Zwei Weltmeistertitel durch Paul Biedermann über die 400 m und 200 m Freistil, eine Silbermedaille der 4 x 100 m Freistil-Staffel der Damen – eine Bilanz, die sich am zweiten Tag der Weltmeisterschaften sehen lassen kann.
Zu stark ist noch die Erinnerung an das schlechte Abschneiden in Peking, Vorzeigeschwimmerin Britta Steffen ausgenommen, und bei den letzten Weltmeisterschaften von Melbourne, bei denen es nur wenige Höhepunkte gab, und man sich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass die meisten deutschen Athleten nicht in der Lage waren, ihren Leistungshöhepunkt bei dem Top-Ereignis abrufen zu können.Da ist das derzeitige Abschneiden der deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer mehr als nur Balsam auf die arg gebeutelte Schwimmer-Seele!
Und auch Helge Meeuw, der sich nach den für ihn mehr als nur verpatzten Olympischen Spielen bereits mit Rücktrittsgedanken auseinander gesetzt hatte, hat endlich seine erste WM-Einzelmedaille gewonnen: Über 100 m Rücken schwamm er in 52.54 Sek auf den Silberrang, 28 Hundertstel hinter dem siegreichen Japaner Junya Koga und lediglich 5 Hunderstel langsamer als sein eigener Deutscher Rekord, den er im Halbfinale aufgestellt hatte! – Die Freude über diesen Triumph war dem 24jährigen nach dem Rennen ins Gesicht geschrieben!
Über die 100 m Rücken suchte man im Finale dabei vergeblich den großen Favoriten und Dominator auf dieser Strecke: Der US-Amerikaner Aaron Peirsol hatte im Halbfinale zu hoch gepokert und wurde, nicht voll schwimmend, lediglich Neunter der beiden Halbfinalläufe. – Das war das Aus für den Weltmeister der Jahre 2003 bis 2007 und amtierenden Olympiasieger. Sicherlich nicht zum Nachteil von Helge Meeuw, der so einen harten Konkurrenten weniger im Finale gegen sich hatte.
Für Freude sorgte auch Hendrik Feldwehr der in neuem Europarekord von 26.74 Sekunden mit der zweitbesten Zeit sicher das Finale über 50 m Brust erreichte.
Für den zweiten großen Höhepunkt neben dem Triumph von Paul Biedermann über Michael Phelps sorgte heute zweifellos Lokalmatadorin Federica Pellegrina. Die Venezianerin, die sich bereits wie Biedermann über die 400 m Freistil in die Siegerlisten eintragen konnte, schwamm im Halbfinale über die 200 m Freistil einen grandiosen neuen Weltrekord in 1:53.67 Minuten und damit die Konkurrenz in Grund und Boden. Alles andere als der Weltmeistertitel wäre eine Überraschung und große Enttäuschung für den Liebling der Italiener. – Am Mittwoch wissen wir mehr.
Mittwoch, 29. Juli 2009
Paul Biedermann düpiert Michael Phelps
Paul Biedermann hat bei den Schwimmweltmeisterschaften von Rom seinen zweiten Weltmeistertiel errungen: Über seine Paradestrecke, die 200 m Freistil, schlug er in der Weltrekordzeit von 1:42.00 Minuten den großen Favoriten und achtfachen Olympiasieger von Peking, Michael Phelps!
Ein unglaubliches Rennen lieferte der 22jährige Deutsche: Seine Schwächen im Vergleich zu Phelps beim Start und bei den Wenden glich er durch exzellentes Schwimmen aus. Und nicht nur das: Er diktierte von Anfang an das Geschehen. Ganz entgegen seiner gewöhnlichen Rennaufteilung ging der Hallenser bereits auf der ersten der vier Bahnen in die Offensive und übernahm die Führung – eine Führung, die er nicht mehr abgeben sollte: Paul Biedermann ist endgültig in der absoluten Weltspitze angekommen!
Bereits sein Sieg über die 400 m Freistil war ein Paukenschlag, aber dieser Triumph stellt alles in den Schatten: In 1:42.00 Minuten pulverisierte er regelrecht den alten Weltrekord von Phelps, den dieser in 1:42.95 Minuten gehalten hatte. – Eine Zeit, von der wohl auch Biedermann selbst in seinen kühnsten Träumen nicht zu träumen gewagt hatte. – Zugegebener Maßen aber auch eine Zeit, die sicherlich auch den Wunderanzügen gedankt ist. Jedoch sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass es letztendlich die Athleten sind, die diese Leistung vollbringen, und alle Athleten haben dieselben Voraussetzungen und können auf die Hightech-Kleidung zurückgreifen.
Für Phelps ist es die erste Niederlage seit 5 Jahren über die 200 m Freistil. Letztmals unterlag im Finale der Olympischen Spielen von Athen der australischen Schwimmlegende Ian Thorpe. Zugegebener Maßen war die Vorbereitung von Phelps auf diese Weltmeisterschaften alles anderer als ideal. Und es darf mehr als nur angenommen werden, dass er sich nicht in der Topform befindet, die ihn in Peking auszeichnete. Nicht nur seine Trainingspause nach den Spielen, sondern auch sein Marihuana-Sperre dürften dazu beigetragen haben. Dieses soll aber nun weder Phelps verteidigen, noch die Leistung von Biedermann schmälern: Der Deutsche hat ein exzellentes Rennen abgeliefert, und auch ein Michael Phelps in Topform hätte wahrscheinlich seine Schwierigkeiten gehabt, den Hallenser zu bezwingen.
Biedermann tritt mit seinem Erfolg nun aber die Nachfolge von Albatros Michael Groß an, der den letzten seiner 2 WM-Titel über die 200 m Freistil 1986 erringen konnte und damit der bislang letzte deutsche Titelträger über die Königsdistanz des Schwimmsports werden konnte!
Ein unglaubliches Rennen lieferte der 22jährige Deutsche: Seine Schwächen im Vergleich zu Phelps beim Start und bei den Wenden glich er durch exzellentes Schwimmen aus. Und nicht nur das: Er diktierte von Anfang an das Geschehen. Ganz entgegen seiner gewöhnlichen Rennaufteilung ging der Hallenser bereits auf der ersten der vier Bahnen in die Offensive und übernahm die Führung – eine Führung, die er nicht mehr abgeben sollte: Paul Biedermann ist endgültig in der absoluten Weltspitze angekommen!
Bereits sein Sieg über die 400 m Freistil war ein Paukenschlag, aber dieser Triumph stellt alles in den Schatten: In 1:42.00 Minuten pulverisierte er regelrecht den alten Weltrekord von Phelps, den dieser in 1:42.95 Minuten gehalten hatte. – Eine Zeit, von der wohl auch Biedermann selbst in seinen kühnsten Träumen nicht zu träumen gewagt hatte. – Zugegebener Maßen aber auch eine Zeit, die sicherlich auch den Wunderanzügen gedankt ist. Jedoch sei an dieser Stelle nochmals darauf hingewiesen, dass es letztendlich die Athleten sind, die diese Leistung vollbringen, und alle Athleten haben dieselben Voraussetzungen und können auf die Hightech-Kleidung zurückgreifen.
Für Phelps ist es die erste Niederlage seit 5 Jahren über die 200 m Freistil. Letztmals unterlag im Finale der Olympischen Spielen von Athen der australischen Schwimmlegende Ian Thorpe. Zugegebener Maßen war die Vorbereitung von Phelps auf diese Weltmeisterschaften alles anderer als ideal. Und es darf mehr als nur angenommen werden, dass er sich nicht in der Topform befindet, die ihn in Peking auszeichnete. Nicht nur seine Trainingspause nach den Spielen, sondern auch sein Marihuana-Sperre dürften dazu beigetragen haben. Dieses soll aber nun weder Phelps verteidigen, noch die Leistung von Biedermann schmälern: Der Deutsche hat ein exzellentes Rennen abgeliefert, und auch ein Michael Phelps in Topform hätte wahrscheinlich seine Schwierigkeiten gehabt, den Hallenser zu bezwingen.
Biedermann tritt mit seinem Erfolg nun aber die Nachfolge von Albatros Michael Groß an, der den letzten seiner 2 WM-Titel über die 200 m Freistil 1986 erringen konnte und damit der bislang letzte deutsche Titelträger über die Königsdistanz des Schwimmsports werden konnte!
Sonntag, 26. Juli 2009
Biedermann Weltmeister mit Weltrekord
Paul Biedermann hat aus deutscher Sicht für einen goldigen Einstand bei den Schwimmweltmeisterschaften von Rom gesorgt: Über seine Nebenstrecke 400m Freistil schwamm der Hallenser nicht nur zu Gold, sondern auch zu einem neuen Weltrekord! - Damit ist das erste deutsche Gold über die 400m seit 1991, als Jörg Hoffmann in Perth letztmals zum WM-Titel schwamm, perfekt!
Dieser Sieg kam nicht nur für Biedermann überraschend, sollte sein Meisterstück doch eigentlich über die 200m Freistil erbracht werden. Dass es bereits über die doppelt so lange Distanz mit dem Titel geklappt hat, lässt hoffen, dass er, nun befreit aufschwimmend, über seine eigentliche Paradestrecke nochmals zu Edelmetall schwimmen kann.
Michael Phelps, achtfacher Olympiasieger von Peking, wird in jedem Fall spätestens jetzt auf den Europarekordler aufmerksam geworden sein.
Im Sog von Paul Biedermann schwamm die 4x100 m Freistil-Staffel der Damen ebenfalls zu Edelmetall. In einem packenden Finale, bei dem Britta Steffen als Startschwimmerin in 52.22sec einen neuen Weltrekord aufstellte , wiesen die Holländerinnen mit Schlussschwimmerin Marleen Veldhuis das deutsche Quartett Britta Steffen, Daniela Samulski, Petra Dallmann und Daniela Schreiber in Weltrekordzeit denkbar knapp auf den Silberrang. Bronze ging an Australien.
Damit hat das deutsche Team bereits 50% der angestrebten 4 Medaillen erreicht. - Das ist mehr als nur ein erfolgreicher Auftakt! Zudem es durch Annika Mehlhorn über die 100m Schmetterling ebenso einen neuen deutschen Rekord gab wie durch Hendrik Feldwehr über die 100m Brust. Feldwehr schwamm gar die drittbeste Zeit der beiden Halbfinalläufe und steht damit sicher im Finale über die einstige deutsche Durststrecke.
Insgesamt gab es bereits am ersten Tag der Schwimmwettbewerbe die erwartete Rekordflut. Durch die neuen Superanzüge begünstigt, purzelten die Weltrekorde fast auf jeder Strecke. - Eine Entwicklung, die die FINA durch ein mögliches Verbot dieser Superanzüge ab 2010 stoppen möchte. Warten wir aber ab, wie sich diese Anzugfrage tatsächlich entwickeln wird, zu viel wurde in der letzten Zeit diskutiert und in Aussicht gestellt.
Dieser Sieg kam nicht nur für Biedermann überraschend, sollte sein Meisterstück doch eigentlich über die 200m Freistil erbracht werden. Dass es bereits über die doppelt so lange Distanz mit dem Titel geklappt hat, lässt hoffen, dass er, nun befreit aufschwimmend, über seine eigentliche Paradestrecke nochmals zu Edelmetall schwimmen kann.
Michael Phelps, achtfacher Olympiasieger von Peking, wird in jedem Fall spätestens jetzt auf den Europarekordler aufmerksam geworden sein.
Im Sog von Paul Biedermann schwamm die 4x100 m Freistil-Staffel der Damen ebenfalls zu Edelmetall. In einem packenden Finale, bei dem Britta Steffen als Startschwimmerin in 52.22sec einen neuen Weltrekord aufstellte , wiesen die Holländerinnen mit Schlussschwimmerin Marleen Veldhuis das deutsche Quartett Britta Steffen, Daniela Samulski, Petra Dallmann und Daniela Schreiber in Weltrekordzeit denkbar knapp auf den Silberrang. Bronze ging an Australien.
Damit hat das deutsche Team bereits 50% der angestrebten 4 Medaillen erreicht. - Das ist mehr als nur ein erfolgreicher Auftakt! Zudem es durch Annika Mehlhorn über die 100m Schmetterling ebenso einen neuen deutschen Rekord gab wie durch Hendrik Feldwehr über die 100m Brust. Feldwehr schwamm gar die drittbeste Zeit der beiden Halbfinalläufe und steht damit sicher im Finale über die einstige deutsche Durststrecke.
Insgesamt gab es bereits am ersten Tag der Schwimmwettbewerbe die erwartete Rekordflut. Durch die neuen Superanzüge begünstigt, purzelten die Weltrekorde fast auf jeder Strecke. - Eine Entwicklung, die die FINA durch ein mögliches Verbot dieser Superanzüge ab 2010 stoppen möchte. Warten wir aber ab, wie sich diese Anzugfrage tatsächlich entwickeln wird, zu viel wurde in der letzten Zeit diskutiert und in Aussicht gestellt.
Dienstag, 17. Februar 2009
Stephan stürmt auf Silberrang
Bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im koreanischen Pyeongchang hat es im Einzelrennen über 20km die erste Medaille für die deutschen Herren gegeben! Nach nur einem Fehler beim ersten Liegendschießen und einer sehr spannenden Schlussrunde war dem WM-Debütanten Christoph Stephan die Silbermedaille nicht mehr zu nehmen!
Für ganz nach vorne reichte es heute, trotz einer fulminanten Schlussrunde, nicht: Zu schnell war der überragende Athlet der bisherigen Titelkämpfe, der nun bereits dreimal mit Gold dekorierte Norweger Ole-Einar Bjoerndalen, der trotz dreier Strafminuten alles und jeden in Grund und Boden lief.
Nach dem vierten Schießen lagen sage und schreibe 6 Läufer innerhalb von 10 Sekunden, unter ihnen Stephan. Er, der bekanntermaßen auf der letzten Schleife noch einmal alles geben kann, machte heute sein Meisterstück: Silber für den 24jährigen!
Bronze ging überraschend an den Kroaten Jakov Fak, der ebenso wie Stephan mit einer Strafminute ins Ziel kam. Nur 0.9 sec hinter dem Sensationsdritten kam der Franzose Simon Fourcade ein, der sich damit ebenso wie bei Weltmeisterschaften vor einem Jahr mit Platz 4 im Einzelrennen zufrieden geben musste. - Bitter, aber dennoch ein gutes Ergebnis für ihn.
Die übrigen Deutschen spielten leider keine Rolle bei der Vergabe der vorderen Plätze: Mit jeweils 4 Schießfehlern kamen Michael Rösch, Michael Greis und Alexander Wolf auf die Plätze 18, 19 und 30.
Aber Christoph Stephan ist durchgekommen und hat die erste Medaille für die deutschen Biathlon-Herren errungen! Glückwunsch!
Für ganz nach vorne reichte es heute, trotz einer fulminanten Schlussrunde, nicht: Zu schnell war der überragende Athlet der bisherigen Titelkämpfe, der nun bereits dreimal mit Gold dekorierte Norweger Ole-Einar Bjoerndalen, der trotz dreier Strafminuten alles und jeden in Grund und Boden lief.
Nach dem vierten Schießen lagen sage und schreibe 6 Läufer innerhalb von 10 Sekunden, unter ihnen Stephan. Er, der bekanntermaßen auf der letzten Schleife noch einmal alles geben kann, machte heute sein Meisterstück: Silber für den 24jährigen!
Bronze ging überraschend an den Kroaten Jakov Fak, der ebenso wie Stephan mit einer Strafminute ins Ziel kam. Nur 0.9 sec hinter dem Sensationsdritten kam der Franzose Simon Fourcade ein, der sich damit ebenso wie bei Weltmeisterschaften vor einem Jahr mit Platz 4 im Einzelrennen zufrieden geben musste. - Bitter, aber dennoch ein gutes Ergebnis für ihn.
Die übrigen Deutschen spielten leider keine Rolle bei der Vergabe der vorderen Plätze: Mit jeweils 4 Schießfehlern kamen Michael Rösch, Michael Greis und Alexander Wolf auf die Plätze 18, 19 und 30.
Aber Christoph Stephan ist durchgekommen und hat die erste Medaille für die deutschen Biathlon-Herren errungen! Glückwunsch!
Montag, 16. Februar 2009
Sturzfestival zum Abschluss der Titelkämpfe von Val d’Isère
Traditionsgemäß wurde bei den alpinen Skiweltmeisterschaften in Val d’Isère als letztes Rennen der Slalom der Herren ausgetragen. Ähnlich wie bei den Damen Tags zuvor sollte es ein spannendes Rennen werden, das von ebenfalls vielen, teils spektakulären Stürzen geprägt wurde.
Aus deutscher Sicht blickte man vor allem dem Auftritt von Felix Neureuther mit Spannung entgegen. Sollte es dem Partenkirchener gelingen, die Erfolgsstory von Kathrin Hölzl und Maria Riesch fortzuschreiben?!
Nach dem ersten Durchgang sah dieses nicht so aus: Nach einer nicht perfekten Fahrt, bei der er ein ums andere Mal nach hinten absaß und mehrfach vor dem Aus stand, lag er mit über 2 Minuten Rückstand auf den Besten des 1. Laufs, den Österreicher Manfred Pranger, auf Rang Zwölf. Der zweite Durchgang sollte Neureuther dann aber wesentlich besser gelingen: Mit der zweitbesten Laufzeit ging es weit noch nach vorne. – Viel weiter, als er selbst wohl für möglich gehalten hätte. Ja, es blinkte sogar zwischenzeitlich Edelmetall.Die nach ihm ins Rennen gegangenen Läufer hatten fast alle so ihre Schwierigkeiten mit der schwierigen Piste: Namhafte Rennfahrer, wie der Österreicher Benjamin Raich, der US-Amerikaner Ted Ligety, der Führende im Slalomweltcup Jean-Baptiste Grange oder der Zweite nach Durchgang 1, der Schwede Johan Brolenius, – um nur einige zu nennen – fielen aus und erreichten das Ziel nicht. So lag denn Felix Neureuther immer noch auf Rang 3, als Manfred Pranger als Letzter das Rennen aufnahm. Sollte es etwa doch noch die ersehnte Medaille geben?!
Nein, dafür reichte es nicht mehr, aber es wäre wohl des Guten auch ein wenig zu viel gewesen, wie er selber später im Interview zugab. Aber auch dieser vierte Platz ist für den 24jährigen ein großer Erfolg, vor allem wenn man den bisherigen Saisonverlauf berücksichtigt. – Zu häufig ist der Sohn von Gold-Rosi ausgefallen.
