Sonntag, 30. März 2008

THW Kiel gewinnt Final Four: Sieg im DHB-Pokal erster Titel der Saison

Titelverteidiger THW Kiel hat seinen Sieg vom vergangenen Jahr beim Final Four in Hamburg erfolgreich verteidigt und mit dem 32:29 Sieg über den HSV Hamburg den ersten Titel in der laufenden Saison gewonnen. Würde es nach den Kielern gehen, würden sie diesem Erfolg am liebsten, wie im Vorjahr, auch den Sieg in der Champions-League und den deutschen Meistertitel folgen lassen. Nun, dieses ist noch Zukunftsmusik: In der Champions-League wartet im Halbfinale zunächst der FC Barcelona und auch in der Bundesliga ist noch nichts entschieden.

So kommt denn dieser Sieg im DHB-Pokal den Kielern gerade recht. Sie haben sich im Halbfinale, der Neuauflage des Vorjahresfinals, mit 24:19 ungefährdet gegen die Rhein-Neckar-Löwen durchgesetzt. Es war ein deutlicher und verdienter Sieg der Zebras gegen die Löwen.
Einiges mehr mussten im zweiten Halbfinale Martin Schwalb's Hamburger gegen die HSG Nordhorn zeigen: Es war ein spannendes, mitreißendes Handballspiel, das der HSV letztendlich 34:32 - das entscheidende 34. Tor fiel erst 2 sec vor Schluss - gewinnen konnte. Mann des Spiels war jedoch der Nordhorner Holger Glandorf, der ein unglaubliches Spiel ablieferte, leider aber nicht mit dem Sieg belohnt wurde.

Im Finale standen sich damit die beiden letzt-verbliebenen deutschen Teams in der EHF-Champions-League, der HSV Hamburg und der THW Kiel, gegenüber:
Der ersten Halbzeit drückten die Hanseaten ihren Stempel auf, mit 18:17 gingen die Hamburger in die Halbzeitpause. Deutlich besser kamen jedoch die Kieler aus der Kabine, und auch Thierry Omeyer war im Kieler Tor nun endlich der gewohnt sichere Rückhalt. Bis auf 5 Tore konnte der Titelverteidiger wegziehen, aber der HSV steckte nicht auf und machte es in der Schlussphase der Partie noch einmal richtig spannend. Bis auf 2 Tore kamen die Hamburger wieder heran - alles schien möglich. Aber Dank zweier Treffer von Kiels Norweger Bjoerge Lund gab der THW die Führung nicht mehr ab und holte zum 5. Mal in der Vereinsgeschichte den DHB-Pokal!

Freitag, 28. März 2008

Janne Ahonen: Abschied vom Skispringen

Janne Ahonen, einer der erfolgreichster Skispringer der Geschichte, hat ein wenig überraschend seinen Rücktritt vom aktiven Leistungssport erklärt. - Emotional war seine Rücktrittserklärung in Helsinki in dieser Woche, Emotionen, die der 30jährige Finne, auch als "die Maske" bekannt, während seiner Karriere nur selten zeigte. Selbst nach seinen großen Siegen, wie beispielsweise bei der Vierschanzentournee, zeigte sich im Gesicht Ahonen's selten eine Regung.

Der aus Lahti stammende Finne wird dem Skisprungzirkus in Zukunft fehlen! Man vermag es sich kaum vorzustellen, wie Skispringen ohne Ahonen sein wird, zu lange ist er dabei gewesen. Bereits im Jahr 1993 feierte er seinen ersten Weltcupsieg, den ersten von insgesamt 36. Nur sein Landsmann Matti Nykänen und der Pole Adam Malysz konnten häufiger ganz oben auf dem Siegerpodest stehen.
Ahonen's Karriere zeichnet sich durch eine ihresgleichen suchende Konstanz aus: Seit der Saison seines ersten Weltcupsieges, der Saison 1993/1994 war er mindestens immer unter den Top-Ten des Gesamtweltcups, zweimal, 03/04 und 04/05, gewann er den Weltcup - 14 Jahre Weltspitze! Das ist spitze! Der große Schweiger aus dem hohen Norden verdient höchsten, allerhöchsten Respekt!!!

