Sonntag, 24. Februar 2008

Jenny Wolf weiter auf Erfolgskurs

Beim Weltcupfinale im holländischen Eisschnelllaufmekka, in Heerenveen, hat Jenny Wolf ihre Saisonsiege 11 und 12 von insgesamt 14 Rennen über die 500m perfekt gemacht. - Eine beeindruckende Bilanz.
Es ist die bislang erfolgreichste Saison der Berlinerin: Zum dritten Mal in Folge sicherte sie sich den Gesamtweltcup über die 500m, und erstmals wurde sie vor fünf Wochen an gleicher Stätte Sprintweltmeisterin. Letzteren Erfolg hatte man Jenny Wolf nicht unbedingt zugetraut, war doch Annie Friesinger die eigentliche Favoritin.
Das Sahnehäubchen beschehrte sich Wolf dann heute noch selbst mit dem Tages- und Weltcup-Gesamtsieg über die nicht-olympischen 100m.

Aber Jenny Wolf weiß, welcher Titel ihr in ihrer Sammlung noch fehlt: Der WM-Sieg über die 500m. Das Unternehmen WM-Gold wird Wolf in 2 Wochen bei den Einzelstreckenweltmeisterschaften in Nagano angehen. Vieles spricht für die Berlinerin, aber ein Selbstläufer werden die 2 Läufe sicher nicht, nicht zuletzt weil ihre stärkste Rivalin, die Chinesin Beixing Wang, die sich während der Saison bislang sehr rar gemacht hat, in Nagano wieder mit von der Partie sein wird.

Sein wir daher gespannt, wie die Rennen im fernen Nagano ausgehen werden.
Mit Annie Friesinger wird über die 1000m eine zweite deutsche Favoritin an den Start gehen. Und auch Claudia Pechstein hat eine WM-Medaille fest im Visier.

Österreich dominiert Skiflug-WM

Die österreichischen Adler haben sich endgültig zu den Herren der Lüfte hinaufgeschwungen. Nachdem Gregor Schlierenzauer am gestrigen Samstag mit zwei exzellenten Flügen souverän Skiflugweltmeister vor seinem Landsmann Martin Koch und dem Finnen Janne Ahonen werden konnte, hat das Österreichische Team beim heutigen Mannschaftsentscheid die Konkurrenz regelrecht deklassiert. In der Besetzung Martin Koch, Thomas Morgenstern, Andreas Kofler und Gregor Schlierenzauer lagen sie nach 8 Sprüngen über 76 Punkte vor den zweitplatzierten Finnen - eine Welt. Gregor Schlierenzauer ist damit nicht nur mit seinen 18 Jahren jüngster Skifkugweltmeister der Geschichte, sondern sogar jüngster Doppelweltmeister der bisherigen Skiflugweltmeisterschaften!

Hinter den Finnen holten sich die Norweger Bronze. Lange Zeit haben sie sich einen spannenden Kampf mit den Finnen geliefert, aber auf der Zielgerade dann doch deutlich das Nachsehen gehabt. Möglich, dass der enttäuschende vierte Rang von dem zur Halbzeit im Einzelwettbewerb führenden Bjoern Einar Romoeren, die ganze Mannschaft im entscheidenden Moment etwas gelähmt hat.

Vierte wurde das deutsche Team, das damit die angestrebte Platzierung erreicht hat. Zu groß sollte die Freude jedoch nicht sein, haben sie doch auch von Patzern der direkten Konkurrenz profitiert. Jedoch darf auch das heutige Auftreten von Martin Schmitt, der im zweiten Durchgang nochmals über die magische 200m-Grenze flog, als Lichtblick gewertet werden. Auch der zweite Durchgang von Michael Uhrmann war annehmbar, nur leider gelingt es dem Rastbücheler in dieser Saison zu selten, zwei derartige Sprünge zu erbringen.

Die Trainerdiskussion im deutschen Team dürfte in jeden Fall durch die Leistungen bei der Heim-WM wieder entfacht worden sein. Man mag sich fast wünschen, dass diesem Thema nun endlich ein Ende gesetzt wird, wird doch nun schon seit mehr als einem Jahr darüber diskutiert, ob Rohwein noch der richtige Mann auf dem richtigen Posten ist. Man wird dieses Themas langsam müde. Es mag sein, dass momentan nicht so recht ein Nachfolger in Sicht ist. Aber eigentlich müsste der Posten des deutschen Skisprungbundestrainers ein heiß begehrter sein, der DSV sollte daher auch ruhig wagen, einen ausländischen Trainer zu verpflichten. Andere Nationen machen es vor, wie es geht. Ist denn nicht schließlich mit Mika Konjonkoski seit Jahren ein Finne im Mutterland des Skispringens, in Norwegen, sehr erfolgreich Hauptverantwortlicher?!

Andre Lange Doppelweltmeister in Altenberg

André Lange ist der König der Bobfahrer! Mit dem unglaublichen Vorsprung von 2.02 sec sicherte er sich seinen fünften Weltmeistertitel im 4er Bob, und schaffte zum zweiten Mal nach 2003 in Lake Placid das Double!
Zu der WM-Bahn in Altenberg hat Lange eine ganz besondere Beziehung: Hier, in der als schwierigsten Eisrinne der Welt geltenden Bahn, hat er im Jahr 2000 seinen ersten Weltmeistertitel im Vierer gewonnen. Nun ist ihm, der schlecht in die Saison gestartet war und eigentlich erst nach dem Wechsel seines Bobs so richtig in Tritt kam, der erneute Titelgewinn in Altenberg gelungen.
Nach dem Sieg im 2er Bob vor Wochenfrist sind dieses fürwahr André-Lange-Festspiele in Sachsen!

