Sonntag, 30. Dezember 2007

Morgenstern gewinnt Auftaktspringen in Oberstdorf

Der Seriensieger der laufenden Weltcupsaison hat auch das Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf gewonnen: Der Österreicher Thomas Morgenstern, nach dem 1. Durchgang noch auf Rang 3 liegend, sprang mit einem überragenden 2. Sprung von 141.5 m ganz nach Vorne. Auch die nach Durchgang 1 noch vor ihm Platzierten, seine Landsleute Wolfgang Loitzl und Gregor Schlierenzauer, konnten nicht mehr an ihm vorbei ziehen. Zugegebener Maßen waren die äußeren Bedingungen im Vergleich zu Morgenstern vor allem für Gregor Schlierenzauer, den Oberstdorf-Sieger des vergangenen Jahres, deutlich schlechter, aber Skispringen ist nun einmal eine Freiluftsportart, bei der sich Vor- bzw. Nachteile aber im Tourneeverlauf erfahrungsgemäß aufheben, und davon abgesehen, muss man bessere Bedingungen auch zu nutzen wissen. Und eben dieses ist Thomas Morgenstern geglückt.
Der Doppelolympiasieger von Turin vollbringt in der laufenden Saison noch nie Dagewesenes: In Oberstdorf landete er bereits seinen siebten Weltcupsieg von insgesamt 8 Springen - so etwas hat vor ihm noch kein zweiter Springer geschafft. Ob es ihm aber auch gelingen wird, den Rekord von Sven Hannawald, dem es als bisher einzigem Springer gelang alle vier Springen der Tournee zu gewinnen, bleibt abzuwarten. Wir wissen alle, dass im Verlauf der Vierschanzentournee so viel passieren kann, das es beinahe unmöglich ist, einen solchen Ausgang vorauszusagen.
Morgenstern's Landsmann Andreas Kofler gab heute auf der Schattenbergschanze das beste Beispiel ab, wie schnell es gehen kann, dass hochgehandelte Favoriten auf dem Boden der Tatsachen bzw. im Schnee landen. Kofler war im ersten Durchgang auf 126.0 m geflogen, als er nach dem Aufsprung noch vor der Sturzlinie ins Straucheln kam und ähnlich wie in Engelberg stürzte - aus der Traum in der Gesamtwertung ein gewichtiges Wort mitsprechen zu können. Ja, es sah lange sogar so schlimm aus, dass Kofler womöglich eine schwerere Verletzung davon getragen hat. Nachwievor ist zwar nicht klar, ob er in Garmisch starten kann, aber man ist optimistisch im österreichischen Lager. Die Gesamtwertung freilich ist abgeschrieben.
Aber die Österreicher haben eine derart große Breite an erstklassigen Skispringern, dass sie dieses verschmerzen können: Hinter Thomas Morgenstern kam Gregor Schlierenzauer auf Rang 2 ein, Wolfgang Loitzl wurde 6., Arthu Pauli 9..

Der dritte Platz auf dem Podium ging ein wenig überraschend, berücksichtigt man den bisherigen Saisonverlauf, an den Finnen Janne Ahonen. Aber es ist schon seit Jahren bekannt, dass auf Ahonen, wenn es darauf ankommt, Verlass ist. Spätestens pünktlich zur Tournee kommt der vierfache Gesamtsieger meist in Form und springt ganz vorne mit - so scheint es auch in diesem Jahr zu sein.

Mit Tom Hilde aus Norwegen und dem Schweizer Simon Ammann auf den Rängen 4 und 5 liegen Springer, denen auch im Vorfeld der Tournee Platzierungen im vorderen Springerfeld zugetraut wurden. Dieses durfte man auch von dem derzeit besten Deutschen hoffen, nur ob es im Wettkampf gelingen würde, die guten Vorleistungen abrufen zu können, konnte nicht automatisch erwartet werden. Die Rede ist von Michael Neumayer, der auf einem hervorragenden 7. Rang einkam. Martin Schmitt, der Oberstdorf-Sieger vergangener Jahre, rundete das positive Ergebnis des DSV auf Rang 11 ab. - Damit dürfte es um Peter Rohwein zumindest bis zum Neujahrsspringen ein wenig ruhiger werden, ein Umstand, der den DSV-Springern sicher eher zugute kommt, als die andauernde Trainerdiskussion.
Neben Neumayer und Schmitt haben es mit Georg Späth und Severin Freund noch zwei weitere deutsche Springer in den zweiten Durchgang geschafft, in dem sie aber eher abgeschlagen auf den Rängen 27 und 30 landeten. Michael Uhrmann hatte diesen Sprung unter die Top 30 leider nicht geschafft. Zugegebener Maßen hatte er im ersten Durchgang auch eine harte Nuss zu knacken, er traf im direkten Duell auf den späteren Dritten Janne Ahonen: Uhrmann's 118.5 m reichten deutlich nicht für den zweiten Durchgang. Schade, aber von dem Rastbüchler durfte nach überstandener Verletzung auch nicht zu viel erwartet werden.

So mischen die DSV-Adler zwar im Feld der erweiterten Weltspitze durchaus mit, ganz vorne spielen aber wie erwartet die Österreicher, Norweger, Schweizer und nun doch auch wieder die Finnen die Musik.
Morgenstern hat in der Gesamtwertung durch seinen grandiosen zweiten Sprung nun bereits über 15 Punkte Vorsprung auf Schlierenzauer. Man mag denken, ein schon sicheres Polster - aber wir wissen, dass der Weg zum Tournee-Gesamtsieg noch weit ist. 6 Wertungssprünge warten noch auf die Athleten. Morgen geht es zunächst weiter mit dem Qualifikationsspringen für das traditionelles Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen.

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Vierschanzentournee: Favoriten-Check

Vor dem Start der diesjährigen Vierschanzentournee am kommenden Sonntag in Oberstdorf wird wie die Jahre zuvor heiß diskutiert, wem in diesem Jahr der Gesamtsieg zuzutrauen ist.
Als erstes wird hier immer wieder der Seriensieger der noch jungen Saison, Thomas Morgenstern, genannt. Der Doppelolympiasieger von Turin gewann die ersten sechs Weltcup-Springen der Saison und musste nur beim letzten Springen in Engelberg mit Rang 3 vorlieb nehmen.
Neben Morgenstern bestimmen noch weitere Österreicher derzeit die Skisprungszene, ja man darf mit Fug und Recht behaupten, dass Österreich derzeit klar die Skisprung-Nation Nummer 1 ist. Neben Morgenstern mischen Gregor Schlierenzauer, der zum Abschluss in Engelberg Zweiter wurde und Andreas Kofler, der am vergangenen Sonntag in Engelberg, seinen zweiten Weltcupsieg seiner Karriere vor Augen im Auslauf noch vor der Sturzlinie zu Fall kam und so nur 5. wurde, ganz vorne mit. Neben diesen drei Vorspringern sind desweiteren Wolfgang Loitzl und auch dem jungen Manuel Fettner immer wieder vordere Platzierungen zuzutrauen.

Neben den Österreichern hoffen vor allem die norwegischen Skispringer an die Erfolge des vergangenen Jahres anklopfen zu können. Der letztjährige Sieger der Gesamtwertung, Anders Jacobsen, scheint so langsam in Schwung zu kommen. Und alte Haudegen, wie Roar Ljoekelsoy oder auch den Skiflugweltrekordler Bjoern-Einar Romoeren sollte man nie ganz abschreiben. Unwahrscheinlicher erscheint es hingegen, dass der ehemalige Tournee-Sieger Sigurd Pettersen an alte Erfolge anknüpfen kann, wenngleich er in dieser Saison stabiler wirkt wie noch während der vergangenen. Eher ist dem jungen Tom Hilde der Sprung nach ganz oben zuzutrauen, aber ob dieses die österreichischen Adler zulassen, darf doch sehr angezweifelt werden.

Noch nicht so recht in Tritt gekommen in der laufenden Saison ist neben Altmeister Adam Malysz aus Polen die finnische Skisprunggilde. Janne Ahonen, der bereits viermal in der Gesamtwertung triumphieren konnte, findet sich erstaunlich häufig weiter hinten im Klassement wieder. Und ob ein Matti Hautamaeki oder ein Harri Olli ausgerechnet bei der Vierschanzentournee wieder oben auf sind, darf angezweifelt werden.

Gespannt dürfen wir hingegen sein auf das Abschneiden des Schweizer-Erfolgsduos Andreas Küttel/ Simon Ammann. Durch den ersten schweizerischen Sieg in Engelberg überhaupt durch Andreas Küttel dürften die beiden Eidgenossen den Auftrieb bekommen haben, der so wichtig ist für konstant weite Flüge. Der Sprung auf das Podium der Gesamtwertung scheint durchaus im Rahmen des Möglichen zu liegen.
Aber warten wird ab, was die vier Springen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen bringen werden. Erfahrungsgemäß mischen immer wieder Springer ganz vorne mit, die man im Vorfeld nicht unbedingt auf der Liste hatte. Zudem darf nicht vergessen werden, dass konstante Leistung gefragt ist. Was nützt ein Sieg in Oberstdorf, wenn in Garmisch der zweite Durchgang nicht erreicht wird?! In Hinblick auf die Gesamtwertung nicht wirklich viel. Aber gerade diese Konstellation macht die Vierschanzentournee jedes Jahr aufs Neue so reizvoll, so spannend. Freuen wir uns darauf!