Spätestens mit seinem Gesamtsieg bei der diesjährigen Vierschanzentournee hat er sich seinen Platz im Skisprung-Olymp endgültig gesichert: Nach 1999, 2003, 2005 und 2006 gewann Ahonen in diesem Jahr zum fünften Mal die Vierschanzentournee und ist damit alleiniger Rekordhalter dieser Traditionsveranstaltung!
3 Goldmedaillen gewann er bei Weltmeisterschaften, wobei der Sieg bei den Titelkämpfen 2005 in Oberstdorf von der Großschanze sicherlich als ein Höhepunkt anzusehen ist. Hinzu kommen Titel im Mannschaftswettbewerb - hier war Ahonen über Jahre hinweg eine konstante Größe bei den Finnen.
19 internationale Medaillen gewann er im Lauf seiner Karriere insgesamt.

Lediglich bei Olympia konnte Ahonen nie ganz oben auf dem Podest stehen - eigentlich kaum vorstellbar bei einem Mann wie Ahonen, aber dieser Sieg fehlte bislang in seiner Titelsammlung. Daher war die allgemeine Meinung auch eher die gewesen, dass der Finne an den Olympischen Spielen von Vancouver 2010 wahrscheinlich noch teilnehmen wird, um dieses Ziel auch noch zu erreichen. So kommt denn sein Rücktritt auch ein wenig überraschend.
Als unvollendet ist seine Karriere aber deswegen in keinster Weise anzusehen. Janne Ahonen ist ein bedeutender Sportler, der seinesgleichen sucht. Es wird lange dauern, bis die Lücke, die er hinterlässt, geschlossen sein wird!
Janne Ahonen wird dem Skispringen fehlen, er wird sehr fehlen ...

Montag, 24. März 2008

Schwimm-Europameisterschaften enden mit Rekordfestival

Die Schwimm-Europameisterschaften im holländischen Eindhoven gingen am heutigen Montag mit zahlreichen Welt- und Europarekorden zu Ende. Höhepunkte bildeten sicherlich der neue Weltrekord der Italienerin Frederica Pellegrini über die 400m Freistil in 4:01.53 Minuten sowie derjenige über die 50m Freistil von Lokalmatadorin Marleen Veldhuis in 24.09 Sekunden.

Und auch die deutsche Mannschaft konnte heute nach dem Sieg von Paul Biedermann über die 200m Freistil doch noch ein zweites Mal jubeln: Janne Schäfer triumphierte überlegen in 31.08 Sekunden über die 50m Brust und holte sich die Goldmedaille. Und auch Kerstin Vogel als Vierte im selben Rennen spielte eine positive Rolle bei dieser EM.
Ansonsten fiel das Auftreten der deutschen Mannschaft, die lediglich mit einem Rumpfteam bestehend aus 9 Athleten antrat, eher dürftig aus. Peinlicher Höhepunkt dürfte das heutige Vorlauf-Aus der 4x100m Lagen-Staffel der Herren gewesen sein.
In Deutschland wurde anders als bei anderen Nationen, den kontinentalen Titelkämpfen im Olympia-Jahr keine so große Bedeutung beigemessen. Die meisten der deutschen Top-Schwimmer zogen es vor, bei den Europameisterschaften nicht zu starten, sondern sich ganz auf die Olympischen Spiele in Peking zu konzentrieren. Die Entscheidung, nicht auf zwei Großereignisse in einem Jahr zu setzen, kann einerseits verstanden werden, andererseits ist es schon auffällig, dass viele, nicht alle, der europäischen Top-Schwimmer in Eindhoven am Start waren und sich äußerst stark zeigten, was die große Anzahl an Welt- und Europarekorden unterstrich. Zudem steht der DSV, als größter europäischer Schwimmverband, nicht im besten Licht da, diesen Europameisterschaften nicht die Bedeutung beigemessen zu haben, wie andere Nationen.
Ob die Gleichung der meisten deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer, auf die EM zugunsten von Olympia verzichtet zu haben, aufgeht, wird sich erst in Peking zeigen: Ist die deutsche Mannschaft erfolgreich, wird es heißen: Alles richtig gemacht! Gibt es nur wenig Edelmetall, wird es heißen: Der Verzicht auf Eindhoven hat nichts gebracht, nur schlechtes Image und Erfolglosigkeit. - Warten wir daher ab, was im olympischen Schwimmbecken passieren wird.

