Sonntag, 24. Juni 2007

Deutsche Leichathletik erfolgreich beim Europacup in München

Die deutschen Herren haben beim Europacup in München denkbar knapp den Gesamtsieg verpasst. Im vergangenen Jahr in Malaga noch abgeschlagen auf dem 8. Rang waren sie zum Abschluss punktgleich mit den siegreichen Franzosen.
Beide Nationen hatten am Ende 116 Punkte und 4 Einzelsiege auf ihrem Konto. Die größere Anzahl an zweiten Plätzen gab letztendlich den Ausschlag für den Sieg der französischen Mannschaft. Dritter wurde Polen.

Bereits am ersten Tag konnten die deutschen Herren durch Eike Onnen und Peter Sack zwei Einzelsiege verbuchen. Dieses wiederholten am heutigen zweiten Tag Tim Lobinger mit übersprungenen 5.70m im Stabhochsprung und ein wenig überraschend Filmon Ghirmai im 3000m Hindernislauf.
Erwähnenswert ist darüber hinaus der dritte Platz des 800m Läufers Robin Schembera, der erst kurz vor der Ziellinie noch knapp abgefangen wurde - den Sieg bereist vor Augen.
Einen zweiten Platz gab es ebenfalls für Robert Hurting im Diskuswurf und die 4x400m Staffel.

Die Damen konnten den zwei Einzelsiegen des Vortages von Europarekordlerin Christina Obergföll und Franka Dietzsch leider keinen weiteren Einzelsieg folgen lassen.
Betty Heidler und Petra Lammert, beide mit Siegambitionen an den Start gegangen, wurden beide ebenso Zweite wie Sabrina Mockenhaupt über die 5000m.
Am Ende stand ein dritter Gesamtrang für die deutsche Damenriege zu Buche. Damit haben auch sie das Ergebnis des Vorjahres von Malaga, wo sie fünfte wurden, deutlich verbessert, den angestrebten zweiten Platz jedoch deutlich verpasst. Überlegene Siegerinnen wurden die Russinnen mit 20 Punkte Vorsprung auf die zweitplatzierten Französinnen.

Dieser dritte Platz der Damen sowie vor allem der zweite Platz des deutschen Herren-Teams verbunden mit den z.T. sehr guten Einzelleistungen sind als Erfolg für den DLV zu werten. Der Aufwärtstrend der letzten Europameisterschaften scheint sich damit in der Tat fortzusetzen, es muss nicht bange sein im Hinblick auf die WM in Osaka. Nicht, dass es einen Medaillenregen geben wird, nein, damit ist nicht unbedingt zu rechnen. Aber mehr als zwei Medaillen wie in Athen 2004 werden es sicher werden.
Positiv am Europacup ist in jedem Fall die Tatsache zu werten, dass viele der DLV-Athleten bei diesem Europacup ihre Leistung abrufen und bestätigen konnten. Dieses war in der Vergangenheit häufig das Problem der deutschen Mannschaft bei großen internationalen Wettkämpfen.

Samstag, 23. Juni 2007

Leichathletik-Europacup in München: Erster Tag

Christina Obergföll sorgte am ersten Tag des Europacup's in München für den Höhepunkt der Veranstaltung: Mit 70.20 m stellte sie einen neuen Europarekord auf und überbot damit um 17cm ihre eigene Bestmarke, die sie vor zwei Jahren bei den Weltmeisterschaften von Helsinki aufgestellt hatte.
Die Speerwerferin führte bis zum heutigen Tag mit 68.08 m die Weltjahresbestenliste an und hat mit ihrem neuen Rekordwurf der Konkurrenz eine weitere harte Nuss zum Knacken mit auf den Weg nach Osaka gegeben.
Es dürfte heute schon klar sein, dass Obergföll bei der WM in Japan zusammen mit der Europameisterin Steffi Nerius ein schlagkräftiges und medaillenträchtiges Duo bilden wird.

Die 8 Punkte von Obergföll trugen zu dem zwischenzeitlichen
3. Rang hinter Russland und Frankreich in der Gesamtwertung nach Tag 1 bei.
Russland konnte sich mit 17 Punkten Vorsprung auf den Zweiten, wie erwartet, absetzen. Aber zwischen dem Zweiten Frankreich und dem Vierten, Polen, liegt nur ein Punkt, Deutschland genau dazwischen. Der Kampf um Platz 2 verspricht damit viel Spannung für morgen.

