Sonntag, 25. März 2007

Gold für Britta Kamrau-Corestein, Fehlstart für Becken-Schwimmer

Das 25km Langstrecken-Rennen der Damen bei der WM in Melbourne wird sicher in die Geschichte eingehen, aber leider eher unrühmlich, einer Lücke im Regelwerk geschuldet:
Gemäß Zeitplan ertönte bereits gestern der Startschuss für die letzte Langstrecken-Distanz der Damen in Melbourne. Bei äußerst widrigen Bedingungen, starkem Wind und entsprechendem Wellengang war es für die Schwimmerinnen mehr ein Kampf denn ein Schwimmwettkampf. Viele gaben bereits früh entkräftet auf. Unsere beiden deutschen Starterinnen aber schlugen sich sehr gut: Britta Kamrau-Corestein, die zu Beginn der WM über die 5km knapp an einer Medaille gescheitert war, lag deutlich in Front, Titelverteidigerin Angela Maurer auf Rang 3.
Nach ca. 12.5km brach die Jury jedoch das Rennen aufgrund der widrigen Bedingungen ab. Britta Kamrau-Corestein ließ sich schon als Siegerin feiern... Leider zu früh, da die Jury nach 7 Stunden die Entscheidung bekannt gab, das Rennen am nächsten Tag fortzusetzen. - Eine Entscheidung, die nicht recht nachzuvollziehen war. Im Weltcup wäre es üblich gewesen, das Resultat des abgebrochenen Rennens in die Wertung zu nehmen, aber das Regelwerk der WM ist hier wohl nicht so ganz eindeutig... - Es erscheint aber fast lächerlich, dass es ganze sieben Stunden dauerte, bis die endgültige Entscheidung feststand. So etwas muss nun wirklich nicht sein, und wie die Schwimmerinnen sich dabei gefühlt haben, muss hier nicht im einzelnen ausgeführt werden, aber ganz sicher nicht gut!
So wurde das Rennen heute beim Stand vom gestrigen Abbruch fortgesetzt: Britta Kamrau-Corestein ging mit ca. 4 Minuten Vorsprung ins Rennen - einem Vorsprung, den sie bis ins Ziel sogar noch weiter ausbauen konnte und sich heute dann endlich als wahre Weltmeisterin feiern lassen konnte! Für Angela Maurer reichte es leider knapp nicht für das Podium: Knapp abgeschlagen kam sie auf Rang 4 ein.
Aber es war trotz dieser Querelen um diese 25km ein versöhnlicher Abschluss der Langstreckenwettbewerbe für die deutschen Schwimmerinnen: Bislang noch ohne Medaille holten sie heute das ersehnte Edelmetall!

Dieses ist den deutschen Schwimmerinnen und Schwimmern in der Rod Laver Arena von Melbourne leider verwehrt geblieben. Im Gegenteil: Man kann sogar von einem Fehlstart der Beckenschwimmer sprechen!
Die 4x100m Freistil-Staffel der Damen, als Weltrekord-Inhaberinnen und Europameister angereist, mussten sich überaschend mit Platz 4 begnügen, 13/100 hinter den drittplatzierten Holländerinnen. Gold ging an die gastgebene Staffel aus Australien vor den US-Amerikanerinnen. Der einzige Trost für den deutschen Vierer bestehend aus Petra Dahlmann, Annika Lurz, Daniela Samulski und Britta Steffen, dürfte sein, dass sie ihren Weltrekord nicht verloren haben. - Heute ist das sicher ein ganz schwacher Trost!

Die 4x100m Freistil-Staffel der Herren war im Gegensatz zu den Damen bereits als Vorlaufzehnter ausgeschieden. So mussten sie mit ansehen wie die USA mit Super-Star Michael Phelps vor Italien und Frankreich gewann.

Bei den weiteren beiden Entscheidungen des Tages, den 400m Freistil der Damen und Herren, waren keine deutsche SchwimmerInnen am Start.
Bei den Damen verteidigte Weltrekordinhaberin Laure Manaudou aus Frankreich ihren Titel, während bei den Herren Lokalmatador und Publikumsliebling Grant Hacket von dem Koreaner Tae Hwan Park enthront wurde. Dem Australier blieb nur der Bronzerang. Weltrekordinhaber Ian Thorpe hatte im vergangenen Jahr überaschend seine Karriere beendet und konnte daher in die Entscheidung nicht mit eingreifen.

Auch bei den Vorläufen bzw. Halbfinals des Tages lief es nicht unbedingt glücklich für den DSV: Das Finale über die 100m Schmetterling am Montag verpassten sowohl Antje Buschulte als 11., als auch Daniela Samulski mit Rang 14.
Auch über die 200m Lagen der Frauen findet das Finale leider ohne deutsche Beteiligung statt: Nicole Hetzer schied als 9. des Halbfinals knapp aus.
Bei den Herren lief es leider nicht besser: Thomas Rupprath muss das Finale über die 50m Schmetterling vom Beckenrand beobachten. Über die 100m Brust schaffte es auch kein deutscher Schwimmer ins Finale.

Das war wirklich kein glücklicher Start für den DSV, aber die WM hat für die Schwimmer gerade erst begonnen. - Noch müssen wir die Hoffnung nicht aufgeben! Einige heisse Eisen haben wir sicher noch im Feuer. Es bleibt nur zu hoffen, dass die verpasste Medaille der 4x100m Freistil-Staffel der Damen kein schlechtes Omen für die weiteren Wettbewerbe ist!

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