Sonntag, 30. September 2007

Paolo Bettini verteidigt WM-Titel

Die Rad-Straßenweltmeisterschaften von Stuttgart fanden heute mit dem Straßenrennen der Herren ihr Ende und traditionell auch den Höhepunkt, zumindest aus sportlicher Sicht.
Die Querelen im Vorfeld des Startschusses trübten jedoch die Vorfreude auf dieses Rennen mehr als deutlich, und auch das ZDF entschied, wie schon während der Tour de France, aus der Live-Berichtserstattung auszusteigen und stattdessen nur eine Zusammenfassung des Rennens nach der Zieldurchfahrt zu senden.

Als das Rennen in seine entscheidende Phase trat, spielte gerade der Radfahrer eine entscheidende Rolle, der ob seiner Weigerung, die Ehrenerklärung zu unterschreiben, für viel Unruhe, Diskussionen, ja sogar zu einer Gerichtsentscheidung geführt hatte: Paolo Bettini.
Der Italiener war neben dem Russen Aexandr Kolobnev, Cadel Evans aus Australien, dem Luxemburger Frank Schleck und dem Lokalmatadoren Stefan Schumacher aus Nürtingen in einer fünfköpfigen Spitzengruppe vertreten.
Auf den letzten Kilometern und Metern konnte sich keiner dieser Fünf entscheidend absetzen, so dass der Weltmeistertitel im Sprint dieser Ausreissergruppe entschieden werden musste. Da Paolo Bettini als stärkster Sprinter dieser Gruppe gilt, war es keine Überraschung, dass der Italiener als erster über die Ziellinie fuhr und damit seinen Titel verteidigen konnte.
Nach der Zieldurchfahrt entlud sich die Anspannung Bettini's: Man konnte seinem Gesicht und seinen Tränen im Zielraum ansehen, dass die letzten Tage nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sind. - Wahre Freude sieht anders aus. Nun, im Finale hat sich der Olympiasieger als der Stärkste erwiesen und hat damit den Weltmeistertitel erneut erringen können.
Aber es bleibt ein bitterer Beigeschmack bei diesem Sieg. Es stößt auf Unverständnis, warum ein Radprofi, der eine weiße Weste zu haben vorgibt, sich weigert eine Ehrenerklärung zu unterschreiben, bei der er im Falle eines Dopingvergehens ein Jahresgehalt hätte zurückzahlen müssen ...

Aus deutscher sportlicher Sicht gingen diese Radweltmeisterschaften sehr zufriedenstellend zu Ende: Stefan Schumacher holte sich hinter dem Russen Alexandr Kolobnev Bronze!
Erik Zabel, die zweite deutsche Spitze, kam als 18. im Ziel an.

Deutschland ist Weltmeister: Goldige Titelverteidigung in China!

In einem spannenden Finale der Frauen Fussball-Weltmeisterschaften in China traf Titelverteidiger Deutschland auf Brasilien, das sich im Halbfinale etwas überraschend gegen den zweifachen Weltmeister USA durchsetzen konnte.
Das deutsche Team war also gewarnt ob der Spielstärke der Südamerikanerinnen, aber die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid ging beherzt ins Spiel und wollte das fortsetzen, was sie das gesamte Turnier über gezeigt hatte: Das eigene Tor sauber halten und vorne die entscheidenden Akzente setzen.

Die erste Halbzeit gehörte aber zunächst den Brasilianerinnen um Weltfussballerin Marta und die ehemalige Wolfsburgerin Cristiane. Die deutsche Mannschaft stand zwar hinten gewohnt sicher in der Viererkette, aber nach Vorne lief vergleichsweise wenig. Zudem hatten sie mit dem mitunter nickeligen Spiel der Selecao mit versteckten Fouls und Protesten in Richtung der australischen Schiedsrichterin zu kämpfen.
Silvia Neid dürfte in ihrer Halbzeitansprache jedoch die richtigen Worte an ihre Offensiv-Abteilung gefunden haben, da die deutsche Mannschaft wesentlich besser aus der Pause kam als die Südamerikanerinnen. Und endlich klappte es auch mit dem Tore-Schiessen: In der 52. Minute erzielte Kapitänin Birgit Prinz nach Zuspiel von Sandra Smisek das erlösende 1:0 für Deutschland! Dieses 5. Tor von Prinz im laufenden Turnier war in der Tat Gold wert.
In der Folgezeit sah sich die deutsche Elf jedoch einem Sturmlauf der Brasilianerinnen ausgesetzt, bei denen vor allem Cristiane, Daniela und Marta zu gefallen wussten. Und die Weltfussballerin Marta war es dann auch, die in der 64. Minute einen Elfmeter gegen Linda Bresonik herausholte. Dieser Elfmeter war wohl berechtigt, die Gelbe Karte für Bresonik schien allerings zu hart. Alle Blicke richteten sich nun auf Torfrau Nadine Angerer, die in beeindruckender Manier ihr Tor bis zum Finale hin sauber halten konnte und einen wohl Ewig-Rekord aufstellen könnte, ohne Gegentor Weltmeister zu werden. - Dieses war bislang weder im Frauen- noch im Herren-Fussball gelungen. An diesen möglichen Rekord dürfte Angerer, die Katze aus Potsdam, aber wohl kaum gedacht haben, als die gefoulte Marta zum Strafstoß trat. Und - Nadine Angerer hält den Elfmeter!!

In der Folgezeit kam das deutsche Offensiv-Spiel wieder etwas besser in Fahrt. So fiel in der 86. Minute auch das vorentscheidende 2:0 durch Simone Laudehr, die einen Eckstoß von Renate Lingor in's brasilianische Tor einköpfen konnte!
Der Bann war gebrochen, der Jubel brach nicht nur auf der deutschen Bank aus - und auch die Schlussoffensive der Brasilianerinnen, die deutlich schwächer ausfiel als noch der Ansturm nach dem deutschen Führungstreffer, konnte nichts mehr ausrichten: Deutschland's Fussball-Frauen sind zum zweiten Mal Weltmeister!!!
Als erstes Frauen-Team gelang es der deutschen Mannschaft den vor vier Jahren in den USA gewonnenen Titel zu verteidigen! Und das in beeindruckender Manier! Als erste Mannschaft überhaupt gelang es ihnen diesen Titel ohne einzigen Gegentreffer zu gewinnen! Nadine Angerer wird damit wohl einen Rekord für die Ewigkeit aufgestellt haben, den sie zum einen ihrer eigenen weltmeisterlichen Leistung zu verdanken hat, aber die zum anderen auch der hervorrangender deutschen Abwehrarbeit zu danken ist. - DEUTSCHLAND IST WELTMEISTER!!!

