Mittwoch, 28. Februar 2007

Sapporo: WM-Titel an Biathlet, Bronze für Angerer

Im 15km Freistil Rennen in Sapporo siegte überaschend der Biathlet Lars Berger aus Norwegen. Die guten Langlaufqualitäten von Lars Berger sind zwar unbestritten, aber dennoch hatte er heute zweifelslos von dem einsetzenden Schneefall während des Rennens profitiert.
Durch den Schnee wurde die Spur extrem langsam, so dass die spaeter ins Rennen gehenden Läufer eindeutig benachteiligt waren. Und dieses waren gerade die Top-Läufer im Weltcup, zu denen neben den vier gestarteten Deutschen, Rene Sommerfeld, Franz Goehring, Axel Teichmann und Tobias Angerer, auch der Biathlet-Kollege von Berger, Ole-Einar Bjoerndalen zaehlte. Damit war Bjoerndalens Mission, sowohl bei der Biathlon-WM als auch bei der nordischen Ski-WM einen Titel zu gewinnen, bereits zu einem frühen Zeitpunkt seines Rennens fast aussichtslos.
Ob Bjoernadlen in der norwegischen Staffel zum Einsatz kommt und damit noch eine zweite Chance auf WM-Gold erhählt, bleibt abzuwarten.

Aber kommen wir zurück zum heutigen Rennen: Lars Berger nutzte seine Startnummer 55 und die damit verbundenen guten Bedingungen und legte eine Zeit vor, an der sich alle nachfolgenden Laeufer die Zaehne ausbeissen sollten.
Tobias Angerer, als letzter aller Starter in die Loipe gegangen, kam in der zweiten Haelfte des Rennens, als der Schneefall aufgehoert hatte, noch sehr stark auf und war der einzige, der dem Podest nahe kam. Auf diesem standen zu diesem Zeitpunkt neben Berger der Weissrusse Leonid Karnjenka, der im Weltcup bis dato noch ein komplett unbeschriebenes Blatt darstellte, auf Platz 2 und Johannes Eder aus Oesterreich auf dem Bronzerang. Die beiden letztgenannten Laeufer gingen mit noch niedrigeren Startnummern als Berger in die Loipe und profitierten noch staerker vom einsetzenden Schneefall als der spaetere Weltmeister Berger.
Aber Angerer holte Sekunde auf Sekunde auf und konnte sich im Ziel noch vor Eder schieben und sicherte sich damit die Bronzemedallie.
Auch unser Weltmeister in der Doppelverfolgung, Axel Teichmann, kam zum Ende des Rennens noch extrem stark auf, aber es reichte nur zu Rang 5. Obwohl dieser fünfte Rang angesichts der Bedingungen nicht als Niederlage, sondern als grosser Erfolg zu werten ist.
Auch Franz Goehring trumpfte in der Schlussphase stark auf und konnte sich so den 7. Rang im Endklassement sichern. Damit haben sich die deutschen Laeufer bei diesen fuer sie schweren Bedingungen sehr gut verkauft, einmal mehr besser als alle anderen Nationen.

Bundestrainer Jochen Behle haderte nach Abschluss des Rennens mit den äusseren Bedingungen und verlangte, dass man von den Einzelstarts besser absehen und den Massenstart vorziehen sollte, wenn Schneefall zu erwarten ist. Denn seiner Auffassung nach hat Tobias Angerer den Weltmeistertitel nur deswegen verpasst, weil er durch die zwischendurch langsamere Spur gebremst wurde. Das mag zutreffen, aber man sollte auch bedenken, dass der Skilanglauf nun mal eine Freiluftsportart ist, bei der mal man mehr Glueck und mal mehr Pech haben kann. Diese Meinung vertritt auch Axel Teichmann, unser Weltmeister scheint damit die Situation besser zu erfassen als der Bundestrainer, der sich doch besser vielmehr ueber die zweite Medallie von Angerer freuen sollte!

Sonntag, 25. Februar 2007

Nordische Kombination: Silber hinter Finnland

Die deutsche Mannschaft der nordischen Kombinierer hat in der Besetzung Sebastian Haseney, Ronny Ackermann, Tino Edelmann und Björn Kircheisen den Vize-Weltmeistertitel hinter der favorisierten finnischen Mannschaft errungen!

Die Finnen hatten den Sprunglauf vor der norwegischen Mannschaft, Deutschland und Österreich gewonnen. Damit lagen die vier Medallienkandidaten bereits vor dem Start des 4x5km Staffellaufs zusammen, wenn auch die erstplatzierten Finnen ca. 1min von den Österreichern trennte.
Der deutsche Startläufer Sebastian Haseney konnte in seiner ersten 2.5km Schleife den Rückstand auf den vor ihm gestarteten Havard Klementsen wettmachen und brachte die deutsche Mannschaft im folgenden auf den Silberrang, den sie nicht mehr hergeben sollten. Ronny Ackermann brachte als zweiter Starter die deutsche Mannschaft dann sehr nah an die Finnen heran, ehe Tino Edelmann Jakko Tallus bereits kurz nach dem Wechsel einholen konnte. Die beiden zogen nun gemeinsam ihre Runden und übergaben quasi zeitgleich an die Schlussläufer Hannu Manninen und Björn Kircheisen.
Von dem Johanngeorgenstätter nun zu ewarten, den laufstarken Finnen abhängen zu können, wäre vermessen gewesen. - Da hätte dem Finnen schon ein Missgecshick unterlaufen müssen, das dem Riesen aus Romaniemi kaum jemand zutraute, hatte er doch schließlich durch seinen ersten Einzeltitel noch mehr an Sicherheit gewonnen.
Und so kam es wie es kommen musste: In der zweiten Schleife zog Manninen das Tempo deutlich an,und Kircheisen konnte nicht mehr mithalten. Finnlands Schlussläufer lief einem sicheren Sieg entgegen und hat damit bereite seine zweite Goldmedallie erringen können. Die deutsche Mannschaft erreichte, wie schon bei den Olympischen Spielen und vergangenen Weltmeisterschaften die Silbermedallie.

Um Bronze kämpften wie erwartet Norwegen und Österreich. Beide Mannschaften liefen zumeist gemeinsam durch die Loipe, weder ein Stecher oder ein Tande konnten sich absetzen. Die beiden Schlussläufer Moan und Gottwald taktierten in ihrer Schlussrunde dann, da keiner so recht Führungsarbeit leisten wollte. Die beiden konnten sich dieses leisten, da von hinten keine Gefahr drohte und der Abstand nach vorne zu Deutschalnd und Finnland bereits zu groß war.
So kam es wie es kommen musste: Der Kampf um Bronze wurde auf der Zielgeraden entschieden, wo letztendlich der Norweger Magnus Moan das glückliche Ende für sich behielt und seiner Mannschaft Bronze sicherte.
Damit ging der Olympiasieger Österreich im Team-Wettbewerb der Nordischen Kombination leer aus, aber schon wenige Stunden später sollten ja bereits die Skispringer dafür sorgen, dass in der Alpenrepublik wieder gejubelt werden konnte.

Mannschaftsspringen: Weltmeistertitel für Österreich

Das österreichische Skisprungteam ist als amtierender Olympiasieger seiner Favoritenrolle gerecht worden und hat in der Besetzung Wolfgang Loitzl, Gregor Schlierenzauer, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern in beeindruckender Manier den Weltmeistertiel errungen!

Die ebenfalls zu den Medallienkandidaten zählenden Norweger um Tom Hilde, Anders Bardal, Anders Jacobsen und Roar Ljoekelsoey gewannen Silber. Dabei war besonders auf den Dritten von der Großschanze, Roar Ljoekelsoey, Verlass. Der Gesamtweltcupführende Anders Jacobsen enttäuschte einmal mehr in Sapporo - der Sieger der Vierschanzentournee bekommt die Schanze nicht so recht in den Griff. Aber es reichte für die Norweger zu Silber, da sie auch von dem schwachen Auftreten der ebenfalls favorisiert an den Start gegangenen Finnen profitieren konnten. Die Finnen galten im Vorfeld neben den Österreichern als heissester Anwärter auf den Weltmeistertitel, müssen aber nun ganz ohne Edelmetall nach Hause fahren. Ihr erster Springer Arttu Lappi brachte mit zwei schwachen Sprüngen die Finnen bereits früh unter Zugzwang. Da auch ihr zweiter Springer Matti Hautamäki einige Meter auf die direkten Kokurrenten verlor, konnte ihr derzeitiger stärkster Springer, der neue Vize-Wetmeister Harri Olli, die nötigen Punkte alleine auch nicht mehr aufholen. Da auch Janne Ahonen zwar nicht schlecht, aber auch nicht überragend sprang, war die Überraschung perfekt: Die Finnen lagen im Endklassement nur auf Rang 4, nach dem 1. Durchgag hatten sie gar nur Platz 7 inne.

So entbrannte ein heisser Kampf um den Bronzerang, dem neben den im zweiten Durchgang wieder etwas stärker aufkommenden Finnen mal die Schweizer, auch die Polen, die Russen oder die Japaner näher schienen. Leider nicht die deutsche Mannschaft, die fast wie erwartet keine herausragende Leistung erbringen konnte, aber davon später mehr.
Die Bronzemedallie ging letztendlich ein wenig überaschend an die Japaner, die kaum jemand auf der Rechnung hatte. Aber das heimische Publikum motivierte die japanische Mannschaft zusätzlich, so dass gerade bei der WM die beste Saisonleistung erbracht werden konnte. Das ist besonders schön für das Gastgeberland, das nun auch endlich einmal eine Medallie bejubeln kann. - Das tut der Stimmung bei dieser Weltmeisterschaft gut!

Die deutschen Skispringer konnten eigentlich nur nach dem guten ersten Sprung von Stefan Hocke hoffen, das doch mehr drin sein könnte, als nur der Kampf um Platz 8, der die Qualifikation für den 2. Durchgang bedeutete. Aber leider konnte der junge Tobias Bogner als zweiter Springer nicht die durchaus guten Trainingsergebnisse bestätigen und brachte Jörg Ritzerfeld vor allem im ersten Durchgang einen für seine Leistugsfähigkeit schwachen Sprung herunter.
Lichtblick war zweifelslos Martin Schmitt's erster Sprung auf 129m, mit dem er im Konzert der ganz Großen in der vierten Gruppe durchaus mithalten konnte und sogar Größen, wie Janne Ahonen einige Meter abnehmen konnte. Aber es reichte letztendlich nur zu einem achten Rang. - Da heisst es eigentlich nur, den Wettkampf schnell abzuhaken und sich auf die Normalschanze konzentieren.
Mit etwas mehr Glück und stabilieren Leistungen wäre für die deutsche Mannschaft sicher auch etwas mehr drin gewesen. Aber sein wir ehrlich, dass mit Springern wie Tobias Bogner und Stefan Hocke nicht zu viel erwartet werden konnte: Bogner ist noch am Beginn seiner Karriere und hat noch nicht viel Weltcuperfahrung vorzuweisen, da lastet ein Weltmeisterschaftsmannschaftsspringen besonders auf den noch jungen Schultern. Und ein Stefan Hocke war zwar bereits Team-Olympiasieger, hatte aber in den Jahren danach seine Form nie wieder so finden können und kam auch in der laufenden Saison nicht so recht in Schwung. Sein erster Sprung gab zwar Anlass zur Hoffnung, aber leider konnte er ihn im zweiten Durchgang nur bedingt bestätigen.

Die Position von Bundestrainer Peter Rohwein dürfte durch diesem Abschneiden auch nicht gerade sicherer geworden sein. Man kann wirklich gespannt sein, ob es nicht zum Ende der Saison einen Wechsel geben wird ...

