Samstag, 31. Dezember 2016

Überraschender Tournee-Auftakt in Oberstdorf

Die 65. Auflage der deutsch-österreichischen Vierschanzentournee startete in Oberstdorf gleich mit den ersten Überraschungen: Der Weltcupführende Domen Prevc aus Slowenien landete weit abgeschlagen auf dem 26. Rang und darf seine Ambitionen in der Gesamtwertung bereits jetzt begraben, die beiden anderen Brüder des Prevc-Clans kamen über Rang 8 nicht hinaus, Vorjahressieger Peter Prevc kam gar nur auf dem 10. Rang ein, und der Qualifikationsbeste und Mitfavorit auf den Gesamtsieg, Daniel Andre Tande, verpasste als 4. das Podest.

Nun aber genug der Überraschungen: Mit dem Oberstdorf-Sieger aus dem Jahr 2014, Stefan Kraft, hatte das Auftaktspringen einen würdigen Sieger. Mit Sprüngen auf 139.0 m und 134.5 m überflügelte er selbst Doppelolympiasieger Kamil Stoch aus Polen, der im Vorfeld neben Daniel Andre Tande und Domen Prevc als einer der Top-Favoriten gehandelt wurde. Aber mit dem zweiten Rang in Oberstdorf liegt der Pole voll im Soll und ist seinem Ziel, als zweiter polnischer Springer nach dem großen Adam Malysz die Vierschanzentournee zu gewinnen, ein Stückchen näher gekommen.
Hinter Stoch kam mit dem Österreicher Michael Hayböck ein weiterer Mitfavorit ein, dem jedoch nur wenige den ganzen großen Coup zutrauen.
Und dann wäre da ja noch Daniel Andre Tande: Der Norweger lag nach dem ersten Durchgang nur auf einem entäuschten 9. Rang und sah da bereits, neben Domen Prevc, der zur Halbzeit gar nur 27. war, als der große Verlierer von Oberstdorf aus. Aber Norwegens Vorzeigespringer machte es im 2. Durchgang  besser als der 17-jährige Youngster aus Slowenien und überflügelte mit 138.5 m, der Bestweite des 2. Durchgangs, einige seiner Konkurrenten, so dass er jetzt mit knapp 13 Punkten Rückstand auf Kraft noch durchaus in Reichweite.
Spannung in der Gesamtwertung ist daher vorprogrammiert. Und ob der großen Dichte in der Spitze dürfte Sven Hannawald einigermaßen beruhigt in die nächsten Tage gehen können, denn es erscheint mehr als unwahrscheinlich, dass es Stefan Kraft gelingen wird, die weiteren drei Springen ebenfalls für sich zu entscheiden.

Was aber ist mit den deutschen Adlern? Weltmeister Severin Freund ist bekannter Maßen nach seiner Hüft-OP noch nicht wieder der Alte und kann nur von Springen zu Springen schauen. Ein Top-Rang in der Gesamtwertung war bereits vor dem Start nie ein Thema, dennoch war er nach dem gestrigen 20. Rang ein wenig enttäuscht, denn es wäre noch etwas mehr drin gewesen.
Bester deutscher Springer war wie zuletzt Markus Eisenbichler auf Rang 6, der durchaus noch mehr erhoffen lässt, hat der junge Deutsche doch einige Punkte durch eine unsaubere Landung im 2. Durchgang liegen gelassen.
Die nächsten deutschen Adler kamen auf den Rängen 14 (Richard Freitag), 15 (Andreas Wellinger) und 17 (Stephan Leyhe) ein. Mit Andreas Wank auf dem 20. Platz und Karl Geiger als 27. kamen zwar insgesamt 7 deutsche Springer in die Punkte, aber da die Top-Platzierung fehlte, dürfte man nur bedingt zufrieden im deutschen Lager sein.

Aber wir wissen auch: Es warten noch drei Springen auf die Adler und bekannter Maßen kann auf den Schanzen von Garmisch, Innsbruck und Bischofshofen eine Menge passieren. Freuen wir uns darauf!

Mittwoch, 23. November 2016

Ende einer Ära: Dagur Sigurdsson tritt ab

Seit 2014 prägt er den deutschen Handball: Der Isländer Dagur Sigurdsson.
Übernommen hat er die deutsche Nationalmannschaft an einem absoluten Tiefpunkt: Nichts war mehr zu erkennen vom einstigen Können des dreifachen Weltmeisters Deutschland. Die Olympischen Spiele von London 2012 und die Europameisterschaften 2014 fanden gar ohne das deutsche Team statt: Eine Schmach, die nur schwer wegzustecken war. Und auch die Qualifikation zur WM 2015 fand nur am grünen Tisch statt, da dem deutschen Team nach der Absage Australiens eine Wildcard zugesprochen wurde.