"Fall Bettini" wirft Schatten auf Rad-WM in Stuttgart

Es hätte so schön sein können: Die besten Radsportler der Welt treffen sich zum letzten großen Saisonhöhepunkt bei den Welttitelkämpfen in Stuttgart, um den Besten unter ihnen zu küren, den Straßenweltmeister.
Aber so ungetrübt ist die Welt in der schwäbischen Hauptstadt leider nicht. Anstatt sportlicher Erfolge, wie etwa der Weltmeistertitel im Zeitfahren durch Hanka Kupfernagel, steht wieder einmal das Thema Doping im Vordergrund. Dass dieses so ist, hat sich bereits seit Monaten angekündigt, wenngleich auch immer die Hoffnung bestand, dass der Sport selber im Mittelpunkt stehen wird und nicht Doping.

Nach der dopingerschütterten Tour de France im vergangenen Juli stand der Weltradsportverband nicht im allerbesten Licht da. Für viele war es beispielsweise unverständlich, dass die UCI vor Start der Großen Schleife nicht bekannt gegeben hatte, dass der Däne Michael Rasmussen seiner Meldepflicht nicht wie gefordert nachgekommen ist. Welch hohe Wellen dieses dann während der Tour geschlagen hat, ist noch allzu gut bekannt. Es war daher auch nur allzu verständlich, dass Organisationen, wie die Tour-Direktionen erbost über das Verhalten der UCI war, und es kamen immer wieder Zweifel auf, wie ernst es der Weltradsportverband mit seinem Kampf gegen Doping tatsächlich meint.

Im Vorfeld der WM hat sich die Stadt Stuttgart, die bekanntermaßen als eine, wenn nicht sogar die Sportstadt Deutschlands gilt, für eine WM stark gemacht, bei der alles getan wird, um eine möglichst saubere WM durchführen und dem Radsport so zumindest ein wenig Glaubwürdigkeit zurückgeben zu können.
Der Umfang an Dopingproben vor und während der WM wurde enorm erhöht und die WM-Organsiatoren machten es der Tour de France gleich und forderten von jedem Starter eine Unterschrift unter die Anti-Dopingerklärung. Dieses war soweit auch mit der UCI abgestimmt.
Als sich aber nun herauskristallisierte, dass der Titelverteidiger und amtierende Olympiasieger Paolo Bettini sich weigert, diese zu unterschreiben, schieden sich die Geister zwischen den WM-Organsiatoren und der UCI, und auch der BDR mit Präsident Rudolph Scharping an der Spitze verhielt sich nicht unbedingt so, wie man von einem konsequenten Kampf gegen Doping hätte erwarten dürfen.
Ja, die Stadt Stuttgart wollte sogar vor Gericht durchsetzen, Bettini die Starterlaubnis zu entziehen. Das Landesgericht Stuttgart wies jedoch die Einstweilige Verfügung gegen einen Start Bettinis ab, was auch zu erwarten gewesen war, da die Ehrenerklärung bekanntermaßen nicht gerichtsfest ist. Die UCI mit ihrem Präsidenten Pat McQuaid hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits gegen den WM-Gastgeber gestellt und für einen Start Bettini's plädiert. Zudem ist ein Streit entbrannt um Gelder, die die WM-Stadt an die UCI zu zahlen hat. McQuaid kündigte bereits rechtliche Schritte um, um die von der Stadt Stuttgart zurückgehaltene Gelder in Höhe von 675000 € zu erhalten. Die Haltung Stuttgarts brachte der Oberbürgermeister jedoch auf den Punkt, indem er sagte, dass die Stadt Stuttgart keine Steuergelder an Verbände gäbe, die Doping nicht konsequent bekämpfen.

Die Haltung und das Verhalten des WM-Gastgebers ist konsequent und gegen Doping ausgerichtet. Das verdient höchste Bewunderung in einer Zeit, in der immer wieder letztendlich meist recht leere Versprechen gegeben werden, einen Neuanfang ohne Doping im Radsport anzustreben und durchzusetzen.
Stuttgart hat das getan, was in ihrer Macht steht und die WM-Organisatoren verdienen es nicht, an den Pranger gestellt zu werden. Nein! Denn sie tun etwas!
Dass dieses Verhalten von der UCI nicht mitgetragen wird, ist traurig. So kann man sich kaum vorstellen, dass ein Neuanfang tatsächlich gelingt.

Zudem hat sich die Stadt Stuttgart möglicherweise durch ihr Verhalten die Ausrichtung weiterer Sportgroßereignisse verbaut, da es denkbar ist, dass auch andere Verbände eine derartige Konfrontation scheuen.
Dass wäre mehr als schade, denn dass Stuttgart es wie kaum eine zweite Stadt versteht, Sportereignisse zu zelebrieren, ist weit bekannt, man denke nur an die Leichtathletik Weltmeisterschaft.
Nun, wie sich dieses Thema weiterentwickeln wird, wird die Zukunft zeigen. Für das Hier & Heute kann festgehalten werden, dass der Radsport noch einen ganz weiten Weg vor sich hat, den Dopingsumpf hinter sich zu lassen. Und vor diesem Hintergrund ist es leider wieder einmal eher zweitrangig, wer das heutige abschließende Straßenrennen der Männer gewinnt.

Mittwoch, 26. September 2007

Frauen Fussball-WM: Deutschland im Endspiel

Die deutsche Frauen-Fussball-Nationalmannschaft darf weiterhin von der erfolgreichen Titelverteidigung träumen: Im Halbfinale besiegte die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid Norwegen mit 3:0.

