Sonntag, 11. März 2012

Blecherner Abschluss der Biathlon Weltmeisterschaften von Ruhpolding

Es sollten Neuner-Festspiele werden - die Biathlon Weltmeisterschaften im bayrischen Ruhpolding. Mit vier Medaillen gehört die Wallgauerin sicherlich auch zu den erfolgreichsten Athletinnen, aber ganz oben stehen die heutigen Sieger im Massenstart: Die Norwegerin Tora Berger, die heute ihr 3. Gold gewann, und Martin Fourcarde mit ebenfalls seinem 3. Weltmeistertitel.
Es war heute nicht der erwünschte Abschied für Neuner von der großen WM-Bühne. Nach der goldigen Staffel am gestrigen Tag, bei der sie ungewohnte Schwächen zeigte, schoss sie auch heute mit 6 Fehlschüssen einige Male zu viel daneben. 6 Strafrunden waren auch für die Wunderläuferin Neuner, die heute einmal mehr nach Daria Domracheva die zweitbeste Laufleistung ablieferte, zu viel. Am Ende stand Platz 11 zu Buche. - Die Enttäuschung stand ihr beim Zieldurchlauf in's Gesicht geschrieben. Ihr gr0ßes Ziel, in jedem Rennen eine Medaille zu gewinnen, hat sie eindeutig verfehlt, aber dieses Ziel war auch hoch gesteckt. Mit zwei Einzelmedaillen, davon 1x Gold und 1 x Silber und der goldenen Staffelmedaille vom gestrigen Tag und Bronze in der Mixed-Staffel, darf sie dennoch stolz sein auf diese WM!
Man mag es sich nicht vorstellen, welch Druck auf der 25jährigen Ausnahmekönnerin lastete. Ein Druck, mit dem sei vor allem bei den ersten Rennen sehr gut umgehen konnte. Verzeihen wir ihr daher ihre für ihre Verhältnisse etwas schwächeren Leistungen bei den vergangenen 3 WM-Rennen und gönnen wir den Gegner ihre Siege.

Bitter ist jedoch, dass es am heutigen Tag 2 vierte Plätze gab. Ist der 4. Rang für Tina Bachmann im abschließenden Massenstartrennen der Frauen noch als großer Erfolg zu werten, kann einem Andreas Birnbacher fast schon leid tun: Wieder "nur" Platz 4 für den Schlechinger. Wie schon im Einzelrennen fehlten ihm im Massenstart nur Nuancen auf das ersehnte WM-Einzelmetall. Dabei wäre es besonders Birnbacher vergönnt gewesen, seine grandiose Saison mit einer WM-Einzelmedaille zu krönen: Ja, es hätte sogar Gold werden können. In Führung liegend schoss er jedoch beim letzten Schießen einmal daneben und konnte den Sieg von Simon Fourcarde vor den Schweden Björn Ferry und Niklas Nielsson leider nicht mehr verhindern.

Was bleibt von dieser Biathlon Weltmeisterschaft? Sicherlich die Erinnerung an spannende Rennen, große Sieger und ein fantastisches Publikum. Die Medaillen-Ausbeute der deutschen Mannschaft fiel mit 5 mal Edelmetall, davon 2 x Gold, 1 x Silber und 2 x Bronze etwas geringer aus, als erhofft. Neben Neuner schaffte es leider keine Athletin bzw. kein Athlet auf das Einzelpodium. Da hätte man gerade bei den Herren schon auf mehr gehofft. Auch wenn diese mitunter sehr gut im Rennen lagen - man denke nur an das Einzelrennen, bei dem Arndt Peiffer, Andreas Birnbacher und auch der wie Phönix aus der Asche gestiegene Michi Greis allesamt Gold bei letzten Schießen verballert haben. Hätte nur einer von ihnen einen Fehler weniger geschossen, wäre es Gold geworden!
Aber so war bei den Konkurrenten das Glück diesmal mehr zuhause, als bei der deutschen Mannschaft. Man sollte dieses aber nicht zu sehr bedauern. So oft standen deutsche Athleten ganz oben auf dem Siegerpodest. Wir wissen alle, dass Peiffer, Henkel, Birnbacher & Co. das Zeug zum Siegen haben. Und vielleicht klappt es beim nächsten Gr0ßereignis wieder besser, das dann jedoch ohne Magdalena Neuner stattfinden wird. Aber die deutschen Damen haben beim gestrigen Staffelrennen gezeigt, dass sie auch ohne Neuner bestehen können, haben doch schließlich Bachmann, Gößner und Henkel die Eisen oder vielmehr den WM-Titel in grandioser Manier aus dem Feuer geholt!