Neben Obergföll konnte bei den Damen ebenfalls Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch 8 Punkte und damit den Sieg erringen. Für die 39jährige bedeutete dieser Erfolg den insgesamt 4. Sieg beim Europacup.
Der zweite Platz von Verena Sailer mit 11.35sec über die 100m läßt ebenso hoffen, wie der 3. Rang von Ulrike Urbanski über die 400m Hürden.
Beim letzten Wettbewerb des Tages, den 4x100m Staffeln der Damen und Herren belegten beide Staffeln den dritten Platz. Die Damen kamen hinter Russland und Frankreich ins Ziel und damit genau in der Reihenfolge der Gesamtwertung.
Die deutsche Herrenstaffel musste sich Frankreich und Großbritannien geschlagen geben, hat aber im Hinblick auf die WM mit Tobias Unger, der in München über die 4x100m geschont wurde, noch ein Pfund in der Hinterhand.

Bei den übrigen Herren-Wettbewerben wurden, wie bereits bei den Damen, vor allem in den technischen Disziplinen die Akzente gesetzt:
Hochspringer Eike Onnen konnte mit übersprungenen 2.30m den Sieg ebenso erringen, wie Peter Sack mit 20.28m im Kugelstoßen. Einen zweiten Platz gab es für Markus Esser im Hammerwurf, dem ersten Wettbewerb des Tages. Dabei machte es Esser besonders spannend, indem er erst im letzten, dem vierten Versuch auf die Weite von knapp 75m kam, zuvor war ihm noch kein Wurf richtig gelungen, und er lag bis dahin abgeschlagen auf Rang 6.

Die deutschen Herren lieferten sich den gesamten Tag über ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit der französischen Mannschaft, die zum Ende hin jedoch ein wenig davon ziehen und ein 5-Punkte-Polster zwischen sich und die deutsche Mannschaft legen konnte.
Mit Rang 2 am Ende dieses ersten Tages liegen die deutschen Leichtathleten jedoch auch im Soll. Bedenkt man darüber hinaus die etwas fragwürdige Disqualifikation von 5000m Läufer Arne Gabius, der das Rennen als Zweiter beendet hatte, hätte die deutsche Mannschaft sogar ganz vorne liegen können. Aber auch so sind die Franzosen durchaus in Reichweite. Jedoch muss auch auf die Polen geachtet werden, die nur 4 Punkte von der deutschen Mannschaft trennen.

Deutsche Leichathletik auf gutem Weg zur WM In Osaka?

Für die deutschen Leichtathleten und Leichtathletinnen steht an diesem Wochenende der Europacup in München auf dem Programm. Dieser prestigeträchtige Wettkampf gilt als wichtige Station auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften im japanischen Osaka, die im August stattfinden werden.
Für den Europacup hat der DLV hohe Ziele gesteckt: Platz 1 bis 2 bei den Herren, die Damen liebäugeln mit Platz 2. Der 1. Platz in der Damenkonkurrenz gilt fast schon sicher in russischer Hand, da die Russinnen in den vergangenen Jahren in Serie triumphieren konnten.

International spielt die deutsche Leichtathletik leider schon seit Jahren nicht mehr die ganz große Geige. Der Tiefpunkt wurde zweifelslos bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen mit nur zwei Medaillen erreicht.
Bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr in Göteborg sah es mit insgesamt 10 Medaillen schon wieder deutlich besser aus, aber es bleibt abzuwarten, ob sich diese positive Entwicklung auch bei der WM fortsetzen wird.
Wie schon in der Vergangenheit glänzen die deutschen Athleten vor allem in den Wurf-Disziplinen. So führen Diskuswerferin Franka Dietsch, Christina Obergföll im Speerwurf und Kugelstoßerin Petra Lammert die Weltjahresbestenliste derzeit an.
Franka Dietsch gehört damit mit ihren 39 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen und strebt an, bei ihrer 9. WM ihren Weltmeistertitel von vor zwei Jahren zu verteidigen. Ein erneuter Triumph beim Europcup in München wäre sicher ein guter Fingerzeig für die nahe Zukunft.