Samstag, 24. Februar 2007

Gesamtweltcup für Sandra Kiriasis

Die Bobpilotin Sandra Kiriasis hat ihre beeindruckende Serie im 2er Bob-Gesamtweltcup fortgesetzt: Beim Saisonabschluss in der Eisrinne am Königssee gelang ihr mit ihrer Bremserin Berit Wiacker nicht nur der Tageserfolg vor der USA-Amerikanerin Shauna Rohbock und Bob Deutschland II mit Cathleen Martini, sondern sie sicherte sich auch den fünften Sieg im Gesamtweltcup in Serie.
Damit ist Kirasis die erfolgreichste Bobpilotin der vergangenen 5 Jahren. Und es ist eine beeindruckende Serie, die sie aufweisen kann, da sie neben den Siegen im Gesamtweltcup sowohl in Salt Lake City 202 als auch letztes Jahr in Turin Olympiasiegerin werden konnte. Zudem sicherte sie sich auf der Natureisbahn von St. Moritz in diesem Jahr wiederholt den Weltmeistertitel.

Die noch junge Sportart des Damen 2er Bobs ist damit fest in deutscher Hand. Denn neben Sandra Kiriasis, die ihre ersten Erfolge noch unter ihrem Mädchenname Sandra Prokoff feierte, hat auch die ehemalige Rodelweltmeisterin Susi Erdmann bereits Weltmeistertitel im 2er Bob und einen Sieg im Gesamtweltcup vorzuweisen.
Die Karriere der 39jährigen Susi Erdmann neigt sich sicher langsam dem Ende entgegen, aber die Bob-Laufbahn der Sandra Kiriasis verspricht noch einiges. Das nächste Zeil für sie lautet im nächsten Jahr auf ihrer eigentlichen Heimbahn in Altenberg - mittlerweile startet sie für Winterberg - den Weltmeistertitel zu verteidiegn!

Weltmeistertitel für den Schweizer Simon Ammann

In einer spannenden WM-Entscheidung von der Großschanze hat Simon Ammann die Nerven behalten und seine Top-Position aus dem ersten Durchgang verteidigt!
Damit fügt der Doppelolympiasieger von Salt Lake City seiner Medalliensammlung einen weiteren ganz großen Titel hinzu.
Dieser Erfolg sollte all denjenigen Springern Mut zusprechen, die nach großen Erfolgen im Niemandsland des Skispringens versunken sind. Denn genau dieses hat Ammann in den vier Jahren nach seinen zwei Olympiasiegen durchgemacht. Erst in dieser Saison konnte er das Tal der Tränen und Misserfolge hinter sich lassen und ist zurück in der Weltspitze. Diese grandiose Rückkehr hat er nun mit dem Weltmeistertitel krönen können!

Aber der Vorsprung war mit 0.2 Punkten vor dem Überrraschungszweiten, dem Finnen Harri Olli, äußerst knapp. Olli, der zwar in den letzten Tagen gute Leistungen auf der WM-Schanze gebracht hatte, hatten nur wenige auf der Rechnung. Aber der 22jährige Finne zeigte, was in ihm steckt und konnte nicht nur seine großen Landsleute um Janne Ahonen, der 6. wurde, hinter sich lassen.
Auch der Drittplatzierte Roar Ljoekelsoey überraschte die Konkurrenz. Der Norweger ist zwar mehrfacher Skiflugweltmeister und konnte bei der letztjährigen Vierschanzentournee Dritter werden, hat aber in dieser Saison seine Form noch nicht so recht finden können. Aber dieser Bronzerang läßt die schwächeren Saisonergebnisse mehr als nur verblassen und zeigt, dass ein Ljoekelsoey ein Mann für WM und Olympia ist.

Im zweiten Durchgang gab es einen regelrechten Schlagtausch, denn die im ersten Durchgang Vorn-Platzierten überbaten sich im zweiten Durchgang reihenweise. So reichten die weiten Sätze von Janne Ahonen, vom österreichischen Olympiasieger Thomas Morgenstern und auch vom Polen Adam Malysz, der in der gestrigen Qualifikation einen neuen Schanzenrekord aufstellen konnte, nicht, auf die Medallienränge vorzurücken. - Und ein Malysz dürfte sich über seinen vierten Platz ebenso wenig freuen, wie ein Thomas Morgenstern über Platz 5. Im Weltcup sind derartige Platzierungen durchaus positiv zu werten, aber bei Weltmeisterschaften zählen leider fast nur Medallien.

Die beiden jungen überflieger der bisherigen Saison konnten in die Medallienvergabe überraschend nicht eingreifen: Sowohl der Sieger der Vierschanzentournee und Weltcupführende Anders Jacobsen aus Norwegen als auch der neue Star im österreichischen Skispringerteam, Gregor Schlierenzauer, brachten bereits einen für ihre Verhältnisse schwachen ersten Durchgang hinunter, der ihnen jede Medallienchance raubte.
Schlierenzauer, der mit der WM-Schanze bislang nicht so zurecht kam, brachte immerhin einen ansehnlichen zweiten Sprung herunter, der ihm Platz 10 brachte und den Kopf vom österreichischen Cheftrainer, Alex Pointner, sicherlich ob der Nominierung für das morgige Mannschaftsspringen rauchen lassen läßt.
Anders Jacobsen kam nur auf dem 14. Platz ein, der damit das Pech hat, eine seiner schlechtesten Saisonleistungen ausgerechnet bei der WM zu bringen. Einen Platz hinter dem Norweger kam Jörg Ritzerfeld als bester Deutscher ein. Der zweite Deutsche im zweiten Durchgang, der Ex-Weltmeister Martin Schmitt, brachte es durch einen schwachen 103m-Satz im zweiten Durchgang nur auf den 30. Platz. - Das sind alles andere als gute Ergebnisse für die deutschen Adler, von denen allerdings nach dem Mittelfußbruch ihres Vorspringers Michael Uhrmann auch nicht zu viel erwartet werden konnte.
Man kann nun nur hoffen, dass die Mannschaft sich ein wenig fängt, um beim morgigen Mannschaftsspringen nicht unter ferner liefen mitzuspringen!

Doppelverfolgung: Gold und Silber für Teichmann und Angerer

Doppelsieg für die deutschen Herren bei der Doppelverfolgung in Sapporo: Gold für Axel Teichmann vor Tobias Angerer!
Auf Platz 4 bereits der dritte Deutsche, Jens Fillbrich. Nur der Italiener Pietro Piller-Cottrer konnte als Dritter in die Farlanz der deutschen Läufer einbrechen.

Es wurde das erwartet spannenden Rennen, das erst auf den letzten Metern entschieden wurde. 15 bis 20 Laufer waren zumeist in der Spitzengruppe vertreten. Große Namen, wie der Titelverteidiger Vincent Vittoz aus Frankreich oder der Schwede Anders Södergren sahen schon zu Beginn der Skatingstrecke nicht mehr gut aus, was sich auch in der Schlussphase bewahrheitete

Beim vorletzten Anstieg des Rennens nahm sich der Weltcupführende Tobias Angerer ein Herz und zog den langen Sprint an. Und es zeigte sich, dass dieses die genau richtige Taktik war, denn das Feld wurde auseinandergerissen: Mit Angerer, Teichmann, Filbrich, Piller-Cottrer und dem Norweger Petter Northung konnten sich fünf Läufer absetzten, darunter drei Deutsche - das waren beste Voraussetzungen!
Bei diesem Angriiff konnten darüber hinaus Läufer wie der Zweite der Tour de Ski, Alexander Levkov, nicht mitgehen. - Gut für die Deutschen, da der Russe als sehr sprintstark gilt. Dieses gilt im Grunde auch für den Norweger Petter Northung. der allerdings auf den letzten Metern ohne fremdes Verschulden ins Straucheln kam und sich so selbst um eine mögliche Medallie brachte.
Ein Wahnsinnserfolg für die deutsche Mannschaft! Es war den Jungs um das Duo Angerer & Teochmann einiges zuzutrauen, aber dass ein Doppelerfolg erreicht erden konnte, damit konnte nicht unbedingt gerechnet werden. - Zu groß ist die Leistungsdichte in der Spitze bei den Herren.

Mit diesem Erfolg im Rücken freut man sich jetzt schon auf die weiteren Entscheidungen bei der WM!
Mit einem Weltmeister Axel Teichmann, der dem 15km-Sieg in Val di Fiemme 2003 heute seinen zweiten Titel folgen lassen konnte, und dem Vize-Weltmeister Tobias Angerer, für den diese Silbermedallie die erste WM-Einzelmedallie bedeutet, kann man noch einies mehr erwarten!

Freitag, 23. Februar 2007

Sapporo: Erste Medallie für Sachenbacher/Künzel

Nicht das hochgewettete Duo Angerer/Teichmann gewann die erste deutsche Langlaufmedallie bei der nordischen Ski-WM in Sapporo, sondern das Damen-Duo Sachenbacher-Stehle/ Künzel-Nystad. Die beiden Langläuferinnen konnten ein wenig überraschend die Silbermedallie erkämpfen!
Im Gegensatz dazu ging das deutsche Herren-Duo mit Platz vier leider knapp leer aus. Axel Teichmann setzte seinen Schlussspurt ein wenig zu spät an und musste zusehen, wie die Italiener Pasini/Zorzi den Weltmeistertitel vor dem russischen Duo Morilow/Rotchev und den Tschechen Sperl/Kozisek gewannen.
Die beiden Deutschen galten als große Goldhoffnung, nicht zuletzt nachdem das schwedische Duo überraschend im Halbfinale aufgrund eines Sturzes hängenblieb. Ein Prodest der deutschen Mannschaft wegen einer angeblichen Behinderung durch den tschechischen Schlussläufer wurde abgelehnt und brachte auch am grünen Tisch nicht die ersehnte Medallie.

Aber Angerer & Co. sollten den Kopf nicht hängen lassen. Noch haben sie zahlreiche Medallien-Chancen und kaum einer hält es für möglich, dass kein Edelmetall erlaufen wird, zu gut waren dafür die Leistungen bislang im Weltcup.

Dass nun aber ausgerechnet das in den letzten Tagen durch Bundestrainer Jochen Behle eher gescholtene Langlauf-Damen-Team die erste Medallie erringen konnte, dürfte Sachenbacher & Künzel nicht nur mit Freude, sondern auch mit ein wenig Genugtuung erfüllen.
Behle hatte den Damen z.T. zu großes Individuallistentum vorgeworfen und insbesondere mit Sachenbachers Heimtrainer Wolfgang Pichler im Vorfeld der WM einmal mehr erhebliche Meinungsverschiedenheiten gehabt.
Die heute errungene Silbermedallie mag die Diskussionen ein wenig abkühlen, aber es steht dennoch die Frage nach einem Damen-Bundestrainer im Raum. Möglich dass sich bzgl. dieses Posten im Laufe der nächten Wochen noch neue Entwicklungen ergeben. Der Ansatz, den Damen einen eigenen Trainer zur Seite zu stellen, erscheint grundsätzlich nicht falsch.

Aber kommen wir zurück zum Sportlichen und dem heutigen Rennen: Die deutsche Schlussläuferin Claudia Künzel, die für ihren Endspurt berühmt ist, und der ihr beispielsweise auch in Turin im Sprint die Silbermedallie brachte, musste auf der Zielgeraden nur die Finnen Virpi Kuitunen ziehen lassen.
Bronze ging an das norwegische Duo um die erste Weltmeisterin von Sapporo, Astrid Jacobsen, die der gestrigen Goldmedallie im Einzelsprint heute zusammen mit Marit Björgen ihre zweite Medallie folgen lassen konnte.
Auf dem undankbaren vierten Rang kam das schwedische Duo ein.
Damit kann die in den Sprintwettbewerben der letzten Großereignisse immer groß auftrumpfende schwedische Mannnschaft nur eine Silbermedallie durch Larsson im Herren-Einzelsprint aufweisen. - Enttäuschend für die Sprinthelden der Trekroners.

