Felix Neureuther hat am heutigen Tag im schweizerischen Adelboden sensationell den ersten deutschen Weltcupsieg im Riesenslalom seit über 30 Jahren errungen!
Max Rieger hieß im Jahre 1973 der letzte deutsche Weltcupsieger in der Kerndisziplin des alpinen Skisports, dem Riesenslalom. Weder Markus Wasmeier, der zwar in Bormio 1985 Weltmeister und 1994 in Lillehammer Olympiasieger in dieser Disziplin werden konnte, noch Felix' Vater Christian, der mehrfache Slalom-Weltcupsieger, haben dieses erreicht.
Nachdem bereits Fritz Dopfer und Stefan Luitz mit zweiten Plätzen im Riesenslalom aufhorchen ließen, hat es nun endlich mit dem obersten Podestplatz geklappt: Felix Neureuther, nach dem 1. Durchgang noch auf dem 7. Rang liegend, fuhr im entscheidenden 2. Durchgang ein beherztes und fehlerfreies Rennen und machte Platz um Platz gut.
Als auch die beiden Erstplatzierten nach dem 1. Durchgang, Marcel Hirscher und Thomas Fanara, ebenfalls nicht an Nereuthers Zeit heran kamen, war klar: Felix Neureuther hat seinen ersten Weltcupsieg im Riesenslalom unter Dach und Fach gebracht. Der Jubel kannte keine Grenzen!
Adelboden scheint ein gutes Pflaster für Neureuther zu sein. Hatte er hier doch schließlich in der Vorsaison hier mit einem dritten Platz das erste und bis heute einzige Mal auf dem Riesenslalom-Podest gestanden.
Mit seinem Slalomsieg vom vergangenen Montag in Bormio dürfte Felix Neureuther nun bestens gerüstet sein für die Olympischen Spiele in Sochi. Hoffen wir daher dort auf weitere Freudenmomente.
Samstag, 11. Januar 2014
Mittwoch, 8. Januar 2014
Knoten geplatzt bei Evi Sachenbacher-Stehle: Staffel auf Platz 2
Die ehemalige Langläuferin Evi Sachenbacher-Stehle ist bei den Biathleten angekommen und hat nach nur zwei Jahren die Umstellung geschafft!
Nachdem es bereits in Oberhof mit zwei siebten Plätzen erstmals richtig rund gelaufen ist, hat sie heute ihr Meisterstück abgeliefert und als Nr. 2 im Staffelrennen von Ruhpolding die Konkurrenz in Grund und Boden gelaufen. Dabei sah es nach dem 1. Schießen alles andere als rosig aus für die vier deutschen Biathletinnen, da Küken Franziska Preuß als Startläuferin gleich zu Beginn leider eine Strafrunde laufen musste und mit knapp 52 Sekunden Rückstand als 18. auf die Doppelolympiasiegerin übergab. Nun aber zeigte Sachenbacher-Stehle, dass sie nicht nur eine erstklassige Langläuferin ist, sondern auch im Biathlon vermag ganz vorne mitzulaufen: Sekunde und Sekunde, Platz um Platz holte sie auf, fehlerfrei im Liegendanschlag, nur ein Nachlader im eher ungeliebten Stehendschießen - und plötzlich lag die deutsche Staffel auf Rang 1!
Laura Dahlmeier als dritte Läuferin übergab nach zwei fehlerfreien Schießen als Erste auf die kurzfristig als Schlussläuferin eingesprungende Franziska Hildebrandt, die Andrea Henkel ersetzte, da diese krankheitsbedingt passen musste. Und auch Hildebrandt machte ihre Sache sehr gut: Zweimal fehlerfrei am Schießstand musste sie lediglich die russische Schlussläuferin Valukina ziehen lassen und führte die deutsche Mannschaft auf einen starken 2. Platz.
Da mag man denken: Die Olympischen Spiele können kommen!
Nachdem es bereits in Oberhof mit zwei siebten Plätzen erstmals richtig rund gelaufen ist, hat sie heute ihr Meisterstück abgeliefert und als Nr. 2 im Staffelrennen von Ruhpolding die Konkurrenz in Grund und Boden gelaufen. Dabei sah es nach dem 1. Schießen alles andere als rosig aus für die vier deutschen Biathletinnen, da Küken Franziska Preuß als Startläuferin gleich zu Beginn leider eine Strafrunde laufen musste und mit knapp 52 Sekunden Rückstand als 18. auf die Doppelolympiasiegerin übergab. Nun aber zeigte Sachenbacher-Stehle, dass sie nicht nur eine erstklassige Langläuferin ist, sondern auch im Biathlon vermag ganz vorne mitzulaufen: Sekunde und Sekunde, Platz um Platz holte sie auf, fehlerfrei im Liegendanschlag, nur ein Nachlader im eher ungeliebten Stehendschießen - und plötzlich lag die deutsche Staffel auf Rang 1!