Der Thüringer war bereits mit einem Vorsprung von über 1.5 sec auf den Zweiten, den Russen Alexander Subkov, in den finalen vierten Lauf gestartet, so dass klar war, dass ihm Gold eigentlich nicht mehr zu nehmen ist. Denn dass Lange stürzen würde, konnte sich kaum jemand vorstellen, zu sicher und souverän waren seine ersten drei Läufe.
Aber hinter Lange wurde hart um die noch verbliebenen zwei Medaillenplätze gekämpft. - Und mit dabei zwei weitere Deutsche; Thomas Florschütz und Matthias Höpfner.
Als erster musste Florschütz, der nach Lauf 3 zeitgleich mit dem Schweizer Ivo Rüegg auf Platz 4 lag, in die Eisrinne. Der WM-Debütant machte seine Sache gut, legte einen guten Lauf hin und war zunächst Erster. Und da dem Titelverteidiger aus der Schweiz keine fehlerfreie Fahrt gelang, blieb er auch zunächst auf der Pole-Position. Ivo Rüegg beendetet diese WM als Fünfter, wie bereits im 2er Bob, enttäuschend für den Schweizer.
Dann kam Matthias Höpfner, der schneller war als Florschütz und sich mit Bob Deutschland III die so sehr ersehnte Medaille, seine erste bei einer WM, sicherte. Im 2er Bob war er noch unglücklich im letzten Lauf vom dritten auf den vierten Rang zurückgefallen, im 4er machte er es besser.
Vor Wochenfrist hatte ihn der Russe Alexander Subkov vom Bronze-Rang verdrängt, und auch an diesem Wochenende lag der Russe im Endklassement vor Höpfner: Er wurde Zweiter. -
Alle überstrahlte aber Andre Lange!

Samstag, 23. Februar 2008

Weltrekordhalter zur Halbzeit der Skiflug-WM in Front

Bjoern-Einar Romoeren, seines Zeichens Inhaber des Weltrekordes, liegt nach zwei von vier Durchgängen der Skiflug-Weltmeisterschaften in Oberstdorf vor dem Rest des Feldes und wird bislang seiner Favoritenstellung gerecht.
Hinter dem Norweger liegen jedoch mit Gregor Schlierenzauer, Martin Koch und Thomas Morgenstern gleich drei Österreicher in Lauerstellung. Zwischen dem Ersten Romoeren und dem Dritten Koch liegen lediglich 2.8 Punkte. - Ein Abstand, der Romoeren in Anbetracht der noch zwei ausstehenden Sprünge sicherlich nicht in Sicherheit wiegen lässt. Zu beachten ebenfalls, dass Martin Koch in der Summe der beiden bereits absolvierten Sprünge deutlich weiter sprang als der führende Norweger, jedoch konnte er nach seinen Sprüngen z.T. jenseits der 220m nicht im Telemark landen, was Punktabzug im Vergleich zu Romoeren und seinen Landsmännern bedeutete.

In Lauerstellung liegen Adam Malysz als Fünfter und Janne Ahonen als Siebter. Beiden fehlt noch der Titel des Skiflugweltmeisters in ihrer beeindruckenden Sammlung, jedoch scheint es eher unwahrscheinlich, dass die beiden noch nach ganz vorne springen können, zu dominant und sicher wirken die Führenden. Eine Medaille allerdings scheint durchaus noch im Bereich des Möglichen zu liegen.

Die Springer des DSV steuern im Vergleich zur Skiflugelite auf ihre schlechteste Bilanz bei Skiflugweltmeisterschaften hin. Martin Schmitt, als bester Deutscher auf Rang 12, ist noch der Lichtblick: Zweimal flog der Tannheimer über die magische 200m-Marke und freute sich darüber, endlich einmal wieder das gewisse Gefühl für weite Flüge in sich zu spüren. Ein Platz unter den Top-Ten ist aber trotzdem eher schwer zu erreichen.
Die drei übrigen im Wettbewerb befindlichen Deutschen, Michael Uhrmann, Michael Neumayer und Georg Späth liegen mit den Plätzen 19, 22, und 29 deutlich hinter den Erwartungen zurück. - Die Initialzündung für das deutsche Skispringen, die man sich von der Heim-WM in Oberstdorf erhofft hat, sieht anders aus ...

Sonntag, 17. Februar 2008

Andre Lange mit WM-Sieg im 2er Bob

Andre Lange hat sich bei den Bob-Weltmeisterschaften in Altenberg wieder einmal als Meister seines Fachs erwiesen: Im 2er Bob-Wettbewerb fuhr er in allen vier Läufen Bestzeit und verteigte mit dem Riesen-Vorsprung von 1.06sec auf den Zweiten Thomas Florschütz seinen WM-Titel!
Bis zum dritten Lauf sah es sogar nach einem Dreifach-Triumph der deutschen Mannschaft aus, jedoch musste Matthias Höpfner noch den Russen Alexander Subkow an sich vorbei ziehen lassen.

