Mit dem heutigen Auftaktspringen in Oberstdorf startet die 67. Auflage der traditionsträchtigen Vierschanzentournee. Und wieder einmal stellt sich die Frage: Wird es dieses Mal, das erste Mal seit Hannwalds Grand Slam 2001/ 2002 einen deutschen Tourneegesamtsieger geben?
Im Grunde stehen die Vorzeichen nicht schlecht: Das deutsche Team ist in der Breite so gut aufgestellt wie lange nicht: Mit Karl Geiger stellt das deutsche Team den Sieger des Springen von Engelberg, bekanntermaßen die Generalprobe vor der Tournee, der mit diesem, seinem ersten Weltcupsieg, endgültig in der Weltspitze angekommen ist. Entscheidend dürfte sein, wie er das heutige Spingen von der Schattenbergschanze bewältigen wird, da dem Allgäuer seine Heimatschanze bekanntermaßen nicht ganz so gut liegt.
Stephan Leye, dem in dieser Saison seine erste Podestplatzierung im Weltcup gelungen ist, ist für seine Ausgeglichenheit bekannt, aber ob dieses für den Gesamtsieg reicht, ist eher fraglich. Dann ist schon eher dem Gesamtvorjahreszweiten Andreas Wellinger der große Coup zuzutrauen. Auch wenn der Ruhpoldinger in dieser Saison noch nicht richtig in Schwung gekommen ist, kann bei ihm jederzeit "der Knoten platzen". Gleiches gilt im Grunde für Richard Freitag.
Mit Altmeister Severin Freund, der nach zweijähriger Verletzungspause endlich wieder angreifen kann, und Markus Eisenbichler haben wir zwei weitere Springer, die das deutsche Team vervollständigen und an frühere erfolgreiche Zeiten anknüpfen möchten.
Als Topfavoriten werden jedoch keine deutscher Adler gehandelt, was nicht unbedingt von Nachteil sein muss. Anwärter Nummer 1 auf den Gesamtsieg ist Japans neuer Überflieger, der 22jährige Ryoyu Kobayashi, der seit dieser Saison die Konkurrenz ordentlich aufmischt.
Vorjahressieger Kamil Stoch und dessen Landsmann Piotr Zyla werden jedoch ebenfalls oft genannt, wenn es um den möglichen Gesamtsieger der diesjährigen Auflage der Vierschanzentournee geht.
Eher Außenseiterchancen dürfte Norwegens Topspringer Johann-Andre Forfang besitzen, da ihm die Konstanz zu fehlen scheint. So hat er junge Norweger die gestrige Qualifikation auch nur knapp überstanden.
Weitere Namen, die in "zweiter Reihe" gehandelt werden, sind die der Sieger der Jahre 2015 und 2016, Stefan Kraft und Peter Prevc. Beiden Springern ist, trotz mäßiger Leistungen im Weltcup, zuzutrauen, dass sie zu alter Form zurückfinden. Der gestrige Qualifikationssieg von Kraft mag hier ein erster Fingerzeig gewesen sein.
Aber es ist wie jedes Jahr: Es wird viel spekuliert und gemutmaßt - aber erst auf den Schanzen wird sich zeigen, wer dieses Mal den goldenen Adler gewinnen wird. Freuen wir uns auf tolle, spannende Springen!
Sonntag, 30. Dezember 2018
Montag, 15. Januar 2018
Deutschland unentschieden gegen Slowenien
25:25 nach einem unglaublichen EM-Vorrundenspiel der deutschen Handballnationalmannschaft gegen Slowenien - dieses Spiel wird in die Geschichte eingehen!
Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit, in der die deutsche Sieben kaum eine Hand an den Ball bekam, stand es 15:9 für Slowenien. Es sah gar nicht gut aus für Prokopps Jungs.
Aber dann gelang es dem Titelverteidiger Tor um Tor an die Slowenen ran zu kommen und hatte in der 47. Minuten endlich den ersehnten Ausgleich erreicht. Nun ging es hin & her, mal lag Slowenien vorn, mal Deutschland.
Doch das dann folgende seinesgleichen suchende dramatische Ende dieser EM-Vorrunden-Partie wird wohl unvergesslich bleiben: Es steht 24:23 für Slowenien, Deutschland ist im Ballbesitz. Es muss ein Tor her! Und es gelingt! ... aber zu früh, 12 Sekunden vor Schluss steht es 24:24, und Slowenien hat den Ball. Wie dieser Ball seinen Weg in Heinvetters Tor findet, ist nicht zu fassen, aber Slowenien liegt in Führung. Es sind noch etwa 6 Sekunden auf der Uhr. Logisch, dass die deutsche Mannschaft die schnelle Mitte spielt, aber nicht schnell genug. Die 60 Minuten sind um, und Slowenien jubelt.
Aber was passiert jetzt?! - Heinevetter rennt zum Schiedsrichtergespann und reklamiert eine Unsportlichkeit der Slowenen (beim Anwurf hatte der slowenische Spieler nicht die erforderlichen 3 m Abstand eingehalten). Nun dauert es Minute um Minute während dieser die Schiedsrichter die Bilder studieren - eine unglaubliche Spannung ...