Aber wer wurde nun Nachfolger des ebenfalls ausgefallenen Mario Matt aus Österreich? Sollte es den Österreichern doch noch gelingen den ersten Weltmeistertitel bei den Herren einzufahren und so die Schmach, die sie in den übrigen Disziplinen erlitten haben, ein wenig kleiner erscheinen lassen? – Ja, es sollte gelingen! Mit siebtbester Laufzeit brachte Pranger seinen Vorsprung ins Ziel und darf sich nun Slalom-Weltmeister nennen!
Es sei ihm und auch den Österreichern gegönnt, dass dieser Sieg errungen werden konnte. Manfred Pranger ist ein verdienter Weltmeister – und die Skination Österreich dürfte nach seiner Zieldurchfahrt mehr als nur ein wenig aufgeatmet haben.Zweiter wurde, wie schon in der Kombination, der Franzose Julien Lizeroux, der dem Gastgeberland so die dritte Silbermedaille bescherte. Auf den Bronzerang, und damit einen Platz vor Felix Neureuther, landete der Kanadier Michael Janyk.
Die alpinen Skiweltmeisterschaften von Val d’Isère, aus denen die Schweiz mit 2 x Gold, 3 x Silber und 1 x Bronze als erfolgreichste Nation hervorgeht, gehört der Geschichte an. Freuen wir uns jetzt schon auf die Titelkämpfe 2011 in Garmisch-Partenkirchen!
Aus deutscher Sicht blickte man vor allem dem Auftritt von Felix Neureuther mit Spannung entgegen. Sollte es dem Partenkirchener gelingen, die Erfolgsstory von Kathrin Hölzl und Maria Riesch fortzuschreiben?!
Nach dem ersten Durchgang sah dieses nicht so aus: Nach einer nicht perfekten Fahrt, bei der er ein ums andere Mal nach hinten absaß und mehrfach vor dem Aus stand, lag er mit über 2 Minuten Rückstand auf den Besten des 1. Laufs, den Österreicher Manfred Pranger, auf Rang Zwölf. Der zweite Durchgang sollte Neureuther dann aber wesentlich besser gelingen: Mit der zweitbesten Laufzeit ging es weit noch nach vorne. – Viel weiter, als er selbst wohl für möglich gehalten hätte. Ja, es blinkte sogar zwischenzeitlich Edelmetall.Die nach ihm ins Rennen gegangenen Läufer hatten fast alle so ihre Schwierigkeiten mit der schwierigen Piste: Namhafte Rennfahrer, wie der Österreicher Benjamin Raich, der US-Amerikaner Ted Ligety, der Führende im Slalomweltcup Jean-Baptiste Grange oder der Zweite nach Durchgang 1, der Schwede Johan Brolenius, – um nur einige zu nennen – fielen aus und erreichten das Ziel nicht. So lag denn Felix Neureuther immer noch auf Rang 3, als Manfred Pranger als Letzter das Rennen aufnahm. Sollte es etwa doch noch die ersehnte Medaille geben?!
Nein, dafür reichte es nicht mehr, aber es wäre wohl des Guten auch ein wenig zu viel gewesen, wie er selber später im Interview zugab. Aber auch dieser vierte Platz ist für den 24jährigen ein großer Erfolg, vor allem wenn man den bisherigen Saisonverlauf berücksichtigt. – Zu häufig ist der Sohn von Gold-Rosi ausgefallen.
Aber wer wurde nun Nachfolger des ebenfalls ausgefallenen Mario Matt aus Österreich? Sollte es den Österreichern doch noch gelingen den ersten Weltmeistertitel bei den Herren einzufahren und so die Schmach, die sie in den übrigen Disziplinen erlitten haben, ein wenig kleiner erscheinen lassen? – Ja, es sollte gelingen! Mit siebtbester Laufzeit brachte Pranger seinen Vorsprung ins Ziel und darf sich nun Slalom-Weltmeister nennen!
Es sei ihm und auch den Österreichern gegönnt, dass dieser Sieg errungen werden konnte. Manfred Pranger ist ein verdienter Weltmeister – und die Skination Österreich dürfte nach seiner Zieldurchfahrt mehr als nur ein wenig aufgeatmet haben.Zweiter wurde, wie schon in der Kombination, der Franzose Julien Lizeroux, der dem Gastgeberland so die dritte Silbermedaille bescherte. Auf den Bronzerang, und damit einen Platz vor Felix Neureuther, landete der Kanadier Michael Janyk.
Die alpinen Skiweltmeisterschaften von Val d’Isère, aus denen die Schweiz mit 2 x Gold, 3 x Silber und 1 x Bronze als erfolgreichste Nation hervorgeht, gehört der Geschichte an. Freuen wir uns jetzt schon auf die Titelkämpfe 2011 in Garmisch-Partenkirchen!
Helena Johnson neue Verfolgungsweltmeisterin
Noch vor den Herren gingen am frühen Morgen deutscher Zeit die Damen auf ihre Verfolgungsjagd. Gejagt wurden die beiden Deutschen Kati Wilhelm und Simone Hauswald, die bekanntlich die Plätze 1 und 2 im Sprintrennen belegt haben.
Nicht mit auf die Verfolgung machen durfte sich die Titelverteidigerin Andrea Henkel, die im Vorfeld vom Rennen ausgeschlossen wurde. Beim Trockenschießen hatte sich bei der Oberhoferin ein Schuss gelöst, obwohl die Waffe eigentlich nicht hätte geladen sein dürfen. Gott sei Dank wurde niemand verletzt, nur der Schreck dürfte wohl allen in die Glieder gefahren sein. Henkel wurde daraufhin regelkonform vom Rennen ausgeschlossen, musste ihre Siebensachen packen und das Rennen aus der Zuschauerrolle betrachten. Bitter für die Oberhoferin, aber die Sicherheit geht vor.
Das Rennen selber, bei dem – dieses sei am Rande erwähnt – alle Läuferinnen die korrekte Loipe wählten und nicht, wie manche ihrer männlichen Kollegen in der ersten Runde die kleine Abkürzung über die Brücke, brachte ein häufiges Wechseln der Führungspositionen, was bei 4 Schießeinlagen bekanntermaßen häufig der Fall ist. Zwischenzeitlich lagen sogar alle vier an den Start gegangenen Deutschen unter den ersten Fünf. – Da durfte man auf mehrfaches Edelmetall hoffen. Aber die auch heute wieder windige Angelegenheit am Schießstand wirbelte das Klassement beim letzten Schießen nochmals kräftig durcheinander: Am besten kam die Schwedin Helena Johnson davon, die als erste auf die letzte Schleife ging. Sie sollte von ihren Konkurrentin dann auch nicht mehr eingeholt werden und durfte ihren ersten Weltmeistertitel bejubeln. Auf Platz zwei kam mit Kati Wilhelm die erste Deutsche ein, die sich nach Gold im Sprintrennen über diese Silbermedaille sehr freute. Bronze ging, wie schon im Sprint, an die Russin Olga Zaitseva.
Martina Beck kam als zweitbeste Deutsche als Sechste ein. Magdalena Neuner, zwischenzeitlich in aussichtsreicher Position liegend, wurde beim letzten Schießen, wie viele andere auch, Opfer des Windes und musste viermal in die Strafrunde. – Das war das Aus ihrer Medaillenträume. Aber nicht nur das: Die Wallgauerin stürzte auf der letzten Abfahrt unglücklich und kam so abgeschlagen als 11. im Ziel ein. Dieses Ergebnis ist sicherlich ein wenig enttäuschend für die sechsfache Weltmeisterin, aber in erster Linie dürfte sie froh sein, dass sie sich bei diesem Sturz nicht verletzt hat und auch ihre Waffe unversehrt geblieben ist.
Nicht mit auf die Verfolgung machen durfte sich die Titelverteidigerin Andrea Henkel, die im Vorfeld vom Rennen ausgeschlossen wurde. Beim Trockenschießen hatte sich bei der Oberhoferin ein Schuss gelöst, obwohl die Waffe eigentlich nicht hätte geladen sein dürfen. Gott sei Dank wurde niemand verletzt, nur der Schreck dürfte wohl allen in die Glieder gefahren sein. Henkel wurde daraufhin regelkonform vom Rennen ausgeschlossen, musste ihre Siebensachen packen und das Rennen aus der Zuschauerrolle betrachten. Bitter für die Oberhoferin, aber die Sicherheit geht vor.
Das Rennen selber, bei dem – dieses sei am Rande erwähnt – alle Läuferinnen die korrekte Loipe wählten und nicht, wie manche ihrer männlichen Kollegen in der ersten Runde die kleine Abkürzung über die Brücke, brachte ein häufiges Wechseln der Führungspositionen, was bei 4 Schießeinlagen bekanntermaßen häufig der Fall ist. Zwischenzeitlich lagen sogar alle vier an den Start gegangenen Deutschen unter den ersten Fünf. – Da durfte man auf mehrfaches Edelmetall hoffen. Aber die auch heute wieder windige Angelegenheit am Schießstand wirbelte das Klassement beim letzten Schießen nochmals kräftig durcheinander: Am besten kam die Schwedin Helena Johnson davon, die als erste auf die letzte Schleife ging. Sie sollte von ihren Konkurrentin dann auch nicht mehr eingeholt werden und durfte ihren ersten Weltmeistertitel bejubeln. Auf Platz zwei kam mit Kati Wilhelm die erste Deutsche ein, die sich nach Gold im Sprintrennen über diese Silbermedaille sehr freute. Bronze ging, wie schon im Sprint, an die Russin Olga Zaitseva.
Martina Beck kam als zweitbeste Deutsche als Sechste ein. Magdalena Neuner, zwischenzeitlich in aussichtsreicher Position liegend, wurde beim letzten Schießen, wie viele andere auch, Opfer des Windes und musste viermal in die Strafrunde. – Das war das Aus ihrer Medaillenträume. Aber nicht nur das: Die Wallgauerin stürzte auf der letzten Abfahrt unglücklich und kam so abgeschlagen als 11. im Ziel ein. Dieses Ergebnis ist sicherlich ein wenig enttäuschend für die sechsfache Weltmeisterin, aber in erster Linie dürfte sie froh sein, dass sie sich bei diesem Sturz nicht verletzt hat und auch ihre Waffe unversehrt geblieben ist.
Kuriosum bei Biathlon-WM
Das Verfolgungsrennen der Herren bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Pyeongchang wird sicherlich nicht so schnell in Vergessenheit geraten: Zu unklar war lange Zeit, wer denn nun als Verfolgungsweltmeister gekrönt werden würde.
Aber der Reihe nach: Ole-Einar Bjoerndalen als Sprintsieger ging als Erster vor seinen Landsmännern Lars Berger, Halvard Hannevold und Alexander Os in die Loipe. Kurz nach dem Start passierte dann das Missgeschick, das den Biathlontag in Pyeongchang bestimmen sollte: Der Norweger bog falsch ab und lief über eine kleine Brücke, anstatt den etwas weiteren Weg außen um die Brücke herum zu nehmen. Lars Berger, hinter Bjoerndalen laufend, nahm denselben Weg, genauso wie noch etwa 10 weitere Läufer, unter ihnen auch Michael Rösch.
Dieses Vergehen, das den Läufern zwar faktisch kaum einen Zeitvorsprung brachte, das aber dennoch nicht regelkonform war, ließ die Köpfe der Jury und des Kampfgerichtes noch lange nach Schluss des Rennens, bei dem Ole-Einar Bjoerndalen mit deutlichem Vorsprung vor dem Russen Maxim Tschudov und seinem Landsmann Alexander Os als Erster über die Ziellinie lief, rauchen.
Immer wieder stellte sich die Frage: Wer ist denn nun der neue Verfolgungsweltmeister?
Bei klarer Regelauslegung hätten alle die Athleten, die die Abkürzung genommen haben, disqualifiziert werden müssen. Eine Haltung, die nicht wenige vertreten haben, und die auch regelkonform gewesen wäre. Dass die Biathleten von der eigentlichen Loipe abwichen, durch Begrenzungsklötzchen hindurch auf die Brücke zuliefen, war in den Fernsehbildern klar zu sehen. Ganz so klar sah es die Jury dann aber wohl doch nicht. Nach langem Hin & Her sollten alle Läufer, die in der ersten Runde fälschlicherweise über die Brücke gelaufen waren, eine Strafminute bekommen, wodurch Tschudov Weltmeister geworden wäre, vor Os und Bjoerndalen. Michael Greis, der korrekt gelaufen war, wäre vom 13. auf den 9. Rang nach vorne gerutscht.
Aber wieder gab es Diskussionen: Dann endlich, lange nachdem das Rennen beendet worden war, wurde die endgültige Entscheidung bekannt gegeben: Es würde weder eine Disqualifikation noch eine Strafminute geben, sondern der Verfolger in der Reihenfolge gewertet, in der die Athleten ins Ziel gelaufen sind. Das bedeutet nun also: Verfolgungsweltmeister 2009 ist der Norweger Ole-Einar Bjoerndalen, der damit seinen insgesamt 12. Weltmeistertitel feiern kann. Ob die Feier tatsächlich so freudig ausfallen wird, wie noch diejenige nach seinem Sprintsieg, mag angezweifelt werden. Zu lange waren nicht nur die Athleten unsicher, wie das Rennen gewertet werden würde. – Verlierer bei diesem kuriosen Rennen ist sicherlich der Sport selber. Eine schnellere, endgültige Entscheidung wäre im Sinne des Sports sicherlich besser gewesen!
Aber der Reihe nach: Ole-Einar Bjoerndalen als Sprintsieger ging als Erster vor seinen Landsmännern Lars Berger, Halvard Hannevold und Alexander Os in die Loipe. Kurz nach dem Start passierte dann das Missgeschick, das den Biathlontag in Pyeongchang bestimmen sollte: Der Norweger bog falsch ab und lief über eine kleine Brücke, anstatt den etwas weiteren Weg außen um die Brücke herum zu nehmen. Lars Berger, hinter Bjoerndalen laufend, nahm denselben Weg, genauso wie noch etwa 10 weitere Läufer, unter ihnen auch Michael Rösch.
Dieses Vergehen, das den Läufern zwar faktisch kaum einen Zeitvorsprung brachte, das aber dennoch nicht regelkonform war, ließ die Köpfe der Jury und des Kampfgerichtes noch lange nach Schluss des Rennens, bei dem Ole-Einar Bjoerndalen mit deutlichem Vorsprung vor dem Russen Maxim Tschudov und seinem Landsmann Alexander Os als Erster über die Ziellinie lief, rauchen.
Immer wieder stellte sich die Frage: Wer ist denn nun der neue Verfolgungsweltmeister?
Bei klarer Regelauslegung hätten alle die Athleten, die die Abkürzung genommen haben, disqualifiziert werden müssen. Eine Haltung, die nicht wenige vertreten haben, und die auch regelkonform gewesen wäre. Dass die Biathleten von der eigentlichen Loipe abwichen, durch Begrenzungsklötzchen hindurch auf die Brücke zuliefen, war in den Fernsehbildern klar zu sehen. Ganz so klar sah es die Jury dann aber wohl doch nicht. Nach langem Hin & Her sollten alle Läufer, die in der ersten Runde fälschlicherweise über die Brücke gelaufen waren, eine Strafminute bekommen, wodurch Tschudov Weltmeister geworden wäre, vor Os und Bjoerndalen. Michael Greis, der korrekt gelaufen war, wäre vom 13. auf den 9. Rang nach vorne gerutscht.
Aber wieder gab es Diskussionen: Dann endlich, lange nachdem das Rennen beendet worden war, wurde die endgültige Entscheidung bekannt gegeben: Es würde weder eine Disqualifikation noch eine Strafminute geben, sondern der Verfolger in der Reihenfolge gewertet, in der die Athleten ins Ziel gelaufen sind. Das bedeutet nun also: Verfolgungsweltmeister 2009 ist der Norweger Ole-Einar Bjoerndalen, der damit seinen insgesamt 12. Weltmeistertitel feiern kann. Ob die Feier tatsächlich so freudig ausfallen wird, wie noch diejenige nach seinem Sprintsieg, mag angezweifelt werden. Zu lange waren nicht nur die Athleten unsicher, wie das Rennen gewertet werden würde. – Verlierer bei diesem kuriosen Rennen ist sicherlich der Sport selber. Eine schnellere, endgültige Entscheidung wäre im Sinne des Sports sicherlich besser gewesen!
Maria Riesch am Ziel ihrer Träume: Weltmeistertitel im Slalom!
Maria Riesch hat es geschafft: Sie hat endlich ihre erste WM-Medaille gewonnen. Die für sie bislang so enttäuschend verlaufenden Titelkämpfe von Val d’Isère haben somit nun doch ein mehr als nur versöhnliches Ende für sie gefunden. Dass sie in ihrer Paradedisziplin, dem Slalom, sogar die Goldmedaille gewinnen konnte, grenzt an ein Wintermärchen! Denn so hat es bereits den zweiten Weltmeistertitel für den DSV gegeben. – Damit war im Vorfeld nicht zu rechnen, vor allem der WM-Triumph von Kathrin Hölzl kam mehr als nur überraschend. Und so steht Deutschland sogar noch vor der Skination Österreich im Medaillenspiegel und ist so erfolgreich wie lange nicht!
Den letzten großen (Slalom-) Triumph vor diesen Weltmeisterschaften erreichte Hilde Gerg bei den Olympischen Spielen von Nagano 1998. Der letzte Sieg bei einer Weltmeisterschaft liegt noch weiter zurück: 1976 war es Rosi Mittermayer, die WM-Gold im Slalom gewinnen konnte. Und nun Maria Riesch!
Die Partenkirchenerin ist wahrlich eine verdiente Weltmeisterin. Wer vier Saisonsiege in Folge feiert, so wie die 24jährige, ist eine würdige Titelträgerin! Und bedenkt man, dass die Weltmeisterschaften für sie bislang so enttäuschend verlaufen waren, sie nicht nur durch Sturzpech gehandicapt, sondern sicher auch unter dem Druck, den sie sich selbst auferlegt hatte, arg zu leiden hatte, und dass sie im letzten WM-Rennen dann so stark auftrumpft – vor dieser Leistung muss man den Hut ziehen. Alle Achtung, dass Deutschland’s Vorzeige-Alpine gerade in der Disziplin, bei der ein kleiner Fehler, ein kleiner Rutscher zum falschen Zeitpunkt das sofortige Aus bedeuten kann, ihre Nerven so im Zaum hatte!
