Dienstag, 22. Januar 2019

DHB-Team im Halbfinale!!

Nach einem regelrechten Hauptrunden-Krimi gegen Kroatien steht die deutsche Handballnationalmannschaft vorzeitig im WM-Halbfinale!!
Die Führung wechselte zunächst ständig, das Spiel war geprägt von intensiver Abwehrarbeit, aber auch Abwurfschwächen im Angriff. Den ersten Schockmoment erlebte das DHB-Team bereits nach etwa 10 Minuten, als Regisseur Martin Strobel sich unglücklich das Knie verdrehte und verletzt raus musste. Die bange Frage: Wie kommt das Team mit diesem Ausfall klar, denn Strobel hatte in den vergangenen Spielen eine entscheidende Rolle im Spielaufbau wahrgenommen und glänzte, allen Kritikern zum Trotz, auch mit zahlreichen Toren?!
Es sollte nun die Stunde des Fabian Wiede schlagen: Der 24jährige nahm ab sofort das Heft in die Hand, dirigierte den deutschen Angriff, setze seine Mitspieler in Szene und glänzte mit einer ungeheuren Präzision im Torabschluss: 6/7 Torwürfe brachte er in's kroatische Tor!! - Wiede wurde nach Spielende zurecht als Man of the Match geehrt!

Aber bis dahin galt es noch manche Minute dieses Handballkrimis durchzustehen: Der deutschen Sieben gelang es zwar immer wieder sich auf 2, 3 oder 4 Tore abzusetzen, aber der Olympiasieger von 2004 steckte nicht auf und kam mit Läufen von 3, einmal sogar 4 Toren in Folge immer wieder zurück. Es kamen Erinnerungen an die Vorrundenpartien gegen Russland und auch Frankreich auf, als die deutsche Mannschaft sicher geglaubte Siege noch aus der Hand gab.
Aber diesmal stand eine andere Mannschaft auf der Platte: Die Mannen von Christian Prokopp packten sich selbst am Schopf und kamen über eine überragende Abwehrleistung immer wieder zurück in's Spiel: Das 22:20 kurz vor Schluss durch Uwe Gensheimer war die endgültige Entscheidung! - Daran konnte auch der Gegentreffer der Kroaten zum 22:21 Entstand nichts mehr ändern.

Wahnsinn! Vorzeitig ist das Halbfinale perfekt gemacht!! Wer hätte das zu Turnierbeginn gedacht?!
Deutschland zieht zusammen mit Frankreich in's Halbfinale ein und spielt am Mittwoch gegen Erzrivale Spanien um den Gruppensieg.

Samstag, 19. Januar 2019

WM-Hauptrunde: DHB-Team heute gegen Island

Ohne Niederlage ist die deutsche Handballnationalmannschaft durch die Vorrunde marschiert und nimmt 3 Punkte in die heute beginnende Hauptrunde mit. - Wer konnte damit zu Beginn der Titelkämpfe rechnen?
Und dabei wäre ein verlustpunktfreier Einzug in die Hauptrunde sogar auch im Rahmen des Möglichen gewesen, schließlich hatte die deutsche Sieben Frankreich am Rande einer Niederlage. Lediglich der Last-Minute-Treffer des Weltmeister bewahrte die Franzosen vor der Niederlage. Dennoch stellt dieses 25:25 einen Riesenerfolg für das Team von Bundestrainer Christian Prokopp dar, zeigte es doch auf, dass die deutsche Mannschaft in der Lage ist, jeden zu schlagen! Das gibt Mut für die nächsten Aufgaben, denn mit Kroatien und Europameister Spanien warten dicke Brocken in der Hauptrunde auf das DHB-Team.
Aber man darf zuversichtlich auf die nächsten Spiele blicken: Nach der kleinen Enttäuschung gegen Russland, als ein fast schon sicher geglaubter Sieg noch aus der Hand gegeben wurde, nachdem wiederum dem Gegner kurz vor Schluss der Ausgleich gelang, brachte der Weltmeister von 2007 gegen die Franzosen ein überzeugendes Spiel auf die Platte und zeigte auch in dem rechnerisch unbedeutendem Spiel gegen Serbien, dass auch der zweite Anzug passt: Silvio Heinevetter ist mehr als nur ein Ersatz von unserer Nummer 1, Andreas Wolf, Linksaußen Matthias Muschke ersetzte  Kapitän Uwe Gensheimer bravourös und auch die Variante auf Rechts mit Franz Semper bzw. Fabian Wiede anstelle von Patrick Grötzke, dem, nach der Nicht-Nominierung von Tobias Reichmann einizigem etatmäßigen Rechtsaußen, zu spielen, passte. Lediglich der Versuch, mit dem siebten Feldspieler zu spielen, scheiterte mit drei Toren der Serben in Folge krachend, aber dem Bundestrainer ist recht zu geben, wenn er sagt, wann er dieses denn ausprobieren solle, wenn nicht in einem Spiel wie gegen Serbien?!