Viel Hoffnung steckten die DHB-Verantwortlichen daher in die Verpflichtung des Trainers der Füchse Berlin. Und sie wurden nicht enttäuscht: Dagur Sigurdsson baute eine neue Mannschaft auf, setzte auf junge, unverbrauchte Spieler und formte so ein Team, das den Sprung zurück an die Weltspitze in so kurzer Zeit schaffte, wie kaum jemand wagte vorherzusagen. War noch als Fernziel Tokyo 2020 formuliert worden, waren die selbst ernannten Bad Boys bereits im vergangenen Jahr am Ziel ihrer Träume: Europameister zu Beginn des Jahres und Olympiadritter von Rio!
Dass diese Triumphe eindeutig die Handschrift Sigurdsson's trugen, war allen klar. Und es sollte weitergehen, denn das Ziel war und ist der Olympiasieg 2020!
Doch wird Dagur Sigurdsson das DHB-Team leider nicht mehr nach Tokyo begleiten: Er zog gestern seine Ausstiegsoption und gibt seinen Bundestrainerposten im kommenden Jahr auf. Zur Weltmeisterschaft im Januar 2017 wird er die deutsche Sieben ein letztes Mal betreuen, dann muss die Geschicke der deutschen Handball Nationalmannschaft ein Anderer lenken. Sigurdsson wird stattdessen die Nationalmannschaft Japans übernehmen.

Seitdem der Isländer als Spieler in Japan aktiv war, fühlt er sich diesem Land verbunden und konnte dem Reiz, dieses Land bei den Heim-Olympischen Spielen zu betreuen, nicht wiederstehen.
Dieser Wunsch ist verständlich, so ehrlich muss man sein, aber Dagur Sigurdsson wird dem deutschen Handball und vor allem der Nationalmannschaft fehlen.
Wollen wir ihm daher an dieser Stellle noch einmal ein ganz großes Dankeschön dafür aussprechen, dass er den Erfolg und die Freude am Handballspiel zurückgebracht hat!!

Freitag, 8. Juli 2016

EM-Aus im Halbfinale: Titeltraum ausgeträumt

Die deutsche Fußballnationalmannschaft muss nach einer unnötigen 0:2 Niederlage gegen den Gastgeber Frankreich Hause fahren.
Obwohl die deutsche Mannschaft das Spiel über weite Strecken diktiert hat, hat es nicht gereicht: Vorne wollte das Tor einfach nicht fallen, und Frankreich war im Gegenzug einfach abgezockter und hat seine Chancen wesentlich effektiver genutzt. Auch, das muss man ehrlicherweise zugeben, haben sie weniger Fehler gemacht, als das deutsche Team, denn ohne Fehler wären beide französischen Treffer nicht gefallen.

Aber dennoch hätten es Jogis Jungs schaffen können: Vorne gab es eine Vielzahl an Chancen. Einzig die Vollendung fehlte: Mal war der Pfosten Schuld, mal fehlten ein paar Zentimeter, dann war Hugo Lloris zur Stelle und manchmal war es einfach auch ein wenig Unvermögen, den Ball über die Linie zu drücken.
Was den Deutschen vorne fehlt, ist ein Knipser, einer, der die Dinger rein macht. So, wie es früher Miro Klose gemacht hat oder vor seiner Verletzung Mario Gomez. Der deutschen Mannschaft fehlt ein solcher Vollblutstürmer! Ein Thomas Müller könnte diese Rolle grundsätzlich übernehmen, aber nicht in der Form, die er bei der EM zeigte. Was nutzt all das Ackern und Rackern, wenn kurz vor Abschluss das letzte Quäntchen fehlt?!

Und was soll man dazu sagen, dass die deutsche Mannschaft zum zweiten Mal im Turnier einen Handelfmeter verursacht?! Unsere Jungs müssten doch gelernt haben, dass die Arme bei Abwehraktionen, speziell im eigenen Strafraum, unten zu bleiben haben!
Dass dieses Malheur ausgerechnet unserem Kapitän Bastian Schweinsteiger passierte, der bis dahin ein gutes und engagiertes Spiel zeigte, ist mehr als tragisch.

Und dann musste in der 2. Halbzeit auch noch Jerome Boateng verletzt raus. Auch wenn unser Abwehrchef gestern nicht sein bestes Spiel abgeliefert hatte, ist er doch, vor allem wenn ein Mats Hummels gelbgesperrt fehlt, unverzichtbar für "la Mannschaft". Möglich, dass die Verkettung von Fehlern vor dem 0:2, die auch vor Manuel Neuer nicht haltmachte, nicht passiert wäre, wenn Boateng dabei gewesen wäre.
Aber was nützten all diese Spekulationen?! - Deutschland ist ausgeschieden und das Finale lautet: Portugal gegen Frankreich.
Wem soll man nun den Titel gönnen? Den Franzosen, die uns aus dem Turnier gekegelt haben, oder den Portugiesen, die sich mit ihrem Minimalisten-Fußball bis in's Finale geschummelt haben?!

Montag, 4. Juli 2016

Elfmeterkrimi: Italien-Fluch ist bezwungen!!!

Es war kein Spiel für schwache Nerven, dieses EM-Viertelfinale der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Angstgegner Italien.

In der regulären Spielzeit und auch in der Verlängerung war es eher ein von Taktik geprägtes Belauern dieser beiden großen Fußballnationen, denn ein berauschendes Fußballfest, bei dem "La Mannschaft" jedoch vor allem in der zweiten Halbzeit mehr Spielanteile hatte, als die Italiener.
Unglücklich, sehr unglücklich, dass ausgerechnet unser bislang bester Feldspieler, Jerome Boateng, den Elfmeter verschuldete, der die italienische Mannschaft überhaupt erst zurück in's Spiel brachte, denn aus dem Spiel heraus gelang den Azzuros herzlich wenig, noch weniger als unseren Weltmeistern.  Die phasenweise ein wenig ideenlos wirkende deutsche Offensive nun aber darauf zurückzuführen, dass Jogi Löw die Taktik umgestellt hat und erstmals während des Turniers mit einer Dreierkette auflaufen ließ, ist zu einfach. Auch sollten sich Deutschland's Fußballexperten ein wenig zurückhalten, den Bundestrainer ob dieser Entscheidung zu sehr zu kritisieren. Mit einer Dreikette gegen diese italienische Mannschaft zu agieren, ist durchaus nachvollziehbar, denn es wäre fraglich gewesen, ob das deutsche Team die italienische Offensive ebenso im Griff gehabt hätte, wenn Löw nicht umgestellt hätte.
Natürlich, im Nachhinein kann man Löw leicht Vorwürfe machen, aber was hätte es an Kritik gehagelt, wenn die deutsche Abwehr zu offen gewesen wäre?!

