etwas hochgegriffen, aber die heutige Leistung zeigt, dass Horngacher recht behalten sollte, dass mit seinem Schützling bald schon wieder zu rechnen ist.

Es erscheint schon fast eine Fügung des Schicksals, dass Martin Schmitt ausgerechnet dort erstmals wieder auf dem Podium steht, wo er Anfang März 2002 seinen bis dato letzten Weltcupsieg erringen konnte!
Hoffen wir, dass er diesen Aufschwung mit in die Vorbereitung für die neue Saison nehmen kann, in der er dann hoffentlich da weitermachen kann, wo er heute in Lahti steht: Mit Podestplätzen!
Dann wird auch ein Michael Uhrmann hoffentlich wieder im Team sein, und das deutsche Skispringen kann sich hoffentlich so langsam aus dem Tal der Tränen und Misserfolge wieder hervorarbeiten! Und Michael Uhrmann freut es sicherlich auch, einen Mitstreiter an der Seite zu haben, der mit ihm gemeinsam die Last des Erfolgsdruck tragen kann. Eine Last, mit der Schmitt in den Jahren seiner Erfolge sehr gut umzugehen wusste. Dieses wird er hoffentlich nicht verlernt haben. Und mit seinen 29 Jahren gehört er auch noch lange nicht zum alten Eisen und kann er noch einiges in der Skisprungszene erreichen!