Montag, 29. Dezember 2008
Simon Ammann gewinnt Auftaktspringen in Oberstdorf
Überraschungen jedoch hinter dem Tagessieger: Mit dem Tageszweiten Wolfgang Loitzl konnte man rechnen, aber Dimitri Vassiliev aus Russland hätte man sicherlich nicht unbedingt auf dem Podium erwartet. Überraschend auch das doch enttäuschende Abschneiden der Österreicher, die ihren großen Tönen keine großen Weiten folgen lassen konnten, Wolfgang Loitzl einmal ausgenommen.
Gregor Schlierenzauer, der neben dem Schweizer Tagessieger als Topfavorit auf den Tourneesieg gehandelt wurde, landete nur auf dem 4. Platz, 6.3 Punkte hinter Ammann. Nach dem ersten Durchgang war er gar nur 7., profitierte aber von etwas schwächeren zweiten Durchgängen der bis dato vor ihm platzierten Anders Jacobsen und Harri Olli.
Thomas Morgenstern landete abgeschlagen auf dem 11. Rang, und Martin Koch landete gar nur auf Rang 23.
Wieviel besser haben es da die deutschen Adler gemacht: Martin Schmitt landete nach einem exzellenten ersten Durchgang, der Platz 4 im Zwischenklassement bedeutete, auf einem guten 5. Platz und liegt mit 12.6 Punkten Rückstand auf Ammann in Lauerstellung. Mit Michael Neumayer als 9. und Michael Uhrmann als 10. kamen zwei weitere Deutsche unter die Top-Ten, beide wohlbemerkt noch vor dem Doppelolympiasieger Thomas Morgenstern platziert! Mannschaftsolympiasieger Stephan Hocke, der unter dem neuen Bundestrainer Werner Schuster zu alter guter Form zurück zu finden scheint, komplettierte als 15. das sehr gute Abschneiden der deutschen Mannschaft. - Einen solch guten Einstand in die Vierschanzentournee hat es aus deutscher Sicht schon lange nicht mehr gegeben! Das freut nicht nur den Zuschauer.
Obwohl die österreichischen Adler ein wenig hinter den Erwartungen zurückblieben, ist im Hinblick auf die Tournee-Gesamtwertung noch nichts entschieden. Bekanntermaßen stehen noch 6 Sprünge aus, bei denen alles, aber auch buchstäblich alles passieren kann.
Daher halten wir uns an dieser Stelle mit Prophezeiungen besser zurück, denn ein Sieg in Oberstdorf ist noch lange nicht gleichbedeutend mit einem Tournee-Gesamtsieg. Wer nicht besser als Martin Schmitt kann hiervon ein Lied singen, der dreimal in Oberstdorf triumphieren konnte, aber in der Gesamtwertung (bislang?!) leider noch nie die Nase vorn hatte?
Oder aber denken wir an Gregor Schlierenzauer, der bei den beiden vergangenen Tourneen nach zwei Springen jeweils in Front lag, aber jeweils einem anderen Konkurrenten in Bischofshofen zum Gesamtsieg gratulieren musste.
Es gibt noch viele, viele weitere Beispiele ...
Aber diese Überlegungen sollen den Sieg des Schweizers Ammann in keinster Weise schmälern. Der amtierende Weltmeister hat dem hohen Erwartungsdruck standgehalten und hat in beeindruckender Manier den Tagessieg errungen. Dafür gebührt ihm größte Anerkennung.
Samstag, 27. Dezember 2008
Vierschanzentournee: Wer beerbt Janne Ahonen?
In diesen Tagen stellt sich daher immer häufiger die Frage, wer Nachfolger des fünfmaligen Gesamtsiegers Janne Ahonen, der bekanntlich inzwischen von seiner aktiven Laufbahn zurückgetreten ist, werden wird.
Heiß gehandelt werden die Namen Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann. Beide, sowohl der Skiflugweltmeister Schlierenzauer als auch der Doppelolympiasieger von Salt Lake City, Ammann, dominieren z.Z. den Weltcup, sie scheinen der übrigen Konkurrenz jedes Mal ein wenig davon zu fliegen. Wer von den beiden wohl das bessere Ende für sich haben wird? Schlierenzauer, der nicht nur durch seine Weitenjagd, sondern auch ob seiner exzellenten Landetechnik auch bei großen Weiten heraussticht, oder Ammann, der häufig noch weiter springen kann als sein österreichischer Konkurrent, aber die Landung zumeist nicht so in den Schnee zaubern kann, wie der österreichische Jungstar?
Wer vermag es vorherzusehen?
Aber es ist auch allgemein bekannt, dass gerade die Vierschanzentournee immer für eine Überraschung gut ist. Auch im Vorfeld der letztjährigen Tournee sprach nicht vieles für den späteren Sieger Ahonen, der mit seinem fünften Gesamtsieg einen Rekord aufgestellt hat, der nur schwer zu knacken sein wird.
Oder denken wir an seinen Vorgänger, den Norweger Anders Jacobsen: Der Klempner hat sich völlig überraschend den Gesamtsieg geholt. Er kam noch mehr aus dem Nichts als wie sein Landsmann Sigurd Petersen ein paar Jahre zuvor.
Oder ob es wieder ein so spannendes Finale geben wird, wie vor drei Jahren, als es mit Ahonen und dem Tschechen Jakub Janda gleich zwei Gesamtsieger gab - ein Novum in der Historie der Vierschanzentournee? - Wir wissen es nicht.
Fest steht jedoch, dass neben Schlierenzauer und Ammann sicherlich noch weitere Siegkandidaten zu nennen sind:
So zählt Schlierenzauers Landsmann Thomas Morgenstern sicherlich auch zum Favoritenkreis, wenngleich er nicht die Form hat, die ihn zu Beginn des vergangenen Winters auszeichnete, aber vielleicht spricht auch gerade das wieder für den Doppelolympiasieger von Turin?
Sein Landsmann Wolfgang Loitzl dürfte langsam reif für seinen ersten Weltcupsieg sein, aber ist er auch reif für den Tournee-Gesamtsieg? Diesbzüglich bestehen Zweifel.
Oder aber es greifen doch wieder die Finnen an, die zwar ohne ihren Vorspringer Janne Ahonen auskommen müssen, aber mit Matti Hautamaeki, Harri Olli & Co. sicherlich eine schlagkräftige Truppe beisammen haben. Auch die Norweger sollte man nie unterschätzen, das lehrt bereits die Tournee-Geschichte. Ammanns Landsmann Andreas Küttel mag man derzeit jedoch nicht die ganze weiten Sprünge zutrauen.
Und nicht zuletzt sind die deutschen Springer um Martin Schmitt zu nennen. Anders als in den Vorjahren zählt Schmitt zumindest zum erweiterten Favoritenkreis. Nach zwei vierten Plätzen in Pragelato und Engelberg rückte der Tannheimer auf Rang 6 des Gesamtweltcups vor. Ihm, der bereits vor 10 Jahren das Auftaktspringen, jedoch noch nie die Tournee, gewinnen konnte, ist wieder einiges zu zutrauen. Hoffen wir, dass sich seine Form immer weiter steigern wird und er noch wieder nach ganz vorne springe wird. Mit Michael Uhrmann und Michael Neumayer, dem letztjährigen Gesamt-Dritten, hat er ein gutes Team im Rücken, das für Plätze unter den Top 15 immer gut ist.
Sonntag, 20. April 2008
Schwimmerinnen und Schwimmer bei Deutschen Meisterschaften in Olympiaform
Den bisherigen Höhepunkt der nationalen Titelkämpfe in Berlin stellen bislang zweifelsohne die Europarekorde durch Sarah Poewe 1:07,10 Minuten über die 100m Brust und durch Helge Meeuw in 0:53,10 Minuten über die 100m Rücken dar - Zeiten, die von Olympia-Edelmetall träumen lassen. Aber auch Deutsche Rekorde purzelten bei den bislang 3 Schwimmtagen bereits: Paul Biedermann, frischgebackener Europameister von Eindhoven, schwamm über seine Paradestrecke, die 200m Freistil, in 1:46,37 Minuten erneut Deutschen Rekord und dürfte für Peking bestens gerüstet sein. Er ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht nur die arrivierten, älteren Schwimmer sind, die die Kastanien aus dem Feuer oder vielmehr die Medaillen aus dem Olympischen Schwimmbecken fischen können.
Freude gab es heute auch über die 200m Freistil der Damen. Nachdem die WM-Zweite von Melbourne, Annika Lurz, am gestrigen Samstag über die 400m Freistil noch denkbar knapp um 1 Zehntelsekunde an der Olympianorm scheiterte, bewies sie heute über ihre Paradestrecke in 1:57,83 Minuten, dass mit ihr nach überstandener Verletzungspause wieder zu rechnen ist. Sicherlich ist sie von ihrer Melbourne-Zeit noch ein wenig entfernt, aber angesichts ihrer aktuellen Entwicklung muss einem nicht Bange sein. Erfreulich ebenfalls, dass neben Lurz auch Petra Dallmann in 1:58,60 Minuten die Olympianorm unterboten hat und damit in Peking auch im Einzel an den Start gehen wird.