Deutsche Skispringer im Aufwind oder nur im Zwischenhoch?

Vor dem Start des Saisonhöhepunktes der Skispringer, der deutsch-österreichischen Vierschanzentournee, liegen im Lager der deutschen Skispringer einmal mehr Freud und Leid nah beieinander.
Bundestrainer Peter Rohwein steht mit dem Rücken zur Wand, und sein Trainerstuhl wackelt mehr als nur bedenklich. Ja, er selbst hat seinen Job inzwischen zur Disposition angeboten, obwohl er nach eigenen Aussagen solange wie möglich den Bundetrainerjob ausüben möchte. Sicher scheint jedoch momentan lediglich, dass Rohwein die deutschen Adler während der Vierschanzentournee betreuen wird, was danach kommt, bleibt abzuwarten. Entscheidend wird sicher auch das deutsche Abschneiden sein. Unabhängig davon kommt jedoch immer mehr der Eindruck auf, dass dem deutschen Skispringen ein neues Gesicht mehr als nur gut täte. Ein neuer Trainer vermag vielleicht eher den Umschwung schaffen, der Peter Rohwein in den vergangenen Jahren nicht undbedingt geglückt ist, ein neuer Trainer bringt möglicherweise die festgefahrene Struktur im Lager des DSV, die sich nicht unbedingt zum Wohl der Athleten entwickelt hat, ins Wanken, so dass wieder mehr an einem Strang gezogen wird.
Dass Peter Rohwein als Skisprung-Fachmann gilt, soll hier nicht angezweifelt werden, es scheint lediglich fragwürdig, ob er nachwievor der rechte Mann auf dem rechten Posten ist. Aber diese Frage wurde auch bereits vor Jahresfrist aufgeworfen mit dem Resultat, dass Peter Rohwein immer noch Bundestrainer ist, vielleicht auch deswegen weil die Alternativen fehlen?! - Dieses mag man kaum glauben, da der Bundestrainerjob in Deutschland sicher einige reizen würde, der Verband müsste nur entsprechend mitziehen.

Aber lassen wir dieses Thema zunächst ruhen und konzentrieren wir uns auf das Sportliche: Die deutschen Adler haben bei den letzten beiden Springen vor Start der Vierschanzentournee mehr als nur aufhorchen lassen, wenngleich der so ersehnte Podestplatz noch nicht erreicht wurde, aber er scheint wieder im Bereich des Möglichen zu liegen. Im schweizerischen Engelberg gab es durch Michael Neumayer und Michael Uhrmann je zwei sechste Plätze, sowie einen zwölften und sechszehnten Rang durch Georg Späth und wiederum Michael Neumayer.
Uhrmann und Neumayer klopfen damit nach überstandener langwieriger Verletzung wieder an das Tor der Weltelite, was vor allem im Falle von Michael Uhrmann überraschend früh kommt. Derart gute Leistungen waren von dem Rastbüchler zu Beginn der Saison noch nicht unbedingt zu erwarten gewesen.
Dass ein Georg Späth nach langer Durststrecke einmal wieder einen zwölften Rang ersprungen hat, lässt hoffen, wenngleich auch eher nur ein wenig. Zu unkonstant sprang der Oberstdorfer, dem nachwievor großes Talent nachgesagt wird, in der Vergangenheit. Die Nerven schienen nicht immer unbedingt mitzuspielen, der letzte Biss schien zu fehlen. Aber hoffen wir, dass er durch sein gutes Auftreten beim letzten Springen in Engelberg Auftrieb bekommen hat für das Auftaktspringen auf seiner Heimschanze in Oberstdorf.

Ein weitere deutscher Springer hat an Oberstdorf eigentlich beste Erinnerungen, da er hier schon mehrmals triumphieren konnte, leider liegen diese Erfolge nur schon länger zurück. Die Rede ist vom Ex-Weltmeister Martin Schmitt, der in Engelberg erst gar nicht zum Einsatz kam, sondern in den Continentalcup strafversetzt wurde. Dort kam er in Garmisch-Partenkirchen auf die Plätze 1 und 4, so dass auch hier gehofft werden darf, dass Schmitt rechtzeitig zum Auftakt der Vierschanzentournee in Form kommt.

Wunderdinge sind von den deutschen Skispringern jedoch nicht zu erwarten. Die Plätze auf dem Podium der Gesamtwertung werden andere Nationen unter sich ausmachen, alles andere käme dann doch sehr überraschend. Die großen Zeiten des deutschen Skispringens, in denen Hannawald, Schmitt & Co. die Szene bestimmten und reihenweise Siege ersprungen haben, gehören leider der Vergangenheit an.

Sonntag, 18. November 2007

DFB-Elf rehabilitiert

Die deutsche Fussball-Nationalmannschaft hat beim gestrigen EM-Qualifikationsspiel gegen Zypern in Hannover das peinliche 0:3 gegen Tschechien verblassen lassen.
Zugegebener Maßen gelten die Zyprer nicht als die Fussball-Macht und sind mit den Tschechen nicht auf eine Stufe zu stellen. Aber unbestritten ist ebenfalls, dass es die sogenannten "Kleinen" im internationalen Fussball kaum noch gibt, was die Zyprer nicht zuletzt durch ihre mittlerweile 14 Punkte in der EM-Quali eindrucksvoll belegen. Ebenso ist das magere 1:1 aus deutscher Sicht aus dem Hinspiel noch in allzu guter Erinnerung.

Auf Wiedergutmachung nach der Niederlage von München sinnend, ging die Elf von Bundestrainer Joachim Löw von Beginn an engagiert und mit großem Siegeswillen zu Werke.
So fiel bereits in der 2. Minute durch den Bremer Clemens Fritz das 1:0. Die Vorlage zu diesem Tor lieferte der Münchener Lukas Podolski, der erstmals auf der linken Seite zum Einsatz kam. Die weiteren Tore erzielten Miroslav Klose in der 20. Minute und Lukas Podolski 8 Minuten nach Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit, ehe der Stuttgarter Thomas Hitzelsperger in der 82. Minute den 4:0 Endstand markierte.
Der Schütze zum 3:0, Lukas Podolski, war es auch, der diesem Spiel seinen Stempel aufdrückte: Er war an allen deutschen Treffern beteiligt, und sein Auftreten schien fast einer Wiederauferstehung gleich, nachdem er bei den Bayern immer noch nicht Fuß fassen konnte und von Ottmar Hitzfeld häufig nicht eingesetzt wurde.

Auch der in seinem Verein in den letzten Wochen unberücksichtigte Jens Lehmann machte seine Sache gut, lediglich bei einem Ausflug an die Strafraumgrenze sah er alles als souverän aus.
Nichtsdestotrotz wird es interessant sein, wie sich die Torwartfrage in der deutschen Nationalmannschaft entwickeln wird. Bleibt Jens Lehmann in Arsenal London und wird weiterhin von Arsene Wenger nicht berücksichtigt, könnte es schneller einen Wechsel im deutschen Tor geben, als Lehmann lieb ist. Andererseits vermag man es sich aber auch kaum vorstellen, dass ein Jens Lehmann dauerhaft bereit dazu ist, bei Arsenal nur die zweite Geige zu spielen.

Montag, 5. November 2007

Dopingsumpf Radsport - Immer noch kein Ende in Sicht?!

Das Dopinggeständnis des ehemaligen T-Mobile-Profis Patrik Sinkewitz erschüttert einmal mehr den Radsport in seinen Grundfesten - und wieder einmal steckt der Bonner Radstall mitten drin.
Sinkewitz legte ein umfassendes Geständnis ab, das in seiner Deutlichkeit erschüttert. Namen anderer Radprofis nennt er zwar nicht, aber er gesteht seine Dopingpraktiken mit einer derartigen Offenheit, die schon fast an Selbstverständlichkeit grenzt, dass man zu dem Schluss kommt, inzwischen jedem alles zutrauen zu müssen.
Ja, manche mögen sagen: Wir haben es doch schon immer gewusst, aber wieder andere haben sicher doch noch einen kleinen Funken Hoffnung gehabt, dass der Radsport nicht so durch und durch dopingverseucht ist.

Sinkewitz Dopingbeichte reichen bis in das Jahr 2006, noch bei der letztjährigen Tour de France hat er Eigenblutdoping begangen. Und wir erinnern uns noch allzu gut: Es war das Jahr, in dem Jan Ullrich neben Ivan Basso und anderen Fahrern kurz vor dem Start der Tour de France suspendiert wurde, da Kontakte zum Dopingarzt Eufemiano Fuentes nachgewiesen worden waren, die gleichbedeutend mit praktizierten Eigenblutdoping waren.
Die (Radsport-) Welt war erschüttert, die ehemaligen Helden so tief fallen zu sehen. Die Lust, Radsport weiterhin zu verfolgen, war mehr als nur deutlich getrübt. T-Mobile hatte sich bereits zu diesem Zeitpunkt von Dopingpraktiken distanziert, und Patrik Sinkewitz sollte als einer der Fahrer der jungen, sauberen Generation gelten. - Aber das war wohl doch nur alles Schein: Sinkewitz griff eben während dieser Tour auf seine in Freiburg gelagerten Blutbeutel zurück mit dem Ziel zu betrügen, mit den Mitteln zu betrügen, die Jan Ullrich die Karriere gekostet haben.
Es ist zwar auf der einen Seite beeindruckend, wie offen Sinkewitz seine Dopingpraktiken gesteht, aber auf der anderen Seite ist es auch erschütternd mit welch einer Selbstverständlichkeit er von sich gibt, dass es in dieser Zeit - wir sprechen vom vergangenen Jahr - üblich war, zu dopen. Er beschuldigt auch nicht direkt sein Team, sondern nimmt selber alle Schuld auf sich. Er selbst sei auf die Freiburger Ärzte zugegangen, mit dem Wunsch Eigenblutdoping zu begehen, und die inzwischen entlassenen Ärzte Schmid und Heinrich haben ihn nicht weggeschickt, sondern ihm diesen Wunsch erfüllt. - Eine Mauer des Schweigens schützte ihn.
Einzig vorstellen kann es sich Sinkewitz kaum, dass er im Team ein Einzelfall gewesen sein soll. Und so stehen nun weitere Fahrer in Verdacht, wie etwa der ehemalige Zeitfahrweltmeister Michael Rogers, mit dem Sinkewitz bereits gemeinsam beim belgischen Radstall Quick Step fuhr.

