Sonntag, 30. Dezember 2018

Vierschanzentournee: Ausblick

Mit dem heutigen Auftaktspringen in Oberstdorf startet die 67. Auflage der traditionsträchtigen Vierschanzentournee. Und wieder einmal stellt sich die Frage: Wird es dieses Mal, das erste Mal seit Hannwalds Grand Slam 2001/ 2002 einen deutschen Tourneegesamtsieger geben?
Im Grunde stehen die Vorzeichen nicht schlecht: Das deutsche Team ist in der Breite so gut aufgestellt wie lange nicht: Mit Karl Geiger stellt das deutsche Team den Sieger des Springen von Engelberg, bekanntermaßen die Generalprobe vor der Tournee, der mit diesem, seinem ersten Weltcupsieg, endgültig in der Weltspitze angekommen ist. Entscheidend dürfte sein, wie er das heutige Spingen von der Schattenbergschanze bewältigen wird, da dem Allgäuer seine Heimatschanze bekanntermaßen nicht ganz so gut liegt.
Stephan Leye, dem in dieser Saison seine erste Podestplatzierung im Weltcup gelungen ist, ist für seine Ausgeglichenheit bekannt, aber ob dieses für den Gesamtsieg reicht, ist eher fraglich. Dann ist schon eher dem Gesamtvorjahreszweiten Andreas Wellinger der große Coup zuzutrauen. Auch wenn der Ruhpoldinger in dieser Saison noch nicht richtig in Schwung gekommen ist, kann bei ihm jederzeit "der Knoten platzen". Gleiches gilt im Grunde für Richard Freitag.
Mit Altmeister Severin Freund, der nach zweijähriger Verletzungspause endlich wieder angreifen kann, und Markus Eisenbichler haben wir zwei weitere Springer, die das deutsche Team vervollständigen und an frühere erfolgreiche Zeiten anknüpfen möchten.

Als Topfavoriten werden jedoch keine deutscher Adler gehandelt, was nicht unbedingt von Nachteil sein muss. Anwärter Nummer 1 auf den Gesamtsieg ist Japans neuer Überflieger, der 22jährige Ryoyu Kobayashi, der seit dieser Saison die Konkurrenz ordentlich aufmischt.
Vorjahressieger Kamil Stoch und dessen Landsmann Piotr Zyla werden jedoch ebenfalls oft genannt, wenn es um den möglichen Gesamtsieger der diesjährigen Auflage der Vierschanzentournee geht.
Eher Außenseiterchancen dürfte Norwegens Topspringer Johann-Andre Forfang besitzen, da ihm die Konstanz zu fehlen scheint. So hat er junge Norweger die gestrige Qualifikation auch nur knapp überstanden.

Weitere Namen, die in "zweiter Reihe" gehandelt werden, sind die der Sieger der Jahre 2015 und 2016, Stefan Kraft und Peter Prevc. Beiden Springern ist, trotz mäßiger Leistungen im Weltcup, zuzutrauen, dass sie zu alter Form zurückfinden. Der gestrige Qualifikationssieg von Kraft mag hier ein erster Fingerzeig gewesen sein.

Aber es ist wie jedes Jahr: Es wird viel spekuliert und gemutmaßt - aber erst auf den Schanzen wird sich zeigen, wer dieses Mal den goldenen Adler gewinnen wird. Freuen wir uns auf tolle, spannende Springen!