Im Vorfeld wurde viel über die Olympianorm diskutiert, dass zu viel von den Athleten verlangt wird, dass die Zeiten zu schnell sind. Zahlreiche Olympiaqualifikationen, gerade auch von jungen Schwimmerinnen, wie etwa durch Katharina Schiller über die 200m Lagen oder Sonja Schiller über die 100m Brust und ebenfalls die 200m Lagen, beweisen das Gegenteil. Neben diesen jungen Athletinnen haben auch die Arrivierten, wie Thomas Rupprath über die 100m Rücken und Steffen Deibler über die 200m Freistil das Ticket gelöst.
Hoffen wir daher, dass die Wettkämpfe während der nächsten Tage so erfolgreich weiter gehen werden und dass noch häufig die Olympianorm erreicht und evt. weitere Rekorde gebrochen werden.
Die Diskussionen um die freie Wahl der Anzüge, die auch in diesem Jahr wieder hohe Wellen wirft, mag man da eigentlich nicht mehr gerne hören. Um bestmögliche Leistungen bei Olympia erreichen zu können, sollte man vielleicht wirklich dem Wunsch vieler Athleten entsprechen, in ihren eigenen, altbewährten und bekannten Anzügen, auch wenn diese nicht den Namen Adidas tragen, an den Start gehen zu dürfen. Bundestrainer Madsen sprach zwar sicher nicht zu unrecht davon, dass sich vieles im Kopf abspielt, und man evt. nur glaubt mit dem vertrauten Material schneller sein und mit den möglicherweise ungeliebten Anzügen nicht das volle Leistungsvermögen abrufen zu können. Sicherlich steckt darin viel Wahrheit, aber wie oft hat nicht letztendlich der Kopf/ das gute Gefühl über Sieg und Niederlage entschieden. Aus diesem Grund wäre es zu wünschen, dass der DSV mit der Zeit geht und seinen Athletinnen und Athleten freie Anzugswahl zuspricht. - So könnte man sich auch besser auf das Wesentlich konzentrieren, und das heißt: Schwimmen, was das Zeug hält, und bei Olympia eine entscheidende Rolle im Kampf um die Medaillen mitzuspielen!
Samstag, 12. April 2008
Werder Bremen Nase vorn im Kampf um die Champions League Plätze
Werder Bremen hingegen hat heute eine wahre Meisterleistung vollbracht. In der 1. Halbzeit war es noch eher ein ausgeglichenes Spiel, bei der zwar die Mannschaft von der Weser durch die Tore von Frank Baumann und Boubocar Sanogo 2:0 in Führung ging, aber bei der Schalke immer auf der Höhe des Geschehens war, wie nicht zuletzt Kevin Kurany durch seinen Anschlusstreffer zum 2:1 unter Beweis stellen konnte.
Nach der Halbzeitpause hingegen spielte fast nur eine Mannschaft: Der SV Werder Bremen. Spätestens nach dem 3:1 durch Markus Rosenberg war den Schalkern der Zahn gezogen, und sie agierten nur noch recht passiv. Ivan Klasinic, der in der zweiten Halbzeit für den Torschützen Rosenberg kam, wurde seiner derzeitigen Jokerrolle gerecht und erzielte die Treffer 4 und 5. - Und im ausverkauften Weserstadion hallten die Freudengesänge der Fans weit über das Stadion hinaus...
Da der Hamburger SV vor heimischer Kulisse gegen den abstiegsbedrohten MSV Duisbur schwächelte und 0.1 verlor, rückte Werder durch diesen unerwartet hoch ausgefallenen Sieg auf Platz 2 hinter den enteilten Bayern vor. Die Tabellenspitze dürfte für das Team von Thomas Schaaf unerrreichbar sein, zu dominant scheinen die mit 7 Punkten und am morgigen Sonntag gegen Dortmund spielenden Bayern zu sein, aber ein Champions-League-Platz ist nach diesem Sieg gegen den direkten Konkurrenten Schalke mehr als nur möglich. - Sein wir daher gespannt, was die letzten Spieltage bringen werden.
Sonntag, 6. April 2008
Handball Champions-League: Souveräner Sieg des THW Kiels über FC Barcelona
Dabei musste Noka Serdarusic schon früh auf seinen Top-Mann Nikola Karabtic verzichten. Der Franzose war mit fünf Treffern grandios in die Partie gestartet, zog sich dann jedoch eine leichte Bänderdehung zu und saß zunächst auf der Bank. Vertreten wurde der Franzose vom tschechischen Nationalspieler Filip Jicha. Der Neuzugang vom TBV Lemgo ersetzte Karabatic ansatzlos, Tor um Tor warf der Tscheche, so dass Karabatic geschohnt werden konnte.
Mit einer 5-Tore-Führung gingen die Kieler in die Pause. In der zweiten Halbzeit überrollte der THW die Spanier regelrecht. Mit 13 Toren lag der Titelverteidiger teilweise in Front. Das Publikum in der Sparkassen-Arena tobte - es war die bekannte Hölle ...
41:31 hieß es zum Ende der Partie für den THW Kiel. - Ein überlegender und sicherer Sieg des Titelverteidigers, der auch in dieser Höhe verdient war, die Katalanen hatten in der zweiten Halbzeit doch deutlich nachgelassen, ihnen schien mitunter die Puste auszugehen. Damit gehen die Kieler mit einem dicken Polster in das Rückspiel am kommenden Sonntag beim FC Barcelona. - Es spricht sehr viel dafür, dass der THW wiederum ins Endspiel der Champions-League einziehen wird.
Im zweiten Halbfinale hieß es ebenfalls Deutschland gegen Spanien: Der HSV Hamburg musste auswärts bei Cuidad Real antreten. Die Hanseaten taten sich gegen die Königlichen mitunter sehr schwer. Zur Halbzeit lagen sie 18:14 zurück - ein Rückstand, mit dem der HSV hätte leben können. In der zweiten Halbzeit geriet die Truppe von Trainer Martin Schwalb jedoch immer mehr ins Hintertreffen: Cuidad, der Champions-League-Sieger des Jahres 2006, siegte letztendlich mit 34:27. - Sieben Tore Rückstand sind sicherlich nicht das Traumergebnis der Hamburger, aber auch machbar. Lassen wir uns daher überraschen, wie das Rückspiel am kommenden Sonntag in Hamburg ausgehen wird.
Sonntag, 30. März 2008
THW Kiel gewinnt Final Four: Sieg im DHB-Pokal erster Titel der Saison
So kommt denn dieser Sieg im DHB-Pokal den Kielern gerade recht. Sie haben sich im Halbfinale, der Neuauflage des Vorjahresfinals, mit 24:19 ungefährdet gegen die Rhein-Neckar-Löwen durchgesetzt. Es war ein deutlicher und verdienter Sieg der Zebras gegen die Löwen.
Einiges mehr mussten im zweiten Halbfinale Martin Schwalb's Hamburger gegen die HSG Nordhorn zeigen: Es war ein spannendes, mitreißendes Handballspiel, das der HSV letztendlich 34:32 - das entscheidende 34. Tor fiel erst 2 sec vor Schluss - gewinnen konnte. Mann des Spiels war jedoch der Nordhorner Holger Glandorf, der ein unglaubliches Spiel ablieferte, leider aber nicht mit dem Sieg belohnt wurde.
Im Finale standen sich damit die beiden letzt-verbliebenen deutschen Teams in der EHF-Champions-League, der HSV Hamburg und der THW Kiel, gegenüber:
Der ersten Halbzeit drückten die Hanseaten ihren Stempel auf, mit 18:17 gingen die Hamburger in die Halbzeitpause. Deutlich besser kamen jedoch die Kieler aus der Kabine, und auch Thierry Omeyer war im Kieler Tor nun endlich der gewohnt sichere Rückhalt. Bis auf 5 Tore konnte der Titelverteidiger wegziehen, aber der HSV steckte nicht auf und machte es in der Schlussphase der Partie noch einmal richtig spannend. Bis auf 2 Tore kamen die Hamburger wieder heran - alles schien möglich. Aber Dank zweier Treffer von Kiels Norweger Bjoerge Lund gab der THW die Führung nicht mehr ab und holte zum 5. Mal in der Vereinsgeschichte den DHB-Pokal!
Freitag, 28. März 2008
Janne Ahonen: Abschied vom Skispringen
Der aus Lahti stammende Finne wird dem Skisprungzirkus in Zukunft fehlen! Man vermag es sich kaum vorzustellen, wie Skispringen ohne Ahonen sein wird, zu lange ist er dabei gewesen. Bereits im Jahr 1993 feierte er seinen ersten Weltcupsieg, den ersten von insgesamt 36. Nur sein Landsmann Matti Nykänen und der Pole Adam Malysz konnten häufiger ganz oben auf dem Siegerpodest stehen.
Ahonen's Karriere zeichnet sich durch eine ihresgleichen suchende Konstanz aus: Seit der Saison seines ersten Weltcupsieges, der Saison 1993/1994 war er mindestens immer unter den Top-Ten des Gesamtweltcups, zweimal, 03/04 und 04/05, gewann er den Weltcup - 14 Jahre Weltspitze! Das ist spitze! Der große Schweiger aus dem hohen Norden verdient höchsten, allerhöchsten Respekt!!!
Spätestens mit seinem Gesamtsieg bei der diesjährigen Vierschanzentournee hat er sich seinen Platz im Skisprung-Olymp endgültig gesichert: Nach 1999, 2003, 2005 und 2006 gewann Ahonen in diesem Jahr zum fünften Mal die Vierschanzentournee und ist damit alleiniger Rekordhalter dieser Traditionsveranstaltung!