Deutlich besser als die Schwimmerinnen und Schwimmer des DSV schlossen die Kunst- und Turmspringer ab: Insgesamt gab es 2x Gold, 4x Silber und 1x Bronze.

Sonntag, 9. März 2008

Maria Riesch gewinnt kleine Kristallkugel in der Super-Kombination

Maria Riesch hat einen der größten Erfolge ihrer Karriere errungen und erstmals eine Kristallkugel im Gesamtweltcup gewonnen: Im WM-Ort von 1987, im schweizerischen Crans Montana, sicherte sie sich den Disziplinweltcup in der Super-Kombination.

Nach der Abfahrt, dem Part 1 der Super-Kombination von Crans Montana, lag sie noch auf dem vierten Rang, deutlich distanziert von ihrer ärgsten Rivalin, der US-Amerikanerin Lindsey Vonn, die das Abfahrtsrennen deutlich für sich entscheiden konnte. Vonn hatte wieder einmal bewiesen, dass sie derzeit die beste Abfahrerin im Skizirkus ist.
Die Ausgangslage für Maria Riesch vor dem Slalom war klar: Sollte Vonn diese Super-Kombination gewinnen, müsste Riesch Zweite werden. Ein dritter Rang hätte nicht gereicht, sie wäre zwar punktgleich mit der US-Amerikanerin gewesen, hätte aber in der Gesamtwertung aufgrund der geringeren Anzahl an Siegen, den Kürzeren gezogen. - Für Spannung war also gesorgt, als Riesch als viertletzte Läuferin den Slalom in Angriff nahm.
Die Partenkirchenerin machte ihre Sache gut und kam mit Bestzeit ins Ziel. Die Schwedin Anja Pärson verdrängte sie jedoch sofort wieder vom Top-Platz. Den Platz an der Sonne gab Riesch aber dennoch nicht mehr her, da ihre Freundin Lindsey Vonn auf Rang drei zurückfiel und damit Riesch's ersten Gewinn im Gesamtweltcup ermöglichte. Dieser Triumph war der erste Sieg im Disziplinweltcup für den DSV seit sechs Jahren. 2002 triumphierte zuletzt Hilde Gerg im Super-G-Weltcup.

Im Gesamtweltcup verbesserte sich Maria Riesch durch ihren heutigen zweiten Platz auf eben diesen. Sie liegt nun mit 157 Punkten Rückstand auf Lindesy Vonn in Lauerstellung, dürfte aber nur durch einen Patzer der US-Amerikanerin bei den noch ausstehenden vier Rennen eine Chance auf den Sieg im Gesamtweltcup haben. Hinter ihr liegt zudem die Österreicherin Nicole Hosp mit nur 21 Punkten knapp zurück. Für Spannung beim Weltcupfinale im italienischen Bormio ist somit immer noch gesorgt.

Katrin Hitzer mit zweitem Weltcupsieg

Katrin Hitzer gewann am heutigen Sonntag mit dem Massenstartrennen von Chanti Mansisk bereits das zweite Rennen dieses Wochenendes und stand nach ihrem gestrigen Sieg im Verfolger zum zweiten Mal in ihrer Karriere ganz oben auf dem Siegerpodest im Biathlon-Weltcup.
Mit nur zwei Schießfehlern war sie heute wiederum unschlagbar und triumphierte vor Magdalena Neuner, der Sprintsieger von diesem Wochenende, und der Russin Swetlana Sleptskova.

Andrea Henkel, Weltcupgesamtsiegerin des vergangenen Jahres, wurde mit fünf Schießfehlern 12.. Sie war damit aber noch acht Plätze besser als die Führende in der Biathlon-Gesamtwertung, die Französin Sandrine Bailly, die mit insgesamt acht Schießfehlern wichtige Punkte in der Weltcupgesamtwertung einbüsste.
Sie konnte zwar ihr Gelbes Trikot verteidigen, jedoch liegt Magdalena Neuner nun punktgleich mit der Französin auf Rang 2. Auch Andrea Henkel auf dem 3. Platz hat mit 14 Punkten Rückstand mehr als nur realistische Chancen auf die erfolgreiche Titelverteidigung. Bei noch drei ausstehenden Rennen beim Weltcupfinale am kommenden Wochenende am Holmenkollen in Norwegen ist somit noch alles offen, und für Spannung ist gesorgt.