Verstricken wir uns aber nicht in taktische Geplänkel, kommen wir lieber zum Wesentlichen dieses unglaublichen Fußballspiels: Dem Elfmeterschießen.
18 Elfmeter waren notwendig, um den Sieger zu ermitteln. 9 Schützen auf jeder Seite. Unglaublich!
Und dabei hätte Schweini doch schon nach dem 5. Elfer alles klar machen können, wenn nicht gar müssen: Neuer hatte gegen Bonucci gehalten und der Kapitän hätte einfach nur treffen müssen. Aber seine Nerven versagten ...
Und dann ging es weiter, Schuss auf Schuss: Italien traf, Deutschland musste nachlegen. Was für eine Belastung für unsere Jungs! Aber Hummels, Youngster Kimmich und Boateng gaben sich in der Folge keine Blöße. Und als Neuer dann gegen Darmian hielt, war es an Jonas Hector, das Ding reinzuhauen. Und er schaffte es, zwar denkbar knapp, aber wen interessiert das noch?!
Deutschland ist im Halbfinale!!! Was für ein Krimi!!

Nun geht es gegen den Gastgeber Frankreich, der am gestrigen Abend die EM-Überraschung Island mit 5:2 bezwungen hat. Dieses wird ganz sicher ebenfalls kein leichtes Spiel, aber ein deutsches Team, das in dieser Art und Weise den Angstgegner Italien bezwungen hat, kann auch Frankreich besiegen!
Jungs, wir glauben an Euch!!!

Montag, 13. Juni 2016

Deutschland startet mit Sieg in EM

Weltmeister Deutschland hat am gestrigen Abend endlich aktiv in das EM-Geschehen eingegriffen: Im ersten Spiel ging es in der Gruppe C gegen die Auswahl der Ukraine.
Viel wurde im Vorfeld des Spiels darüber spekuliert, wie der Weltmeister auflaufen würde: Mit Dreier- oder Viererkette, mit Gomez oder Götze - man durfte gespannt sein. Löw entschied sich schlussendlich für Götze und eine Viererkette, in der Mustafi den durch einen Bänderriss in der Vorbereitung kurzfristig ausgefallenen Antonio Rüdiger ersetzte.
So kam Mustafi, ähnlich wie bei der WM vor 2 Jahren, ein wenig überraschend zu seinem EM-Debüt, galt er bis zum Ausfall von Rüdiger doch als der Verlierer der Vorbereitung. Und eben dieser Mustafi war es dann, der ganz Fussball-Deutschland erlöste und nach Vorlage von Toni Kroos in der 18. Minute zum 1:0 einköpfte!!
Trotz dieses Gegentreffers versteckte sich die Ukraine jedoch nicht und kam immer wieder zu hochkarätigen Chancen. Aber Dank eines überragenden Manuel Neuers und einer unglaublichen Rettungstat von Boateng stand es zur Halbzeitpause immer noch 1:0.
Aber es hatte sich das gezeigt, was im Vorfeld befürchtet werden durfte: Die deutsche Abwehr war keinesfalls sattelfest, was Angesichts der Tatsache, dass sie in dieser Zusammensetzung - Höwedes, Mustafi, Botaeng, Hector - noch nie zusammengespielt hatte, auch nicht verwunderlich war.
Aber die Ukraine machte - Gott sei dank - zu wenig aus ihren Chancen.

In der 2. Halbzeit hatte Deutschland dann noch mehr Spielanteile, und der Ukraine schien ein wenig die Luft auszugehen. Aber es blieb ein Spiel auf Messers Schneide, das erst in der Nachspielzeit endgültig entschieden wurde.
Das, was dann passierte, ist ein der wunderschönen Geschichten, die wahrscheinlich nur der Fussball schreiben kann: Unser Kapitän Bastian Schweinsteiger wurde nach langer Verletzungspause in der Nachspielzeit unter großem Jubel der Zuschauer für Mario Götze eingewechselt und nahm kurze Zeit später nach einem beherzten Sprint in die Spitze einen Sahnepass von Özil in perfekter Schweini-Manier an und schoss sein erstes Länderspieltor seit 5 Jahren!!
Über das ganze Gesicht strahlend lief Schweini zur Bank und ließ sich dort erschöpft von seinen Mitspielern feiern. Was für eine Freude!

