Montag, 29. Dezember 2014

Deutsche Springer einmal mehr chancenlos

Es sollte anders werden bei der diesjährigen Vierschanzentournee, anders als in den vergangenen Jahren, wo die deutschen Adler den Anforderungen nicht gerecht wurden und das Podium in der Gesamtwertung in weiter Ferne lag. Und die Vorraussetzungen waren nicht schlecht: Beide deutschen Vorzeigespringer, Freund und Freitag, konnten in dieser Saison bereits einen Weltcupsieg erringen, und vor allem Freund schien seit dem Team-Olympiasieg von Sotschi und dem Weltmeistertitel im Skifliegen gereift - aber nun das: Freund scheint sich seine schlechtesten Saisonsprünge für den Tournee-Auftakt auf seiner Heimschanze aufgespart zu haben. Wie kann das passieren?!


Bundestrainer Werner Schuster fand zum Ende des Skisprungtages von Oberstdorf deutliche Worte und zeigte sich schlicht und ergreifend enttäuscht von dem Auftreten seiner Topspringer!
36.9 Punkte Rückstand auf den Tagessieger Stefan Kraft aus Österreich hat Freund als Tages-Dreizehnter im Tourneegepäck, Freitag gar 40.5... Das scheint zu viel, um noch einmal ganz vorne angreifen zu können. Scheinbar schaffen es die deutschen Adler nicht, ihr ohne Zweifel vorhandenes Können auch in der Heimat und vor allem bei der prestigeträchtigen deutsch-österreichischen Vierschanzentournee abzurufen. Wieder einmal sind sie an ihren Nerven gescheitert...
Zugegebener Maßen sind dieses deutliche Worte, die sich jedoch ein als Tournee-Mitfavorit gestarteter Freund anhören können muss.

Jedoch sei angemerkt, dass sich die deutschen Springer in bester Gesellschaft befinden: So hat der ebenfalls als Mitfavorit an den Start gegangene 4-fache Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz bereits alle Chancen auf eine vordere Platzierung verspielt. Anders als bei Freund & Co., die durch ein starkes Auftreten bei den verbleibenden 3 Springen durchaus theoretisch noch etwas erreichen können, liegt Ammann nach dem verpassten 2. Durchgang von Oberstdorf zu weit hinten. Der Schweizer wollte im 1. Durchgang zu viel, als er bei 133.0 m noch einen Telemark in den im Auslauf recht tiefen Schnee zaubern wollte. Bekanntermaßen sind Ammann und der Telemark nicht unbedingt Freunde. Dieses hat sich heute leider einmal mehr bewahrheitete.

Unglücklich lief auch der Wettkampf für den hoch gehandelten zweimaligen Gesamtsieger Gregor Schlierenzauer, der nach dem 1. Durchgang noch auf Rang 6 lag, sich am Ende jedoch noch hinter Freund und Freitag auf Platz 17 wiederfand.
Damit lag der Tiroler nur einen Rang vor Marinus Kraus, der nach dem Fast-Sturz am Vortag einen beeindruckenden Wettkampf zeigte.

Die Adler haben nun einen Tag Pause, bevor es am Silvestertag mit der Qualifikation für das Neujahrsspringen weiter geht.
Neues Spiel, neues Glück, heißt es dann.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Auftakt der Vierschanzentournee verschoben

Der Auftakt der diesjährigen Vierschanzentournee geriet am heutigen Nachmittag in Oberstdorf leider zu einer Farce: Verschiebungen des Starts im 15- bzw. 30-Minuten-Takt machte es den Springern fast unmöglich, sich auf ihren Sprung angemessen vorzubereiten. Wind und Schnee verhinderten leider eins ums andere Mal den Start des Wettkampfs, nachdem bereits der Probedurchgang abgesagt werden musste.
So vergingen bereits 1.5 Stunden, bis um 18:00 mit dem Japaner Kobayashi der erste Springer vom Bakken gehen konnte. Sein Gegner im k.o.-Springen, der Slowene Robert Kranjec, musste ca. weitere 15 Minuten warten, bis er seinen Sprung zeigen konnte. So ging es weiter, bis die Jury gegen 19:15 ein Einsehen hatte und das Springen, nachdem insgesamt 11 Athleten ihren Sprung absolviert hatten, auf den morgigen Tag verschob.

Es war sicherlich die richtige Entscheidung, denn trotz Windregel und der Möglichkeit die Absprungluke anzupassen, war heute einfach kein regulärer Wettkampf möglich. So kam es zu einem Novum bei der Vierschanzentournee: Erstmals konnte das Auftaktspringen in Oberstdorf nicht wie geplant stattfinden und musste verschoben werden.

Was heißt das nun für unsere deutschen Starter?
In erster Linie dürfte Marinus Kraus froh sein über diesen Abbruch. Sein Sprung misslang leider völlig, und er konnte nur unter größten Schwierigkeiten einen Sturz verhindern. Spätestens als der Teamolympiasieger von Sochi dann doch noch irgendwie mehr oder weniger sicher landen konnte, war eigentlich klar, dass es am heutigen Tag wenig Sinn macht, Ski zu springen. Zugegebener Maßen hätte Kraus weniger aggressiv springen können, aber wer soll es dem jungen Athleten verdenken?! Es handelte sich doch schließlich um den Auftakt des traditionsreichen Wettbewerbs, den ein jeder Springer ganz dick in seinem Wettkampfkalender angestrichen hat und bei dem jeder das Ziel hat, möglichst gut abzuschneiden.

Ob Kraus morgen, wenn das Auftaktspringen nochmals angegangen wird, besser springen wird, bleibt abzuwarten, aber mit Severin Freund, Richard Freitag und auch dem Newcomer Markus Eisenbichler hat das deutscheTeam einige Eisen im Feuer, denen einiges zuzutrauen sein dürfte. Und nicht vergessen wollen wir den Oldie Michael Neumayer, der erfahrungsgemäß um den Jahreswechsel gerne zu Höchstform aufläuft.
Aber unstreitbar werden dem Skiflugweltmeister Severin Freund die größten Chancen eingeräumt, endlich wieder den Gesamtsieg nach Deutschland zu holen! Sven Hannawald mit seinem Sieg für die Ewigkeit, als er 2001/ 2002 alle vier Springen gewann, dürfte unerreichbar bleiben, zu viele Siegaspiranten gibt es in diesem Jahr, aber der Gesamtsieg scheint für Freund in diesem Jahr in erreichbarer Nähe zu sein: Der Olympiasieg im Team und der Weltmeistertitel im Skifliegen scheinen aus dem Mann aus Rastbüchel aus einem Top-Ten-Springer endgültig einen Siegspringer gemacht zu haben. Freund wirkt seit diesen Titeln entspannter und auch sicherer in seinem Auftreten. Aber wer soll es ihm verdenken? Hatte er nicht allen Grund nach seinen wiederholten 4. Plätzen zu hadern? Nun, diese Zeit scheint vorbei und Severin Freund ist bereit für den nächsten ganz großen Coup.

Aber neben Freund gibt es ein weitere Namen, die im Zusammenhang mit einem möglichen Gesamtsieg immer wieder fallen: Die der Österreicher Gregor Schlierenzauer, Michael Hayböck oder auch Stefan Kraft, die der Dauerbrenner Simon Amman und Noriaki Kasai, die der Norweger Anders Fannemel und Rune Velta und nicht zuletzt zu nennen sind Peter Prevcs, Roman Koudelka und Kamil Stoch. - Ihnen allen ist der Gesamtsieg zuzutrauen.
Oder wird es wieder ein Nobody, wie im vergangenen Jahr der Österreicher Thomas Diethart?! Und was ist mit dem Sieger von Engelberg, dem Klingenthaler Richard Freitag?