Kircheisen erringt Bronzemedallie im Sprintwettbewerb der Nordischen Kombination

Björn Kircheisen hat den deutschen Kombinierern einen WM-Einstand nach Maß beschehrt und die Bronzemedallie hinter dem Finnen Hannu Manninen und Magnus Moan aus Norwegen errungen!
Der Johanngeorgenstätter hatte ein wenig überraschend den Sprunglauf für sich entschieden und nahm daher als erster die 7.5 km in Angriff. Da der Vorsprung auf die ärgsten Konkurrenten wie Manninen und Moan über 50sec betrug, sahen es manche bereits goldig am Horizont funkeln...

Aber Manninen stürmte, unterstützt von Moan, in beeidruckender Manier durch die Loipe. Die beiden überragenden Läufer des heutigen Sprintwettbewerbs holten Kircheisen ca. 1km vor dem Ziel ein und ließen ihn kurz darauf regelrecht stehen. Der junge Mann aus Johanngeorgenstadt konnte das Tempo der beiden nicht mitgehen, was aber nicht als Niederlage zu werten ist. Kircheisen hat vielmehr Bronze gewonnen!

Im Kampf um Gold konnte Hannu Manninen Magnus Moan knapp bezwingen, und der Finnen gewann endlich nach vielen vergeblichen Versuchen den heißersehnten Einzeltitel bei einem Großereignis. Es gibt wohl kaum jemanden, der dem "Riesen aus Romaniemi" diesen Titel nicht gönnt, zu oft war der Finne doch regelrecht auf der Ziellgeraden gescheitert und konnte seine Erfolge, die er regelmäßig im Weltcup errungen hat, nicht mit Olympia- oder WM-Einzelgold krönen.
Daher ist dieser WM-Titel für Manninen so verdient, wie es wohl selten ein WM-Titel war.

Die deutschen Athleten sollten nicht verzagen, dass der bei der letzten WM in Oberstdorf durch Ronny Ackermann errungene Titel nicht verteidigt werden konnte.
Die Leistungen im Weltcup waren zuletzt zwar besser, aber mit viel mehr als mit 1 bis 2 Medallien ist im Vorfeld nicht gerechnet worden. Da mutet es doch sehr positiv an, dass die erste Medallie bereits beim ersten Wettkampf errungen werden konnte!

Als zweitbester Deuscher hinter Björn Kircheisen kam Titelverteidiger Ronny Ackermann auf Rang 8 ein. Der Sportler des Jahres 2005 hatte im Verlauf des gesamten 7.5km Laufes leider nicht den Hauch einer Chance, seinen Titel zu verteidigen.
Tino Edelmann feierte mit Rang 11 einen Achtungserfolg, wohingegen Sebastian Haseny bereits nach einem schwachen Sprung mit Rang 26 die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Unser Olympiasieger Georg Hettich konnte in die Entscheidung aufgrund seiner Nicht-Nominierung erst gar nicht eingreifen, hofft aber auf eine Berücksichtigung bei dem nächsten Wettkampf.

Mittwoch, 21. Februar 2007

Ullrich vor Karriereende?

Jan Ullrich hat für Montag eine Presseerklärung angekündigt, die Aufklärung über seine berufliche Laufbahn geben und alle Fragen klären soll.
Da fragt man sich, ist dieses ein leise angekündigter Rücktritt? Verwundern täte dieser Schritt sicher nicht.
Viele dachten bereits vor Beginn der vergangenen Saison, dass diese die letzte für den Radprofi sein würde. Denn die Chancen, sein großes Ziel, die Tour de France ein zweites Mal zu gewinnen, standen nach dem Rücktritt seines langjährigen Rivalen und Dominators der Tour de France, Lance Armstrong, gut wie selten. Dass ein top-fitter Jan Ullrich den Giro-Sieger Ivan Basso würde schlagen können, bezweifelten nur wenige.
Aber es sollte ganz anders kommen: Weder Ullrich noch Basso durften die Tour in Angriff nehmen. Kurz vor dem Prolog wurden sie aufgrund ihrer möglichen Verstrickung in die Dopingaffäre um den spanischen Arzt Fuentes aus dem Rennen genommen. - Und das Spekulieren, Zögern und Verspeckspielen um die Person Jan Ullrich nahm ihren Lauf. Bis heute ist nichts endgültig geklärt, zumindest ist der Öffentlichkeit (noch) nichts bekannt. - Dass Jan Ullrich eine Aufklärung aller offenen Fragen die Dopingaffäre betreffend am Montag liefern wird, erscheint unwahrscheinlich, zu lange hat er schon geschwiegen und sich in unglaubwürdigen Aussagen verstrickt.
Warscheinlicher erscheint eher der Rücktritt vom Radsport. Der Rücktritt, der evt. schon im letzten Jahr hätte erfolgen können, wenn der angepeilte Gewinn bei der Tour gelungen wäre.
Jan Ullrich ist mit seinen 33 Jahren wahrscheinlich bereits über seinen Zenit hinaus. Ferner scheint es ihm nach wie vor äußerst schwer zu fallen, sich so auf die Radsportsaison vorzubereiten, wie es der Profi-Radsport erfordert - unabhängig seiner immer wieder eingefangenen Erkältungen vor bzw. bei Start der Radsportsaison. Hinzu kommt, dass Ullrich z.Z. keinem Team zugehörig ist. Es bringen sich zwar immer wieder Teams ins Spiel, aber ohne Klärung der währenden gerichtlichen Auseinandersetzungen scheint eine Verpflichtung eher unwahrscheinlich.
Ganz unabhängig davon haben die Bosse der Tour de France ihre Haltung zu unter Dopingverdacht stehenden Fahrern deutlich gemacht. Daher dürfte Ullrich auch hier schlechte Karten haben, bei der diesjährigen Tour zu starten, falls nicht bald seine Verstrickungen in die Dopingaffäre endgültig geklärt werden.

Daher erscheint ein Rücktritt Jan Ullrichs sehr wahrscheinlich. Aber warten wir bis Montag ab. - Ullrich hat es schon oft verstanden, die Leute zu erstaunen und genau dann wieder aufzustehen, wenn es die wenigsten erwartet haben.

WM-Aus für Michael Uhrmann

Die WM in Sapporo findet ohne die wohl einzige deutsche Medallienhoffnung in den Einzelwettbewerben des Skispringens statt: Michael Uhrmann verletzte sich bei seinem zweiten Trainingssprung auf der WM-Schanze so schwer, dass dieses das Ende seiner WM-Traäume bedeutet.
Ein Sturz nach dem Aufsprung brachte nicht nur dem deutschen Vorspringer höllische Schmerzen und einen Bruch des Mittelfuß, sondern dürfte auch Bundestrainer Peter Rohwein und den DSV-Offiziellen manch schlaflose Nacht beschehren...
Für das deutsche Skisprungteam bedeutet dieser Ausfall die Riesen-Katastrophe! Ohne den Bayerwäldler stehen die Chancen, gut bei dieser WM da zu stehen, mehr als schlecht. Ruhten doch die größten Hoffnungen der in den letzten Jahren arg gebeutelten deutschen Adler, bei einem Großereignis endlich einmal wieder eine Einzelmedallie zu gewinnen, eben auf Michael Uhrmann. Uhrmann hatte durch seinen Weltcupsieg in Oberstdorf und seinen zweiten Platz in Willingen die Hoffnungen auf Edelmetall zu Recht steigen lassen. Es schien, dass der junge Familienvater es nun endlich gepackt hätte, auch zwei gute Sprünge im Wettkampf nach unten zu bringen.
- Und nun dieses...
Es ist äußerst bitter für die deutsche Mannschaft, dass ausgerechnet Michael Uhrmann so kurzfristig vor der WM ausfällt. Dass dieser Trainingssturz für Uhrmann auch gleichzeitig sein Saisonende bedeutet, erscheint in diesem Moment eher zweitrangig.

Nun gilt es für den Rest der Mannschaft um Martin Schmitt und Jörg Ritzerfeld zu zeigen, dass Deutschland im Skispringen doch noch einen Namen hat. Sich dieses vorzustellen, fällt im Moment allerdings schwer, zu geschockt ist man ob des Ausfalls von Michael Uhrmann...

Dienstag, 20. Februar 2007

Quo vadis Radsport?

Der Dopingskandal um den spanischen Arzt Fuentes hat die Radsportwelt im vergangenen Sommer ins Wanken gebracht. - Und sie wankt immer noch...

Unter den Radsportlern scheint es beinahe nur einen ganz großen Verlierer zu geben: Unseren einzigen deutschen Tour de France Sieger Jan Ullrich. Die übrigen mehr als 50 in die Dopingaffäre verwickelten Fahrer, scheinen nicht so in den Sumpf gezogen worden zu sein, wie Jan Ullrich. Warum?
Ja, man kann berechtigter Weise anmerken, dass Jan Ullrich sich dieses z.T. auch selber zuzuschreiben hat. Ist doch schließlich sein Verhalten seit dem Ausschluss aus der letztjährigen Tour mehr als verwunderlich. Immer wieder hat er seine Unschlud beteuert, aber Beweise für diese hat er nicht bringen wollen. Einen DNA-Test hat er kategorisch abgelehnt.
Jan Ullrich hat sich durch sein Verhalten unglaubwürdig gemacht. Wenn er doch nur während oder nach der Tour die Karten offen auf den Tisch gelegt hätte. - Viele sind davon überzeugt, dass man ihm, auch wenn er zugegeben hätte, in die Affäre verwickelt und Kunde bei Fuentes gewesen zu sein, hätte verzeihen können. Vielleicht nicht sofort, aber man hätte es ihm verziehen. Jan Ullrich ist doch immer irgendwie der große Junge geblieben, der trotz aller Radsport-Erfolge, seine Fehler hat, die ihn so menschlich machten. Er war ein Liebling der Massen. Daher hätten die Massen ihm auch irgendwann verzeihen können.
Aber er hat diesen Zeitpunkt, die Karten offen auf den Tisch zu legen, ungeachtet verstreichen lassen. Dadurch kann man ihm eigentlich nicht mehr glauben.
Ein Speicheltest ist zwar inzwischen vor ca. drei Wochen genommen worden, aber Ergebnisse sind noch nicht bekannt. Und was werden diese Ergebnisse bringen?
Zeigen sie, dass Jan Ullrichs DNA nicht zu den Blutkonserven passt, bleibt dennoch ein Makel und Zweifel zurück. Denn es würde die Frage bleiben: Warum konnte dieses nicht bereits vor Monaten geklärt werden?
Ergeben die Untersuchungen, dass Jan Ullrich schuldig ist, würde man sich in seinem Verdacht nur bestätigt fühlen, der durch Ullrichs Zögern und Versteckspiel schon vor langer Zeit entstanden ist.

Im Grunde ist es traurig, was aus dem wohl größten deutschen Radsportalent geworden ist.
Aber eines sollte auch gesagt werden. Es ist absolut richtig, dass der Fall Ullrich nicht zu den Akten gelegt wird, sondern dass man sich weiter darum bemüht, Klarheit zu erlangen - mit welchen Ergebnis auch immer.
Aber man regt sich innerlich dennoch auf, sieht man wie andere Fahrer, die genauso wie Ullrich in die Affäre verstrickt sind, unbeschadet ihrem Radsport wieder nachgehen können. Hier ist vor allem der Giro-Sieger vom vergangenen Jahr, Ivan Basso, zu nennen. Wie bekannt, hat ihn das US-amerikanische Discovery Channel Team trotz Ehrenkodex der Pro-Tour-Teams verpflichtet. Und der Italiener ist inzwischen bei der Kalifornien-Rundfahrt so in die Saison gestartet, als wenn nichts gewesen wäre.