3 Goldmedaillen gewann er bei Weltmeisterschaften, wobei der Sieg bei den Titelkämpfen 2005 in Oberstdorf von der Großschanze sicherlich als ein Höhepunkt anzusehen ist. Hinzu kommen Titel im Mannschaftswettbewerb - hier war Ahonen über Jahre hinweg eine konstante Größe bei den Finnen.
19 internationale Medaillen gewann er im Lauf seiner Karriere insgesamt.
Lediglich bei Olympia konnte Ahonen nie ganz oben auf dem Podest stehen - eigentlich kaum vorstellbar bei einem Mann wie Ahonen, aber dieser Sieg fehlte bislang in seiner Titelsammlung. Daher war die allgemeine Meinung auch eher die gewesen, dass der Finne an den Olympischen Spielen von Vancouver 2010 wahrscheinlich noch teilnehmen wird, um dieses Ziel auch noch zu erreichen. So kommt denn sein Rücktritt auch ein wenig überraschend.
Als unvollendet ist seine Karriere aber deswegen in keinster Weise anzusehen. Janne Ahonen ist ein bedeutender Sportler, der seinesgleichen sucht. Es wird lange dauern, bis die Lücke, die er hinterlässt, geschlossen sein wird!
Janne Ahonen wird dem Skispringen fehlen, er wird sehr fehlen ...
Montag, 24. März 2008
Schwimm-Europameisterschaften enden mit Rekordfestival
Und auch die deutsche Mannschaft konnte heute nach dem Sieg von Paul Biedermann über die 200m Freistil doch noch ein zweites Mal jubeln: Janne Schäfer triumphierte überlegen in 31.08 Sekunden über die 50m Brust und holte sich die Goldmedaille. Und auch Kerstin Vogel als Vierte im selben Rennen spielte eine positive Rolle bei dieser EM.
Ansonsten fiel das Auftreten der deutschen Mannschaft, die lediglich mit einem Rumpfteam bestehend aus 9 Athleten antrat, eher dürftig aus. Peinlicher Höhepunkt dürfte das heutige Vorlauf-Aus der 4x100m Lagen-Staffel der Herren gewesen sein.
In Deutschland wurde anders als bei anderen Nationen, den kontinentalen Titelkämpfen im Olympia-Jahr keine so große Bedeutung beigemessen. Die meisten der deutschen Top-Schwimmer zogen es vor, bei den Europameisterschaften nicht zu starten, sondern sich ganz auf die Olympischen Spiele in Peking zu konzentrieren. Die Entscheidung, nicht auf zwei Großereignisse in einem Jahr zu setzen, kann einerseits verstanden werden, andererseits ist es schon auffällig, dass viele, nicht alle, der europäischen Top-Schwimmer in Eindhoven am Start waren und sich äußerst stark zeigten, was die große Anzahl an Welt- und Europarekorden unterstrich. Zudem steht der DSV, als größter europäischer Schwimmverband, nicht im besten Licht da, diesen Europameisterschaften nicht die Bedeutung beigemessen zu haben, wie andere Nationen.
Ob die Gleichung der meisten deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer, auf die EM zugunsten von Olympia verzichtet zu haben, aufgeht, wird sich erst in Peking zeigen: Ist die deutsche Mannschaft erfolgreich, wird es heißen: Alles richtig gemacht! Gibt es nur wenig Edelmetall, wird es heißen: Der Verzicht auf Eindhoven hat nichts gebracht, nur schlechtes Image und Erfolglosigkeit. - Warten wir daher ab, was im olympischen Schwimmbecken passieren wird.
Deutlich besser als die Schwimmerinnen und Schwimmer des DSV schlossen die Kunst- und Turmspringer ab: Insgesamt gab es 2x Gold, 4x Silber und 1x Bronze.
Sonntag, 9. März 2008
Maria Riesch gewinnt kleine Kristallkugel in der Super-Kombination
Nach der Abfahrt, dem Part 1 der Super-Kombination von Crans Montana, lag sie noch auf dem vierten Rang, deutlich distanziert von ihrer ärgsten Rivalin, der US-Amerikanerin Lindsey Vonn, die das Abfahrtsrennen deutlich für sich entscheiden konnte. Vonn hatte wieder einmal bewiesen, dass sie derzeit die beste Abfahrerin im Skizirkus ist.
Die Ausgangslage für Maria Riesch vor dem Slalom war klar: Sollte Vonn diese Super-Kombination gewinnen, müsste Riesch Zweite werden. Ein dritter Rang hätte nicht gereicht, sie wäre zwar punktgleich mit der US-Amerikanerin gewesen, hätte aber in der Gesamtwertung aufgrund der geringeren Anzahl an Siegen, den Kürzeren gezogen. - Für Spannung war also gesorgt, als Riesch als viertletzte Läuferin den Slalom in Angriff nahm.
Die Partenkirchenerin machte ihre Sache gut und kam mit Bestzeit ins Ziel. Die Schwedin Anja Pärson verdrängte sie jedoch sofort wieder vom Top-Platz. Den Platz an der Sonne gab Riesch aber dennoch nicht mehr her, da ihre Freundin Lindsey Vonn auf Rang drei zurückfiel und damit Riesch's ersten Gewinn im Gesamtweltcup ermöglichte. Dieser Triumph war der erste Sieg im Disziplinweltcup für den DSV seit sechs Jahren. 2002 triumphierte zuletzt Hilde Gerg im Super-G-Weltcup.
Im Gesamtweltcup verbesserte sich Maria Riesch durch ihren heutigen zweiten Platz auf eben diesen. Sie liegt nun mit 157 Punkten Rückstand auf Lindesy Vonn in Lauerstellung, dürfte aber nur durch einen Patzer der US-Amerikanerin bei den noch ausstehenden vier Rennen eine Chance auf den Sieg im Gesamtweltcup haben. Hinter ihr liegt zudem die Österreicherin Nicole Hosp mit nur 21 Punkten knapp zurück. Für Spannung beim Weltcupfinale im italienischen Bormio ist somit immer noch gesorgt.
Katrin Hitzer mit zweitem Weltcupsieg
Mit nur zwei Schießfehlern war sie heute wiederum unschlagbar und triumphierte vor Magdalena Neuner, der Sprintsieger von diesem Wochenende, und der Russin Swetlana Sleptskova.
Andrea Henkel, Weltcupgesamtsiegerin des vergangenen Jahres, wurde mit fünf Schießfehlern 12.. Sie war damit aber noch acht Plätze besser als die Führende in der Biathlon-Gesamtwertung, die Französin Sandrine Bailly, die mit insgesamt acht Schießfehlern wichtige Punkte in der Weltcupgesamtwertung einbüsste.
Sie konnte zwar ihr Gelbes Trikot verteidigen, jedoch liegt Magdalena Neuner nun punktgleich mit der Französin auf Rang 2. Auch Andrea Henkel auf dem 3. Platz hat mit 14 Punkten Rückstand mehr als nur realistische Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung. Bei noch drei ausstehenden Rennen beim Weltcupfinale am kommenden Wochenende am Holmenkollen in Norwegen ist somit noch alles offen, und für Spannung ist gesorgt.
Bjoerndalen sichert sich Gesamtweltcup, Graf mit bestem Karriereergebnis
Beim heutigen Massenstart genügte Bjoerndalen ein 7. Rang um schon vor dem Saisonabschluss am kommenden Wochenende diesen Sieg perfekt zu machen.
Aber auch die deutschen Biathlon-Herren hatten Grund zur Freude: Mit Daniel Graf als Zweitem gab es den erhofften Podestplatz. Für Graf, der in der letzten Runde Michael Slesingr und Vincent Defranse auflaufen konnte, bedeutete dieser zweite Platz das bester Ergebnis in seiner Karriere und den zweiten Podestplatz in dieser Saison.
Der Sieg ging an den Polen Tomas Sikora, der so seinen vierten Weltcupsieg feiern konnte. Platz 3 ging im Photofinish an den Tschechen Slesingr.
Mit Andreas Birnbacher und Alexander Wolf auf den Plätzen 8 und 10 kamen zwei weitere Deutsche unter die Top-Ten und trösteten so ein wenig über das schwache Auftreten von Michael Rösch und Michael Greis, die am Schießstand patzten und immer wieder in die Strafrunde mussten, hinweg.
Deutsche Damen über die 5000m ohne Medaille
Claudia Pechstein, die diese Strecke über Jahre dominierte, ging auch in diesem Rennen, wie schon über die 3000m, wo sie Fünfte wurde, leer aus: Platz 4 belegte die Berlinerin im Endklassement hinter der alten und neuen Weltmeisterin Martina Sablikowa und den beiden Kanadierinnen Clara Hughes und Kristina Groves. - Erstmals in der Geschichte der Einzelweltmeisterschaften holte die fünffache Olympiasiegerin damit keine Einzelmedaille. Der erhoffte positive Saisonausklang gelang somit nicht wie gewünscht. Bitter für Pechstein, und es bleibt abzuwarten, ob sie ihre überaus erfolgreiche Karriere weiter fortsetzen wird.
Dass Claudia Pechstein nicht ganz ohne Edelmetall in die Heimat reisen muss, liegt am Teamwettbewerb, in dem sie zusammen mit Daniela Anschütz-Thoms und Lucille Opitz Bronze hinter den Holländerinnen und Kanada holte. Angesichts der Tatsache, dass Annie Frisinger auf einen Start verzichtet hatte, um sich ganz auf ihre Einzelrennen konzentrieren zu können, war der dritte Platz sicher das Optimum, das das deutsche Team erreichen konnte. Im letzten Rennen traten die deutschen Damen gegen Japan an, und lagen über weite Strecken sogar hinter den Gastgeberinnen zurück, die aber auf der letzten Runde Federn lassen mussten und noch hinter die Deutschen zurück fielen - Platz 3 war gesichert.