Dieser Sieg des Weltmeisters darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass sich das Team von Bundestrainer Joachim Löw noch steigern muss, um im Turnierverlauf bestehen zu können. Aber wir wissen auch, dass das erste Spiel in einem Turnier bekanntlich eines der schwersten ist: Wo stehen wir, was können wir? Dieser Unsicherheit und der ungewohnten Abwehrformation sollte es geschuldet sein, dass unser Team nicht immer weltmeisterlich aufgetreten ist. Und wenn man den Meldungen trauen darf, befindet sich Mats Hummels auf einem guten Weg und ist evtl. bereits gegen die Polen am Donnerstag einsatzbereit.
Hoffen wir daher darauf, dass die deutsche Mannschaft dann dort weitermacht, wo sie gestern Abend in Lille aufgehört hat: Mit einem Sieg.


Freitag, 15. April 2016

Wahnsinns-Spiel in Anfield: BVB ausgeschieden, Kloppo obenauf

Unglaubliches hat sich am gestrigen Abend im Viertelfinalrückspiel der Europa League an der legendären Anfield Road abgespielt: Zweimal ging der BVB mit 2 Toren in Führung, jeweils konterte Liverpool und schaffte in der Nachspielzeit dann auch noch das Unfassbare: Der Traditionsclub siegte mitr 4:3!

Dabei hat Dortmund über lange Phasen des Spiels wie der sichere Sieger ausgesehen. Schon nach knapp 10 Minuten stand es 2:0 für die Tuchel-Elf, und Klopps Miene war wie versteinert. Auch das zwischenzeitliche, in der 48. Minute erziele Anschlusstor der Engländer, konnte die Gelb-Schwarzen nicht schocken: Nach überragendem Anspiel von Hummels erzielte Reus das 1:3!
Aber was passiert dann?! Liverpool kam immer besser ins Spiel, erzielte erst das 2:3 und in der 78. Minute sogar den Ausgleich. Klopps Elf stürmte und stürmte, und der BVB wurde zusehends nervöser.
Und dann in der 91. Minute das Unfassbare: Liverpool netzt im BVB-Kasten ein. - Dortmunds Traum vom Europacup-Triumph platzt...

Dass ausgerechnet Dortmunds ehemaliger Kluttrainer, Jürgen Klopp, seinem ehemaligen Club diese Niederlage beibrachte, ist fast schon tragisch. ... das sind Geschichten, die wahrlich nur der Fußball schreiben kann ...


Samstag, 5. März 2016

Sensation in der Nordfrostarena

Unglaubliches hat sich heute am Jadebusen ereignet: Der Wilhelmshavener Handballverein hat den großen Favoriten aus Minden, den Erstligaabsteiger und designierten Wiederaufsteiger mit 26:22 abgekocht und die Nordfrostarena in der Jadestadt zum Beben gebracht!

Unglaublich, was der WHV geleistet hat! Nur zu Anfang liefen sie einem knappen Rückstand hinterher, aber schon bald ging der WHV in Führung und gab diese nicht mehr her. 13:12 hieß es zur Halbzeit, und nach Wiederanpfiff spielten die Mannen von Chrissie Köhrmann ganz groß auf! Vor allem ein Spieler muss dabei besonders hervorgehoben werden: Torhüter Markus Bokesch. Unfassbar, was für Dinger der Österreicher entschärfte.Wahrscheinlich waren es diese Glanzparaden, die dem haushohen Favoriten letztendlich den Zahn gezogen haben.

So lag der WHV dann kurz vor Schluss mit unglaublichen 6 Toren in Front: In der Nordfrostarena wurde die Hymne "Oh wie ist das schön" zum Dauerbrenner, und die GWD-Spieler wirkten mehr und mehr entnervt.
Da waren die letzten 2 Tore, die auf das Konto der Mindener Spieler gingen, reine Schönheitskorrektur. Da stand schon lange fest, dass der WHV heute für eine faustdicke Überraschung sorgen und GWD Minden mit einer Niederlage nach Hause schicken würde. - Oh wie ist das schön!!!

Sonntag, 31. Januar 2016

Deutschland ist Europameister!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wahnsinn! Unglaublich! Die Sensation ist perfekt!!
Deutschland deklassiert im Finale der Handball-Europameisterschaft den zweimaligen Weltmeister Spanien mit 24:17 und hat in unglaublicher Manier den EM-Titel errungen!!
Die Bad Boys haben das geschafft, was man zu Beginn der EM nie, nie für möglich gehalten hätte: Sie sind Europameister!!!
Das, was unser Weltklasse-Torwart Andreas Wolf, von Anfang an gesagt hat, ist eingetreten! Er, der bei diesem Turnier und vor allem im Finale eine Weltklasseleistung gezeigt hat, hat immer gesagt: "Wir sind hier, um Europameister zu werden!" Erst wurde dieser Ausspruch eher müde belächelt, aber nachdem das DHB-Team von Sieg zu Sieg eilte, wagte man so langsam an diese Phrophezeiung zu glauben.
Und jetzt ist es Wahrheit geworden! Das Wunder ist geschehen!