Dieses Statement soll keine Verurteilung von Ivan Basso sein, nein, ganz bestimmt nicht, aber der Gerechtigkeit halber sollte ein Ivan Basso genauso behandelt werden wie ein Jan Ullrich oder wie jeder andere in den Fall Fuentes verstrickte Radprofi. Dass dem aber nicht so ist, läßt Empörung aufkommen. Empörung, die letztendlich dazu führen kann, dass der gemeine Radsport-Fan keine große Lust mehr verspürt, sich stundenlang an den Straßenrand zu setzen und seinen unter Umständen mühsam erkämpften Zuschauerplatz eisern zu verteidigen, um die Helden der Landstraße an sich vorbeiradeln zu sehen... -
So weit ist es noch nicht, aber wird nicht endlich durchgegriffen, um den Radsport sauber und fair für alle zu machen, oder zumindest den Wilen dafür geschlossen zu zeigen, ist dieser Moment nicht mehr fern. Dann werden auch die Sponsoren ihr Interesse verlieren, und der Radsport wird endgültig am Ende sein. Wollen wir das? - Nein, das wollen wir ganz bestimmt nicht! Und daher hoffen wir immer noch auf bessere Zeiten... Noch ist Hoffnung da!

Nordische Ski-WM: Was ist von Skispringern und Kombinierern zu erwarten?

Bei der Nordischen Ski-WM in Sappora gehen die Langläufer aus deutscher Sicht mit den besten Medalleinaussichten in die Entscheidungen.
Aber auch von den Kombinieren um Ackermann & Co. darf man einiges erwarten, oder vielleicht besser gesagt erhoffen.
In der diesjährigen Weltcupsaison können vor allem Ronny Ackermann und Björn Kircheisen nicht unbedingt an ihre Resultate der vergangenen Winter heranreichen, aber da die letzten Wettkämpfe eher einen Anstieg ihrer Form erkennen lassen, wie der Weltcupsieg von Björn Kircheisen zeigt, scheint doch einiges möglich zu sein.
Unser Olympiasieger, Georg Hettich, hat bislang leider noch nicht an seine erfolgreichen Tage von Turin anknüpfen können. Dafür gibt es verschiedene Gründe, wie Verletzungen, eine Operation und die etwas stärkere Konzentration auf die berufliche Ausbildung. Aber einen Olympiasieger kann man schlecht zu Hause lassen - Das dachte sich sicher auch Bundesrainer Hermann Weinbuch und nominierte den Schonacher. Hoffen wir, dass der Schwarzwälder dieses Vertrauen durch gute Leistungen dankt!

Vor allem in der ersten Hälfte des Weltcups hat aus deutscher Sicht vor allem Sebastian Haseney von sich reden machen. Er scheint endlich seine Schwäche auf der Schanze in den Griff bekommen zu haben und kann daher eher von seiner immer schon exzellenten Laufform profitieren.

Neben den Deutschen geben vor allem Finnen, Österreicher und Norweger den Ton an: Spannend wird werden, ob es dem mehrfachen Gewinner des Gesamtweltcups, Hannu Manninen aus Finnland, endlich einmal gelingen wird, bei einem Großereignis einen Einzeltitel zu gewinnen. Aus nicht erklärbaren Gründen ist dem Mann aus Romaniemi dieses noch nie gelungen. In den entscheidenden Momenten schienen die Beine zu schwer oder die Sprünge zu kurz...
Ebenfalls Hoffnung auf Edelmetall darf sich der Norweger Magnus Moan machen, der endlich einmal auch ganz oben stehen möchte.
Der Österreicher Felix Gottwald, der nach dieser Saison vom aktiven Leistungssport zurücktritt, geht in seine letzte Weltmeisterschaft und möchte schon aus diesem Grund eine (Einzel-)Medallie mit nach Hause bringen.
Namen, wie Jason Lamy Chapuis oder Christoph Bieler versprechen ebenfalls einiges. - Warten wir gespannt auf die Entscheidungen. Nur die heimische japanische Mannschaft dürfte bei der Vergabe der Medallien keine so große Rolle spielen. Sind doch schließlich die Zeiten des großen Kenji Ogiwara vorbei...

Kommen wir zu den Skispringern, den einstigen Vorzeigesportlern des DSV: Wie gern erinnert man sich an die Weltmeistertitel eines Martin Schmitts, Sven Hannawalds, Dieter Thomas oder Jens Weissflogs? - Ja, das waren rosige Zeiten. Lang, lang ist's her.
Bei der diesjährigen Vierschanzentournee spielten die deutschen Adler einmal mehr keine Rolle, und der Stuhl von Bundestrainer Peter Rohwein wackelte bedenklich, auch wenn der DSV letzteres nicht wahrhaben wollte bzw. bestätigte.
Kam das Thema auf die WM in Sapporo, sprach man eigentlich immer davon, im Teamwettbewerb die größten Chancen zu haben. Aber irgendwie fehlte immer der vierte Mann: Wer sollte dieses neben Michael Uhrmann, Martin Schmitt und Jörg Ritzerfeld sein?
Michael Neumayer, der diese Rolle exzellent hätte einnehmen können, ist verletzungsbedingt ausgefallen.
Oder Georg Späth? Der Oberstdorfer hat in dieser Saison nie seine Form finden können, und da auch extra Trainungseinheiten und Sondertraining nicht die erwünschte Wirkung zeigten, hat Peter Rohwein die einzige mögliche Konsequenz gezogen und Georg Späth zu Hause gelassen.
Ob unser ehemalige Mannschaftsolympiasieger Stephan Hocke oder die Youngsters die Lücke füllen können, bleibt abzuwarten.

Ganz unabhängig davon scheint mittlerweile eine Einzelmedallie wahrscheinlciher als eine fürs Team: Der erste Weltcupsieg von Michael Uhrmann seit langer, langer Durststrecke nährt diese Hoffnungen. Der Mann aus Rastbüchl scheint vor allem in den letzten Springen vor der WM stabiler geworden zu sein.
Meist war sein Manko, immer nur einen Top-Sprung im Wettkampf nach unten bringen zu können. Dass dieses auch anders geht, hat er nun gezeigt, und damit darf man sich im deutschen Lager berechtigte Hoffnungen auf Michael Uhrmann machen!

Nordische Ski-WM in Sapporo steht vor der Tür : Ausblick Langlauf

Am Donnerstag beginnen im japanischen Sapporo die Weltmeisterschaften der nordischen Skiathleten.
Das deutsche Team geht mit der Erwartung von etwa sieben Medallien in die Entscheidungen. Vor allem die Langlaufwettbewerbe sollen Erfolge bringen: Die deutsche Herren-Mannschaft stellt schließlich mit Tobias Angerer den Sieger der in diesem Winter erstmalig ausgetragenen Tour de Ski und den derzeitig Weltcupführenden.
Das deutsche Herren-Team hat sich in den letzten Jahren zu einem solchen Top-Team entwickelt, dass immer wieder Vergleiche mit der großen Skination Norwegen aufkommen, die noch vor nicht langer Zeit ähnlich erfolgreich war und eine vergleichbare Breite an Spitzenathleten hatte wie heute das deutsche Team. Ja, es mag sein, an die großen Zeiten eines Vegard Ulvang und vor allem Bjoern Daehlis in den 90er Jahren kommen unsere Asse noch nicht heran, aber seit drei Jahren stellen sie immerhin den Gesamtweltcupsieger und wahrscheinlich auch in diesem Jahr: Das sollte Ausrufezeichen genug sein!
War der Sieg von Rene Sommerfeldt 2004 noch ein wenig überraschend, ließ Axel Teichmann 2005 keine Zweifel an seiner einmaligen Klasse aufkommen, und trat 2006 ohne Zögern Tobias Angerer in Teichmanns Spuren. Tobias Angerer, der sich seine ersten Meriten als Sprinter verdiente, steht nun vor der Verteidigung seines Titels im Gesamtweltcup, und kaum jemand zweifelt daran.
Kein Wunder also, dass die deutschen Herren zu den Top-Medallienkandidaten in Sapporo zählen. Und es sind nicht nur Tobias Angerer oder Axel Teichmann, die ganz vorne mitmischen können. Nein, auch der junge Franz Göring, der sich in dieser Saison auf hohem Niveau stabilisieren konnte, oder Jens Fillbrich und Rene Sommerfeldt gehen nicht ohne Medallienchancen in die Rennen.
Vor allem Axel Teichmann möchte man besonders viel Glück wünschen, war er doch bei vergangenen Großereignissen sehr oft vom Pech verfolgt. Der 15km-Weltmeister von 2003 ging bei der letzten WM in Oberstdorf durch eine Erkältung geschwächt an den Start und musste bei den olympischen Spielen 2006 in Turin aufgrund einer Entzündung an der Wade gar komplett passen. Wünschen wir ihm, dass er dieses Jahr mehr Glück hat!

Bei den Langllauffrauen sieht es nicht ganz so rosig aus wie bei den Herren der Schöpfung. Die größten Chancen werden Sachenbacher-Stehle & Co. noch in den Teamwettbewerben zugesprochen. Bei den Einzelrennen scheinen sie eher Top-Ten-, als Medallien-Kandidatinnen zu sein. Aber man muss abwarten. Hat doch eine Claudia Künzel-Nystadt in Turin noch Silber im Sprint gewonnen. Künzel scheint sich auf Großereignisse gut vorbereiten zu können, und wenn auch die letzten Weltcup-Ergebnisse nicht unbedingt für sie sprechen, darf man doch hoffen.
Die Hoffnung, das der Knoten bei Evi Sachenbacher-Stehle platzen wird, bestehen ebenfalls weiterhin. Hat ihr Trainer Wolfgang Pichler, der das schwedische Biathlonteam in Antholz zu großen Erfolgen führen konnte, doch noch vor noch nicht zu langer Zeit von sich gegeben, dass die Evi das Zeug zu einer absoluten Top-Läuferin hat. - Nun, auf diese dauerhaften Erfolge warten wir noch, trotz ihrer bei Großereignissen bereits errungenen Medallien. - Die Musik spielen z.Z. andere: Allen voran die Siegerin der Tour de Ski und Dominatorin im Gesamtweltcup, Virpi Kuitunen aus Finnland. Man mag sich eigentlich nur vorstellen, dass sie sich selbst bzw. ihr Körper sie schlagen kann - plagen sie doch immer wieder starke Rückenschmerzen.
Darüber hinaus kann man eine Marit Björgen aus Norwegen ebensowieng abschreiben wie die Estin Kristina Smigun, ihres Zeichen Doppelolympiasiegerin von Turin, die sich wie fast keine Zweite exzellent auf ein Großereignis vorzubereiten weiss.

Es werden in jedem Fall spannende Entscheidungen in den Loipen von Sapporo werden. - Schade nur, dass dem Skifan in Euopa das Live-Mitfiebern aufgrund der Zeitverscheibung nicht wirklich vergönnt ist. Aber auch ein Land wie Japan hat schließlich das Recht, erstmalig nordische Titelkämpfe austragen zu dürfen.

Samstag, 17. Februar 2007

Österreicher zurück in Erfolgsspur

Mario Matt hat heute die Ehre der österreichischen Alpinen gerettet und in eindrucksvoller Manier erneut den Weltmeistertitel im Slalom errungen.
Bereits nach dem 1. Durchgang lag er 1,12 sec vor dem Zweitplatzierten: Welten im Slalom! Der Zweite war kein anderer als unser deutsches As Felix Neureuther, der damit beste Aussichten auf WM-Edelmetall hatte.
Der zweite deutsche Starter, Alois Vogl, schied im ersten Durchgang, wie viele andere, aus. Dieses war kein normaler Slalom-Wettbewerb: Selten hat ein Slalom so viele Ausfälle zu verzeichnen gehabt.

