Vor Start des zweiten Hautrundenspiels der deutschen Handball Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Ägypten war leider bereits klar, dass das deutsche Team das Minimalziel Viertelfinale verfehlt hat. - Polen hatte gegen Ungarn nicht die erhoffte Schützenhilfe gezeigt. Damit fiel auch die letzte Hintertür für die deutschen Handballer zu.
Dennoch zeigte das Team von Bundestrainer Alfred Gislason eine couragierte Leistung und hatte die brasilianische Mannschaft das ganze Spiel über im Griff. Vorne mit vielen guten und vor allem auch erfolgreichen Varianten, mit einem starken Kreisläufer Johannes Golla, mit 7 Toren und einer 100%igen Ausbeute zudem Mann des Spiels, sowie einem wiederum klug Regie führenden Philipp Weber. Die Fehlpassquote bzw. die Ballverluste waren im Vergleich zu dem Spanienspiel auch geringer, so dass die Brasilianer im Gegensatz zu den Spaniern im ersten Hauptrundenspiel kaum zu Tempogegenstößen kamen. Eine klasse Torwartleistung von Jogi Bitter, und auch die Abwehr um Abwehrchaft Johannes Golla schien die Lage besser im Griff zu haben, auch wenn man in die Wagschale werfen könnte, dass die Brasilianer ein anderes Kaliber als Spanien sind. - Sicherlich, aber eben diese Brasilianer hatten den Iberern in der Vorrunde noch ein Unentscheiden abgerungen.
Nun, dennoch bleibt ein bitterer und auch ein wenig trauriger Beigeschmack, da die WM-Reise der deutschene Handballnationamannschaft früher vorbei ist, als erhofft. Dabei muss man sagen, dass diese junge und aufgrund der Absagen von vielen Stammkräften neu formatierte deutsche Mannschaft in den vergangenen Spielen viele sehr gute Ansätze gezeigt hat. - Man denke nur an die überragende erste Viertelstunde in der zweiten Halbzeit gegen Spanien, wo ein deutlicher Rückstand in eine 3-Tore-Führung gewandelt wurde und die Mannschaft genialen Handball zeigte. Leider war diese Herrlichkeit nicht von Dauer, denn die spanischen Routiniers drehten das Spiel wieder. Und hier liegt wahrscheinlich derzeit die Crux: Der deutschen Mannschaft fehlt in manchen Phasen die Routine, das Eingespieltsein, die Kaltschnäuzigkeit. - Zu schnell konnten sich wieder Fehler in Abwehr und vor allem im Abschluss vor dem gegnerischen Tor einschleichen, die die deutsche Sieben letztendlich dann doch wieder auf die Verliererstraße brachten. Dennoch, über das gesamte Turnier hinweg gab es so viele gute Ansätze, dass man auf eine gute Zukunft hoffen darf! Denn war es nicht auch so, dass sowohl gegen Ungarn als auch gegen Spanien die deutsche Mannschaft knapp dran und durchaus auf Augenhöhe gespielt hat?! - Es fehlte dieser letzte Puntch, die letzte Entschlossenheit und auch die letzte Überzeugung, auch diese Gegner schlagen zu können. Aber mit jedem weiteren Spiel gewinnt die Mannschaft mehr an Erfahrung, spielt sich besser ein und wird sich weiterentwickeln, um dann, auch mit Unterstützung der in Ägypten fehlenden Stammkräfte, schon bald wieder im Konzert der Großen mitspielen zu können!