Nun geht es heute also gegen Island. Die Wikinger scheinen nicht mehr in der Form der Olympischen Spielen von Peking zu sein, als sie Zweiter wurden, aber die Landsleute von Ex-Bundestrainer Dagur Sirgudsson sollte man niemals  abschreiben und unterschätzen.
Dennoch muss, da sind sich alle einig, gegen Island ein Zweier her, um in das Halbfinale in Hamburg einzuziehen. Und wo nicht besser als im Wohnzimmer des Weltmeisters von 2007, in Köln, sollte es möglich sein, dieses zu erreichen?!

Montag, 7. Januar 2019

Kobayashi Top, zwei Deutsche auf dem Podest

Was für ein Finale der 67. Vierschanzentournee:
Japans Überflieger, der 22-jährige Ryoyu Kobayashi, trat mit 45 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung auf Markus Eisenbichler an, um den Grand Slam der Skispringer klar zu machen und auch das letzte der 4 Springen zu gewinnen.
Markus Eisenbichler, Zweiter von Oberstdorf und Garmisch war sowohl im am wegen widriger Wetterbedingungen am Vortag ebenfalls am Dreikönigstag ausgetragenem Training und der Qualifikation der Beste und hatte spätestens nach dem 1. Durchgang von Bischofshofen, den er als Erster beendete, seinen ersten Weltcupsieg vor Augen und drohte, Kobayashis Grand Slam zunichte zu machen.
Und dann Stephan Leyhe, der erst in diesem Jahr so richtig in's Rampenlicht gesprungene Willinger, sah immer noch geringe Chancen auf einen Podestplatz in der Gesamtwertung, obwohl er mit deutlichem Abstand auf die vor ihm platzierten Kamil Stoch und Andreas Stjernen vom Backken ging. Nach Durchgang 1 lag der 27jährige jedoch nur auf Rang 11...
Und nicht zu vergessen Dawid Kubacki: Der Pole, der wie Eisenbichler noch immer auf seinen ersten Weltcupsieg wartet, war zwar durch sein schwaches Auftreten von Innsbruck von Rang 3 auf den 7. Platz in der Gesamtwertung zurückgefallen, aber spätestens nach seinem in der Quali von Bischofshofen ersprungenen Schanzenrekord, durfte mit dem Polen wieder zu rechnen sein.

Ryoyu Kobayashi gleitete im ersten Durchgang dann jedoch nicht ganz so elegant wie gewöhnlich durch die Luft und beendete mit 4 Punkten Rückstand auf Eisenbichler den ersten Durchgang nur auf Rang 4, was aber an sich schon als eine Meisterleistung zu werten war, musste er doch vor seinem Sprung minutenlang im Schneetreiben von Bischofshofen abwarten, bis er endlich vom Bakken gelassen wurde.
Im zweiten Durchgang zeigte er mit einem Sprung auf 137,5 m dann aber wieder seine ganze Klasse und setze sich vor den bis dahin führenden Stephan Leyhe, der mit 137 m ebenfalls einen fabelhaften Sprung gezeigt hatte, auf Platz 1. Nun  war es an Stefan Kraft, Kubacki und Eisenbichler, den 4-fach-Triumph des Japaners zu verhindern. Der Gesamtsieg konnte Kobayashi zum jetzigen Zeitpunkt bereits nicht mehr genommen werden.
Kraft zeigte einen soliden Sprung, aber nicht mehr, der in zwar mit Rang 3, den dritten Podestplatz der diesjährigen Vierschnanzentournee einbrachte, mit dem er Kobayahsi aber nicht bezwingen konnte. Bei Kraft, dem Gesamtsieger von 2015, dürfte die Freude über den Podiumsplatz seine Enttäuschung aus Garmisch ein wenig mindern, wo er durch Verpassen des zweiten Durchgangs alle Chancen auf einen vorderen Platz in der Gesamtwertung einbüßen musste.