Bei den Herren darf man wie schon in den vergangenen Jahren auf die Stabhochspringer hoffen, aber Lobinger & Co. haben schon desöfteren nicht das erhoffte Ergebnis, eine Medaille, erreicht. Aber gerade diese Disziplin ist als eine der wenigen Disziplinen zu sehen, wo die deutsche Leichtathletik über eine große Breite verfügt. Neben Tim Lobinger, dem 34jährigen Dauerbrenner, sind Lars Börgeling, Danny Ecker oder Richard Spiegelburg immer wieder in die Weltspitze hineingesprungen. Nun, in München wird nur ein Springer an den Start gehen und sicher alles daran setzen, den ersten Platz zu erringen, der gleichbedeutend mit dem heißbegehrten WM-Ticket ist.

Ein Ausrufezeichen konnte der Hochspringer Eike Onnen in dieser Saison mit übersprungenen 2.34 m bei einem kleinen Sportfest in Garbsen setzen. Diese Leistung hat hoffnungsfrohe Fragen aufgeworfen: Kann Onnen die große Tradition im Hochspringen fortsetzen? Kann er einem Carlo Tränhardt, einem Dietmar Mögenburg oder auch einem Martin Buss folgen? - Eine Fußverletzung aus dem Jahre 2004 hat ihn die letzten Jahre über zurückgeworfen, aber in dieser Saison scheint er dieses überwunden zu haben, wofür seine Höhen über 2.30m sprechen.
Aber zunächst gilt es für Onnen, wie für die weiteren Starterinnen und Starter des DLV an diesem Wochenende das Optimum zu erreichen. - Sicher wird der Europacup ein wichtiger Fingerzeig für die deutsche Leichathletik sein, ob man sich auf dem richtigen Weg in Richtung Osaka befindet.
Die Normen gelten insgesamt als sehr hoch angesetzt, aber hoffen wir, dass möglichst viele Athleten und Athletinnen diese am Europacup-Wochenende unterbieten werden.

Montag, 18. Juni 2007

Primera Division: Meistertitel für Real Madrid

Die Königlichen aus Spaniens Hauptstadt haben durch einen 3:1 Sieg gegen RCD Mallorca am letzten Spieltag der Primera Division ihren insgesamt 30. Meistertitel feiern können.
Der FC Barcelona siegte zwar seinerseits beim Liga-Letzten und bereits seit einigen Spieltagen feststehenden Absteigers aus Tarrogona standesgemäß mit 1:5, hatte aber dennoch das Nachsehen. Beide Spitzenclubs haben 76 Punkte auf ihrem Konto, Barcelona sogar eine um 19 Tore bessere Tordifferenz. Da jedoch in der spanischen Liga, anders als in der Bundesliga, bei Punktgleichheit zunächst der direkte Vergleich und nicht die Tordifferenz zählt, hatte Real Madrid das glücklichere Ende für sich.
Die Königlichen dürfte es freuen, seit 2003 erstmals wieder den Meistertitel feiern zu können, hatten sie doch in den letzten Jahren im direkten Vergleich zum FC Barcelona zumeist das Nachsehen. Bei der herrschenden Rivalität zwischen den beiden Topclubs kein leichter Stand für die Madrilenen. Nun ist die Leidenszeit aber vorbei, und die Sonne scheint wieder im Bernabeu. - Ganz anders die Situation beim FC Barcelona: Kein Titel in der vergangenen Saison bedeutet eine große Niederlage für den ehemaligen Champions-League-Sieger!

Dritter in der Schlusstabelle der spanischen Liga wurde der Uefa-Cup-Sieger FC Sevilla mit 71 Punkten, 5 Punkte vor dem FC Valencia; beide Clubs liegen damit deutlich hinter den beiden Spitzenmannschaften aus Madrid und Barcelona.
Auf den Abstiegsplätzen hat sich am letzten Spieltag keine Veränderung mehr ergeben: Tarragona folgen R.S. San Sebastian und der galicische Club Celta Vigo in die zweite Liga. Der Traditionsclub Athletic Bilbao hat durch einen 2:0 Sieg gegen CD Levante ebenso die Klasse halten können, wie Betis Sevilla mit WM-Held David Odonkor durch einen 0:2 Sieg bei Racing Santander.

