Die in dieser Saison bislang ungeschlagene Europarekordlerin Christina Obergföll war als große Favoritin an den Start gegangen. Mit erzielten 66.46 m reichte es aber leider nicht bis ganz auf das oberste Siegertreppchen, Barbora Spotkova wurde stattdessen mit 67.07 m neue Weltmeisterin. Die Tschechin war heute eine Klasse für sich und warf gleich zweimal tschechischen Rekord.
Obergföll sollte sich ob der verpassten Chance Weltmeisterin werden zu können aber nicht zu sehr grämen. Sie war schließlich erstmals als große Favoriten an den Start eines Großereignisses gegangen. Und an solch einer Favoritenbürde ist manch anderer vor ihr kläglich gescheitert. Von Scheitern kann im Falle der Schwäbin hingegen keinesfalls gesprochen werden, als Vize-Weltmeisterin von Osaka heimzukehren ist auch ein großer Erfolg.
Ein Erfolg, den Steffi Nerius als Drittplatzierte mit erzielten 64.24 m aus deutscher Sicht vervollständigte. Linda Stahl komplettierte das gute Abschneiden des DLV bei ihrer ersten WM-Teilnahme als 8.. Sie kam auf eine Weite von 61.03 m.
In der Damen-Dreisprung-Entscheidung verpasste Tatjana Lebedewa als Zweite den historischen Doppeltriumph im Weit- und Dreisprung nur knapp. Sie gewann mit 15.07 m Silber hinter der mit der Weltjahresweltbestleistung von 15.28 m siegreichen Kubanerin Yargelis Savigne.
Über die 200m verteidigte Allyson Felix in 21.81 sec ihren Titel von Helsinki. Dieses gelang ebenfalls ihrem Landsmann Jeremy Wariner über die doppelte Distanz. Der US-Boy lief dabei mit
43.45 sec die drittschnellste jemals gelaufenen Zeit über die Stadionrunde.
Über die 110m Hürden siegte Weltrekordhalter Xiang Liu aus China in 12.95 sec. Der deutsche Meister Thomas Blaschek war nach enttäuschender Leistung bereits im Halbfinale ausgeschieden.
Eine bessere Rollen spielen die deutschen Zehnkämpfer zur Halbzeit nach 5 Disziplinen: Norman Müller liegt überraschend auf Rang 6, drei Plätze vor dem Vierten von Helsinki, Andre Niklaus. Der dritte deutsche Starter, Arthur Abele, liegt auf Rang 13.
Titelverteidiger Bryan Clay musste beim Hochsprung aufgrund einer Muskelverletzung den Wettkampf beenden, so dass man nun denken möge, dass der Weg zum WM-Sieg frei wäre für den Tschechen Roman Sebrle. Der Weltrekordler, der dem Zehnkampf schon seit Jahren seinen Stempel aufdrückt, ist tatsächlich noch nie Weltmeister geworden. Derzeit liegt er auf Rang 3, knapp 100 Punkte hinter dem Führendes Maurice Smith aus Jamaika.
Aber am zweiten Tag kann noch viel geschehen, das hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt. Vor allem an der morgigen dritten Disziplin, dem Stabhochsprung, ist schon so manch einer mit einem Salto Nullo gescheitert. - Aber warten wir ab, wie die Könige der Athleten die zweite Hälfte des WM-Zehnkampfes meistern. Vielleicht kommt ja auch ein Deutscher noch in die Nähe des Podests. So ist für Andre Niklaus der Weg dorthin zwar noch sehr weit, aber nicht zuletzt beim Regen-Zehnkampf von Helsinki vor 2 Jahren hat er gezeigt, dass er ungemein kämpfen kann.