Für Andre Lange ist dieser Triumph von Altenberg bereits der dritte WM-Titel im 2er Bob und der siebte insgesamt. Damit zog er in der ewigen Bestenliste mit Christoph Langen gleich.

Bereits am Vortag hatte Sandra Kiriasis als erste Bobpilotin den Titel-Hattrick geschafft und Gold vor Cathleen Martini und Claudia Schramm geholt. Die deutschen Damen haben damit bereits den zweiten Dreifach-Triumph nach 2003 geholt.
Die Bob- und Skeletton-Weltmeisterschaften in Altenberg haben somit aus deutscher Sicht äußerst erfolgreich begonnen: 5 der 6 möglichen Medaillen gingen an deutsche Bobpiloten bzw. -pilotinnen - so kann es weiter gehen!

Damen-Staffel verteidigt Titel

Die Biathlon-Staffel der Damen ist im letzten Rennen der Biathlon-Weltmeisterschaften ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und hat souverän ihren WM-Titel verteidigt. Es war ein Start-Ziel-Sieg, der bis zum letzten Schießen fast nie in Gefahr gewesen war.
Die beiden ersten Läuferinnen, Martina Glagow und Andrea Henkel, hatten ihre Aufgabe perfekt gelöst und alle 10 Scheiben jeweils abgeräumt. Andrea Henkel übergab mit ca. 50sec Vorsprung auf die Massenstart-Weltmeisterin des Vortages, Magdalena Neuner. Zu diesem Zeitpunkt lag der große Rivale, die russische Staffel, bereits abgeschlagen zurück. Die zweite Starterin Albina Ahatova musste aufgrund eines Defekts an ihrer Waffe auf das Ersatzgewehr wechseln und verlor dabei deutlich an Boden.

Magdalena Neuner, Deutschland's dritte Starterin, legte in der Loipe wieder richtig los und konnte so immer wieder Zeit auf ihre direkten Verfolgerinnen, die Ukrainerinnen und Sloweninnen, gut machen. Am Schießstand lief für die nun sechsfache Weltmeisterin aus Wallgau nicht alles nach Wunsch: 2 Fehler im Liegendanschlag und gar eine Strafrunde im ungeliebten Stehendschießen sind nicht das Gelbe vom Ei, jedoch konnte sie aufgrund ihrer Laufleistung Schlussläuferin Kati Wilhelm mit knapp 1 Minute Vorsprung in die Loipe schicken.
Kati Wilhelm, Deutschland's routinierte Schlussläuferin, war in der Loipe, wie während der gesamten WM, wieder sehr gut unterwegs, musste aber sowohl beim Liegend- als auch beim Stehendanschlag zweimal nachladen. Dadurch kam die Ukraine, vertreten durch die bereits zweifach Bronze-dekorierte und heute grandios schnell und sicher schießende Oksana Khvostenko, noch einmal auf knapp 13sec an die deutsche Staffel heran. Aber Wilhelm legte eine schnelle letzte Runde in den Schnee von Östersund und lief so der sicheren Goldmedaille entgegen! - Deutschland hat damit seinen Titel erfolgreich verteidigt und die fünfte und wichtigste Staffel der laufenden Saison gewonnen.

Hinter der Silber-dekorierten urkainischen Staffel gab es einen erbitterten Kampf um Bronze: Plötzlich waren die Russinnen wieder da. Ekaterina Iourieva verließ nach dem Stehendanschlag den Schießstand als Vierte, lief aber schon kurz danach an der noch vor ihr liegenden Weissrussin vorbei. Mit knapp 16sec Rückstand auf Iourieva verließ Frankreich's Sandrine Bailly den Schießstand, und sie schaffte das Unglaubliche! Sie holte nicht nur den Rückstand auf Iourieva, die bekanntermaßen ebenfalls eine erstklassige Läuferin ist, auf, sondern zog sogar in einem beherzten Schlussspurt an der Russin vorbei und sicherte Frankreich trotz insgesamt zweier Strafrunden und 13 Nachladern für die Mannschaft sensationell die Bronzemedaille.

Svendsen zum Zweiten: Gold im Massenstart

Emil Hegle Svendsen hat zum Abschluss der Biathlon-Weltmeisterschaften von Östersund das Massenstart-Rennen der Herren gewonnen. Nach dem Sieg im Einzelrennen ist dieses bereits der zweite Titel für den 22jährigen Norweger, der damit seine Ambitionen, die Nachfolge des großen Ole Einar Bjoerndalen antreten zu können, mehr als nur untermauert hat.
Auf der Zielgeraden des Massenstart-Rennens sah es beinahe schon nach einer Wachablösung aus: Svendsen und Bjoerndalen waren nach dem letzten Schießen allein unterwegs und belauerten sich regelrecht. Bjoerndalen versuchte ähnlich wie Magdalena Neuner gestern ein paar 100m vor dem Ziel die Entscheidung zu suchen, aber Svendsen blieb dran. Auf der Zielgeraden zog der neue Massenstart-Weltmeister dann in beeindruckender Weise an dem erfolgreichsten Biathleten vorbei - er ist verdienter Sieger!
Bronze ging an den Russen Maxim Tschudov, der in der Loipe wieder einmal exzellent unterwegs war, aber mit drei Strafrunden zweimal mehr daneben schoss als die beiden vor ihm platzierten Norweger und so kaum Chancen hatte, noch weiter nach vorne zu laufen.