Die deutsche Mannschaft kam zunächst schlechter in die Partie als die spielstarken Norwegerinnen, von denen sie sich nach wenig überzeugender Leistung im letzten WM-Vorbereitungsspiel 2:2 trennten. So hatten die Skandinavierinnen in der ersten Halbzeit durchaus mehr vom Spiel als der Titelverteidiger. Daher fiel der Führungstreffer der deutschen Mannschaft kurz vor der Pause auch ein wenig überraschend, wobei jedoch die Norwegerinnen durch ein Eigentor nach einer Flanke von Birgit Prinz deutlich nachhalfen.
Nach Anpfiff der zweiten Halbzeit war zu spüren, dass dieser Treffer der deutschen Elf Sicherheit gab.
Die Norwegerinnen kamen zwar im Verlauf der Partie immer wieder in die Nähe des deutschen Tores, aber spätestens Torfrau Nadine Angerer wusste den deutschen Kasten, wie schon während des gesamten Turniers, torfrei zu halten.
In der 72. Minute brachte Kerstin Stegemann, deren Schuss noch von einer Norwegerin abgefälscht wurde, das deutsche Team endgültig auf die Siegerstraße, ehe die eingewechselte Martina Müller einen kapitalen Abspielfehler der Norwegerinnen in der 75. Minute zum 3:0 Endstand nutzte.
Die Skandinavierinnen hatten sich in dieser Phase des Spieles bereits aufgegeben: Die deutsche Mannschaft kam immer wieder zu Torchancen, so dass das Ergebnis noch wesentlich deutlicher hätte ausfallen können.

Die deutsche Mannschaft steht damit zum dritten Mal nach 1995 und 2003 in einem WM-Finale und darf weiterhin von der historischen Titelverteidigung träumen.
Dass diese Träume durchaus realistisch sind, zeigt ein Blick in die Statistik dieser WM: Die deutsche Elf hat bei ihren bisherigen 5 Auftritten noch keinen Gegentreffer kassiert und nur gegen England nicht als Sieger vom Platz gehen können. Dieses sind beste Voraussetzungen, um auch im Finale zu bestehen.
Der Gegner der deutschen Mannschaft wird im morgigen Halbfinale zwischen den USA und Brasilien ermittelt.

Montag, 24. September 2007

Mentschow triumphiert zum zweiten Mal bei der Vuelta

Der Russe Dennis Mentschow hat nach 2005 zum zweiten Mal die Vuelta a Espagna für sich entscheiden können.
Im Gegensatz zu seinem ersten Triumph konnte er in diesem Jahr seinen Sieg aber direkt feiern. Vor zwei Jahren wurde ihm der Gesamtsieg aufgrund des positiven Dopingbefundes des zunächst als Sieger gefeierten Roberto Heras lediglich nachträglich zugesprochen.
Einen wichtigen Grundstein für seinen Erfolg legte der Rabobank-Profi sicherlich auf der 10. Etappe, als er in Adorra Arcalis triumphieren konnte. Bereits vor dem entscheidenden Einzelzeitfahren am vergangenen Samstag hatte der Russe so einen deutlichen Vorsprung vor dem CSC-Profi Carlos Sastre sowie den für das baskische Euskaltel-Team fahrenden Samuel Sanchez herausfahren können. Sastre gilt als eher schwächerer Zeitfahrer, Sanchez hingegen warf am Samstag noch einmal alles in eine Waagschale und konnte so auch den Tagessieg erringen. Da jedoch Mentschow auf Platz 2 nur 12 sec zurück lag, änderte sich in der Gesamtwertung nichts Wesentliches.
Und auch die letzte Etappe, die der Italiener Daniele Bennati im Massensprint für sich entscheiden konnte, änderte nichts mehr an Mentschow's zweitem Vuelta-Sieg, sie war eher ein Schaulaufen der Sieger, wie es traditionell auch auf der letzten Etappe der Tour de France der Fall ist.

Auch aus deutscher Sicht kann die diesjährige Spanienrundfahrt durchaus als Erfolg gewertet werden, gab es doch schließlich drei deutsche Tagessiege: Erik Zabel siegte in Zaragossa im Massensprint und konnte damit seinen insgesamt achten Vuelta-Tageserfolg feiern, Bert Grabsch siegte sensationell beim ersten Einzelzeitfahren, und auch Andreas Klier konnte sich in die Siegerliste eintragen.

Die letzte große Landesrundfahrt des Jahres 2007 gehört damit der Vergangenheit an. Die Radsportwelt blickt dagegen nun gespannt nach Stuttgart, wo in dieser Woche die Straßenweltmeisterschaften stattfinden. Wieviel wurde darüber geschrieben, darüber gesprochen, ob diese Welttitelkämpfe in Stuttgart tatsächlich stattfinden sollen bzw. können. Es gab Momente, da schien der Dopingsumpf die WM in Stuttgart mit verschlungen zu haben. Dass die Weltmeisterschaften nun aber doch wie ursprünglich geplant im Schwabenland stattfinden, ist sicherlich positiv zu werten. Es wäre ein vehementer Schlag gegen den Radsport gewesen, hätten sich die Offiziellen gegen diese WM entschieden. Und wem hätte eine Absage letztendlich geholfen?! - Auf diese Frage eine Antwort zu finden, fällt schwer.
Natürlich kann darüber diskutiert werden, ob Fahrern mit einer Dopingverangenheit die Teilnahme verwehrt bleiben soll oder nicht. Und sicherlich ist es absolut korrekt, ja erforderlich, die Anzahl an Dopingproben und die Überwachung der Fahrer zu steigern, aber letztendlich freut es doch, dass diese Welttitelkämpfe nun doch endlich starten. Es bleibt aber dennoch zu hoffen, dass der sportliche Aspekt siegen wird!