Mit dem Wechsel an der Spitze von T-Mobile, das nun von Bob Stapelton geführt wird, soll es endgültig einen Neuanfang gegeben haben. Laut Sinkewitz sind die Zeiten von 2006 nicht mit denen von 2007 zu vergleichen. Das Team täte alles, Doping zu unterbinden. Ja, können wir denn das noch glauben?! - Wir möchten es gern, einzig die Überzeugung fehlt. Und wurde nicht Sinkewitz im vergangenen Juni erst positiv getestet?!
Ja, es scheint, das T-Mobile nun einen neuen Weg eingeschlagen ist, dem Doping endlich Herr zu werden, aber dachten wir das nicht bereits 2006?! Kann in einem Jahr ein so großer Umschwung so radikal vollzogen werden?! - Fragen auf die man momentan schwer Antworten zu finden vermag. So erscheint es auch nur logisch, dass der T-Mobile-Konzern in dieser Woche ernsthaft über sein Engagement im Radsport beraten wird. Ein Rücktritt, nachdem erst im August das Radsport-Engagement bis 2010 verlängert worden ist, scheint nicht ausgeschlossen.

Montag, 29. Oktober 2007

Handball-Nationalmannschaft auf Platz 3 bei Supercup

Handball-Weltmeister Deutschland schaffte beim gestrigen Spiel um Platz 3 gegen Russland die Revanche für die Vorrunden-Niederlage. Mit 36:27 und einer stabilen Abwehrleistung sicherte man sich den dritten Platz beim diesjährigen Supercup. Zuvor war die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand in einer Wiederauflage des WM-Finals im Halbfinale Polen unterlegen gewesen.
Damit steht zu guter Letzt mit je zwei Siegen und zwei Niederlagen doch noch eine ausgeglichene Bilanz zu Buche. Licht und Schatten lagen nah beieinander, aber wie so oft hat sich die deutsche Mannschaft im Verlauf des Turniers deutlich gesteigert, so dass der Bundestrainer optimistisch auf die im Januar in Norwegen stattfindenden Europanmeisterschaften und die Olympischen Spiele im August in Peking blickt.

Das Spiel gegen Vize-Weltmeister Polen kennzeichnete sich durch vor allem auf polnischer Seite übertriebene Härte. Für ein Freundschaftsspiel, zu dem der Supercup durchaus zu zählen ist, ging die polnische Mannschaft übertrieben hart in die Zweikämpfe, so dass die ohnehin schon lange Verletztenliste der deutschen Nationalmannschaft noch länger wurde. Auch das Auftreten vom polnischen Nationaltrainer Bogdan Wenta, der der Bundesliga als Trainer vom SC Magdeburg nur allzu gut bekannt ist, darf als eher unschön bezeichnet werden.
Aber letzten Endes gewann Polen gegen Deutschland mit 32:28 und konnte durch den 27:26-Erfolg gegen Titelverteidiger Schweden auch den Supercup in diesem Jahr für sich entscheiden.

Freitag, 26. Oktober 2007

Pechstein in neuer Umgebung zu alter Klasse?

Die Eisschnellläufer starten mit den Deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende schon früh in die neue Saison. Aber die erfolgreichste Winterolympionikin Deutschland's, Claudia Pechstein, wird nicht mit von der Partie sein. Sie bereitet sich bereits mit der norwegischen Nationalmannschaft in Übersee auf den Weltcup-Auftakt vom 9. bis 11. November in Salt Lake City vor.

Die beiden Vorläuferinnen der DEU gehen in dieser Saison zudem neue Wege. Während sich Annie Friesinger in einem von ihr aufgebauten Privatteam auf die Saison vorbereitet hat, in der sie sich, anders noch als in den Jahren zuvor, vorrangig auf die Sprintdistanzen konzentrieren und auch nach jetzigem Kenntnisstand nicht bei der Heim-WM in Berlin im Mehrkampf antreten will, hat Claudia Pechstein den Schritt in's Ausland gewagt und trainiert mit der norwegischen Nationalmannschaft.
Aber nicht nur die neue Trainingsumgebung und die neuen Trainingspartner stellen eine Umstellung für Pechstein dar. Erstmals geht sie ohne ihren langjährigen Trainer Achim Franke in die Saison, der nach Abschluss der letztjährigen Saison seinen Rücktritt verkündet hatte. Franke steht Pechstein zwar weiterhin als Berater zur Seite, aber wird nicht mehr den Einfluss nehmen können wie noch auf der Eisbahn.

Claudia Pechstein, mittlerweile 35 Jahre alt, fühlt sich fit wie schon lange nicht und ist bereit, ganz vorne mitzulaufen, zum alten Eisen gehört sie noch lange nicht. Sie wird austrainiert in die neue Saison gehen, von der sie sich mehr erhofft als es ihr in der vergangenen gelang. Erstmals war sie seit Jahren im Mehrkampf ohne WM-Medaille geblieben und hat daher auch die Mehrkampf-WM in ihrer Heimatstadt Berlin, die im Februar 2008 stattfindet, sowie die Einzelstrecken-WM im März in Nagano als ihr Saisonziel definiert.
Aber zunächst gilt es in zwei Wochen beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City gut in die neue Saison zu starten. Dieses gelang Pechstein in den letzten Jahren, rein platzierungstechnisch gesehen, eher weniger gut, da sie eher als Spätstarterin gilt, die sich optimal auf die meist in der zweiten Saisonhälfte stattfindenden Großereignisse vorzubereiten versteht. Aber warten wir ab, vielleicht steht Pechstein, motiviert durch ihr neuen Trainingsbedingungen, bereits in Salt Lake City ganz oben.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Alpine und Langläufer starten in Weltcup-Saison

Traditionell wird am kommenden Wochenende der Weltcup der Alpinen und der der Langläufer in Sölden bzw. in Düsseldorf eröffnet. In Sölden steht wie schon seit Jahren zunächst ein Riesenslalom auf dem Programm, in Düsseldorf startet die Langlaufsaison mit den Sprintrennen.
Obwohl es in den letzten Tagen draußen bereits merklich kühler wurde, mag man sich auf den Winter noch nicht so recht einstellen wollen. Aber bei Alpinen und Langläufern ist es Usus, die Wintersportsaison Ende Oktober einzuläuten, um dann nochmals in die Vorbereitung zu gehen.

Im Vorfeld dieser Wintersportsaison hat es einigen Ärger gegeben, der die Vorfreude ein wenig trübt. Zum einen ist die Vergabe der Fernseh- und Übertragungsrechte noch nicht endgültig geklärt, so dass momentan noch nicht bekannt ist, welcher bzw. Sender den Wintersport in diesem Jahr begleiten werden. Es bleibt zu hoffen, dass der DSV mit dem Präsidenten Alfons Hörmann an der Spitze dieses bald geregelt hat - im Sinne der begeisternden Zuschauer, die nicht auf das Medienspektakel Wintersport verzichten möchten, und auch im Sinne der Sportler, die bereits jetzt aufgrund der ungeklärten Situation finanzielle Engpässe hinnehmen mussten, die nicht unbedingt förderlich sind für eine optimale Vorbereitung.
Zum anderen macht auch das Thema Doping vor dem Wintersport nicht halt. Mehr noch als in den Jahren zuvor stehen vor allem die Ausdauersportarten Langlauf und Biathlon auf dem Prüfstand. Wie sich dieses Thema weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten.

Aus rein sportlicher Sicht kann man sich schon jetzt auf die neue Saison freuen.
Die Langläufer um den Weltcup-Titelverteidiger Tobias Angerer gehen motiviert und mit Vorfreude in die neue Saison. Lediglich der ehemalige Weltcupgesamtsieger Axel Teichmann muss aufgrund einer Erkältung beim Auftakt in Düsseldorf passen. Auch wenn der Sprint nicht gerade als die deutsche Domäne gilt, kann man gespannt sein, wie sich das Team von Bundestrainer Jochen Behle schlagen wird.
Auch das Auftreten der Damen um Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel darf mit Spannung erwartet werden. Nach den heftigen Quärelen im vergangenen Jahr hat sich der DSV nun dazu durchgerungen, einen eigenen Damen-Coach einzustellen. Der Finne Ismo Hämämläinen, gleichzeitig Stützpunktrainer in Ruhpolding, wird künftig die Frauen-Riege um sich versammeln, um sie gemeinsam auf den Wettkampf vorzubereiten und einzuschwören. Dieses darf sicher als positiver Fingerzeig gewertet werden, gab es doch in der Vergangenheit zu viele Unstimmigkeiten mit Jochen Behle, dem sicher das ein oder andere Mal auch ein wenig das Feingefühl im Umgang mit den Langläuferinnen gefehlt hat.