Der Siegeszug der Mardilenen am vergangenen Sonntag war gleichzeitig der letzte Auftritt von David Beckham für die Königlichen. Der ehemalige Kapitän der englischen Nationalmannschaft verlässt Madrid bekanntlich in Richtung USA nach Los Angeles, um dort seine Karriere ausklingen zu lassen.
Beckham, der zu Saisonbeginn in einem tiefen Leistungsloch steckte und zumeist nicht zum Einsatz kam, hatte diesen Wechsel bereits vor Monaten bekannt gegeben. Nach zuletzt starken Auftritten für Real hatte sich die Vereinsspitze für ein Bleiben des Stars stark gemacht, Beckham aber nicht mehr umstimmen können.

Sonntag, 17. Juni 2007

Astana Team der Stunde, Basso für zwei Jahre gesperrt

Die in Kasachstan beheimatete Radsport-Equipe Astana um Alexandre Vinokourov, Andreas Klöden und Paolo Salvodelli hat mit ihrem eindrucksvollen Auftreten beim Dauphiné Liberé ihre derzeitige Vormachtstellung im Radsport und Favoritenrolle für die Tour de France unterstrichen.

Am Mittwoch schlüpfte der Kasache Alexandre Vinokourov durch seinen Sieg im Zeitfahren ins Leader-Trikot, das er jedoch einen Tag später durch einen Einbruch am "Berg der Berge", dem Mont Ventoux, hat wieder ausziehen müssen. Er wurde von seinem Teamkollegen Andreij Kashechkin als Gesamtführender abgelöst. Kashechkin, der am Mont Ventoux den Sieg von Christoph Moreau aus Frankreich zwar nicht verhindern konnte, hat durch seine Leistung ein weiteres Ausrufezeichen hinter die Leistung seiner Mannschaft gesetzt. Am Freitag wiederum war Vinokourov zurück und konnte sich zusammen mit seinem spanischen Teamkollegen Toni Colom von Rest des Feldes absetzen. Letzterer konnte so einen weiteren Tagessieg für die kasachische Mannschaft erringen.
Astana verfügt momentan über eine so große Breite an Spitzenfahrern, die es den übrigen Teams schwer machen dürften, Vinokourov & Co den Tour-Sieg streitig zu machen. Trotz aller großen Namen und Erfolge seiner Teamkollegen, gilt Alexandre Vinokourov als alleiniger Kapitän der Equipe, der das vor der Saison neu gegründete Team zum ersten Tour-Sieg führen soll.

Leider fährt aber auch bei den Erfolgen des Astana-Teams
der Zweifel und Verdacht mit: Sind alle Fahrer sauber? Ist kein Doping im Spiel?
Vinokourov und Klöden fuhren beide lange Jahre im Team Telekom bzw. beim Team T-Mobile, wo auch Paolo Salvodelli zwischenzeitlich unter Vertrag stand. Die Machenschaften, die im Team Telekom herrschten, sind hinlänglich bekannt, so dass es unwahrscheinlich erscheint, dass diese Fahrer nicht auch in die Dopingpraktiken verstrickt waren. Aber da keine Geständnisse vorliegen und die Fahrer sich von den Aussagen ihrer ehemaligen Teamkollegen distanzieren, bleibt es bei Vermutungen.
Eine weitere Tatsache lässt an dem sauberen Sport Zweifel aufkommen: Das Astana-Team ist das Nachfolge-Team der spanischen Liberty Seguros-Equippe, die nicht nur durch ihren Manager Manolo Saiz stark in die Dopingaffäre um den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes verwickelt waren. Saiz, so heisst es, soll einen engen Kontakt zu Fuentes gepflegt haben.

Aber solange nichts bewiesen ist, sollte man den Fahrern der Astana-Mannschaft fairerweise nichts anhängen, aber zumindest Spekulationen und Vermutungen müssen in diesen Tagen erlaubt sein. - Zu tief ist der Radsport gesunken, zu viele Radsportler sind direkt oder indirekt in Dopingpraktiken verstrickt.
Mit Ivan Basso wurde nun der erste Radsportler, von dem Blutbeutel bei Fuentes sichergestellt worden sind, verurteilt: Er wurde für zwei Jahre gesperrt. Damit wurde die für Ersttäter übliche Strafe verhängt. Eine Abminderung der zwei Jahre auf 21 Monate, wie von seiner Verteidigung gefordert, gab es nicht. Basso selbst zeigt sich in diesen Tagen geständig und erkennt das Urteil an. In Berufung wird er nicht gehen. Da er bereits seit Oktober nicht mehr am aktiven Renngeschehen teilgenommen hat, ist die zwei Jahre währende Sperre bereits im Oktober 2008 um. Basso gibt als Ziel an, nach Ablauf der Sperre wieder angreifen zu wollen, ein Leben ohne Radsport könne er sich nicht vorstellen.