Dann der zweite Durchgang: Manfred Mölgg aus Italien lag auf dem ersten Platz als der Sohn von unserer Gold-Rosi in die Spur ging. Leider konnte er den zweiten Lauf nicht nach unten bringen und schied aus ... - Trauer im deutschen Lager!
Ganz anders bei den Österreichern: Mario Matt brachte auch einen exzellenten zweiten Lauf herunter und sicherte sich so, im letzten WM-Einzelrennen, den heiß ersehnten WM-Titel für die Österreicher. - Da atmet eine ganze Alpenrepublik auf.

Freitag, 16. Februar 2007

Aare: Erstes WM-Gold für Tschechien

Sarka Zahbroska hat im abendlichen Aare der tschechischen Republik die erste WM-Gold-Medallie im Alpinen Ski-Rennsport beschert!
Die Tschechin galt nicht unbedingt als Top-Favoritin auf den WM-Titel, das war zweifellos die österreichische Seriensiegerin Marlies Schild, die mit fünf Saisonsiegen ihre Klasse im Vorfeld mehr als deutlich unter Beweis gestellt hatte, aber zuzutrauen war auch Zahbroska einiges. Dass es nun letztendlich zu Gold gereicht hat, ist zwar schon eine kleine überaschung, aber die junge Tschechin hat den Sieg absolut verdient. Sie hatte den Hang schlicht und ergreifend am besten im Griff.
Marlies Schild konnte nach Rang 3 im ersten Durchgang noch die vor ihr platzierte Schwedin Anja Pärson knapp abfangen, aber an Zahbroska kam auch Schild nicht mehr vorbei. Aber es ist letztendlich die Silber-Medallie für die Österreicherin geworden, die sie auch glücklich stimmen wird und die für ihren Freund Benny Raich sicher auch ein gutes Omen für den morgigen Herren-Slalom ist.
Bronze ging mit nur 16 Hundertselsekunden Rückstand auf die Spitze an die dreifache Weltmeisterin von Aare, Anja Pärson aus Schweden. Trotz des knappen Rückstandes dürfte sich die Schwedin nicht zu sehr ärgern, denn jede weitere Medallie ist nach ihren drei goldenen wie ein Zuckerl oben drauf.

Aus deutscher Sicht verdient der 6. Platz von Monika Bergmann-Schmuderer Beachtung. Nach einem couragierten zweiten Durchgang, mit dem sie ihre Position nach dem ersten Durchgang verteidigen konnte, kam für einen Moment Hoffnung auf, ob es für weiter vorne reichen könnte. Aber die nach ihr gestartet Kroatin Ana Jelsusic pulverisierte ihre Zeit geradezu. Dass es der jungen Kroatin aber dennoch nur gelang die vor ihr platzierte Österreicherin Katrin Zettel zu überholen, spricht für die Klasse der drei Top-Fahrerinnen. - Es haben tatsächlich die Besten gewonnen!

Die weiteren deutschen Läuferinnen neben Monika Bergmann-Schmuderer waren nicht gerade vom Glück verfolgt. Konnten doch von den vier gemeldeten Läuferinnen schon nur drei an den Start gehen, da sich die arme Katrin Hölzl das Steissbein gebrochen hatte ... - Das muss doppelt schwerzhaft für sie sein, zum einen der Schmerz selbst und zum anderen der verlorene Start im Weltmeisterschaftsslalom - eine solche Gelegenheit bekommt man schließlich nur höchstens alle 2 Jahre...
Die im Vorfeld mit deutschen Hoffnungen in den Wettbewerb gegangene Annemarie Gerg ging den 1. Durchgang furios an, fiel aber bereits im ersten Drittel des Rennens leider aus. Gleiches gilt für Susanne Riesch, die Schwester von der Maria, die in Levi sensationell Sechste wurde, aber seitdem das Ziel im Slalom nicht mehr gesehen hat. Diese Serie hat sich in Aare leider fortgesetzt. Aber die Partenkirchnerin ist noch jung, sie wird ihre Erfahrungen aus dieser WM ziehen. In den nächsten Jahren ist bestimmt noch einiges von ihr zu erwarten. Dafür steht ja schon der Name Riesch.

Morgen steht mit dem Herren-Slalom die letzte WM-Einzelentscheidung an. Die deutschen Fahrer haben mit Felix Neureuther und Alois Vogl gleich zwei ganz heisse Eisen im Feuer, standen doch beide in dieser Saison bereits auf dem Stockerl. Aber die Leistungsdichte im Herrenslalom ist groß: Schweden, Schweizer, Italiener und nicht zuletzt die österreicher, die in den letzten Tagen ob ihrers bislang enttäuschenden Abscheidens viel Hohn und Spott ertragen mussten, zählen zu den Favoriten. Die österreicher wollen morgen zudem aus dem tiefen Tal heraus, in das sie sich selbst gefahren haben.
Und dann ist da ja auch noch ein Bode Miller, der bislang ebenfalls zu den Verlierern dieser WM zählt. Dass er gerade im Slalom zu alter Stärke und zu altem Erfolg zurück findet, mag man kaum glauben, ist er doch in dieser Saison regelmäßig in dieser Disziplin ausgefallen und hat im Kombinationsslalom auch keinen perfekten Lauf hinuter gebracht. Aber bei Bode Miller weiss man nie...

Spannung an der Spitze der Fussball-Bundesliga

Nach dem 21. Spieltag der Fussball-Bundesliga geht es so spannend an der Spitze zu, wie schon lange nicht.
Der FC Schalke 04 hat zwar deutliche 6 Punkte Vorsprung vor Werder Bremen, aber so recht mag man es den Schalkern nicht zutrauen, dass ihr Lauf, den sie zur Zeit zweifellos haben, bis zum Saisonende reichen wird. Dafür haben sie in den vergangenen Saisons zu oft zum Ende hin kalte Füße bekommen. Schalke-Befürworter mögen diesem jetzt entgegen haten, dass die Zeit für Schalke auch irgendwann einmal reif ist und die Mannschaft auch dazu gelernt hat, ja, das mag stimmen, aber Zweifel sind dennoch angebracht.

Die auf Platz zwei liegenden Bremer hoffen nach der 4:1 Pleite am letzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart auf bessere Zeiten im Nordderby gegen den Hamburger SV. Sie dürften sich auch viel Selbstvertrauen aus ihrem 3:0 Erfolg vom vergangenen Mittwoch im UEFA-Cup gegen Ajax Amsterdam geholt haben.
Ja, die Bremer haben keine schlechten Karten im Titelrennen. Sie haben zwar die Spiele gegen ihre direkten Konkurrenten, den VfB und Schalke, verloren, aber die Mannschaft von Thomas Schaaf ist erprobt, oben mitzuspielen und hat in den vergangenen Spielzeiten gezeigt, dass sie zu den besten Mannschaften in der Bundesliga zählt.

Auf dem dritten Tabellenplatz liegt z.Z. der VfB Stuttgart mit 7 Punkten Rückstand auf Schalke, aber nur einen auf Werder. Für die Schwaben ist am Samstag ein Sieg in Frankfurt Pflicht. Was die Truppe von Armin Veh noch erreichen kann, mag man ganz schwer einzuschätzen. Zum einen haben die Stuttgarter zwar eine junge Mannschaft, die aber zu dieser Saison gezielt mit erfahrenen Spielern, wie dem Mexikaner Pardo, ergänzt wurde. Zudem dürfte der neue Schwaben-Stürmerstar Mario Gomez durch seinen Einsatz im Nationalteam gegen die Schweiz zusätzlich beflügelt sein.
Die Schwaben sind so etwas wie die Wundertüte im Titelrennen. Es ist eigentlich alles möglich...

Dann wäre da noch der FC Bayern München auf Platz 4, der bereits 9 Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze hat. Der Trainerwechsel von Magath zurück zu Hitzfeld hat aber auch noch nicht den erhofften Erfolg gebracht. Ein mageres 1:0 gegen Bielefeld vom letzten Spieltag steht zu Buche.
Man kann gespannt sein, wie sich Bayern am Samstag gegen Aachen verkaufen wird. In den Köpfen der Spieler geistert bestimmt bereits das Achtelfinal-Hinspiel am nächsten Dienstag gegen Real Madrid - sicherlich nicht unbedingt förderlich für den Bundesliga-Alltag.
Die Bayern haben es zwar bislang noch fast immer verstanden, Schwächephasen in der Liga zu überstehen, um dann am Ende doch mit der Meisterschale dazustehen oder zumindest guter Zweiter geworden zu sein, aber in dieser Saison dauert die Schwächephase der Bayern schon erstaunlich lange an. Es kommen langsam Zweifel auf, ob es für sie noch für ganz vorne reichen wird. Es dürfte zumindest schwer werden, spielen die drei erstplatzierten so weiter wie bislang. Bayern muss zwar gegen alle drei direkten Konkurrenten noch ran und hat nur gegen Stuttgart kein Heimrecht, aber dennoch bestehen berechtigte Zweifel ob die Münchener Bayern noch mal zurückkommen können.

Donnerstag, 15. Februar 2007

Svindal Doppel-Weltmeister, Pleite für Österreich

Der norwegische Abfahrts-Weltmeister Aksel Lund Svindal hat auch den Titel im Riesenslalom gewonnen.
Nach dem ersten Durchgang noch auf dem vierten Platz liegend brachte er einen erstklassigen 2. Lauf herunter und ließ die bis dahin vor ihm platzierten Schweizer Marc Berthod und Daniel Albrecht sowie den Kanadier Francois Bourges hinter sich. Damit kann sich Svindal nun zu Recht Doppelweltmeister nennen und tritt damit endgültig in die Fussstapfen von Aamodt und Kjuss. - Er ist jetzt auch ein Super-Elch!

Silber ging an die schweizer Überaschung dieser WM, Daniel Albrecht, der nach Gold in der Kombination bereits seine zweite WM-Medallie gewann. Den schweizer Erfolg komplettierte Didier Cuche auf dem Bronze-Rang.
Damit geht bereits jetzt diese alpine Ski-WM in die schweizer Geschichte ein, da es einen solchen Medallien-Regen, wie in Aare bei den Eidgenossen schon lange nicht mehr gab.
Trauerte man in der Schweiz doch immer noch ein wenig den großen Zeiten eines Pirmin Zurbrüggens oder eines Michael von Grüningens hinterher, um nur zwei der großen schweizer Skirennläufer zu nennen, und ließen die Weltcup-Ergebnisse lange Zeit zu wünschen üben. - Aber das junge Team der Schweizer, gespickt mit den Routiniers Cuche, Kernen und Defago, hat sich heimlich, still und leise in die Spitze gefahren. Man kann im Nachhineen den grandiosen Sieg des Marc Berthod in Adelboden, als er mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang nach dem 27. Rang im ersten Durchgang noch ganz nach Vorne fahren konnte, als Initialzündung für den Wiederaufsteig der schweizer-Skination ansehen.

In ähnlicher Weise, nur genau entgegengesetzt, präsentieren sich die Österreicher: Über Jahre haben sie den Weltcup dominiert, haben vier- fünffach-Siege gefeiert. Hermann Maier, Fritz Strobl, Hans Knauss, Michael Walchofer, Joseph Strobl, Stefan Eberhardter ... - die Reihe könnte immer weiter fortgeführt werden - dieses alle sind bzw. waren Skiläufer, die über Jahre hinweg Garant für vordere Platzierungen waren. Aber diese Serie scheint langsam aber sicher beendet. Wäre nicht ein Benny Raich, der Blitz aus Pitz, sähe es schon länger düster aus.
So düster, wie sich bislang die Bilanz der österreicher bei dieser Ski-WM liest. Während die Schweizer und Norweger große Erfolge feiern, steht bei der einstigen Ski-Republik Nr. 1 nur eine Goldmedallie von Nicole Hosp auf der Habenseite. Ihr Sieg im Riesenslallom sollte eigentlich die Initialzündung für eine Aufholjagd in den technischen Disziplinen sein. Aber die Männer konnten es Hosp nicht gleichtun. Benjamin Raich, einer der hochgewetteten Favoriten, schied mit Startnummer 1 im 1. Durchgang bereits früh aus - ein Aufschrei ging durch das österreichische Lager. Aber es sollte noch schlimmer kommen: Mit Hermann Maier und Rainer Schönfelder erreichten nur zwei österreicher den zweiten Durchgang, beide mit Plätzen jenseits der 20. Die für den 2. Durchgang angekündigte Aufholjagd fiel auch eher mager aus: Maier war als 21. Bester seines Landes... - Quo vadis felix Austria???