Dieser EM-Titel ist vielleicht gleichzusetzen mit dem EM-Triumph der Dänen 1992 im Fußball, denn die deutsche Mannschaft hatte bei dieser EM in Polen vorher auch sicher keiner auf der Rechnung.
Es ist einfach unglaublich, was diese deutsche Mannschaft geleistet hat. Vor allem die Abwehr war grandios: Finn Lemke & Co. eine wahre Wand, und wenn sie einmal einen Ball durchließen, war da Andreas Wolf: Er, der zurecht in das Allstar-Team der EM gewählt wurde, hat mit einer Quote von über 50% im Finale einfach grandios gehalten!!
Vorne taten sich die Mannen von Dagur Sigurdsson zwar auch phasenweise nicht leicht gegen die Spanier, aber da die Iberer einfach kaum ins Tor trafen, war auch das egal! Zur Halbzeit hatten sie gar nur 6 Tore auf ihrem Konto, denn die DHB-Sieben ging mit einem 10:6 in die Pause!
Es ist Wahnsinn!!! Diese junge Mannschaft, der bereits eine große Zukunft vorhergesagt wurde, holt sich zu Beginn ihrer Karriere, und  nicht erst auf dem Höhepunkt, wie unsere Weltmeister von 2007, gleich den ersten Titel!!! Was ist das für ein genialer Sieg!!!

Topscorer war heute ein Nachrücker: Kai Häfner hatte mit 7 Toren einen Riesen-Anteil am deutschen Triumph. Unglaublich, wie dieses Team sich immer wieder neu aufgestellt hat und sich durch die zahllosen Verletzungen nicht aus dem Konzept hat bringen lassen.
Was wurde vor Beginn des Turniers nicht alles geschrieben, dass diese deutsche Mannschaft nicht viel erreichen würde können, da zu viele Etablierte verletzt seien?! Aber es war egal!!
Diese Mannschaft hat alle Rückschläge weggesteckt, Dagur Sigurdsson hatte auf alles eine Antwort parat. Er, der isländische Taktikfuchs ließ sich nie aus der Ruhe, nie aus dem Konzept bringen, er hatte immer neue Ideen. Und ohne ihn, das ist klar, wäre dieser unglaubliche Triumph nie, nie möglich gewesen!!!

Angelique Kerber hatte es am gestrigen Tag mit ihrem ersten Grand Slam Erfolg bei den Australian Open vorgemacht, wie es gehen kann: Die deutsche Handball Nationalmannschaft hat es nachgemacht und ist zurecht Europameister geworden!!!
Glückwunsch an ein unglaubliches Team!!!

Freitag, 29. Januar 2016

Deutschland gewinnt Nervenschlacht gegen Norwegen

Deutschland steht im Finale der Handball-Europameisterschaft! - Wahnsinn!!
Mit einem 34:33 Sieg gegen Norwegen geht ein großer Traum in Erfüllung: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft spielt um die EM-Krone!

Es war das erwartet spannende Spiel auf Augenhöhe. Es war das Spiel der beiden Überraschungsmannschaften des Turniers, ein Spiel auf Messers Schneide. Zu keinem Zeitpunkt konnte sich keine der beiden Mannschaften sicher zu fühlen, gewinnen zu können, zu oft ging die Führung hin und her.
Zu Beginn des Spiels sah das deutsche Team noch sehr souverän aus und ging mit 4 Toren in Führung. Dann jedoch wurden in der Folge im Angriff jedoch unnötige Fehler gemacht und Großchancen vergeben, so dass Norwegen in's Spiel fand und zu dem erwartet schweren Gegner wurde.
Es war vielleicht nicht das spielerisch beste Spiel der EM, aber an Spannung war es kaum zu überbieten.

Bundestrainer Dagur Sirgudsson hatte vor Spielbeginn bereits prophezeit, dass das Spiel in die Verlängerung gehen würde, und so kam es auch. Aber ehrlicherweise muss man zugeben, dass die deutsche Mannschaft diese Verlängerung nur sehr, sehr knapp erreicht hat.
Zum Ende der regulären Spielzeit lag Norwegen vorne, mal mit zwei, mal mit einem Tor. Und die deutsche Mannschaft tat sich schwer, gab aber nie auf. Die Kräfte schwanden langsam, aber der letzte Angriff fand glücklicherweise kurz vor Ende der 60 Minuten seinen Weg ins Tor, und die Verlängerung war erreicht.
Hier nun schien es, als ob dieses Tor den letzten Kick gegeben hätte, denn die Mannen von Dagur Sirgudsson drehten plötzlich den Spieß um und gingen seit längerem endlich wieder in Führung.
Dann musste noch ca. 1 Minute gespielt werden, und die deutsche Mannschaft war beim Stand von 33:33 in Ballbesitz. Nun musste ein Tor her. Und es gelang. Es gelang aber nicht irgendjemanden, nein, ausgerechnet Nachrücker Kai Häfner erzielte das finale Tor. Er, der vor Wochenfrist noch zu Hause weilte, nahm sein Herz in beide Hände, hämmerte den Ball ins Tor und brachte Deutschland ins Finale!

Tobias Reichmann wurde zwar zum "Man of the Match" gewählt, was er mit einer Quote von 100% vom Siebenmeterpunkt und wichtigen Toren von Rechtsaußen auch verdiente, aber die Nachrücker Kai Häfner und Julius Kühn sollten gleich nach dem Polen-Legionär genannt werden!
Beide hatten mit ihren Toren einen sehr großen Anteil am deutschen Sieg, zudem schien es, dass ihre Luft, ihre Power das gewisse Etwas ausmachte und letztendlich den Sieg brachte.
Wahnsinn, was so ein unglücklicher Ausfall von Steffen Weinhold und Christian Dissinger für positive Effekte bringen kann!

Nun geht es am Sonntag weiter, entweder gegen Spanien oder Kroatien.
Egal, welche Mannschaft den Deutschen ins Finale folgen wird, sie wird die Favoritenrolle einnehmen. Und das sollte ein Vorteil für die deutsche Mannschaft sein, denn in der Rolle des Underdogs haben sie ihre besten Spiele bei dieser EM gemacht!
Hoffen wir darauf!