Laura Dahlmeier als dritte Läuferin übergab nach zwei fehlerfreien Schießen als Erste auf die kurzfristig als Schlussläuferin eingesprungende Franziska Hildebrandt, die Andrea Henkel ersetzte, da diese krankheitsbedingt passen musste. Und auch Hildebrandt machte ihre Sache sehr gut: Zweimal fehlerfrei am Schießstand musste sie lediglich die russische Schlussläuferin Valukina ziehen lassen und führte die deutsche Mannschaft auf einen starken 2. Platz.
Da mag man denken: Die Olympischen Spiele können kommen!
Dienstag, 7. Januar 2014
Österreicher Diethart macht Sensation perfekt
Es dominiert wieder einmal, zum 6. Mal in Folge, rot-weiß-rot auf dem Siegerpodest der Vierschanzentournee. Aber es ist nicht der Sieger der beiden Vorjahre, Gregor Schlierenzauer, oder der Tourneesieger des Jahres 2011, Thomas Morgenstern, der ganz oben auf dem Podest steht: Nein, Thomas Diethart aus Niederösterreich, der österreichischen Skisprung-Diaspora, ist in einem Wahnsinns-Tempo in die Weltelite gestürmt und ganz oben angekommen: Er ist der Gesamtsieger der Vierschanzentournee 2013/ 2014!
Wer diesen Sieg bei den Buchmachern vorausgesagt hätte, wäre jetzt wahrscheinlich reich, denn mit diesem Triumph war nicht zu rechnen. Denn wer ist Diethart? - Ein 21jähriger Skispringer, der bislang nur sporadisch im österreichischen Weltcup-Team zum Zuge kam und seinen Einsatz eigentlich nur dem Sturz Morgenstern's in Titisee-Neustadt zu verdanken hatte. Denn so hatte er von seinem Cheftrainer Alexander Pointner die Chance bekommen, anstelle von Morgenstern in Engelberg, dem traditionell letzten Weltcupspringen vor der Vierschanzentournee, an den Start zu gehen. In Engelberg hat der Newcomer seine Sache dann so gut gemacht, dass er bei der Tournee starten durfte. Dort hat er dann wohl aller Erwartungen übertroffen: Platz 3 in Oberstdorf, ein 5. Rang in Garmisch-Partenkirchen und Sieger sowohl in Innsbruck als auch in Bischofshofen! - Der Gesamtsieg war Diethart nicht mehr zu nehmen.
Dabei wäre gerade der Gesamt-Dritte, Simon Ammann, so gerne an Stelle des jungen Österreichers gewesen: War der Schweizer dem ersehnten Gesamtsieg bei der Tournee doch so nah wie lange nicht, aber er konnte in Bischofshofen die entscheidenden Punkte nicht aufholen, verlor stattdessen deutlich und wurde in Bischofshofen nur Vierter. Da alles darauf hindeutet, dass Ammann seine erfolgreiche Karriere nach den Olympischen Spielen in Sotschi beenden wird, wird dem vierfachen Olympiasiege, dieser eine große Titel in seiner Sammlung fehlen. Ansonsten hat er alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Olympia-Gold, WM und Skiflug-WM, Gesamtweltcup, nur eben die Vierschanzentournee nicht.
Der Zweite der Gesamtwertung, Thomas Morgenstern, darf sich bereits Tournee-Gesamtsieger nennen, aber gerne hätte der Doppelolympiasieger von Turin seinem Triumph von 2011 einen zweiten hinzugefügt. Aber es sollte nicht sein. Morgenstern, der im 2. Durchgang von Bischofshofen, den besten Sprung der gesamten Konkurrenz zeigte, kam zwar an der Gesamtwertung noch an Ammann vorbei, aber Diethart war in diesem Jahr einfach zu stark und hatte, das muss man fairer Weise auch zugestehen, über die gesamte Tournee hinweg, bessere Bedingungen als Morgenstern. Denn im Kreis der Favoriten war es vor allem Morgenstern, der unter schlechteren Windbedingungen leiden musste. Hier zeigte Morgenstern jedoch seine exzellente Klasse, auch bei schlechteren äußeren Bedingungen gute Sprünge abliefern zu können.
