Damit ist dem 29jährigen der dritte Titelgewinn in Folge nach 2003 in Val di Fiemme und 2005 in Oberstdorf gelungen. - Dieses hat bislang noch kein Athlet geschafft!
Für Ronny Ackermann ist diese Saison jedoch bislang alles andere als gut gelaufen: Immer wieder tüftelte er an seiner Sprungform, um wieder die alte Form aus 2005 zurückzugewinnen, was ihm aber nicht gelingen wollte, zudem fiel er während der Saison aufgrund einer Lebervergiftung wochenlang aus - das waren alles keine guten Voraussetzungen. Insgesamt reichte es auch nur zu zwei Podestplätzen in der laufenden Saison, und der letzte Einzelsieg gelang ihm ausgerechnete bei der WM 2005 in Oberstdorf.
Dass Ackermann nun genau zwei Jahre später wieder bei einer WM der nächste Einzelsieg gelungen ist, mutet zum einen wie ein kleines Wintermärchen an und zeigt aber auch, wie punktgenau sich ein Ronny Ackermann vorzubereiten weiss. Im Verlauf der Saison hatte er erkant, dass er im Gesamtweltcup nichts mehr erreichen kann, zu oft wurde er zurück geworfen. Stattdessen bereitete er sich zielgenau auf die WM in Sapporo vor, was ihm exzellent gelang. Dass ihm jetzt nun der ganz große Wurf, sprich WM-Gold und damit die Titelverteidigung, gelingen sollte, konnte man allerdings nicht erwarten.
Aber heute passte einfach alles: Zwei gute Sprünge, die ihn als Fünften in die Loipe gehen ließen, und in der Spur hatte er zudem eine gute Form, wenngleich die Strecke nach eigenen Angaben nicht 10m hätte länger sein dürfen. Gleichzeitig mussten die direkten, laufstarken Konkurrenten um den Sieg, wie Hannu Manninen, Magnus Moan und Felix Gottwald mit einem so deutlichen Rückstand in die Spur gehen, der es fast unmöglich erscheinen ließ, noch vorne aufs Stockerl zu laufen. Und so kam es: Platz 5 für Felix Gottwald, einen Rang vor dem Doppelweltmeister Hannu Manninen, Magnus Moan kam auf Rang 10 ein.
Ackermann hingegen hatte die vor ihm in die Spur gegangenen Läufer planmäßig aufgelaufen, nur den Finnen Anssi Koivuranta, dem Zweiten nach den Springen, konnte er erst in der vierten und letzten Runde abschütteln.
Von hinten kam mit großen Schritten der US-Amerikaner Bill Demong immer näher, aber an Ronny Ackermann konnte der US-Boy dann doch nicht heranlaufen. - Der Weltmeistertitel für Ackermann war gesichert!!!
Dem alten und neuen Weltmeister fehlten im Ziel ob seines erneuten Triumphs ein wenig die Worte. - Man erkannte deutlich, dass dieser Sieg auch ein wenig überraschend und unerwartet für ihn selbst kam. Um so größer war die Freude im Ziel - Da wurden auch ganz sicher einige Freudentränen verdrückt, aber wer mag Ackermann dieses verdenken?
Zweitbester Deutscher wurde Björn Kircheisen auf Rang 7, Sebastian Haseney kam auf Platz 9 ein. Vor allem für Kircheisen sah es zu Beginn des Laufes noch sehr gut aus und es schien viel drin zu sein. Zunächst bildete er mit dem späteren Zweiten Bill Demong ein gutes Duo, aber leider konnte er das Tempo des US-Boys schon bald nciht mehr mitgehen.
Im Ziel schien Kircheisen dann deutlich angefressen. Seine Glückwünsche für seinen Teamkollegen Ackermann, die er am ZDF-Mikrophon äusserte, fielen sicher auch wegen seiner eigenen Enttauschung sehr knapp aus. Eigentlich zu knapp. Man hat zwar Verständnis dafür, dass der junge Johanngeorgenstätter immer das Optimale erreichen möchte, aber er sollte doch die Leistungen seiner direkten Konkurrenten, vor allem von denjenigen im eigenen Lager, besser zu würdigen wissen. Denn eine gegnerische Leistung, die besser ist als die eigene, sollte man mit etwa mehr Größe anerkennen, als es Björn Kircheisen gelang.
Aber wollen wir nicht zu sehr mit dem jungen Athleten ins Gericht gehen: Er hat immerhin Silber und Bronze bei dieser WM gewonnen.
Aber der große Sieger der heutigen Entscheidung heisst eindeutig Ronny Ackermann! - Ackermann ist nun endgültig im Olymp der Nordischen Kombinierer anglangt!
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