Deutsches Tennis auf dem Vormarsch?!

In diesen Tagen mag man sich fragen, ob die Durststrecke und Leidenszeit des deutschen Tennis, während der die Erfolge deutscher Tennisspieler äusserst sparsam gesät waren, bald der Vergangenheit angehören.
Dabei ist es nicht ein Tommi Haas oder ein Nicolas Kiefer, der in der letzten Zeit hat aufhorchen lässt. Nein, es ist vor allem dem 23jährigen Philipp Kohlschreiber zuzuschreiben, dass das deutsche Tennis in den letzten Wochen vermehrt positive Schlagzeilen schreiben konnte.
Zugegebener Massen rangiert Tommi Haas deutlich vor Philipp Kohlschreiber in der aktuellen Tennisweltrangliste, aber im Grunde wartet die Tenniswelt doch schon seit Jahren darauf, dass Hass endlich einmal die Erfolge erzielt, die man aufgrund seines Talents erhoffen durfte. Immer wieder heisst es, er sein reif für einen Grand Slam-Sieg, aber geht es dann nach Melbourne, Wimbledon & Co setzen andere Spieler die Akzente. Verletzungen haben ihn, wie auch Nicolas Kiefer, zwar immer wieder zurückgeworfen, aber dennoch fehlt die Konstanz und häufig auch der Esprit, das Feuer, die Tenniswelt länger als nur für ein paar Matches zu fesseln und zu überzeugen.

Anders Philipp Kohlschreiber: Er spielt überzeugend, er spielt begeisternd, und er hat auf seine Art etwas frisch-freches an sich, auf dass man in Deutschland gewartet hat. Hoffen wir, dass sein Aufstieg, der in erster Linie in seinem überzeugenden Daviscup-Auftrittt gegen Belgien seinen Anfang nahm, und in seinem Turniersieg von München vor wenigen Wochen seinen vorläufigen Höhepunkt fand, weiter geht.
Seine Halbfinalniederlage bei den Gerry-Weber Open von Halle
gegen Marcos Bagdhatis aus Zypern sollte in diesem Zusammenhang nicht zu negativ bewertet werden. Sicher war nach seinem eindrucksvollen Sieg gegen James Blake mehr zu erwarten, aber auch ein junger Mann wie Kohlschreiber kann nicht ein exzellentes Match nach dem anderen abliefern. Dazu fehlt ihm noch ein wenig die Erfahrung, in der absoluten Weltspitze mitzuspielen.
Aber sein Auftritt in Halle hat gezeigt, dass auch auf Rasen mit ihm zu rechnen ist. Daher darf in Hinblick auf Wimbledon auch auf ein weiteres Ausrufezeichen gehofft werden.

Die Musik spielen im internationalen Tenniszirkus aber andere: Der Schweizer Roger Federer wird nach seinem erneut gescheiterten Versuch, mit den French Open auch das letzte Grand Slam-Turnier für sich zu entscheiden, ganz sicher alles daran setzen, seinen Titel in Wimbledon zu verteidigen, um sich erneut in die Siegerlisten eintragen zu können.
Dass die Finalniederlage von Paris gegen die Nummer 2 der Welt, Rafael Nadal, nicht so einfach zu den Akten zu legen war, zeigte Federer mit seiner Absage von Halle, wo er sich in den letzten Jahren regelmässig auf Wimbledon vorbereitet hatte, erfolgreich vorbereitet hatte, wie seine Siege im westfälischen Tennismekka in den vergangenen Jahren gezeigt haben.
Nun, dennoch können wir davon ausgehen, dass die Nummer 1 der Welt top-fit in Wimbledon an den Start gehen und alles daran setzen wird, seinen letztjährigen Triumph, den er durch seinen Finalsieg gegen Nadal perfekt machte, zu wiederholen.