Und dann endlich: Rote Karte für Slowenien und Siebenmeter für Deutschland. - Tobias Reichmann tritt an und versenkt eiskalt zum 25:25!!!!
Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit, in der die deutsche Sieben kaum eine Hand an den Ball bekam, stand es 15:9 für Slowenien. Es sah gar nicht gut aus für Prokopps Jungs.
Aber dann gelang es dem Titelverteidiger Tor um Tor an die Slowenen ran zu kommen und hatte in der 47. Minuten endlich den ersehnten Ausgleich erreicht. Nun ging es hin & her, mal lag Slowenien vorn, mal Deutschland.
Doch das dann folgende seinesgleichen suchende dramatische Ende dieser EM-Vorrunden-Partie wird wohl unvergesslich bleiben: Es steht 24:23 für Slowenien, Deutschland ist im Ballbesitz. Es muss ein Tor her! Und es gelingt! ... aber zu früh, 12 Sekunden vor Schluss steht es 24:24, und Slowenien hat den Ball. Wie dieser Ball seinen Weg in Heinvetters Tor findet, ist nicht zu fassen, aber Slowenien liegt in Führung. Es sind noch etwa 6 Sekunden auf der Uhr. Logisch, dass die deutsche Mannschaft die schnelle Mitte spielt, aber nicht schnell genug. Die 60 Minuten sind um, und Slowenien jubelt.
Aber was passiert jetzt?! - Heinevetter rennt zum Schiedsrichtergespann und reklamiert eine Unsportlichkeit der Slowenen (beim Anwurf hatte der slowenische Spieler nicht die erforderlichen 3 m Abstand eingehalten). Nun dauert es Minute um Minute während dieser die Schiedsrichter die Bilder studieren - eine unglaubliche Spannung ...
Und dann endlich: Rote Karte für Slowenien und Siebenmeter für Deutschland. - Tobias Reichmann tritt an und versenkt eiskalt zum 25:25!!!!
Donnerstag, 4. Januar 2018
Drama am Bergisel
Auf dramatische Weise wurde Deutschlands Top-Adler, Richard Freitag, beim heutigen dritten Springen der Vierschanzentournee am Bergisel in Innsbruck um seine Chance auf den Gesamtsieg der Tournee beraubt: Bei immer wieder wechselnden Winden verringerte die Jury den Anlauf nicht entsprechend, was den Sturz des Tournee-Mitfavoriten wahrscheinlich verhindert hätte. Zugegebener Maßen war Freitags Sprung und vor allem die Landung nicht ganz frei von Fehlern, aber der Sturz im Auslauf nach 130 m ist auch z.T. den widrigen Wetterbedingungen und dem rutschigen Auslauf zuzuschreiben, Bedingungen, die die Jury hätte berücksichtigen müssen.
Denn die Verantwortung der Anlaufverkürzung allein auf Bundestrainer Werner Schuster abzuwälzen, war nicht fair, da Schuster selbst unter großem Druck stand und über die Windbedingungen zudem nicht gleichermaßen infomiert war wie die Jury. Zu groß erschien ihm, verständlicher Weise, das Risiko, den Anlauf zu verkürzen und seinen Athleten dadurch ggf. ebenso auf die Verliererspur zu bringen, da er kaum voraussehen konnte, wie die Winde sich entwickeln würden.
Dieses ist zwar auch für die Jury schwer, aber ein etwas konservativeres Vorgehen, die Anlauflänge betreffend, wäre sicherlich ratsamer gewesen.
So kam es also beim dritten Tourneespringen zu dem tragischen Sturz von Richard Freitag, der es ihm unmöglich machte, zum 2. Durchgang, für den er sich sportlich qualifiziert hatte, anzutreten.
Das ist das Aus für die Gesamtwertung. Wie bitter!
Dem 26-jährigen bleiben nun seine Erinnerungen an seine zweiten Plätze in Oberstdorf und Garmisch sowie die Hoffnung, nicht ernster verletzt zu sein.
Ungeachtet dieser Dramatik nahm das Springen am Bergisel weiter seinen Lauf: Kamil Stoch brillierte wie schon in Oberstdorf und beim Neujahrsspringen und braucht nun nur noch einen Sieg in Bischofshofen, um es Sven Hannawald gleich zu tun, und alle vier Tourneespringen zu gewinnen. Dieses dürfte ein schwieriges Unterfangen werden, aber zuzutrauen ist es dem Vorjahressieger allemal.
Im Schatten Stochs gelangen Deutschlands zweitem Vorzeigespringer, Andreas Wellinger, endlich einmal wieder zwei gute Durchgänge. Nach Tagesbestweite von 133m, aber einer Sicherheitslandung, und Platz 5 im 1. Durchgang zauberte einen sauberen Sprung von 126 m Weite in das Bergiselstadium, was ihm Tagesrang 3 hinter Stoch und dem Vorjahressieger von Innsbruck, dem Norweger Daniel-Andre Tande einbrachte. So durfte das deutsche Lager doch noch jubeln!