Warten wir ab, wer am Ende in Bischofshofen die Nase vorne haben wird.
Bis dahin erwarten uns noch acht spannende Durchgänge, die hoffentlich ohne weitere Schwierigkeiten durchgeführt werden können.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Spektakel in der Nordfrostarena

Es war angerichtet am gestrigen Abend in der Wilhelmshavener Nordfrostarena: Angerichtet zum Spiel des Jahres für den WHV!
Nachdem der WHV am vergangenen Wochenende eine grandiose Hinrunde mit dem 15. Sieg in Folge und nun 30:0 Punkten perfekt gemacht hatte, gab es gestern als krönenden Abschluss des Jahres noch einmal ganz großes Kino:
Der Tabellenführer der 1. Handball-Bundesliga, die Rhein-Neckar-Löwen, waren zum DHB-Pokal- Achtelfinale zu Gast in der Nordfrostarena.
 
Bei manch einem Fan wurden Erinnerungen wach an das letzte Aufeinandertreffen mit diesem Verein: Gegen die Löwen bestritt der WHV im Jahr 2008 sein (vorerst?!) letztes Erstligaspiel. Größen wie Christian Schwarzer, Henning Fritz und Oliver Roggisch waren damals in den Reihen der Löwen-Spieler und ließen viele Handball-Herzen höher schlagen!
Und gestern? An Emotionen war dieses Spiel vielleicht sogar noch reicher als damals 2008. Denn wer hätte gedacht, dass der kleine WHV es als einziger Drittligist schaffen würde, bis in's Achtefinale vorzustoßen und dann auch noch mit den Rhein-Neckar-Löwen einen derart großen Gegner in Empfang würde nehmen dürfen? Ach, Handballfan, was willst Du mehr?!
 
Das Spiel selber ging zwar mit 27:31 verloren, aber selten dürfte eine Niederlage so gefeiert worden sein. Der WHV gab niemals auf, lag meist nur 2 bis 3 Tore zurück und war mehrmals kurz davor, den Ausgleich zu erzielen. Und was dann hätte geschehen können ... 
Nun, das Wunder ist ausgeblieben, aber die Wilhelmshavener Handballspieler dürfen stolz sein auf ihre Leistung: Angetrieben von einen hochkonzentrierten Spielmacher Oliver Köhrmann, der noch einmal zeigte, was für ein klasse Handballspieler in ihm steckt, im Tor mit dem überrangenden Adam Weiner, der sogar einen Siebenmeter von Nationalspieler Uwe Gensheimer vereitelte, mit Rene Drechsler, der mit seinen 10 Toren überragend aufspielte, mit einem Tobias Schwolow, der keine Scheu gegen die Großen kannte und eins ums andere Mal seinen Hammer auspackte und mit einem Ivo Warnecke, der zum Ende der 1. Halbzeit Oliver Köhrmann, der mit einem Cut über dem Auge das Spielfeld verlassen musste, vertrat und mit einem kleinen schnellen Dreher kurz vor dem Pausenpfiff das wohl schönste Tor des Spiels warf und den derzeit weltbesten Torhüter, Niklas Landin, alt aussehen ließ, - sie alle trugen dazu bei, dass dieser Abend wohl nie in Vergessenheit geraten wird!
 
Es war erstaunlich, wie schwer sich das mit Nationalspielern gespickte Löwen-Team gegen den WHV tat. Als der Löwen-Trainer Nikolaj Jacobsen in der ersten Halbzeit eine Auszeit nahm, weil sein Team drohte den Ausgleich zu bekommen, tobte die Halle und die WHV-Spieler wurden schon jetzt mit Standing Ovations gefeiert! Einen zwei-Klassen-Unterschied sah man gestern in der Nordfrostarena wahrlich nicht. Es war ein wunderschöner Abend, bei dem das Wunder leider ausblieb!
 

Montag, 14. Juli 2014

Unsere Weltmeister, unsere Helden

Es waren bewegende Bilder im Maracana gestern Abend nach dem Abpfiff des Finals: Erschöpfte, aber überglückliche Spieler jubelten und lagen sich in den Armen; und ließen auch ihre Familien an der Freude teilhaben: Das kam gut an bei den deutschen Fans und wohl auch in der Fußballwelt.
Die deutsche Mannschaft zeigte einmal mehr ihre menschliche Seite, keine Spur von Überheblichkeit oder Größenwahn ob des soeben errungenen Weltmeistertitels.
Nein, im Gegenteil, man hat das Gefühl, dass die Jungs geerdet und einfach nur überglücklich darüber sind, endlich den so ersehnten Weltmeistertitel errungen zu haben.

Es ist eine Mannschaft mit Charakter, eine Mannschaft, die über die Jahre hindurch gewachsen und zu einem verschworenen Haufen geworden ist. Man glaubt es einem Schweinsteiger, einem Lahm, dass auch die Ersatzspieler, die Bank, ihren Anteil am Erfolg haben. Man glaubt, dass dieser Titel ein Sieg der ganzen Mannschaft ist, auch wenn immer nur 11 Spieler auf dem Platz stehen können.
Diese 11 hat Löw im Laufe der WM durchaus durcheinander gewürfelt, aber dann hatte unser Weltmeistertrainer pünktlich zum Viertelfinale gegen Frankreich seine Traumelf gefunden: Lahm, da wo ihn Fussball-Deutschland sehen möchte, auf der rechten Seite, wo er wie nur er zaubern und sowohl nach vorne als auch nach hinten seine Akzente setzen kann.
Im defensiven Mittelfeld war dann auch endlich wieder das Traumduo Khedira & Schweinsteiger einsatzbereit. - Spieler, von denen man nicht sicher war, ob sie es überhaupt schaffen würden, pünktlich zur WM wieder fit zu werden. So war Khedira zu Beginn der WM nach gerade überstandenen Kreuzbandriss auch nur ein Schatten seiner selbst. Es tat fast weh, den ehemaligen Stuttgarter so agieren zu sehen, und wie sehr erfreute man sich darüber, dass er im Halbfinale wieder mit alter Stärke aufspielen konnte. Dann aber wieder ein Schreck: Wadenprobleme beim Aufwärmen vor dem Finale. - Khedira zeigt Größe und verzichtet auf seinen Einsatz - ganz großes Kino!
Und dann Schweinsteiger, der unglaubliche Antreiber der deutschen Mannschaft! Dabei war auch er zu Beginn des Turniers nicht fit und saß gegen Portugal sogar nur auf der Bank. Er durfte aber gegen Ghana die letzten ca. 20 Minuten ran und drückte dann auch gleich dem deutschen Spiel seinen Stempel auf. Aber sonderlich erfreut war die Fangemeinde nicht zu sehen, dass Schweini nach diesem Kurzeinsatz absolut platt war. Wie soll so ein Spieler 90 Minuten oder gar 120 Minuten durchhalten? - Er kann, und wie er kann! Vor allem im Finale hat Schweinsteiger gezeigt, zu welch grandioser Leistung er fähig ist, er lief und ackerte, obwohl der Körper eigentlich schon nicht mehr konnte. Er, der vor allem in der Schlussphase des Finals Opfer zahlreicher, recht rüder Attacken der Argentinier war, sich am Boden vor Schmerzen krümmte und kaum alleine wieder auf die Beine kam. Aber kaum stand er, lief er auch schon wieder, dirigierte, machte Lücken zu. Da konnte ihn auch ein Cut unter dem linken Auge nicht bremsen!