Eben dieser Rafael Nadal hatte im Gegensatz zu Federer in Queens erstmals die Möglichkeit, in diesem Turnier in das Halbfinale einzuziehen, was ihm aber durch seine Niederlage gegen den Franzosen Nicolas Mahut misslang.
Aber der aus Mallorca stammende Nadal gilt dennoch als einer der großen Favoriten auf dem grünen Rasen von Wimbledon. Davon abgesehen, hat er durch seine Niederlage in Queens nun auch ausreichend Zeit, am heutigen Sonntag den letzten Spieltag der spanischen Primera Divison zu verfolgen. Dort ist sein Heimatclub aus Mallorca letzter Gegner des Titelkandidaten Real Madrid. Ein Match, dass sich Nadal jetzt nun sicher nicht entgehen lassen wird.

Montag, 4. Juni 2007

Danilo di Luca gewinnt Giro d'Italia

Der italienische Radprofi Danilo di Luca hat sich erstmals in seiner Karriere den Gesamtsieg beim Giro d'Italia sichern können und ist damit die Nachfolge von Ivan Basso angetreten, der den Giro im letzten Jahr für sich entscheiden konnte.
Mit diesem vor allem für italienische Radprofis prestigeträchtigen Sieg hat der Fahrer vom Team Liquigas gleichzeitig die Führung in der Pro-Tour-Wertung von seinem Landsmann Davide Rebellin übernommen. Da di Luca jedoch nicht bei der Tour de France startet wird, vor allem da er von der Tour-Direktion wegen seiner Verstrickungen in eine Dopingaffäre um den italienischen Mediziners Carlo Santuccione aus dem Jahre 2004 im Fahrerfeld nicht gewünscht ist, bleibt abzuwarten, ob er die Pro-Tour ein zweites Mal nach 2005 gewinnen kann.

Auch Danilo di Luca haftet damit ein Dopingmakel an, wie so vielen Radprofis derzeit.
In Kürze soll gegen ihn sowie seinen Landsmann Eddy Mazzoleni, den Drittplatzierten des Giro's, ein Verfahren eröffnet werden, das ihre Verstrickungen in die Dopingaffäre aus dem Jahre 2004 klären soll. Bereits während des Giro's wurden darüber hinaus vor allen von diesen beiden Fahrern unangekündigte Dopingproben genommen, dessen Ergebnisse in Kürze vorliegen sollen.
Da inzwischen nur zu gut bekannt ist, was solche Proben ergeben können, sollten diese Ergebnisse zunächst abgewartet werden. - Man denke nur an die positiven Dopingbefunde während der letztjährigen Tour de France bei Floyd Landis, die ihm aller Wahrscheinlichkeit nach seinen Tour-Sieg kosten werden, auch wenn das Urteil noch aussteht.
Aber eines steht bereits jetzt fest, auch wenn die Ergebnisse anstandslos sein sollten: Der Zweifel, ob der Sieg mit sauberen Mitteln errungen wurde, fährt immer mit.
In den heutigen Tagen kann sich wohl niemand vollständig frei davon machen, nicht doch in jedem Fahrer, in jedem Sieg ein potentielles Dopingvergehen zu sehen, vor allem dann, wenn besagter Fahrer in der Vergangenheit bereits auffällig war. Dieses ist sehr tragisch für den Radsport, aber nach den Enthüllungen und Aufdeckungen des letzten Jahres und vor allem der letzten Wochen, muss dieses einfach in Betracht gezogen werden!

Samstag, 2. Juni 2007

THW Kiel holt Meistertitel: Das Triple ist perfekt!

Der THW Kiel ist endgültig im Handball-Olymp angekommen!
Nach dem Gewinn des DHB-Pokals und der Champions-League haben die Kieler mit ihrem heutigen Sieg gegen die HSG Nordhorn nicht nur den 13. deutschen Meistertitel der Vereinsgeschichte errungem, sondern auch das Triple perfekt gemacht!
Siege in allen drei Wettbewerben der Saison ist eine Leistung, die nicht hoch genug zu würdigen ist!
Als letztem deutschen Verein ist dieses 1983 dem VfL Gummersbach gelungen. Jedoch ist der Triple-Gewinn des THW Kiel als fast noch höher einzuschätzen, da zum einen die Leistungsdichte in der Handball-Bundesliga heute höher zu bewerten ist als noch 1983, und da zum zweiten die Champions-League einen deutlich höheren Stellenwert besitzt, als der damals noch ausgetragene Cup der Landesmeister.