Es reichte aber nicht für ganz oben. Nach seinem brutalen Sturz in Titisee-Neustadt kurz vor der Tournee dürfte der Österreicher aber auch sehr froh über den 2. Gesamtplatz sein, da hiermit noch vor wenigen Wochen definitiv nicht zu rechnen war!
Zu rechnen war eigentlich mit den deutschen Springern, die in der ersten Hälfte des Weltcups immer wieder auf das Siegerpodest gesprungen waren und mit Severin Freund zeitweise sogar den Träger des Gelben Trikots stellten.
Aber die deutschen Adler zeigten zu inkonstante Leistungen und müssen diese Tournee unter "Das war nix" verbuchen. Letztendlich sprang nur ein Top-Ten-Platz in der Gesamtwertung heraus: Platz 10 für den 18jährigen Andreas Wellinger. Severin Freund wurde gar nur 16.!
Nun, die deutschen Skispringer sind in guter Gesellschaft, denn nicht nur sie kehren enttäuscht von der Tournee zurück: Der Mitfavorit Gregor Schlierenzauer wurde nur 8., und die im Vorfeld hoch gehandelten Polen wurden den Erwartungen ebenfalls nicht gerecht und brachten mit Kamil Stoch als 7. auch nur einen Springer unter die Top-10 der Gesamtwertung. Für die Ansprüche Stoch's, der im Gelben Trikot des Gesamtweltcup-Führenden zur Tournee gereist war, zu wenig. Aber auch die Norweger um Anders Bardal, dem Gesamt-Sechsten, dürften nicht zufrieden mit dem Ausgang der Tournee sein.
Aber wir wissen ja: Es steht noch ein ganz anderes Highlight in dieser Saison auf dem Programm: Die Olympischen Spiele in Sotschi! - Eine Chance für alle, wieder anzugreifen und den ersehnten Podestplatz zu erreichen.
Wer diesen Sieg bei den Buchmachern vorausgesagt hätte, wäre jetzt wahrscheinlich reich, denn mit diesem Triumph war nicht zu rechnen. Denn wer ist Diethart? - Ein 21jähriger Skispringer, der bislang nur sporadisch im österreichischen Weltcup-Team zum Zuge kam und seinen Einsatz eigentlich nur dem Sturz Morgenstern's in Titisee-Neustadt zu verdanken hatte. Denn so hatte er von seinem Cheftrainer Alexander Pointner die Chance bekommen, anstelle von Morgenstern in Engelberg, dem traditionell letzten Weltcupspringen vor der Vierschanzentournee, an den Start zu gehen. In Engelberg hat der Newcomer seine Sache dann so gut gemacht, dass er bei der Tournee starten durfte. Dort hat er dann wohl aller Erwartungen übertroffen: Platz 3 in Oberstdorf, ein 5. Rang in Garmisch-Partenkirchen und Sieger sowohl in Innsbruck als auch in Bischofshofen! - Der Gesamtsieg war Diethart nicht mehr zu nehmen.
Dabei wäre gerade der Gesamt-Dritte, Simon Ammann, so gerne an Stelle des jungen Österreichers gewesen: War der Schweizer dem ersehnten Gesamtsieg bei der Tournee doch so nah wie lange nicht, aber er konnte in Bischofshofen die entscheidenden Punkte nicht aufholen, verlor stattdessen deutlich und wurde in Bischofshofen nur Vierter. Da alles darauf hindeutet, dass Ammann seine erfolgreiche Karriere nach den Olympischen Spielen in Sotschi beenden wird, wird dem vierfachen Olympiasiege, dieser eine große Titel in seiner Sammlung fehlen. Ansonsten hat er alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Olympia-Gold, WM und Skiflug-WM, Gesamtweltcup, nur eben die Vierschanzentournee nicht.
Der Zweite der Gesamtwertung, Thomas Morgenstern, darf sich bereits Tournee-Gesamtsieger nennen, aber gerne hätte der Doppelolympiasieger von Turin seinem Triumph von 2011 einen zweiten hinzugefügt. Aber es sollte nicht sein. Morgenstern, der im 2. Durchgang von Bischofshofen, den besten Sprung der gesamten Konkurrenz zeigte, kam zwar an der Gesamtwertung noch an Ammann vorbei, aber Diethart war in diesem Jahr einfach zu stark und hatte, das muss man fairer Weise auch zugestehen, über die gesamte Tournee hinweg, bessere Bedingungen als Morgenstern. Denn im Kreis der Favoriten war es vor allem Morgenstern, der unter schlechteren Windbedingungen leiden musste. Hier zeigte Morgenstern jedoch seine exzellente Klasse, auch bei schlechteren äußeren Bedingungen gute Sprünge abliefern zu können.