Mittwoch, 27. Januar 2016

Wahnsinn: Deutschland im Halbfinale!!

Das Unglaubliche ist eingetreten: Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat im finalen Spiel der Hauptgruppe I gegen den Topfavoriten aus Dänemark mit 25:23 gewonnen!!
Es ist unglaublich! Ein Wahnsinns-Spiel! Die selbsternannten Bad Boys haben sich zu keinem Zeitpunkt aus der Ruhe bringen lassen, auch nicht durch einen mehrmaligen 2-Tore-Rückstand! Sie haben einfach ihr variantenreiches Spiel auf die Platte gebracht und ganz Handball-Deutschland in einem Freudentaumel versinken lassen!!

Was wurde im Vorfeld über dieses Spiel alles geschrieben?! Dänemark der klare Favorit, Deutschland der klare Außenseiter, nicht zuletzt durch die Ausfälle von Kapitän Weinhold und Dissinger nach dem Russlandspiel. Zwei neue Spieler mit Kühn und Häfner mussten her. Was war ihnen zuzutrauen? War es zu schaffen, sie so kurzfristig in das deutsche Spiel zu integrieren?! - Ja, es war möglich! Beide kamen gut in's Spiel und machten ihre Tore!
Und hier liegt die ganz große Stärke des deutschen Teams: Sie agieren in einer unglaublichen Breite, sowohl im Angriff als auch in der Abwehr, spielen variabel und packten heute ganz neue Varianten aus: Das ist schwer für einen Gegner auszurechnen, auch wenn er Dänemark heißt.
Und so trat das ein, was man im Vorfeld des Spieles ein wenig gehofft hatte: Die Deutschen kämpften und ackerten in der Abwehr und zwangen so die Dänen um den großen Mikkel Hansen zu Fehlern. Vorne hatten sie eine unglaubliche Durchschlagskraft, wobei vor allem Steffen Fäth hervorgehoben werden sollte, wenn das aus diesem Kollektiv überhaupt möglich ist: Sie machten ihre Tore!!

Ja, es gab auch Phasen mit technischen Fehlern und unnötigen Ballverlusten, aber die Mannen von Dagur Sirgudsson ließen sich davon nicht verunsichern, sondern ließen zu keiner Zeit das Gefühl aufkommen, dass sie nicht an sich glauben würden, dass sie nicht das Allerletzte geben würden, um das Unglaubliche wahr zu machen: Den Halbfinaleinzug bei der EM!

Nun geht es nach einem Tag Pause in Krakau weiter.
Wer der Gegner sein wird, steht noch nicht fest, aber spätestens nach diesem Sieg sollte klar sein: Diese Mannschaft kann jeden schlagen! Gleichzeitig steht sie aber unter keinerlei Druck, da sie schon viel viel mehr erreicht hat, als man im Vorfeld der EM erhoffen durfte!
Aber dennoch dürfen wir vom Titel träumen... - Das darf erlaubt sein.

Dienstag, 19. Januar 2016

Handball-Krimi in Polen

Die deutsche Handball Nationalmannschaft hat ihren ersten Gruppensieg bei der Handball EM eingefahren und Schweden in einem wahren Handball-Krimi mit 27:26 niedergerungen.

Es stand viel auf dem Spiel vor dieser Partie, denn mit einer Niederlage hätte das DHB-Team seine Hoffnungen auf den Einzug in die Hauptrunde bereits früh begraben müssen. Auch sah es in der ersten Halbzeit nicht danach aus, als ob die Mannen von Bundestrainer Dagur Sirgudsson gegen den skandinavischen Nachbarn bestehen könnten.
Mit einem 4-Tore-Rückstand ging es in die Pause. Die Hoffnungen schwanden schon ein wenig...

Aber dann drehte die deutsche Mannschaft auf: Mit veränderter Abwehr zogen sie den Schweden Zahn um Zahn, Andreas Wolff im Tor war bärenstark und hielt unglaubliche Würfe, und auch vorne klappte es plötzlich: Der Rückraum um Steffen Weinhold traf immer besser, zudem wurden deutlich weniger Fehler gemacht.
Die Quittung kam: Die deutsche Mannschaft ging erstmals mit 21:20 in Führung und baute den Vorsprung sogar bis auf 4 Tore aus. Dann wurde es jedoch noch einmal sehr, sehr knapp, die Nerven der Fans lagen blank ..., aber die Abwehr stand, und der Sieg war gerettet!

Donnerstag, 7. Januar 2016

Prevc nach unglaublicher Flugshow Sieger der Vierschanzentournee, Freund starker Zweiter

Peter Prevc darf sich als erst zweiter Slowene Gesamtsieger der Vierschanzentournee nennen. Er tritt absolut verdient die Nachfolge von Primoz Peterka an, der 1997 triumphierte.

Prevc hat dabei auch zum Abschluss in Bischofshofen eine unglaubliche Dominanz auf die Schanze gebracht, die auch ein Severin Freund in herausragender Form nicht toppen konnte.
Flog der Deutsche im 2. Durchgang auf exzellente 141.0 m, die bis dahin Tagesbestweite bedeuteten, überflügelte der Slowene Freund auch hier und segelte 1.5 m weiter hinunter. - Es war eine unglaubliche Flugshow auf der Paul-Ausserleitner-Schanze! Peter Prevc vermochte immer noch "einen drauf zu setzen", so dass man ihm nur neidlos zum Gesamtsieg gratulieren kann.