Für Daniela Anschütz-Thoms bedeutete diese Medaille bereits das zweite Edelmetall bei dieser WM. Über die 3000m lief die Erfurterin zu Bronze und ihrer ersten WM-Einzelmedaille überhaupt.
Annie Friesinger Doppelweltmeisterin von Nagano
Bei ihrem letzten Rennen bei diesen Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften ist sie ihrer Favoritenstellung damit gerecht geworden. Sie siegte mit Bahnrekord und 0.64 Sekunden Vorsprung vor der Kanadierin Kristina Groves und Annette Gerritsen aus den Niederlanden.
Mit dieser ihrer nun insgesamt 10. Goldmedaille bei Einzelweltmeisterschaften - eine Goldmedaille im Teamwettbewerb nicht mitgerechnet - ist sie gleichzeitig auch Nummer 1 in der Geschichte der Einzelstreckenweltmeisterschaften, die seit 1996 ausgetragen werden! Sie löste Gunda Niemann-Stirnemann ab.
Für Friesinger hat es sich damit ausgezahlt, dass sie auf den am Vortag ausgetragenen Teamwettbewerb verzichtet hatte. Angesichts der heute ausgetragenen 1000m wollte sie am Vortrag nicht bei der kräftezehrenden Teamverfolgung an den Start gehen. Eine Entscheidung, die man verstehen kann, ist der Inzellerin in der Vergangenheit, wie beispielsweise bei den Olympischen Spielen von Turin, ein Vielstart nicht unbedingt gut bekommen, und dazu führte, dass sie auf ihren eigentlichen Paradestrecken nicht die Leistung abrufen konnte, die man von ihr erwarten durfte.
Schon während der gesamten Saison verzichtete Friesinger auf so manchen Start, wie beispielsweise auf die Mehrkampf-WM, bei der sie sicherlich gute Medaillenchancen gehabt hätte, um sich ganz auf die Sprintdistanzen konzentrieren zu können. - In Nagano ist dieses voll aufgegangen!
Und auch über die 500m triumphierte am Vortag mit Jenny Wolf eine Läuferin der Deutschen Eislaufunion. Wolf siegte mit zweimal Bahnrekord vor der Chinesin Beijing Wang und verteidigte so ihren vor Jahresfrist errungenen Titel.
Die Berlinerin krönte damit ihre bislang erfolgreichste Saison, die ihre Höhepunkte in diesem WM-Sieg, dem Gesamtweltcup über die 500m und in dem Gewinn der Sprintweltmeisterschaft fand.
Dank Friesinger und Wolf lagen damit die Sprintstrecken bei dieser WM ganz in deutscher Hand: 3 x Gold ist die exzellente Ausbeute!
Dienstag, 4. März 2008
Ahonen triumphiert erstmals in Kuopio
Auf der von ihm ungeliebten Schanze ließ der Mann aus Lahti der Konkurrenz keine Chance und dominierte beide Durchgänge. Er sicherte sich den Sieg vor zwei Norwegern, vor Anders Bardal und Tom Hilde. Sicherlich Seltenheitswert in dieser Saison hat die Tatsache, dass mit Gregor Schlierenzauer als Viertem kein Österreicher auf dem Podest steht, da auch Gesamtweltcupsieger Thomas Morgenstern über den 8. Platz nicht hinaus kam. Sechster und damit einen Platz schlechter als der Sieger des Vortages, Janne Happonen, wurde Martin Schmitt. Der Furtwängler lag nach dem ersten Durchgang sogar noch aus dem dritten Rang, aber auch der sechste Platz ist bemerkenswert. Es ist Martin Schmitt zu wünschen, dass er endlich wieder den Anschluss an die Weltspitze findet.
Denn ohne einen Martin Schmitt sieht es trotz des dritten Rangs in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee durch Michael Neumayer eher düster aus. Licht und Schatten liegen zu nah beieinander, zu selten gelingen wirklich zwei gute Durchgänge. So lag Michael Neumayer nach dem ersten Durchgang noch auf Rang 6, stürzte aber aufgrund eines schwachen 2. Sprungs auf Platz 17 ab.
Es erreichten zwar mit Georg Späth, Jörg Ritzerfeld und Michael Uhrmann drei weitere Deutsche den 2. Durchgang, was grundsätzlich schon positiv zu bewerten ist, aber sie fanden sich allesamt leider auf dem letzten Tableau wieder: Die Plätze 27 bis 29 standen am Ende zu Buche.
So sieht es immer noch nicht allzu rosig aus im deutschen Skisprunglager. Und auch um die Person des Noch-Bundestrainers Peter Rohwein ranken sich inzwischen mehr als nur Gerüchte. Es scheint klar, dass es nach dieser Saison eine Zäsur geben wird, ein Neuanfang soll gemacht werden, mit einem neuen Bundestrainer. Momentan spricht vieles für den derzeit noch bei den Kombinierern in Lohn und Brot stehenden Andreas Bauer. Ob der ehemalige Sieger des Neujahrsspringens aber tatsächlich den Job des Bundestrainers übernehmen wird, bleibt zunächst abzuwarten.
Sonntag, 24. Februar 2008
Jenny Wolf weiter auf Erfolgskurs
Es ist die bislang erfolgreichste Saison der Berlinerin: Zum dritten Mal in Folge sicherte sie sich den Gesamtweltcup über die 500m, und erstmals wurde sie vor fünf Wochen an gleicher Stätte Sprintweltmeisterin. Letzteren Erfolg hatte man Jenny Wolf nicht unbedingt zugetraut, war doch Annie Friesinger die eigentliche Favoritin.
Das Sahnehäubchen beschehrte sich Wolf dann heute noch selbst mit dem Tages- und Weltcup-Gesamtsieg über die nicht-olympischen 100m.
Aber Jenny Wolf weiß, welcher Titel ihr in ihrer Sammlung noch fehlt: Der WM-Sieg über die 500m. Das Unternehmen WM-Gold wird Wolf in 2 Wochen bei den Einzelstreckenweltmeisterschaften in Nagano angehen. Vieles spricht für die Berlinerin, aber ein Selbstläufer werden die 2 Läufe sicher nicht, nicht zuletzt weil ihre stärkste Rivalin, die Chinesin Beixing Wang, die sich während der Saison bislang sehr rar gemacht hat, in Nagano wieder mit von der Partie sein wird.
Sein wir daher gespannt, wie die Rennen im fernen Nagano ausgehen werden.
Mit Annie Friesinger wird über die 1000m eine zweite deutsche Favoritin an den Start gehen. Und auch Claudia Pechstein hat eine WM-Medaille fest im Visier.
Österreich dominiert Skiflug-WM
Hinter den Finnen holten sich die Norweger Bronze. Lange Zeit haben sie sich einen spannenden Kampf mit den Finnen geliefert, aber auf der Zielgerade dann doch deutlich das Nachsehen gehabt. Möglich, dass der enttäuschende vierte Rang von dem zur Halbzeit im Einzelwettbewerb führenden Bjoern Einar Romoeren, die ganze Mannschaft im entscheidenden Moment etwas gelähmt hat.
Vierte wurde das deutsche Team, das damit die angestrebte Platzierung erreicht hat. Zu groß sollte die Freude jedoch nicht sein, haben sie doch auch von Patzern der direkten Konkurrenz profitiert. Jedoch darf auch das heutige Auftreten von Martin Schmitt, der im zweiten Durchgang nochmals über die magische 200m-Grenze flog, als Lichtblick gewertet werden. Auch der zweite Durchgang von Michael Uhrmann war annehmbar, nur leider gelingt es dem Rastbücheler in dieser Saison zu selten, zwei derartige Sprünge zu erbringen.
Die Trainerdiskussion im deutschen Team dürfte in jeden Fall durch die Leistungen bei der Heim-WM wieder entfacht worden sein. Man mag sich fast wünschen, dass diesem Thema nun endlich ein Ende gesetzt wird, wird doch nun schon seit mehr als einem Jahr darüber diskutiert, ob Rohwein noch der richtige Mann auf dem richtigen Posten ist. Man wird dieses Themas langsam müde. Es mag sein, dass momentan nicht so recht ein Nachfolger in Sicht ist. Aber eigentlich müsste der Posten des deutschen Skisprungbundestrainers ein heiß begehrter sein, der DSV sollte daher auch ruhig wagen, einen ausländischen Trainer zu verpflichten. Andere Nationen machen es vor, wie es geht. Ist denn nicht schließlich mit Mika Konjonkoski seit Jahren ein Finne im Mutterland des Skispringens, in Norwegen, sehr erfolgreich Hauptverantwortlicher?!
Andre Lange Doppelweltmeister in Altenberg
Zu der WM-Bahn in Altenberg hat Lange eine ganz besondere Beziehung: Hier, in der als schwierigsten Eisrinne der Welt geltenden Bahn, hat er im Jahr 2000 seinen ersten Weltmeistertitel im Vierer gewonnen. Nun ist ihm, der schlecht in die Saison gestartet war und eigentlich erst nach dem Wechsel seines Bobs so richtig in Tritt kam, der erneute Titelgewinn in Altenberg gelungen.