Das Massenstart-Rennen spiegelte den Verlauf der Weltmeisterschaften wieder: Unter den ersten sechs lagen drei Norweger und drei Russen.
Als bester Deutscher kam Michael Greis nur auf dem 13. Platz ein. Der Titelverteidiger hatte sich bereits nach den ersten beiden Liegendanschlägen mit je 2 Fehlern aus dem Rennen geschossen. Dass Greis jedoch nicht aufsteckte, sondern weiterkämpfte und von dem zwischenzeitlichen 29. Platz mit zwei fehlerfreien Stehendschießen noch fast einen Top-Ten-Platz erreichte, spricht für seinen Einsatz und Willen.
Nichtsdestotrotz bleibt unter dem Strich trotz der einen Bronzemedaille durch Alexander Wolf in der Verfolgung eine eher ernüchternde Bilanz in den Einzelwettbewerben. Läuferisch waren die deutschen Herren nicht schlecht unterwegs und konnten durchaus mit der Weltspitze mithalten, aber am Schießstand unterliefen leider zu viele Fehler. So auch heute: Alexander Wolf wurde mit drei Schießfehlern 14., Andreas Birnbacher schoss viermal daneben und kam zwei Plätze hinter Wolf ein, einen Platz vor Daniel Graf mit drei Strafrunden. Michael Rösch schoss gar 6 Fahrkarten und lief resigniert als 28. über die Ziellinie.

Samstag, 16. Februar 2008

Neuner Weltmeisterin im Massenstart

Magdalena Neuner hat nach dem Sieg mit der Mixed Staffel ihren zweiten Titel bei den Weltmeisterschaften in Östersund errungen: Erstmals wurde Deutschland's Sportlerin des Jahres 2007 Weltmeisterin im Massenstart!
Ihren Titel verdankte Neuner dabei einmal mehr in erster Linie ihrer grandiosen läuferischen Verfassung. Selbst 4 Starfrunden, die sie sich allesamt beim Stehendanschlag einhandelte, konnte sie in der Loipe kompensieren und lief als erste über die Ziellinie.
Silber hinter der nun fünffachen Weltmeisterin aus Wallgau wurde die Norwegerin Tora Berger, die um nur 3 sec an Gold verpasste. Die beiden Biathletinnen lieferten sich eine packende Schlussrunde, bei der mal Neuner, mal Berger in Front lag. Erst kurz vor dem Ziel konnte sich Neuner um die entscheidenden Meter absetzen.
Bronze ging an die Einzel-Weltmeisterin Ekaterina Iourieva aus Russland.

Martina Glagow wurde als zweitbeste Deutsche mit insgesamt drei Strafrunden Sechste, Kati Wilhelm Achte.
Doppelweltmeisterin Andrea Henkel schoß auch heute, wie schon am Donnerstag bei der Einzelentscheidung für ihre Verhältnisse extrem schlecht und wurde mit sage und schreibe acht Strafrunden lediglich 22., vier Plätze vor Sabrina Buchholz.

Östersund: Greis rettet Staffel-Bronze

Die als Medaillenkandidaten ins Rennen gegangene 4x7.5 km-Staffel der Herren hat bei der Biathlon-WM im schwedischen Östersund auf den lezten Kilometern noch die Bronzemedaille errungen. - Es war fast wie ein Sieg!

Dabei sah es zeitweise nicht danach aus, dass das Herren-Quartett Edelmetall würde mit nach Hause bringen können. Michael Rösch, der Startläufer, lag nach dem zweiten Schießen nach einer Starfrunde gar nur auf dem 10. Rang. - Es lief auch heute leider nicht viel am Schießstand für die deutsche Mannschaft zusammen: Insgesamt 14 Nachlader und zwei Strafrunden waren fast zuviel, um noch das begehrte Edelmetall gewinnen zu können.
Aber durch exzellente Laufform wurde so mancher Patzer am Schießstand ausgeglichen. Vor allem Alexander Wolf, der zweite Starter, brillierte einmal mehr in der Loipe und stürmte mit nur einem Nachlader vom 9. auf den 2. Rang nach vorne. Russland wechselte nur wenige Sekunden vor der deutschen Staffel.
Andreas Birnbacher fiel jedoch einen Platz zurück, nicht zuletzt durch seine Strafrunde, die er sich ebenfalls beim Stehendanschlag einhandelte. So war beim Wechsel auf Schlussläufer Michael Greis klar, dass bei einigermaßem normalem Rennverlauf Gold und Silber weg waren: Russland mit Sprintweltmeister Maxim Tschudov nahm mit knapp einer Minute Vorsprung auf Norwegen seinen Lauf auf und war auch von Verfolgungsweltmeister Ole Einar Bjoerndalen nicht mehr einzuholen.
Michael Greis lieferte sich hingegen ein packendes Duell mit Österreichs Christoph Sumann. Nach dem letzten Schießen, bei dem Greis 2 Nachlader brauchte, fiel Greis sogar auf den vierten Rang zurück, 6.3sec hinter dem Österreicher. Aber Greis gab nicht auf, kämpfte sich heran und zog an Sumann vorbei. Es wurde zum Ziel hin zwar noch einmal sehr knapp, aber Bronze war gerettet!