Bjoerndalen sichert sich Gesamtweltcup, Graf mit bestem Karriereergebnis

Im sibirischen Chanti Mansiks sicherte sich der Norweger Ole-Einar Bjoerndalen vorzeitig den Sieg im Gesamtweltcup - seinen fünften insgesamt. Der Norweger ist und bleibt damit das Maß aller Dinge im Biathlon-Zirkus.
Beim heutigen Massenstart genügte Bjoerndalen ein 7. Rang um schon vor dem Saisonabschluss am kommenden Wochenende diesen Sieg perfekt zu machen.

Aber auch die deutschen Biathlon-Herren hatten Grund zur Freude: Mit Daniel Graf als Zweitem gab es den erhofften Podestplatz. Für Graf, der in der letzten Runde Michael Slesingr und Vincent Defranse auflaufen konnte, bedeutete dieser zweite Platz das bester Ergebnis in seiner Karriere und den zweiten Podestplatz in dieser Saison.

Der Sieg ging an den Polen Tomas Sikora, der so seinen vierten Weltcupsieg feiern konnte. Platz 3 ging im Photofinish an den Tschechen Slesingr.
Mit Andreas Birnbacher und Alexander Wolf auf den Plätzen 8 und 10 kamen zwei weitere Deutsche unter die Top-Ten und trösteten so ein wenig über das schwache Auftreten von Michael Rösch und Michael Greis, die am Schießstand patzten und immer wieder in die Strafrunde mussten, hinweg.

Deutsche Damen über die 5000m ohne Medaille

Beim letzten Rennen der Einzelstrecken-Weltmeisterschaften von Nagano gab es erstmal in der Geschichte der Titelkämpfe kein Edelmetall über die 5000m der Damen.
Claudia Pechstein, die diese Strecke über Jahre dominierte, ging auch in diesem Rennen, wie schon über die 3000m, wo sie Fünfte wurde, leer aus: Platz 4 belegte die Berlinerin im Endklassement hinter der alten und neuen Weltmeisterin Martina Sablikowa und den beiden Kanadierinnen Clara Hughes und Kristina Groves. - Erstmals in der Geschichte der Einzelweltmeisterschaften holte die fünffache Olympiasiegerin damit keine Einzelmedaille. Der erhoffte positive Saisonausklang gelang somit nicht wie gewünscht. Bitter für Pechstein, und es bleibt abzuwarten, ob sie ihre überaus erfolgreiche Karriere weiter fortsetzen wird.

Dass Claudia Pechstein nicht ganz ohne Edelmetall in die Heimat reisen muss, liegt am Teamwettbewerb, in dem sie zusammen mit Daniela Anschütz-Thoms und Lucille Opitz Bronze hinter den Holländerinnen und Kanada holte. Angesichts der Tatsache, dass Annie Frisinger auf einen Start verzichtet hatte, um sich ganz auf ihre Einzelrennen konzentrieren zu können, war der dritte Platz sicher das Optimum, das das deutsche Team erreichen konnte. Im letzten Rennen traten die deutschen Damen gegen Japan an, und lagen über weite Strecken sogar hinter den Gastgeberinnen zurück, die aber auf der letzten Runde Federn lassen mussten und noch hinter die Deutschen zurück fielen - Platz 3 war gesichert.
Für Daniela Anschütz-Thoms bedeutete diese Medaille bereits das zweite Edelmetall bei dieser WM. Über die 3000m lief die Erfurterin zu Bronze und ihrer ersten WM-Einzelmedaille überhaupt.

Annie Friesinger Doppelweltmeisterin von Nagano

Die Mission Gold ist erfüllt: Annie Friesinger hat bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften in Nagano nach den 1500m auch über die 1000m triumphiert!
Bei ihrem letzten Rennen bei diesen Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften ist sie ihrer Favoritenstellung damit gerecht geworden. Sie siegte mit Bahnrekord und 0.64 Sekunden Vorsprung vor der Kanadierin Kristina Groves und Annette Gerritsen aus den Niederlanden.
Mit dieser ihrer nun insgesamt 10. Goldmedaille bei Einzelweltmeisterschaften - eine Goldmedaille im Teamwettbewerb nicht mitgerechnet - ist sie gleichzeitig auch Nummer 1 in der Geschichte der Einzelstreckenweltmeisterschaften, die seit 1996 ausgetragen werden! Sie löste Gunda Niemann-Stirnemann ab.