So hat Prevc auch beinahe den Grand Slam von Sven Hannawald aus dem Jahr 2002 geknackt, da er Platz 3 in Oberstdorf nur noch Siege folgen ließ. Eine klasse Serie! Auch wenn Hannis Rekord bestehen bleibt.
Aber auch der zweite im Gesamtklassement, unser Weltmeister Severin Freund, muss sich nicht verstecken: Viermal, bei jedem Einzelspringen, stand er auf dem Podest! Platz 1, 3, 2 und 2 sind eine Serie, die bei den meisten Tourneen für den Gesamtsieg gereicht hätte, aber es gab heuer aus deutscher Sicht leider einen Peter Prevc, der in diesen Tagen noch besser war als Deutschlands Vorzeigespringer.

Man muss in der Historie weit zurückschauen, um einen Gesamt-Zweiten mit ebenfalls 4 Podestplätzen zu finden: Bei der Tournee 1992/ 1993, die der Österreicher Andreas Goldberger gewann, kam Noriaki Kasai aus Japan, der bei der diesjährigen Tournee 43jährig (!) Siebter im Gesamtklassement wurde, auf einen ersten, einen zweiten und zwei dritte Plätze und kam damit auch nicht an "Goldi" vorbei.
Schaut man nur auf die Platzierungen, war Freund sogar noch besser als damals die lebende Sprunglegende Kasai, genutzt hat es ihm leider nichts: Er muss sich mit Platz 2 begnügen.

Dennoch hat Freund damit seinen Kritikern endlich bewiesen, dass er auch bei der Tournee ganz vorne mitspringen kann.
Und ganz nebenbei hat er dem DSV das beste Abschneiden seit 14 Jahren beschehrt. - Hanni hat seinen Nachfolger gefunden!

Was tat sich in Bischofshofen hinter den beiden Top-Springern?
Durch seinen 3. Platz in Bischofshofen ist der Österreicher Michael Hayböck noch an Kenneth Gangnes aus Norwegen vorbei gesprungen und hat den erfolgsverwöhnten Österreichern so zumindest einen Podestplatz in der Gesamtwertung beschert. Wäre ihm dieses nicht geglückt, wären unsere rot-weiß-roten Nachbarn wahrscheinlich ein wenig im Tal der Tränen versunken, da nicht nur ihre unglaubliche Serie von 7 Gesamtsiegen in Folge gerissen ist, sondern da sie in dem Falle auch keinen Springer auf dem Stockerl gehabt hätten. Das gab es zuletzt 2006, als Andreas Kofler als bester Österreicher gar nur 8. in der Tournee-Gesamtwertung werden konnte.

Die übrigen deutschen Adler blieben in Bischofshofen leider ein wenig hinter den Vorleistungen zurück. Richard Freitag hat zwar vor allem durch seinen 2. Sprung gezeigt, was für Potential in ihm steckt, aber mehr als Platz 11 sprang am Ende nicht heraus. Andreas Wellinger wurde 15. und sein Namensvetter Wank kam einen Rang nach ihm ein.
In der Tournee-Gesamtwertung ordneten sich die drei deutschen Springer auf den Rängen 9, 10 und 12 ein und komplettierten damit das hervorrangende Abschneiden der deutschen Mannschaft!

Sonntag, 3. Januar 2016

Prevc siegt in Innsbruck

Peter Prevc hat mit zwei erstklassigen Sprüngen seine Vorrangstellung bei der Vierschanzentournee untermauert und geht als Sieger vom Bergisel als Topfavorit in das abschließende Springen in Bischofshofen am Dreikönigstag.
Der Slowene liegt nun 19.7 Punkte in der Gesamtwertung vor Severin Freund, und kaum einer zweifelt daran, dass sich Prevc den Gesamtsieg nicht mehr nehmen lassen wird. In Bischofshofen sind in der Vergangenheit zwar schon oft viele Punkte aufgeholt und liegengelassen worden, aber dass ein Prevc in dieser Form derart "abstürzen" wird, ist mehr als nur unwahrscheinlich.

So wird es wahrscheinlich wieder nichts mit dem ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawalds Golden Slam 2002, aber dennoch dürfen die deutschen Adler zufrieden sein. Sogar mehr als das!
Sie treten in einer Stärke auf, wie lange nicht!
Severin Freund hat mit Platz 2 in Innsbruck seinen 3. Podestplatz beim 3. Springen errungen! - Eine Klasse-Serie, die in der Vergangenheit schon für den Tourneegesamtsieg reichte, aber in diesem Jahr ist ein Springer einfach besser: Peter Prevc.
Das gilt es neidlos anzuerkennen und sich gleichzeitig über die eigenen, ebenfalls erstklassigen Leistungen zu freuen!