Mittwoch, 6. April 2011

Schalker Wunder von Mailand

Sind die legendären Eurofighter von '97 zurück?, mag sich manch ein Zuschauer gestern Abend gefragt haben, als er das Championsleague-Viertelfinalspiel Inter Mailand gegen Schalke 04 verfolgte.

Das war ganz große Klasse: Den amtierenden Championsleague-Sieger im eigenen Stadion mit 2:5 zu bezwingen! - Wahnsinn!
Es fehlen die Worte! Und dabei hatte das Spiel für die Königsblauen denkbar schlecht begonnen: Inter ging bereits nach 26sec mit 1:0 in Führung, aber Schalke schlug zurück. Und wie!
Noch stapelt man auf Schalke tief, was den Einzug in's Halbfinale angeht, denn noch steht das Rückspiel in der Schalke-Arena bevor, aber wer mag sich vorstellen, dass Inter diesen Rückstand aufholen kann?
Zugegebener Maßen ist im Fußball (fast) alles möglich, aber diesen Sack müssen die Schalker einfach zumachen!

Freitag, 4. März 2011

Deutsche Kombinierer Erfolgsgarant in Oslo: Aber wieder nur Team-Silber

Auf die nordischen Kombinierer ist Verlass bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oslo: Auch bei der 4. Entscheidung, dem abschließenden Mannschaftswettbewerb von der Großschanze, gab es wieder Edelmetall: Es war wieder Silber, wie schon beim Teamwettbewerb von der Normalschanze. - Eine Silbermedaille, die ein wenig golden glänzt, die aber leider wieder einmal nur den Vizeweltmeistertitel bedeutet.

Die deutsche Mannschaft hat unglaublich gekämpft: Erst von der wohl berühmtesten Skisprungschanze der Welt, dem Holmenkollen, später in der Loipe.
Johannes Rydzek, Björn Kircheisen, Eric Frenzel und zum Schluss Tino Edelmann haben wirklich alles gegeben. Herausragend war die Leistung, vor allem wie Eric Frenzel, der 22jährige Jungspund, dem Altmeister und Laufwunder Felix Gottwaldt auf der dritten Runde Paroli geboten hat, grenzte schon an Unglaubliches. Zu diesem Zeitpunkt waren die ebenfalls zum Favoritenkreis zählenden Teams aus Norwegen und Frankreich bereits so weit distanziert, dass auch ihre jeweils Stärksten, Magnus Moan und Jason Lamy-Chapuis, in das nun schon ewig anmutende Duell zwischen Österreich und Deutschland nicht eingreifen konnten. Am Ende liefen diese beiden Teams auf den Rängen 3 und 4 ein; ein wenig bitter, für die Franzosen, für die es bereits der zweite 4. Platz im Team in Oslo war, aber erfreulich für die Heimmannschaft.
Aber was spielte sich vorne ab? - Es war ein Belauern zwischen Tino Edelmann und Mario Stecher, wechselnden Führungen, Stehversuche, packendes Finish - es war alles dabei. Am Ende war es eine Zentimeterentscheidung zugunsten von Felix Austria.

Im Moment der Niederlage kam sicherlich ein wenig Enttäuschung auf im deutschen Team: Schon wieder kein Gold! Seit den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City gab es bei Großereignissen immer Silber im Team, mit Ausnahme der Bronzemedaille bei Olympia 2010. Das ist eine wahrlich beeindruckende Serie, aber es ist auch zu verstehen, dass der Wunsch endlich einmal Team-Gold, das erste seit 1988, zu holen, riesengroß war.
Nun, es hat leider wieder nicht geklappt: es wirkt schon wie kleiner Fluch. Aber die Enttäuschung sollte nicht zu groß sein: Schließlich ist die deutsche Mannschaft im Mekka des nordischen Skisports so erfolgreich, wie lange nicht: Gold und Silber für Eric Frenzel und Tino Edelmann von der Normalschanze, Silber und Bronze für Johannes Rydzek und Eric Frenzel von der Großschanze und 2 x Silber im Team! Mit einer derartigen Medaillenflut haben die Athleten, hat der Bundestrainer, haben die Fans sicher nicht gerechnet. Nein, mit solch einer Leistung von diesem jungen deutschen Team konnte nicht gerechnet werden. Und auch deshalb glänzt die heute errungene Silbermedaille goldenere als so manch andere Silberne.