Es reichte aber nicht für ganz oben. Nach seinem brutalen Sturz in Titisee-Neustadt kurz vor der Tournee dürfte der Österreicher aber auch sehr froh über den 2. Gesamtplatz sein, da hiermit noch vor wenigen Wochen definitiv nicht zu rechnen war!
Zu rechnen war eigentlich mit den deutschen Springern, die in der ersten Hälfte des Weltcups immer wieder auf das Siegerpodest gesprungen waren und mit Severin Freund zeitweise sogar den Träger des Gelben Trikots stellten.
Aber die deutschen Adler zeigten zu inkonstante Leistungen und müssen diese Tournee unter "Das war nix" verbuchen. Letztendlich sprang nur ein Top-Ten-Platz in der Gesamtwertung heraus: Platz 10 für den 18jährigen Andreas Wellinger. Severin Freund wurde gar nur 16.!
Nun, die deutschen Skispringer sind in guter Gesellschaft, denn nicht nur sie kehren enttäuscht von der Tournee zurück: Der Mitfavorit Gregor Schlierenzauer wurde nur 8., und die im Vorfeld hoch gehandelten Polen wurden den Erwartungen ebenfalls nicht gerecht und brachten mit Kamil Stoch als 7. auch nur einen Springer unter die Top-10 der Gesamtwertung. Für die Ansprüche Stoch's, der im Gelben Trikot des Gesamtweltcup-Führenden zur Tournee gereist war, zu wenig. Aber auch die Norweger um Anders Bardal, dem Gesamt-Sechsten, dürften nicht zufrieden mit dem Ausgang der Tournee sein.
Aber wir wissen ja: Es steht noch ein ganz anderes Highlight in dieser Saison auf dem Programm: Die Olympischen Spiele in Sotschi! - Eine Chance für alle, wieder anzugreifen und den ersehnten Podestplatz zu erreichen.
Mittwoch, 1. Januar 2014
Vierschanzentournee: Youngster zur Halbzeit in Führung
Die 62. Auflage der diesjährigen Vierschanzentournee entwickelt sich immer mehr zu einer Wunderkiste mit ungeahntem Ausgang.
Denn wer hätte es voraussagen können, dass der bis dato noch recht unbekannte Thomas Diethart aus Österreich nicht nur das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen gewinnen, sondern auch die Gesamtwertung der Tournee nach 2 Springen anführen würde?
Wer hätte im Vorfeld prophezeit, dass der Gesamtsieger der beiden Vorjahre und Top-Favorit auf den Gesamtsieg, Gregor Schlierenzauer, zur Halbzeit schon abgeschlagen auf Rang 7 der Gesamtwertung liegen und sein Rückstand auf den Führenden bereits 47 (!) Punkte betragen würde?
Wer hätte gedacht, dass die deutsche Mannschaft zur Halbzeit keinen Springer unter den Top-10 der Gesamtwertung würde platzieren können und dass Oldie Michael Neumayer mit Gesamtrang 11 bester deutscher Adler sein würde?
Und wer hätte damit gerechnet, dass Noriaki Kasai, die 41jährige Skisprunglegende aus Japan, nach den ersten beiden Springen auf Platz 4 der Gesamtwertung rangieren würde?
... diese Auflistung ließe sich weiter fortführen, so dass als Zwischenfazit zu sagen ist, dass diese Tournee als eine Tournee der Überraschungen anzusehen ist. Man mag nicht vorhersehen, wer am Ende das Rennen machen wird. Dass Diethart seine grandiosen Sprünge auch in Innsbruck und Bischofshofen wird zeigen können, erscheint schwer vorstellbar, denn müssten dem Youngster nicht irgendwann die Knie zu zittern beginnen ob der für ihn so ungewohnten Situation?
Da werden dem derzeit Zweiten in der Gesamtwertung, Thomas Morgenstern aus Österreich, der beim heutigen Neujahrsspringen ebenfalls 2. wurde, deutlich höhere Chancen auf seinen zweiten Gesamtsieg eingeräumt.
Und auch der Schweizer Simon Ammann liegt in Lauerstellung: Nach seinem Sieg in Oberstdorf und dem 3. Platz beim Neujahrsspringen rangiert er derzeit auf Rang 3 der Gesamtwertung, hat aber bereits 13 Punkte Rückstand auf Diethart.