Dass Sieg und Niederlage gerade im Slalom sehr nah beieinander liegen, mussten auch die nach Durchgang 1 in Front liegenden Läuferinnen leidvoll erfahren: Sandrine Aubert, Dritte nach Durchgang 1, stieg nach ihrem Ausrutscher zwar wieder zurück, kam aber abgeschlagen ins Ziel. Doppelweltmeisterin Lindsey Vonn, Zweite nach dem 1. Durchgang, stürzte gar, und auch die Italienerin Manuela Mölgg, als Letzte im 2. Durchgang auf die Strecke gegangen, schied nach einem Fahrfehler im unteren Teil der Strecke aus. Und so war der Weg frei für Maria Riesch: Nach Durchgang 1 noch auf dem sechsten Rang liegend, meisterte sie in beeindruckender Manier den schwierigen Lauf und setze sich mit Laufbestzeit an die Spitze. Nachdem die nach dem ersten Durchgang auf den Rängen 5 und 4 vor ihr platzierten Läuferinnen, Frida Hansdotter und Sarka Zahrobska nicht an ihr vorbei kommen konnten, und auch Aubert zurückfiel, standen bereits die ersten Freudentränen in den Augen: Denn die Medaille war sicher! Als Gold feststand, war dann kein Halten mehr!
Auf den weiteren Medaillenplätzen landeten die Titelverteidigerin Zahrobska auf dem Silberrang und die doppelt Bronze-dekorierte Finnin Tania Poutiainen. Fanny Chmelar als Achte komplettierte mit ihrem besten Weltcupergebnis das hervorragende Abschneiden des DSV. Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl wurde Achtzehnte.
Den letzten großen (Slalom-) Triumph vor diesen Weltmeisterschaften erreichte Hilde Gerg bei den Olympischen Spielen von Nagano 1998. Der letzte Sieg bei einer Weltmeisterschaft liegt noch weiter zurück: 1976 war es Rosi Mittermayer, die WM-Gold im Slalom gewinnen konnte. Und nun Maria Riesch!
Die Partenkirchenerin ist wahrlich eine verdiente Weltmeisterin. Wer vier Saisonsiege in Folge feiert, so wie die 24jährige, ist eine würdige Titelträgerin! Und bedenkt man, dass die Weltmeisterschaften für sie bislang so enttäuschend verlaufen waren, sie nicht nur durch Sturzpech gehandicapt, sondern sicher auch unter dem Druck, den sie sich selbst auferlegt hatte, arg zu leiden hatte, und dass sie im letzten WM-Rennen dann so stark auftrumpft – vor dieser Leistung muss man den Hut ziehen. Alle Achtung, dass Deutschland’s Vorzeige-Alpine gerade in der Disziplin, bei der ein kleiner Fehler, ein kleiner Rutscher zum falschen Zeitpunkt das sofortige Aus bedeuten kann, ihre Nerven so im Zaum hatte!
Dass Sieg und Niederlage gerade im Slalom sehr nah beieinander liegen, mussten auch die nach Durchgang 1 in Front liegenden Läuferinnen leidvoll erfahren: Sandrine Aubert, Dritte nach Durchgang 1, stieg nach ihrem Ausrutscher zwar wieder zurück, kam aber abgeschlagen ins Ziel. Doppelweltmeisterin Lindsey Vonn, Zweite nach dem 1. Durchgang, stürzte gar, und auch die Italienerin Manuela Mölgg, als Letzte im 2. Durchgang auf die Strecke gegangen, schied nach einem Fahrfehler im unteren Teil der Strecke aus. Und so war der Weg frei für Maria Riesch: Nach Durchgang 1 noch auf dem sechsten Rang liegend, meisterte sie in beeindruckender Manier den schwierigen Lauf und setze sich mit Laufbestzeit an die Spitze. Nachdem die nach dem ersten Durchgang auf den Rängen 5 und 4 vor ihr platzierten Läuferinnen, Frida Hansdotter und Sarka Zahrobska nicht an ihr vorbei kommen konnten, und auch Aubert zurückfiel, standen bereits die ersten Freudentränen in den Augen: Denn die Medaille war sicher! Als Gold feststand, war dann kein Halten mehr!
Auf den weiteren Medaillenplätzen landeten die Titelverteidigerin Zahrobska auf dem Silberrang und die doppelt Bronze-dekorierte Finnin Tania Poutiainen. Fanny Chmelar als Achte komplettierte mit ihrem besten Weltcupergebnis das hervorragende Abschneiden des DSV. Riesenslalom-Weltmeisterin Kathrin Hölzl wurde Achtzehnte.
Goldiger WM-Einstand für Biathlon-Damen
Die deutschen Biathletinnen haben ihre Siegesserie in den WM-Sprintwettbewerben bei den Titelkämpfen im koreanischen Pyeongchang erfolgreich fortgesetzt und mit einem Doppelsieg zum WM-Auftakt für einen Paukenschlag aus deutscher Sicht gesorgt.
Neue Sprintweltmeisterin, und damit Nachfolgerin von Andrea Henkel, wurde das Rotkäppchen des deutschen Teams, Kati Wilhelm! Die Thüringerin siegte vor Simone Hauswald, die bei ihrem halben Heimspiel im Heimatland ihrer Mutter ihre erste WM-Einzelmedaille bejubeln konnte! Dritte wurde Olga Zaitseva aus dem arg gebeutelten russischen Team, das man angesichts der jüngsten Dopingvergehen von Ekaterina Juriewa, Albina Ahatova und Dimitri Jaruschenko doch mehr als nur ein wenig kritisch beäugt.
Bei der neuen Sprintweltmeisterin liefen bei der Siegerehrung die Tränen der Freude! – Acht Jahre hat die mehrfache Olympiasiegerin auf einen erneuten WM-Einzeltitel warten müssen, aber nie daran gezweifelt, dass es ihr noch einmal gelingen würde.Bei ihrem WM-Einstand 2001 noch völlig überraschend zum WM-Titel im Sprintrennen gelaufen, gehörte die Weltcupführende zwar nun zum Favoritenkreis für Pyeongchang, aber da der Kreis der Medaillenanwärterinnen im Biathlon-Zirkus nicht klein ist, war eine Medaille noch längst nicht sicher.
Mit null Schießfehlern und einer exzellenten Laufleistung verwies Wilhelm in einem spannenden Rennen ihre Mannschaftskollegin Simone Hauswald, die bis dahin nach ebenfalls null Schießfehlern und einer fulminanten Schlussrunde in Front lag, auf den Silberrang, der aber auch einen riesiger Erfolg für die gebürtige Schwäbin bedeutet.Laufbestzeit erzielte wieder einmal Magdalena Neuner, die nach drei Schießfehlern bei z.T. schwierigsten Bedingungen und wechselnden Winden am Schießstand auf dem achten Rang einkam. Zwei Ränge vor ihr platziert ist die entthronte Titelverteidigerin: Andrea Henkel erreichte nach 2 Schießfehlern den sechsten Rang. Martina Beck komplettierte als 12. das exzellente Sprintergebnis der deutschen Biathletinnen. Dieses ist ein Einstand nach Maß, der auch viel für den Verfolger verspricht.
Bei den Herren gab es im Sprintrennen einen Vierfach-Triumph für Norwegen! Man muss wahrscheinlich lange in den Analen der Titelkämpfen zurückschauen, um Vergleichbares zu entdecken. Und dabei waren die Norweger ohne ihren Besten der laufenden Saison, den Weltcupführenden Emil Hegle Svendsen angetreten, der etwa 5 Stunden vor Start des Rennens krankheitsbedingt passen musste. Für ihn rückte der laufstarke Lars Berger nach, der dann auch die Konkurrenz in Grund und Boden laufen sollte. Wie Phönix aus der Asche schien er aufzuerstehen und verdrängte nach für ihn nur 2 Schießfehlern seine Landsmänner Halvard Hannevold und Alexander Os von den Plätzen und setzte sich an die Spitze. Er sollte nur noch von einem überflügelt werden: Ole Einar Björndalen. Der nun erfolgreichste Biathlet aller Zeiten sicherte sich aufgrund einer überragender Laufform und ebenfalls zwei Schießfehlern seinen 11. Weltmeistertitel und 85. Weltcupsieg. – Triumphe, die seinesgleichen suchen!
Die deutschen Herren konnten es den Damen somit leider nicht gleich tun. Dreifach-Olympiasieger Michael Greis kam nach 2 Schießfehlern als bester Deutscher auf dem siebten Rang ein und hat damit eine gute Ausgangssituation für das Verfolgungsrennen. Michael Rösch wurde als zweitbester Deutscher 14., wobei es lange nach einer deutlich besseren Platzierung aussah – hatte Rösch doch bis zum 8. Schuss alles abgeräumt, traf dann aber leider bei den letzten beiden Schüssen das Schwarze nicht und musste zwei Ehrenrunden in der Strafrunde drehen.
Freuen wir uns am Sonntag nun auf die zwei Verfolgungsrennen! Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren ist Spannung vorprogrammiert, denn wir wissen: Bei 4 Schießeinlagen kann so einiges passieren ...
Neue Sprintweltmeisterin, und damit Nachfolgerin von Andrea Henkel, wurde das Rotkäppchen des deutschen Teams, Kati Wilhelm! Die Thüringerin siegte vor Simone Hauswald, die bei ihrem halben Heimspiel im Heimatland ihrer Mutter ihre erste WM-Einzelmedaille bejubeln konnte! Dritte wurde Olga Zaitseva aus dem arg gebeutelten russischen Team, das man angesichts der jüngsten Dopingvergehen von Ekaterina Juriewa, Albina Ahatova und Dimitri Jaruschenko doch mehr als nur ein wenig kritisch beäugt.
Bei der neuen Sprintweltmeisterin liefen bei der Siegerehrung die Tränen der Freude! – Acht Jahre hat die mehrfache Olympiasiegerin auf einen erneuten WM-Einzeltitel warten müssen, aber nie daran gezweifelt, dass es ihr noch einmal gelingen würde.Bei ihrem WM-Einstand 2001 noch völlig überraschend zum WM-Titel im Sprintrennen gelaufen, gehörte die Weltcupführende zwar nun zum Favoritenkreis für Pyeongchang, aber da der Kreis der Medaillenanwärterinnen im Biathlon-Zirkus nicht klein ist, war eine Medaille noch längst nicht sicher.
Mit null Schießfehlern und einer exzellenten Laufleistung verwies Wilhelm in einem spannenden Rennen ihre Mannschaftskollegin Simone Hauswald, die bis dahin nach ebenfalls null Schießfehlern und einer fulminanten Schlussrunde in Front lag, auf den Silberrang, der aber auch einen riesiger Erfolg für die gebürtige Schwäbin bedeutet.Laufbestzeit erzielte wieder einmal Magdalena Neuner, die nach drei Schießfehlern bei z.T. schwierigsten Bedingungen und wechselnden Winden am Schießstand auf dem achten Rang einkam. Zwei Ränge vor ihr platziert ist die entthronte Titelverteidigerin: Andrea Henkel erreichte nach 2 Schießfehlern den sechsten Rang. Martina Beck komplettierte als 12. das exzellente Sprintergebnis der deutschen Biathletinnen. Dieses ist ein Einstand nach Maß, der auch viel für den Verfolger verspricht.
Bei den Herren gab es im Sprintrennen einen Vierfach-Triumph für Norwegen! Man muss wahrscheinlich lange in den Analen der Titelkämpfen zurückschauen, um Vergleichbares zu entdecken. Und dabei waren die Norweger ohne ihren Besten der laufenden Saison, den Weltcupführenden Emil Hegle Svendsen angetreten, der etwa 5 Stunden vor Start des Rennens krankheitsbedingt passen musste. Für ihn rückte der laufstarke Lars Berger nach, der dann auch die Konkurrenz in Grund und Boden laufen sollte. Wie Phönix aus der Asche schien er aufzuerstehen und verdrängte nach für ihn nur 2 Schießfehlern seine Landsmänner Halvard Hannevold und Alexander Os von den Plätzen und setzte sich an die Spitze. Er sollte nur noch von einem überflügelt werden: Ole Einar Björndalen. Der nun erfolgreichste Biathlet aller Zeiten sicherte sich aufgrund einer überragender Laufform und ebenfalls zwei Schießfehlern seinen 11. Weltmeistertitel und 85. Weltcupsieg. – Triumphe, die seinesgleichen suchen!
Die deutschen Herren konnten es den Damen somit leider nicht gleich tun. Dreifach-Olympiasieger Michael Greis kam nach 2 Schießfehlern als bester Deutscher auf dem siebten Rang ein und hat damit eine gute Ausgangssituation für das Verfolgungsrennen. Michael Rösch wurde als zweitbester Deutscher 14., wobei es lange nach einer deutlich besseren Platzierung aussah – hatte Rösch doch bis zum 8. Schuss alles abgeräumt, traf dann aber leider bei den letzten beiden Schüssen das Schwarze nicht und musste zwei Ehrenrunden in der Strafrunde drehen.
Freuen wir uns am Sonntag nun auf die zwei Verfolgungsrennen! Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren ist Spannung vorprogrammiert, denn wir wissen: Bei 4 Schießeinlagen kann so einiges passieren ...
Freitag, 13. Februar 2009
Sensationeller Weltmeistertitel für Kathrin Hölzl
Die Durststrecke des DSV bei alpinen Ski-Weltmeisterschaften hat ein überraschendes, ja geradezu sensationelles Ende gefunden: Die Berchtesgadenerin Kathrin Hölzl hat in ihrer Paradedisziplin Riesenslalom die erste WM-Einzelmedaille für den DSV seit 8 Jahren gewonnen! Dass es gleich zu Gold reichte, ist kaum zu fassen! Hat die 24jährige doch schließlich im Weltcup bislang noch nie ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen können. Dass dieses nun gerade bei den Weltmeisterschaften zum ersten Mal glückte, lässt nicht nur sie, sondern auch einen ganzen Verband jubeln.
Dabei sollte es doch eigentlich Maria Riesch vergönnt gewesen sein, die erste alpine WM-Einzelmedaille seit 52 Wettbewerben zu gewinnen. Die Partenkirchenerin war als Zweite im Gesamtweltcup im Vorfeld der WM als große Medaillenkandidatin gehandelt worden. Leider waren es bislang nur noch nicht die Titelkämpfe der Maria Riesch: Im Super-G nach verhaltenem Rennen nur auf Rang 8 gefahren, in der Super-Kombination die Medaille eigentlich bereits fest im Blick auf dem vierten Platz gelandet, und auch in der Abfahrt, noch gezeichnet von ihrem Trainingssturz, spielte sie mit Rang 10 keine entscheidende Rolle. Ganz im Gegensatz zu ihrer Freundin Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerinnen ist nach den Siegen in Super-G und Abfahrt schon jetzt der große WM-Star. Beinahe wäre Vonn bereits dreifache Titelträgerin von Val d’Isère, schied sie im Kombinationsslalom doch denkbar knapp aus und musste so der Österreicherin Kathrin Zettel den Vortritt lassen.
Mag Lindsey Vonn auch als der große WM-Star in die Analen der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2009 eingehen, aus deutscher Sicht ist Kathrin Hölzl die große Gewinnerin!
Nach Durchgang 1 lag sie mit Rang 4 noch in Lauerstellung, brachte sich dann aber im zweiten Durchgang durch einen couragierten, aber dennoch kontrollierten Lauf in Führung – knappe 0.09 sec vor der Slowenin Tina Maze. Endlich, endlich, ist es Hölzl wieder einmal gelungen auch einen zweiten exzellenten Lauf ins Ziel zu bringen! Wie oft musste sie im Weltcup im zweiten Durchgang Konkurrentinnen an sich vorbeiziehen lassen, aber heute ist ihr ihr Meisterstück gelungen. Die Nummer 1, die nach ihrer Zieldurchfahrt aufleuchtete, sollte nicht mehr verblassen, denn die drei nach dem ersten Durchgang noch vor ihr liegenden Läuferinnen, kamen an ihre Leistung nicht heran.
So kam ihre Teamkollegin Viktoria Rebensburg, die nach dem ersten Durchgang noch sensationell auf Rang 3 lag, auf dem 9. Platz ein, der für die 18jährige dennoch einen großen Erfolg bedeutet. Dann hieß es für Tanja Poutiainen zu zeigen, wozu sie in der Lage ist: Zunächst noch in Front liegend, verlor die Finnin im unteren Teil der Strecke jedoch und landete letztendlich auf dem dritten Gesamtrang hinter Hölzl und Maze. Denn Kathrin Zettel ist nach Gold in der Super-Kombination kein erneuter Sprung aufs Podest gelungen: Die Österreicherin wurde Sechste.
Ganz oben steht heute aber Kathrin Hölzl. Sie gewinnt das erste Riesenslalom-Gold seit 31 Jahren für Deutschland. 1978 war es Maria Epple, die ebenso wie Kathrin Hölzl ohne einen einzigen Weltcupsieg zu WM-Gold im Riesenslalom fuhr. Das letzte Mal durfte der DSV 2001 über eine Goldmedaille im Einzelwettbewerb jubeln: Martina Ertl war es, die Kombinations-Gold in St. Anton holte.
Hoffen wir, dass dieser Sieg von Hölzl auch Maria Riesch Auftrieb geben wird, damit diese ihren Traum einer WM-Medaille doch noch wahr werden lassen kann. Beim Riesenslalom kam die Partenkirchenerin nach einem groben Fahrfehler im zweiten Durchgang nur auf den 28. Platz, aber da der Riesentorlauf ihre schwächste Disziplin ist, sollte sie dieses Ergebnis nicht zu traurig stimmen. Für sie gilt es am Samstag in ihrer Paradedisziplin, dem Slalom, voll anzugreifen! Als vierfache Saisonsiegerin gilt sie hier, neben Vonn, als ganz große Favoritin. Ihr persönlicher Druck ist sicherlich nach wie vor groß, aber auf ihr lastet nun nicht mehr der ganz große Druck des Deutschen Skiverbandes, endlich wieder eine WM-Medaille gewinnen zu „müssen“. – Hoffen wir, dass dieses ihr helfen wird, das ersehnte Ziel einer Medaille zu erreichen!