Nun waren alle Blicke auf Dawid Kubacki gerichtet: Gelang dem Polen ein weiterer Zaubersprung oder flatterten die Nerven? Letzteres war der Fall: Kubacki landete bereits bei 130 m und büßte wichtige Punkte in der Gesamtwertung ein, was schlussendlich dazu führte, dass Stephan Leyhe, der zu diesem Zeitpunkt bereits Stoch und Stjernen, die beim Abschlussspringen beidesamt einttäuschten, in der Gesamtwertung hinter sich gelassen hatte, sich mit 3,3 Punkten Vorsprung an Kubacki vorbeischob: Platz 3 in der Gesamtwertung war geschafft! - Unglaublich!!! Was für ein Geschenk hat sich der Willinger, der am Vortag seinen 27. Geburtstag feierte, selbst gemacht.

Aber es saß ja noch Markus Eisenbichler auf dem Bakken der Paul-Außerleitner-Schanze: Später sollte er sagen, dass er doch sehr nervös gewesen sei und ihm daher wohl die entscheidende Lockerheit gefehlt hatte. Er sprang bei 131,5 auf und landete auf Tagesplatz 5. Der zweite Platz in der Gesamtwertung war dennoch erreicht! Dieses ist ein Riesen-Erfolg für den Siegsdorfer, der bis zum Springen von Oberstdorf als Trainingsweltmeister galt und Konstanz im Wettkampf vermissen ließ. Auch wenn der Allgäuer weiter auf seinen ersten Weltcupsieg warten muss, hat er bei der diesjährigen Vierschanzentournee seine Meisterstück geschafft!!

Aber verneigen wir uns zum Abschluss vor Ryoyu Kobayashi, der mit erst 22 Jahren des Unglaubliche geschafft hat und alle vier Springen bei der Vierschanzentournee gewonnen hat! Glückwunsch an den Überflieger, den selbsternannten Neojapaner!!
Auch wenn bereits im Vorjahr Kamil Stoch dasselbe Kunststück gelang und man daher denken mag, dass es an der Tagesordnung sei, auf allen vier Schanzen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zu triumphieren, dem sei gesagt, dass das ganz und gar nicht zutrifft! Dieses zeigt allein schon der Blick in die Geschichte und dass bei 67 Tourneen dieses Kunststück erst drei Springern gelungen ist und man bei Sven Hannawalds Triumph 2002 noch dachte, dass sein Triumph für die Ewigkeit sei...

Dienstag, 1. Januar 2019

Halbzeit bei der Vierschanzentournee

Halbzeit bei der deutsch-österreichischen Vierschanzentournee, und ein deutscher Adler liegt auf Rang 2 der Gesamtwertung, lediglich 2.3 Punkte hinter dem Überflieger Ryoyu Kobayashi. Was für eine Spannung!!
Unglaublich auch, dass es Markus Eisenbichler ist, der durch seine zweiten Plätze von Oberstdorf und beim heutigen Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen, diesen Platz inne hat. Wohl nur wenige hätten dieses dem Bayern zugetraut, der im Vorjahr noch äußerst unglücklich aus dem Silber-Team von Pyeongchang gefallen war. Aber "Eiser", bekannt als Trainigsweltmeister, scheint die richtigen Stellschrauben gedreht zu haben und hat auch heute wieder zwei saubere Sprünge in den Schnee gezaupbert. Vor allem der erste mit Tagesbestweite von 138.0 m ließ die Fans jubeln!
Nun gilt es, die Form zu bewahren, den morgigen Ruhetag gut zu nutzen, um dann in Innsbruck erneut anzugreifen. Vielleicht gelingt ihm dann ja endlich der so ersehnte erste Weltcupsieg und damit Japans Kobayashi zu schlagen.
Unbestritten ist, dass Markus Eisenbichler und Ryoyu Kobayashi derzeit in einer eigenen Liga springen. Bereits knapp 20 Punkte liegt der Dritte in der Gesamtwertung, der Pole Dawid Kubacki, zurück. Aber wir wissen auch, dass eine Halbzeitbilanz bei der Tournee keine Garantie dafür ist, dass es bei den abschließenden Springen ebenso weiter laufen wird. Zu oft mussten wir erleben, dass vermeintliche Favoriten strauchelten, so auch geschehen bei Richard Freitag im Vorjahr, der nach zwei zweiten Plätzen in Oberstdorf und Garmisch durch seinen Sturz in Innsbruck alle Hoffnungen auf einen deutschen Gesamtsieg begraben musste.
Aber wir schreiben nun das Jahr 2019 und eine neue Geschichte: Es kann ein Märchen ein Weiß für Markus Eisenbichler werden. Hoffen wir darauf!!