Nach dem Sieg im 2er Bob vor Wochenfrist sind dieses fürwahr André-Lange-Festspiele in Sachsen!
Der Thüringer war bereits mit einem Vorsprung von über 1.5 sec auf den Zweiten, den Russen Alexander Subkov, in den finalen vierten Lauf gestartet, so dass klar war, dass ihm Gold eigentlich nicht mehr zu nehmen ist. Denn dass Lange stürzen würde, konnte sich kaum jemand vorstellen, zu sicher und souverän waren seine ersten drei Läufe.
Aber hinter Lange wurde hart um die noch verbliebenen zwei Medaillenplätze gekämpft. - Und mit dabei zwei weitere Deutsche; Thomas Florschütz und Matthias Höpfner.
Als erster musste Florschütz, der nach Lauf 3 zeitgleich mit dem Schweizer Ivo Rüegg auf Platz 4 lag, in die Eisrinne. Der WM-Debütant machte seine Sache gut, legte einen guten Lauf hin und war zunächst Erster. Und da dem Titelverteidiger aus der Schweiz keine fehlerfreie Fahrt gelang, blieb er auch zunächst auf der Pole-Position. Ivo Rüegg beendetet diese WM als Fünfter, wie bereits im 2er Bob, enttäuschend für den Schweizer.
Dann kam Matthias Höpfner, der schneller war als Florschütz und sich mit Bob Deutschland III die so sehr ersehnte Medaille, seine erste bei einer WM, sicherte. Im 2er Bob war er noch unglücklich im letzten Lauf vom dritten auf den vierten Rang zurückgefallen, im 4er machte er es besser.
Vor Wochenfrist hatte ihn der Russe Alexander Subkov vom Bronze-Rang verdrängt, und auch an diesem Wochenende lag der Russe im Endklassement vor Höpfner: Er wurde Zweiter. -
Alle überstrahlte aber Andre Lange!
Samstag, 23. Februar 2008
Weltrekordhalter zur Halbzeit der Skiflug-WM in Front
Hinter dem Norweger liegen jedoch mit Gregor Schlierenzauer, Martin Koch und Thomas Morgenstern gleich drei Österreicher in Lauerstellung. Zwischen dem Ersten Romoeren und dem Dritten Koch liegen lediglich 2.8 Punkte. - Ein Abstand, der Romoeren in Anbetracht der noch zwei ausstehenden Sprünge sicherlich nicht in Sicherheit wiegen lässt. Zu beachten ebenfalls, dass Martin Koch in der Summe der beiden bereits absolvierten Sprünge deutlich weiter sprang als der führende Norweger, jedoch konnte er nach seinen Sprüngen z.T. jenseits der 220m nicht im Telemark landen, was Punktabzug im Vergleich zu Romoeren und seinen Landsmännern bedeutete.
In Lauerstellung liegen Adam Malysz als Fünfter und Janne Ahonen als Siebter. Beiden fehlt noch der Titel des Skiflugweltmeisters in ihrer beeindruckenden Sammlung, jedoch scheint es eher unwahrscheinlich, dass die beiden noch nach ganz vorne springen können, zu dominant und sicher wirken die Führenden. Eine Medaille allerdings scheint durchaus noch im Bereich des Möglichen zu liegen.
Die Springer des DSV steuern im Vergleich zur Skiflugelite auf ihre schlechteste Bilanz bei Skiflugweltmeisterschaften hin. Martin Schmitt, als bester Deutscher auf Rang 12, ist noch der Lichtblick: Zweimal flog der Tannheimer über die magische 200m-Marke und freute sich darüber, endlich einmal wieder das gewisse Gefühl für weite Flüge in sich zu spüren. Ein Platz unter den Top-Ten ist aber trotzdem eher schwer zu erreichen.
Die drei übrigen im Wettbewerb befindlichen Deutschen, Michael Uhrmann, Michael Neumayer und Georg Späth liegen mit den Plätzen 19, 22, und 29 deutlich hinter den Erwartungen zurück. - Die Initialzündung für das deutsche Skispringen, die man sich von der Heim-WM in Oberstdorf erhofft hat, sieht anders aus ...
Sonntag, 17. Februar 2008
Andre Lange mit WM-Sieg im 2er Bob
Bis zum dritten Lauf sah es sogar nach einem Dreifach-Triumph der deutschen Mannschaft aus, jedoch musste Matthias Höpfner noch den Russen Alexander Subkow an sich vorbei ziehen lassen.
Für Andre Lange ist dieser Triumph von Altenberg bereits der dritte WM-Titel im 2er Bob und der siebte insgesamt. Damit zog er in der ewigen Bestenliste mit Christoph Langen gleich.
Bereits am Vortag hatte Sandra Kiriasis als erste Bobpilotin den Titel-Hattrick geschafft und Gold vor Cathleen Martini und Claudia Schramm geholt. Die deutschen Damen haben damit bereits den zweiten Dreifach-Triumph nach 2003 geholt.
Die Bob- und Skeletton-Weltmeisterschaften in Altenberg haben somit aus deutscher Sicht äußerst erfolgreich begonnen: 5 der 6 möglichen Medaillen gingen an deutsche Bobpiloten bzw. -pilotinnen - so kann es weiter gehen!
Damen-Staffel verteidigt Titel
Die beiden ersten Läuferinnen, Martina Glagow und Andrea Henkel, hatten ihre Aufgabe perfekt gelöst und alle 10 Scheiben jeweils abgeräumt. Andrea Henkel übergab mit ca. 50sec Vorsprung auf die Massenstart-Weltmeisterin des Vortages, Magdalena Neuner. Zu diesem Zeitpunkt lag der große Rivale, die russische Staffel, bereits abgeschlagen zurück. Die zweite Starterin Albina Ahatova musste aufgrund eines Defekts an ihrer Waffe auf das Ersatzgewehr wechseln und verlor dabei deutlich an Boden.
Magdalena Neuner, Deutschland's dritte Starterin, legte in der Loipe wieder richtig los und konnte so immer wieder Zeit auf ihre direkten Verfolgerinnen, die Ukrainerinnen und Sloweninnen, gut machen. Am Schießstand lief für die nun sechsfache Weltmeisterin aus Wallgau nicht alles nach Wunsch: 2 Fehler im Liegendanschlag und gar eine Strafrunde im ungeliebten Stehendschießen sind nicht das Gelbe vom Ei, jedoch konnte sie aufgrund ihrer Laufleistung Schlussläuferin Kati Wilhelm mit knapp 1 Minute Vorsprung in die Loipe schicken.
Kati Wilhelm, Deutschland's routinierte Schlussläuferin, war in der Loipe, wie während der gesamten WM, wieder sehr gut unterwegs, musste aber sowohl beim Liegend- als auch beim Stehendanschlag zweimal nachladen. Dadurch kam die Ukraine, vertreten durch die bereits zweifach Bronze-dekorierte und heute grandios schnell und sicher schießende Oksana Khvostenko, noch einmal auf knapp 13sec an die deutsche Staffel heran. Aber Wilhelm legte eine schnelle letzte Runde in den Schnee von Östersund und lief so der sicheren Goldmedaille entgegen! - Deutschland hat damit seinen Titel erfolgreich verteidigt und die fünfte und wichtigste Staffel der laufenden Saison gewonnen.
Hinter der Silber-dekorierten urkainischen Staffel gab es einen erbitterten Kampf um Bronze: Plötzlich waren die Russinnen wieder da. Ekaterina Iourieva verließ nach dem Stehendanschlag den Schießstand als Vierte, lief aber schon kurz danach an der noch vor ihr liegenden Weissrussin vorbei. Mit knapp 16sec Rückstand auf Iourieva verließ Frankreich's Sandrine Bailly den Schießstand, und sie schaffte das Unglaubliche! Sie holte nicht nur den Rückstand auf Iourieva, die bekanntermaßen ebenfalls eine erstklassige Läuferin ist, auf, sondern zog sogar in einem beherzten Schlussspurt an der Russin vorbei und sicherte Frankreich trotz insgesamt zweier Strafrunden und 13 Nachladern für die Mannschaft sensationell die Bronzemedaille.
Svendsen zum Zweiten: Gold im Massenstart
Auf der Zielgeraden des Massenstart-Rennens sah es beinahe schon nach einer Wachablösung aus: Svendsen und Bjoerndalen waren nach dem letzten Schießen allein unterwegs und belauerten sich regelrecht. Bjoerndalen versuchte ähnlich wie Magdalena Neuner gestern ein paar 100m vor dem Ziel die Entscheidung zu suchen, aber Svendsen blieb dran. Auf der Zielgeraden zog der neue Massenstart-Weltmeister dann in beeindruckender Weise an dem erfolgreichsten Biathleten vorbei - er ist verdienter Sieger!
Bronze ging an den Russen Maxim Tschudov, der in der Loipe wieder einmal exzellent unterwegs war, aber mit drei Strafrunden zweimal mehr daneben schoss als die beiden vor ihm platzierten Norweger und so kaum Chancen hatte, noch weiter nach vorne zu laufen.
Das Massenstart-Rennen spiegelte den Verlauf der Weltmeisterschaften wieder: Unter den ersten sechs lagen drei Norweger und drei Russen.
Als bester Deutscher kam Michael Greis nur auf dem 13. Platz ein. Der Titelverteidiger hatte sich bereits nach den ersten beiden Liegendanschlägen mit je 2 Fehlern aus dem Rennen geschossen. Dass Greis jedoch nicht aufsteckte, sondern weiterkämpfte und von dem zwischenzeitlichen 29. Platz mit zwei fehlerfreien Stehendschießen noch fast einen Top-Ten-Platz erreichte, spricht für seinen Einsatz und Willen.