Dabei sollte es doch eigentlich Maria Riesch vergönnt gewesen sein, die erste alpine WM-Einzelmedaille seit 52 Wettbewerben zu gewinnen. Die Partenkirchenerin war als Zweite im Gesamtweltcup im Vorfeld der WM als große Medaillenkandidatin gehandelt worden. Leider waren es bislang nur noch nicht die Titelkämpfe der Maria Riesch: Im Super-G nach verhaltenem Rennen nur auf Rang 8 gefahren, in der Super-Kombination die Medaille eigentlich bereits fest im Blick auf dem vierten Platz gelandet, und auch in der Abfahrt, noch gezeichnet von ihrem Trainingssturz, spielte sie mit Rang 10 keine entscheidende Rolle. Ganz im Gegensatz zu ihrer Freundin Lindsey Vonn. Die US-Amerikanerinnen ist nach den Siegen in Super-G und Abfahrt schon jetzt der große WM-Star. Beinahe wäre Vonn bereits dreifache Titelträgerin von Val d’Isère, schied sie im Kombinationsslalom doch denkbar knapp aus und musste so der Österreicherin Kathrin Zettel den Vortritt lassen.
Mag Lindsey Vonn auch als der große WM-Star in die Analen der Alpinen Skiweltmeisterschaften 2009 eingehen, aus deutscher Sicht ist Kathrin Hölzl die große Gewinnerin!
Nach Durchgang 1 lag sie mit Rang 4 noch in Lauerstellung, brachte sich dann aber im zweiten Durchgang durch einen couragierten, aber dennoch kontrollierten Lauf in Führung – knappe 0.09 sec vor der Slowenin Tina Maze. Endlich, endlich, ist es Hölzl wieder einmal gelungen auch einen zweiten exzellenten Lauf ins Ziel zu bringen! Wie oft musste sie im Weltcup im zweiten Durchgang Konkurrentinnen an sich vorbeiziehen lassen, aber heute ist ihr ihr Meisterstück gelungen. Die Nummer 1, die nach ihrer Zieldurchfahrt aufleuchtete, sollte nicht mehr verblassen, denn die drei nach dem ersten Durchgang noch vor ihr liegenden Läuferinnen, kamen an ihre Leistung nicht heran.
So kam ihre Teamkollegin Viktoria Rebensburg, die nach dem ersten Durchgang noch sensationell auf Rang 3 lag, auf dem 9. Platz ein, der für die 18jährige dennoch einen großen Erfolg bedeutet. Dann hieß es für Tanja Poutiainen zu zeigen, wozu sie in der Lage ist: Zunächst noch in Front liegend, verlor die Finnin im unteren Teil der Strecke jedoch und landete letztendlich auf dem dritten Gesamtrang hinter Hölzl und Maze. Denn Kathrin Zettel ist nach Gold in der Super-Kombination kein erneuter Sprung aufs Podest gelungen: Die Österreicherin wurde Sechste.
Ganz oben steht heute aber Kathrin Hölzl. Sie gewinnt das erste Riesenslalom-Gold seit 31 Jahren für Deutschland. 1978 war es Maria Epple, die ebenso wie Kathrin Hölzl ohne einen einzigen Weltcupsieg zu WM-Gold im Riesenslalom fuhr. Das letzte Mal durfte der DSV 2001 über eine Goldmedaille im Einzelwettbewerb jubeln: Martina Ertl war es, die Kombinations-Gold in St. Anton holte.
Hoffen wir, dass dieser Sieg von Hölzl auch Maria Riesch Auftrieb geben wird, damit diese ihren Traum einer WM-Medaille doch noch wahr werden lassen kann. Beim Riesenslalom kam die Partenkirchenerin nach einem groben Fahrfehler im zweiten Durchgang nur auf den 28. Platz, aber da der Riesentorlauf ihre schwächste Disziplin ist, sollte sie dieses Ergebnis nicht zu traurig stimmen. Für sie gilt es am Samstag in ihrer Paradedisziplin, dem Slalom, voll anzugreifen! Als vierfache Saisonsiegerin gilt sie hier, neben Vonn, als ganz große Favoritin. Ihr persönlicher Druck ist sicherlich nach wie vor groß, aber auf ihr lastet nun nicht mehr der ganz große Druck des Deutschen Skiverbandes, endlich wieder eine WM-Medaille gewinnen zu „müssen“. – Hoffen wir, dass dieses ihr helfen wird, das ersehnte Ziel einer Medaille zu erreichen!
Donnerstag, 12. Februar 2009
Gold für Kathrin Hölzl!
Die erste so langersehnte Medaille für den DSV ist da!!! Und gleich eine Goldene!
Kathrin Hölzl sichert sich im Riesenslalom den Weltmeistertitel!
Nach Durchgang 1 noch auf dem vierten Rang liegend, brachte die Deutsche einen guten, sicheren Lauf ins Ziel und ließ die noch nach ihr startenden Viktoria Rebensburg, Tanja Poutiainen und Kathrin Zettel hinter sich. - Da wird auch Maria Riesch ein Stein von der Seele gefallen sein.
- Bericht folgt. -
Kathrin Hölzl sichert sich im Riesenslalom den Weltmeistertitel!
Nach Durchgang 1 noch auf dem vierten Rang liegend, brachte die Deutsche einen guten, sicheren Lauf ins Ziel und ließ die noch nach ihr startenden Viktoria Rebensburg, Tanja Poutiainen und Kathrin Zettel hinter sich. - Da wird auch Maria Riesch ein Stein von der Seele gefallen sein.
- Bericht folgt. -
Mittwoch, 4. Februar 2009
Lindsey Vonn erste Weltmeisterin von Val d’Isère
Traditionsgemäß stand als erste Entscheidung bei den Alpinen Ski-Weltmeisterschaften von Val d’Isére der Super-G der Damen auf dem Programm. Auf einer für die Damen komplett neuen Piste sollte es ein schwieriger Auftakt werden, dem Hang selber, der Kurssetzung sowie den äußeren Bedingungen geschuldet.
So schieden denn auch viele der Läuferinnen aus, unter ihnen so namhafte Kandidatinnen, wie die Titelverteidigerin Anja Pärson aus Schweden, Österreich’s Speed-Queen Renate Götschl oder aber die bei Großereignissen fast regelmäßig groß auftrumpfende US-Amerikanerin Julia Mancuso. Leider traf es auch eine der drei deutschen Läuferinnen: Die mit der Nummer 6 ins Rennen gegangene Gina Stechert.
Als erste Weltmeisterin 2009 durfte sich die auch im Vorfeld zu den Favoritinnen zählende Gesamtweltcupführende Lindsey Vonn eintragen. Für die als sehr gute Freundin der deutschen Hoffnung Nr. 1, Maria Riesch, geltende US-Amerikanerin war es ihr erster Weltmeistertitel. Sie konnte als einzige die Zeit der als Nummer 2 ins Rennen gegangenen Französin Marie Marchand-Arvier unterbieten, die ein wenig überraschend Silber gewann. Die Französin hatte ihren Heimvorteil, der ihr mehr Trainingsfahrten auf dieser Strecke einbrachte als ihren Konkurrentinnen, eindeutig genutzt, wenngleich sie auch von den etwas besseren Sichtverhältnissen zu Beginn des Rennens profitierte. Bronze ging an die Österreicherin Andrea Fischbacher.
Maria Riesch wurde nach einer eher verhaltenen Fahrt Achte und ist damit nicht so recht zufrieden. Ja, es wäre eine Medaille möglich gewesen, wäre sie etwas couragierter gefahren. Aber so ist auch dieser achte Rang kein schlechter WM-Einstand für die Partenkirchenerin, die ihr Ziel einer WM-Medaille immer noch klar vor Augen hat. Auch wenn Riesch in der vergangenen Saison die kleine Kristallkugel im Super-G-Weltcup gewinnen konnte, zählt sie heuer nicht zu den Top-Favoritinnen in dieser Disziplin. Ihre Stärken liegen derzeit eindeutig im Slalom, wo sie bekanntermaßen vier Weltcuprennen in Folge gewinnen und auch den letzten Slalom vor der WM als Zweite erfolgreich abschließen konnte, und in der Kombination.
Auch wenn es mit der ersehnten ersten WM-Medaille für den Deutschen Ski-Verband seit 8 Jahren beim WM-Auftakt noch nicht geklappt hat, sollte man über den Ausgang des ersten WM-Rennens aus deutscher Sicht nicht zu unzufrieden sein. Denn neben Riesch kam mit Viktoria Rebensburg als 10. eine zweite Fahrerin unter die Top 10. Rebensburg, die sich bei der WM vor zwei Jahren in Aare im Riesenslalom als Achte erstmals ins Rampenlicht fahren konnte, lag bis zur zweiten Zwischenzeit noch deutlich besser im Rennen – Platz 4 war in Reichweite – jedoch machte ein Fahrfehler im unteren Teil der schwierigen Strecke eine bessere Platzierung zunichte.
So schieden denn auch viele der Läuferinnen aus, unter ihnen so namhafte Kandidatinnen, wie die Titelverteidigerin Anja Pärson aus Schweden, Österreich’s Speed-Queen Renate Götschl oder aber die bei Großereignissen fast regelmäßig groß auftrumpfende US-Amerikanerin Julia Mancuso. Leider traf es auch eine der drei deutschen Läuferinnen: Die mit der Nummer 6 ins Rennen gegangene Gina Stechert.
Als erste Weltmeisterin 2009 durfte sich die auch im Vorfeld zu den Favoritinnen zählende Gesamtweltcupführende Lindsey Vonn eintragen. Für die als sehr gute Freundin der deutschen Hoffnung Nr. 1, Maria Riesch, geltende US-Amerikanerin war es ihr erster Weltmeistertitel. Sie konnte als einzige die Zeit der als Nummer 2 ins Rennen gegangenen Französin Marie Marchand-Arvier unterbieten, die ein wenig überraschend Silber gewann. Die Französin hatte ihren Heimvorteil, der ihr mehr Trainingsfahrten auf dieser Strecke einbrachte als ihren Konkurrentinnen, eindeutig genutzt, wenngleich sie auch von den etwas besseren Sichtverhältnissen zu Beginn des Rennens profitierte. Bronze ging an die Österreicherin Andrea Fischbacher.
Maria Riesch wurde nach einer eher verhaltenen Fahrt Achte und ist damit nicht so recht zufrieden. Ja, es wäre eine Medaille möglich gewesen, wäre sie etwas couragierter gefahren. Aber so ist auch dieser achte Rang kein schlechter WM-Einstand für die Partenkirchenerin, die ihr Ziel einer WM-Medaille immer noch klar vor Augen hat. Auch wenn Riesch in der vergangenen Saison die kleine Kristallkugel im Super-G-Weltcup gewinnen konnte, zählt sie heuer nicht zu den Top-Favoritinnen in dieser Disziplin. Ihre Stärken liegen derzeit eindeutig im Slalom, wo sie bekanntermaßen vier Weltcuprennen in Folge gewinnen und auch den letzten Slalom vor der WM als Zweite erfolgreich abschließen konnte, und in der Kombination.
Auch wenn es mit der ersehnten ersten WM-Medaille für den Deutschen Ski-Verband seit 8 Jahren beim WM-Auftakt noch nicht geklappt hat, sollte man über den Ausgang des ersten WM-Rennens aus deutscher Sicht nicht zu unzufrieden sein. Denn neben Riesch kam mit Viktoria Rebensburg als 10. eine zweite Fahrerin unter die Top 10. Rebensburg, die sich bei der WM vor zwei Jahren in Aare im Riesenslalom als Achte erstmals ins Rampenlicht fahren konnte, lag bis zur zweiten Zwischenzeit noch deutlich besser im Rennen – Platz 4 war in Reichweite – jedoch machte ein Fahrfehler im unteren Teil der schwierigen Strecke eine bessere Platzierung zunichte.
Montag, 2. Februar 2009
Frankreich Handball-Weltmeister
Olympiasieger Frankreich ist Nachfolger von Deutschland und hat im Hexenkessel von Zagreb den WM-Titel errungen. Für die Franzosen ist dies der dritte Titelgewinn nach 1995 und 2001.
Die Halle in Zagreb brodelte bereits lange vor dem von vielen schon vor dem Start der WM prophezeiten Finale Frankreich – Kroatien. Es war ein Höllenlärm, der die Kroaten aber über die Dauer der Partie eher lähmte und den amtierenden Olympiasieger vorantrieb. Denn letztendlich gewann Frankreich im lange Zeit ausgeglichenen und von den Abwehrreihen dominierten Finale gegen Kroatien doch deutlich mit 24:19.
Dabei waren die Gastgeber noch mit einer knappen 12:11 Führung in die Halbzeitpause gegangen. Aber etwa 10 Minuten vor Schluss sollten sich die Franzosen immer mehr absetzen. Dieses war vor allem ihrem Torwart Thierry Omeyer zu danken, der nach Schluss der Partie auch als „Man of the Match“ ausgezeichnet wurde. Eins ums andere Mail glänzte er mit Paraden, die sein Gegenüber im kroatischen Tor in dem Maße leider nicht zeigen konnte. Im Angriffspiel fielen heute vor allem der Ex-Gummersbacher Daniel Narcisse und Michael Guigou auf, der nicht nur alle Siebenmeter mit traumwandlerischer Sicherheit verwandelte, sondern auch so stark auftrumpfte.
Die Kroaten standen nach Abschluss der Partie mit hängenden Köpfen auf dem Feld. Den zweiten Platz können sie nicht als Erfolg empfinden – das braucht sicherlich noch ein paar Tage – zu groß ist die Enttäuschung, dass sie den großen Traum nicht Wirklichkeit werden lassen konnte, bei der Heim-WM den Titel zu erringen. Das, was der deutschen Mannschaft vor zwei Jahren vor heimischer Kulisse gelungen ist und das ganze Land in einen Freudentaumel gebracht hat, ist den Kroaten verwehrt geblieben. Bitter – ja, das ist es, aber am heutigen waren die Franzosen die bessere Mannschaft und sind verdient als Sieger vom Platz gegangen. Da ist es sicher auch nur ein schwacher Trost, dass ein Spieler aus ihren Reihen, Igor Vori, als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.
Im kleinen Finale hatte sich am Nachmittag Polen gegen Europameister Dänemark deutlich mit 31:23 durchgesetzt. Schon nach der 1. Halbzeit lag das von Bogdan Wenta trainierte Team mit 14:11 in Front. Dänemark kam während der Partie eigentlich nie so recht in einen Spielfluss, einzig etwa Mitte der zweiten Halbzeit sah es so aus, als würden sie herankommen und das Spiel evt. drehen können, aber ihr Höhenflug dauerte leider nicht lang genug. Die Polen, und mit ihnen vor allem der heute überragende und als „Man of the Match“ ausgezeichnete Karol Bielecki, ließen den Dänen, bei denen vor allem der junge Mikkel Hansen vom FC Barcelona zu gefallen wusste, keine Chance und gewannen verdienter Maßen die Bronzemedaille. Die Freude beim Vize-Weltmeister von 2007 war nach diesem Erfolg groß.
Im Allstar-Team der WM spiegelt sich das Bild dieser WM wieder: 3 x Frankreich, 3 x Kroatien und 1 x Polen ist vertreten. Von den deutschen Spielerm hat es dieses Mal leider niemand geschafft, was nicht überraschend kommt, hat das deutsche Team doch eher durch eine geschlossene Mannschaftsleistung überzeugt, denn dass ein Einzelspieler über das gesamte Turnier hinweg geglänzt hätte. Ein wenig überrascht hingegen, dass Rekordtorschütze Kiril Lazarov auf Halb-Rechts nicht nomiert wurde, sondern stattdessen Marcin Lijewski vom HSV Hamburg.
Mit Rechtsaußen Ivan Cupic, dem Hamburger Blazenko Lackovic (Rückraum links) und Kreisläufer Igor Vori ist Gastgeber Kroatien dem neuen Weltmeister in der WM-Auswahl zahlenmäßig ebenbürtig, da Frankreich mit Thierry Omeyer im Tor, Nikola Karabatic auf der Spielmacherposition und Michael Guigou als Linksaußen abenfalls drei Spieler stellt.
Die Halle in Zagreb brodelte bereits lange vor dem von vielen schon vor dem Start der WM prophezeiten Finale Frankreich – Kroatien. Es war ein Höllenlärm, der die Kroaten aber über die Dauer der Partie eher lähmte und den amtierenden Olympiasieger vorantrieb. Denn letztendlich gewann Frankreich im lange Zeit ausgeglichenen und von den Abwehrreihen dominierten Finale gegen Kroatien doch deutlich mit 24:19.
Dabei waren die Gastgeber noch mit einer knappen 12:11 Führung in die Halbzeitpause gegangen. Aber etwa 10 Minuten vor Schluss sollten sich die Franzosen immer mehr absetzen. Dieses war vor allem ihrem Torwart Thierry Omeyer zu danken, der nach Schluss der Partie auch als „Man of the Match“ ausgezeichnet wurde. Eins ums andere Mail glänzte er mit Paraden, die sein Gegenüber im kroatischen Tor in dem Maße leider nicht zeigen konnte. Im Angriffspiel fielen heute vor allem der Ex-Gummersbacher Daniel Narcisse und Michael Guigou auf, der nicht nur alle Siebenmeter mit traumwandlerischer Sicherheit verwandelte, sondern auch so stark auftrumpfte.
Die Kroaten standen nach Abschluss der Partie mit hängenden Köpfen auf dem Feld. Den zweiten Platz können sie nicht als Erfolg empfinden – das braucht sicherlich noch ein paar Tage – zu groß ist die Enttäuschung, dass sie den großen Traum nicht Wirklichkeit werden lassen konnte, bei der Heim-WM den Titel zu erringen. Das, was der deutschen Mannschaft vor zwei Jahren vor heimischer Kulisse gelungen ist und das ganze Land in einen Freudentaumel gebracht hat, ist den Kroaten verwehrt geblieben. Bitter – ja, das ist es, aber am heutigen waren die Franzosen die bessere Mannschaft und sind verdient als Sieger vom Platz gegangen. Da ist es sicher auch nur ein schwacher Trost, dass ein Spieler aus ihren Reihen, Igor Vori, als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde.
Im kleinen Finale hatte sich am Nachmittag Polen gegen Europameister Dänemark deutlich mit 31:23 durchgesetzt. Schon nach der 1. Halbzeit lag das von Bogdan Wenta trainierte Team mit 14:11 in Front. Dänemark kam während der Partie eigentlich nie so recht in einen Spielfluss, einzig etwa Mitte der zweiten Halbzeit sah es so aus, als würden sie herankommen und das Spiel evt. drehen können, aber ihr Höhenflug dauerte leider nicht lang genug. Die Polen, und mit ihnen vor allem der heute überragende und als „Man of the Match“ ausgezeichnete Karol Bielecki, ließen den Dänen, bei denen vor allem der junge Mikkel Hansen vom FC Barcelona zu gefallen wusste, keine Chance und gewannen verdienter Maßen die Bronzemedaille. Die Freude beim Vize-Weltmeister von 2007 war nach diesem Erfolg groß.