Mittwoch, 14. Februar 2007

Erster WM-Titel für Nicole Hosp, Platz 6 und 8 für deutsche Läuferinnen

Bei der Riesenslalom-Entscheidung in Aare sicherte sich die Österreicherin Nicole Hosp nach einem 4. Platz im ersten Durchgang ihren ersten Weltmeistertitel. Dieses war gleichzeitig der erste heissersehnte Titel für die Alpenrepublik, die bis dato auf eine eher magere Medallienausbeute zurückblicken konnte.

Die Titelverteidigerin und große schwedische Hoffnung, nach drei Mal WM-Gold auch im Riesenslalom ganz oben zu stehen, Anja Paerson, schied im zweiten Durchgang aus und ebnete damit auch den Weg für ihre Nachfolgerin Nici Hosp. Nach dem ersten Durchgang noch auf Platz 7 liegend begann die z.Z. wohl berühmteste Schwedin furios und riskierte viel. - Zu viel, denn sie kam auf den Innenski und schied aus.

Aber Schweden wurde durch Marie Pietilae-Holmer mit dem Silber-Rang auf dem Siegerpodest dennoch würdig vertreten. Bronze ging an die Italienerin Denise Karbon. Die nach dem ersten Durchgang noch führende Olympiasiegerin Julia Mancuso aus den USA schaffte aufgrund eines fehlerhaften 2. Durchgangs nur den 5. Platz, hinter der Laufbesten Michaela Kirchgasser und knapp vor der besten Deutschen, Katrin Hölzl. Hölzl hat damit die Erwartungen voll erfüllt. Es mag zwar sein, dss so manch einer von einer Medallie getraumt hatte, aber wollen wir nicht zu viel erwarten. Die junge Deutsche hat mit diesem sechsten Platz ihre Saisonleistung mehr als nur bestätigt.

Die Überraschung aus deutscher Sicht war aber zweifelslos der grandiose achte Platz der jungen Victoria Rebensburg. Das Nesthäckchen im deutschen Team raste mit drittbester Laufzeit im zweiten Durchgang so weit nach vorne, wie wohl keiner es für moglich gehalten hat! Damit war Victoria Rebensburg als 8. sogar noch eine Platz besser platziert als die zweimalige Saisonsiegerin Katrin Zettel aus österreich, die zu den Mit-Favoritinnen gezählt hatte.
Maria Riesch als 23. machte mit einem couragierten 2. Durchgang noch sieben Plätze gut und komplettierte das gute Abschneiden der deutschen Läuferinnen.

Montag, 12. Februar 2007

Handball-Helden zurück im Bundesliga-Alltag

Keine ganze Woche nach dem triumphalen Gewinn des WM-Titels in der Kölnarena hat der Bundesliga-Alltag unsere Weltmeister wieder.
Unsere Handball-Helden tun einem direkt leid, jetzt schon wieder in der Bundesliga ran zu müssen. Es wäre im Gegensatz dazu sehr schön gewesen, wenn sich DHB-Vize Horst Bredemeier & Co. durchgesetzt hätten und der Spieltag am vergangenen Wochenende verschoben worden wäre. Aber die Interessenlage ist leider zu unterschiedlich. Es wurde leider versäumt, den WM-Titel direkt nach der WM noch besser zu vermarkten, indem unsere Handball-Helden mehr Termine wahrgenommen und sich der öffentlichkeit noch mehr präsentiert hätten.
Man fragt sich, wer diese Spielpläne gestaltet. Okay, man konnte im Vorfeld der WM wahrlich nicht unbedingt mit diesem grandiosen Sieg rechnen, aber hätte sich die deutsche Handballiga etwas vergeben, den Nationalspielern (aller Nationen - denn in der deutschen Bundesliga trifft sich die Weltelite) mehr Pause nach dem Großereignis zu gönnen? Wohl kaum.
Aber so war es gerade mal möglich, dass für vergangenen Dienstag angesetzt Spiel des SC Magdeburg gegen Hildesheim zu verlegen. Es wäre aber auch ein Unding gewesen, dieses Spiel gerade mal zwei Tage nach dem Titelgewinn durchzuziehen.

So standen sich am Wochenende unsere Handball-Helden z.T. im direkten Duell gegenüber: Vor allem der Schlager THW Kiel gegen den HSV Hamburg hatte es in sich. Standen doch auf Kieler Seite mit den Weltmeistern Christian Zeitz und Dominik Klein sowie den Franzosen Nikolas Karabatic und dem Torhüter Omeyer den Weltmeistern Pascal Hens und Torsten Toto Jansen sowie den den französischen Brüdern Gilles direkt gegenüber... Was mag in den Köpfen von Torsten Jansen und Domink Klein, die beide noch nicht einmal mehr vor einer Woche auf der linken Weltmeisterseite glänzten und sich gegenseitig perfekt ergänzten?! -
Es ist auch schwer vorstellbar, wie Pascal Hens zumute war, wenn er durch Christian Zeitz's Abwehrleistung am Abschluss gehindert wurde - einer Abwehrleistung, die er vor nicht mal einer Woche noch bejubelt hätte...
Es war zwar auch ein heisses Match in der Kieler Ostseehalle, das letztendlich 33:33 endete, aber hätte der Handball-Fan sich nicht vielmehr darüber gefreut, wenn unsere Handball-Helden noch mehr die Gelegenheit gehabt hätten, gemeinsam aufzutreten, um den WM-Titel gebührend zu feiern und zu präsentieren?! - Viele denken sicher, Ja!

Sonntag, 11. Februar 2007

Erster WM-Titel für Ireen Wüst

Die Eisschnellläuferin Ireen Wüst ist ihrer Favoriten-Stellung gerecht geworden und hat den Weltmeistertitel im Mehrkampf errungen. Ein grandioser Erfolg für die 20jahrige!

Die als Mit-Favoriten gestartete Inzellerin Annie Friesinger lag bereits nach drei Strecken deutlich hinter Wüst. Es war kaum daran zu denken, dass die Deutsche noch Gold erringen könnte, denn dann hätte Wüst schon einen ähnlichen Einbruch auf den abschließenden 5000m erleiden müssen, wie noch bei den Mehrkampf-Europameisterschaften, wo sie auf den letzten Metern noch die Tschechin Martina Sablikowa an sich vorbeiziehen lassen musste. Die Fachwelt war sich aber so gut wie einig, dass dieses der Holländerin kein zweites Mal passieren würde.
Und so kam es dann auch: Wüst gelang hinter der grandios laufenden Sablikowa und einer wieder erstarkten Claudia Pechstein der drittbeste 5000m-Lauf - Der WM-Titel war gesichert!

Annie Friesinger hingegen wurden auf den letzten Runden die Beine sehr schwer, aber sie konnte noch knapp einen Vorsprung auf die im Endklassement drittplatzierte Kanadierin Cindy Klassen ins Ziel bringen.

Vierte wurde Claudia Pechstein, die damit zwar erstmals nach 12 Jahren bei der Mehrkampf-WM ohne Medallie blieb. Aber berücksichtigt man ihr eher schwaches Auftreten über die 500m, 1500m und 3000m, ist dieser 4. Platz und vor allem ihre sehr gute Zeit unter 7 Minuten über die 5000m als doch letztendlich als ein Erfolg zu werten.

Grandios war heute das Auftreten der Martina Sablikow, die nur knapp an Pechsteins in Höhenlage erzielten Weltrekord vorbei lief. Die Tschechin dürfte die 5000m auf Jahre hin dominieren, läuft sie so weiter.

Weltmeistertitel für Michael Greis, Silber für Andreas Birnbacher

Gold für Michael Greis in der letzten Entscheidung der Biathlon-WM in Antholz, dem Massenstart der Herren!
Ein grandioser Abschluss der deutschen Biathlon-Mannschaft!!
Den Erfolg machte Andreas Birnbacher auf dem zweiten Platz perfekt, dem ersten Podestplatz für ihn bei einem Großereignis! Damit war im Vorfeld nicht zu rechnen!!
Hinzu kommt, dass Birnbacher als einziger des Starterfeldes eine fehlerfreie Schießleistung erbrachte. - Das war die Basis seines Erfolges.

Auf der letzten Runde musste Andreas Birnbacher sich noch des Angriffs des Mr. Massenstart, Rapahel Poiree, erwehren. Im ersten Teil der Schlussrunde sah es noch fast so aus, als ob der Franzose den jungen Deutschen noch packen könnte, aber dem war zum Glück nicht so!
Dem Franzosen auf den Fersen war Ole-Einar Bjoerndalen, der sich durch je zwei Schießfehler beim Stehendanschlag aus den Medallienrängen geschossen hatte. Auch ein Bjoerndalen kann vier Strafrunden nicht kompensieren, auch deshalb nicht, weil Michi Greis ihn diesmal auch in der Loipe besiegen konnte und Laufbester war.

Der Oldie im deutschen Team, Sven Fischer, erreichte hinter Bjoerndalen den 5. Platz und komplettierte damit das hervorragende Abschneiden der deutschen Mannschaft bei der letzten WM-Entscheidung.

Damit gehen die Weltmeisterschaften im südtirolischen Antholz zu Ende. Es waren erfolgreiche Tage der deutschen Athleten, die dort anknüpfen konnten, wo sie in Turin aufgehört hatten. Damit war im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen, bedenkt man das grandiose Abschneiden von Turin.
Aber Greis, Neuner & Co. haben bewiesen, dass sie zu den ganz Großen des Biathlonsports gehören. - Biathlon-Deutschland verneigt aich vor ihnen...

Goldige Damen-Staffel in Antholz

Nach dem Dreifach-Erfolg im gestrigen Massenstart galt die deutsche Damen-Mannschaft als Top-Favorit bei der heutigen Staffel-Entscheidung.
Als erste Läuferin ging unser Silber-Mädel von gestern, Martina Glagow, in die Loipe. Das Feld war in dieser ersten Runde noch dicht beisammen. Als erste übergaben überaschend die Polinnen.

Andrea Henkel, unsere zweite Läuferin, stürmte aber bereits kurz nach dem Wechsel auf den ersten Rang vor. Diese Spitzenposition musste sie nach dem Liegendanschlag wegen zweier Nachlader kurzfristig abgeben, ließ die Konkurrenz aber in der Loipe geradezu stehen und eroberte Platz 1 zurück. Beim Stehendanschlag brauchte Henkel dann im Gegensatz zur Russin Iourieva einen Nachlader: Dieses bedeutete Platz 2 nach dem Schießen hinter Russland. Aber schon bald stürmte Andrea Henkel wider an der Russin vorbei und brachte Deutschland so wieder auf den ersten Rang. Auf dem dritten Platz lagen überraschend zu diesem Zeitpunkt die Italienerinnen mit ihrer zweiten Läuferin Katja Haller.

Magdalena Neuner ging als dritte deutsche Läuferin in die Spur. Ein fehlerfreies Liegendschießen und drei Nachlader beim Stehendanschlag brachten die deutsche Mannschaft weiter in Front.
Das Stehendschießen brachte die Reihenfolge hinter der deutschen Mannschaft zudem gehörig durcheinander: Die bis dahin auf dem zweiten Platz liegenden Russinnen mussten in die Strafrunde und fielen auf Platz 8 zurück. Stattdessen lagen nun die Französinnen auf Rang zwei, dritter war zu diesem Zeitpunkt die norwegische Staffel, und die Italienerinnen hielten nach wie vor einen hervoragenden vierten Platz.

