Samstag, 14. September 2013

Skandalspiel in Wilhelmshaven

Der Wilhelmshavener HV empfing am heutigen Abend den OSC Löwen Duisburg in der heimischen Nordfrostarena, um endlich den ersten Sieg in dieser Saison einzufahren.

Es sollte ein spannendes Spiel werden, bei dem der WHV seine Möglichkeiten leider nicht konsequent nutzte und so das Spiel unnötig spannend machte, lief die Mannschaft von Chrissie Köhrmann doch so zumeist einem Rücstand hinterher.
Aber der als Titelfavorit in der 3. Liga West gehandelte WHV biss sich durch, kam auf 31:31 heran und ging sogar mit 32:31 in Führung. Nun aber sollten unglubliche Schlusssekunden folgen:
Die Wilhelmshavener Handballer waren beim Stand von 32:31 im Ballbesitz, es waren noch ca. 40 Sekunden zu spielen. Nun setzte der OSC alles auf eine Karte, um den Wilhelmshavener Jungs den Ball noch abzujagen, aber sie schafften dieses nicht. Leider nahm sich WHV Jungster Lukas Mertens zu früh den Ball und scheiterte am Duisburger Schlussmann.
Und nun sollte etwas passieren, was ein Unding der Möglichkeit ist! Die Duisburger befinden sich im letzten Angriff, der Wilhelmshavener Jewgeni Vorontsov foult, der Schiedsrichter pfeift, Duisburg trifft ins Tor, die Uhr ist abgelaufen, Vorontsov bekommt eine 2-Minuten-Strafe und Duisburg einen letzten Freiwurf. Die Wilhelmshavener Mauer positioniert sich, ein Duisburger schnappt sich den Ball, um zum alles und entscheidenden letzten Wurf anzusetzen. Aber was passiert jetzt?! Es kommt zu tumultartige Szenen vor den beiden Schiedsrichtern seitens der Dusiburger, die plötzlich die Arme in die Höhe reißen, denn das Schiedsrichtergespann hatte den zunächst zu Recht nicht gegebenen Treffer nun doch anerkannt und damit den Gästen zu einem 32:32 Unentschieden verholfen, den sie wie einen Sieg feiern.
Unglaublich! Ein Skandal! Dieses Tor fiel eindeutig nach dem Pfiff der Schiedsrichter, die aber Minuten nach der ersten Entscheidung doch meinten ein Tor gesehen zu haben! Es fehlen die Worte...

Es bleibt nur zu hoffen, dass ein hoffentlich erfolgender Protest des WHV Erfolg haben wird, denn so darf ein Handballspiel nicht entschieden werden!

DVV Mädels leben Traum weiter

Das Finale ist erreicht: Jetzt gibt es nur noch die Hürde Russland, um den ersehnten Titel bei den heimischen Europameisterschaften zu erringen.
Aber es war ein hartes Stück Arbeit, das die deutschen Volleyballerinnen um Kapitän Margareta Kozuch beim gestrigern Halbfinalspiel gegen die schwächer eingestuften Belgierinnen vollbringen mussten. Zwischenzeitlich schien die Mission EM-Titel sogar fast zu scheitern.

Im Vorfeld des Spiels wurde den belgischen Spielerinnen lediglich eine Aussenseiterrolle zugesprochen, unterlagen sie der deutschen Mannschaft im Verlauf dieses Jahres doch schon mehrfach, und war es schließlich ihr erstes Halbfinale bei europäischen Titelkämpfen überhaupt. Aber sie traten, im Gegensatz zu den deutschen Spielerinnen, selbstbewusst und mit Freude am Spiel an und entschieden, ein wenig überraschend, die beiden ersten Sätze für sich.
Die deutschen Mädels wirkten hingegen verkrampft, zu verbissen und ohne rechte Spielfreude. Spielzüge, die im Verlauf der EM zu klaren Punkten führten, brachten keinen Erfolg, es machte sich fast schon so etwas wie Verzweifelung breit. Aber der italienische Trainer der deutschen Mannschaft, Giovanni Guidetti, fand spätestens im dritten Satz die richtigen Worte: Die deutschen Schmetterkünstelerinnen kamen an die Spielstärke und Dominanz des Viertelfinalsieges gegen Kroatien zwar nicht heran, aber sie zeigten, dass man sie nie abschreiben darf: Mit Siegeswillen und vollstem Einsatz gewannen sie den Glauben an sich selbst zurück und gewannen die Sätze 3 und 4. Nun musste der Tiebreak entscheiden. Hier packten Brinker, Beier & Co. nun ihre Winnerschläge aus, die Blockspielerinnen, allen voran Christiane Fürst, standen goldrichtig und so gewann die deutsche Mannschaft schlussendlich den entscheidenden Satz mit 15:11! - Der Jubel kannte keine Grenzen!

Nun wartet im heutigen Finalspiel mit Russland ein weiterer starker Gegner, aber Giudetti's Mädels haben einen Traum, den sie sich endlich erfüllen wollen: Den EM-Titel zu erringen!
Drücken wir ihnen daher die Daumen, dass sie sich dieses Mal, nachdem sie beim letzten EM-Finale noch als Verliererinnen die Halle verlassen mussten, als Siegerinnen in der heimischen Max-Schmeling-Halle feiern lassen können!