Flensburg neuer Spitzenreiter der Handball-Bundesliga

In der Handball-Bundesliga hat es am sechsten Spieltag einen Wechsel an der Tabellenspitze gegeben: Die SG Flensburg-Handewitt löste den großen Favoriten THW Kiel als Tabellenführer ab.
Aber damit nicht genug: Nicht nur dass Flensburg den THW vom ersten Platz verdrängte, nein - die Flensburger schlugen den Erzrivalen aus Kiel zudem in der heimischen Campushalle mit 37:32 und beschehrten dem Champions-League-Sieger der vergangenen Saison damit die erste Saisonniederlage.

Derzeit Dritter hinter Flensburg und Kiel ist der HSV Hamburg, der in Minden einen 29:33 Sieg erreichen konnte. Damit stehen die drei Top-Vereine der Liga vereint an der Spitze.
Der HSV Hamburg hat zudem ein Spiel weniger als Flensburg und Kiel absolviert, was die zwei Punkte Rückstand der Hamburger auf Flensburg zusätzlich in einem anderen Licht erscheinen lassen.

Den 6. Spieltag beschloss heute die Partie Wilhelmshavener HV gegen TuSEM Essen in der Wilhelmshavener Nordfrost-Arena. Für beide Teams war dieses eine sehr wichtige Partie, schließlich ging es gegen einen direkten Konkurrenten um den Nicht-Abstieg. Beide Mannschaften hatten im Vorfeld als Saisonziel den Klassenerhalt ausgegeben. Wilhelmshaven, das die letzte Saison auf Rang 11 beenden konnte, musste mit einem auf 13 Spieler begrenzten Kader in die neue Saison gehen, was sicherlich nicht die besten Voraussetzungen sind.
TuSEM Essen hat zwar eine großen Namen im Handball, muss aber nach dem Zwangsabstieg aus der ersten Liga als Aufsteiger zunächst wieder Fuß fassen.


So wurde es denn ein spannendes Spiel, das der WHV über weite Strecken bestimmte. In der Schlussphase wurde es jedoch noch einmal extrem eng für die Jadestädter, als sie, in Unterzahl spielend, 30 Sekunden vor Schluss bei Ballbesitz und beim Stande von 25:24 den entscheidenden Treffer nicht setzen konnten und stattdessen die Essener die große Chance zum Ausgleich hatten. TuSEM nahm in dieser dramatischen Schlussphase den Torwart heraus und hatte mit dem ehemaligen Wilhelmshavener David Katzirsk einen weiteren Feldspieler auf dem Platz, aber sie nutzten diese große Chance nicht. - Sehr zur Freude der 2140 Zuschauer in der Nordfrost-Arena!
Wilhelmshaven steht nun mit ausgeglichenen Punktekonto auf dem 10.Platz, TuSEM Essen mit 3:9 Punkten auf Rang 14.

Samstag, 22. September 2007

Deutsche Frauen-Fussball-Nationalmannschaft erreicht WM-Halbfinale

Die deutsche Frauen-Fussball-Nationalmannschaft hat als erste Mannschaft bei der WM in China das Halbfinale erreicht!
Die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid besiegte Nordkorea in einer über lange Zeit ausgeglichenen Partie letztendlich doch noch deutlich mit 3:0 und steht damit zum vierten Mal in der Runde der letzten Vier bei einer WM. - Eine erfolgreiche Titelverteidigung ist somit nach wie vor möglich.

Nach verhaltenem Beginn konnte sich die deutsche Elf zunächst nur wenige Torchancen erarbeiten. Aber rechtzeitig vor dem Pausenpfiff erzielte Kerstin Garafrekes in der 44. Minute dann doch noch die 1:0 Führung, Garafrekes 28. Länderspieltor war damit ein ganz besonderes.
Die Nordkoreanerinnen kamen elanvoll aus der Pause und waren deutlich am Drücker. Es war jedoch wiederum die deutsche Mannschaft, die den Ball im gegnerischen Tor versenken konnte: Renate Lingor erzielte in der 67. Minute das vorentscheidende 2:0. In der 72. Minute machte Annike Krahn den 3:0-Sieg perfekt.

Im zweiten Halbfinale des Tages besiegten die USA England klar mit 3:0. Die Halbfinalgegner der US-Amerikanerinnen und von Titelverteidiger Deutschland werden am morgigen Sonntag ermittelt. Norwegen und Gastgeber China spielen den deutschen Gegner sowie Brasilien und Australien denjenigen der US-Girls aus.
Am Mittwoch heisst es dann für die Mädels von Bundestrainerin Neid, die in diesen Tagen ihren Vertrag mit dem DFB vorzeitig bis 2011 verlängert hat, im Halbfinale zu bestehen, um erneut in das WM-Finale einziehen zu können.

Montag, 17. September 2007

Deutschland's Fussballfrauen im WM-Viertelfinale

Titelverteidiger Deutschland hat bei den Fussball-Weltmeisterschaften der Frauen in China souverän als Gruppenerster das Viertelfinale erreicht.
Nach dem historischen 11:0 Sieg gegen Argentinien - wenn ein solches Ergebnis doch mal die Herren der Schöpfung erreichen könnten - und dem eher mageren 0:0 gegen England musste am heutigen Nachmittag mindestens ein Unentschieden gegen Japan erreicht werden, um den Viertelfinaleinzug perfekt zu machen.

Die Elf von Bundestrainerin Silvia Neid zeigte gegen Japan eine so überzeugende Leistung, die weiterhin von der historischen Titelverteidigung träumen lässt.
Weltfussballerin Birgit Prinz brachte Deutschland mit ihrem vierten WM-Treffer in der 21. Minute mit 1:0 in Front. Kurz vor Schluss in der 87. Minute machte Renate Lingor per Foulelfmeter den Sieg perfekt.
Neben Deutschland hat sich ebenfalls bereits England durch einen 6:1-Sieg gegen Argentinien zum 2. Mal nach 1995 für die Runde der letzten Acht qualifiziert. Die weiteren Mannschaften werden in den nächsten Tagen ermittelt.

Russland neuer Europameister, Deutsche Basketballer auf Rang 5

Während die deutsche Basketball-Nationalmannschaft nach einem 80:71-Sieg gegen Kroatien mit Platz 5 einen letztendlich versöhnlichen EM-Abschluss feiern konnte, lief im Land des Gastgebers am gestrigen Abend nicht alles nach Plan.

