Der grosse Favorit im Staffelrennen der Herren, die deutsche Staffel, konnte ihrer Favoritenstellung nicht gerecht werden und verpasste sogar den Sprung auf das Podium und wurde nur Vierter... - Das ist eine herbe Enttäuschung für die Mannen um unseren Weltcupspitzenreiter Tobias Angerer.
Damit hat die Staffel erstmals seit 6 Jahren keine Medallie bei WM oder Olymia erringen können. Seit Lahti 2001, wo die deutsche Herren-Staffel zu Bronze lief, gab es bei WM und Olympia immer Silber bzw. Bronze - und heute nur die blecherne Medallie für den 4. Platz ... - Das ist bitter und enttäuschend, das muss leider auch in dieser Deutlichkeit gesagt werden.
Denn schließlich standen heute die Chancen gut wie nie, endlich auch mal bei einer der wichtigen Staffelentscheidungen bei WM oder Olympia ganz oben zu stehen. Kaum jemand zweifelte daran, dass die deutsche Staffel um den Titel mitlaufen würde. Die Vorzeichen standen mit den bereits errungenen Medallien durch Axel Teichmann und Tobias Angerer und dem guten Auftreten der beide anderen Staffelläufer Jens Fillbrich und Franz Göhring sehr gut. Zudem hatte die deutsche Staffel auch die letzte Staffel im Weltcup mehr als nur souverän gewonnen.
Aber es sollte leider ganz anders kommen: Unser Starläufer Jens Fillbrich wurde seinem Ruf als gewohnt zuverlässiger Staffelläufer zunächst gerecht und übergab mit den ersten Läufer an die Nummer zwei, den jungen Franz Goehring, der mit Größen wie dem Norweger Odd-Bjoern Helmesett und Vincent Vittoz auf seine drei Schleifen ging. Und es war der norwegische Altmeister Helmesett, der das Feld durch seine extremes Tempo regelrecht auseinderriss - nur die russische und schwedischen Staffeln konnten folgen, Franz Goehring leider nicht. Er übergab mit ca. 20sec auf Tobias Angerer. Für einen Angerer in Top-, und möglicherweise auch in Normalform wäre es kein Problem gewesen, die Lücke zu schließen, auch wenn vorne keine Unbekannten liefen, so der neue 15km Weltmeister Lars Berger. Aber Angerer hatte heute leider keinen guten Tag erwischt, so dass der Abstand sogar noch auf ca. 40sec anwuchs. - Das war nun eine harte Bürde für unseren Schlussläufer Axel Teichmann. Der Lobensteiner bemühte sich, entgegen seiner gewohnten Renneinteilung, gleich zu Beginn Tempo zu machen, aber der Abstand verringerte sich nur um Sekunden. Damit war schon bald klar, dass Teichmann nicht eine Wiederholung seiner grandiosen Aufholjagd der letzten WM, bei der er die Mannschaft noch von Platz 4 auf den zweiten Platz nach vorne bringen konnte, gelingen würde. Er konnte zwar den zunächst mit ihm laufenden französische Schlussläufer abhängen, aber mehr als der 4. Platz war nicht drin.
Bitter, aber so ist der Sport. - Ergebnisse und Sieger lassen sich nicht planen und voraussagen, es können immer wieder eine schlechte Tagesverfassung oder auch Pech dazu kommen, die ein gutes Abschneiden verhindern. Und im Gegensatz zu dem Olympiasieger Italien ist die deutsche Mannschaft noch verhältnismäßig glimpflich davon gekommen. Die Italiener, ebenfalls mit Medallienaussichten an den Start gegangen - schließlich hatte man vor einem Jahr in Turin den Olympiatitel erringen können -, mussten schon nach ihrem Startläufer die Medallienhoffnungen begraben, da dieser dem zweiten Läufer, 50km-Olympiasieger Giorgio di Centa bereits einen Rucksack von ca. 1 Minute mit auf den Weg gab. - So kam am Ende gar nur der 9. Platz heraus... - Bitter für den Olympiasieger!
Die Medallien aber machten Norwegen, Russland und Schweden unter sich aus, die in eben dieser Reihenfolge über den Zielstrich liefen. Damit konnten sich die Norweger einmal mehr den Staffeltitel sichern. Ihr Schlussläufer Petter Northung hatte mit einem langen Sprint das Rennen bereits vor der Zielgeraden zu seinen Gunsten entscheiden können.
Der Russe Jewgeni Dementjew, seines Zeichens Verfolgungs-Olympiasieger, konnte Northung zwar nicht folgen, konnte aber seinerseits den als nicht so sprintstark geltenden Anders Södergren in Schach halten. - Und die Medallien waren vergeben. Da zählt es leider nicht viel, dass Axel Teichmann etwa 40sec nach den siegreichen Norwegern als Vierter über die Ziellinie lief.
Aber wolle wir nicht zu sehr verzagen. Es steht ja immerhin der Weltmeistertitel durch Axel Teichmann und zwei weitere Medallien für Tobias Angerer zu Buche. - Das ist ein großer Erfolg, der ein wenig über das schwache Staffelrennen hinwegtrösten dürfte. - Wenn nicht heute, so dann aber sicher in den nächsten Tagen und Wochen.
Ob unsere Langlaufhelden auf den abschließenden 50km, die im klassischen Stil gelaufen werden, noch einmal auf das Podium stürmen können, erscheint zunächst unwahrscheinlich. Aber im Launglauf ist vieles möglich, wie wir heute einmal mehr sehen konnten!
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