Im Allstar-Team der WM spiegelt sich das Bild dieser WM wieder: 3 x Frankreich, 3 x Kroatien und 1 x Polen ist vertreten. Von den deutschen Spielerm hat es dieses Mal leider niemand geschafft, was nicht überraschend kommt, hat das deutsche Team doch eher durch eine geschlossene Mannschaftsleistung überzeugt, denn dass ein Einzelspieler über das gesamte Turnier hinweg geglänzt hätte. Ein wenig überrascht hingegen, dass Rekordtorschütze Kiril Lazarov auf Halb-Rechts nicht nomiert wurde, sondern stattdessen Marcin Lijewski vom HSV Hamburg.
Mit Rechtsaußen Ivan Cupic, dem Hamburger Blazenko Lackovic (Rückraum links) und Kreisläufer Igor Vori ist Gastgeber Kroatien dem neuen Weltmeister in der WM-Auswahl zahlenmäßig ebenbürtig, da Frankreich mit Thierry Omeyer im Tor, Nikola Karabatic auf der Spielmacherposition und Michael Guigou als Linksaußen abenfalls drei Spieler stellt.
Freitag, 30. Januar 2009
Deutsche Handballer mit versöhnlichem WM-Ausklang
Die deutsche Handball Nationalmannschaft hat im Platzierungsspiel um Platz 5 gegen Ungarn nochmals gezeigt, wieviel Potential in dieser jungen Truppe steckt und damit ihren durchweg guten Eindruck bei der WM nochmals bestätigt.
Der entthronte Weltmeister ließ zu keiner Phase der Partie Zweifel aufkommen, wer als Sieger vom Platz gehen würde. Mit zeitweilig 6 Toren Vorsprung trat die deutsche Mannschaft spielstark und mit großer Durchsetzungskraft auf, dabei musste auch bei diesem letzten WM-Spiel der deutschen Mannschaft in Kroatien auf arivierte Spieler verzichtet werden. So kam Pascal Hens aufgrund seiner Oberschenkelverhärtung gar nicht zum Einsatz, für ihn rückte Sven-Sören Christophersen nach. Ebenfalls passen musste der grippekranke Kreisläufer Sebastian Preiss. Aber auf die Spieler aus der zweiten Reihe, Lars Kaufmann und Jens Tiedke, war Verlass. Vor allem Kaufmann steuerte mit seinen insgesamt 8 Treffern Entscheidendes zum Sieg der deutschen Mannschaft bei. Auch Martin Strobl zog als Kraus-Ersatz auf der Spielmacherposition erfolgreich die Fäden, um an dieser Stelle nur zwei Spieler beispielhaft zu nennen.
Letztendlich gewannen die Deutschen verdient mit 28:25 und dürften ein wenig versöhnlicher nach Hause fahren, als wie sie sich nach dem enttäuschenden und knappen Verpassen des Halbfinales gefühlt haben dürften. Auch der deutsche Handball Fan, der in den letzten Tagen viel zu leiden hatte, dürfte sich ein wenig besser fühlen.
Denn auch wenn das Halbfinale verpasst wurde, das Fazit dieser WM fällt aus deutscher Sicht durchweg positiv aus! Dieser jungen deutschen Mannschaft ist in der Zukunft noch einiges zu zutrauen!
Natürlich ist der verpasste Halbfinaleinzug bitter, vor allem wenn man die Umstände bedenkt, aber die deutsche Mannschaft kann dennoch mit erhobenem Haupt die Heimreise antreten. Nur wenige hätten ihr ein derart überzeugendes Auftreten zugetraut, vor allem auch angesichts des nicht enden wollenden Verletzungspech, das sich seit dem ersten Spiel, als sich Rechtsaußen Christian Sprenger verletzte, wie ein roter Faden durch das gesamte Turnier zog, und in dem Ausfall von Kapitän Mimi Kraus zweifellos seinen Höhepunkt fand. Wie die deutsche Mannschaft diese Ausfälle wegstecken konnte, ist bemerkenswert!
Und mit ein wenig fairer agierenden Unparteiischen in den beiden entscheidenden Partie gegen Norwegen und Dänemark, würde die deutsche Mannschaft heute Abend um den Einzug ins Finale spielen.
Sein wir daher ob des vorzeitigen WM-Aus nicht zu betrübt. Heiner Brand’s Mannen haben eine überzeugende Leistung während der gesamten WM abgeliefert. Das Glück war in diesem Jahr leider auf der Seite der Gegner, aber dennoch können wir uns auf spannende und erfolgreiche Auftritte und Turniere der deutschen Mannschaft in der Zukunft freuen!
Der entthronte Weltmeister ließ zu keiner Phase der Partie Zweifel aufkommen, wer als Sieger vom Platz gehen würde. Mit zeitweilig 6 Toren Vorsprung trat die deutsche Mannschaft spielstark und mit großer Durchsetzungskraft auf, dabei musste auch bei diesem letzten WM-Spiel der deutschen Mannschaft in Kroatien auf arivierte Spieler verzichtet werden. So kam Pascal Hens aufgrund seiner Oberschenkelverhärtung gar nicht zum Einsatz, für ihn rückte Sven-Sören Christophersen nach. Ebenfalls passen musste der grippekranke Kreisläufer Sebastian Preiss. Aber auf die Spieler aus der zweiten Reihe, Lars Kaufmann und Jens Tiedke, war Verlass. Vor allem Kaufmann steuerte mit seinen insgesamt 8 Treffern Entscheidendes zum Sieg der deutschen Mannschaft bei. Auch Martin Strobl zog als Kraus-Ersatz auf der Spielmacherposition erfolgreich die Fäden, um an dieser Stelle nur zwei Spieler beispielhaft zu nennen.
Letztendlich gewannen die Deutschen verdient mit 28:25 und dürften ein wenig versöhnlicher nach Hause fahren, als wie sie sich nach dem enttäuschenden und knappen Verpassen des Halbfinales gefühlt haben dürften. Auch der deutsche Handball Fan, der in den letzten Tagen viel zu leiden hatte, dürfte sich ein wenig besser fühlen.
Denn auch wenn das Halbfinale verpasst wurde, das Fazit dieser WM fällt aus deutscher Sicht durchweg positiv aus! Dieser jungen deutschen Mannschaft ist in der Zukunft noch einiges zu zutrauen!
Natürlich ist der verpasste Halbfinaleinzug bitter, vor allem wenn man die Umstände bedenkt, aber die deutsche Mannschaft kann dennoch mit erhobenem Haupt die Heimreise antreten. Nur wenige hätten ihr ein derart überzeugendes Auftreten zugetraut, vor allem auch angesichts des nicht enden wollenden Verletzungspech, das sich seit dem ersten Spiel, als sich Rechtsaußen Christian Sprenger verletzte, wie ein roter Faden durch das gesamte Turnier zog, und in dem Ausfall von Kapitän Mimi Kraus zweifellos seinen Höhepunkt fand. Wie die deutsche Mannschaft diese Ausfälle wegstecken konnte, ist bemerkenswert!
Und mit ein wenig fairer agierenden Unparteiischen in den beiden entscheidenden Partie gegen Norwegen und Dänemark, würde die deutsche Mannschaft heute Abend um den Einzug ins Finale spielen.
Sein wir daher ob des vorzeitigen WM-Aus nicht zu betrübt. Heiner Brand’s Mannen haben eine überzeugende Leistung während der gesamten WM abgeliefert. Das Glück war in diesem Jahr leider auf der Seite der Gegner, aber dennoch können wir uns auf spannende und erfolgreiche Auftritte und Turniere der deutschen Mannschaft in der Zukunft freuen!
Mittwoch, 28. Januar 2009
Polen erreicht in letzter Sekunde Halbfinale
Polen folgt Kroatien, Frankreich und Dänemark durch den denkbar knappen Sieg über Norwegen ins Halbfinale. Dabei sah es bis 10 Sekunden vor Spielschluss so gut aus für die deutsche Mannschaft: 30:30 stand es, die Norweger hatten ihren letzten Angriff gerade nicht im polnischen Tor versenken können, die Polen haben den Ball, die Sekunden verstreichen, dann ein langer Wurf über die ganze Länge des Feldes in Richtung des norwegischen Tores, das verwaist ist, da Norwegen den Torwart für den aus ihrer Sicht alles entscheidenden letzten Angriff aus dem Spiel genommen hatte, und – der Ball ist im Tor!Norwegen ist gescheitert, ebenso Deutschland.
Die Polen, die mit 0 Punkten in die Hauptrunde gezogen sind, haben das unmöglich Scheinende geschafft und durch drei Siege in der Hauptrunde das Halbfinale erreicht. Damit war dem Vize-Weltmeister das Glück hold, das Deutschland bei dieser WM leider nicht hatte. Dabei sah es über weite Phasen der Partie gut aus für die deutsche Mannschaft: Die Partie ging hin und her zwischen Norwegen und Polen, mal lag das eine Team in Front, mal das andere, Unentschieden gab es zuhauf, aber leider nicht nach Abpfiff der Partie.
Nun, es ist ein wenig bitter für die deutsche Mannschaft, nun endgültig ausgeschieden zu sein. Betrachtet man die heutige Partie, ist es sicher nicht nur bitter, sondern auch sehr unglücklich, da die Mannen von Heiner Brand heute gegen Dänemark eine sehr gute Partie abgeliefert haben, vor allem Angesichts des anhaltenden Verletzungspech, das Spiel aber nicht nach Hause bringen konnten, auch weil die Schiedsrichter es scheinbar nicht zulassen wollten. Zugegebener Maßen hätte das deutsche Team jedoch auch den Sack bereits vorher schon zumachen können. Am meisten ärgert da wohl das Unentschieden gegen die Serben zu Beginn der Hauptrunde. Dieses Duell hätte der Weltmeister eigentlich gewinnen müssen, und dann wäre das Halbfinale erreicht gewesen. – Nun, hätte, wenn und aber bringt jetzt keinen weiter. Das WM-Aus ist besiegelt. Die Wunden müssen geleckt werden.
Und dann sollte die deutsche Mannschaft mit erhobenem Haupt die neuen Aufgaben angehen, denn fest steht, dass die Verjüngung der Mannschaft erfolgreich durchgeführt wurde. Die Mannschaft hat schon jetzt viel Potential und lässt mit ein bisschen mehr internationaler Erfahrung auf sehr viel hoffen!
Die WM werden aber andere Mannschaften entscheiden. In den Halbfinalspielen trifft nun Gastgeber Kroatien auf Polen, sowie Olympiasieger Frankreich auf Europameister Dänemark. Warten wir es ab, ob es tatsächlich zu dem von vielen erwarteten Endspiel Kroatien – Frankreich kommen wird.
Die Polen, die mit 0 Punkten in die Hauptrunde gezogen sind, haben das unmöglich Scheinende geschafft und durch drei Siege in der Hauptrunde das Halbfinale erreicht. Damit war dem Vize-Weltmeister das Glück hold, das Deutschland bei dieser WM leider nicht hatte. Dabei sah es über weite Phasen der Partie gut aus für die deutsche Mannschaft: Die Partie ging hin und her zwischen Norwegen und Polen, mal lag das eine Team in Front, mal das andere, Unentschieden gab es zuhauf, aber leider nicht nach Abpfiff der Partie.
Nun, es ist ein wenig bitter für die deutsche Mannschaft, nun endgültig ausgeschieden zu sein. Betrachtet man die heutige Partie, ist es sicher nicht nur bitter, sondern auch sehr unglücklich, da die Mannen von Heiner Brand heute gegen Dänemark eine sehr gute Partie abgeliefert haben, vor allem Angesichts des anhaltenden Verletzungspech, das Spiel aber nicht nach Hause bringen konnten, auch weil die Schiedsrichter es scheinbar nicht zulassen wollten. Zugegebener Maßen hätte das deutsche Team jedoch auch den Sack bereits vorher schon zumachen können. Am meisten ärgert da wohl das Unentschieden gegen die Serben zu Beginn der Hauptrunde. Dieses Duell hätte der Weltmeister eigentlich gewinnen müssen, und dann wäre das Halbfinale erreicht gewesen. – Nun, hätte, wenn und aber bringt jetzt keinen weiter. Das WM-Aus ist besiegelt. Die Wunden müssen geleckt werden.
Und dann sollte die deutsche Mannschaft mit erhobenem Haupt die neuen Aufgaben angehen, denn fest steht, dass die Verjüngung der Mannschaft erfolgreich durchgeführt wurde. Die Mannschaft hat schon jetzt viel Potential und lässt mit ein bisschen mehr internationaler Erfahrung auf sehr viel hoffen!
Die WM werden aber andere Mannschaften entscheiden. In den Halbfinalspielen trifft nun Gastgeber Kroatien auf Polen, sowie Olympiasieger Frankreich auf Europameister Dänemark. Warten wir es ab, ob es tatsächlich zu dem von vielen erwarteten Endspiel Kroatien – Frankreich kommen wird.
Erneuter Handball-Krimi: Deutsche Niederlage gegen Dänemark
Heiner Brand hat seinen Jungs direkt nach Spielschluss eine sensationelle Leistung attestiert und nachgesetzt, dass sie es sich zurückholen werden. Es war ganz klar, was der Bundestrainer gemeint hatte: Wieder einmal im Laufe des Turniers war das deutsche Team den Schiedsrichtern ausgeliefert, die in entscheidenden Phasen des Spiels alles andere als eine deutsche Brille aufhatten und den Weltmeister klar benachteiligten.
Man mag es nicht glauben! Da spielt die deutsche Mannschaft mit größtem Einsatz, aufopferungsvoll, mit klasse Spielzügen und großer Durchsetzungskraft – und dann lässt es das Schiedsrichtergespann wieder einmal nicht zu, dass die verdienten Lorbeeren auch geerntet werden können. Oder drücken wir uns etwas gemäßigter aus: dem deutschen Team wurde die Möglichkeit genommen, die verdienten Lorbeeren ernten zu können.
Beim Stande von 25:25 lenkt Jogi Bitter, unser Rückhalt im deutschen Tor, den Ball über die Latte – ein Schiri sieht es, der andere angeblich nichts, und es gibt EINWURF für Dänemark. – Eine Regelwidrigkeit, ein Unding. Denn so bleibt Dänemark in dieser entscheidenden Phase des Spiels im Ballbesitz, daddelt rum, die Zeit verrinnt, Deutschland bekommt noch eine Zweiminutenstrafe, und der Europameister wirft zur Führung ein. Den Gegenstoß konnte Deutschland leider nicht versenken, stattdessen wirft sich Dänemark zum 25:27 Endstand. – Aber wie anders hätte das Spiel laufen können, wenn Deutschland in Ballbesitz gekommen wäre, es wäre die Chance zur Führung gewesen, die Dänemark erst einmal hätte kontern müssen.
Und auch bereits Minuten vorher gab es mehr als zweifelhafte Entscheidungen des Gespannes aus Rumänien: Gleich zweimal wird Dominik Klein am dänischen Kreis unsanft zu Boden gestoßen, gleich zweimal gibt es Freiwurf für Dänemark. Wo die „Unparteiischen“ bei diesen Aktionen ihre Augen hatten, sollten sie mal erläutern. Oder man denke nur an die mehr als unfaire Aktion etwa Mitte der 2. Halbzeit, als Hanssen Toto Jansen beim Versuch doch noch an den Ball zu kommen mit seinem Ellbogen regelrecht runterdrückt. – Ein klares 2-Minuten-würdiges Foul - in anderen Situationen oder soll man lieber sagen Spielen? - hätte es möglicherweise sogar Rot gegeben, aber nichts dergleichen. Hanssen bekommt gar keine Zeitstrafe.
Dabei hat die deutsche Mannschaft wirklich ein klasse Spiel abgeliefert. Ohne den Kapitän Mimi Kraus und nur in der Anfangsphase mit Pascal Hens im linken Rückraum traten die Mannen von Heiner Brand überzeugend und mit breiter Brust auf. Besonders Kreisläufer Sebastian Preiss und Hens-Ersatz Lars Kaufmann wussten im Angriff zu überzeugen. Die Abwehr ging aggressiv, aber zumeist fair zu Werke und ließ den dänischen Angriffspielern nur wenig Raum. Mit Jogi Bitter im Tor hatte das deutsche Team wieder den gewohnt sicheren Rückhalt, der seinem Gegenüber Kaspar Hvidt kaum nachstand. Lediglich vom Siebenmeterpunkt war das deutsche Team mit 2/4 nicht so erfolgreich, wie gewünscht. Aber es steht außer Frage, dass dieses deutsche Team seine Aufgabe sehr gut gelöst hat. Dass es am Ende nicht zum Sieg gereicht hat, kann man der Mannschaft kaum zu Lasten bringen. Es sollte wohl nicht sein, dass der Europameister bezwungen wird. Was hat das deutsche Team getan, dass die Schiris so gegen sie pfeifen? – Es mag für jemanden, der das Spiel nicht verfolgt hat, an dieser Stelle evt. nach einer billigen Ausrede klingen, die Schuld erneut vor allem bei den Unparteiischen zu suchen. Aber in diesem Falle ist es gerechtfertigt! Wie kann man da mit Markus Baur mitfühlen, der als Experte bei RTL im Einsatz sich nur schwer zurückhalten kann. Es muss doch auch einmal Klartext geredet werden dürfen! Aber was soll man davon halten, dass Baur in der Folge von einem Moderator, der sich nicht nur heute als absoluter Handball-Laie geoutet hat, fast schon zurück gepfiffen wird?! Was soll das?! Baur hat nur das ausgedrückt, was offensichtlich war und viele, viele gedacht haben! Man sollte eine Handball WM wirklich nur solche Sender übertragen lassen, die ihr Geschäft verstehen, und nicht ständig durch unqualifizierte Äußerungen auffallen. Man hätte z.B. nur mal mitzählen müssen, wie oft der Kommentator im Verlauf der deutschen Spiele eine Unterzahl der Deutschen mit einer der der Gegner verwechselte ...