Durch diesen Leistungsschub stieß Wellinger zudem auf Rang 2 der Gesamtwertung vor, wohl uneinholbare 64.5 Punkte hinter Stoch, aber drei Punkte vor dem Tages-Sechsten Jushiro Kobayashi aus Japan, der die Qualifikation von Innsbruck gewonnen hatte, und deutliche 19 Punkte vor den beiden Vierten, Daniel-Andre Tande und Dawid Kubacki.
Obwohl in Bischofshofen bekanntermaßen viele Punkte aufgeholt, aber auch liegengelassen werden können, winkt dem Ruhpoldinger, der zudem Schanzenrekordhalter in Bischofshofen ist, ein Platz auf dem Podium der Gesamtwertung!
Und obwohl Freitag so unglücklich ausgefallen ist, stehen die deutschen Springer weiterhin exzellent dar: Neben Wellinger kamen mit Markus Eisenbichler als Achtem, Stephan Leyhe als Neuntem und Karl Geiger auf Rang 12 drei weitere Springer unter die Top-15 von Innsbruck. Diese drei liegen mit den Plätzen 6 (Eisenbichler), 10 (Geiger) und 12 (Leyhe) auch gut im Gesamtklassement.
Dennoch ist es mehr als traurig, dass für Deutschlands z.Z. wohl berühmtester Schnäuzerträger, Richard Freitag, die Tournee gelaufen ist.
Denn die Verantwortung der Anlaufverkürzung allein auf Bundestrainer Werner Schuster abzuwälzen, war nicht fair, da Schuster selbst unter großem Druck stand und über die Windbedingungen zudem nicht gleichermaßen infomiert war wie die Jury. Zu groß erschien ihm, verständlicher Weise, das Risiko, den Anlauf zu verkürzen und seinen Athleten dadurch ggf. ebenso auf die Verliererspur zu bringen, da er kaum voraussehen konnte, wie die Winde sich entwickeln würden.
Dieses ist zwar auch für die Jury schwer, aber ein etwas konservativeres Vorgehen, die Anlauflänge betreffend, wäre sicherlich ratsamer gewesen.
So kam es also beim dritten Tourneespringen zu dem tragischen Sturz von Richard Freitag, der es ihm unmöglich machte, zum 2. Durchgang, für den er sich sportlich qualifiziert hatte, anzutreten.
Das ist das Aus für die Gesamtwertung. Wie bitter!
Dem 26-jährigen bleiben nun seine Erinnerungen an seine zweiten Plätze in Oberstdorf und Garmisch sowie die Hoffnung, nicht ernster verletzt zu sein.
Ungeachtet dieser Dramatik nahm das Springen am Bergisel weiter seinen Lauf: Kamil Stoch brillierte wie schon in Oberstdorf und beim Neujahrsspringen und braucht nun nur noch einen Sieg in Bischofshofen, um es Sven Hannawald gleich zu tun, und alle vier Tourneespringen zu gewinnen. Dieses dürfte ein schwieriges Unterfangen werden, aber zuzutrauen ist es dem Vorjahressieger allemal.
Im Schatten Stochs gelangen Deutschlands zweitem Vorzeigespringer, Andreas Wellinger, endlich einmal wieder zwei gute Durchgänge. Nach Tagesbestweite von 133m, aber einer Sicherheitslandung, und Platz 5 im 1. Durchgang zauberte einen sauberen Sprung von 126 m Weite in das Bergiselstadium, was ihm Tagesrang 3 hinter Stoch und dem Vorjahressieger von Innsbruck, dem Norweger Daniel-Andre Tande einbrachte. So durfte das deutsche Lager doch noch jubeln!
Durch diesen Leistungsschub stieß Wellinger zudem auf Rang 2 der Gesamtwertung vor, wohl uneinholbare 64.5 Punkte hinter Stoch, aber drei Punkte vor dem Tages-Sechsten Jushiro Kobayashi aus Japan, der die Qualifikation von Innsbruck gewonnen hatte, und deutliche 19 Punkte vor den beiden Vierten, Daniel-Andre Tande und Dawid Kubacki.
Obwohl in Bischofshofen bekanntermaßen viele Punkte aufgeholt, aber auch liegengelassen werden können, winkt dem Ruhpoldinger, der zudem Schanzenrekordhalter in Bischofshofen ist, ein Platz auf dem Podium der Gesamtwertung!
Und obwohl Freitag so unglücklich ausgefallen ist, stehen die deutschen Springer weiterhin exzellent dar: Neben Wellinger kamen mit Markus Eisenbichler als Achtem, Stephan Leyhe als Neuntem und Karl Geiger auf Rang 12 drei weitere Springer unter die Top-15 von Innsbruck. Diese drei liegen mit den Plätzen 6 (Eisenbichler), 10 (Geiger) und 12 (Leyhe) auch gut im Gesamtklassement.
Dennoch ist es mehr als traurig, dass für Deutschlands z.Z. wohl berühmtester Schnäuzerträger, Richard Freitag, die Tournee gelaufen ist.
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