Mit 1:09 Minuten Vorsprung auf Frankreich übergab Lena Neuner auf die Schlussläuferin Kati Wilhelm. Die Weltcupgesamtsiegerin des vergangenen Jahres lieferte eine exzellente Schießleistung und räumte alle 10 Scheiben ohne Nachlader ab! Das ist der Weltmeistertitel für die deutsche Mannschaft!!!! - Der erste für die deutschen Damen seit 1999.
Es war ein grandioses Rennen der deutschen Dammen, am Ende lagen sie über 1 Minute vor den ebenfalls zu den Mitfavoriten zählenden Französinnen. Bronze geht an Norwegen.
Die ebenfalls hochgewetteten Russinen kamen nur auf dem sechsten Platz ein.

Damit haben die deutschen Biathletinnen eine Wahnsinns-WM hingelegt: Bis auf das Einzelrennen gingen alle Titel an das deutsche Team: Gold für Magdalena Neuner in Sprint und Verfolgung, Gold für Andrea Henkel im Massenstart, heute das Staffelgold! - Das sind goldige Weltmeisterschaften aus Sicht der deutschen Damen.
Nicht vergessen sollte man den Dreifacherfolg gestern im Massenstart, den Martina Glagow auf dem Silber-Rang und Kati Wilhelm als Dritte komplettierten. Dazu noch Bronze für Martina Glagow im Einzelrennen. Da haben die Mädels von Uwe Müssiggang die Erfolgsserie von Turin fortsetzen können! Wie schön...

Dritter Weltmeister-Titel für Anja Pärson

Drittes WM-Gold für Anja Pärson in Aare! Damit hat sie als einzige Läuferin nun in allen Disziplinen einen WM-Titel errungen. - Und dieses hat sie bei sich zu Hause in Schweden erreicht. Perfekt für sie - sie ist die neue Königin von Aare.

In der Kombinationsabfahrt und den Trainingsläufen hatte sie bereits ihre Stärke unter Beweis gestellt und hat heute fast wie erwartet Gold gewonnen. Silber ging an das US-Girl Lindsay C. Kildow, die Gold im oberen Teil der Strecke verschenkt hatte. Dort lag sie bereits fast eine Sekunde hinter der Schwedin, kam dann aber noch auf 40 Hundertselsekunden heran. - Da war mehr drin für die US-Amerikanerin. Aber sie wird sich sicher nur kurz über ihre Fehler ärgern und sich schon bald über ihre Silbermedallie freuen können.

Auf dem Bronzerang rettete Nicole Hosp die Ehre der österreicherinnen, deren eigentliche Speedqueen Renate Götschl nur auf den 7. Platz kam.
Die beste Deutsche Maria Riesch kam auf einem sehr guten 9. Platz ein, noch vor der bereits medalliendekorierten Julia Mancuso, und nur 16 Hundertselsekunden hinter der viertplatzierte Schweizerin Nadia Styger. Da ärgert sich die junge Partenkircherinnen schon ein wenig, da eineutig mehr für sie drin gewesen wäre, hatte sie doch im Vergleich zu ihren Trainingläufen keine perfekte Fahrt hingelegt.
Aber Maria Riesch sollte sich vielmehr freuen, dass sie nun wieder in der Weltspitze angekommen ist!

Svindal neuer König der Alpinen

Heute konnte nun endlich die Herren-Abfahrt gestartet werden. Zwar stand auch dieses Rennen zunächst unter keinem guten Stern, musste das Rennen wegen einer dicken Nebelbank im Mitteteil doch erst verschoben und dann auch unterbrochen werden.
Aber es wurde eine spannende Entscheidung: Gold ging an Aksel-Lund Svindal aus Norwegen. Damit ist der Norweger endgültig in die Fußstapfen seiner beiden großen Landsmänner Aamodt und Kjuss getreten. Silber und Bronze gingen überraschend an den Kanadier Jan Hudec und an den "alten Schweden" Patrik Järbyn. Alter schützt damit nicht vor Medallien, wie man sehen kannt.
Die hochgewetteten ötsrerreicher spielten keine Rolle. Bester der Alpenrepublik war Mario Scheiber auf Platz 8, der Weltranglistenführende in der Abfahrt, Michael Walchofer, kam gar noch nicht mal unter die Top-Ten. Da auch der Ex-Olympiasieger Fritz Strobl und der "Herminator" Hermann Maier keine gute Fahrt nach unten brachten, war die Enttäuschung für die österreicher perfekt.
Auch der Titelverteidiger, US-Boy Bode Miller, enttäuschte mit Rang 7.
Damit gingen die überraschungen bei der Ski-WM in Aare weiter. Aber so macht das Zuschauen doppelt Spass!

Samstag, 10. Februar 2007

Akpine Ski-WM: Premiere der Super-Kombination

Die Super-Kombination, bestehend aus einem Abfahrtslauf und einem Slalom, durchgeführt an einem Tag, hat Einzug in die Alpine Ski-WM gehalten und die klassische zwei Tage währende Kombination aus Abfahrt und zwei Slalomläufen ersetzt. - Sicher eine gute Entscheidung, die Kombination so ein wenig zu straffen, die Spannung bleibt nicht nur beim Zuschauer so besser erhalten.

Bei der bereits vorgestern ausgetragenen "Kombi" der Herren setzten sich die überraschungen bei dieser WM fort: Nicht die hochgewetteten Raich oder Svindal setzen sich durch. Nein, ein eher unbeschriebenes schweizer Blatt lag nach den zwei Läufen ganz vorne: Der Weltmeistertitel ging an Daniel Albrecht aus der Schweiz. Der 23jährige setzte sich vor dem Titelverteidiger und wie bereits erwähnten hochgewetteten österreicher Benjamin Raich und seinem Landsmann Marc Berthod durch. Damit geht die schweizerische Erfolgsstory in Aare weiter: Nach Bronze für Bruno Kernen im Super-G ist dieses bereits die dritte Medallie für die Eidgenossen: Da werden Erinnerungen wach an die großen Zeiten eines Pirmin Zurbriggens, Franz Heinzers, einer Maria Walliser oder Vreni Schneiders, um nur einige der ehemaligen schweizer Top-Fahrer zu nennen.
Der ebenfalls zu den Medallienkandidaten zählende US-Boy Bode Miller kam trotz deutlicher Führung nach der Abfahrt auf die ärgsten Konkurrenten nicht über den 7. Platz hinaus. Dieses ist trotz der bislang sehr schlechten Slalombilanz in der laufenden Saison eine Enttäuschung für Miller. Er lag damit noch einen Platz hinter dem Norweger Aksel-Lund Svindal, dem die zweifelhafte Ehre zufiel die großen Asse der Norweger Lasse Kjus und Kjetil Andre Aamodt würdig zu ersetzen. Im Weltcup gelingt dieses Svindal in dieser Saison schon recht beachtlich, aber bei der WM ist es für ihn schwer, die beiden bei den Höhepunkten immer in den Medallien mitmischenden Landsmänner zu ersetzen...
Die deutschen Läufer Stefan Keppler und Johannes Stehle spielten bei der Entscheidung, wie erwartet, keine Rolle. Sollte doch für sie die Kombi-Abfahrt auch eher eine zusätzliche Trainingsfahrt darstellen. Gelungen ist dieses eher bedingt, für die morgige Abfahrt müssen die beiden mehr als nur eine Schippe zulegen.

Wenn der Super-G bei den Damen nicht bereits ausgefahren worden wäre, hätte man bei der neuen Kombinationsweltmeisterin Anja Pärson auch eher von ener überraschung gesprochen. So aber verwundert es keinen mehr, dass die Schwedin erneut triumphieren konnte. Verwunderlicher ist da eher ihr deutlicher Vorsprung von über 8 Zehntelsekunden vor der zweitplatzierten US-Amerikanerin Julia Mancuso und dem österreichischen Slalom-Ass Marlies Schild.
Maria Riesch kam auf dem siebten Platz ein, zwar immer noch ein gutes Stückchen vom Stockerl entfernt, aber man mag den Eindruck gewinnen, dass die Partenkirchenerin langsam aber sicher immer mehr an Sicherheit gewinnt und ihre alte Stärke wiederzufinden scheint.
Man darf daher zwar noch keine Wunderdinge für die Abfahrtsentscheidung am Sonntag erwarten, aber hoffen kann man wieder!

Staffel-Entscheidung der Herren in Antholz

Im Vorfeld der Herren-WM-Staffel in Antholz wurden viele Staffeln genannt, denen man zutrauen durfte, in die Medallienvergabe eingreifen zu können. Als erstes waren dieses sicher die Russen, die die bisherigen Staffeln in dieser Saison z.T. deutlich dominierten und zwei von vier Staffeln gewinnen konnten. Aber selbstverständlich zählte auch die deutsche Mannschaft neben Norwegen, Frankreich und Schweden zu den Favoriten.

Der Startläufer der deutschen Herren, Ricco Groß, der heute seinen letzten WM-Staffeleinsatz hatte, zeigte ungewohnte Schwächen am Schießstand: Im Liegendschießend noch gewohnt sicher und fehlerfrei, ließ er im Stehendanschlag gar eine Scheibe trotz dreier Nachlader stehen und musste in die Strafrunde: Ein großer Rucksack für ihn und die drei noch folgenden...
Michael Rösch, unser zweiter Läufer, wollte es besser machen, aber auch er musste nach dem Stehendschießen in die Strafrunde und übergab auf der vierten Position mit über 1 Minute Rückstand auf die Spitze an Sven Fischer.
Vorne zogen derweilen die Russen ihre Runden, gewohnt sicher am Schießstand hatten sie sich schon in der zweiten Runde des Startläufers an die Spitze gesetzt. Zu Halbzeit lag die ebenfalls favorisierte norwegische Staffel auf Rang zwei, Dritter waren überraschend die US-Amerikaner. Die ebenfalls hochgewetteten Franzosen, die heute allerdings ohne ihren Einzelweltmeister Raphael Poiree antreten mussten, sowie die Schweden, die am Mittwoch noch in der Mixed Staffel siegten, lagen bereist im geschlagenen Feld.

Nun war Sven Fischer in der Loipe: Trotz eines Nachladers beim Liegendanschlag lief er auf den dritten Rang vor. Beim Stehendschießen konnte er leider aufgrund zweier Nachlader und einer insgesamt eher, für ihn ungewohnten, langsamen Schießeinlage, nicht vom schlechten Schießen des Norwegers Frode Andresen profitieren. Der Norweger ging trotz einer Strafrunde als erster auf die Verfolgung vom Russen Dimitri Jaruschenko.

Als Schlussläufer war dann unser Ass, Michael Greis, in der Loipe. Auf der Schlussrunde hatte er aber keinen geringeren als den überragenden Norweger Ole-Einar Bjoerndalen sowie den Russen Nikolai Kruglov als direkte Konkurrenten. Keine leichte Aufgabe.
Auf Rang 4 lagen nach drei Läufern überraschend die Italiener, die ihrem heimischen Publikum fürwahr einen für sie grandiosen Wettkampf lieferten.
Gleich auf seiner ersten Runde setze Michael Greis dem 7 sec eher in die Loipe gegangenen Bjoerndalen nach und erreichte mit ihm zeitgleich den Schießstand: Parallelschießen der den Weltcup-dominierenden Läufer: Beide blieben fehlerfrei. In der zweiten Runde lieferten sich die beiden dann einen wahren Fight: Führungswechsel und riskante Uberholungsmanöver hielten die Zuschauer in Atem. Dann das Stehendschießen: Bjoerndalen setzte den ersten, den zweiten Treffer. Dann begann Michael Greis. Aber die Runde hat wohl einiges an Kraft gekostet oder waren es seine Nerven, die eigentlich hart wie Stahseile sind, dass er drei Nachlader brauchte, um alle Scheiben abzuräumen? Der Norweger seinerseits brauchte einen Nachlader und konnte über 10sec zwischen sich und Greis legen. Das bedeutete daher am Ende Silber für Norwegen und Bronze für die deutschen Herren. - Glückwunsch!
Gold ging an die überragenden Russen, die für 40 Scheiben nur sage und schreibe einen Nachlader brauchten.
Der vierte Platz der Italiener verdient ebenso Beachtung wie der 5. Platz der Slowenen. Diese beiden Mannschaften hätten man nicht unbedingt so weit vorn erwartet.