Und Freund hat heute seine Stärke, vor allem die mentale, eindeutig unter Beweis gestellt: Beim heutigen Probedurchgang stürzte er nach Bestweite im Auslauf und dürfte vor dem ersten Durchgang eine gewisse Unsicherheit gespürt haben. Dass er diesen mit einer Weite von 122.5 m bei schlechten äußeren Bedingungen auf Platz 3 beendetet, verdient allergrößten Respekt!
In der Tagesschlussrechnung belegte Deutschland's Vorzeigespringer dann ebenso deutlich Rang 2, wie Peter Prevc den ersten Platz. Die Norweger Kenneth Gangnes und Johann Andre Forfang wurden auf den Plätzen 3 und 4 klar distanziert!
Auf Platz 5 ordnete sich Österreichs Geheimfavorit Michael Hayböck ein, der in der Gesamtwertung nun auf Rang vier hinter Kenneth Gangnes liegt. Diese beiden Springer dürften sich, wenn das Springen in Bischofshofen einigermaßen normal verläuft, um den dritten Podiumsplatz in der Gesamtwertung streiten.
Es scheint unwahrscheinlich, dass hier weitere Springer eingreifen können.

Erfreulich ist auch die mannschaftliche Geschlossenheit der deutschen Adler am Bergisel: Mit Andreas Wellinger als Sechstem und Andreas Wank sowie Richard Freitag auf den Rängen 9 und 10 kamen vier deutsche Springer in die Top 10. Das kann sich sehen lassen!
Es muss einem also nicht bange sein um die deutschen Skispringer: Sie bestimmen die Weltspitze eindeutig mit. Einziger Wehmutstropfen: Es ist in diesen Tagen einer besser: Peter Prevc aus Slowenien.

Freitag, 1. Januar 2016

Neujahrsspringen: Freund in Lauerstellung

Beim heutigen Neujahrsspringen von der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen siegte der Top-Favorit auf den Tournee-Gesamtsieg, Peter Prevc, vor Kenneth Gangnes aus Norwegen und Severin Freund.
Mit diesem dritten Platz hat sich Deutschlands Vorzeigespringer alle Chancen auf den Gesamtsieg bewahrt, was ihn - und ganz Skisprung-Deutschland - sehr erleichtern dürfte, denn die Olympiaschanze gehört wahrlich nicht zu seinen Lieblingsschanzen. Zu oft konnte er bei der Tournee spätestens hier alle Hoffnungen auf einen vorderen Rang in der Gesamtwertung begraben.
So war die Freude über den ersten Podestplatz beim Neujahrsspringen groß.

Vor allem durch seinen fast perfekt anmutenden 2. Sprung hat sich Peter Prevc auch in der Gesamtwertung an dem Weltmeister vorbei geschoben: Aus 7.3 Punkten Rückstand machte er einen Vorsprung von 8.6 Punkten.
Auch wenn der Slowene nun als Führende in die zweite Tourneehälfte geht, ist die Sache für ihn noch nicht durch. Er ist zwar in einer herausragenden Form, aber die kommenden Schanzen am Bergisel und in Bischofshofen liegen auch Freund durchaus, so dass Prevc, der mit seinem heutigen Sieg seinen insgesamt 10. Weltcupsieg feiern durfte, seinerseits weiterhin exzellente Sprünge abliefern muss, um vorne zu bleiben.
Aus deutscher Sicht ist selbstverständlich zu hoffen, dass Freund zurückkommen wird, um endlich einmal wieder für einen deutschen Gesamtsieg zu sorgen.

Wie es weitergeht, vermag man nicht vorherzusehen: Die Tournee ist spannend wie lange nicht. Prevc oder Freund - wer wird das Rennen machen?!
Denn die Experten sind sich überwiegend einig, dass diese beiden Vorzeigespringer den Gesamtsieg unter sich ausmachen werden.
Grundsätzlich würde man auch dem heutigen Dritten, dem Norweger Kenneth Gangnes, zutrauen, noch einmal eingreifen zu können. Da er aber mit 23.9 Punkten Rückstand auf Prevc einiges aufholen müsste und er auch immer noch nicht als komplett Wettkampf-stabil gilt, ist es fraglich, ob er mehr als Gesamtrang 3 erreichen kann.
Aber bei 4 noch ausstehenden Sprüngen kann noch viel passieren. Das gilt auch für Freund und Prevc.

Und vielleicht gibt es ja doch noch eine rot-weiß-rote Überraschung durch Michael Hayböck, der derzeit auf dem 3. Rang der Gesamtwertung liegt. Obwohl der Österreicher vor allem heute einiges an Punkten einbüßte, sollte man ihn noch nicht vollständig abschreiben. Denn man weiß: Vor heimischer Kulisse kann so einiges möglich sein!

Was ist mit den übrigen deutschen Springern?
Richard Freitag untermauerte mit Platz 6 seine gute Form. Mit ihm, dem Vorjahressieger von Innsbruck, sollte vor allem am Bergisel zu rechnen sein!
Andreas Wank auf Platz 11, Andreas Wellinger als 14., Newcomer David Siegel und Stephan Leyhe auf den Rängen 16 und 17 komplettierten das gute Auftreten der deutschen Mannschaft. Bundestrainer Werner Schuster dürfte zufrieden sein.
Vor allem Wellinger ist zwar deutlich mehr zuzutrauen als Gesamtrang 12, aber der 20-jährige ist immer noch dabei die alte Sicherheit wiederzugewinnen, die ihm durch seinen schlimmen Sturz im Vorjahr ein wenig abhanden gekommen ist. Geben wir dem Youngster daher einfach noch ein bisschen mehr Zeit. Er ist noch jung, und wenn er so weiter macht, sollte er in den kommenden Jahren bei der Tournee auch ein gewichtiges Wort mitsprechen können.