Es sollten Neuner-Festspiele werden - die Biathlon Weltmeisterschaften im bayrischen Ruhpolding. Mit vier Medaillen gehört die Wallgauerin sicherlich auch zu den erfolgreichsten Athletinnen, aber ganz oben stehen die heutigen Sieger im Massenstart: Die Norwegerin Tora Berger, die heute ihr 3. Gold gewann, und Martin Fourcarde mit ebenfalls seinem 3. Weltmeistertitel.
Es war heute nicht der erwünschte Abschied für Neuner von der großen WM-Bühne. Nach der goldigen Staffel am gestrigen Tag, bei der sie ungewohnte Schwächen zeigte, schoss sie auch heute mit 6 Fehlschüssen einige Male zu viel daneben. 6 Strafrunden waren auch für die Wunderläuferin Neuner, die heute einmal mehr nach Daria Domracheva die zweitbeste Laufleistung ablieferte, zu viel. Am Ende stand Platz 11 zu Buche. - Die Enttäuschung stand ihr beim Zieldurchlauf in's Gesicht geschrieben. Ihr gr0ßes Ziel, in jedem Rennen eine Medaille zu gewinnen, hat sie eindeutig verfehlt, aber dieses Ziel war auch hoch gesteckt. Mit zwei Einzelmedaillen, davon 1x Gold und 1 x Silber und der goldenen Staffelmedaille vom gestrigen Tag und Bronze in der Mixed-Staffel, darf sie dennoch stolz sein auf diese WM!
Man mag es sich nicht vorstellen, welch Druck auf der 25jährigen Ausnahmekönnerin lastete. Ein Druck, mit dem sei vor allem bei den ersten Rennen sehr gut umgehen konnte. Verzeihen wir ihr daher ihre für ihre Verhältnisse etwas schwächeren Leistungen bei den vergangenen 3 WM-Rennen und gönnen wir den Gegner ihre Siege.
Bitter ist jedoch, dass es am heutigen Tag 2 vierte Plätze gab. Ist der 4. Rang für Tina Bachmann im abschließenden Massenstartrennen der Frauen noch als großer Erfolg zu werten, kann einem Andreas Birnbacher fast schon leid tun: Wieder "nur" Platz 4 für den Schlechinger. Wie schon im Einzelrennen fehlten ihm im Massenstart nur Nuancen auf das ersehnte WM-Einzelmetall. Dabei wäre es besonders Birnbacher vergönnt gewesen, seine grandiose Saison mit einer WM-Einzelmedaille zu krönen: Ja, es hätte sogar Gold werden können. In Führung liegend schoss er jedoch beim letzten Schießen einmal daneben und konnte den Sieg von Simon Fourcarde vor den Schweden Björn Ferry und Niklas Nielsson leider nicht mehr verhindern.
Was bleibt von dieser Biathlon Weltmeisterschaft? Sicherlich die Erinnerung an spannende Rennen, große Sieger und ein fantastisches Publikum. Die Medaillen-Ausbeute der deutschen Mannschaft fiel mit 5 mal Edelmetall, davon 2 x Gold, 1 x Silber und 2 x Bronze etwas geringer aus, als erhofft. Neben Neuner schaffte es leider keine Athletin bzw. kein Athlet auf das Einzelpodium. Da hätte man gerade bei den Herren schon auf mehr gehofft. Auch wenn diese mitunter sehr gut im Rennen lagen - man denke nur an das Einzelrennen, bei dem Arndt Peiffer, Andreas Birnbacher und auch der wie Phönix aus der Asche gestiegene Michi Greis allesamt Gold bei letzten Schießen verballert haben. Hätte nur einer von ihnen einen Fehler weniger geschossen, wäre es Gold geworden!
Aber so war bei den Konkurrenten das Glück diesmal mehr zuhause, als bei der deutschen Mannschaft. Man sollte dieses aber nicht zu sehr bedauern. So oft standen deutsche Athleten ganz oben auf dem Siegerpodest. Wir wissen alle, dass Peiffer, Henkel, Birnbacher & Co. das Zeug zum Siegen haben. Und vielleicht klappt es beim nächsten Gr0ßereignis wieder besser, das dann jedoch ohne Magdalena Neuner stattfinden wird. Aber die deutschen Damen haben beim gestrigen Staffelrennen gezeigt, dass sie auch ohne Neuner bestehen können, haben doch schließlich Bachmann, Gößner und Henkel die Eisen oder vielmehr den WM-Titel in grandioser Manier aus dem Feuer geholt!
Sonntag, 11. März 2012
Abonnieren
Posts (Atom)