Mittwoch, 7. März 2007

Behle disqualifiziert sich selbst

Während der nordischen Ski-WM in Sapporo ist viel über die Unstimmigkeiten zwischen Bundestrainer Jochen Behle und seiner derzeitiger Vorläuferin Evi Sachenbacher-Stehle geschrieben worden. Der z.T. öffentlich ausgetragene Disput weitete sich auch auf das gesamte Damenteam aus.
Behle unterstellte Sachenbacher u.a. eine unzureichende Technik und sprach den Damen den absoluten Willen, den Langlaufsport professionell ausüben zu wollen, ab.
Auch mit Sachenbacher-Stehles Heimtrainer Wolfgang Pichler überwarf er sich wiederholt. Kritik an seiner Person ließ er hingegen abprallen.

Trotz der vermeintlichen nicht idealen Einstellung zu ihrem Sport und dem nach Behle fehlenden Feinschliff an der Technik Sachenbacher-Stehles war das Damen-Team in Sapporo wesentlich erfolgreicher, als im Vorfeld erwartet werden konnte. Zwei Silber-Medallien, eine im Team-Sprint für Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel-Nystad sowie eine weitere in der Staffel, standen am Ende zu Buche. Zudem lief Evi Sachenbacher-Stehle mehrfach unter die Top-Ten und im Verfolgungsrennen mit Platz 4 sogar nur knapp am Podest vorbei. - Das war deutlich mehr, als man im Vorfeld ob der bis dato im Weltcup erbrachten Leistungen erwarten durfte.

Während der WM zollte Jochen Behle seinen Athletinnen zwar durchaus Anerkennung, aber hielt mit seiner weiteren Kritik dennoch nicht hinter dem Berg. Den Vorschlag eines eigenen Damen-Bundestrainers hält er zudem für nicht durchführbar.
Und auch nach der WM kehrt keine Ruhe ein. Ja, er hält Evi Sachenbacher-Stehle sogar vor Augen, dass sie mit einer besseren Technik beim Verfolgungsrennen durchaus auch aus's Podium hätte laufen können. - Ja, was soll denn das? - Da erreicht die Evi mit ihrem vierten Platz das seit langem beste Resultat in einem Einzelrennen, und es hagelt dennoch Kritik?! Das muss nun wirklich nicht sein. Es mag sein, dass immer noch etwas verbessert werden kann, aber die Art und Weise wie dieses vorgebracht wird, ist bei Behle eindeutig verbesserungswürdig!
Mit seinen Aussagen, dass Frauen schwieriger als Männer seien, bei ihnen zu viele Emotionen im Spiel sind und sie wohl manchmal eher egoistischer sind als Männer, outet er sich als Super-Macho. - Das sind harte Worte, sehr harte Worte, die zudem noch in der Öffentlichkeit geäußert wurden.
Man sollte meinen, dass ein Bundestrainer sich so nicht gegen seine Mannschaft stellen sollte! Es mag sein, dass Behle durch diese Äußerungen die Langläuferinnen nur anstacheln möchte, bessere Leistungen zu bringen. Falls dieses das Ziel ist, ist es der falsche Weg!

Der DSV hat bereits angekündigt, dass es Ende März Gespräche geben wird, wie es weitergehen soll. Mittlerweile erscheint es fast schon erforderlich, Jochen Behle die Verantwortung für das Damen-Team zu entziehen und einen eigenen Damen-Bundestrainer in's Amt zu berufen.
Behles Argument, dass dieses schwer umzusetzen sei, u.a. da an einem Team der ganze Tross von Technikern, Ärzten etc. hängt, erscheint nicht stark genug. Die erfolgreichen Biathleten machen es schließlich vor: Damen-Bundestrainer Uwe Müssigggang und der Herren-Trainer Frank Ullrich machen zum einen beide exzellente Arbeit und haben zum anderen auch großen Erfolg!

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