Die Ansprüche im Lager der Alpinen sind sicher nicht so hochgesteckt, wie bei den Langläufern. Es gilt vielmehr, das Tal der Tränen, in dem der DSV in den letzten Jahren trotz einiger Lichtblicke steckte, endlich zu verlassen. Medaillen bei WM oder Olympia sind leider Mangelware in den letzten Jahren gewesen.
Aber dennoch sollte man mit Optimismus in die neue Saison gehen: Bei den Herren wird sicher besonders das Augenmerk auf Felix Neureuther gerichtet sein, der mit seinem Podestplatz beim Heim-Slalom in Garmisch zum Ende der Saison mehr als nur aufhorchen ließ. Der Sohn von Gold-Rosi und Vater Christian Neureuther geht fit und austrainiert an den Start und rechnet sich in dieser Saison auch im Riesenslalom einiges aus, nachdem in den vergangenen Jahren doch eher nur der Slalom zu seinen Stärken zählte.

Bei den Damen stehen sicher Maria Riesch und die in der letzten Saison in die Riesenslalom-Weltspitze aufgestiegene Katrin Hölzl im Focus. Der Partenkirchenerin Maria Riesch sei es sehr zu wünschen, endlich einmal ohne größere Verletzungssorgen durch die Saison zu kommen. Und Katrin Hölzl muss das bestätigen, was sie sich letzte Saison erarbeitet hat: Im Riesenslalom um das Podium mitzufahren. Drücken wir den beiden die Daumen, dass dieses gelingt.
Was sich hinter diesen beiden Läuferinnen im Lager des DSV tut bzw. entwickeln wird und inwieweit die Slalomspezialistin Monika Bergmann-Schmuderer an alte Leistungen anknüpfen kann, bleibt abzuwarten Die Rücktritte der Routiniers Annemarie Gerg und Petra Haltmayr machen die Mission einer erfolgreichen Saison sicherlich nicht einfacher. Aber sein wir optimistisch: Noch ist es den alpinen Damen in jeder Saison gelungen, um Stockerlplätze nicht nur mitzufahren, sondern auch ganz oben auf dem Podest zu stehen. Also - warum auch nicht in der neuen Saison?!

Mittwoch, 24. Oktober 2007

Meister am Boden: Absoluter Fehlstart ist perfekt

Der VfB Stuttgart sprengt in diesen Tagen alle Rekorde, jedoch leider aus negativer Sicht: In der Geschichte der Fussball-Bundesliga ist noch kein Meister so schlecht in die Bundesligasaison sowie in die Champions-League gestartet wie die Schwaben.

Nach zuletzt 3 Niederlagen in Folge rangiert der VfB lediglich auf Rang 10 der Fussball-Bundesliga und ist nur einen Punkt von den Abstiegsrängen entfernt.
Zuletzt stellte die 4:1 Niederlage in Hamburg einen weiteren peinlichen Negativ-Höhepunkt dar. Das, was in der Meisterschaftssaison noch so leicht gelang, attraktiv erfolgreichen Fussball zu spielen, vermag momentan einfach nicht gelingen. Dabei konnte der Meister bis auf den zum CF Valencia abgewanderten Nationaltorhüter Timo Hildebrandt alle Schlüsselspieler halten, nur die Verletzungssorgen sind z.Z. erdrückend. Und auch die neuen Spieler um den Ex-Berliner Yildiray Bastürk konnten noch nicht wie erhofft in die Mannschaft finden.
Trainer Armin Veh hofft daher schon seit Wochen auf das so wichtige Erfolgserlebnis, aber dieses lässt leider immer noch auf sich warten.

Und auch in der Champions-League ist der Fehlstart perfekt: Nach den Niederlagen gegen Glasgow und Barcelona verlor der VfB Stuttgart ebenso das gestrige Heimspiel gegen Olympique Lyon.
Durch das 0:2 dürfte nicht nur der Abschied aus der Champions-League nach der Gruppenphase so gut wie besiegelt sein, sondern die Qualifikation für den UEFA-Cup liegt ebenfalls in weiter Ferne. Den dafür erforderlichen 3. Gruppenplatz scheinen die Schwaben mit der derzeitigen Leistung kaum erreichen zu können.

So ganz verständlich ist dieser Leistungseinbruch beim Meister jedoch nicht. Sicherlich konnte erwartet werden, dass die Mannschaft nicht da würde weiter machen können, wo sie zum Ende der letzten Saison aufgehört hatte.
Die jungen Spieler wurden quasi über Nacht zu Stars, auf die nicht nur Fussball-Deutschland schaute. Sie wurden von Jägern zu Gejagten - eine Situation mit der man sicher erst umzugehen lernen muss. Aber dass die Mannschaft derart von der Rolle ist, konnte nicht erwartet werden. Es bleibt zu hoffen, dass sich der VfB bald wieder fängt und wieder den begeisternden Fussball bieten kann, der die Bundesliga noch in der letzten Saison belebt hat!

DHB-Team verliert zum Auftakt des Supercups gegen Russland

Deutschland traf am heutigen Mittwoch zum Auftakt des Supercups in der Dortmunder Westfalenhalle auf Russland. Leider wurde es nicht das berauschende Handball-Fest aus deutscher Sicht, wie noch Anfang des Jahres bei der glorreichen WM.
Der Weltmeister tat sich vor allem in der Abwehr schwer, das eigentliche Prunkstück glänzte also nicht so wie noch bei der WM.
Zur Halbzeit noch 17:16 in Führung liegend ließen Heiner Brand's Mannen die Russen in Halbzeit 2 dann ein wenig davonziehen. Auch die insgesamt 10 Tore von Top-Scorer und des in der Bundesliga heiß umworbenen Nordhorner's Holger Glandorf konnten nicht verhindern, dass die Russen auf zeitweise bis 5 Tore wegziehen konnten.
In der Mitte der zweiten Halbzeit konnte sich die deutsche Mannschaft jedoch ein wenig fangen und kam durch einen weiteren Treffer von Holger Glandorf und zwei durch Andre Klimowetz und Florian Kehrmann abgeschlossene Tempogegenstöße wieder bis auf zwei Tore an die Russen heran. Aber auch der zwischenzeitliche Ausgleich zum 34:34 durch Kapitän Markus Baur 4 Minuten vor Schluss konnte die Niederlage nicht abwenden: Mit 35:38 verlor Deutschland das Auftaktspiel des Supercups gegen Russland.

Dieses war ganz sicher nicht der im Vorfeld erhoffte Supercup-Start, aber noch ist das Halbfinale in Reichweite. Mit einem deutlichen Sieg gegen Serbien am Freitag sollte dieses möglich sein.
Im Anschluss an das Auftakt-Match stehen sich nun in der Dortmunder Westfalenhalle in Gruppe B Vize-Weltmeister Polen und Tschechien gegenüber. Titelverteidiger Schweden vervollständigt diese Gruppe.

Am Rande des Supercups gab zudem der DHB die sehnlichst erwartete Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Heiner Brand bekannt. Mr. Handball wird damit über 2008 hinaus bis 2013 für die Geschicke im deutschen Handball verantwortlich sein. Ganz sicher ist dieses das Beste, was der Nationalmannschaft passieren konnte!
Ganz abgesehen davon mag man sich eine Handball-Nationalmannschaft ohne Heiner Brand auch gar nicht mehr vorstellen.

Samstag, 20. Oktober 2007

Spannung in der Handball-Bundesliga

Der 10. Spieltag der Handball-Bundesliga hatte es in sich: Spannung pur, überraschende Spielverläufe und unerwartete Ergebnisse waren garantiert auf den Bundesliga-Spielplätzen.

Zunächst gab es bereits am vergangenen Donnerstag einen überraschenden 37:40-Sieg von MT Melsungen beim SC Magdeburg. Die Melsunger sind das Überraschungs-Team der bisherigen Saison und rangieren mittlerweile auf Rang 7, Europapokalsieger Magdeburg hingegen rutschte auf Rang 9 ab.

Heute nun standen Spannung versprechende Partien auf dem Programm: Im Kampf gegen den Abstieg standen sich der Wilhemshavener HV und die Füchse Berlin gegenüber, im oberen Tabellen-Drittel spielte Lemgo in Gummersbach sowie Flensburg gegen Nordhorn.