Es sollte das Finale schlechthin werden, das den Weltmeister Spanien erstmals auch auf den nationalen Thron sollte steigen lassen. Aber es kam anders: Der große Titelanwärter Spanien verlor wenn auch denkbar knapp mit 59:60 gegen Russland. Damit konnte Rekordeuropameister Russland im Basketball seit langer Durststrecke wieder einmal einen EM-Titel feiern, den Spaniern blieb jedoch nur, wie schon des öfteren, der zweite Platz.
Ob die Iberer sich über diesen Vize-EM-Titel freuen können, ist zumindest für den Moment fraglich. Zu groß war die Erwartungshaltung und Vorfreude, dass der amtierende Weltmeister im eigenen Land Europameister würde werden können.

Die deutschen Basketballer wären im Falle einer Vize-Meisterschaft sicherlich regelrecht aus dem Häuschen gewesen. Aber sein wir ehrlich: Eine derartige Leistung ist für die Truppe von Dirk Bauermann derzeit kaum zu schaffen. So gleicht auch das Auftreten von Nowitzki & Co. bei diesen Titelkämpfen eher einer Berg- und Talfahrt, als einem souveränen Auftreten.
Jedoch sollte nicht vergessen werden, dass die deutsche Mannschaft genau dann Leistung gebracht hatte, als es am wichtigsten war: Im letzten Spiel der Zwischenrunde gegen Italien und im Platzierungsspiel gegen Slowenien.
In einer solchen Situation den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und als Sieger vom Platz zu gehen, verdient größte Anerkennung und läßt auch für die Zukunft hoffen. Daher erscheint es auch nicht unmöglich, dass die deutsche Mannschaft über den Umweg des Qualifikationsturniers doch an den Olympischen Spielen von Peking teilnehmen kann. - Sicherlich würde dann nicht nur für Dirk Nowitzki ein Traum in Erfüllung gehen!

Samstag, 15. September 2007

Deutsche Basketballer erreichen nach Krimi Olympia-Qualifikationsturnier

Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft um Super-Star Dirk Nowitzki hat nach einem wahren Basketball-Krimi gegen Slowenien in jedem Fall Platz 6 bei den Europameisterschaften in Spanien erreicht.
Nach dem 55:83-Debakel im Viertelfinale gegen den Weltmeister und großen Favoriten auf den EM-Sieg, Spanien, musste das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann heute beim ersten Platzierungsspiel gegen Slowenien antreten. Ein Sieg hätte die sichere Teilnahme am Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in Peking bedeutet. Bei einer Niederlage hätte das zweite, letzte Platzierungsspiel gewonnen werden müssen.

Die Ausgangslage war daher von Anfang an klar: Es musste nach Möglichkeit ein Sieg gegen die Slowenen, gegen die die deutschen Basketballer in der Zwischenrunde mit 47:77 regelrecht untergingen, her, um dem finalen Endspiel morgen zu entgehen.
Im Spiel gegen Slowenien präsentierten sich die Mannen um Super-Star Nowitzki dann wie so oft während dieser Titelkämpfe in Spanien: Gute überzeugende Spielzüge und Punkte wechselten mit schlechten Abspielen, unpräzisen Korbwürfen ... Und so kam es wie es kommen musste: Die deutschen Basketballer lagen zwischenzeitlich zwar durchaus in Front, aber sie kamen schlecht aus der Halbzeitpause und lagen schon bald mit 9 Punkten zurück. Es sah gar nicht gut aus, dass doch noch eine erfolgreiche Revanche gegen Slowenien gelingen könnte, zumal auch gerade Dirk Nowitzki nicht die Korbausbeute aufweisen konnte, wie gewöhnlich.
Aber die deutsche Mannschaft fand während der letzten 10 Minuten wieder zurück in's Match, kam Korb um Korb heran und 12 sec vor Schluss der Partie gelang Dirk Nowitzki ein, wenn nicht der entscheidende Dreier des gesamten Spiels zur 66:63 Führung.
Die Slowenen agierten in dieser Phase des Spiels immer nervöser, ihnen dürfte wohl ihre unglückliche Viertelfinal-Niederlage tags zuvor gegen Griechenland durch den Kopf gespukt haben, als sie 1 1/2 Minuten vor Schluss der Partie mit 9 Punkten Vorsprung geführt, das Spiel aber dennoch verloren haben. Und auch am heutigen Nachmittag zeigte sich, dass den Slowenen auf der Zielgerade schon mal die Puste ausgehen kann: Es wurden zwar äußerst spannende und nervenaufreibende letzte 12 Sekunden, aber die deutschen Baskeballer hatten nicht zuletzt aufgrund zweier sicher verwandelter Freiwürfe von Dirk Nowitzki zwei Sekunden vor Schluss das glücklichere Ende für sich und gewannen 69:65! - Das Qualifikationsturnier für Peking ist erreicht, und der große Traum der Olympiateilnahme kann weiter geträumt werden.

Im Kampf um die Europameisterschaft hat Gastgeber Spanien derzeit die besten Karten: In Madrid besiegten sie in einem spannenden Halbfinale Titelverteidiger Griechenland mit 82:77.
Der Finalgegner wird heute Abend zwischen Russland und Litauen ausgespielt.

Sonntag, 9. September 2007

Hambüchen hält Erwartungsdruck stand: Gold am Reck

Fabian Hambüchen ist der Held von Stuttgart!
Nach Bronze im Mannschafswettbewerb und Silber im Mehrkampf hat er am heutigen Nachmittag Gold an seinem Paradegerät, dem Reck, errungen!
Bereits zuvor hatte er sich selbst durch drei sauber durchgeturnte Weltklasse-Übungen an dem Königsgerät der Turner zum großen Favoriten des letzten Einzelfinales der Welttitelkämpfe von Stuttgart geturnt. Dass der 19jährige, der als letzter der Finalisten seine Übung in Angriff nahm, aber seine Nerven noch einmal derart gut im Griff würde haben können, durfte zwar gehofft werden, automatisch mit Gold rechnen konnte man jedoch nicht. - Dafür kann sich zu schnell ein Fehlgriff, ein kleiner Wackler, ein unsauberer Abgang einschleichen.
Aber Fabian Hambüchen zeigte eine grandiose Leistung, er selber spricht sogar "von der besten Übung seines Lebens" und holte sich mit 16.250 Punkten in überlegender Manier den begehrten Weltmeistertitel.

