Samstag, 17. März 2007

Doppeltes Pech für Österreichs Alpin-Traumpaar, Svindal vor Gesamtweltcup

Die Spannung um den Gewinn des Gesamtweltcups im alpinen Skisport spitzt sich sowohl bei den Damen als auch bei den Herren immer weiter zu.
Gleichzeitig erlebte das Traumpaar der österreichischen Alpinen, Marlies Schild und Benjamin Raich, am vorletzten Wettkampftag der Saison einen ganz schwarzen Tag. Beide verspielten ihre erstklassige Ausgangssituation um den Gewinn des Gesamtweltcups. Beide lagen vor Start des Riesenslaloms bei den Herren und des Damen-Slaloms in Front. Beide fuhren bei den heutigen Rennen überraschender Weise nicht in die Punkteränge, die beim Weltcupfinale anders als im Weltcup nur bis Rang 15 reichen, und mussten zusehen wie ihre direkten Konkurrenten um den Gesamtsieg, Landsfrau Nicole Hosp und der norwegische Doppelweltmeister Aksel Lund Svindal, jeweils den Sieg einfahren konnten...

Benjamin Raich ging im ersten Lauf mit dem roten Trikot des Punktbesten im Riesenslalom als erster Läufer in das Rennen. Im Grunde eine perfekte Ausgangssituation, seinen Konkurrenten etwas vorzulegen. Aber der Olympiasieger schied aus ... - welch ein Drama!
Gleichzeitig brachte Weltmeister Svindal, der in Lenzerheide bereits die Abfahrt und den Super-G für sich entscheiden konnte, einen exzellenten 1. Durchgang herunter, der ihn auf den zweiten Platz hinter den Italiener Massimilano Blardone brachte. - Und Benni Raich konnte nur zuschauen... Diese Zuschauerrolle wurde für den Pitztaler noch bitterer, als er mit ansehen musste, dass Svindal am Ende als Sieger feststand und ihn damit auch um den Gewinn des Riesenslalom-Weltcups brachte... Für Raich blieb in dieser Wertung nur der dritte Platz hinter Svindal und Blardone.
Vor dem morgigen Slalom liegt Svindal nun 97 Punkte vor Raich. Bedenkt man, dass ein Sieg 100 Punkte bringt, erkennt man, wie schwierig es für Raich morgen wird, den Norweger noch abzufangen. Er müsste schon gewinnen, und Svindal müsste leer ausgehen. - Dieses ist nicht unmöglich, ist doch Benni Raich immerhin amtierender Slalom-Olympiasieger. Aber Svindal zeigt mit seinen drei Siegen eine so überragende Form beim Weltcupfinale, dass ihm auch im Slalom einiges zuzutrauen ist. Die Chancen für ihn, die große Kristallkugel zu gewinnen, sind in jedem Fall deutlich besser als für Raich.

Raich's Lebensgfährtin Marlies Schild hatte im Slalom ebenfalls kein Glück. Sie schied zwar nicht aus, hatte aber im zweiten Durchgang, in den sie als Zweite des 1. Durchgangs als vorletzte Läuferin gegangen ist, zwei Fahrfehler, die sie aus den Punkterängen rutschen ließ.
70 Punkte lag sie vor diesem Slalom vor Nicole Hosp. Alle dachten, dass Schild heute die entscheidenden Punkte auf Hosp gutmachen und den Gewinn des Gesamtweltcups schon heute würde klar machen können. Schließlich war Schild die überragende Slalomläuferin dieser Saison. Bis heute gewann sie alle Slaloms bis auf einen. Bei der WM musste sie allerdings bereits eine bittere Niederlage einstecken, da sie als große Favoritin nicht gewinnen konnte. Heute dann ihre zweite bittere Niederlage: Sie selbst ohne Weltcuppunkte musste mit ansehen, wie Nicole Hosp seit langer Zeit wieder einen Slalomsieg einfahren konnte. Hosp machte dabei ihrem Ruf, so gut wie keine Nerven zu zeigen, alle Ehre! 30 Punkte liegt sie nun im Gesamtweltcup vor Schild.
Das ist ein kleines Polster, aber dennoch ist beim abschließenden Riesenslalom morgen alles möglich. Wir können gespannt sein!

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