Für die nach dem verletzungsbedingten Ausfall ihres Abwehrchefs Jacek Bedzikowski geschwächten Wilhelmshavener galt es nach den drei Niederlagen gegen die Spitzenteams Kiel, Hamburg und Lemgo, wobei sie allesamt nicht schlecht aussahen, gegen die Füchse aus Berlin wieder wichtige Punkte einzufahren.
Die Füchse fuhren mit dem wichtigen Sieg bei GWD Minden im Rücken in die Jadestadt.
Es wurde ein spannendes, wenngleich nicht unbedingt spielerisch erstklassiges Spiel. Auf beiden Seiten gab es unnötige Fehler und verpasste Torchancen. Die beiden Schiedsrichterinnen der Partie griffen zudem vor allem in der zweiten Halbzeit unnötig hart ins Spiel ein und handelten sich daher ein gellendes Pfeifkonzert der Zuschauer in der Nordfrost-Arena ein. So musste der WHV zeitweise mit zwei Spielern Unterzahl auf dem Spielfeld bestehen - ein Umstand, der die Mission Sieg beim WHV arg gefährdete.
Der Spielverlauf gestaltete sich über die gesamte Partie hinweg äußerst spannend.
In der 1. Halbzeit konnten die Füchse aus Berlin eine zwei Punkte-Führung erreichen, die Wilhelmshaven zur Halbzeit jedoch in eine 3-Tore-Führung verwandeln konnte.
Die zweite Halbzeit wurde zum Leidwesen der Zuschauer nun nicht zum Selbstläufer. Gar in Unterzahl konnten die Füchse ausgleichen, und es vermochte zu diesem Zeitpunkt kaum jemand vorherzusagen, wer als Sieger dieser Partie vom Feld würde gehen können.
In der Schlussphase des Spiels hätte WHV-Kapitän Oliver Köhrmann beim Stand von 26:25 mit einem Siebenmeter jedoch alles klar machen können, aber der Routinier verwarf, und die Füchse waren am Ball. Dann - dramatische Szenen vor dem Tor von WHV-Keeper Adam Weiner, aber der Ball konnte nicht im Netz versenkt werden. Der Schlusspfiff ertönte, und die Halle bebte ob des Siegesjubels des WHV und der zahlreichen Zuschauer.
Wilhemshaven konnte sich mit dem Sieg und nun 8:12 Punkten ein wenig von den unteren Tabellenplätzen absetzen. Auf Rang 12 rangieren die Jadestädter nun. Die Füchse Berlin rutschten nach dieser Niederlage mit 5:17 Punkten auf Rang 16 ab.

Weiter oben in der Tabelle gab es das Aufeinandertreffen des VfL Gummersbachs gegen den TBV Lemgo, das die Lipperländer ein wenig überraschend 29:30 für sich entscheiden konnten. Für die Lemgoer geht es nach diesem Auswärtssieg nach oben in der Tabelle, nachdem sie in der bisherigen Saison häufig nicht nur unglücklich sondern auch wenig erfolgreich agieren konnten.

Zum Spitzenspiel kam es am heutigen Samstag in der Flensburger Campushalle mit der Partie SG Flensburg-Handewitt gegen die HSG Nordhorn.
Die Nordhorner präsentierten sich um ihren Weltmeister Holger Glandorf, der von den Flensburgern heftigst umworben wird, abgeklärt und mit großer Durchsetzungskraft vor dem Flensburger Tor. In einem Spiel, bei dem die Führung häufig wechselte, stand es 2 sec vor Schluss 30:30, als Nordhorn am Ball nur 1 sec vor der Schlusssirene die erste Niederlage der Flensburger mit dem 30:31 perfekt machen konnte.
Bitter für den Champions-League-Finalisten ausgerechnet in heimischer Halle erstmal in der Saison zu verlieren, aber das Team von Trainer Kent-Harry Anderson konnte den zweiten Tabellenplatz hinter dem THW Kiel dennoch behaupten.
Auf Rang 3 hat sich die HSG Nordhorn vor dem HSV Hamburg und dem VfL Gummersbach festgesetzt.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Deutsche Nationalelf blamiert sich gegen Tschechien

Nachdem sich die deutsche Fussball-Nationalmannschaften durch das 0:0 gegen Irland am vergangenen Samstag als erstes Team vorzeitig für die Europameisterschaften in Österreich und der Schweiz hat qualifizieren können, gab es gestern in München eine peinliche 3:0-Niederlage gegen Tschechien.
Beim "Charaktertest" um den Gruppensieg ging der WM-Dritte eindeutig als Verlierer vom Platz. Zu keinem Zeitpunkt konnte die deutsche Elf an ihre in den letzten Spielen so oft gezeigte Souveränität und Spielstärke anknüpfen.
Die Tschechen, die sich durch diesen Sieg ebenfalls vorzeitig für die EM qualifizieren konnten, gingen bereits in der 2. Minute in Führung ehe sie in der 23. Minute auf 0:2 erhöhten. In der zweiten Halbzeit besiegelte Jaroslav Plasil mit dem 0:3 dann die erste Pflichtspielniederlage unter Bundestrainer Joachim Löw.

Nun sollte wir allerdings nicht den Fehler begehen, diese Niederlage überzubewerten. Es ist nur menschlich, dass nach der erfolgreichen Qualifikation ein wenig die Luft raus ist. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn die deutsche Elf gegen Tschechien ähnlich hätte auftrumpfen können, wie noch beim 2:1-Sieg in Tschechien, aber diese Niederlage wird die deutsche Mannschaft sicher nicht ins Tal der Tränen stürzen. - Dieses wäre auch sicher nicht angebracht. Im Gegenteil: Diese Niederlage kam vielleicht genau zur rechten Zeit, um die Mannschaft wachzurütteln und aufzuzeigen, dass die EM kein Selbstläufer wird.

Durch diese Niederlage ist nun auch der deutsche Gruppensieg in Gefahr. Gewinnen sowohl Deutschland als auch Tschechien die verbliebenen zwei Gruppenspiele, wäre Tschechien aufgrund des besseren direkten Vergleichs Gruppenerster.
Unsere englischen Nachbarn wären sicher froh, wenn sie sich derartigen Rechenspielereien hingeben könnten. Für England sieht es nach der 2:1-Niederlage in Russland EM-technisch alles andere als rosig aus. Mit 23 Punkten liegen die Engländer zwar noch auf Platz 2 der Qualifikationsgruppe E, haben aber im Gegensatz zu den mit 26 Punkten führenden Kroaten und den mit 21 Punkten hinter ihnen rangierenden Russen nur noch ein Spiel zu absolvieren. Man erkennt also: Die EM-Quali ist für England alles andere als einfach zu erreichen.

Neben Deutschland und Tschechien haben sich ebenfalls der amtierende Europameister Griechenland, der mit Otto Rehhagel 1:0 in der Türkei triumphieren konnte, und Rumänien vorzeitig für die EM qualifizieren können.

Perreiro zum Tour-Sieger 2006 ernannt

Mit 15-monatiger Verspätung hat die Hängepartie um den Sieger der Tour de France 2006 endlich ein Ende genommen: Am vergangenen Montag wurde in Madrid dem zunächst Zweitplatzierten, dem Spanier Oscar Perreiro, das Gelbe Trikot für den Gesamtsieg der Tour 2006 überreicht. Neuer Zweiter wurde Andreas Klöden vor Perreiro's Landsmann Carlos Sastre.

Zuvor wurde der zunächst als Sieger gefeierte und dann des Testosterons-Doping überführte US-Amerikaner Floyd Landis von der US-Antidopingbehörde schuldig gesprochen und rückwirkend für zwei Jahre gesperrt. Gleichzeitig wurde der Tour-Sieg offiziell aberkannt.
Dass dieses Urteil jedoch so lange auf sich warten ließ, stößt auf viel Unverständnis. Landis wollte die bei ihm nachgewiesenen überhohen Werte natürlichen Ursachen zuschreiben und konnte damit die Gerichtsbarkeiten erstaunlich lange aufhalten. Und auch jetzt gibt er noch nicht auf: Beim Obersten Sportschiedsgerichtshof in Lausanne hat er bereits Einspruch eingereicht. Ob dieses Ansinnen allerdings von Erfolg gekrönt wird, muss angezweifelt werden. Im Sinne des Sports sollte ebenfalls an dem nun endlich ausgesprochenen Urteil festgehalten werden. Denn wo kommt man hin, wenn dieses Beispiel Schule macht?
Es ist unbegreiflich, dass es so lange gedauert hat, bis Floyd Landis endgültig schuldig gesprochen wurde. Möchte der (Rad-) Sport glaubwürdiger und des Dopings Herr werden, muss ein derartiger Urteilsspruch zeitnah erfolgen und nicht derart verspätet!

Oscar Perreiro wird wohl als der unbekannte Sieger in die Geschichte der Tour de France-Gewinner eingehen. Dem Spanier hatte kaum jemand zugetraut, bei der großen Schleife durch Frankreich aller hinter sich lassen und triumphieren zu können.
Und sein wir ehrlich: Perreiro hat diesen Sieg in erster Linie der Tatsache zu danken, dass die Tour-Favoriten ihn unterschätzt und auf der 13. Etappe haben ziehen lassen. Diese Etappe wurde von einer Ausreissergruppe geprägt, der auch der spätere Etappensieger Jens Voigt angehörte, und die mit 29:57 Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld ins Ziel kam. Der Spanier fuhr ins Gelbe Trikot, das ihm auf den kommenden Etappen vor allem in den Bergen Flügel verlieh. So konnte er seinen Vorsprung bis nach Paris bringen.
Aber auch Oscar Perreiro ist Doping betreffend kein unbeschriebenes Blatt: Im vergangenen Jahr wurden bei ihm nach zwei Tour-Etappen zu hohe Mengen an Salbutamol nachgewiesen. Die geforderte schriftliche Erklärung über die medizinische Notwendigkeit der Einnahme dieses Asthma-Mittels legte Perreiro jedoch erst Wochen später vor. - Ein Verhalten, das eines Tour-Siegers eigentlich nicht würdig ist, aber es gibt in dieser Zeit so viele Ungereimtheiten im Radsport, dass man sich eher wundern würde, wenn ein Fahrer nicht irgendwann einmal im Blickfeld der Dopingfander stand. Dass dieses bei Perreiro aber ausgerechnet während der Tour 2006, zu dessen Sieger er nun gekürt wurde, der Fall war, lässt auch seinen Sieg nicht im besten Licht erscheinen.

