Es ist schon fast unheimlich, welche Klasse der US-Amerikaner im Becken von Melbourne immer wieder zeigt. Nicht nur dass er inzwischen drei neue Weltrekorde aufgestellt hat, spricht für seine Kasse, sondern vor allem die Art und Weise, wie er sie erschwommen hat: Es waren keine knappen Zeiten, nein, er unterbot die alten Bestmarken immer mehr als deutlich. So auch heute über die 200m Lagen, über die er in 1:54.98 Minuten siegte und damit den alten, seinen eigenen Weltrekord um knapp eine Sekunde deutlich unterbot.
Seine Konkurrenz deklassiert er reihenweise: Der zweitplatzierte Stev Lochte, ebenfalls aus den USA, schlug heute nach 1:56.19 Minuten an und damit über eine Sekunde hinter dem US-Superstar. - Wer soll diesen Phelps bei diesen Titelkämpfen schlagen?!
Das mit Spannung erwartete 100m Freistil-Finale der Männer bot zwar nicht extreme Spitzenzeiten, für den WM-Titel reichte eine Zeit von 48.43 Sek, dafür aber war es eines der engsten Rennen der WM-Geschichte. Mit dem Italiener Filippo Magnini und Brent Hayden aus Kanade gab es gleich zwei Weltmeister! Magnini konnte damit seinen Titel aus Montreal verteidigen, musste sich nur das Siegerpodest mit dem Kanadier teilen. - Nun, geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude - es wird für die beiden ein unvergessliches Erlebnis gewesen sein, gemeinsam ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen.
Überaschender Weise konnte der "Flying Dutchman", Weltrekordler Pieter van den Hoogenband, in die Vergabe der Medaillen nicht eingreifen und landete abgeschlagen auf Rang 6. - Eine große Enttäuschung für den Holländer!
Das vor allem aus deutscher Sicht mit Spannung erwartete 100m Freistil-Finale der Damen wird morgen ausgetragen. Mit dabei unsere Weltrekordlerin Britta Steffen, die mit der drittschnellsten Zeit der beiden Halbfinals souverän den Endlauf erreichte.
Bei den übrigen Finals am heutigen Tag entthronte Weltrekordlerin Jessica Schipper aus Australien über die 200m Schmetterling die Titelverteidigerin Otylia Jedrzejczak aus Polen, die heute 3. hinter der US-Amerikanerin Kimberly Vandenberg wurde.
Über die 50m Rücken der Frauen stellte Leila Vazir aus den USA ihre Tags zuvor geschwommene Weltrekordzeit von 28.16 Sek ein und holte sich WM-Gold. Die Deutsche Janine Pietsch, bis gestern noch Inhaberin des 50m Rücken-Weltrekords, konnte nach schwachem Start leider nicht mehr in die Entscheidung um die Medaillen eingreifen und landete auf dem achten und letzten Rang.
In den Vor- und Halbfinalläufen konnte sich neben Britta Steffen aus DSV-Sicht auch Birte Steven über die 200m Brust behaupten. Als 8. der Halbfinals qualifizierte sie sich knapp für das morgige Finale. Anne Poleska schied dagegen bereits mit der nur 20. Zeit im Vorlauf aus.
Einmal mehr ist Rückenspezialist Helge Meeuw gescheitert: Über die 200m Rücken kam Meeuw in für ihn beschämenden 2:02.34 Minuten, einer Zeit knapp 5.5 Sekunden über seinem deutschen Rekord, nicht über den Vorlauf hinaus. - Damit sind diese Titelkämpfe ebenso wie für seine Freundin Antje Buschulte eine einzige Enttäuschung!
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