Nun denn die weitere Ausgangslage ist klar: Durch den Sieg der Serben gegen Mazedonien müssten Polen und Norwegen unentschieden spielen, um der deutschen Mannschaft doch noch den Einzug ins Halbfinale zu ermöglichen. Auf ein Unentschieden zu hoffen, ist zwar ein waghalsiges Unterfangen, aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt! Und verdient hätte die deutsche Mannschaft den Halbfinaleinzug nach der heutigen Leistung gegen die Dänen unbestritten!
Man mag es nicht glauben! Da spielt die deutsche Mannschaft mit größtem Einsatz, aufopferungsvoll, mit klasse Spielzügen und großer Durchsetzungskraft – und dann lässt es das Schiedsrichtergespann wieder einmal nicht zu, dass die verdienten Lorbeeren auch geerntet werden können. Oder drücken wir uns etwas gemäßigter aus: dem deutschen Team wurde die Möglichkeit genommen, die verdienten Lorbeeren ernten zu können.
Beim Stande von 25:25 lenkt Jogi Bitter, unser Rückhalt im deutschen Tor, den Ball über die Latte – ein Schiri sieht es, der andere angeblich nichts, und es gibt EINWURF für Dänemark. – Eine Regelwidrigkeit, ein Unding. Denn so bleibt Dänemark in dieser entscheidenden Phase des Spiels im Ballbesitz, daddelt rum, die Zeit verrinnt, Deutschland bekommt noch eine Zweiminutenstrafe, und der Europameister wirft zur Führung ein. Den Gegenstoß konnte Deutschland leider nicht versenken, stattdessen wirft sich Dänemark zum 25:27 Endstand. – Aber wie anders hätte das Spiel laufen können, wenn Deutschland in Ballbesitz gekommen wäre, es wäre die Chance zur Führung gewesen, die Dänemark erst einmal hätte kontern müssen.
Und auch bereits Minuten vorher gab es mehr als zweifelhafte Entscheidungen des Gespannes aus Rumänien: Gleich zweimal wird Dominik Klein am dänischen Kreis unsanft zu Boden gestoßen, gleich zweimal gibt es Freiwurf für Dänemark. Wo die „Unparteiischen“ bei diesen Aktionen ihre Augen hatten, sollten sie mal erläutern. Oder man denke nur an die mehr als unfaire Aktion etwa Mitte der 2. Halbzeit, als Hanssen Toto Jansen beim Versuch doch noch an den Ball zu kommen mit seinem Ellbogen regelrecht runterdrückt. – Ein klares 2-Minuten-würdiges Foul - in anderen Situationen oder soll man lieber sagen Spielen? - hätte es möglicherweise sogar Rot gegeben, aber nichts dergleichen. Hanssen bekommt gar keine Zeitstrafe.
Dabei hat die deutsche Mannschaft wirklich ein klasse Spiel abgeliefert. Ohne den Kapitän Mimi Kraus und nur in der Anfangsphase mit Pascal Hens im linken Rückraum traten die Mannen von Heiner Brand überzeugend und mit breiter Brust auf. Besonders Kreisläufer Sebastian Preiss und Hens-Ersatz Lars Kaufmann wussten im Angriff zu überzeugen. Die Abwehr ging aggressiv, aber zumeist fair zu Werke und ließ den dänischen Angriffspielern nur wenig Raum. Mit Jogi Bitter im Tor hatte das deutsche Team wieder den gewohnt sicheren Rückhalt, der seinem Gegenüber Kaspar Hvidt kaum nachstand. Lediglich vom Siebenmeterpunkt war das deutsche Team mit 2/4 nicht so erfolgreich, wie gewünscht. Aber es steht außer Frage, dass dieses deutsche Team seine Aufgabe sehr gut gelöst hat. Dass es am Ende nicht zum Sieg gereicht hat, kann man der Mannschaft kaum zu Lasten bringen. Es sollte wohl nicht sein, dass der Europameister bezwungen wird. Was hat das deutsche Team getan, dass die Schiris so gegen sie pfeifen? – Es mag für jemanden, der das Spiel nicht verfolgt hat, an dieser Stelle evt. nach einer billigen Ausrede klingen, die Schuld erneut vor allem bei den Unparteiischen zu suchen. Aber in diesem Falle ist es gerechtfertigt! Wie kann man da mit Markus Baur mitfühlen, der als Experte bei RTL im Einsatz sich nur schwer zurückhalten kann. Es muss doch auch einmal Klartext geredet werden dürfen! Aber was soll man davon halten, dass Baur in der Folge von einem Moderator, der sich nicht nur heute als absoluter Handball-Laie geoutet hat, fast schon zurück gepfiffen wird?! Was soll das?! Baur hat nur das ausgedrückt, was offensichtlich war und viele, viele gedacht haben! Man sollte eine Handball WM wirklich nur solche Sender übertragen lassen, die ihr Geschäft verstehen, und nicht ständig durch unqualifizierte Äußerungen auffallen. Man hätte z.B. nur mal mitzählen müssen, wie oft der Kommentator im Verlauf der deutschen Spiele eine Unterzahl der Deutschen mit einer der der Gegner verwechselte ...
Nun denn die weitere Ausgangslage ist klar: Durch den Sieg der Serben gegen Mazedonien müssten Polen und Norwegen unentschieden spielen, um der deutschen Mannschaft doch noch den Einzug ins Halbfinale zu ermöglichen. Auf ein Unentschieden zu hoffen, ist zwar ein waghalsiges Unterfangen, aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt! Und verdient hätte die deutsche Mannschaft den Halbfinaleinzug nach der heutigen Leistung gegen die Dänen unbestritten!
Dienstag, 27. Januar 2009
Spannung vor dem „Endspiel“ gegen Dänemark
Nach dem dramatischen Hauptrundenspiel gegen Norwegen haben sich die Gemüter im deutschen Lager wohl inzwischen wieder einwenig beruhigt. Zumindest steht dieses zu hoffen, denn ein klarer Kopf wird vonnöten sein, möchte die deutsche Mannschaft das kleine Wunder schaffen und mit einem Sieg sicher ins WM-Halbfinale einziehen.
Die Zeichen stehen für die Mannen von Heiner Brand leider nicht so günstig. Denn das, was sich während der Nervenschlacht gegen Norwegen bereits angekündigt hatte, ist jetzt bittere Wahrheit: Mimi Kraus, der eigentlich Denker und Lenker des deutschen Spiels sein soll, fällt mit einem Außenbandabriss im linken Knöchel für den Rest des Turniers aus. Lediglich von der Bank wird er Unterstützung leisten können. So muss es denn sein Teamkollege vom TBV Lemgo, der junge Martin Strobl richten. Hoffentlich wird Strobl an dieser Aufgabe so wachsen, wie seinerzeit Michael Kraus, als dieser bei der Heim-WM vor 2 Jahren den verletzten Markus Baur vertreten musste, und gegen Frankreich dann ein sensationelles Spiel zeigte.
Ebenfalls unter Verletzungssorgen leidet Pascal Pommes Hens. Der lange Hamburger hat eine Oberschenkelverhärtung erlitten, und hinter seinem Einsatz steht noch ein Fragezeichen. Da heißt es nun für den Rest der Mannschaft, zusammen zu rücken. Frei nach dem Motto: Jetzt erst recht! Einer für alle, alle für einen! Denn eines ist gewiss: Mit einer kollektiven Mannschaftsleistung und Spielern, die 100% ihrer Leistung bringen, muss der deutsche Mannschaft nicht bange sein, denn dann können sie jeden schlagen. Auch einen Europameister Dänemark.
Dänemark hat die Favoritenbürde in diesem Spiel zu tragen, zu souverän war bislang ihr Auftreten, einzig gegen die Polen leisteten sie sich einen Aussetzer und verloren deutlich. Von der deutschen Mannschaft kann nicht unbedingt erwartet werden, dass sie gegen die auch in der Breite exzellent aufgestellten Dänen gewinnt. Aber gerade das kann zum großen Plus des deutschen Teams werden. Gerade gegen stärker eingeschätzte Mannschaften ist die deutsche Mannschaft schon häufig über sich hinaus gewachsen und hat exzellente Spiele abgeliefert. Wollen wir hoffen, dass es auch im letzten Spiel der Hauptrunde gegen Dänemark so laufen wird.
Und eines ist auch gewiss: Trotz des Ausfalls von Mimi Kraus und trotz der Verletzung von Pascal Hens: Die deutsche Mannschaft ist immer noch gut besetzt, wenngleich in der Breite international nicht mehr ganz so erfahren. Aber Recken wie Torsten Jansen, Holger Glandorf, Johannes Bitter, Oliver Roggisch oder auch Dominik Klein waren doch schließlich Garanten für den WM-Sieg vor zwei Jahren. Mit Christian Schöne auf Rechtsaußen, der das Serbienspiel am besten ganz einfach zu den Akten legt und sich über seine Leistung dort keinen Kopf mehr macht, haben wir ebenfalls einen international erfahrenen Spieler. Am Kreis steht zwar keinen Blacky Schwarzer mehr, aber ein Sebastian Preiss weiß auch immer mehr zu gefallen, und er ist seines Zeichens ja ebenfalls Weltmeister! Mit Michael Müller haben wir darüber hinaus einen zweiten Mann für Halbrechts, der zwar sein erstes Turnier spielt, aber bislang durchweg zu überzeugen weiß.
Die Ausgangssituation ist klar: Die Mannschaft, die morgen beim Duell Deutschland – Dänemark als Sieger vom Platz geht, ist sicher im Halbfinale. Gibt es ein Unentschieden, ist Dänemark sicher weiter. Und auch Deutschland kann es noch schaffen, dann müsste Polen jedoch gegen Norwegen gewinnen. Aber lassen wir diese Rechenspielchen. Wir glauben an eine wiedererstarkte deutschen Mannschaft, und dass ihr der große Coup gegen Dänemark gelingt und erfolgreich Revanche genommen werden kann für die Halbfinalniederlage in letzter Sekunde bei der letztjährigen EM. Drücken wird die Daumen!
Die Zeichen stehen für die Mannen von Heiner Brand leider nicht so günstig. Denn das, was sich während der Nervenschlacht gegen Norwegen bereits angekündigt hatte, ist jetzt bittere Wahrheit: Mimi Kraus, der eigentlich Denker und Lenker des deutschen Spiels sein soll, fällt mit einem Außenbandabriss im linken Knöchel für den Rest des Turniers aus. Lediglich von der Bank wird er Unterstützung leisten können. So muss es denn sein Teamkollege vom TBV Lemgo, der junge Martin Strobl richten. Hoffentlich wird Strobl an dieser Aufgabe so wachsen, wie seinerzeit Michael Kraus, als dieser bei der Heim-WM vor 2 Jahren den verletzten Markus Baur vertreten musste, und gegen Frankreich dann ein sensationelles Spiel zeigte.
Ebenfalls unter Verletzungssorgen leidet Pascal Pommes Hens. Der lange Hamburger hat eine Oberschenkelverhärtung erlitten, und hinter seinem Einsatz steht noch ein Fragezeichen. Da heißt es nun für den Rest der Mannschaft, zusammen zu rücken. Frei nach dem Motto: Jetzt erst recht! Einer für alle, alle für einen! Denn eines ist gewiss: Mit einer kollektiven Mannschaftsleistung und Spielern, die 100% ihrer Leistung bringen, muss der deutsche Mannschaft nicht bange sein, denn dann können sie jeden schlagen. Auch einen Europameister Dänemark.
Dänemark hat die Favoritenbürde in diesem Spiel zu tragen, zu souverän war bislang ihr Auftreten, einzig gegen die Polen leisteten sie sich einen Aussetzer und verloren deutlich. Von der deutschen Mannschaft kann nicht unbedingt erwartet werden, dass sie gegen die auch in der Breite exzellent aufgestellten Dänen gewinnt. Aber gerade das kann zum großen Plus des deutschen Teams werden. Gerade gegen stärker eingeschätzte Mannschaften ist die deutsche Mannschaft schon häufig über sich hinaus gewachsen und hat exzellente Spiele abgeliefert. Wollen wir hoffen, dass es auch im letzten Spiel der Hauptrunde gegen Dänemark so laufen wird.
Und eines ist auch gewiss: Trotz des Ausfalls von Mimi Kraus und trotz der Verletzung von Pascal Hens: Die deutsche Mannschaft ist immer noch gut besetzt, wenngleich in der Breite international nicht mehr ganz so erfahren. Aber Recken wie Torsten Jansen, Holger Glandorf, Johannes Bitter, Oliver Roggisch oder auch Dominik Klein waren doch schließlich Garanten für den WM-Sieg vor zwei Jahren. Mit Christian Schöne auf Rechtsaußen, der das Serbienspiel am besten ganz einfach zu den Akten legt und sich über seine Leistung dort keinen Kopf mehr macht, haben wir ebenfalls einen international erfahrenen Spieler. Am Kreis steht zwar keinen Blacky Schwarzer mehr, aber ein Sebastian Preiss weiß auch immer mehr zu gefallen, und er ist seines Zeichens ja ebenfalls Weltmeister! Mit Michael Müller haben wir darüber hinaus einen zweiten Mann für Halbrechts, der zwar sein erstes Turnier spielt, aber bislang durchweg zu überzeugen weiß.
Die Ausgangssituation ist klar: Die Mannschaft, die morgen beim Duell Deutschland – Dänemark als Sieger vom Platz geht, ist sicher im Halbfinale. Gibt es ein Unentschieden, ist Dänemark sicher weiter. Und auch Deutschland kann es noch schaffen, dann müsste Polen jedoch gegen Norwegen gewinnen. Aber lassen wir diese Rechenspielchen. Wir glauben an eine wiedererstarkte deutschen Mannschaft, und dass ihr der große Coup gegen Dänemark gelingt und erfolgreich Revanche genommen werden kann für die Halbfinalniederlage in letzter Sekunde bei der letztjährigen EM. Drücken wird die Daumen!
Montag, 26. Januar 2009
Schiedsrichter verpfeifen deutsches Spiel
Die 25:24 Niederlage der deutschen Handball Nationalmannschaft gegen Norwegen war aus deutscher Sicht mehr als nur unglücklich. Zugegebener Maßen haben einige Mannschaftsteile nie wirklich ins Spiel gefunden, so schien die linke Seite, die noch im Spiel gegen die Serben der einzige Offensivteil war, der wirklich funktionierte, kaum zu existieren. Torsten Jansen konnte leider nur sehr wenig Impulse setzen, auch nicht vom Siebenmeterpunkt. Aber das erscheint zweitrangig angesichts der Leistung der Unparteiischen in dieser zweiten Hauptrundenpartie der deutschen Mannschaft.
Nicht nur dass diverse Schrittfehler der norwegischen Offensivspieler nicht geahndet wurden, nicht nur, dass diverse Zeitstrafen gegen die Deutschen, allen voran die Rote Karte gegen Jens Tiedke, nicht nachvollziehbar waren, nein, dieses alles steht im Schatten dessen, was in den letzten Sekunden des Spiels passierte: Deutschland lag bereits mit zwei Toren im Rückstand: Dominik Klein schnappt sich den Ball und wirft ins Tor – aber kein Tor für Deutschland. Der norwegische Trainer hatte, wann auch immer, vorher die grüne Karte gezogen und es gab stattdessen Auszeit für Norwegen. Aber die deutsche Mannschaft zeigte in dieser Phase dennoch einen unglaublichen Kampfeswillen, erkämpfte nochmals den Ball und verkürzte zum 24:25. Nun wieder Norwegen im Ballbesitz, aber die Mannen von Heiner Brand steckten wiederum nicht auf, sondern erkämpften sich erneut den Ball – es waren noch ca. 6 Sekunden zu spielen. Doch was passierte dann?! Anwurf von den Deutschen, einmal, zweimal pfiffen die Unparteiischen die Aktion zurück, angeblich weil es einen Einwurf für Deutschland und keinen Freiwurf hätte geben dürfen. Aber warum in dieser Situation die Uhr nicht angehalten wurde, wird wohl ein Geheimnis der Unparteiischen, die diesen Namen in diesem Spiel so gar nicht verdient haben, bleiben. Und so verrannen die Sekunden, und das Spiel war aus, ohne dass die deutsche Mannschaft noch eine Chance auf einen Torwurf gehabt hätte. – Ein Unding diese Schiedsrichterentscheidung!
Wie konnte man mit Heiner Brand mitfühlen, als er mit erhobener Faust auf die Schiedsrichter nach Spielschluss losging, diese dann aber noch, sicherlich glücklicherweise, fallen ließ. – So emotional hatte man den Bundestrainer wohl noch nie erlebt...
Aber es änderte nichts mehr, die große Chance schon heute mit einem Unentschieden den Halbfinaleinzug so gut wie perfekt zu machen, war vertan.
Das Glück war den Deutschen auch aus anderer Sicht nicht hold. Bereits in der ersten Halbzeit zog sich Pascal Hens eine Oberschenkelverletzung zu, von der man noch nicht so recht weiß, inwieweit sie ihn noch behindern wird. Fakt war, dass er in der Folge nur noch bedingt zum Einsatz kommen konnte.
Und dann der ganz große Schreck: Mimi Kraus wird beim Angriff im Sprung attaktiert und knickt ganz übel um, so dass es einem allein beim Zusehen schon weh tat. Es blieb nur die Trage, die den deutschen Kapitän vom Spielfeld brachte. Nach der ersten Diagnose soll es sich um eine Bänderverletzung handeln, aber ob der deutsche Aufbauspieler nochmals aktiv in das WM-Geschehen eingreifen werden wird, scheint mehr als fraglich. – Welch Schwächung für den Weltmeister!
Da freut es, dass es heute doch auch richtige Lichtblicke im Spiel der deutschen Mannschaft gab. Diese waren heute aber leider nicht im Angriff oder in der Abwehr, ganz zu schweigen am Siebenmeterpunkt, von dem heute nichts, aber auch gar nichts gelang, zu suchen, sondern im Tor! Dort gab es zu Spielbeginn eine Überraschung: Weder Carsten Lichtlein, noch Johannes Bitter war letzter Mann der Deutschen, sondern Silvio Heinevetter. Der Magdeburger sollte ein sehr gutes Spiel machen, seine zahlreiche Glanzparaden hielten die deutsche Mannschaft immer wieder im Spiel.
Aber am Ende steht dann doch eine bittere Niederlage. Fest steht aber auch, dass noch ist nichts verloren ist, was den Einzug ins Halbfinale betrifft. Und nun kommt es doch zum Endspiel gegen Dänemark am kommenden Dienstag. In dieses Spiel wird der Weltmeister sicherlich nicht als Favorit gehen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses den Deutschen zum Vorteil sein wird. Meist haben sie bessere Spiele abgeleistet, wenn die Favoritenbürde nicht auf ihnen lastete. So hoffen wir denn auf einen Sieg im letzten Spiel der Hauptrunde gegen den Europameister!