Der 34:28 Sieg gegen die HSG Nordhorn an diesem abschließenden Spieltag verwandelte die Kieler Ostseehalle in ein Tollhaus!
Tausende von Fans bejubelten die Erfolgsmannschaft aus Schleswig-Holsteins Hauptstadt! Die Mannschaft von Noka Serdarusic hat damit der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte mit dem Gewinn des deutschen Meistertitels die Krone aufgesetzt!
Dieser Erfolg ist noch höher einzuschätzen als ohnehin, da Noka Serdarusic über weite Strecken der Saison mit nur acht gesunden Spielern auskommen musste. Unter diesen unsere beiden Weltmeister Christian Zeitz und Domink Klein, aber auch der Franzose Nicola Karabatic, der eine überragende Saison gespielt hat und zu Recht als bester Spieler der Saison ausgezeichnet worden ist.

Der HSV Hamburg, der punktgleich mit den Kielern, aber mit einer um 96 Toren schlechteren Tordifferenz in diesen letzten Spieltag gegangen ist, hat trotz des 32:36 Sieges in Göppingen die Kieler nicht mehr vom Platz an der Sonne vertreiben lkönnen. Dennoch hat auch der Klub aus der Hansestadt eine herausragende Saison gespielt, die ihre Höhepunkte im Gewinn des Europapokals der Pokalsieger und der Vize-Meisterschaft fand. Zu Recht ist Trainer Martin Schwalb stolz auf seine Mannschaft, die zudem durch ihr beherztes Auftreten die Bundesliga spannend bis zum letzten Spieltag gestaltet. hat.
Neben dem THW Kiel und dem HSV Hamburg zogen die SG Flensburg-Handewitt und der VfL Gummerbach, die diese Saison auf den Plätze drei und vier beendeten, in die Champions-League ein.

Claudia Pechstein: Trainingsauftakt in Norwegen

Claudia Pechstein hat ihre Konsequenzen aus der mangelnden Unterstützung der Deutschen Eislauf-Union (DEU) gezogen und ist nach Oslo gezogen, um zukünftig mit der norwegischen Nationalmannschat zu trainieren.
Es ist als ein Armutszeignis für die DEU zu werten, dass sie der erfolgreichsten Winterolympioniken nicht die Trainingsbedingungen bieten konnte, die sie für ein erfolgreiche Saison benötigt. Es fehlten in erster Linie männliche Traningspartner als Zugmaschine auf dem Eis, die sie nun in Norwegen vorfindet.
Es wäre zudem nicht erstaunlich, wenn vor allem die norwegischen Eisscnellläuferinnen, die z.Z. mit Maren Haugli nur eine Top-Läuferin haben, von dieser Trainingsallianz profitieren würden und mehr junge Läufer8innen nach vorne bringen könnten.

Mit ihrer Entscheidung, zukünfig im Ausland zu trainieren, tut es Claudia Pechstein damit zudem Annie Friesinger gleich, die es bereits nach Holland gezogen hat. In Deutschland scheinen Top-Läuferinnen keine optimalen Bedingungen vorfinden zu können. Einzig Daniela Anschütz-Thoms trainiert als die Dritte der deutschen Top-Läuferinnen, weiterhin in Deutschland.

Sowohl Claudia Pechstein als auch Annie Friesinger starten zwar weiterhin fur Deutschland, aber es mag der Eindruck aufkommen, dass die Flucht von diesen beiden Läuferinnen ins Ausland bereits ein Vorgeschmack auf die Zeit nach dem Karriere-Ende der beiden Vorzeigeläuferinnen sein könnte.
So wenig, wie es der DEU gelungen ist, den beiden geeignete Traningsbedingungen im Heimatland zu bieten,, so wenig ist es bislang gelungen Nachwuchsläuferinnen in die (erweiterte) Weltelite zu bringen. So wie sich die Dinge zur Zeit darstellen, könnte der über Jahrzehnte überaus erfolgreiche Eisschnelllauf in wenigen Jahren in der Versenkung der Erfolglosigkeit verschwinden...
Dieses mögen äußerst negative Prophezeihungen sein, aber so ganz abwegig erscheinen sie leider nicht.