Dienstag, 25. Januar 2011

DHB-Team endgültig am Boden

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat auch die letzte Chance auf Platz 7 und damit auf das Olympia-Qualifikationsturnier endgültig verspielt. - Verspielt mit einer desaströsen Leistung gegen Norwegen. Waren noch im Spiel gegen Ungarn hin und wieder Lichtblicke zu erkennen, passte heute nichts zusammen: Angriff, Abwehr und auch die heute immer wieder wechselnden Torleute Bitter und Heinevetter bekamen leider keinen Fuß auf den Grund.
Die deutsche Mannschaft war ein Schatten früherer Tage. War das der Weltmeister von 2007?!
Es tat dem Zuschauer mehr als weh, dieses Auftreten zu verfolgen. Wo war der Wille, die Konzentration, das Selbstvertrauen, dieses Spiel gewinnen zu wollen? Es wurden Würfe freistehend vor Steinar Ege, dem norwegischen Torhüter, der sicher zwischen den Pfosten stand, dem es die deutsche Mannschaft aber auch häufig sehr leicht gemacht hat, versemmelt. Wurf und Wurf ging daneben. - So etwas ist nicht WM-würdig.

Was ist passiert mit dieser deutschen Mannschaft?

Diese Weltmeisterschaft war ein einziges Auf und Ab.
Es scheint, dass die letzten 10 Minuten im Vorrundenspiel gegen Spanien, während der die Deutschen einen möglichen Sieg gegen die Iberer noch aus der Hand gegeben haben, die deutsche Mannschaft aus dem Tritt gebracht hat. Es folgte eine Negativ-Offenbarung gegen Frankreich, der die Mannen von Heiner Brand ein Aufbäumen gegen Tunesien folgen ließen. Der Sieg gegen Island ließ bereits hoffen, dass das Team die Negativserie gestoppt hat. Dann aber die überflüssige Niederlage gegen das ungarische Team, das die deutsche Mannschaft eigentlich im Griff hätte haben sollen, und zum krönenden Abschluss dieses Drama gegen Norwegen. - Wo geht er hin der Weg des deutschen Handballs? Was passiert mit Heiner Brand? Ist ein kompletter Neuanfang erforderlich? Fragen, auf die es heute noch keine Antworten gibt.
Es fehlen die Worte...

Samstag, 15. Januar 2011

Sensation durch Severin Freund

Das deutsche Skisprungteam hat wieder einen Siegspringer: Severin Freund! - Wer hätte das gedacht?!
Beim Weltcupspringen im japanischen Sapporo hat Freund die deutsche Durststrecke von 4 Jahren ohne Weltcupsieg beendet und überraschend vor dem Vierschanzentournee-Sieger Thomas Morgenstern und dem polnischen Dauerbrenner Adam Malysz gewonnen.

Nach dem 1. Durchgang noch auf Rang 5 liegend zauberte Freund einen exzellenten Sprung von 129m Weite in den Nachthimmel von Sapporo. Diese Leistung ist umso höher zu bewerten, da die Bedingungen alles andere als optimal waren: Wechselnde Wind und Schneefall machte den Skiadlern das Leben schwer. Freund hatte diese Bedingungen sogar besser im Griff als Thomas Morgenstern, derzeit das Maß aller Dinge im Skispringen, der bei leicht schlechteren Bedigungen nur auf 124.5 m kam.
Michael Uhrmann, der 3. des 1. Durchgangs, konnte seinen grandiosen Sprung aus Durchgang 1 leider nicht wiederholen, kämpfte sich allerdings nach unten und konnte den Wettkampf letztlich mit einem für ihn sehr guten 5. Rang abschließen. So weit nach vorn war er in dieser Weltcupsaison nicht gesprungen!
Nun standen noch zwei Springer oben: Andreas Kofler und Adam Malyzs, und die Spannung war zum Greifen nah. Der Tourneegewinner des Vorjahres kam mit den Bedingungen nicht so gut zurecht und sprang zu kurz - Platz 4 im Gesamtklassement für den Österreicher. Nun ging Malyzs mit einem Vorsprung von etwa 8 Punkten in die Spur. Eigentlich kaum vorstellbar, dass dieser Vorsprung dem technisch versierten, starken Abspringer Malyzs nicht reichen sollte. Aber der Pole verlor deutlich, und Severin Freund konnte seinen ersten Weltcupsieg überhaupt und den ersten deutschen Sieg seit Uhrmanns Triumph in Oberstdorf vom 28. Januar 2007 bejubeln!

