So viel wurde im Vorfeld über dieses Finale geredet und geschrieben... - Diese 100m Freistil waren eindeutig einer der Höhepunkte der Weltmeisterschaften! 4 bis 5 Schwimmerinnen war der Griff zum WM-Gold zuzutrauen. Viele glaubten, dass es dafür notwendig sein würde, den Weltrekord von Britta Steffen zu unterbieten.
Dann der Startschuss: Auf den ersten Metern bestimmte die 50m-Spezialistin Marleen Veldhuis aus den Niederlanden das Rennen. Britta Steffen lag ein wenig hinter Veldhuis, Lisbeth Lenton aus Australien und der US-Amerikanerin Natalie Coughlin zurück. Aber auf den zweiten 50m Metern holte sie immer mehr auf, aber es reichte nicht für ganz vorne:
Gold ging in 53.40 Sek an Lisbeth Lenton aus Australien! Silber holte sich ein wenig überraschend die Holländerin Veldhuis in 53.70 Sek, 4/100 Sek lag sie im Ziel vor der Weltrekordlerin aus Berlin. Britta Steffen schwamm in 53.74 Sek zu Bronze und konnte damit Natalie Coughlin noch auf Rang 4 verweisen.
Trotz der Bronzemedaille stand der Berlinerin die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Mit ihrer Leistung war sie äußerst unzufrieden. Vor allem enttäuschte sie, dass sie auf ihrer eigentlichen Stärke, den letzten 20m, nicht wie gewöhnlich noch einmal anziehen konnte. Das Tempo konnte sie zwar halten und kam so an US-Girl Natalie Coughlin noch vorbei, an der Holländerin Marleen Veldhuis jedoch knapp nicht.
Bei der Siegerehrung wenige Minuten nach dem Rennen konnte sich Britta Steffen immer noch nicht so recht über ihre Bronzemedaille freuen. Ganz im Gegensatz zur siegreichen Lenton, die zusammen mit ihren Landsleuten die australische Nationalhymne aus vollem Herzen mitsang.
Nun, die Freude über die Bronzemedaille wird sich bei Britta Steffen sicher noch einstellen. Es ist immerhin ihre erste WM-Einzelmedaille, und ihren Weltrekord hat ihr auch keine Schwimmerin abnehmen können. Viele haben zwar auf WM-Gold spekuliert, aber die Leistungsdichte in diesem schnellsten 100m Freistil-Finale aller Zeiten war so dicht, dass mit Gold nicht automatisch gerechnet werden konnte. Im Gegenteil, es war sicher auch nicht leicht für die Berlinerin, mit dem hohen Erwartungsdruck umzugehen, der seit ihrer erfolgreichen EM im letzten Jahr in Budapest und nicht zuletzt durch ihren dort erschwommenen Weltrekord auf ihr lastete. Da ist auch diese Bronzemedaille als absoluter Erfolg zu werten.
Und vergessen wir nicht: Peking ist nicht mehr weit entfernt. Schon im nächsten Jahr wird eine neue Olympiasiegerin über die 100m Freistil gesucht. - Britta Steffen wird dann sicherlich ein gewichtiges Wort mitsprechen!
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