Samstag, 13. Oktober 2007

Fussball EM-Qualifikation geht in heiße Phase

Am heutigen Samstag steht für viele Mannschaften einiges auf dem Spiel, um von dem Weg zur Euro 2008 in Österreich und der Schweiz nicht abzukommen: Aus 50 mach 14 heißt es, um die Teilnehmer neben den gesetzten Gastgebern Österreich und der Schweiz bei den kontinentalen Titelkämpfen im kommenden Jahr zu ermitteln.

Deutschland kann bereits heute alles klar machen: Der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw reicht ein Unentschieden in Irland, um einen der ersten beiden Plätze, die die EM-Qualifikation bedeuten, sicher zu haben. Die Vorzeichen stehen daher gut für den WM-Dritten, wenngleich die Verletzungssorgen nach wie vor groß sind. Torwart Jens Lehmann und auch der Bremer Torsten Frings sind zwar wieder dabei, aber noch immer muss Löw auf Kapitän Michael Ballack ebenso verzichten wie auch auf WM-Torschützenkönig Miroslav Klose, Philipp Lahm oder auch Bernd Schneider.
Aber die deutsche Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch ohne die etatmäßigen Stammspieler erstklassigen Fussball bieten kann. Drücken wir daher unseren Jungs die Daumen, dass schon heute vor dem mit Spannung erwarteten Spiel gegen Tschechien am Mittwoch die EM-Quali klar gemacht werden kann!

Wesentlich enger sieht es für andere, als Top-Kandidaten gehandelte Nationen aus: Weltmeister Italien steht zwar inzwischen auf Platz 2 der Qualifikationsgruppe B, hat aber den Weltmeister von 1998, Frankreich, hinter sowie die überraschend starken Schotten vor sich ... - In dieser Gruppe vermag kaum jemand vorherzusehen, wer sich letztendlich für die EM-Endrunde qualifizieren wird. Denn auch der derzeitige Gruppen-Vierte, WM-Achtelfinalist Ukraine, ist kein Unbekannter, wenngleich der Abstand zu den drei Vorn-Platzierten schon etwas deutlicher ausfällt.
So heisst es denn am heutigen Samstag für Italien gegen Georgien und für Frankreich auf den Färöer Inseln keine Pleite zu kassieren. Ansonsten könnte sich Schottland mit einem Sieg gegen die Ukraine bereits ein wenig absetzen.

Auch andere, eigentlich als Fussball-Nation gehandelte Mannschaften, stehen unter Druck: England, Spanien und vor allem Portugal haben bislang noch nicht die Leistung abrufen können, die eigentlich zu erwarten wäre.
Ein wenig überraschend ist das Auftreten von Titelverteidiger Griechenland, der die Gruppe C mit 19 Punkten vor Norwegen und der Türkei anführt.

Qualifizieren sich die Griechen für die EM, wären sie ebenso wie die Gastgeber Österreich und Schweiz in Lostopf 1 gesetzt. Über diesen Setzmodus, der die Stärke der einzelnen Mannschaften nicht direkt wiederspiegelt, ist vor allem die deutsche Mannschaft, die wahrscheinlich ebenfalls in Lostopf 1 landen wird, nicht erbaut. Gewöhnlich werden die stärksten Mannschaften als Gruppenkopf gesetzt, so dass ein Aufeinandertreffen zweier Top-Favoriten bereits in der Gruppenphase eher seltener der Fall.
Werden aber nun neben Deutschland Griechenland, Österreich und die Schweiz gesetzt, kann Deutschland mit etwas Pech eine ganz harte Vorrundengruppe erwischen: So wären die Gruppengegner Italien und Frankreich oder aber England und Frankreich durchaus möglich ...

Nun, aber wollen wir noch nicht zu sehr in die Zukunft blicken. Zunächst muss die Qualifikation erfolgreich bestanden werden, erst dann sollte auf möglich Gegner bei der EM geschaut werden.

Freitag, 5. Oktober 2007

Deutsche UEFA-Cup-Teilnehmer retten Ehre der Bundesliga

Die deutschen Clubs warten scheinbar vergeblich auf die großen Erfolgserlebnisse in der Champions-League: Meister VfB Stuttgart kam im heimischen Gottlieb-Daimler Stadion nicht über ein 0:2 gegen den FC Barcelona hinaus. Die Schwaben spielten zwar über weite Strecken gut mit und zeigten einen deutlichen Aufwärtstrend im Vergleich zur peinlichen Niederlage in Rostock, aber es gelang ihnen leider nicht, ihre Chancen zu nutzen. So war es nicht verwunderlich, dass die insgesamt überlegenden Katalanen in Führung gehen konnten.
Der VfB steht nun mit zwei Niederlagen in der Königsklasse bereits mit dem Rücken zur Wand.
Aber der Meister hat es sich selbst so schwer gemacht: Die Niederlage gegen Barcelona kann passieren, aber dass die Schwaben einen sicher geglaubten Sieg in Glasgow noch aus den Händen gegeben haben, wird noch lange schmerzen!

Ähnlich sieht es für Werder Bremen aus, wenn nicht sogar noch schlechter: Das Team von der Weser ist ebenso wie der VfB Stuttgart mit zwei Niederlagen in die Champions-League gestartet.
Nach der überzeugenden Leistung bei Real Madrid, die aber leider durch die 2:1 Niederlage nicht mit einem Punkt belohnt wurde, folgte am Mittwoch die peinliche Heimpleite gegen Olympiakos Piräus. Mit 1:3 gingen die Werderaner regelrecht unter... Zur Halbzeit lag Thomas Schaaf's Truppe zwar durch das Tor von Hugo Almeida noch 1:0 in Front, gab aber in der zweiten Halbzeit nach schwacher Leistung das Spiel aus der Hand. Für Piräus bedeutet dieser Sieg gleichzeitig den ersten Auswärtssieg überhaupt im Europapokal - Ein Umstand, der den Bremern die Niederlage sicherlich noch schmerzhafter erscheinen lässt ...

Einzig der FC Schalke 04 machte besser: Nach der Heimpleite zu Beginn gegen den CF Valencia ließen die Königsblauen ein 2:0 im hohen Norden bei Rosenborg Trondheim folgen.
Dennoch kann einem Angst und Bange werden bei dem Gedanken, wie weit die Bundesligisten wohl in dieser Saison in der Champions-League kommen werden - oder eher, wie früh sie ausscheiden werden.
Es ist bekannt, dass einiges auf dem Spiel steht: Wenn die internationalen Auftritte nicht besser werden, sind die beiden fixen Plätze und der eine Qualifikationsplatz für die Champions-League bald Geschichte ...

Glücklicherweise haben es die vier deutschen Vertreter im UEFA-Cup deutlich besser gemacht: Sie zogen geschlossen in die Gruppenphase ein!
Der FC Bayern München setzte sich dabei durch ein eher glanzloses 2:0 bei Belenenses Lissabon durch. Nach dem 3:1 im Hinspiel-Erfolg gegen den zweiten portugiesischen Vertreter Uniao Leiria reichte Bayer Leverkusen ein 3:2 in Portugal ebenso zum Weiterkommen, wie dem HSV ein 3:1 Heimsieg gegen den bulgarischen Vertreter Litex Lowetsch, der bereits im Hinspiel 1:0 geschlagen werden konnte.
Bei diesen drei Vereinen standen die Vorzeichen zum Erreichen der Gruppenphase bereits vor dem Rückspiel recht gut, ganz anders sah es für den 1. FC Nürnberg aus: Der deutsche Pokalsieger kam im Hinspiel im heimischen Frankenstadion über ein 0:0 nicht hinaus und musste daher in der Fremde bei Rapid Bukarest alles geben - als Favorit gingen die Franken in jedem Fall nicht in die Partie. Aber es reichte schlussendlich zu einem 2:2 in der rumänischen Hauptstadt, so dass Nürnberg das erste Mal seit 45 Jahren in die zweite Runde im Europapokal einziehen kann.

Das Fazit aus Champions-League- und UEFA-Cup-Aufrtitten der deutschen Clubs kann daher abschließend nur lauten: Freud und Leid im Europokal liegen in dieser Woche bei den Bundesligisten sehr nah beieinander.

Dienstag, 2. Oktober 2007

Goldige Fecht-Weltmeisterschaften in St. Petersburg

Britta Heidemann holte sich am gestrigen Montag bei den Fecht-Weltmeisterschaften von St. Petersburg den WM-Titel im Degenfechten!
Mit diesem ihrem ersten großen Sieg hat Heidemann gleichzeitig das Ticket für Peking so gut wie sicher in der Tasche, was angesichts der Stärke im deutschen Team keine leichte Aufgabe ist.