Nichtsdestotrotz bleibt unter dem Strich trotz der einen Bronzemedaille durch Alexander Wolf in der Verfolgung eine eher ernüchternde Bilanz in den Einzelwettbewerben. Läuferisch waren die deutschen Herren nicht schlecht unterwegs und konnten durchaus mit der Weltspitze mithalten, aber am Schießstand unterliefen leider zu viele Fehler. So auch heute: Alexander Wolf wurde mit drei Schießfehlern 14., Andreas Birnbacher schoss viermal daneben und kam zwei Plätze hinter Wolf ein, einen Platz vor Daniel Graf mit drei Strafrunden. Michael Rösch schoss gar 6 Fahrkarten und lief resigniert als 28. über die Ziellinie.
Samstag, 16. Februar 2008
Neuner Weltmeisterin im Massenstart
Ihren Titel verdankte Neuner dabei einmal mehr in erster Linie ihrer grandiosen läuferischen Verfassung. Selbst 4 Starfrunden, die sie sich allesamt beim Stehendanschlag einhandelte, konnte sie in der Loipe kompensieren und lief als erste über die Ziellinie.
Silber hinter der nun fünffachen Weltmeisterin aus Wallgau wurde die Norwegerin Tora Berger, die um nur 3 sec an Gold verpasste. Die beiden Biathletinnen lieferten sich eine packende Schlussrunde, bei der mal Neuner, mal Berger in Front lag. Erst kurz vor dem Ziel konnte sich Neuner um die entscheidenden Meter absetzen.
Bronze ging an die Einzel-Weltmeisterin Ekaterina Iourieva aus Russland.
Martina Glagow wurde als zweitbeste Deutsche mit insgesamt drei Strafrunden Sechste, Kati Wilhelm Achte.
Doppelweltmeisterin Andrea Henkel schoß auch heute, wie schon am Donnerstag bei der Einzelentscheidung für ihre Verhältnisse extrem schlecht und wurde mit sage und schreibe acht Strafrunden lediglich 22., vier Plätze vor Sabrina Buchholz.
Östersund: Greis rettet Staffel-Bronze
Dabei sah es zeitweise nicht danach aus, dass das Herren-Quartett Edelmetall würde mit nach Hause bringen können. Michael Rösch, der Startläufer, lag nach dem zweiten Schießen nach einer Starfrunde gar nur auf dem 10. Rang. - Es lief auch heute leider nicht viel am Schießstand für die deutsche Mannschaft zusammen: Insgesamt 14 Nachlader und zwei Strafrunden waren fast zuviel, um noch das begehrte Edelmetall gewinnen zu können.
Aber durch exzellente Laufform wurde so mancher Patzer am Schießstand ausgeglichen. Vor allem Alexander Wolf, der zweite Starter, brillierte einmal mehr in der Loipe und stürmte mit nur einem Nachlader vom 9. auf den 2. Rang nach vorne. Russland wechselte nur wenige Sekunden vor der deutschen Staffel.
Andreas Birnbacher fiel jedoch einen Platz zurück, nicht zuletzt durch seine Strafrunde, die er sich ebenfalls beim Stehendanschlag einhandelte. So war beim Wechsel auf Schlussläufer Michael Greis klar, dass bei einigermaßem normalem Rennverlauf Gold und Silber weg waren: Russland mit Sprintweltmeister Maxim Tschudov nahm mit knapp einer Minute Vorsprung auf Norwegen seinen Lauf auf und war auch von Verfolgungsweltmeister Ole Einar Bjoerndalen nicht mehr einzuholen.
Michael Greis lieferte sich hingegen ein packendes Duell mit Österreichs Christoph Sumann. Nach dem letzten Schießen, bei dem Greis 2 Nachlader brauchte, fiel Greis sogar auf den vierten Rang zurück, 6.3sec hinter dem Österreicher. Aber Greis gab nicht auf, kämpfte sich heran und zog an Sumann vorbei. Es wurde zum Ziel hin zwar noch einmal sehr knapp, aber Bronze war gerettet!
Donnerstag, 14. Februar 2008
Einzelrennen in Östersund: Glagow kam durch - Silber für die Mittenwalderin
Zunächst mussten die Damen an den Start. Bundestrainer Uwe Müssiggang schickte das medaillenverdächtige Quartett Andrea Henkel, Martina Glagow, Kati Wilhelm und Simone Denkinger ins Rennen.
Andrea Henkel schien nach ihren beiden WM-Titeln im Sprint und in der Verfolgung auf einer Erfolgswelle zu schweben. Aber heute klappte wider Erwarten am Schießstand nicht viel. Insgesamt 6 Schießfehler waren zu viel für die Großbreitenbacherin. Trotz wiederum überagender Laufform kam sie über Platz 22 nicht hinaus.
Und auch bei Kati Wilhelm, für die die WM bislang noch nicht zu ihrer Zufriedenheit läuft, lief nicht viel zusammen am Schießstand: Auch sie schoss sechsmal daneben - 6 Strafminuten waren auch für die Sprintolympiasiegerin zuviel. Sie kam auf dem für sie enttäuschendem 33. Platz ein.
Aber es gab ja noch eine Martina Glagow! Die Mittenwalderin, die während der Saison krankheitsbedingt ausfiel, nachdem sie zu Beginn erfolgreich ins Gelbe Trikot geschlüpft war, kam vor der WM immer besser in Form. Läuferisch ist sie sicher noch nicht bei 100%, aber bekanntermaßen wird das Einzelrennen am Schießstand entschieden: Hier erwies sich Glagow dann wieder einmal als Meisterin ihres Fachs. Lediglich der erste der 20 Schüsse traf nicht ins Schwarze. Mit nur einer Strafminute und ansprechenderLaufform erlief sie sich die Silber-Medaille!
Gold ging an die Russin Ekaterina Iourieva, die exzellent lief und noch besser schoss. Sie leistete sich keinen einzigen Fehler und ist verdient neue 15km-Weltmeisterin geworden und hat damit die Titelverteidigerin Linda Grubben, die bekanntlich ihre Karriere inzwischen beendet hat, beerbt,
Bronze ging an die Ukrainerin Oksana Khvostenko.
Das Einzelrennen der Herren war geprägt durch die norwegischen Biatheten, die geschlossen in der 4. Startgruppe ins Rennen gingen. Der große Favorit Ole-Einar Bjoerndalen nahm gar als letzter der 112 Starter die 20km in Angriff.
Zunächst gingen aber die vier deutschen Biathleten, Daniel Graf, Michael Rösch, Michael Greis und Alexander Wolf, ins Rennen. Leider liefen diese 20km nicht nach ihrem Wunsch. Daniel Graf schoss bereits beim ersten Schießen dreimal daneben, blieb danach zwar zweimal fehlerfrei, aber mit insgesamt vier Strafminuten kam er über Rang 33 nicht hinaus.
Michael Greis und Alexander Wolf blieben im Gegensatz zu Graf zwar beim ersten Liegendanschlag fehlerfrei, schossen aber beim ersten Stehendschießen zweimal daneben und waren somit schon früh unter Zugzwang und quasi chancenlos, was die Medaillenvergabe anging. Michael Greis leistete sich in der Folge noch 3 weitere Schießfehler und wurde enttäuschender 36. - Ein rabenschwarzer Tag für den dreifachen Olympasieger.
Alexander Wolf, der wie schon bei seinem bronzenen Verfolger exzellent in der Loipe unterwegs war, schoss leider noch zweimal daneben und kam als bester Deutscher lediglich auf dem 19. Platz ein.
Michael Rösch, der zum Auftakt der WM im Sprint sehr guter Fünfer geworden war, lag lange sehr aussichtsreich im Rennen um die Medaillen: Fehlerfrei bei den ersten beiden Schießen war er zunächst ganz vorne mit dabei. Auch der eine Fehler beim zweiten Liegenschießen wäre noch okay gewesen, derer drei beim letzten Schießen aber leider zu viel: Er wurde letztendlich 25..
Nachdem vor allem die Russen um den fehlerfrei gebliebenen Maxim Maximow, den Sprint-Weltmeister Maxim Tschodov und den von Alexander Wolf im Jagdrennen kurz vor dem Ziel auf den 4. Platz verdrängten Dimitri Yaroshenko sowie von dem Franzosen Simon Fourcarde bestimmt wurde, rollten die Norweger das Feld von hinten auf:
Halvard Hanevold, Emil Hegle Svendson und vor allem Ole Einar Bjoerndalen waren ganz heiße Medaillen-Kandidaten. Aber es waren nicht die Arrivierten Hanevold und Bjoerndalen, die nach ganz vorne stürmten, sondern der erst 22jährige Emil Hegle Svendsen. Svendsen leistete sich lediglich beim ersten Stehendanschlag einen Schießfehler und war heute nicht zu schlagen: Gold für den Norweger.
Ole Einar Bjoerndalen gab in der Loipe zwar alles, aber kam aufgrund seiner zwei Strafminuten nicht an seinem Landsmann vorbei, errang aber Silber.
Bronze ging an den Russen Maxim Maximow. Der ebenfalls in prächtiger Form befindliche Franzose Simon Fourcarde ging mt einem Schießfehler leider ebenso wie Maxim Tschudov, der nur beim ersten Schießen drei Scheiben verfehlte und heute schnellster in der Loipe war, knapp leer aus.