Donnerstag, 14. Februar 2008

Einzelrennen in Östersund: Glagow kam durch - Silber für die Mittenwalderin

Nachdem die 15km der Damen am Vortag aufgrund zu starker Winde verweht worden waren, fanden beide Einzelwettbewerbe der Biathlon-WM am heutigen Donnerstag statt.

Zunächst mussten die Damen an den Start. Bundestrainer Uwe Müssiggang schickte das medaillenverdächtige Quartett Andrea Henkel, Martina Glagow, Kati Wilhelm und Simone Denkinger ins Rennen.
Andrea Henkel schien nach ihren beiden WM-Titeln im Sprint und in der Verfolgung auf einer Erfolgswelle zu schweben. Aber heute klappte wider Erwarten am Schießstand nicht viel. Insgesamt 6 Schießfehler waren zu viel für die Großbreitenbacherin. Trotz wiederum überagender Laufform kam sie über Platz 22 nicht hinaus.
Und auch bei Kati Wilhelm, für die die WM bislang noch nicht zu ihrer Zufriedenheit läuft, lief nicht viel zusammen am Schießstand: Auch sie schoss sechsmal daneben - 6 Strafminuten waren auch für die Sprintolympiasiegerin zuviel. Sie kam auf dem für sie enttäuschendem 33. Platz ein.

Aber es gab ja noch eine Martina Glagow! Die Mittenwalderin, die während der Saison krankheitsbedingt ausfiel, nachdem sie zu Beginn erfolgreich ins Gelbe Trikot geschlüpft war, kam vor der WM immer besser in Form. Läuferisch ist sie sicher noch nicht bei 100%, aber bekanntermaßen wird das Einzelrennen am Schießstand entschieden: Hier erwies sich Glagow dann wieder einmal als Meisterin ihres Fachs. Lediglich der erste der 20 Schüsse traf nicht ins Schwarze. Mit nur einer Strafminute und ansprechenderLaufform erlief sie sich die Silber-Medaille!
Gold ging an die Russin Ekaterina Iourieva, die exzellent lief und noch besser schoss. Sie leistete sich keinen einzigen Fehler und ist verdient neue 15km-Weltmeisterin geworden und hat damit die Titelverteidigerin Linda Grubben, die bekanntlich ihre Karriere inzwischen beendet hat, beerbt,
Bronze ging an die Ukrainerin Oksana Khvostenko.

Das Einzelrennen der Herren war geprägt durch die norwegischen Biatheten, die geschlossen in der 4. Startgruppe ins Rennen gingen. Der große Favorit Ole-Einar Bjoerndalen nahm gar als letzter der 112 Starter die 20km in Angriff.
Zunächst gingen aber die vier deutschen Biathleten, Daniel Graf, Michael Rösch, Michael Greis und Alexander Wolf, ins Rennen. Leider liefen diese 20km nicht nach ihrem Wunsch. Daniel Graf schoss bereits beim ersten Schießen dreimal daneben, blieb danach zwar zweimal fehlerfrei, aber mit insgesamt vier Strafminuten kam er über Rang 33 nicht hinaus.
Michael Greis und Alexander Wolf blieben im Gegensatz zu Graf zwar beim ersten Liegendanschlag fehlerfrei, schossen aber beim ersten Stehendschießen zweimal daneben und waren somit schon früh unter Zugzwang und quasi chancenlos, was die Medaillenvergabe anging. Michael Greis leistete sich in der Folge noch 3 weitere Schießfehler und wurde enttäuschender 36. - Ein rabenschwarzer Tag für den dreifachen Olympasieger.
Alexander Wolf, der wie schon bei seinem bronzenen Verfolger exzellent in der Loipe unterwegs war, schoss leider noch zweimal daneben und kam als bester Deutscher lediglich auf dem 19. Platz ein.
Michael Rösch, der zum Auftakt der WM im Sprint sehr guter Fünfer geworden war, lag lange sehr aussichtsreich im Rennen um die Medaillen: Fehlerfrei bei den ersten beiden Schießen war er zunächst ganz vorne mit dabei. Auch der eine Fehler beim zweiten Liegenschießen wäre noch okay gewesen, derer drei beim letzten Schießen aber leider zu viel: Er wurde letztendlich 25..

Nachdem vor allem die Russen um den fehlerfrei gebliebenen Maxim Maximow, den Sprint-Weltmeister Maxim Tschodov und den von Alexander Wolf im Jagdrennen kurz vor dem Ziel auf den 4. Platz verdrängten Dimitri Yaroshenko sowie von dem Franzosen Simon Fourcarde bestimmt wurde, rollten die Norweger das Feld von hinten auf:
Halvard Hanevold, Emil Hegle Svendson und vor allem Ole Einar Bjoerndalen waren ganz heiße Medaillen-Kandidaten. Aber es waren nicht die Arrivierten Hanevold und Bjoerndalen, die nach ganz vorne stürmten, sondern der erst 22jährige Emil Hegle Svendsen. Svendsen leistete sich lediglich beim ersten Stehendanschlag einen Schießfehler und war heute nicht zu schlagen: Gold für den Norweger.
Ole Einar Bjoerndalen gab in der Loipe zwar alles, aber kam aufgrund seiner zwei Strafminuten nicht an seinem Landsmann vorbei, errang aber Silber.
Bronze ging an den Russen Maxim Maximow. Der ebenfalls in prächtiger Form befindliche Franzose Simon Fourcarde ging mt einem Schießfehler leider ebenso wie Maxim Tschudov, der nur beim ersten Schießen drei Scheiben verfehlte und heute schnellster in der Loipe war, knapp leer aus.