Zuvor konnte Peter Joppich im Florett der Herren seinen WM-Titel verteidigen und gewann damit bereits seinen insgesamt dritten Weltmeistertitel im Einzelwettbewerb! Im Finale setzte er sich gegen Europameister Andrea Baldini aus Italien durch.
Mit diesem Triumph ist Joppich endgültig in den Fecht-Olymp aufgestiegen: Drei Florett-Weltmeistertitel hat vor ihm noch kein Fechter gewinnen können!
Vize-Europameister Benjamin Kleibrink komplettierte auf Rang 3 das herausragende Ergebnis der deutschen Florett-Fechter. Kleibrink unterlag dabei im Halbfinale seinem Teamkollegen Peter Joppich, dem damit die Revanche für die diesjährigen Europameisterschaften gelang. In Gent war Joppich noch Kleibrink in einem dramatischen Viertelfinale unterlegen gewesen.

Das gute Abschneiden der deutschen Fechterinnen und Fechter bei den Welttitelkämpfen von St. Petersburg setzte am heutigen Dienstag Säbelspezialist Nicolas Limbach mit Platz 3 fort. Der 21jährige unterlag in seinem Halbfinale dem amtierenden Olympiasieger und späteren Vize-Weltmeister Aldo Montano aus Italien.

Sonntag, 30. September 2007

Paolo Bettini verteidigt WM-Titel

Die Rad-Straßenweltmeisterschaften von Stuttgart fanden heute mit dem Straßenrennen der Herren ihr Ende und traditionell auch den Höhepunkt, zumindest aus sportlicher Sicht.
Die Querelen im Vorfeld des Startschusses trübten jedoch die Vorfreude auf dieses Rennen mehr als deutlich, und auch das ZDF entschied, wie schon während der Tour de France, aus der Live-Berichtserstattung auszusteigen und stattdessen nur eine Zusammenfassung des Rennens nach der Zieldurchfahrt zu senden.

Als das Rennen in seine entscheidende Phase trat, spielte gerade der Radfahrer eine entscheidende Rolle, der ob seiner Weigerung, die Ehrenerklärung zu unterschreiben, für viel Unruhe, Diskussionen, ja sogar zu einer Gerichtsentscheidung geführt hatte: Paolo Bettini.
Der Italiener war neben dem Russen Aexandr Kolobnev, Cadel Evans aus Australien, dem Luxemburger Frank Schleck und dem Lokalmatadoren Stefan Schumacher aus Nürtingen in einer fünfköpfigen Spitzengruppe vertreten.
Auf den letzten Kilometern und Metern konnte sich keiner dieser Fünf entscheidend absetzen, so dass der Weltmeistertitel im Sprint dieser Ausreissergruppe entschieden werden musste. Da Paolo Bettini als stärkster Sprinter dieser Gruppe gilt, war es keine Überraschung, dass der Italiener als erster über die Ziellinie fuhr und damit seinen Titel verteidigen konnte.
Nach der Zieldurchfahrt entlud sich die Anspannung Bettini's: Man konnte seinem Gesicht und seinen Tränen im Zielraum ansehen, dass die letzten Tage nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sind. - Wahre Freude sieht anders aus. Nun, im Finale hat sich der Olympiasieger als der Stärkste erwiesen und hat damit den Weltmeistertitel erneut erringen können.
Aber es bleibt ein bitterer Beigeschmack bei diesem Sieg. Es stößt auf Unverständnis, warum ein Radprofi, der eine weiße Weste zu haben vorgibt, sich weigert eine Ehrenerklärung zu unterschreiben, bei der er im Falle eines Dopingvergehens ein Jahresgehalt hätte zurückzahlen müssen ...

Aus deutscher sportlicher Sicht gingen diese Radweltmeisterschaften sehr zufriedenstellend zu Ende: Stefan Schumacher holte sich hinter dem Russen Alexandr Kolobnev Bronze!
Erik Zabel, die zweite deutsche Spitze, kam als 18. im Ziel an.

Deutschland ist Weltmeister: Goldige Titelverteidigung in China!

In einem spannenden Finale der Frauen Fussball-Weltmeisterschaften in China traf Titelverteidiger Deutschland auf Brasilien, das sich im Halbfinale etwas überraschend gegen den zweifachen Weltmeister USA durchsetzen konnte.
Das deutsche Team war also gewarnt ob der Spielstärke der Südamerikanerinnen, aber die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid ging beherzt ins Spiel und wollte das fortsetzen, was sie das gesamte Turnier über gezeigt hatte: Das eigene Tor sauber halten und vorne die entscheidenden Akzente setzen.

Die erste Halbzeit gehörte aber zunächst den Brasilianerinnen um Weltfussballerin Marta und die ehemalige Wolfsburgerin Cristiane. Die deutsche Mannschaft stand zwar hinten gewohnt sicher in der Viererkette, aber nach Vorne lief vergleichsweise wenig. Zudem hatten sie mit dem mitunter nickeligen Spiel der Selecao mit versteckten Fouls und Protesten in Richtung der australischen Schiedsrichterin zu kämpfen.
Silvia Neid dürfte in ihrer Halbzeitansprache jedoch die richtigen Worte an ihre Offensiv-Abteilung gefunden haben, da die deutsche Mannschaft wesentlich besser aus der Pause kam als die Südamerikanerinnen. Und endlich klappte es auch mit dem Tore-Schiessen: In der 52. Minute erzielte Kapitänin Birgit Prinz nach Zuspiel von Sandra Smisek das erlösende 1:0 für Deutschland! Dieses 5. Tor von Prinz im laufenden Turnier war in der Tat Gold wert.
In der Folgezeit sah sich die deutsche Elf jedoch einem Sturmlauf der Brasilianerinnen ausgesetzt, bei denen vor allem Cristiane, Daniela und Marta zu gefallen wussten. Und die Weltfussballerin Marta war es dann auch, die in der 64. Minute einen Elfmeter gegen Linda Bresonik herausholte. Dieser Elfmeter war wohl berechtigt, die Gelbe Karte für Bresonik schien allerings zu hart. Alle Blicke richteten sich nun auf Torfrau Nadine Angerer, die in beeindruckender Manier ihr Tor bis zum Finale hin sauber halten konnte und einen wohl Ewig-Rekord aufstellen könnte, ohne Gegentor Weltmeister zu werden. - Dieses war bislang weder im Frauen- noch im Herren-Fussball gelungen. An diesen möglichen Rekord dürfte Angerer, die Katze aus Potsdam, aber wohl kaum gedacht haben, als die gefoulte Marta zum Strafstoß trat. Und - Nadine Angerer hält den Elfmeter!!

In der Folgezeit kam das deutsche Offensiv-Spiel wieder etwas besser in Fahrt. So fiel in der 86. Minute auch das vorentscheidende 2:0 durch Simone Laudehr, die einen Eckstoß von Renate Lingor in's brasilianische Tor einköpfen konnte!
Der Bann war gebrochen, der Jubel brach nicht nur auf der deutschen Bank aus - und auch die Schlussoffensive der Brasilianerinnen, die deutlich schwächer ausfiel als noch der Ansturm nach dem deutschen Führungstreffer, konnte nichts mehr ausrichten: Deutschland's Fussball-Frauen sind zum zweiten Mal Weltmeister!!!
Als erstes Frauen-Team gelang es der deutschen Mannschaft den vor vier Jahren in den USA gewonnenen Titel zu verteidigen! Und das in beeindruckender Manier! Als erste Mannschaft überhaupt gelang es ihnen diesen Titel ohne einzigen Gegentreffer zu gewinnen! Nadine Angerer wird damit wohl einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt haben, den sie zum einen ihrer eigenen weltmeisterlichen Leistung zu verdanken hat, aber die zum anderen auch der hervorrangender deutschen Abwehrarbeit zu danken ist. - DEUTSCHLAND IST WELTMEISTER!!!

"Fall Bettini" wirft Schatten auf Rad-WM in Stuttgart

Es hätte so schön sein können: Die besten Radsportler der Welt treffen sich zum letzten großen Saisonhöhepunkt bei den Welttitelkämpfen in Stuttgart, um den Besten unter ihnen zu küren, den Straßenweltmeister.
Aber so ungetrübt ist die Welt in der schwäbischen Hauptstadt leider nicht. Anstatt sportlicher Erfolge, wie etwa der Weltmeistertitel im Zeitfahren durch Hanka Kupfernagel, steht wieder einmal das Thema Doping im Vordergrund. Dass dieses so ist, hat sich bereits seit Monaten angekündigt, wenngleich auch immer die Hoffnung bestand, dass der Sport selber im Mittelpunkt stehen wird und nicht Doping.

Nach der dopingerschütterten Tour de France im vergangenen Juli stand der Weltradsportverband nicht im allerbesten Licht da. Für viele war es beispielsweise unverständlich, dass die UCI vor Start der Großen Schleife nicht bekannt gegeben hatte, dass der Däne Michael Rasmussen seiner Meldepflicht nicht wie gefordert nachgekommen ist. Welch hohe Wellen dieses dann während der Tour geschlagen hat, ist noch allzu gut bekannt. Es war daher auch nur allzu verständlich, dass Organisationen, wie die Tour-Direktionen erbost über das Verhalten der UCI war, und es kamen immer wieder Zweifel auf, wie ernst es der Weltradsportverband mit seinem Kampf gegen Doping tatsächlich meint.