Schauen wir weiter nach hinten: Unsere Abwehrrecken mit Matts Hummels und Jerome Boateng im Zentrum und Benedikt Hövedes auf Links. Letzterer hat sich im Verlauf der WM in unglaublicher, nicht zu erwartender Weise gesteigert und ungeahnte Leistungen auf der für ihn ungewohnten Außenposition erbracht.
Aber kommen wir zum Zenrum: Diese Innenverteidigung hat einfach nur Spaß gemacht. Es tat einem schon fast leid für Per Mertesacker, der für Boateng weichen musste, obwohl er selber durchaus auch gute Leistungen abgeliefert hatte. Aber Boateng glänzte nicht nur durch hervorrangendes Stellungsspiel und gutes Auge, sondern vor allem durch seine Schnelligkeit. Hier ist er Mertesacker klar überlegen. Das Finale war dann sein Spiel! Man hat wohl noch nie einen besseren Boateng im Nationaltrikot spielen sehen.
Matts Hummels an seiner Seite war der uneingeschränkte Abwehrchef, der selber zwei Tore, darunter das wichtige 1:0 gegen Frankreich, beisteuerte.
Ecke Kroos, Kopfball Hummels, Tor! Hach, was ist das schön!

Und dann der Mann dahinter: Unser Welttorhüter Manuel Neuer - ein Teufelskerl, der zurecht den Goldenen Handschuh als bester Torwart der WM bekommen hat. Was hat er für ein Turnier gespielt! Holte Dinger raus, wie etwa den Schuss von Karim Benzema in der 94. Minute des Viertelfinals, rettete in einem einmaligen Radius nach Libero-Manier mehrfach gegen Algerien, und war einfach die Bank, die Sicherheit, die eine Weltmeisterelf braucht. Neuer, Du bist unser Held!

Wen haben wir noch? - Einen Toni Kroos, der ebenfalls eine unglaubliche WM gespielt hat und als Denker und Lenker im Mittelfeld agierte. Beeindruckend auch seine Standards. Man dachte oft: Endlich kann die deutsche Fußballnationalmannschaft auch wieder aus Standardsituationen Tore machen! Kroos sei Dank!
Da im Zentrum kein Platz mehr war, musste Mesut Özil auf die für ihn ungewohnte linke Seite ausweichen, auf der er sich nicht immer wohl gefühlt hat. Aber auch er hat Entscheidendes beigetragen und hat vor allem nach hinten enorm viel gearbeitet.

Kommen wir nun zum Sturm: Mit wem soll man beginnen? Mit dem Tausendsassa Thomas Müller, der immer richtig zu stehen scheint und wieder 5 WM-Tore geschossen hat, wie schon 2010 in Südafrika? Müller, der nie aufzugeben scheint, immer rennt und tut und macht und doch immer nur dieses eine Ziel vor Augen hat: Den Weltmeisterpokal zu gewinnen. Nun hat er ihn!
Auch Miro Klose hat nun endlich sein WM-Finale gewonnen, nachdem er 2002 Brasilien noch unterlegen war. Klose, der Oldie mit seinen 36 Jahren, war auch eher ein Wackelkandidat im Vorfeld der WM, zu oft war er im Verlauf der Saison verletzt gewesen. Aber Jogi Löw hat an ihm festgehalten und wurde belohnt: Mit dem 2:0 gegen Brasilien hat er nicht nur sein 2. WM-Tor geschossen, sondern ist nun auch alleiniger WM-Rekordtorschütze mit 16 Treffern! Glückwunsch, Miro, Du hast es Dir verdient!

Und dann unsere Joker: Hier ist vor allem Andre Schürle zu nennen. Er brachte jedes Mal frischen Wind in die Elf und belohnte sich selber mit drei Toren! Solche Joker brauchen wir!
Und dann zu guter Letzt Mario Götze, der während der WM über weite Strecken unter seinen Möglichkeiten geblieben ist. Aber dann war gerade er der Matchwinner im Finale und hat uns zum Weltmeistertitel geschossen; und das in einer Art und Weise, wie nur wenige agieren können.

Jungs, ihr seid klasse. Danke für vier wunderbare Wochen! Und Danke, dass wir uns alle ein wenig als Weltmeister fühlen dürfen!!!

... 54, 74, 90, 2014, ja so stimmen wir alle ein ... - Wir haben ihn, den vierten Stern!!!
Ein Traum wurde wahr ...

Deutschland ist Weltmeister!

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat den scheinbar schon auf ihr lastenden Fluch bezwungen und hat endlich den ersehnten vierten Weltmeistertitel errungen!
Nach jeweils dritten Plätzen bei den beiden vorrangegangen Weltmeisterschaften hat sich die Goldene Generation um Lahm, Schweinsteiger & Co. endlich, endlich selbst gekrönt und darf sich absolut verdient "Weltmeister" nennen!!
Lange 24 Jahre, manche davon sehr bitter, mussten vergehen, ehe dem Traum von Rom 1990 der Traum von Rio 2014 folgen konnte: DEUTSCHLAND IST FUSSBALL-WELTMEISTER!!!
Es ist unglaublich, ein Fußballmärchen wird wahr, Jogis Jungs sind ganz oben angekommen und können sich nun zu Recht feiern lassen.

Aber was war das gestern im Finale gegen Argentinien für ein Kampf! Immer wieder rannten Müller & Co. gegen das argentinische Abwehrbollwerk an, aber es wollte der entscheidenende Pass, der entscheidende Abschluss einfach nicht gelingen... Und auch die Argentinier um ihren Star Lionel Messi, der nach Abpfiff ein wenig überraschend den Goldenen Ball des besten Spielers der WM erhalten hat, hatten ihrerseits Chancen, aber sowohl Higuain, als auch Palaccio versagten vor Manuel Neuer, dem Garant des deutschen Triumphes, die Nerven. Es war ein Spiel auf Messer's Schneide, aber in keinem Moment verlor die deutsche Mannschaft ihren Glauben, das ganz Große heute schaffen zu können. Egal ob der Kämpfer Bastian Schweinsteiger, der gestern wieder einmal bärenstark in der Abwehr agierende Jerome Boateng oder aber unser Mann zwischen den Pfosten, der Gewinner des Goldenen Handschuhs, Manuel Neuer - alle deutschen Spieler glaubten an sich und das Team. Es war nichts zu sehen von der Angst, die ihnen gegen Spanien oder Italien auf dem Weg zum ganz großen Triumph bei den letzten 4 Turnieren immer wieder den Weg versperrt hatte. Die Fußballwelt sah nicht nur gestern abend, sondern während der gesamten vier Wochen währenden WM eine deutsche Mannschaft, die gereift ist, in sich gefestitg und die so schnell nichts aus dem Konzept bringen kann.
Der in der Vergangenheit durchaus gescholtenen Jogi Löw hat es geschafft, diese Mannschaft perfekt einzustellen! Auch Rückschläge wie denkurzfristigen  Ausfall des gegen Brasilien wiedererstarkten Sami Khedira wurden problemlos weggesteckt: Da stand plötzlich ein Christoph Kramer auf dem Platz, der sein Startelf-Debüt ausgerechnet im WM-Finale gab, loslegte wie die Feuerwehr und aufspielte wie ein Großer. Tragisch dann aber sein Knock-Out und die dadurch fällige Auswechselung noch in den ersten 45 Minuten.
Aber Jogi Löw brachte seinen Edeljoker Andre Schürle, der zunächst nicht zu stechen schien. Es sollte bis kurz vor Ende der Verlängerung dauern, bis er auf der linken Seite zu einem seiner genialen Sprints ansetzte und nach innen flankte, wo der während dieser WM oft gescholtenen Mario Götze den Ball mustergültig mit der Brust annahm und unhaltbar für Romero, den argentinischen Schlussmann, den Ball ins Tor hämmerte!!! Es stand 1:0 für Deutschland!!!!
Gleichzeitig war dieser Treffer der k.o.-Schlag für die Argentinier, die bereits im Verlauf der Verlängerung immer müder wurden und sich bereits das angedeutet hatte, was viele im Vorfeld geahnt hatten: Geht es in die Verlängerung, wird Argentinien irgendwann die Puste ausgehen. Die physisch stärkere deutsche Mannschaft konnte dieses ausnutzen und den goldenen Treffer durch Götze, ausgerechnet Götze, erzielen. Oh wie ist das schön, oh wie ist das schön!
Noch ein paar Minuten mussten Jogis Jungs überstehen, und dann war die Mission "4. Stern" geschafft: Weltmeister!!!