Der Wetzlaer gewann damit das erste WM-Gold seit 10 Jahren für den Deutschen Turnerbund und ist 13. Titelträger überhaupt, der fünfte am Reck.
Mit dieser Leistung hat sich Hambüchen endgültig in den Turn-Olymp katapultiert. Und zurecht darf der Deutsche Turnerbund auf weitere erfolgreiche Jahre mit und um Fabian Hambüchen hoffen. Zudem verspricht man sich so etwas wie einen Boom für eine der ältesten olympischen Sportarten, der dazu führen soll, dass das Turnen endgültig aus dem Schatten, in dem es lange Jahre lag, treten kann!

Samstag, 8. September 2007

Hambüchen zum Zweiten: Silber im Mehrkampf

Nach der überraschende Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb der Turn-WM von Stuttgart hat der 19jährige Fabian Hambüchen bereits für die zweite Medaille des Gastgebers gesorgt: Nach dem dritten Platz im Vorjahr holte er als erster Deutsche Silber im Mehrkampffinale einer WM!
Damit ist spätestens jetzt die Turn-WM in Stuttgart ein aus deutscher Sicht voller Erfolg und man spricht nicht umsonst vom "Wunder von Stuttgart".

Bereits beim Mehrkampffinale hat der deutsche Vorzeigeturner die Medaille für das deutsche Team gerettet - ein Erfolg, mit dem kaum jemand im Vorfeld gerechnet hatte, von dem aber nach dem dritten Rang in der Qualifikation durchaus geträumt hatte. Wieder einmal war Hambüchens Darbietung am Reck, dem Königsgerät der Turner, Garant des Erfolges und gleichzeitig ein Höhepunkt des Wettkampfes. Der Wetzlaer hat einmal mehr sich selbst übertroffen und zeigte bei der schwersten Reck-Übung der Welt mit 16.125 Zählern eine erstklassige Leistung, die auch für das morgige Reck-Finale hoffen lässt. Hier geht der Reck-Europameister als einer, wenn nicht gar der Favorit schlechthin an den Start. Sollte der frisch gebackene Abiturient dem Erwartungsdruck an seinem Paradegerät stand halten und erneut eine Medaille holen, wäre er endgültig der Held von Stuttgart.
Denn ohne Hambüchen, da sind sich alle einige, wäre Deutschland sicher nicht auf Platz drei hinter Titelverteidiger China und Olympiasieger Japan gelandet.

Und auch im Mehrkampffinale zeigte er eine beeindruckende Leistung: Zur Halbzeit nach 3 Disziplinen lag er scheinbar aussichtslos auf Rang 23 von 24 gestarteten Mehrkämpfern zurück. Aber Hambüchen kämpfte sich mit starken Leistungen im Sprung und am Barren bis auf Rang 6 vor und machte am Reck mit einer erneut sauber geturnten Darbietung die Silbermedaille perfekt.
Zugegebener Maßen profitierte er z.T. von unfreiwilligen Geräteabgängen bzw. Fehlern seiner direkten Konkurrenten, was aber seine Leistung in keinster Weise schmälern sollte. Wer sich so in einen Wettkampf zurückkämpft und eine derartige Nervenstärke zeigt, hat diese Silber-Medaille mehr als nur verdient!

Dienstag, 4. September 2007

US Open: Haas nach Nervenschlacht im Viertelfinale

Tommi Haas, der letzte verbliebende Deutsche bei den US Open in Flushing Medow, traf im Achtefinale des letzten Gand Slam Turnier des Jahres auf den an Nummer 6 gesetzten US-Amerikaner James Blake.
Es sollte ein wahrer Krimi werden: Sowohl Haas als auch Blake zelebrierten ihr Tennis mitunter und brachten mit Zauberbällen nicht nur die Zuschauer in Verzückung. 3:17 Stunden währte diese Nervenschlacht, die erst nach fünf Sätzen entschieden wurde.

Bis zum entscheidenden fünften Satz gingen die Sätze mit schöner Gleichmäßigkeit einmal an Blake, einmal an Haas. So entschied der US-Boy die Durchgänge 1 in 4:6 und 3 in 3:6 für sich. Haas siegte in den Sätzen 2 6:4 und 4 6:0.
Im fünften Satz schien Haas dann dort weiter zu machen, wo er im vierten aufgehört hatte: Schnell ging er mit 4:2 in Führung und hatte dann sogar bei Aufschlag Blake einen Breakball zum 5:2. Leider konnte der gebürtige Hamburger diesen nicht nutzen, und Blake kam in der Folgezeit heran und ging sogar mit 4:5 in Führung.
Dass nun folgende Aufschlagspiel war wohl das entscheidenste des ganzen Matches: Blake hatte bei Aufschlag Haas 3 Matchbälle, die Haas jedoch abwehrte und zum 5:5 ausglich.

Beide Tennisprofis gaben sich im weiteren Verlauf nichts und so kam es, wie es kommen musste: Der Tiebreak musste dieses Match entscheiden. Hier nun zeigte Haas einmal mehr seine Tenniskunst und verwandelte seinen zweiten Matchball! 7:4 entschied Deutschland's Nummer 1 den Tiebreak für sich!

Haas trifft nun im Viertelfinale auf den Russen Nikolai Dawidenko, an den er durchaus gute Erinnerungen hat. Sein Kampfsieg gegen Dawidenko bei den Australian Open zu Beginn dieses Jahres ist noch gut in Erinnerung.
Die Zeichen stehen also nicht schlecht, dass Halbfinale der US Open zu erreichen, aber zunächst muss die Hürde Dawidenko genommen werden. - Drücken wir Tommi Haas die Daumen!