Sicherlich haben einige der Spitzenspringer diesen Weötcup in Japan ausgelassen, um auf dem Weg zur WM in Falun eine Traningseinheit einzulegen, aber die absolute Weltelite war mit Morgenstern, Ammann, Kofler und Malysz dennoch vertreten, was den Sieg von Freund in einem goldenen Licht erstrahlen lässt!

Freitag, 14. Januar 2011

Handball WM: Auftakt nach Maß

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft ist bei der WM in Schweden mit einem erwarteten und sicheren Sieg in das Turnier gestartet. Mit 30:25 (15:12) wurde Ägypten bezwungen.
Das Team von Heiner Brand spielte von Beginn an konzentriert und ging mit einem Doppelpack von Uwe Gensheimer direkt in Führung. Uwe Gensheimer war es auch, der dem deutschen Spiel seinen Stempel aufdrückte: Mit insgesamt 9 Treffern, 7 davon in der 1. Halbzeit erzielt, warf er die meisten Tore des gesamten Spiels.
Sicherheit war es, die die deutsche Mannschaft bei diesem Auftaktspiel gewinnen wollte, auf dem Weg zu der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2014 und dem Fernziel WM-Halbfinale. Dieses ist gelungen. Der Sieg war nie in Gefahr. Lediglich in kurzen Zwischenphasen, während der in der Abwehr zu passiv und im Angriff ein wenig zu überhastet agiert wurde, ließ der Weltmeister von 2007 die Ägypter einwenig ins Spiel kommen. Über weite Strecken zeigte die deutsche Mannschaft jedoch ein kontrolliertes, gut organisiertes Spiel, das hoffen lässt. Hoffen darauf, dass man in der starken Gruppe A neben Spanien und Frankreich bestehen kann, und mindestens Platz 3 erreicht, der den Einzug in die Hauptrunde bedeutet.

Zunächst geht es aber am Sonntag gegen den WM-Nobody Bahrein, bevor am Montag der erste dicke Brocken wartet: Ex-Weltmeister Spanien. Auch wenn die heute gezeigte Leistung nicht überbewertet werden sollte, da Ägypten sicherlich nicht mehr die Klasse früherer Jahre, kann die deutsche Mannschaft zuversichtlich auf die kommenden Spiele schauen!

Sonntag, 7. November 2010

VfB Stuttgart zurück in der Erfolgsspur

Der VfB Stuttgart lässt seine Fans jubeln: Vor heimischer Kulisse wurde Werder Bremen mit einem 6:0 vom Platz gefegt! Die Schwaben haben mit diesem in dieser Höhe durchaus als sensationell zu bezeichnenden Erfolg ihren Aufwärtstrend, der sich mit dem 3:0 beim FC Getafe in der Europa-Liga andeutete, eindrucksvoll unterstrichen.
Die Fans atmen auf: Das Tal der Tränen scheint zunächst verlassen.
Mit diesem Sieg machte der VfB zudem einen Satz in der Tabelle vom 17. auf den 14. Platz. - Ein Platz, der den Ansprüchen der Schwaben sicherlich in keinster Weise gerecht werden kann, der aber hoffen lässt, dass der VfB mit dem neuen Cheftrainer Keller in eine rosigere Zukunft blickt!

Wie es allerdings in Bremen weitergeht ist mehr als fraglich: Die Wundertüte von der Weser zündet nicht mehr. Nach dem enttäuschenden 2:0 diese Woche gegen Twente Enschede, mit dem Werder in der Königsklasse mehr als mit dem Rücken an der Wand steht, nun dieses 6:0 Debakel in Stuttgart. Man möchte wahrlich nicht in der Haut von Trainer Thomas Schaaf stecken...