Mit Deutschland ist die Mannschaft Weltmeister geworden, die sicherlich über das ganze Turnier hinweg den schönsten Fußball gespielt hat, aber anders als noch 2006 hatte die Mannschaft keinen Aussetzer und ging in jedem Spiel konzentriert und fokusiert zu Werk. Sicherlich hatten Jogis Jungs auch das nötige Glück: Im Achtelfinale gegen Algerien war es eine ganz knappe Kiste, und auch gegen Frankreich im Viertelfinale wackelte die Null. Aber die Mannschaft fiel nicht, im Gegenteil: Jedes Spiel, jeder Sieg schien sie stärker zu machen. Nur so konnte es zu dem unglaublichen 7:1 im Halbfinale gegen Brasilien kommen, bei dem das deutsche Team den Gastgeber regelrecht demontierte! - Ein unglaubliches Spiel: In einem WM-Halbfinale stand es nach noch nicht einmal 30 gespielten Minuten 5:0 für Deutschland! Das konnte keiner so recht glauben, weder deutscher, noch brasilianischer Fan!

Es war klar, dass es gegen Argentinien im Finale ganz anders laufen würde: Defensiv wie die Gauchos im Turnierverlauf aufgetreten waren, agierten sie auch im Finale. Aber auch hier besaß die deutsche Mannschaft das richtige Rezept: Sicher in der Abwehr stehend, immer wieder Angriffe auf das gegenerische Tor lanzierend, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der Ball im Tor der Argentinier landen würde. Und dann war es soweit: Mario Götze erlöste ganz Fußball-Deutschland!
WANSINN!!! WIR SIND WELTMEISTER!!!

Samstag, 17. Mai 2014

DFB-Pokal an FC Bayern

Der FC Bayern München hat das Double perfekt gemacht und vor wenigen Minuten das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund  mit 2:0 nach Verlängerung gewonnen. Damit dürfte die erste Saison der Bayern mit Pep Guardiola doch noch als eine erfolgreiche anzusehen sein, wenngleich eine Wiederholung des Vorjahr-Trippels nicht gelingt: Meister, DFB-Pokalsieger und Halbfinale der Championsleague - Das kann sich durchaus sehen lassen!

Aber kommen wir zurück zum heutigen Abend: Es war ein spannendes, auch wenn zunächst Torraumszenen-armes Spiel. Die Bayern hatten wie meist deutlich mehr Ballbesitz, aber zwingende Torchancen hatten auch sie nur wenige, und wenn doch, war BVB-Keeper Weidenfeller zur Stelle.
Die Borussia tat sich schwer, und kam vor allem in der ersten Hälfte nur selten zu klaren Torchancen. Das Spiel spielte sich vor allem im Mittelfeld ab.

Einen ersten Schock für die Bayern gab es, als Philipp Lahm nach noch nicht einmal gespielten 30 Minuten mit einer Mittelfußverletzung vom Platz musste. Bange Momente nicht nur für die Bayern-Anhänger, sondern auch für Jogi Löw, der einen fitten Lahm für die WM in Brasilien braucht!
Wie schwer Lahm verletzt ist, ist noch nicht bekannt, aber es bleibt zu hoffen, dass es nicht zu schlimm ist, musste der Bayer doch schließlich nicht sofort in`s Krankenhaus, sondern konnte eigenhändig den Pokal in Empfang nehmen.

Kommen wir nun zu einer DER Szenen dieses Spiels: Dem nicht gegebenen Tor für den BVB! - Matts Hummels, der ein erstklassiges Spiel ablieferte, versenkte den Ball in Halbzeit 2 im Bayern-Tor, aber Schiedsrichter Florian Mayer erkannte den Treffer zum Schrecken der Dortmunder nicht an. Dante hatte den Ball noch aus dem Tor geholt, dabei hatte der Ball aber bereits die Torlinie überschritten, was zahlreiche Wiederholungen im Fernsehen zeigten.
Aber der Schiedsrichter hatte anders entschieden: Es stand weiterhin 0:0.
Nun könnte man mutmaßen, dass sich der FC Bayern wahrscheinlich schwer getan hätte, diese BVB-Führung wettzumachen. In jedem Fall wäre das Finale ganz anders verlaufen, und es ist tragisch, dass gerade so ein großes Finale durch eine derartige Fehlentscheidung mitentschieden wird.

Sonntag, 4. Mai 2014

Bundesliga im Visier des SC Paderborn

Der von vielen als Provinzverein titulierte SC Paderborn hat mit dem heutigen Sieg bei Erzgebirge Aue beste Chancen auf den direkten Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga!
Dieses würde einer Sensation gleichkommen und das ostwestfälische Paderborn in einen Freudentaumel ohnegleichen stürzen!

Ein Spieltag vor Saisonschluss liegt Paderborn mit 59 Punkten auf dem 2. Rang der 2.Liga und damit auf einem direkten Aufstiegsrang. Zwei Punkte dahinter rangiert der Absteiger der Vorsaison, Greuther Fürth, der nachwievor auf den direkten Wiederaufstieg hofft. Hier allerdings haben die Paderborner noch ein gewichtiges Wort mitzusprechen: Bei einem Heimsieg der Ostwestfalen im abschließenden Sieg gegen der VfR Ahlen, können die Franken noch so gut spielen - es würde nicht reichen die Sensationsmannschaft zu überholen, und der SC Paderborn stände als Aufsteiger in die 1. Liga fest!

Dieses wünscht sich in diesen Tagen wahrscheinlich ganz Ostwestfalen-Lippe! So wäre nach dem sportlichen Niedergang von Arminia Bielefeld, die Schwierigkeiten haben dürften, nicht wieder direkt in die 3. Liga abzusteigen und deren Erstligajahre nun auch schon einige Zeit zurückliegen, endlich wieder ein Verein der Region in der Bundesliga angekommen.
Dieses wäre dann sicher als eine der großen Überraschungen der Saison anzusehen, denn mit einem derart starken Auftreten der Paderborner, die vor allem in der Rückrunde stark auftrumpften, durfte nicht unbedingt gerechnet werden. Aber Trainer André Breitenreiter hat seine Jungs exzellent eingestellt und vielleicht ist es gerade der bereits jetzt schon fast legendär zu nennende Sandburgenbau, der den SC Paderborn zu der Mannschaft gemacht hat, die er ist: Eine Mannschaft, die erfrischenden Offensivfußball spielt, viele Tore erzielt, und der man einfach gerne zuschauen mag!

Egal, wie die Saison schlussendlich ausgehen wird, der SC Paderborn ist DER Gewinner der 2.Liga, und er wäre, den Unkenrufen einiger "Besserwisser" zum Trotz, die von einem Provinzverein sprechen, der in Liga 1 eigentlich nichts zu suchen hat, ganz sicher auch eine Bereicherung für die erste Liga, denn in Paderborn wird, ja so kann man es sagen, ehrlicher Fußball gespielt. Können dieses noch alle Bundesligisten von sich behaupten?!