Man kann daher gespannt sein, was bei den zwei verbleibenden Springen auf österreichischem Boden passieren wird. Unsere österreichischen Nachbarn werden sich nicht ganz zu unrecht Hoffnungen auf den 6. Gesamtsieg eines Austria-Adlers in Folge machen, was als Rekord in die Annalen der Vierschanzentournee eingehen würde.
Aus deutscher Sicht sind die Hoffnungen bescheidender: Man wäre schon froh, wenn es einer der deutschen Springer auf's Podium schaffen würde. Am ehesten ist dieses derzeit dem Newcomer der Vorsaison, Andreas Wellinger, zuzutrauen, der heute nach einem verkorksten Tournee-Auftakt in Oberstdorf guter Fünfter wurde.
Im Gegensatz dazu springt der eigentliche Vorspringer des deutschen Lagers, Severin Freund, seiner Form der vergangenen Wochen leider hinterher und erreichte heute noch nicht einmal den 2. Durchgang.
Nun, warten wir ab, ob die Überraschungen bei der diesjährigen Vierschanzentournee weitergehen. Falls dem so ist, landet ein deutscher Adler vielleicht doch noch viel weiter vorn.
Denn wer hätte es voraussagen können, dass der bis dato noch recht unbekannte Thomas Diethart aus Österreich nicht nur das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen gewinnen, sondern auch die Gesamtwertung der Tournee nach 2 Springen anführen würde?
Wer hätte im Vorfeld prophezeit, dass der Gesamtsieger der beiden Vorjahre und Top-Favorit auf den Gesamtsieg, Gregor Schlierenzauer, zur Halbzeit schon abgeschlagen auf Rang 7 der Gesamtwertung liegen und sein Rückstand auf den Führenden bereits 47 (!) Punkte betragen würde?
Wer hätte gedacht, dass die deutsche Mannschaft zur Halbzeit keinen Springer unter den Top-10 der Gesamtwertung würde platzieren können und dass Oldie Michael Neumayer mit Gesamtrang 11 bester deutscher Adler sein würde?
Und wer hätte damit gerechnet, dass Noriaki Kasai, die 41jährige Skisprunglegende aus Japan, nach den ersten beiden Springen auf Platz 4 der Gesamtwertung rangieren würde?
... diese Auflistung ließe sich weiter fortführen, so dass als Zwischenfazit zu sagen ist, dass diese Tournee als eine Tournee der Überraschungen anzusehen ist. Man mag nicht vorhersehen, wer am Ende das Rennen machen wird. Dass Diethart seine grandiosen Sprünge auch in Innsbruck und Bischofshofen wird zeigen können, erscheint schwer vorstellbar, denn müssten dem Youngster nicht irgendwann die Knie zu zittern beginnen ob der für ihn so ungewohnten Situation?
Da werden dem derzeit Zweiten in der Gesamtwertung, Thomas Morgenstern aus Österreich, der beim heutigen Neujahrsspringen ebenfalls 2. wurde, deutlich höhere Chancen auf seinen zweiten Gesamtsieg eingeräumt.
Und auch der Schweizer Simon Ammann liegt in Lauerstellung: Nach seinem Sieg in Oberstdorf und dem 3. Platz beim Neujahrsspringen rangiert er derzeit auf Rang 3 der Gesamtwertung, hat aber bereits 13 Punkte Rückstand auf Diethart.
Man kann daher gespannt sein, was bei den zwei verbleibenden Springen auf österreichischem Boden passieren wird. Unsere österreichischen Nachbarn werden sich nicht ganz zu unrecht Hoffnungen auf den 6. Gesamtsieg eines Austria-Adlers in Folge machen, was als Rekord in die Annalen der Vierschanzentournee eingehen würde.
Aus deutscher Sicht sind die Hoffnungen bescheidender: Man wäre schon froh, wenn es einer der deutschen Springer auf's Podium schaffen würde. Am ehesten ist dieses derzeit dem Newcomer der Vorsaison, Andreas Wellinger, zuzutrauen, der heute nach einem verkorksten Tournee-Auftakt in Oberstdorf guter Fünfter wurde.
Im Gegensatz dazu springt der eigentliche Vorspringer des deutschen Lagers, Severin Freund, seiner Form der vergangenen Wochen leider hinterher und erreichte heute noch nicht einmal den 2. Durchgang.
Nun, warten wir ab, ob die Überraschungen bei der diesjährigen Vierschanzentournee weitergehen. Falls dem so ist, landet ein deutscher Adler vielleicht doch noch viel weiter vorn.
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