Nicht nur dass diverse Schrittfehler der norwegischen Offensivspieler nicht geahndet wurden, nicht nur, dass diverse Zeitstrafen gegen die Deutschen, allen voran die Rote Karte gegen Jens Tiedke, nicht nachvollziehbar waren, nein, dieses alles steht im Schatten dessen, was in den letzten Sekunden des Spiels passierte: Deutschland lag bereits mit zwei Toren im Rückstand: Dominik Klein schnappt sich den Ball und wirft ins Tor – aber kein Tor für Deutschland. Der norwegische Trainer hatte, wann auch immer, vorher die grüne Karte gezogen und es gab stattdessen Auszeit für Norwegen. Aber die deutsche Mannschaft zeigte in dieser Phase dennoch einen unglaublichen Kampfeswillen, erkämpfte nochmals den Ball und verkürzte zum 24:25. Nun wieder Norwegen im Ballbesitz, aber die Mannen von Heiner Brand steckten wiederum nicht auf, sondern erkämpften sich erneut den Ball – es waren noch ca. 6 Sekunden zu spielen. Doch was passierte dann?! Anwurf von den Deutschen, einmal, zweimal pfiffen die Unparteiischen die Aktion zurück, angeblich weil es einen Einwurf für Deutschland und keinen Freiwurf hätte geben dürfen. Aber warum in dieser Situation die Uhr nicht angehalten wurde, wird wohl ein Geheimnis der Unparteiischen, die diesen Namen in diesem Spiel so gar nicht verdient haben, bleiben. Und so verrannen die Sekunden, und das Spiel war aus, ohne dass die deutsche Mannschaft noch eine Chance auf einen Torwurf gehabt hätte. – Ein Unding diese Schiedsrichterentscheidung!
Wie konnte man mit Heiner Brand mitfühlen, als er mit erhobener Faust auf die Schiedsrichter nach Spielschluss losging, diese dann aber noch, sicherlich glücklicherweise, fallen ließ. – So emotional hatte man den Bundestrainer wohl noch nie erlebt...
Aber es änderte nichts mehr, die große Chance schon heute mit einem Unentschieden den Halbfinaleinzug so gut wie perfekt zu machen, war vertan.
Das Glück war den Deutschen auch aus anderer Sicht nicht hold. Bereits in der ersten Halbzeit zog sich Pascal Hens eine Oberschenkelverletzung zu, von der man noch nicht so recht weiß, inwieweit sie ihn noch behindern wird. Fakt war, dass er in der Folge nur noch bedingt zum Einsatz kommen konnte.
Und dann der ganz große Schreck: Mimi Kraus wird beim Angriff im Sprung attaktiert und knickt ganz übel um, so dass es einem allein beim Zusehen schon weh tat. Es blieb nur die Trage, die den deutschen Kapitän vom Spielfeld brachte. Nach der ersten Diagnose soll es sich um eine Bänderverletzung handeln, aber ob der deutsche Aufbauspieler nochmals aktiv in das WM-Geschehen eingreifen werden wird, scheint mehr als fraglich. – Welch Schwächung für den Weltmeister!
Da freut es, dass es heute doch auch richtige Lichtblicke im Spiel der deutschen Mannschaft gab. Diese waren heute aber leider nicht im Angriff oder in der Abwehr, ganz zu schweigen am Siebenmeterpunkt, von dem heute nichts, aber auch gar nichts gelang, zu suchen, sondern im Tor! Dort gab es zu Spielbeginn eine Überraschung: Weder Carsten Lichtlein, noch Johannes Bitter war letzter Mann der Deutschen, sondern Silvio Heinevetter. Der Magdeburger sollte ein sehr gutes Spiel machen, seine zahlreiche Glanzparaden hielten die deutsche Mannschaft immer wieder im Spiel.
Aber am Ende steht dann doch eine bittere Niederlage. Fest steht aber auch, dass noch ist nichts verloren ist, was den Einzug ins Halbfinale betrifft. Und nun kommt es doch zum Endspiel gegen Dänemark am kommenden Dienstag. In dieses Spiel wird der Weltmeister sicherlich nicht als Favorit gehen. Es bleibt zu hoffen, dass dieses den Deutschen zum Vorteil sein wird. Meist haben sie bessere Spiele abgeleistet, wenn die Favoritenbürde nicht auf ihnen lastete. So hoffen wir denn auf einen Sieg im letzten Spiel der Hauptrunde gegen den Europameister!
Donnerstag, 22. Januar 2009
Deutschland in WM-Hauptrunde
Nervöser Beginn, über Kampf und Einsatzwille ins Spiel zurückgewonnen, in der zweiten Halbzeit immer mehr Klasse gezeigt, um letztendlich souverän und überzeugend mit 33:23 gegen Mazedonien zu gewinnen – so könnte man kurz und knapp das Spiel des amtierenden Handball-Weltmeisters Deutschland gegen Mazedonien beschreiben.
Es stand aber zunächst ein gutes Stück Arbeit vor dem Team von Heiner Brand. Besonders in der Anfangsphase war den Deutschen anzumerken, dass der Druck vor diesem Spiel sehr groß war, denn eine Niederlage hätte den Einzug in die WM-Hauptrunde mehr als nur gefährden können – zu knapp geht es in Runde C zu. So unterliefen der deutschen Mannschaft zunächst auch viele Fehler, auch technischer Art. Vor dem gegnerischen Tor agierten sie zudem nicht sicher genug, und auch die Abwehr hatte vor allem mit dem Star der Mazedonier, Kiril Lazarov, große Probleme. Der Halbrechte warf allein in den ersten 15 Minuten 5 Tore. Und auch Jogi Bitter im deutschen Tor fand in der ersten Halbzeit nie so recht zu seiner gewohnten Stärke.
So war es fast eine logische Konsequenz, dass die Mannen von Heiner Brand zunächst zumeist einem Rückstand hinterher laufen mussten, aber um mehr als drei Tore ließ man die Mazedonier nicht davon ziehen. Zudem handelten sich die amtierenden Weltmeister unglückliche 2-Minuten-Strafzeiten ein, die mitunter nicht recht nachzuvollziehen waren, aber selbst eine doppelte Unterzahl steckten die Deutschen gut weg. Und je länger das Spiel dauerte, desto besser kam die deutsche Mannschaft ins Spiel. In der Abwehr stand man sicherer, und auch im Abschluss agierte man erfolgreicher, dennoch ging es noch mit einem knappen 13:14 Rückstand in die Halbzeitpause.
Die zweite Spielhälfte sollte nun jedoch die Halbzeit der Deutschen werden. Sicher stand die deutsche Abwehr um ihren Chef Oliver Roggisch nun und ließ den Mazedoniern nicht viel Raum. Da auch Jogi Bitter immer besser ins Spiel fand, war eine rasche Führung die logische Konsequenz. Und diese Führung sollte das deutsche Team nicht mehr abgeben! Zudem mussten die Mazedonier schon bald ohne ihren Besten, Kiril Lazarov, auskommen, der nach einer Tätlichkeit gegen den Kieler Dominik Klein verdient die Rote Karte sah.
In der Folge zog die deutsche Mannschaft nun Tor um Tor weg. Klare Spielzüge, wesentlich weniger Fehler im Vergleich zu Halbzeit 1, sicherer im Abschluss – so kennzeichnete sich in der Folge das deutsche Spiel. Der 33:23 Endstand fiel auch in dieser Höhe verdient aus! Besonderes Lob in der deutschen Mannschaft hat sich neben Holger Glandorf der Rechtsaußen Christian Schöne verdient, den Heiner Brand aufgrund einer fiebrigen Erkrankung der nach der Verletzung von Christian Sprenger etatmäßigen Nummer 1 auf Rechtsaußen, Stefan Schröder, nachnominiert hatte. Der Göppinger, der vor 24 Stunden noch nicht ahnte, aktiv in die Handball-WM eingreifen zu können, war mit 8 Treffern nicht nur hinter Glandorf, der eines mehr erzielte, zweitbester deutscher Schütze, sondern hatte mit 89% auch eine exzellente Trefferquote.
So kann es weiter gehen für die deutsche Mannschaft! Die Aussichten für die Hauptrunde sind nach dem dritten Sieg im vierten Vorrundenspiel sehr gut. Wollen wir hoffen, dass nun auch gegen den Vize-Weltmeister Polen zum Abschluss der Vorrunde ein Sieg folgt. Treten die Mannen von Heiner Brand ähnlich überzeugend auf wie in der zweiten Halbzeit gegen Mazedonien, muss ihnen nicht bange sein.
Es stand aber zunächst ein gutes Stück Arbeit vor dem Team von Heiner Brand. Besonders in der Anfangsphase war den Deutschen anzumerken, dass der Druck vor diesem Spiel sehr groß war, denn eine Niederlage hätte den Einzug in die WM-Hauptrunde mehr als nur gefährden können – zu knapp geht es in Runde C zu. So unterliefen der deutschen Mannschaft zunächst auch viele Fehler, auch technischer Art. Vor dem gegnerischen Tor agierten sie zudem nicht sicher genug, und auch die Abwehr hatte vor allem mit dem Star der Mazedonier, Kiril Lazarov, große Probleme. Der Halbrechte warf allein in den ersten 15 Minuten 5 Tore. Und auch Jogi Bitter im deutschen Tor fand in der ersten Halbzeit nie so recht zu seiner gewohnten Stärke.
So war es fast eine logische Konsequenz, dass die Mannen von Heiner Brand zunächst zumeist einem Rückstand hinterher laufen mussten, aber um mehr als drei Tore ließ man die Mazedonier nicht davon ziehen. Zudem handelten sich die amtierenden Weltmeister unglückliche 2-Minuten-Strafzeiten ein, die mitunter nicht recht nachzuvollziehen waren, aber selbst eine doppelte Unterzahl steckten die Deutschen gut weg. Und je länger das Spiel dauerte, desto besser kam die deutsche Mannschaft ins Spiel. In der Abwehr stand man sicherer, und auch im Abschluss agierte man erfolgreicher, dennoch ging es noch mit einem knappen 13:14 Rückstand in die Halbzeitpause.
Die zweite Spielhälfte sollte nun jedoch die Halbzeit der Deutschen werden. Sicher stand die deutsche Abwehr um ihren Chef Oliver Roggisch nun und ließ den Mazedoniern nicht viel Raum. Da auch Jogi Bitter immer besser ins Spiel fand, war eine rasche Führung die logische Konsequenz. Und diese Führung sollte das deutsche Team nicht mehr abgeben! Zudem mussten die Mazedonier schon bald ohne ihren Besten, Kiril Lazarov, auskommen, der nach einer Tätlichkeit gegen den Kieler Dominik Klein verdient die Rote Karte sah.
In der Folge zog die deutsche Mannschaft nun Tor um Tor weg. Klare Spielzüge, wesentlich weniger Fehler im Vergleich zu Halbzeit 1, sicherer im Abschluss – so kennzeichnete sich in der Folge das deutsche Spiel. Der 33:23 Endstand fiel auch in dieser Höhe verdient aus! Besonderes Lob in der deutschen Mannschaft hat sich neben Holger Glandorf der Rechtsaußen Christian Schöne verdient, den Heiner Brand aufgrund einer fiebrigen Erkrankung der nach der Verletzung von Christian Sprenger etatmäßigen Nummer 1 auf Rechtsaußen, Stefan Schröder, nachnominiert hatte. Der Göppinger, der vor 24 Stunden noch nicht ahnte, aktiv in die Handball-WM eingreifen zu können, war mit 8 Treffern nicht nur hinter Glandorf, der eines mehr erzielte, zweitbester deutscher Schütze, sondern hatte mit 89% auch eine exzellente Trefferquote.
So kann es weiter gehen für die deutsche Mannschaft! Die Aussichten für die Hauptrunde sind nach dem dritten Sieg im vierten Vorrundenspiel sehr gut. Wollen wir hoffen, dass nun auch gegen den Vize-Weltmeister Polen zum Abschluss der Vorrunde ein Sieg folgt. Treten die Mannen von Heiner Brand ähnlich überzeugend auf wie in der zweiten Halbzeit gegen Mazedonien, muss ihnen nicht bange sein.
Mittwoch, 7. Januar 2009
Deutsche Adler bei Vierschanzentournee erfolgreich
Das deutsche Skisprungteam hat mit dem neuen Bundestrainer Werner Schuster zurück in die Erfolgsspur gefunden und das seit Jahren beste Ergebnis bei der Vierschanzentournee erreicht.
Nicht nur dass der Österreicher Martin Schmitt wieder in die Weltspitze zurückführen konnte. Nein, das gesamte Team tritt in einer Geschlossenheit auf, die zurecht auf eine Medaille im Mannschafswettbewerb bei den anstehenden Weltmeisterschaften in Liberec hoffen lässt. Im Schatten des viermaligen Weltmeisters aus Furtwangen, der mit Platz 3 in Innsbruck erstmals nach 6 Jahren wieder auf dem Siegerpodest der Vierschanzentournee stehen konnte, haben sich mit Michael Neumayer und Michael Uhrmann zwei weitere Springer in der erweiterten Weltspitze wieder etabliert, die jederzeit unter die Top 10 springen können. Und nicht nur dass: Auch der Mannschaftsolympiasieger von 2002, Stephan Hocke, zeigt eine Konstanz wie seit 7 Jahren nicht mehr. Hocke, der unter Schusters Vorgänger Peter Rohwein, nie zu seiner alten Stärke zurück finden konnte, springt nun stabil unter die Top 15. So erreichte er denn auch Platz 15 beim gestrigen Abschlussspringen in Bischofshofen, der gleichbedeutend ebenfalls mit dem 15. Platz in der Gesamtwertung ist.
Martin Schmitt erreichte in Bischofshofen den 5. Rang. Nach Durchgang 1 lag er noch auf dem 3. Platz, kam aber im zweiten Durchgang nicht über 136.5 m hinaus und musste sich so hinter dem Tages- und Gesamtsieger Wolfgang Loitzl, Simon Ammann, Dimitri Vassiliev und Gregor Schlierenzauer einreihen.
Es ist zwar schade, dass Schmitt wie bereits bei den Springen zuvor, den zweiten Durchgang nicht ebenso exzellent nach unten brachte wie Durchgang 1, aber dennoch ist seine Leistung während der gesamten Tournee nicht hoch genug zu würdigen! Der Schwarzwälder ist mit Gesamtrang 4 zurück in der Weltspitze!
Neben Schmitt wusste aus deutscher Sicht vor allem Michael Neumayer in Bischofshofen zu gefallen. Er erreichte hinter Schmitt den 6. Rang, der gleichbedeutend ist mit Rang 10 in der Gesamtwertung. Nach Rang 3 im vergangenen Jahr, den er zugegebener Maßen ein wenig glücklich erreichte, ist dieses eine Bestätigung seiner Leistung.
Michael Uhrmann als Tages-Achter und 12. In der Gesamtwertung rundet das hervorragende Ergebnis der deutschen Skispringer ab.
Angesichts dieser Erfolge mag bei so manchem Skisprungfan die Frage aufkommen, warum der DSV nicht schon früher gewagt hat, mit Werner Schuster einen Österreicher als Bundestrainer einzustellen. Zweifelsohne hat er die deutschen Adler in die Erfolgsspur zurückgebracht, und die Springer sind wieder mit Freude, Spaß und vor allem auch Erfolg dabei.
Nicht nur dass der Österreicher Martin Schmitt wieder in die Weltspitze zurückführen konnte. Nein, das gesamte Team tritt in einer Geschlossenheit auf, die zurecht auf eine Medaille im Mannschafswettbewerb bei den anstehenden Weltmeisterschaften in Liberec hoffen lässt. Im Schatten des viermaligen Weltmeisters aus Furtwangen, der mit Platz 3 in Innsbruck erstmals nach 6 Jahren wieder auf dem Siegerpodest der Vierschanzentournee stehen konnte, haben sich mit Michael Neumayer und Michael Uhrmann zwei weitere Springer in der erweiterten Weltspitze wieder etabliert, die jederzeit unter die Top 10 springen können. Und nicht nur dass: Auch der Mannschaftsolympiasieger von 2002, Stephan Hocke, zeigt eine Konstanz wie seit 7 Jahren nicht mehr. Hocke, der unter Schusters Vorgänger Peter Rohwein, nie zu seiner alten Stärke zurück finden konnte, springt nun stabil unter die Top 15. So erreichte er denn auch Platz 15 beim gestrigen Abschlussspringen in Bischofshofen, der gleichbedeutend ebenfalls mit dem 15. Platz in der Gesamtwertung ist.
Martin Schmitt erreichte in Bischofshofen den 5. Rang. Nach Durchgang 1 lag er noch auf dem 3. Platz, kam aber im zweiten Durchgang nicht über 136.5 m hinaus und musste sich so hinter dem Tages- und Gesamtsieger Wolfgang Loitzl, Simon Ammann, Dimitri Vassiliev und Gregor Schlierenzauer einreihen.
Es ist zwar schade, dass Schmitt wie bereits bei den Springen zuvor, den zweiten Durchgang nicht ebenso exzellent nach unten brachte wie Durchgang 1, aber dennoch ist seine Leistung während der gesamten Tournee nicht hoch genug zu würdigen! Der Schwarzwälder ist mit Gesamtrang 4 zurück in der Weltspitze!
Neben Schmitt wusste aus deutscher Sicht vor allem Michael Neumayer in Bischofshofen zu gefallen. Er erreichte hinter Schmitt den 6. Rang, der gleichbedeutend ist mit Rang 10 in der Gesamtwertung. Nach Rang 3 im vergangenen Jahr, den er zugegebener Maßen ein wenig glücklich erreichte, ist dieses eine Bestätigung seiner Leistung.
Michael Uhrmann als Tages-Achter und 12. In der Gesamtwertung rundet das hervorragende Ergebnis der deutschen Skispringer ab.
Angesichts dieser Erfolge mag bei so manchem Skisprungfan die Frage aufkommen, warum der DSV nicht schon früher gewagt hat, mit Werner Schuster einen Österreicher als Bundestrainer einzustellen. Zweifelsohne hat er die deutschen Adler in die Erfolgsspur zurückgebracht, und die Springer sind wieder mit Freude, Spaß und vor allem auch Erfolg dabei.