Drücken, wir also dem SC Paderborn die Daumen, dass das Bundesliga-Märchen wahr wird und am 34. Spieltag ein weiterer Sieg erreicht wird und wir den Verein im nächsten Jahr in der Bundesliga wiedersehen!

Sonntag, 27. April 2014

Abstiegsdrama in der OTISA

Das Unglaubliche ist eingetreten: Der Tippligachef und Vater der OTISA, Brian Schwarz-Verhoefen, muss den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.
27 Punkte zum Saisonabschluss bedeuten Rang 14 und damit den Schlussrang in Liga 1. 5 Punkte mehr beim letzten Tipptag der Saison hätten noch den möglicherweise rettenden Relegationsplatz bedeutet, aber so findet er sich in die Niederungen der OTISA wieder. Ein persönliches Drama! Drücken wir dem Tippligachef die Daumen, dass er den direkten Wiederaufsteig packt, aber bis dahin ist es noch ein langer steiniger Weg...

Zum Meistertitel gratulieren können wir Frank Althaus, der sich damit wiederholt Tippligameister nennen darf. Aber unsere Gedanken sind bei Schwarz-Verhoefen, der sich immerhin damit trösten kann, dass die Frankfurter Eintracht der ersten Bundesliga erhalten bleibt.

Sonntag, 16. März 2014

Severin Freund Skiflug-Weltmeister

Severin Freund ist nach dem triumphalen Olympiasieg im Mannschaftsspringen von Sotschi, den er nach seinem letzten Sprung von der Olympiaschanze perfekt gemacht hatte, endgültig im elitären Kreise der Skisprunghelden angekommen: Er ist Skiflug-Weltmeister!  Er hat seinen ersten großen Einzeltitel - man will fast sagen: Endlich! - perfekt gemacht!

Es scheint fast, dass die Prophezeiung vom Skisprungbundestrainer Werner Schuster nach dem Olympiasieg wahr geworden ist: Er meinte, dass dieser letzte Sprung Freunds, der der deutschen Mannschaft den Olympiasieg brachte, ein ganz entscheidender in Freunds Karriere sein könnte und ihn endgültig befreit haben könnte von dem Nimbus, bei Springen, die wirklich etwas zählen, wie Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften oder der Vierschanzentournee, nie ganz vorne, geschweige denn auf dem Treppchen landen kann.
Und der Knoten scheint tatsächlich geplatzt zu sein: Drei Weltcupsiegen nach Sotschi ließ Freund nun diesen Weltmeistersieg in Harrachov folgen und muss nun keinem mehr beweisen, dass er einer der besten Skispringer ist. Er ist da angekommen, wo er seit Jahren versucht hat hinzukommen, aber mit seinen vielen vierten Plätzen immer knapp gescheitert war und immer wieder aufstehen musste.

Da macht es nichts, dass der diesjährige Titel des Skiflug-Weltmeisters bereits nach nur zwei Springen vergeben wurde, da starke Winde am Samstag den dritten und vierten Durchgang unmöglich machten. - Was soll's! Freund hat vor allem im 2. Durchgang einen, wie man so schön sagt, Bomben-Sprung rausgehauen und zu recht vor dem Norweger Anders Bardal und dem Slowenen Peter Prevc den Titel errungen hat.

Somit ist Severin Freund der erste deutsche Skiflug-Weltmeister nach Sven Hannawald, der diesen Titel zuletzt für Deutschland im Jahre 2002 gewonnen hatte.
Glückwunsch an den Springer aus Rastbüchl!


Samstag, 22. Februar 2014

Sotschi: Licht und Schatten im deutschen Team

Noch läuft der vorletzte Wettkampftag bei den Olympischen Spielen von Sotschi, aber dennoch kann schon jetzt eine kleine Bilanz gezogen werden: Was waren die herausragenden Momente aus deutscher Sicht bei diesen Olympischen Spielen?

An erster Stelle, die Erfolge betreffend, sind sicherlich die Rodelrinnen und Rodler um Felix Loch zu nennen. Mit der maximalen Ausbeute an Olympiasiegen im Herren Einzel durch Felix Loch, Nathalie Geisenberger im Damen Einzel, Tobias Wendel und Tobias Arlt im Doppelsitzer sowie im erstmals ausgetragenen Staffelwettbewerb ist die deutsche Mannschaft die mit Abstand erfolgreichste Nation. Hinzu kam noch die Silbermedaille von Tatjana Hüfner im Damen Einzel.
Jedoch darf man nach dem Verlauf der bisherigen Saison und mit Blick auf die deutschen Erfolge in den vergangenen Jahren mit Recht sagen, dass mit einem erfolgreichen Auftreten der deutschen Rodlermannschaft durchaus zu rechnen war. Alles andere wäre, so ehrlich muss man sein, eine Enttäuschung gewesen.

Nicht unbedingt sicher einplanbar waren die Erfolge des deutschen Skisprunglagers: 2 x Gold ist die erfolgreiche Ausbeute, wobei der Olympiasieg von Carina Vogt als DIE Überraschung im deutschen Team anzusehen ist. Denn dass die Überfliegerin der Saison, Sara Takanashi aus Japan, dem Erwartungsdruck nicht würde standhalten können und noch nicht einmal eine Medaille erringen würde, kam mehr als nur überraschend.
Der Triumph der deutschen Adler im Mannschaftsspringen lag durchaus im Rahmen des Möglichen, aber zu oft hatten die deutschen Skispringer bei Großereignissen das Nachsehen: Der 4. Platz von Severin Freund von der Großschanze passte damit auch in dieses Bild. Aber im Team in der Zusammensetzung Andreas Wank, Marinus Kraus, Andreas Wellinger und Severin Freund hat das deutsche Team endlich den so ersehnten großen Erfolg eingefahren: Olympia-Gold! Damit düften nicht nur dem österreichischen Cheftrainer, Werner Schuster, Steine von der Seele gepurzelt sein!

Eine Erfolgbilanz weisen auch die deutschen Nordischen Kombinierer auf. Gold durch Eric Frenzel von der Normalschanze, Fabian Rießle mit Bronze von der Großschanze und Silber im Team!
Der Olympiasieg von Eric Frenzel ist als wahres Meisterstück anzusehen, denn der 25 jährige galt als der absolute Topfavorit auf den Sieg, zu dominat war er in der bisherigen Weltcupsaison.
Dass er den Triumph von der Großschanze nicht wiederholen konnte, war sicherlich einer Viruserkrankung geschuldet, aber dennoch hatten die Deutschen hier die Chance auf den ganz großen Coup: Vor der vorletzten Kurve sah noch alles nach einem großen Triumph aus: Björn Kircheisen, Fabian Rießle, Johannes Rydzek gegen die zwei Norweger Jörgen Graaback und dem bereits ein wenig zurück liegenden Magnus Moan. Aber dann fuhr Riessle Rydzek in der alles entscheidende Kurve über die Ski, die Deutschen kamen in's Straucheln und beide Norweger zogen vorbei. - Es blieb Bronze für Fabian Rießle, eine Medaille, über die sich der 23 jährige zwar sehr freute, die aber auch zeigt, dass durchaus mehr drin gewesen wäre: Licht und Schatten lagen damit dicht nebeneinander.
Silber im Team hinter Norwegen rundete den erfolgreichen Auftritt der Nordischen Kombinierer ab. Leider aber lag der Norweger Jörgen Graaback auf der Zielgerade hauchdünn vor Rießle, so dass wieder einmal "nur" Platz 2 im Team zu Buche stand. Immerhin, so kann man sagen, lag man nicht wieder, wie es wiederholt der Fall war bei vergangenen Großereignissen, hinter Österreich. Dennoch bleibt ein klein wenig Wehmut zurück: Graaback schien auf den letzten Metern einfach abgezockter als der junge Rießle. - Vielleicht kocht der Schwarzwälder das nächste Mal den Norweger ab?!