Für Friesinger hat es sich damit ausgezahlt, dass sie auf den am Vortag ausgetragenen Teamwettbewerb verzichtet hatte. Angesichts der heute ausgetragenen 1000m wollte sie am Vortrag nicht bei der kräftezehrenden Teamverfolgung an den Start gehen. Eine Entscheidung, die man verstehen kann, ist der Inzellerin in der Vergangenheit, wie beispielsweise bei den Olympischen Spielen von Turin, ein Vielstart nicht unbedingt gut bekommen, und dazu führte, dass sie auf ihren eigentlichen Paradestrecken nicht die Leistung abrufen konnte, die man von ihr erwarten durfte.
Schon während der gesamten Saison verzichtete Friesinger auf so manchen Start, wie beispielsweise auf die Mehrkampf-WM, bei der sie sicherlich gute Medaillenchancen gehabt hätte, um sich ganz auf die Sprintdistanzen konzentrieren zu können. - In Nagano ist dieses voll aufgegangen!

Und auch über die 500m triumphierte am Vortag mit Jenny Wolf eine Läuferin der Deutschen Eislaufunion. Wolf siegte mit zweimal Bahnrekord vor der Chinesin Beijing Wang und verteidigte so ihren vor Jahresfrist errungenen Titel.
Die Berlinerin krönte damit ihre bislang erfolgreichste Saison, die ihre Höhepunkte in diesem WM-Sieg, dem Gesamtweltcup über die 500m und in dem Gewinn der Sprintweltmeisterschaft fand.
Dank Friesinger und Wolf lagen damit die Sprintstrecken bei dieser WM ganz in deutscher Hand: 3 x Gold ist die exzellente Ausbeute!

Dienstag, 4. März 2008

Ahonen triumphiert erstmals in Kuopio

Beim heutigen Einzelspringen im finnischen Kuopio sprang Janne Ahonen zu seinem 36. Weltcupsieg und seinem ersten Sieg in Kuopio überhaupt.
Auf der von ihm ungeliebten Schanze ließ der Mann aus Lahti der Konkurrenz keine Chance und dominierte beide Durchgänge. Er sicherte sich den Sieg vor zwei Norwegern, vor Anders Bardal und Tom Hilde. Sicherlich Seltenheitswert in dieser Saison hat die Tatsache, dass mit Gregor Schlierenzauer als Viertem kein Österreicher auf dem Podest steht, da auch Gesamtweltcupsieger Thomas Morgenstern über den 8. Platz nicht hinaus kam. Sechster und damit einen Platz schlechter als der Sieger des Vortages, Janne Happonen, wurde Martin Schmitt. Der Furtwängler lag nach dem ersten Durchgang sogar noch aus dem dritten Rang, aber auch der sechste Platz ist bemerkenswert. Es ist Martin Schmitt zu wünschen, dass er endlich wieder den Anschluss an die Weltspitze findet.
Denn ohne einen Martin Schmitt sieht es trotz des dritten Rangs in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee durch Michael Neumayer eher düster aus. Licht und Schatten liegen zu nah beieinander, zu selten gelingen wirklich zwei gute Durchgänge. So lag Michael Neumayer nach dem ersten Durchgang noch auf Rang 6, stürzte aber aufgrund eines schwachen 2. Sprungs auf Platz 17 ab.
Es erreichten zwar mit Georg Späth, Jörg Ritzerfeld und Michael Uhrmann drei weitere Deutsche den 2. Durchgang, was grundsätzlich schon positiv zu bewerten ist, aber sie fanden sich allesamt leider auf dem letzten Tableau wieder: Die Plätze 27 bis 29 standen am Ende zu Buche.

So sieht es immer noch nicht allzu rosig aus im deutschen Skisprunglager. Und auch um die Person des Noch-Bundestrainers Peter Rohwein ranken sich inzwischen mehr als nur Gerüchte. Es scheint klar, dass es nach dieser Saison eine Zäsur geben wird, ein Neuanfang soll gemacht werden, mit einem neuen Bundestrainer. Momentan spricht vieles für den derzeit noch bei den Kombinierern in Lohn und Brot stehenden Andreas Bauer. Ob der ehemalige Sieger des Neujahrsspringens aber tatsächlich den Job des Bundestrainers übernehmen wird, bleibt zunächst abzuwarten.