Sonntag, 10. Februar 2008

Debakel bei der Eisschnelllauf-Mehrkampf-WM in Berlin

Bei den Mehrkampf Weltmeisterschaften im Eisschnellaufen ist es heute endgültig zum Debakel aus deutscher Sicht gekommen.
Claudia Pechstein und auch Daniela Anschütz-Thoms waren mit großen Ambitionen an den Start der Heim-WM gegangen. Vor allem für die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein hieß das Ziel ganz eindeutig, eine Medaille in ihrer Heimatstadt zu erringen.

Aber schon zur Halbzeit lagen die beiden Deutschen abgeschlagen auf den Rängen 8 und 9. Und auch heute konnte über die 1500m und 5000m kaum Schadensbegrenzung erreicht werden. Rang 9 über die 1500m und nur die sechs-beste Zeit über ihre eigentliche Paradestrecke, die 5000m, brachten Pechstein am Ende Platz 7 ein. - Enttäuschend für die Berlinerin.
Und auch Daniela Anschütz-Thoms kann mit Rang 6 nicht wirklich zufrieden sein. Einzig Katrin Mattscherodt kann sich über Platz 10 bei ihrer ersten Mehrkampf-WM zurecht freuen.

Neue Mehrkampfweltmeisterin wurde die EM-Zweite Paulien van Deutekom, die bereits nach dem ersten Tag ein wenig überraschend in Front lag. Die Holländerin konnte ihre Landsfrau und Titelverteidigerin Ireen Wüst auf den zweiten Rang verweisen. Dritte wurde die Kanadierin Kristina Groves. Martina Sablikowa, ebenfalls mit Medaillen-Ambitionen an den Start gegangen, wurde hinter Christine Nesbitt Fünfte. Die deutschen Eisschnelläuferinnen blieben aber erstmals seit 28 Jahren ohne Medaille bei einer Mehrkampf-WM.

Es scheint, dass sich im Eisschnellaufen ein Generationenwechsel vollzogen hat. Junge Läuferinnen Anfang 20, wie Wüst, van Deutekom oder Sablikowa, geben den Ton an, die über Jahre hinweg domierenden deutschen Läuferinnen können hingegen nicht mehr mithalten. Zumindest für Claudia Pechstein scheint dieses zuzutreffen. Annie Friesinger, die in dieser Saison ihren Schwerpunkt auf den Sprintdistanzen gelegt hat, mischt noch deutlich in der Weltspitze mit. Aber es erscheint schon sehr fraglich, ob Claudia Pechstein die angestrebte WM-Medaile in diesem Jahr noch erreichen kann. Noch hat sie bei den Einzelstrecken Weltmeisterschaften in Nagano die Möglichkeit, muss sich aber dort um einiges steigern. Zu wünschen wäre es der Berlinerin, man mag es sich nämlich nicht gerne vorstellen, dass sie ihre Karriere tatsächlich am Ende der Saison beenden wird, wie es durchklang, falls es nicht mit einer WM-Medaille kappt.

Andrea Henkel zum Zweiten: Gold in der Verfolgung

Andrea Henkel hat nach dem gestrigen Sprint auch das Verfolgungsrennen bei der Biathlon-WM in Östersund gewonnen!
Als Gejagte ging die nun 5-fache Weltmeisterin in die Loipe, aber sie schien keine Nerven zu zeigen: 4 mal blieb die 30jährige fehlerfrei am Schießstand - besser kann man es nicht machen! Auch läuferisch stimmte heute wieder alles, so dass sie sich auch der geballten russische Power erfolgreich erwehren konnte: Neben der gestrigen Dritten, Albina Akhatova, war auch Ekaterina Iourieva durch fehlerfreies Schießen weit nach vorne gelaufen - aber es reichte für beide nicht bis nach ganz an die Spitze: Silber für Iourieva und Akhatova mit Bronze.

Andrea Henkel machte es mit diesem Doppelerfolg damit Uschi Disl und Magdalena Neuner gleich, die bei den vergangenen Weltmeisterschaften nach dem Sprint auch die Verfolgung gewinnen konnten. - Eine schöne Serie, die gerne so weiter gehen kann.
Magdalena Neuner, die 21jährige Titelverteidigerin, konnte von Platz 17 im Sprint heute auf den sechsten Rang nach vorne stürmen. Sie dürfte sich sicherlich nicht nur über diese Platzierung gefreut haben, sondern vor allem auch über ihr fehlerfreies drittes Schießen. Nach den 4 Fehlern im Stehendanschlag beim Sprintrennen dürfte ihr diese Schießeinlage Sicherheit gegeben haben. Insgesamt musste die Wallgauerin heute vier Mal in die Strafrunde.
Einen Rang hinter Neuner kam die ehemalige Verfolgungsweltmeisterin Martina Glagow im Ziel ein. Als 14. ins Rennen gegangen, traf sie nur einmal nicht ins Schwarze. Katrin Hitzer als 9. sowie Kati Wilhelm als 13. komplettierten die gute mannschaftliche Leistung der deutschen Biathletinnen.
Über allem erstrahlt aber der Doppelerfolg von Andrea Henkel!