Was haben wir noch?
Natürlich sind da die Erfolge von Maria Höfl-Riesch mit Gold in der Super-Kombination und Silber im Super-G sowie der ein wenig gold glänzende Bronze-Rang der in dieser Saison durch eine Lungenentzündung gebeutelten Olympiasiegering von Vancouver, Victoria Rebensburg, zu nennen.
Großes Pech hatte hingegen Stefan Luitz im Riesenslalom: Im ersten Durchgang fädelte der Youngster im deutschen Alpin-Team das Ziel und den sicheren zweiten Platz hinter dem späteren Olympiasieger Ted Ligety aus den USA vor Augen beim letzten Tor ein und war ausgeschieden! Welch Tragik!

Silber gab es für Eric Lesser im Einzelrennen beim Biathlon, eine Medaille, die leider über das enttäuschende Abschneiden des deutschen Biathlonteams nicht hinwegtäuschen kann. Nun, noch haben heute die Staffelherren die Chance die magere Bilanz, die mit einer Null-Nummer an Medaillen bei den deutschen Biathletinnen erschreckend ausfällt, aufzupolieren!
Drücken wir Schemp & Co. daher die Daumen! Vielleicht können die deutschen Herren so den unglücklichen 4. Platz im Mixed-Wettbewerb und die beim letzten Schießen verpasste Medaille von Simon Schempp in der Verfolgung vergessen machen.

Richten wir nun unser Augenmerk auf die Langläufer, bei denen der dritte Platz der deutschen Damenstaffel sicherlich als herausragendes Ergebnis zu nennen ist. Und es wäre sogar Gold drin gewesen, hätte sich die im Sprintweltcup führende Dennis Herrmann auf der Schlussgerade nicht von der Schwedin Charlotte Kalla und der Finnin Krista Lähteenmäki überspurten lassen. Trotz Bronze in der Staffel agierte Herrmann ein wenig unglücklich in Sotschi: Im Sprint gab es nicht die erhoffte Medaille und auch im Team-Sprint gingen ihr auf der Zielgerade im Kampf um Bronze leider die Puste aus. Der so errungene 4. Platz im Team ist aber dennoch als Erfolg anzusehen, denn dass Denise Herrmann mit ihrer Partnerin Stephanie Böhler so weit vorne landen würde, war eine kleine Überraschung. Schade, dass nur die blecherne Medaille dabei herauskam.
Ein Drama gab es im Team-Sprint der Herren: Tim Tscharnke, der mit Hannes Dotztler das deutsche Duo bildete, war bärenstark und es schien, als sie ihm auf den letzten Metern alles zuzutrauen. - Dann aber fuhr ihm der Finne Same Jauhojärvi über den Ski, brachte ihn zu Sturz und die sicher erscheinende Medaille war futsch! Dem eingereichten Protest der deutschen Mannschaft wurde leider nicht stattgegeben, so dass man eigentlich nur sagen kann, dass Tscharnke/ Dotzler auf tragische Weise um ihr olympisches Edelmetall gebracht worden sind.

Olympisches Edelmetall erliefen zwar die deutschen Paarläufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy, aber Tränen der Enttäuschung liefen dennoch: Das deutsche Vorzeigepaar war angetreten, um mit Olympia-Gold die so erfolgreiche, mit zahlreichen Weltmeister- und Europameistertiteln gekrönte Karriere abzurunden. Leider, leider gab es aber nur wieder Bronze, wie schon in Vancouver.
Es ist ein unglückliches Ende einer sehr erfolgreichen Karriere, aber es wird hoffentlich die Zeit kommen, dass sich Savchenko/ Szolkowy auch über diese Bronze-Medaille freuen können.

An dieser Stelle auch ein Fazit über das Auftreten der deutschen Eisschnelläuferinenn und Eisschnelläufer: Dieses fällt vernichtend aus, da nicht eine einzige Medaille in dieser einstmals so erfolgreichen Sportart heraussprang. Keine Claudia Pechstein, keine Stefanie Beckert, die dem Zickenkrieg mit Pechstein im Gegensatz zu Annie Friesinger leider nicht gewachsen zu sein scheint, keine Jenny Wolf, im Team noch nicht einmal qualifiziert, die Männer zwar mit einem sehr guten 4. Platz von Nico Ihle über die 1000 m und Patrick Beckert mit einem ebenfalls erfolgreich zu bewertenden 6. Platz über die 10000 m, aber eben ohne Edelmetall lassen wehmütig an das erfolgreiche Auftreten bei vergangenen Olympischen Spielen denken.

Zum Ende aber noch etwas Positives: Diese Olympischen Spiele haben Spaß gemacht und machen es immer noch! Es gab trotz der Enttäuschungen herausragende Leistungen und Medaillen im deutschen Team, die die negativen Eindrücke eindeutig in den Schatten stellen!

Maria Höfl-Riesch verpasst perfekten Abschluss

Nach Gold in der Super-Kombination und Silber im Super-G hatte Maria Höfl-Riesch gestern im abschließenden Slalom die Chance auf ihr drittes Edelmetall bei diesen Olympischen Spielen.

Nach dem ersten Lauf noch auf Rang 2 liegend gelang ihr leider keine perfekte Fahrt im 2. Durchgang, so dass sie auf dem unglücklichen vierten Schlussrang einkam. Olympiasiegerin wurde Weltmeisterin Mikaela Shiffrin aus den USA vor der Altmeisterin Marlies Schild aus Österreich und deren Landsfrau Kathrin Zettel. Beide Österreicherinnen hatten nach dem ersten Durchgang noch keinen Podestplatz inne, so dass im Ziel mehr als nur eine Träne floss.

Maria Höfl-Riesch hatte ihre anfängliche Enttäuschung über die verpasste Medaille in ihrem letzten olympischen Rennen jedoch rasch weggesteckt. Die Freude über die für sie sehr erfolgreichen Olympischen Spiele mit 1 x Gold und 1 x Silber überwog eindeutig. Und das zu Recht!
Mit diesen Erfolgen ist die Partenkirchenerin den Erwartungen mehr als gerecht geworden, und sie kann nun als eine der erfolgreichsten Alpinen bei Olympia mit einem Lächeln im Gesicht zurücktreten. Ob ihr Rücktritt schon zum Ende dieser Saison erfolgt, oder ob sie noch eine Weltmeisterschaftssaison anhängt, bleibt abzuwarten. In jedem Fall wird sie eine Lücke hinterlassen, die Rebensburg & Co. hoffentlich rasch füllen werden.

Freitag, 21. Februar 2014

Debakel für deutsche Biathletinnen

Das Debakel der deutschen Biathletinnen bei den Olympischen Spielen in Sotschi ist perfekt: Auch im abschließenden Staffelrennen gab es nicht das ersehnte Edelmetall. Nach den Staffelplätzen 1, 2 und 2 in dieser Weltcupsaison gab es durchaus Hoffnung, aber diese wurde leider nicht erfüllt, sondern es gab einen Absturz auf Rang 11!
Dieses Staffelrennen war beinahe bezeichnend für das Auftreten der deutschen Biathletinnen in Sotschi: Gleich in der ersten Runde kam das Küken der Mannschaft, Franziska Preuß, zu Fall, verlor einen Stock und hatte zudem Schnee in der Waffe und schon nach dem ersten Schießen mehr als 2 Minuten Rückstand. - Die Medaille war in weiter Ferne, und dabei bleib es leider. Die drei anderen Läuferinnen, Andrea Henkel, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier, schossen zwar gut, konnten aber auch kaum Zeit gut machen, sondern verloren weiter.
Franziska Preuß dürfte mehr als nur bedient sein und es bleibt zu hoffen, dass eines der größten Talente im Biathlonteam dieses schreckliche Rennen möglichst schnell vergisst und wegsteckt.

