Mittwoch, 28. März 2007

Erlösung durch Annika Lurz!

Annika Lurz hat über die 200m Freistil die erste lang ersehnte Medaille für den DSV im Schwimmbecken von Melbourne gewonnen!
Im Finale unterbot sie den Tags zuvor von der Italienerin Frederica Pellegrini aufgestellten neuen Weltrekord um knapp 8/10 Sek, konnte aber dennoch nicht den Weltmeistertitel erringen. Die Französin Laure Manaudou war noch einmal um 16/100 Sek schneller als Lurz und sicherte sich damit in der neuen Weltrekorzeit von 1:55.52 WM-Gold!
Es ist schon ein wenig bitter für die Deutsche: Da schwimmt sie deutlich schneller als jemals zuvor, unterbietet die magische 1:56-Minuten-Grenze und damit ebenfalls Franziska van Almsick's bis gestern noch geltenden Weltrekord - und erringt nur Silber... Aber bei der Schwägerin von 5km-Weltmeister Thomas Lurz überwiegt eindeutig die Freude über ihren Vize-Weltmeistertitel!
Endlich die erste Medaille für den DSV! - Hoffen wir, dass dieser Silberrang von Annika Lurz die erhoffte Initialzündung für die Schwimmerinnen und Schwimmer des DSV bei den noch ausstehenden Wettbewerben bringt!

Bei den heute ausgetragenen weiteren Rennen gab es noch zwei weitere Weltrekorde:
Im Halbfinale über die 50m Rücken der Frauen entriss Leila Vaziri aus den USA in 28.16 Sek Janine Pietsch die Bestmarke. Aber die Deutsche zog als 5. der Halbfinals ebenfalls in den morgigen Endlauf ein.
Antje Buschulte hingegen schied als 12. aus und muss damit ein weiteres Mal bei dieser WM im Halbfinale die Segel streichen. Im Vorfeld hatte Buschulte bereits verkündet, dass diese WM für sie gelaufen sei, sie das Halbfinale zwar noch schwimme, sich aber nichts mehr ausrechne. Zu tief sitzt die Enttäuschung über die deutliche Niederlage über ihre Paradestrecke, die 100m Rücken. Dass allerdings mit einer derartigen Einstellung nicht mehr viel erreicht werden kann, liegt auch auf der Hand. Man hätte sich eine andere Einstellung der sonst so stabilen deutschen Rückenspezialistin gewünscht!

Den dritten Weltrekord des Tages gab es über die 200m Schmetterling der Herren: Im Finale siegte US-Star Michael Phelps in überragenden 1:52.09 Minuten und unterbot damit die alte, ebenfalls von ihm aufgestellte Bestmarke um mehr als 1.5 Sek. - Das sind Welten! Phelps ist in eine neue Dimension vorgestossen! Auch die Konkurrenz konnte nur staunen, wie Phelps davon zog: Erst über 3 Sek nach dem US-Amerikaner schlug der zweitplatzierte Chinese Wu Peng an...

Über die 50m Brust enthronte der Ukrainer Oleg Lisogor den Titelverteidiger Marc Warnecke, der bekanntlich bereits im Vorlauf gescheitert war.
Auf der zweitlängsten Distanz, den 800m Freistil, gab es den ersten Sieg eines Afrikaners überhaupt bei einer Schwimm-Weltmeisterschaft: Der Tunesier Oussama Mellouli wurde vor dem Polen Przemyslaw Stanczyk und Craig Stevens aus Australien neuer Weltmeister. Damit ging der Titelverteidiger und Weltrekordler Grant Hackett aus Australien leer aus. - Mehr noch: Er schwamm regelrecht hinterher und hatte zu keiner Zeit des Rennens eine Chance, in den Kampf um Edelmetall einzugreifen. Abgeschlagen landete er nur auf Rang 7.

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