Montag, 3. September 2007

Deutsche Leichathletik besteht Olympia-Generalprobe bei WM in Osaka

Drei Jahre nach der Pleite von Athen, als für den DLV nur zwei Silbermedaillen zu Buche standen, befindet sich die deutsche Leichtathletik eindeutig auf dem aufsteigenden Ast:
Mit zwei Goldmedaillen durch Franka Dietzsch und Betty Heidler, zwei Mal Diskus-Silber durch Christina Obergföll und Robert Harting sowie Bronze durch Nadine Kleinert, Steffi Nerius und Danny Ecker steht die deutsche Mannschaft so erfolgreich da, wie seit 6 Jahren nicht. Platz 5 im abschließenden Medaillenspiegel ist ebenfalls deutlich besser als in den letzten Jahren.
Zudem konnte man sich ebenfalls über verschiedene Einzelleistungen der deutschen Athleten freuen, die nicht bis ganz hinauf auf das Siegerpodest reichten, aber Hoffnung für Peking machen, wie Eike Onnen im Hochsprung, Bianca Kappler und Christian Reif im Weitsprung oder aber die Stabhochspringer hinter Bronze-Gewinner Ecker, Björn Otto und Tim Lobinger. Auch Petra Lammert im Kugelstoßen wird sicherlich bei einem der nächsten Großereignisse, vielleicht bereits in Peking, die Rolle spielen, die ihr ob ihrer Leistungsfähigkeit viele schon bei dieser WM zugetraut haben: Um Gold zu kämpfen.
In den Wurf-, Stoß- und Sprungdisziplinen steht es also nicht schlecht um die deutsche Mannschaft, auch im Mehrkampf liegt man aussichtsreich. Leider kann dieses nicht von den Laufdisziplinen gesagt werden. Hier schnitt der DLV sehr schlecht ab, wenn auch ein Bastian Swillims über die 400m durchaus zu gefallen wusste, aber die internationale Konkurrenz ist einfach zu stark. Ob dieses z.T. an unzureichenden Dopingkontrollen in manchen Ländern liegt, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass kaum Endlaufteilnahmen für den DLV in Osaka zu Buche stehen.

Am Schlusstag der Titelkämpfe setzten so auch keine deutschen Athleten die Akzente. Für die Highlights sorgten sicherlich Bernard Lagat, der nach den 1500m auch die 5000m gewann, und die kroatische Hochspringerin Blanka Vlasic.
Der gebürtige Kenianer und seit einiger Zeit für die USA startberechtigte Lagat siegte damit als erster Läufer bei einer WM über die 1500m und 5000m.
Im Hochsprung siegte Blasic in einer erstklassigen Konkurrenz, die leider ohne deutsche Beteiligung stattfand, mit einer übersprungenen Höhe von 2.05m. Danach versuchte sie sich dreimal an der Weltrekordhöhe von 2.10m, konnte der Bulgarin Stefka Kostadinova den Weltrekord allerdings nicht entreissen. Kostadinovas Weltrekord ist eine der ganz alten Weltbestmarken, er datiert noch aus dem Jahr 1987, als die Bulgarin sich in der Weltrekordhöhe von 2.09m den Weltmeistertitel von Rom sicherte.

Im Speerwerfen siegte der Finne Tero Pitkämäki mit erstklassigen 90.33m und sicherte sich damit endlich den ersehnten WM-Titel, den seine Landsleute bereits vor zwei Jahren von ihm erwarteten. Damals hielten seine Nerven dem Druck nicht stand, gestern war er dafür unschlagbar.
Silber ging an den norwegischen Olympiasieger Andreas Thorkildsen mit 88.61m, Bronze holte der USA-Amerikaner Breaux Greer. Die deutschen Starter Peter Esenwein und Stephan Steding waren in der Qualifikation gescheitert und im Endkampf nicht vertreten.

Zum Abschluss der WM standen traditionsgemäß die 4x400m Staffeln auf dem Programm.
Bei den Damen siegte wie erwartet die US-amerikanische Staffel. Silber holte sich Jamaika vor Großbritannien. Eine deutsche Staffel war erstmals bei einer WM nicht am Start.
Bei den Herren siegte ebenfalls der haushohe Favorit USA. Silber holten sich die Bahamas vor der polnischen Staffel, die sich damit erstmals in die Siegerliste der 4x400m eintragen konnte.
Die deutsche Staffel kam auf dem achten und letzten Rang ein und hatte mit der Vergabe der Medaillen nichts zu tun. Wobei der vergleichsweise große Abstand zum Rest des Feldes wohl der Tatsache geschuldet war, dass der dritte deutsche Läufer beim Wechsel zu Sturz kam und so den Anschluss verlor. Pech für die Vier, aber sie werden sicher ihre Lehren aus diesem verpatzten Wechsel gezogen haben. Zudem war die doch recht sichere Qualifikation für den Endlauf bereits als Erfolg zu werten, auf den aufgebaut werden sollte.

Paradeboot holt Silber zum Abschluss der Ruder-WM

Der Mythos Deutschland-Achter lebt weiter: Das deutsche Paradeboot hat zum Abschluss der Titelkämpfe von München Silber hinter den siegreichen Kanadiern und vor dem britischen Boot geholt!
Dass es nicht zur Verteidigung des bei der letzten WM in Eton errungenen Titels gereicht hat, stimmt kaum jemanden allzu traurig, zu dominant war der siegreiche kanadische Achter. Zudem war die Vorbereitung des Deutschland-Achter nicht optimal verlaufen, der Druck, unter dem die 8 Ruderer samt Steuermann Peter Thiede standen, war bei der Heim-WM ebenfalls enorm, so dass man mit diesem Silber-Platz sehr zufrieden sein kann.