Das Abschneiden der deutschen Biathletinnen in Sotschi ist somit das mit Abstand schlechteste bei Olympia: Seit Aufnahme der Biathletinnen in das olympische Programm 1992 gab es immer reichlich Edelmetall. Vorbei scheinen die Zeiten einer Petra Behle, einer Antje Misersky, einer Uschi Disl, Kati Wilhelm oder Martina Glagow, und nicht zuletzt einer Magdalena Neuner.
Mit dem Abschied von Andrea Henkel, ihres Zeichens ebenfalls mehrfache Olympiasiegerin und Weltmeisterin, sieht es nicht allzu rosig im deutschen Team aus.
Es gibt zwar durchaus vielversprechende Talente, wie Laura Dahlmeier und auch die heute so unglücklich agierende Franziska Preuß, aber den Sprung an die Weltspitze haben sie (noch) nicht geschafft.

Zum enttäuschenden Abschneiden der deutschen Biathletinnen in Sotschi passt auch der heute bekannt gewordene Dopingfall von Evi Sachenbacher-Stehle, in Sotschi bislang der Lichtblick im deutschen Team, die im Massenstart mit Platz 4 noch ganz knapp an einer Medaille vorbei gelaufen war: Nach bisherigen Kenntnissen soll Sachenbacher-Stehle die Dopingsubstanz ohne ihr Wissen über ein Nahrungsergänzungsmittel zu sich genommen haben. Ob dem tatsächlich so war, wird man wohl nie ganz sicher feststellen können. Fest steht, dass durch diesen, momentan unglücklich erscheinenden, Dopingfall der deutsche Biathlonsport in Sotschi ein noch traurigeres Bild abgibt, als ohnehin schon.
Bleibt jetzt nur noch zu hoffen, dass es die Herren morgen beim abschließenden Staffelrennen es besser machen und zu der ersehnten Olympiamedaille laufen!

Samstag, 11. Januar 2014

Neureuther schreibt Sportgeschichte

Felix Neureuther hat am heutigen Tag im schweizerischen Adelboden sensationell den ersten deutschen Weltcupsieg im Riesenslalom seit über 30 Jahren errungen!

Max Rieger hieß im Jahre 1973 der letzte deutsche Weltcupsieger in der Kerndisziplin des alpinen Skisports, dem Riesenslalom. Weder Markus Wasmeier, der zwar in Bormio 1985 Weltmeister und 1994 in Lillehammer Olympiasieger in dieser Disziplin werden konnte, noch Felix' Vater Christian, der mehrfache Slalom-Weltcupsieger, haben dieses erreicht.
Nachdem bereits Fritz Dopfer und Stefan Luitz mit zweiten Plätzen im Riesenslalom aufhorchen ließen, hat es nun endlich mit dem obersten Podestplatz geklappt: Felix Neureuther, nach dem 1. Durchgang noch auf dem 7. Rang liegend, fuhr im entscheidenden 2. Durchgang ein beherztes und fehlerfreies Rennen und machte Platz um Platz gut.
Als auch die beiden Erstplatzierten nach dem 1. Durchgang, Marcel Hirscher und Thomas Fanara, ebenfalls nicht an Nereuthers Zeit heran kamen, war klar: Felix Neureuther hat seinen ersten Weltcupsieg im Riesenslalom unter Dach und Fach gebracht. Der Jubel kannte keine Grenzen!

Adelboden scheint ein gutes Pflaster für Neureuther zu sein. Hatte er hier doch schließlich in der Vorsaison hier mit einem dritten Platz das erste und bis heute einzige Mal auf dem Riesenslalom-Podest gestanden.
Mit seinem Slalomsieg vom vergangenen Montag in Bormio dürfte Felix Neureuther nun bestens gerüstet sein für die Olympischen Spiele in Sochi. Hoffen wir daher dort auf weitere Freudenmomente.

Mittwoch, 8. Januar 2014

Knoten geplatzt bei Evi Sachenbacher-Stehle: Staffel auf Platz 2

Die ehemalige Langläuferin Evi Sachenbacher-Stehle ist bei den Biathleten angekommen und hat nach nur zwei Jahren die Umstellung geschafft!
Nachdem es bereits in Oberhof mit zwei siebten Plätzen erstmals richtig rund gelaufen ist, hat sie heute ihr Meisterstück abgeliefert und als Nr. 2 im Staffelrennen von Ruhpolding die Konkurrenz in Grund und Boden gelaufen. Dabei sah es nach dem 1. Schießen alles andere als rosig aus für die vier deutschen Biathletinnen, da Küken Franziska Preuß als Startläuferin gleich zu Beginn leider eine Strafrunde laufen musste und mit knapp 52 Sekunden Rückstand als 18. auf die Doppelolympiasiegerin übergab. Nun aber zeigte Sachenbacher-Stehle, dass sie nicht nur eine erstklassige Langläuferin ist, sondern auch im Biathlon vermag ganz vorne mitzulaufen: Sekunde und Sekunde, Platz um Platz holte sie auf, fehlerfrei im Liegendanschlag, nur ein Nachlader im eher ungeliebten Stehendschießen - und plötzlich lag die deutsche Staffel auf Rang 1!

Laura Dahlmeier als dritte Läuferin übergab nach zwei fehlerfreien Schießen als Erste auf die kurzfristig als Schlussläuferin eingesprungende Franziska Hildebrandt, die Andrea Henkel ersetzte, da diese krankheitsbedingt passen musste. Und auch Hildebrandt machte ihre Sache sehr gut: Zweimal fehlerfrei am Schießstand musste sie lediglich die russische Schlussläuferin Valukina ziehen lassen und führte die deutsche Mannschaft auf einen starken 2. Platz.
Da mag man denken: Die Olympischen Spiele können kommen!

Dienstag, 7. Januar 2014

Österreicher Diethart macht Sensation perfekt

Es dominiert wieder einmal, zum 6. Mal in Folge, rot-weiß-rot auf dem Siegerpodest der Vierschanzentournee. Aber es ist nicht der Sieger der beiden Vorjahre, Gregor Schlierenzauer, oder der Tourneesieger des Jahres 2011, Thomas Morgenstern, der ganz oben auf dem Podest steht: Nein, Thomas Diethart aus Niederösterreich, der österreichischen Skisprung-Diaspora, ist in einem Wahnsinns-Tempo in die Weltelite gestürmt und ganz oben angekommen: Er ist der Gesamtsieger der Vierschanzentournee 2013/ 2014!

Wer diesen Sieg bei den Buchmachern vorausgesagt hätte, wäre jetzt wahrscheinlich reich, denn mit diesem Triumph war nicht zu rechnen. Denn wer ist Diethart? - Ein 21jähriger Skispringer, der bislang nur sporadisch im österreichischen Weltcup-Team zum Zuge kam und seinen Einsatz eigentlich nur dem Sturz Morgenstern's in Titisee-Neustadt zu verdanken hatte. Denn so hatte er von seinem Cheftrainer Alexander Pointner die Chance bekommen, anstelle von Morgenstern in Engelberg, dem traditionell letzten Weltcupspringen vor der Vierschanzentournee, an den Start zu gehen. In Engelberg hat der Newcomer seine Sache dann so gut gemacht, dass er bei der Tournee starten durfte. Dort hat er dann wohl aller Erwartungen übertroffen: Platz 3 in Oberstdorf, ein 5. Rang in Garmisch-Partenkirchen und Sieger sowohl in Innsbruck als auch in Bischofshofen! - Der Gesamtsieg war Diethart nicht mehr zu nehmen.