Im Vorfeld der WM hat sich die Stadt Stuttgart, die bekanntermaßen als eine, wenn nicht sogar die Sportstadt Deutschlands gilt, für eine WM stark gemacht, bei der alles getan wird, um eine möglichst saubere WM durchführen und dem Radsport so zumindest ein wenig Glaubwürdigkeit zurückgeben zu können.
Der Umfang an Dopingproben vor und während der WM wurde enorm erhöht und die WM-Organsiatoren machten es der Tour de France gleich und forderten von jedem Starter eine Unterschrift unter die Anti-Dopingerklärung. Dieses war soweit auch mit der UCI abgestimmt.
Als sich aber nun herauskristallisierte, dass der Titelverteidiger und amtierende Olympiasieger Paolo Bettini sich weigert, diese zu unterschreiben, schieden sich die Geister zwischen den WM-Organsiatoren und der UCI, und auch der BDR mit Präsident Rudolph Scharping an der Spitze verhielt sich nicht unbedingt so, wie man von einem konsequenten Kampf gegen Doping hätte erwarten dürfen.
Ja, die Stadt Stuttgart wollte sogar vor Gericht durchsetzen, Bettini die Starterlaubnis zu entziehen. Das Landesgericht Stuttgart wies jedoch die Einstweilige Verfügung gegen einen Start Bettinis ab, was auch zu erwarten gewesen war, da die Ehrenerklärung bekanntermaßen nicht gerichtsfest ist. Die UCI mit ihrem Präsidenten Pat McQuaid hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits gegen den WM-Gastgeber gestellt und für einen Start Bettini's plädiert. Zudem ist ein Streit entbrannt um Gelder, die die WM-Stadt an die UCI zu zahlen hat. McQuaid kündigte bereits rechtliche Schritte um, um die von der Stadt Stuttgart zurückgehaltene Gelder in Höhe von 675000 € zu erhalten. Die Haltung Stuttgarts brachte der Oberbürgermeister jedoch auf den Punkt, indem er sagte, dass die Stadt Stuttgart keine Steuergelder an Verbände gäbe, die Doping nicht konsequent bekämpfen.

Die Haltung und das Verhalten des WM-Gastgebers ist konsequent und gegen Doping ausgerichtet. Das verdient höchste Bewunderung in einer Zeit, in der immer wieder letztendlich meist recht leere Versprechen gegeben werden, einen Neuanfang ohne Doping im Radsport anzustreben und durchzusetzen.
Stuttgart hat das getan, was in ihrer Macht steht und die WM-Organisatoren verdienen es nicht, an den Pranger gestellt zu werden. Nein! Denn sie tun etwas!
Dass dieses Verhalten von der UCI nicht mitgetragen wird, ist traurig. So kann man sich kaum vorstellen, dass ein Neuanfang tatsächlich gelingt.

Zudem hat sich die Stadt Stuttgart möglicherweise durch ihr Verhalten die Ausrichtung weiterer Sportgroßereignisse verbaut, da es denkbar ist, dass auch andere Verbände eine derartige Konfrontation scheuen.
Dass wäre mehr als schade, denn dass Stuttgart es wie kaum eine zweite Stadt versteht, Sportereignisse zu zelebrieren, ist weit bekannt, man denke nur an die Leichtathletik Weltmeisterschaft.
Nun, wie sich dieses Thema weiterentwickeln wird, wird die Zukunft zeigen. Für das Hier & Heute kann festgehalten werden, dass der Radsport noch einen ganz weiten Weg vor sich hat, den Dopingsumpf hinter sich zu lassen. Und vor diesem Hintergrund ist es leider wieder einmal eher zweitrangig, wer das heutige abschließende Straßenrennen der Männer gewinnt.

Mittwoch, 26. September 2007

Frauen Fussball-WM: Deutschland im Endspiel

Die deutsche Frauen-Fussball-Nationalmannschaft darf weiterhin von der erfolgreichen Titelverteidigung träumen: Im Halbfinale besiegte die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid Norwegen mit 3:0.

Die deutsche Mannschaft kam zunächst schlechter in die Partie als die spielstarken Norwegerinnen, von denen sie sich nach wenig überzeugender Leistung im letzten WM-Vorbereitungsspiel 2:2 trennten. So hatten die Skandinavierinnen in der ersten Halbzeit durchaus mehr vom Spiel als der Titelverteidiger. Daher fiel der Führungstreffer der deutschen Mannschaft kurz vor der Pause auch ein wenig überraschend, wobei jedoch die Norwegerinnen durch ein Eigentor nach einer Flanke von Birgit Prinz deutlich nachhalfen.
Nach Anpfiff der zweiten Halbzeit war zu spüren, dass dieser Treffer der deutschen Elf Sicherheit gab.
Die Norwegerinnen kamen zwar im Verlauf der Partie immer wieder in die Nähe des deutschen Tores, aber spätestens Torfrau Nadine Angerer wusste den deutschen Kasten, wie schon während des gesamten Turniers, torfrei zu halten.
In der 72. Minute brachte Kerstin Stegemann, deren Schuss noch von einer Norwegerin abgefälscht wurde, das deutsche Team endgültig auf die Siegerstraße, ehe die eingewechselte Martina Müller einen kapitalen Abspielfehler der Norwegerinnen in der 75. Minute zum 3:0 Endstand nutzte.
Die Skandinavierinnen hatten sich in dieser Phase des Spieles bereits aufgegeben: Die deutsche Mannschaft kam immer wieder zu Torchancen, so dass das Ergebnis noch wesentlich deutlicher hätte ausfallen können.

Die deutsche Mannschaft steht damit zum dritten Mal nach 1995 und 2003 in einem WM-Finale und darf weiterhin von der historischen Titelverteidigung träumen.
Dass diese Träume durchaus realistisch sind, zeigt ein Blick in die Statistik dieser WM: Die deutsche Elf hat bei ihren bisherigen 5 Auftritten noch keinen Gegentreffer kassiert und nur gegen England nicht als Sieger vom Platz gehen können. Dieses sind beste Voraussetzungen, um auch im Finale zu bestehen.
Der Gegner der deutschen Mannschaft wird im morgigen Halbfinale zwischen den USA und Brasilien ermittelt.

Montag, 24. September 2007

Mentschow triumphiert zum zweiten Mal bei der Vuelta

Der Russe Dennis Mentschow hat nach 2005 zum zweiten Mal die Vuelta a Espagna für sich entscheiden können.
Im Gegensatz zu seinem ersten Triumph konnte er in diesem Jahr seinen Sieg aber direkt feiern. Vor zwei Jahren wurde ihm der Gesamtsieg aufgrund des positiven Dopingbefundes des zunächst als Sieger gefeierten Roberto Heras lediglich nachträglich zugesprochen.
Einen wichtigen Grundstein für seinen Erfolg legte der Rabobank-Profi sicherlich auf der 10. Etappe, als er in Adorra Arcalis triumphieren konnte. Bereits vor dem entscheidenden Einzelzeitfahren am vergangenen Samstag hatte der Russe so einen deutlichen Vorsprung vor dem CSC-Profi Carlos Sastre sowie den für das baskische Euskaltel-Team fahrenden Samuel Sanchez herausfahren können. Sastre gilt als eher schwächerer Zeitfahrer, Sanchez hingegen warf am Samstag noch einmal alles in eine Waagschale und konnte so auch den Tagessieg erringen. Da jedoch Mentschow auf Platz 2 nur 12 sec zurück lag, änderte sich in der Gesamtwertung nichts Wesentliches.
Und auch die letzte Etappe, die der Italiener Daniele Bennati im Massensprint für sich entscheiden konnte, änderte nichts mehr an Mentschow's zweitem Vuelta-Sieg, sie war eher ein Schaulaufen der Sieger, wie es traditionell auch auf der letzten Etappe der Tour de France der Fall ist.

Auch aus deutscher Sicht kann die diesjährige Spanienrundfahrt durchaus als Erfolg gewertet werden, gab es doch schließlich drei deutsche Tagessiege: Erik Zabel siegte in Zaragossa im Massensprint und konnte damit seinen insgesamt achten Vuelta-Tageserfolg feiern, Bert Grabsch siegte sensationell beim ersten Einzelzeitfahren, und auch Andreas Klier konnte sich in die Siegerliste eintragen.

Die letzte große Landesrundfahrt des Jahres 2007 gehört damit der Vergangenheit an. Die Radsportwelt blickt dagegen nun gespannt nach Stuttgart, wo in dieser Woche die Straßenweltmeisterschaften stattfinden. Wieviel wurde darüber geschrieben, darüber gesprochen, ob diese Welttitelkämpfe in Stuttgart tatsächlich stattfinden sollen bzw. können. Es gab Momente, da schien der Dopingsumpf die WM in Stuttgart mit verschlungen zu haben. Dass die Weltmeisterschaften nun aber doch wie ursprünglich geplant im Schwabenland stattfinden, ist sicherlich positiv zu werten. Es wäre ein vehementer Schlag gegen den Radsport gewesen, hätten sich die Offiziellen gegen diese WM entschieden. Und wem hätte eine Absage letztendlich geholfen?! - Auf diese Frage eine Antwort zu finden, fällt schwer.
Natürlich kann darüber diskutiert werden, ob Fahrern mit einer Dopingverangenheit die Teilnahme verwehrt bleiben soll oder nicht. Und sicherlich ist es absolut korrekt, ja erforderlich, die Anzahl an Dopingproben und die Überwachung der Fahrer zu steigern, aber letztendlich freut es doch, dass diese Welttitelkämpfe nun doch endlich starten. Es bleibt aber dennoch zu hoffen, dass der sportliche Aspekt siegen wird!