Sonntag, 10. Februar 2008
Debakel bei der Eisschnelllauf-Mehrkampf-WM in Berlin
Claudia Pechstein und auch Daniela Anschütz-Thoms waren mit großen Ambitionen an den Start der Heim-WM gegangen. Vor allem für die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein hieß das Ziel ganz eindeutig, eine Medaille in ihrer Heimatstadt zu erringen.
Aber schon zur Halbzeit lagen die beiden Deutschen abgeschlagen auf den Rängen 8 und 9. Und auch heute konnte über die 1500m und 5000m kaum Schadensbegrenzung erreicht werden. Rang 9 über die 1500m und nur die sechs-beste Zeit über ihre eigentliche Paradestrecke, die 5000m, brachten Pechstein am Ende Platz 7 ein. - Enttäuschend für die Berlinerin.
Und auch Daniela Anschütz-Thoms kann mit Rang 6 nicht wirklich zufrieden sein. Einzig Katrin Mattscherodt kann sich über Platz 10 bei ihrer ersten Mehrkampf-WM zurecht freuen.
Neue Mehrkampfweltmeisterin wurde die EM-Zweite Paulien van Deutekom, die bereits nach dem ersten Tag ein wenig überraschend in Front lag. Die Holländerin konnte ihre Landsfrau und Titelverteidigerin Ireen Wüst auf den zweiten Rang verweisen. Dritte wurde die Kanadierin Kristina Groves. Martina Sablikowa, ebenfalls mit Medaillen-Ambitionen an den Start gegangen, wurde hinter Christine Nesbitt Fünfte. Die deutschen Eisschnelläuferinnen blieben aber erstmals seit 28 Jahren ohne Medaille bei einer Mehrkampf-WM.
Es scheint, dass sich im Eisschnellaufen ein Generationenwechsel vollzogen hat. Junge Läuferinnen Anfang 20, wie Wüst, van Deutekom oder Sablikowa, geben den Ton an, die über Jahre hinweg domierenden deutschen Läuferinnen können hingegen nicht mehr mithalten. Zumindest für Claudia Pechstein scheint dieses zuzutreffen. Annie Friesinger, die in dieser Saison ihren Schwerpunkt auf den Sprintdistanzen gelegt hat, mischt noch deutlich in der Weltspitze mit. Aber es erscheint schon sehr fraglich, ob Claudia Pechstein die angestrebte WM-Medaile in diesem Jahr noch erreichen kann. Noch hat sie bei den Einzelstrecken Weltmeisterschaften in Nagano die Möglichkeit, muss sich aber dort um einiges steigern. Zu wünschen wäre es der Berlinerin, man mag es sich nämlich nicht gerne vorstellen, dass sie ihre Karriere tatsächlich am Ende der Saison beenden wird, wie es durchklang, falls es nicht mit einer WM-Medaille kappt.
Andrea Henkel zum Zweiten: Gold in der Verfolgung
Als Gejagte ging die nun 5-fache Weltmeisterin in die Loipe, aber sie schien keine Nerven zu zeigen: 4 mal blieb die 30jährige fehlerfrei am Schießstand - besser kann man es nicht machen! Auch läuferisch stimmte heute wieder alles, so dass sie sich auch der geballten russische Power erfolgreich erwehren konnte: Neben der gestrigen Dritten, Albina Akhatova, war auch Ekaterina Iourieva durch fehlerfreies Schießen weit nach vorne gelaufen - aber es reichte für beide nicht bis nach ganz an die Spitze: Silber für Iourieva und Akhatova mit Bronze.
Andrea Henkel machte es mit diesem Doppelerfolg damit Uschi Disl und Magdalena Neuner gleich, die bei den vergangenen Weltmeisterschaften nach dem Sprint auch die Verfolgung gewinnen konnten. - Eine schöne Serie, die gerne so weiter gehen kann.
Magdalena Neuner, die 21jährige Titelverteidigerin, konnte von Platz 17 im Sprint heute auf den sechsten Rang nach vorne stürmen. Sie dürfte sich sicherlich nicht nur über diese Platzierung gefreut haben, sondern vor allem auch über ihr fehlerfreies drittes Schießen. Nach den 4 Fehlern im Stehendanschlag beim Sprintrennen dürfte ihr diese Schießeinlage Sicherheit gegeben haben. Insgesamt musste die Wallgauerin heute vier Mal in die Strafrunde.
Einen Rang hinter Neuner kam die ehemalige Verfolgungsweltmeisterin Martina Glagow im Ziel ein. Als 14. ins Rennen gegangen, traf sie nur einmal nicht ins Schwarze. Katrin Hitzer als 9. sowie Kati Wilhelm als 13. komplettierten die gute mannschaftliche Leistung der deutschen Biathletinnen.
Über allem erstrahlt aber der Doppelerfolg von Andrea Henkel!
Gold an Bjoerndalen, Wolf läuft auf Platz 3 vor
Der Norweger, als Sprint-Dritter hinter dem Russen Maxim Tchudov und seinem Landsmann Halvard Hanevold in die Loipe gegangen, lag schon bald vor dem Rest des Feldes. Auch zwei Schießfehler hinderten ihn nicht daran, im Ziel seinen insgesamt 10. Weltmeistertitel und seinen ersten in Östersund bejubeln zu dürfen.
Zweiter wurde der Sprintsieger des Vortages, Maxim Tchudov, der in der Loipe sogar noch schneller unterwegs war als Bjoerndalen, der aber aufgrund von vier Schießfehlern seine Chance auf Gold verspielt hatte.
Sensationeller Dritter wurde Alexander Wolf, der damit seine erste WM-Medaile überhaupt und die erste für die deutschen Biathlon-Herren in Östersund gewinnen konnte.
Von Startplatz 19 lief er Position um Position nach vorne und musste nur einmal in die Strafrunde. Beim letzten Schießen blieb er fehlerfrei, anders als der bis dahin auf Platz 3 liegende Hanevold, der 150 Exrameter laufen musste.
Aber durch den Fehlschuss Hanevold's war die große Chance für den Thüringer gekommen: Auf der Schlussrunde lieferte er sich einen harten Kampf mit dem Russen Dimitri Jaroschenko, dem er kurz vor dem Ziel jedoch entscheidende Meter abnehmen und seine Freude über die Bronzemedaille so herausjubeln konnte.
Wolf, der gestern noch ein wenig enttäuscht war ob seines Sturzpechs, das ihn jedweder Möglichkeit weiter vorne zu landen beraubt hatte, hat sich heute endlich den Traum einer WM-Medaille erfüllt!
Michael Rösch, Fünfter des Vortages, kam als zweitbester Deutscher auf Rang 7. Für die beiden weiteren deutschen Vertreter lief es hingegen nicht ganz so gut, beide landeten deutlich weiter hinten im Starterfeld, als wie noch bei der Sprintentscheidung: Daniel Graf wurde 19., Andreas Birnbacher landete auf Platz 21.
Samstag, 9. Februar 2008
Eisschnelllauf-Mehrkampf WM in Berlin: Deutekom zur Halbzeit in Führung
In ihrer Heimatstadt eine Medaille zu gewinnen, war und ist ihr ganz großes Ziel. Leider ist die inzwischen in Norwegen trainierende Pechstein davon momentan sehr weit entfernt. Zur Halbzeit liegt sie lediglich auf Rang 9, einen Rang hinter Daniela Anschütz-Thoms.
Es lief für die beiden Deutschen gar nicht gut auf den ersten beiden Strecken. Über die Ränge 8 und 9 über 500m und 3000m kamen Anschütz-Thoms und Pechstein nicht hinaus.
Claudia Pechstein musste dabei über die zweite Strecke des Tages, die 3000m, direkt gegen die Mitfavoritin Martina Sablikowa antreten. Schon bald musste die fünfache Olympiasiegerin festellen, dass sie Sablikowa nicht halten kann, Ernüchterung machte sich breit: Claudia Pechstein verlor mehr als 5 Sekunden auf die Tschechin. Nur die 9. schnellste Zeit stand für die Berlinerin zu Buche. - Man kann schon von einem Debakel der ehemaligen Olympiasiegerin über diese Strecke sprechen.
Beide Deutsche liegen damit bei Halbzeit fast aussichtslos im Rennen um die ersehnte Medaille bei der Heim-WM.
Vorne geben andere Läuferinnen den Ton an: Top-Favoritin und Titelverteidigerin Ireen Wüst ist derzeit Gesamtdritte hinter der Kanadierin Christine Nesbitt, die die 500m für sich entscheiden konnte.
Auf dem ersten Platz liegt derzeit ein wenig Überraschend Wüst's Landsfrau Pauline van Deutekom. Deutekom, die bei der Mehrkampf-EM bereits ein wenig überraschend in die Medaillenränge vordringen konnte, lief vor allem über die 3000m erstaunlich stark und konnte das gesamte Starterfeld hinter sich lassen.
Das derzeitige Klassement gleicht einem Generationenwechsel. Wüst, Deutekom, Sablikowa - allesamt junge Läuferinnen, die die Zukunft noch vor sich haben, aber bereits die Gegenwart bestimmen.
Daneben Claudia Pechstein, die über Jahre hinweg die Weltelite über die Langstrecken verkörpert hat, aber seit geraumer Zeit nicht mehr so recht in Schwung zu kommen scheint. 5.5 Sekunden umgerechnet auf die nächste Strecke, die 1500m, liegt Pechstein bereits hinter der Spitze - ein fast aussichtsloses Unterfangen, doch noch das ersehnte Edelmetall zu gewinnen.