Dabei wäre gerade der Gesamt-Dritte, Simon Ammann, so gerne an Stelle des jungen Österreichers gewesen: War der Schweizer dem ersehnten Gesamtsieg bei der Tournee doch so nah wie lange nicht, aber er konnte in Bischofshofen die entscheidenden Punkte nicht aufholen, verlor stattdessen deutlich und wurde in Bischofshofen nur Vierter. Da alles darauf hindeutet, dass Ammann seine erfolgreiche Karriere nach den Olympischen Spielen in Sotschi beenden wird, wird dem vierfachen Olympiasiege, dieser eine große Titel in seiner Sammlung fehlen. Ansonsten hat er alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Olympia-Gold, WM und Skiflug-WM, Gesamtweltcup, nur eben die Vierschanzentournee nicht.

Der Zweite der Gesamtwertung, Thomas Morgenstern, darf sich bereits Tournee-Gesamtsieger nennen, aber gerne hätte der Doppelolympiasieger von Turin seinem Triumph von 2011 einen zweiten hinzugefügt. Aber es sollte nicht sein. Morgenstern, der im 2. Durchgang von Bischofshofen, den besten Sprung der gesamten Konkurrenz zeigte, kam zwar an der Gesamtwertung noch an Ammann vorbei, aber Diethart war in diesem Jahr einfach zu stark und hatte, das muss man fairer Weise auch zugestehen, über die gesamte Tournee hinweg, bessere Bedingungen als Morgenstern. Denn im Kreis der Favoriten war es vor allem Morgenstern, der unter schlechteren Windbedingungen leiden musste. Hier zeigte Morgenstern jedoch seine exzellente Klasse, auch bei schlechteren äußeren Bedingungen gute Sprünge abliefern zu können.
Es reichte aber nicht für ganz oben. Nach seinem brutalen Sturz in Titisee-Neustadt kurz vor der Tournee dürfte der Österreicher aber auch sehr froh über den 2. Gesamtplatz sein, da hiermit noch vor wenigen Wochen definitiv nicht zu rechnen war!

Zu rechnen war eigentlich mit den deutschen Springern, die in der ersten Hälfte des Weltcups immer wieder auf das Siegerpodest gesprungen waren und mit Severin Freund zeitweise sogar den Träger des Gelben Trikots stellten.
Aber die deutschen Adler zeigten zu inkonstante Leistungen und müssen diese Tournee unter "Das war nix" verbuchen. Letztendlich sprang nur ein Top-Ten-Platz in der Gesamtwertung heraus: Platz 10 für den 18jährigen Andreas Wellinger. Severin Freund wurde gar nur 16.!
Nun, die deutschen Skispringer sind in guter Gesellschaft, denn nicht nur sie kehren enttäuscht von der Tournee zurück: Der Mitfavorit Gregor Schlierenzauer wurde nur 8., und die im Vorfeld hoch gehandelten Polen wurden den Erwartungen ebenfalls nicht gerecht und brachten mit Kamil Stoch als 7. auch nur einen Springer unter die Top-10 der Gesamtwertung. Für die Ansprüche Stoch's, der im Gelben Trikot des Gesamtweltcup-Führenden zur Tournee gereist war, zu wenig. Aber auch die Norweger um Anders Bardal, dem Gesamt-Sechsten, dürften nicht zufrieden mit dem Ausgang der Tournee sein.

Aber wir wissen ja: Es steht noch ein ganz anderes Highlight in dieser Saison auf dem Programm: Die Olympischen Spiele in Sotschi! - Eine Chance für alle, wieder anzugreifen und den ersehnten Podestplatz zu erreichen.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Vierschanzentournee: Youngster zur Halbzeit in Führung

Die 62. Auflage der diesjährigen Vierschanzentournee entwickelt sich immer mehr zu einer Wunderkiste mit ungeahntem Ausgang.
Denn wer hätte es voraussagen können, dass der bis dato noch recht unbekannte Thomas Diethart aus Österreich nicht nur das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen gewinnen, sondern auch die Gesamtwertung der Tournee nach 2 Springen anführen würde?
Wer hätte im Vorfeld prophezeit, dass der Gesamtsieger der beiden Vorjahre und Top-Favorit auf den Gesamtsieg, Gregor Schlierenzauer, zur Halbzeit schon abgeschlagen auf Rang 7 der Gesamtwertung liegen und sein Rückstand auf den Führenden bereits 47 (!) Punkte betragen würde?
Wer hätte gedacht, dass die deutsche Mannschaft zur Halbzeit keinen Springer unter den Top-10 der Gesamtwertung würde platzieren können und dass Oldie Michael Neumayer mit Gesamtrang 11 bester deutscher Adler sein würde? 
Und wer hätte damit gerechnet, dass Noriaki Kasai, die 41jährige Skisprunglegende aus Japan, nach den ersten beiden Springen auf Platz 4 der Gesamtwertung rangieren würde? 

... diese Auflistung ließe sich weiter fortführen, so dass als Zwischenfazit zu sagen ist, dass diese Tournee als eine Tournee der Überraschungen anzusehen ist. Man mag nicht vorhersehen, wer am Ende das Rennen machen wird. Dass Diethart seine grandiosen Sprünge auch in Innsbruck und Bischofshofen wird zeigen können, erscheint schwer vorstellbar, denn müssten dem Youngster nicht irgendwann die Knie zu zittern beginnen ob der für ihn so ungewohnten Situation?
Da werden dem derzeit Zweiten in der Gesamtwertung, Thomas Morgenstern aus Österreich, der beim heutigen Neujahrsspringen ebenfalls 2. wurde, deutlich höhere Chancen auf seinen zweiten Gesamtsieg eingeräumt.
Und auch der Schweizer Simon Ammann liegt in Lauerstellung: Nach seinem Sieg in Oberstdorf und dem 3. Platz beim Neujahrsspringen rangiert er derzeit auf Rang 3 der Gesamtwertung, hat aber bereits 13 Punkte Rückstand auf Diethart.

Man kann daher gespannt sein, was bei den zwei verbleibenden Springen auf österreichischem Boden passieren wird. Unsere österreichischen Nachbarn werden sich nicht ganz zu unrecht Hoffnungen auf den 6. Gesamtsieg eines Austria-Adlers in Folge machen, was als Rekord in die Annalen der Vierschanzentournee eingehen würde.
Aus deutscher Sicht sind die Hoffnungen bescheidender: Man wäre schon froh, wenn es einer der deutschen Springer auf's Podium schaffen würde. Am ehesten ist dieses derzeit dem Newcomer der Vorsaison, Andreas Wellinger, zuzutrauen, der heute nach einem verkorksten Tournee-Auftakt in Oberstdorf guter Fünfter wurde.
Im Gegensatz dazu springt der eigentliche Vorspringer des deutschen Lagers, Severin Freund, seiner Form der vergangenen Wochen leider hinterher und erreichte heute noch nicht einmal den 2. Durchgang.

Nun, warten wir ab, ob die Überraschungen bei der diesjährigen Vierschanzentournee weitergehen. Falls dem so ist, landet ein deutscher Adler vielleicht doch noch viel weiter vorn.