Gold an Bjoerndalen, Wolf läuft auf Platz 3 vor

Ole-Einar Bjoerndalen hat das Verfolgungsrennen bei den Biathlon-Weltmeisterschaften in Östersund gewonnen.
Der Norweger, als Sprint-Dritter hinter dem Russen Maxim Tchudov und seinem Landsmann Halvard Hanevold in die Loipe gegangen, lag schon bald vor dem Rest des Feldes. Auch zwei Schießfehler hinderten ihn nicht daran, im Ziel seinen insgesamt 10. Weltmeistertitel und seinen ersten in Östersund bejubeln zu dürfen.
Zweiter wurde der Sprintsieger des Vortages, Maxim Tchudov, der in der Loipe sogar noch schneller unterwegs war als Bjoerndalen, der aber aufgrund von vier Schießfehlern seine Chance auf Gold verspielt hatte.

Sensationeller Dritter wurde Alexander Wolf, der damit seine erste WM-Medaile überhaupt und die erste für die deutschen Biathlon-Herren in Östersund gewinnen konnte.
Von Startplatz 19 lief er Position um Position nach vorne und musste nur einmal in die Strafrunde. Beim letzten Schießen blieb er fehlerfrei, anders als der bis dahin auf Platz 3 liegende Hanevold, der 150 Exrameter laufen musste.
Aber durch den Fehlschuss Hanevold's war die große Chance für den Thüringer gekommen: Auf der Schlussrunde lieferte er sich einen harten Kampf mit dem Russen Dimitri Jaroschenko, dem er kurz vor dem Ziel jedoch entscheidende Meter abnehmen und seine Freude über die Bronzemedaille so herausjubeln konnte.
Wolf, der gestern noch ein wenig enttäuscht war ob seines Sturzpechs, das ihn jedweder Möglichkeit weiter vorne zu landen beraubt hatte, hat sich heute endlich den Traum einer WM-Medaille erfüllt!

Michael Rösch, Fünfter des Vortages, kam als zweitbester Deutscher auf Rang 7. Für die beiden weiteren deutschen Vertreter lief es hingegen nicht ganz so gut, beide landeten deutlich weiter hinten im Starterfeld, als wie noch bei der Sprintentscheidung: Daniel Graf wurde 19., Andreas Birnbacher landete auf Platz 21.

Samstag, 9. Februar 2008

Eisschnelllauf-Mehrkampf WM in Berlin: Deutekom zur Halbzeit in Führung

Die Mehrkampfweltmeisterschaften in Berlin sollten für Claudia Pechstein neben den Einzelstreckenweltmeisterschaften in Nagano den Höhepunkt der Saison darstellen.
In ihrer Heimatstadt eine Medaille zu gewinnen, war und ist ihr ganz großes Ziel. Leider ist die inzwischen in Norwegen trainierende Pechstein davon momentan sehr weit entfernt. Zur Halbzeit liegt sie lediglich auf Rang 9, einen Rang hinter Daniela Anschütz-Thoms.

Es lief für die beiden Deutschen gar nicht gut auf den ersten beiden Strecken. Über die Ränge 8 und 9 über 500m und 3000m kamen Anschütz-Thoms und Pechstein nicht hinaus.
Claudia Pechstein musste dabei über die zweite Strecke des Tages, die 3000m, direkt gegen die Mitfavoritin Martina Sablikowa antreten. Schon bald musste die fünfache Olympiasiegerin festellen, dass sie Sablikowa nicht halten kann, Ernüchterung machte sich breit: Claudia Pechstein verlor mehr als 5 Sekunden auf die Tschechin. Nur die 9. schnellste Zeit stand für die Berlinerin zu Buche. - Man kann schon von einem Debakel der ehemaligen Olympiasiegerin über diese Strecke sprechen.

Beide Deutsche liegen damit bei Halbzeit fast aussichtslos im Rennen um die ersehnte Medaille bei der Heim-WM.
Vorne geben andere Läuferinnen den Ton an: Top-Favoritin und Titelverteidigerin Ireen Wüst ist derzeit Gesamtdritte hinter der Kanadierin Christine Nesbitt, die die 500m für sich entscheiden konnte.
Auf dem ersten Platz liegt derzeit ein wenig Überraschend Wüst's Landsfrau Pauline van Deutekom. Deutekom, die bei der Mehrkampf-EM bereits ein wenig überraschend in die Medaillenränge vordringen konnte, lief vor allem über die 3000m erstaunlich stark und konnte das gesamte Starterfeld hinter sich lassen.

Das derzeitige Klassement gleicht einem Generationenwechsel. Wüst, Deutekom, Sablikowa - allesamt junge Läuferinnen, die die Zukunft noch vor sich haben, aber bereits die Gegenwart bestimmen.
Daneben Claudia Pechstein, die über Jahre hinweg die Weltelite über die Langstrecken verkörpert hat, aber seit geraumer Zeit nicht mehr so recht in Schwung zu kommen scheint. 5.5 Sekunden umgerechnet auf die nächste Strecke, die 1500m, liegt Pechstein bereits hinter der Spitze - ein fast aussichtsloses Unterfangen, doch noch das ersehnte Edelmetall zu gewinnen.