Wolfgang Loitzl Sieger bei Vierschanzentournee
Der Österreicher Wolfgang Loitzl hat in beeindruckender Manier die Vierschanzentournee 2008/ 2009 für sich entschieden und damit für den ersten österreichischen Gesamtsieg seit 1999/ 2000 gesorgt.
Er war eine Klasse für sich, der 28jährige Bad Mitterndorfer. Das musste auch der im Vorfeld als Topfavorit gehandelte Simon Ammann aus der Schweiz neidlos anerkennen, der letztendlich Zweiter, 32.6 Punkte hinter Loitzl wurde. Man sah dem Doppelolympiasieger von Salt Lake City die Enttäuschung an, denn zu gerne hätte der Springfloh aus der Schweiz den ersten Gesamtsieg für die Eidgenossen geholt. Aber schon nach dem ersten Durchgang beim Abschlussspringen in Bischofshofen war klar, dass Loitzl heute kaum zu schlagen sein würde. Dabei standen die Chancen für Ammann und den nach Innsbruck drittplatzierten Gregor Schlierenzauer im Vorfeld des letzten Springens nicht schlecht, Loitzl die erforderlichen Meter evt. noch abnehmen zu können: Loitzl schien die Schanze von Bischofshofen nicht so richtig zu liegen. Sowohl seine Trainingssprünge als auch die in der Qualifikation und im Probedurchgang gezeigte Leistung sah nicht so gut aus, so dass es durchaus im Rahmen des Möglichen zu liegen schien, dass Ammann die ca. 9 Meter Rückstand auf Loitzl würde aufholen können. Zudem kamen auch Zweifel auf, ob Loitzl, der ja in Garmisch am Neujahrstag erst seinen ersten Weltcupsieg überhaupt feiern konnte, dem Druck würde standhalten können.
Aus diesem Grund kam die Skisprungwelt ob Loitzl’s erstem Durchgang aus dem Staunen nicht heraus. Als Viertbester der Qualifikation im viertletzten Pärchen vom Bakken gehend flog der Österreicher auf die Tagesbestweite von 142.5 m hinunter und erhielt mit 5 x 20.0 Punkten die Traumnote schlechthin! 5 x 20.0 – das haben vor Loitzl noch nicht viele Springer erreicht: Es fällt einem Loitzl’s Landsmann Toni Innauer ein, dem dieses Kunststück 1976 erstmals gelang, oder aber Kazuyoshi Funaki beim Weltcup von Willingen 1999. Und man bedenke, dass es für Loitzl nicht irgendein Sprung war: Es galt um den Tournee-Gesamtsieg. Er musste vorlegen, da sowohl Ammann als auch Schlierenzauer erst nach ihm vom Bakken gingen. Und dann zauberte der im Vorfeld der Tournee eher immer in der zweiten Reihe hinter seinen Landsmännern Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern stehende Loitzl einen derart perfekten Sprung in den Schnee, der alle verstummen ließ. Schon jetzt war klar: Würde Loitzl in Durchgang 2 nicht stürzen, wäre ihm der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen!
Und er stürzte nicht: Er sprang mit 141.5 m nochmals über die 140 m, und damit weiter als alle seine Konkurrenten, und hat bewiesen, dass nur er der verdiente Sieger der diesjährigen Vierschanzentournee ist. Ihm konnte wahrlich niemand das Wasser reichen, weder Simon Ammann noch der drittplatzierte Gregor Schlierenzauer, kein Martin Schmitt, kein Anders Jacobsen, einfach niemand! Und auch Sven Hannawald dürfte froh sein, dass zumindest in Oberstdorf Loitzl nicht triumphieren konnte, sondern hinter Ammann „nur“ den zweiten Platz erreichte, denn andernfalls müsste er seinen Rekord, bei der Tournee alle vier Einzelspringen gewonnen zu haben, nun womöglich teilen.Wie dem auch sei. Loitzl dürfte nach seinem Triumph nicht enttäuscht sein, dieses Kunststück nicht auch noch erreicht zu haben. Zu groß ist die Freude über diesen Gesamtsieg. Und ganz sicher war er auch nicht der Einzige der bei der Siegerehrung eine Träne aus dem Augenwinkel wischen musste...
Für das Skisprungland Österreich bedeutet dieser Triumph den ersten Sieg in der Gesamtwertung nach Andreas Widhölzl 2000. - Eine Durststrecke von 9 Jahren ist überwunden. Und zwar nicht durch die im Vorfeld deutlich höher eingeschätzten Gregor Schlierenzauer oder Thomas Morgenstern, nein, sondern durch den bislang eher als Mannschaftsspringer in Erscheinung getretenen Wolfgang Loitzl! Der eher bescheidenen Stilist aus Bad Mitterndorf hat alle überrascht! Sich selbst vielleicht am meisten. Und eines dürfte sicher sein: Das am kommenden Wochenende anstehende Skifliegen in Bad Mitterndorf vom Kulm werden Loitzl-Festspiele, egal welches Ergebnis der Lokalmatador dort erreichen wird.
Er war eine Klasse für sich, der 28jährige Bad Mitterndorfer. Das musste auch der im Vorfeld als Topfavorit gehandelte Simon Ammann aus der Schweiz neidlos anerkennen, der letztendlich Zweiter, 32.6 Punkte hinter Loitzl wurde. Man sah dem Doppelolympiasieger von Salt Lake City die Enttäuschung an, denn zu gerne hätte der Springfloh aus der Schweiz den ersten Gesamtsieg für die Eidgenossen geholt. Aber schon nach dem ersten Durchgang beim Abschlussspringen in Bischofshofen war klar, dass Loitzl heute kaum zu schlagen sein würde. Dabei standen die Chancen für Ammann und den nach Innsbruck drittplatzierten Gregor Schlierenzauer im Vorfeld des letzten Springens nicht schlecht, Loitzl die erforderlichen Meter evt. noch abnehmen zu können: Loitzl schien die Schanze von Bischofshofen nicht so richtig zu liegen. Sowohl seine Trainingssprünge als auch die in der Qualifikation und im Probedurchgang gezeigte Leistung sah nicht so gut aus, so dass es durchaus im Rahmen des Möglichen zu liegen schien, dass Ammann die ca. 9 Meter Rückstand auf Loitzl würde aufholen können. Zudem kamen auch Zweifel auf, ob Loitzl, der ja in Garmisch am Neujahrstag erst seinen ersten Weltcupsieg überhaupt feiern konnte, dem Druck würde standhalten können.
Aus diesem Grund kam die Skisprungwelt ob Loitzl’s erstem Durchgang aus dem Staunen nicht heraus. Als Viertbester der Qualifikation im viertletzten Pärchen vom Bakken gehend flog der Österreicher auf die Tagesbestweite von 142.5 m hinunter und erhielt mit 5 x 20.0 Punkten die Traumnote schlechthin! 5 x 20.0 – das haben vor Loitzl noch nicht viele Springer erreicht: Es fällt einem Loitzl’s Landsmann Toni Innauer ein, dem dieses Kunststück 1976 erstmals gelang, oder aber Kazuyoshi Funaki beim Weltcup von Willingen 1999. Und man bedenke, dass es für Loitzl nicht irgendein Sprung war: Es galt um den Tournee-Gesamtsieg. Er musste vorlegen, da sowohl Ammann als auch Schlierenzauer erst nach ihm vom Bakken gingen. Und dann zauberte der im Vorfeld der Tournee eher immer in der zweiten Reihe hinter seinen Landsmännern Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern stehende Loitzl einen derart perfekten Sprung in den Schnee, der alle verstummen ließ. Schon jetzt war klar: Würde Loitzl in Durchgang 2 nicht stürzen, wäre ihm der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen!
Und er stürzte nicht: Er sprang mit 141.5 m nochmals über die 140 m, und damit weiter als alle seine Konkurrenten, und hat bewiesen, dass nur er der verdiente Sieger der diesjährigen Vierschanzentournee ist. Ihm konnte wahrlich niemand das Wasser reichen, weder Simon Ammann noch der drittplatzierte Gregor Schlierenzauer, kein Martin Schmitt, kein Anders Jacobsen, einfach niemand! Und auch Sven Hannawald dürfte froh sein, dass zumindest in Oberstdorf Loitzl nicht triumphieren konnte, sondern hinter Ammann „nur“ den zweiten Platz erreichte, denn andernfalls müsste er seinen Rekord, bei der Tournee alle vier Einzelspringen gewonnen zu haben, nun womöglich teilen.Wie dem auch sei. Loitzl dürfte nach seinem Triumph nicht enttäuscht sein, dieses Kunststück nicht auch noch erreicht zu haben. Zu groß ist die Freude über diesen Gesamtsieg. Und ganz sicher war er auch nicht der Einzige der bei der Siegerehrung eine Träne aus dem Augenwinkel wischen musste...
Für das Skisprungland Österreich bedeutet dieser Triumph den ersten Sieg in der Gesamtwertung nach Andreas Widhölzl 2000. - Eine Durststrecke von 9 Jahren ist überwunden. Und zwar nicht durch die im Vorfeld deutlich höher eingeschätzten Gregor Schlierenzauer oder Thomas Morgenstern, nein, sondern durch den bislang eher als Mannschaftsspringer in Erscheinung getretenen Wolfgang Loitzl! Der eher bescheidenen Stilist aus Bad Mitterndorf hat alle überrascht! Sich selbst vielleicht am meisten. Und eines dürfte sicher sein: Das am kommenden Wochenende anstehende Skifliegen in Bad Mitterndorf vom Kulm werden Loitzl-Festspiele, egal welches Ergebnis der Lokalmatador dort erreichen wird.
Montag, 5. Januar 2009
Wolfgang Loitzl zum Zweiten: Sieg am Bergisel in Innsbruck
Wolfgang Loitzl konnte beim heutigen dritten Springen der Vierschanzentournee in Innsbruck erneut triumphieren und liegt nun, nach seinem zweiten Tageserfolg, auch in der Tournee-Gesamtwertung deutlich in Front.
Nach dem ersten Durchgang stellte sich noch ein anderes, in den letzten Jahren rar gewordenes Bild dar: Martin Schmitt lag nach hervorragenden 128.5 m in Front. Es blinkte der erste Weltcupsieg seit Jahren am Horizont oder zumindest ein Podestplatz, den Schmitt in dieser Saison als Vierter schon mehrfach knapp verpasst hatte. Eines aber war schon jetzt gewiss: Martin Schmitt, vierfacher Weltmeister aus Furtwangen, ist zurück in der Weltspitze!
Im zweiten Durchgang, den neben Schmitt ebenso seine Teamkollegen Michael Neumayer, Michael Uhrmann, Felix Schoft und Stephan Hocke erreichen konnten, sollten sich nun die Ereignisse zuspitzen: Michael Neumayer, nach Durchgang 1 auf Rang 9 liegend, sprang auf exzellente 126 m, wodurch er sich klar an die Spitze des Klassements setzen konnte. Am Ende sollte Rang 7 für den letztjährigen Gesamt-Dritten herausspringen. Aber schon Matti Hautamaeki, bei dem man in dieser Saison nie so recht weiß, wie gut er ist, der aber am Bergisel durchweg gute Sprünge zeigte, setzte sich mit 128 m an die Spitze. Die im ersten Durchgang vor ihm platzierten Noriaki Kasai, Altmeister aus Japan, und Thomas Morgenstern, Doppelolympiasieger von Turin, kamen beide nicht an seine Weite heran, so dass der Finne in Front liegend den Sprung von Simon Ammann, des Zweitplatzierten in der Gesamtwertung, erwartete. Ammann, nach Durchgang 1 nur auf Platz 5 liegend, kam lediglich auf schwache 123.5 m – ist das das Aus um den Tournee-Gesamtsieg?! Lange Gesichter auch im Schweizer Lager, da eigentlich mit einem Angriff auf’s Podium gerechnet wurde, aber nicht mit einem regelrechten Absturz auf Rang 8.
Die Österreicher-Fraktion um den Garmisch Sieger Wolfgang Loitzl und den Lokalmatadoren Gregor Schlierenzauer machte es hingegen deutlich besser. Loitzl konnte sich mit 128.5 m denkbar knapp um 0.7 Punkte vor Schlierenzauer, der auf 127.5 m kam, setzen. Und nun schaute alles nach Oben: Was würde Martin Schmitt erreichen können?! Die Spannung wuchs: Bundestrainer Werner Schuster schwang die Fahne zum Zeichen des Abstoßens, der Schwarzwälder fuhr an und flog auf 125.5 m – zu wenig für den Tageserfolg, aber dennoch der sichere dritte Platz vor Matti Hautamaeki. Martin Schmitt hatte endlich wieder nach 8 jähriger Abstinenz einen Podiumsplatz bei einem Tourneespringen erreicht!
Auch in der Gesamtwertung verbesserte sich Schmitt durch dieses hervorragende Ergebnis auf den vierten Rang.
Wolfgang Loitzl hingegen baute seine Führung in der Tournee-Gesamtwertung weiter aus und liegt nun 15.8 Punkte vor Simon Ammann. Der Schweizer verlor damit am Bergisel deutlich an Boden. Und der Oberstdorf-Sieger wird es schwer haben gegen Loitzl, diesen Rückstand in Bischofshofen beim Abschlussspringen am kommenden Dienstag aufzuholen. Und auch ein zweiter Österreicher mischt kräftig mit: Skiflugweltmeister Gregor Schlierenzauer liegt mit nur 7.7 Punkten Rückstand auf Ammann in Lauerstellung.
Es erscheint wahrscheinlich, dass diese drei Springer den Gesamtsieg unter sich ausmachen werden, da auch Martin Schmitt bereits über 20 Punkte Rückstand auf Schlierenzauer hat. Jedoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass beim Skispringen bekanntermaßen alles möglich ist. Man sollte sich nur das letztjährige Abschlussspringen in Bischofshofen in Erinnerung rufen, als das Gesamtklassement noch einmal derart durcheinander gewirbelt wurde, so dass Michael Neumayer schlussendlich als lachender Gesamt-Dritter aus dem Springen hervorging. Mit dieser Platzierung konnte man nach ¾ der Tournee auch noch nicht rechnen.
Warten wir also ab, was das Abschlussspringen bringen wird. In jedem Fall große Spannung, das steht fest! Freuen wir uns darauf!
Nach dem ersten Durchgang stellte sich noch ein anderes, in den letzten Jahren rar gewordenes Bild dar: Martin Schmitt lag nach hervorragenden 128.5 m in Front. Es blinkte der erste Weltcupsieg seit Jahren am Horizont oder zumindest ein Podestplatz, den Schmitt in dieser Saison als Vierter schon mehrfach knapp verpasst hatte. Eines aber war schon jetzt gewiss: Martin Schmitt, vierfacher Weltmeister aus Furtwangen, ist zurück in der Weltspitze!
Im zweiten Durchgang, den neben Schmitt ebenso seine Teamkollegen Michael Neumayer, Michael Uhrmann, Felix Schoft und Stephan Hocke erreichen konnten, sollten sich nun die Ereignisse zuspitzen: Michael Neumayer, nach Durchgang 1 auf Rang 9 liegend, sprang auf exzellente 126 m, wodurch er sich klar an die Spitze des Klassements setzen konnte. Am Ende sollte Rang 7 für den letztjährigen Gesamt-Dritten herausspringen. Aber schon Matti Hautamaeki, bei dem man in dieser Saison nie so recht weiß, wie gut er ist, der aber am Bergisel durchweg gute Sprünge zeigte, setzte sich mit 128 m an die Spitze. Die im ersten Durchgang vor ihm platzierten Noriaki Kasai, Altmeister aus Japan, und Thomas Morgenstern, Doppelolympiasieger von Turin, kamen beide nicht an seine Weite heran, so dass der Finne in Front liegend den Sprung von Simon Ammann, des Zweitplatzierten in der Gesamtwertung, erwartete. Ammann, nach Durchgang 1 nur auf Platz 5 liegend, kam lediglich auf schwache 123.5 m – ist das das Aus um den Tournee-Gesamtsieg?! Lange Gesichter auch im Schweizer Lager, da eigentlich mit einem Angriff auf’s Podium gerechnet wurde, aber nicht mit einem regelrechten Absturz auf Rang 8.
Die Österreicher-Fraktion um den Garmisch Sieger Wolfgang Loitzl und den Lokalmatadoren Gregor Schlierenzauer machte es hingegen deutlich besser. Loitzl konnte sich mit 128.5 m denkbar knapp um 0.7 Punkte vor Schlierenzauer, der auf 127.5 m kam, setzen. Und nun schaute alles nach Oben: Was würde Martin Schmitt erreichen können?! Die Spannung wuchs: Bundestrainer Werner Schuster schwang die Fahne zum Zeichen des Abstoßens, der Schwarzwälder fuhr an und flog auf 125.5 m – zu wenig für den Tageserfolg, aber dennoch der sichere dritte Platz vor Matti Hautamaeki. Martin Schmitt hatte endlich wieder nach 8 jähriger Abstinenz einen Podiumsplatz bei einem Tourneespringen erreicht!
Auch in der Gesamtwertung verbesserte sich Schmitt durch dieses hervorragende Ergebnis auf den vierten Rang.
Wolfgang Loitzl hingegen baute seine Führung in der Tournee-Gesamtwertung weiter aus und liegt nun 15.8 Punkte vor Simon Ammann. Der Schweizer verlor damit am Bergisel deutlich an Boden. Und der Oberstdorf-Sieger wird es schwer haben gegen Loitzl, diesen Rückstand in Bischofshofen beim Abschlussspringen am kommenden Dienstag aufzuholen. Und auch ein zweiter Österreicher mischt kräftig mit: Skiflugweltmeister Gregor Schlierenzauer liegt mit nur 7.7 Punkten Rückstand auf Ammann in Lauerstellung.
Es erscheint wahrscheinlich, dass diese drei Springer den Gesamtsieg unter sich ausmachen werden, da auch Martin Schmitt bereits über 20 Punkte Rückstand auf Schlierenzauer hat. Jedoch sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass beim Skispringen bekanntermaßen alles möglich ist. Man sollte sich nur das letztjährige Abschlussspringen in Bischofshofen in Erinnerung rufen, als das Gesamtklassement noch einmal derart durcheinander gewirbelt wurde, so dass Michael Neumayer schlussendlich als lachender Gesamt-Dritter aus dem Springen hervorging. Mit dieser Platzierung konnte man nach ¾ der Tournee auch noch nicht rechnen.
Warten wir also ab, was das Abschlussspringen bringen wird. In jedem Fall große Spannung, das steht fest! Freuen wir uns darauf!
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