Sonntag, 18. November 2007

DFB-Elf rehabilitiert

Die deutsche Fussball-Nationalmannschaft hat beim gestrigen EM-Qualifikationsspiel gegen Zypern in Hannover das peinliche 0:3 gegen Tschechien verblassen lassen.
Zugegebener Maßen gelten die Zyprer nicht als die Fussball-Macht und sind mit den Tschechen nicht auf eine Stufe zu stellen. Aber unbestritten ist ebenfalls, dass es die sogenannten "Kleinen" im internationalen Fussball kaum noch gibt, was die Zyprer nicht zuletzt durch ihre mittlerweile 14 Punkte in der EM-Quali eindrucksvoll belegen. Ebenso ist das magere 1:1 aus deutscher Sicht aus dem Hinspiel noch in allzu guter Erinnerung.

Auf Wiedergutmachung nach der Niederlage von München sinnend, ging die Elf von Bundestrainer Joachim Löw von Beginn an engagiert und mit großem Siegeswillen zu Werke.
So fiel bereits in der 2. Minute durch den Bremer Clemens Fritz das 1:0. Die Vorlage zu diesem Tor lieferte der Münchener Lukas Podolski, der erstmals auf der linken Seite zum Einsatz kam. Die weiteren Tore erzielten Miroslav Klose in der 20. Minute und Lukas Podolski 8 Minuten nach Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit, ehe der Stuttgarter Thomas Hitzelsperger in der 82. Minute den 4:0 Endstand markierte.
Der Schütze zum 3:0, Lukas Podolski, war es auch, der diesem Spiel seinen Stempel aufdrückte: Er war an allen deutschen Treffern beteiligt, und sein Auftreten schien fast einer Wiederauferstehung gleich, nachdem er bei den Bayern immer noch nicht Fuß fassen konnte und von Ottmar Hitzfeld häufig nicht eingesetzt wurde.

Auch der in seinem Verein in den letzten Wochen unberücksichtigte Jens Lehmann machte seine Sache gut, lediglich bei einem Ausflug an die Strafraumgrenze sah er alles als souverän aus.
Nichtsdestotrotz wird es interessant sein, wie sich die Torwartfrage in der deutschen Nationalmannschaft entwickeln wird. Bleibt Jens Lehmann in Arsenal London und wird weiterhin von Arsene Wenger nicht berücksichtigt, könnte es schneller einen Wechsel im deutschen Tor geben, als Lehmann lieb ist. Andererseits vermag man es sich aber auch kaum vorstellen, dass ein Jens Lehmann dauerhaft bereit dazu ist, bei Arsenal nur die zweite Geige zu spielen.

Montag, 5. November 2007

Dopingsumpf Radsport - Immer noch kein Ende in Sicht?!

Das Dopinggeständnis des ehemaligen T-Mobile-Profis Patrik Sinkewitz erschüttert einmal mehr den Radsport in seinen Grundfesten - und wieder einmal steckt der Bonner Radstall mitten drin.
Sinkewitz legte ein umfassendes Geständnis ab, das in seiner Deutlichkeit erschüttert. Namen anderer Radprofis nennt er zwar nicht, aber er gesteht seine Dopingpraktiken mit einer derartigen Offenheit, die schon fast an Selbstverständlichkeit grenzt, dass man zu dem Schluss kommt, inzwischen jedem alles zutrauen zu müssen.
Ja, manche mögen sagen: Wir haben es doch schon immer gewusst, aber wieder andere haben sicher doch noch einen kleinen Funken Hoffnung gehabt, dass der Radsport nicht so durch und durch dopingverseucht ist.

Sinkewitz Dopingbeichte reichen bis in das Jahr 2006, noch bei der letztjährigen Tour de France hat er Eigenblutdoping begangen. Und wir erinnern uns noch allzu gut: Es war das Jahr, in dem Jan Ullrich neben Ivan Basso und anderen Fahrern kurz vor dem Start der Tour de France suspendiert wurde, da Kontakte zum Dopingarzt Eufemiano Fuentes nachgewiesen worden waren, die gleichbedeutend mit praktizierten Eigenblutdoping waren.
Die (Radsport-) Welt war erschüttert, die ehemaligen Helden so tief fallen zu sehen. Die Lust, Radsport weiterhin zu verfolgen, war mehr als nur deutlich getrübt. T-Mobile hatte sich bereits zu diesem Zeitpunkt von Dopingpraktiken distanziert, und Patrik Sinkewitz sollte als einer der Fahrer der jungen, sauberen Generation gelten. - Aber das war wohl doch nur alles Schein: Sinkewitz griff eben während dieser Tour auf seine in Freiburg gelagerten Blutbeutel zurück mit dem Ziel zu betrügen, mit den Mitteln zu betrügen, die Jan Ullrich die Karriere gekostet haben.
Es ist zwar auf der einen Seite beeindruckend, wie offen Sinkewitz seine Dopingpraktiken gesteht, aber auf der anderen Seite ist es auch erschütternd mit welch einer Selbstverständlichkeit er von sich gibt, dass es in dieser Zeit - wir sprechen vom vergangenen Jahr - üblich war, zu dopen. Er beschuldigt auch nicht direkt sein Team, sondern nimmt selber alle Schuld auf sich. Er selbst sei auf die Freiburger Ärzte zugegangen, mit dem Wunsch Eigenblutdoping zu begehen, und die inzwischen entlassenen Ärzte Schmid und Heinrich haben ihn nicht weggeschickt, sondern ihm diesen Wunsch erfüllt. - Eine Mauer des Schweigens schützte ihn.
Einzig vorstellen kann es sich Sinkewitz kaum, dass er im Team ein Einzelfall gewesen sein soll. Und so stehen nun weitere Fahrer in Verdacht, wie etwa der ehemalige Zeitfahrweltmeister Michael Rogers, mit dem Sinkewitz bereits gemeinsam beim belgischen Radstall Quick Step fuhr.

Mit dem Wechsel an der Spitze von T-Mobile, das nun von Bob Stapelton geführt wird, soll es endgültig einen Neuanfang gegeben haben. Laut Sinkewitz sind die Zeiten von 2006 nicht mit denen von 2007 zu vergleichen. Das Team täte alles, Doping zu unterbinden. Ja, können wir denn das noch glauben?! - Wir möchten es gern, einzig die Überzeugung fehlt. Und wurde nicht Sinkewitz im vergangenen Juni erst positiv getestet?!
Ja, es scheint, das T-Mobile nun einen neuen Weg eingeschlagen ist, dem Doping endlich Herr zu werden, aber dachten wir das nicht bereits 2006?! Kann in einem Jahr ein so großer Umschwung so radikal vollzogen werden?! - Fragen auf die man momentan schwer Antworten zu finden vermag. So erscheint es auch nur logisch, dass der T-Mobile-Konzern in dieser Woche ernsthaft über sein Engagement im Radsport beraten wird. Ein Rücktritt, nachdem erst im August das Radsport-Engagement bis 2010 verlängert worden ist, scheint nicht ausgeschlossen.