Sprint der Herren: Tchudov vor zwei Norwegern
Nach dem goldigen Einstand der deutschen Biathletinnen lief es bei den deutschen Herren heute nicht ganz so gut. Achtbar haben aber auch sie sich geschlagen.
Michael Rösch wurde mit einem Schießfehler und 43.5 sek Rückstand auf den späteren Sieger mit Platz 5 bester Deutscher, ein Ergebnis mit dem er im Vorfeld so gar nicht rechnen konnte, da er für den Sprint eigentlich nicht vorgesehen war. Michael Greis, Weltcupgesamtsieger der vergangenen Saison, hat das Rennen krankheitsbedingt erst heute abgesagt und Michael Rösch den Einsatz so erst ermöglicht.
Mit Daniel Graf auf Platz 7 und Andreas Birnbacher als Achtem kamen zwei weitere Deutsche unter die Top-Ten - eine gute Ausgangssituation für den morgigen Verfolger.
Das Podest war heute aber leider für die deutschen Biathleten nicht zu erreichen. Lange sah es so aus, dass der Norweger Halvard Hannevold würde triumphieren können. Er war fehlerfrei geblieben und hatte durch eine erstklassige Schlussrunde seinen Landsmann Ole-Einar Bjoerndalen, der nach dem Stehendanschlag zweimal in die Strafrunde musste,
um 10 sek hinter sich lassen können.
Die Geduld der beiden Norweger, ob es zum norwegischen Doppelsieg würde reichen können, wurde jedoch auf eine längere Probe gestellt, womit sie aber angesichts ihrer jahrelangen Erfahrung keine Probleme gehabt haben dürften.
Zum Ende des Rennens ging der Russe Maxim Tchudov in die Loipe. Fehlerfrei beim Liegend- sowie beim Stehendschießen stellte er mehr als eine ernste Bedrohung für den bis dahin in Front liegenden Hannevold dar. Knappe 20 Sekunden lag der junge Russe im Ziel schließlich vor den beiden Norwegern und ist damit neuer Sprintweltmeister.
Weltmeistertitel für Andrea Henkel
Die Weltcupgesamtsiegerin des vergangenen Jahres blieb bei beiden Schießeinlagen fehlerfrei und legte damit zusammen mit ihrer wieder einmal exzellenten läuferischen Verfassung den Grundstein für ihren Erfolg.
Silber ging an die Rückkehrerin Albina Ahatova aus Russland, Bronze holte die Ukrainerin Oksana Khvostenko. Beide blieben wie Henkel fehlerfrei.
Bei den übrigen deutschen Starterinnen lief es am Schießstand nicht ganz so gut. Katrin Hitzer mit insgesamt 3 Schießfehlern kam als zweitbeste Deutsche auf dem 12. Platz ein. In der Loipe war sie mit der insgesamt zweitbesten Laufzeit bestens unterwegs und ist daher zurecht optimistisch für den morgigen Verfolger.
Exzellent in der Loipe ist es auch einmal mehr für die Titelverteidigerin Magdalena Neuner gelaufen. Und auch nach dem Liegendschießen, das sie fehlerfrei absolvierte, lag sie noch ganz vorne mit im Rennen. Leider unterliefen ihr beim Stehendanschlag vier Schießfehler, die alle Medaillenträume zunichte machten. Platz 17 am Ende für das heutige Geburtstagskind.
Spannnend machten das Rennen zum Ende hin noch einmal zwei Russinnen, die anders als die deutschen Biathletinnen, die allesamt in Startgruppe 1 und 2 unterwegs waren, eine hintere Startgruppe gewählt haben:
Ekaterina Iourieva lag nach dem Liegenschießen sogar noch knapp vor Magdalena Neuner und deutlich vor der späteren Weltmeisterin Andrea Henkel. Beim Stehendschießen unterliefen der Russin jedoch zwei Schießfehler, so dass feststand, dass diese Russin keine Gefahr mehr für Andrea Henkel darstellen konnte. Iourieva landete im Endklassement auf Rang 9.
Aber da war ja noch ihre Landsfrau Swetlana Sleptsova, die mit der hohen Startnummer 96 ins Rennen ging: Beim ersten Schießen ebenfalls fehlerfrei lag sie bis zum Stehendanschlag nahezu zeitgleich mit Andrea Henkel im Rennen. Glück für die Großbreitenbacherin, dass Sleptsova stehend eine Scheibe stehen ließ. So musste aus deutscher Sicht nicht mehr gezittert werden, Sleptsova wurde Sechste, und Henkel konnte über Gold jubeln!
Sonntag, 27. Januar 2008
Debakel gegen Frankreich: Deutsche Niederlage im kleinen Finale um Platz 3
Unnötige Ballverluste, kein Biss, keine Bewegung, der absolute Siegeswille war vor Spielbeginn in der Kabine geblieben. Die Franzosen hingegen spielten wacher, fitter, wenngleich der Kräfteverzehr auch ihnen, die wie die Deutschen während des Turniers zumeist wenig durchgewechselt hatten, zu schaffen machte. Zu viel musste der entthronte Europameister heute jedoch nicht zeigen, zu einfach machte es die deutsche Mannschaft den Franzosen.
Der Weltmeister kam von Anfang an denkbar schlecht in diese Partie und lag schon früh mit 2:9 im Hintertreffen. Zu diesem Zeitpunkt war eigentlich schon klar, dass es nichts würde werden können, mit der EM-Medaille, wenn kein Hallo-Wach-Effekt durch die Mannschaft gehen würde. Und dazu kam es leider nicht.
Zudem machte das Verletzungspech, das den Weltmeister durch das gesamte Turnier begleitet hat, auch beim letzten Spiel nicht halt. Mussten bereits Florian Kehrmann und Oliver Preiss verletzungsbedingt das gesamte Spiel von außen betrachten, erwischte es in der 12. Minute auch Kapitän Markus Baur. Der neue Lemgoer Trainer war umgeknickt und leider nicht mehr einsetzbar.
Mit 9:18 ging es in die Halbzeitpause. Nun war Moral gefragt, um die Demütigung noch abwenden zu können. Das erhoffte Aufbäumen sah man beim Weltmeister in der zweiten Halbzeit aber leider nicht. Zwischenzeitlich betrug der Rückstand gar 14 Tore, in dieser Phase unterliefen aber auch den Franzosen einige leichte Fehler, was anbetracht des großen Vorsprungs sicher nicht verwundert.
Man war beinahe froh, als dieses Spiel endlich zu Ende war. Es war keine Freude, die deutsche Mannschaft heute spielen zu sehen. Es war eine ganz schwache Leistung.
Aber fest steht auch, dass die Mannen von Heiner Brand insgesamt eine gute Europameisterschaft gespielt haben. Und das Ziel, mindestens ins Halbfinale einzuziehen, ist erreicht worden. Leider wird dieses gute Bild, das die deutsche Mannschaft wieder einmal bei einem Großereignis erbrachte, durch den heutigen Auftritt ein wenig getrübt.
In den vergangen Jahren war es meist so, dass viele Spieler vor einem Großereignis verletzt ausfielen. In diesem Jahr schien es, dass Heiner Brand aus dem Vollen schöpfen kann. Aber das Verletzungspech klebte dennoch an den Hacken der deutschen Mannschaft: Oleg Velyky, Oliver Roggisch, Florian Kehrmann, Oliver Preiss, Markus Baur - da kann man stolz sein, trotzdem EM-Vierter geworden zu sein.
Dänemark Handball-Europameister
Nach zuletzt dritten Plätzen bei EM und WM stehen die Dänen damit erstmals ganz oben auf dem Siegerpodest!
Im Finale schienen die Dänen nur zu Beginn der Partie, als die Kroaten mit 4:0 in Führung gingen, Probleme zu haben. Aber schon bald hatten sie sich gefangen und gingen ihrerseits in Führung. Eine Führung, der die Kroaten zumeist hinterher liefen. Aber eine kroatische Mannschaft darf man nie abschreiben, das hat die Vergangenheit gelehrt. Allein in Ivano Balic, der in diesem Spiel ungewohnt blass blieb, versteht es ein Spiel innerhalb von Minuten umzureißen. Dieses gelang heute jedoch nicht.
Ob aber die Dänen dem Druck würden standhalten können und nicht das große Nervenflattern bekommen würden, war im Vorfeld nicht unbedingt klar.
Aber Dänemark hat bravourös aufgespielt, mit einem wieder einmal herausragenden Kasper Hvidt im Tor, einem erstklassigen Lars Christiansen, der allein 7 Tore erzielte, und einer sehr guten Mannschaftsleistung sind sie auf Europa's Handballthron gestürmt: Mit 24:20 wurde Kroatien verdient besiegt, und Dänemark ist Europameister!
Ins Allstar-Team der EM wurden im Anschluss an die Partie mit Kasper Hvidt und Linksaußen Lars Christiansen von der SG Flensburg-Handewitt zwei Protagonisten des Europameisters gewählt.
Mit Florian Kehrmann als bestem Rechtsaußen wurde aber auch ein deutscher Spieler in die EM-Auswahl berufen. Namhafte Spieler wie Daniele Narcisse, Kim Andersson, Frank Loke und Ivano Balic vervollständigten die Top-Mannschaft. Wertvollster Spieler des Turniers wurde Nikola Karabatic.