Sprint der Herren: Tchudov vor zwei Norwegern

Nach den Damen am Vormittag haben am heutigen Nachmittag auch die Herren mit ihrem Sprintrennen die Weltmeisterschaften im schwedischen Östersund begonnen.
Nach dem goldigen Einstand der deutschen Biathletinnen lief es bei den deutschen Herren heute nicht ganz so gut. Achtbar haben aber auch sie sich geschlagen.

Michael Rösch wurde mit einem Schießfehler und 43.5 sek Rückstand auf den späteren Sieger mit Platz 5 bester Deutscher, ein Ergebnis mit dem er im Vorfeld so gar nicht rechnen konnte, da er für den Sprint eigentlich nicht vorgesehen war. Michael Greis, Weltcupgesamtsieger der vergangenen Saison, hat das Rennen krankheitsbedingt erst heute abgesagt und Michael Rösch den Einsatz so erst ermöglicht.
Mit Daniel Graf auf Platz 7 und Andreas Birnbacher als Achtem kamen zwei weitere Deutsche unter die Top-Ten - eine gute Ausgangssituation für den morgigen Verfolger.

Das Podest war heute aber leider für die deutschen Biathleten nicht zu erreichen. Lange sah es so aus, dass der Norweger Halvard Hannevold würde triumphieren können. Er war fehlerfrei geblieben und hatte durch eine erstklassige Schlussrunde seinen Landsmann Ole-Einar Bjoerndalen, der nach dem Stehendanschlag zweimal in die Strafrunde musste,
um 10 sek hinter sich lassen können.
Die Geduld der beiden Norweger, ob es zum norwegischen Doppelsieg würde reichen können, wurde jedoch auf eine längere Probe gestellt, womit sie aber angesichts ihrer jahrelangen Erfahrung keine Probleme gehabt haben dürften.

Zum Ende des Rennens ging der Russe Maxim Tchudov in die Loipe. Fehlerfrei beim Liegend- sowie beim Stehendschießen stellte er mehr als eine ernste Bedrohung für den bis dahin in Front liegenden Hannevold dar. Knappe 20 Sekunden lag der junge Russe im Ziel schließlich vor den beiden Norwegern und ist damit neuer Sprintweltmeister.

Weltmeistertitel für Andrea Henkel

Zum Auftakt der Biathlon-Weltmeisterschaften in Östersund gab es gleich die erste Gold-Medaille für Deutschland: Andrea Henkel sicherte sich im Sprintrennen den Weltmeistertitel!
Die Weltcupgesamtsiegerin des vergangenen Jahres blieb bei beiden Schießeinlagen fehlerfrei und legte damit zusammen mit ihrer wieder einmal exzellenten läuferischen Verfassung den Grundstein für ihren Erfolg.
Silber ging an die Rückkehrerin Albina Ahatova aus Russland, Bronze holte die Ukrainerin Oksana Khvostenko. Beide blieben wie Henkel fehlerfrei.

Bei den übrigen deutschen Starterinnen lief es am Schießstand nicht ganz so gut. Katrin Hitzer mit insgesamt 3 Schießfehlern kam als zweitbeste Deutsche auf dem 12. Platz ein. In der Loipe war sie mit der insgesamt zweitbesten Laufzeit bestens unterwegs und ist daher zurecht optimistisch für den morgigen Verfolger.
Exzellent in der Loipe ist es auch einmal mehr für die Titelverteidigerin Magdalena Neuner gelaufen. Und auch nach dem Liegendschießen, das sie fehlerfrei absolvierte, lag sie noch ganz vorne mit im Rennen. Leider unterliefen ihr beim Stehendanschlag vier Schießfehler, die alle Medaillenträume zunichte machten. Platz 17 am Ende für das heutige Geburtstagskind.

Spannnend machten das Rennen zum Ende hin noch einmal zwei Russinnen, die anders als die deutschen Biathletinnen, die allesamt in Startgruppe 1 und 2 unterwegs waren, eine hintere Startgruppe gewählt haben:
Ekaterina Iourieva lag nach dem Liegenschießen sogar noch knapp vor Magdalena Neuner und deutlich vor der späteren Weltmeisterin Andrea Henkel. Beim Stehendschießen unterliefen der Russin jedoch zwei Schießfehler, so dass feststand, dass diese Russin keine Gefahr mehr für Andrea Henkel darstellen konnte. Iourieva landete im Endklassement auf Rang 9.
Aber da war ja noch ihre Landsfrau Swetlana Sleptsova, die mit der hohen Startnummer 96 ins Rennen ging: Beim ersten Schießen ebenfalls fehlerfrei lag sie bis zum Stehendanschlag nahezu zeitgleich mit Andrea Henkel im Rennen. Glück für die Großbreitenbacherin, dass Sleptsova stehend eine Scheibe stehen ließ. So musste aus deutscher Sicht nicht mehr gezittert werden, Sleptsova wurde Sechste, und Henkel konnte über Gold jubeln!