Was für ein Triumph!! - Nach dem Sieg bei der Skiflugweltmeisterschaft, der Geburt seiner Tochter und einem positiven Coronatest gewinnt Karl Geiger auf seiner Heimschanze das erste Springen der Vierschanzentournee! Was sind das für Tage für den Oberstdorfer!!
Und endlich ist einem deutschen Adler seit langer Durststrecke wieder einmal ein Sieg beim Auftaktspringen gelungen. Vielleicht haben sich hier die fehlenden Zuschauer ja sogar eher positiv ausgewirkt, da so der Druck vielleicht nicht ganz so groß war? - Nun, dies ist Spekulation. Fest steht, dass durch die Pandemie der Wettkampf ordentlich durcheinander gewirbelt wurde. So erfuhr der Tageszweite, Kamil Stoch, erst am heutigen Tag, dass er nun doch zusammen mit der polnischen Mannschaft an den Start gehen durfte. Zunächst war diese wegen eines positiven Coronatests von Klemens Murkanka ausgeschlossen worden, was jedoch, nachdem mehrfach negative Testergebnisse vorgewiesen werden konnten, zurückgenommen wurde.
Auf den Rängen 3 und 4 folgen mit dem Vorjahreszweiten in der Gesamtwertung Marius Lindvik und dem Seriensieger Halvor Egner Granerud zwei Springer aus Norwegen. Dass Markus Eisenbichler auf Rang 5 folgt und damit in der Gesamtwertung doch noch aussichtsreich im Rennen liegt, grenzt fast schon an ein Wunder. Denn der Eisei hatte nach einem schwachen 1. Durchgang mit lediglich 118,0 m den zweiten Durchgang als 27. beinahe sogar knapp verpasst. - Ein Drama bahnte sich an... Aber der Siegsdorfer zeigte einmal mehr, was in ihm steckt und haute mit der Tagesbestweite von sage und schreibe 142,0 m (zum Vergleich - Geiger sprang 136,5 m) einen raus und holte Platz um Platz auf. So liegt er mit gut 10 Punkten Rückstand auf das Podium doch noch in Schlagdistanz für die Gesamtwertung. - Unglaublich!!
Auf Platz 6 kam Stehaufmännchen Stefan Kraft ein, der damit seine ersten Weltcuppunkte in diesem Winter einsprang. Es ist dem Österreicher mehr als nur zu gönnen, dass er im Konzert der Großen wieder mitmischt, da ihm in dieser Saison mit Quarantäne, positivem Corona-Test und starken Rückenproblemen doch bereits arg mitgespielt wurde.
So finden wir auf den ersten 6 Plätzen von Oberstdorf Skispringer wieder, die man dort grundsätzlich zwar erwarten durfte. Aber individuell betrachtet und bei Berücksichtigung der jeweiligen Vorgeschichte ist dieses dann aber doch wieder erstaunlich! Das verspricht Spannung für die weiteren 3 Springen der diesjährigen Vierschanzentournee. Mit Geiger und Eisenbichler sind, wie erhofft, zwei Deutsche vorn mit dabei. - Dahinter jedoch sieht es im deutschen Lager leider mau aus, da außer Severin Freund, der in Oberstdorf 25. wurde, kein weiterer deutscher Spriunger den zweiten Durchgang erreichte ... kein Pius Paschke, kein Constantin Schmid, kein Martin Hamann und erst recht kein Andreas Wellinger oder Richard Freitag erreichte den 2. Durchgang von Oberstdorf. - Das ist ein herber Rückschlag für die Ambitionen dieser Springer und eine Enttäuschung für das deutsche Team, aber mit dem heutigen Sieg von Karl Geiger wird alles überstrahlt!! - Da kann man sich schon jetzt auf das Neujahrsspringen freuen!