Neben dem Achter-Silber gewann die DRV-Flotte an diesem Wochenende in München noch fünfmal Silber und dreimal Bronze. Gleichzeitig wurde in 12 von 14 olympischen Bootsklassen das Olympiaticket gelöst.
Aber auf dem Weg nach Peking liegt noch einige Arbeit vor der deutschen Mannschaft. So stehen am Ende in München zwar immerhin 9 Medaillen zu Buche, unter denen sich aber leider keine Gold-Medaille befindet. Die ehemals so erfolgreichen deutschen Ruderinnen und Ruderer sind ein wenig von der internationalen Konkurrenz nicht nur ein, sondern z.T. auch überholt worden.
Jedoch sollte einem nicht allzu bange werden in Hinblick auf die Olympischen Spiele. In der deutschen Mannschaft steckt eine Menge Potential, das ganz sicher in Peking in Medaillen umgemünzt werden kann. Bis dahin heisst es hart trainieren oder auch wie beispielsweise im Falle von Marcel Hacker aus den Fehlern zu lernen. Denn der deutsche Vorzeigeruderer möchte sicher nicht noch einmal in einem großen Finale der Konkurrenz so hinterher rudern wie am vergangenen Samstag, als er, als einer der Favoriten an den Start gegangen, nur Fünfter wurde.

Samstag, 1. September 2007

Ruder-WM in München: Silber im Zweier ohne, Hacker geht leer aus

Nicole Zimmermann und Elke Hipler haben im Zweier ohne Steuerfrau für Deutschland die erste Medaille bei der Heim-WM in München geholt!
Die Doppelstarterinnen haben in einem couragierten Lauf zeitweise sogar in Führung gelegen, mussten sich aber auf den letzten Metern den Weißrussinnen Bichyk/ Helakh geschlagen geben.
Aber die beiden Riemenruderinnen haben noch eine weitere Chance auf WM-Gold, da sie ebenfalls im Achter sitzen, der im morgigen Finale ebenfalls eine entscheidende Rolle spielen möchte.

Der mit großen Medaillenambitionen an den Start gegangene Marcel Hacker ging im Einer-Finale hingegen überraschend leer aus. Mehr noch, er ging im Endlauf nahezu unter und schaffte mit Platz 5 nur knapp den letzten Platz in seinem Lauf zu vermeiden. Der Kampf um die Medaillen fand viel weiter vorne statt: Gold ging an den Neuseeländer Mahe Dysdale, der damit seinen Titel verteidigen konnte. Silber holte sich der Tscheche Ondrej Synek vor Olympiasieger Olaf Tufte aus Norwegen.
Schon vom Start konnte Hacker das Spitzentempo nicht mitgehen, womit nicht unbedingt zu rechnen war, hatte er in Vorläufen bzw. Halbfinale doch schließlich keine schlechte Figur abgegeben.
Nachdem im ersten Finale des Tages im Damen-Einer kein deutsches Boot vertreten war, sollte es der Vize-Weltmeister der vorherigen Titelkämpfe im zweiten Endlauf aus deutscher Sicht eigentlich richten. Aber es kam anders, und für Hacker heißt es nun: Volle Konzentration aufdie Olympischen Spiele in Peking, für die er sich durch seine Endlaufteilnahme in München bereits qualifiziert hat.

Bronze für Danny Ecker, Sebrle erstmals Weltmeister

Danny Ecker hat bei der WM in Osaka die Ehre der deutschen Stabhochspringer gerettet: Mit übersprungenen 5.81m holte er sich Bronze und damit die erste WM-Medaille für Deutschland im Stabhochsprung überhaupt!
Die drei deutschen Stabhochspringer waren mit wieder einmal mit großen Medaillen-Ambitionen an den Start gegangen, aber im Gegensatz zu vorherigen Weltmeisterschaften haben sie in Osaka endlich Edelmetall bei einer Freiluft-WM geholt!

Danny Ecker sah bis 5.81m exzellent aus, jede Höhe hat er im ersten Versuch genommen. Und diese geringe Anzahl an Fehlversuchen hat ihm letztendlich auch die Medaille gesichert. Die weiteren Höhen gelangen ihm leider nicht, zunächst riss er 5.86m und auch die letzten beiden, aufgesparten Versuche über 5.91m konnte er leider nicht meistern, wenngleich sein letzter Versuch äußerst knapp war.
Gold ging mit übersprungener Höhe von 5.86m an Brad Walker aus den USA.
Björn Otto ging als letzter Springer des gesamten Starterfeldes an die Anlage. Hätte er die 5.91m übersprungen, wäre er Weltmeister geworden ... Otto zeigte zwar einen guten Versuch, aber leider blieb die Latte nicht liegen. So blieb mit übersprungenen 5.81m Platz 5.
Tim Lobinger, dritter im Bunde, wurde ebenfalls mit 5.81m, aber der größeren Anzahl an Fehlversuchen, Achter.

Bei den Königen der Athleten hat der Tscheche Roman Sebrle erstmals in seiner Karriere den Weltmeistertitel im Zehnkampf gewonnen. Man mag es kaum glauben, dass dieser Titel dem Weltrekordler, der bereits bei Olympia und EM triumphieren konnte, in seiner Trophäen-Sammlung noch gefehlt hatte. Aber nun hat der Modellathlet auch dieses erreicht.
Dabei lag er nach dem ersten Tag lediglich auf dem dritten Rang. In Front lag überraschend Maurice Smith aus Jamaika, den Sebrle erst bei der vorletzten Disziplin, dem Speerwerfen, überholen konnte.
Smith sollte aber bis zum Ende den zweiten Platz verteidigen und Silber holen. Bronze ging an Dimitry Karpow.
Als bester Deutscher kam Andre Niklaus nach einem starkem zweiten Tag mit persönlicher Bestleistung im Stabhochsprung, bei dem er die gesamte Konkurrenz mit übersprungenen 5.30m in Schach hielt, und im Speerwerfen auf den 5. Rang.
Arthur Abele wurde 9., Norman Müller kam nach einem Salto Nullo im Stabhochspringen auf den 22. Rang. Insgesamt haben die drei deutschen Athleten einen guten Wettkampf abgeliefert. Zahlreiche persönliche und Saisonbestleistungen wurden erreicht. Andre Niklaus, der Vierte von Helsinki und Hallenweltmeister des vergangenen Jahres, hat sich in der Weltelite endgültig festgesetzt. Zudem verfügt der DLV mit Abele und Müller über zwei junge Athleten, die in den nächsten Jahren durchaus noch eine Rolle spielen können.