Historischer Dreifach-Triumph der Biathlon-Damen

Sensationeller Triumph der deutschen Biathletinnen beim Massenstart-Rennen in Antholz!!!
Der Weltmeistertitel geht an Andrea Henkel, Silber an Martina Glagow und Bronze an Kati Wilhelm!!! Ein unglaublicher, bei einer WM nie da gewesener Triumph!!

Das Rennen hat sich erst beim letzten Schießen entschieden, bis dahin gab es immer wieder Wechsel an der Spitze des Feldes. Aber auf die deutschen Mädel war im Hexenkessel von Antholz Verlass: Fehlerfreier Anschlag für alle drei Läuferinnen.
Die Schlusssrunde war dann ein extrem spannendes Duell der beiden Zimmerkolleginnen und Freundinnen Andrea Henkel und Martina Glagow, mal führte die eine, mal die andere. Man mochte nicht vorhersehen, wer am Ende die Nase vorne behalten würde... Bei der letzten Kurve fiel dann die Entscheidung zugunsten von Andrea Henkel. Nur 4.6sec Rückstand brachte Martina Glagow ins Ziel.
Auf den Bronzerang hatte sich auf der Schlussrunde die drtte Deutsche Kati Wilhelm vorgelaufen. Nach dem letzten Schießen hatte sie noch zwei Russinnen vor sich, die aber in der Loipe keine Chance gegen unsere Verfolgungs-Olympiasiegerin hatten. Und Kati Wilhelm konnte das Podium komplettieren!!! - Unglaublich!

Erstaunlich ist darüber hinaus, dass die vier deutschen Läuferinnen auch die vier Laufbesten waren. Ganz vorne lag in dieser Wertung die seit gestern 20jährige Magdalena Neuner, die heute am Schießstand kein Glück hatte und siebenmal in die Strafrunde musste. Aber trotz ihrer überragender Laufleistung kam sie noch auf dem 14. Platz ein.
Andrea Henkel, Kati Wilhelm und Martina Glagow hatten die 2. bis 4.beste Laufzeit.

Man mag sich besonders für die beiden Zimmerkolleginnen freuen, die während der Saison krankheitsbedingt passen und eine Zwangspause einlegen mussten. Durch diese Pause litt auch die bis dahin schon sehr gute Form, war doch Andrea Henkel bis zu diesem Zeitpunkt Weltcup-Führende.
Aber die beiden haben sich durchgebissen und heute den verdienten Lohn eingefahren. Der einzige Wermutstropfen ist die Tatsache, dass es keine zwei Weltmeistertitel geben konnte. Aber Molly Glagow kann sich auch absolut als Siegerin fühlen!
Die Biathlon-Fans haben sicher auch noch die Bilder von Kati Wihelm beim Einzelrennen vor Augen, als sie sich mit Magenproblemen durch das Rennen quälte und letztendlich aussteigen musste. Die von ihr angestrebte Einzelmedallie bei dieser WM schien in weiter Ferne... Aber auch sie kämpfte sich durch und holte heute verdient Bronze!

So sind alle vier deutschen Top-Läuferinnen nun medalliendekoriert.- Das verspricht einiges für die morgige Staffelentscheidung. Aber wir wissen auch: Staffelrennen haben ihre eigenen Gesetze.
Seien wir gespannt und freuen wir uns auf morgen!

Mittwoch, 7. Februar 2007

WM in Antholz: Einzelrennen der Damen und Herren

Bei den Einzelrennen der Biathlon-WM in Antholz hat es die nächsten Medallien für das deutsche Team gegeben.
Nach ihrem eher durchwachsenen Auftakt durften gestern auch endlich die Herren jubeln. Aufgrund einer überragenden Laufleistung konnte Michael Greis trotz zweier Schießfehler den zweiten Platz erreichen.
Den Weltmeistertitel sicherte sich mit der maximalen Ausbeute von 20 Treffern der Franzose Raphael Poiree. Bronze ging an den Tschechen Michal Slesingr mit ebenfalls zwei Starfminuten. Der Tscheche erlebt in diesen Tagen von Antholz fürwahr eine Sternstunde nach der anderen.
Die ausgezeichnete Laufleistung unseres dreifachen Olymiasiegers Michael Greis gewinnt noch mehr an Bedeutung, schaut man sich an, wer auf dem 4. Platz mit nur einer Strafminute liegt: Kein geringerer als der gewöhnlich sehr laufstarke Norweger Frode Andresen.
Als zweiter Deutscher kam Ricco Groß mit Platz 9 auch noch unter die Top-Ten. Der Ruhpoldinger kann zwar ein fehlerfreies Schießen aufweisen, aber leider kam er in der Loipe nicht wie gewünscht zurecht.
Der Doppelweltmeister in Sprint und Verfolgung Ole-Einar Bjoerndalen konnte überraschend nicht in die Entscheidung mit eingreifen.

Nach Abschluss des Wettkampfes erklärte zudem der frischgbackene Weltmeister Raphael Poiree seinen Rücktritt zum Saisonende. Damit wird er bald mehr Zeit für seine bereits nicht mehr aktive Frau Liv-Grete Poiree und seine zwei Kinder haben.

Beim heutigen Einzelrennen der Damenkonkurrenz lieferte die Norwegerin Linda Grubben eine Demonstration ihrer Stärke ab: Fehlerfrei und sehr sicher am Schießstand verbunden mit einer guten Laufleistung ließ sie der Konkurrenz keine Chance und sicherte sich ihren Weltmeistertitel. Und man muss neidlos anerkennen: Die Norwegerin war einfach mal dran.
Noch besser in der Loipe war Andrea Henkel unterwegs, leider ließ sie aber 3 Scheiben stehen und lief am Podest vorbei. Aber Bundestrainer Uwe Müssiggang kann sich auf seine Läuferinnen verlassen, i.d.R. kommt immer eine "durch". Diesmal Martina Glagow, die mit nur einer Starfminute hinter der französischen Sprintolympiasiegerin Florence Bavarel-Robert auf dem Braonzerang einkam. Gerade für die Mittenwalderin mag man sich besonders freuen, dass sie diese Medallie erringen konnte, musste sie doch mehrere Wochen krankheitsbedingt eine Pause einlegen. - Eine Pause, die ganz sicher ihrer bis zum Ausfall schon guten Form und ihrer Vorbereitung auf die WM nicht zugute kam. Man erinnert sich auch ungern an ihren ebenfalls krankheitsbedingten Ausfall bei der letzten WM, so etwas wünscht man schließlich keiner Athletin zweimal hintereinander.

Dienstag, 6. Februar 2007

Alpine Ski-WM in Aare: Endlich geht es los.

Heute konnten die alpinen Skiläufer endlich nach dreitägiger Verspätung in die Weltmeisterschaften im schwedischen Aare starten.
Die mehrmals verschobenen Super-G-Rennen der Herren und Damen wurden heute im Doppelpack ausgetragen: Am Vormittag galt es für die Herren der Schöpfung, mittags für die Damen. Das Wetter meinte es heute mit den Athleten deutlich besser als wie an den vergangenen Tagen: Die Sonne strahlte zumeist von einem blauen Himmel, bei allerdings frostigen Temperaturen.

Beim Super-G der Herren gab es gleich im ersten WM-Rennen eine faustdicke überraschung: Der Weltmeistertitel ging völlig unerwartet an den Italiener Patrick Staudacher. Staudacher hatte niemand auf der Rechnung, hatte er im Weltcup doch noch nie auf dem Podest gestanden, ja eigentlich kaum daran gerochen. Aber er sicherte sich den Sieg vor Fritz Strobl aus österreich und dem Schweizer Bruno Kernen.
Die beiden deutschen Starter spielten keine entscheidende Rolle: Stefan Keppler kam im ersten Rennen nach seinem Sturz in Val d'Isere, der seinen Start längere Zeit in Frage gestellt hatte, auf Rang 37 ein. Zwei Plätze dahinter lag Johannes Stehle, der Ehemann unseres Langlauf-Asses Evi Sachenbacher-Stehle.

Beim Super-G der Frauen konnte Anja Paerson überraschend ihren Titel von Bormio verteidigen. überraschend deshalb, da die Schwedin während dieser Saison verletzungsbedingt noch nicht so recht in Fahrt kam und daher nicht zu den Top-Favoritinnen zählte. Aber die Medallien-Sammlerin bei WM und Olympia zeigte einmal mehr, dass sie sich auf den Punkt vorbereiten kann, und dass bei einem Großereignis immer mit ihr zu rechnen ist, wenn sie an den Start geht.
Für das Gastgeberland war es damit ein Einstand nach Maß: Konnten die Schweden doch gleich am ersten Renntag eine Goldmedallie bejubeln. - Das tut sicher der allgemeinen Stimmung bei dieser WM gut.

Silber ging an die US-Amerikanerin Lindsay C. Kildow sowie Bronze an die Speedqueen Renate Götschl aus österreich.
Die Kanadierin Britt Janyk, die nach einer berherzten Fahrt längere Zeit in Front gelegen und dann aber von der späteren Weltmeisterin Anja Paerson an der Spitze abgelöst wurde, teilte sich gemeinsam mit der österreichischen Vielstarterin Nicole Hosp den 4. Platz.
Aus deutscher Sicht gab es mit den Plätzen 10 durch Maria Riesch und 15 durch die Rettenbergerin Perta Haltmayr ein kleines Achtungsergebnis. Gina Stechert, die nach ihrem Top-Ten-Ergebnis vom Super-G in San Sicario noch auf dem WM-Zug aufspringen konnte, kam auf den 22. Rang.

Morgen stehen in Aare Abfahrtstrainingsläufe auf dem Programm, bevor die Herren dann am Donnerstag ihren Weltmeister in der Kombination ausfahren werden.
Seit vielen Jahren wird diese erstmals ohne den im Laufe der Saison zurückgetretenen Norweger Kjetil-Andre Aamodt stattfinden, der in der Vergangenheit immer zu den Mit-Favoriten zählte.
Die Musik spielen inzwischen andere, ob allerdings der US-Amerikaner Bode Miller in die Medallienvergabe eingreifen kann, ist mehr als fraglich. Hat er doch in dieser Saison im Slalom noch nicht einmal das Ziel erreicht...

Montag, 5. Februar 2007

Unsere Handball-Weltmeister! - Vom Vater des Erfolges und anderen Größen

Ganz Deutschland feiert den Weltmeistertitel der deutschen Handball-Nationalmanschaft!
Gestern nach dem Abpfiff stand nicht nur die Köln-Arena Kopf: Nein, Tausende, Zehntausende feierten den dritten Weltmeistertitel im Handball! - Und mitten drin Heiner Brand, der wohl berühmteste Schnauzbartträger der Nation.
Ohne den Gummersbacher wäre dieser Erfolg nie möglich gewesen: Er hat diese Mannschaft aufgebaut und geformt, und sie so hervorrragend auf das Turnier eingestellt, dass sie absolut davon überzeugt war, den Titel gewinnen zu können. - Dieses wünschte sich zwar auch Heiner Brand, aber so recht vorstellen konnte er es sich dieses ob der zahlreichen Verletzungssorgen vor der WM nicht. Zudem verfügt die Mannschaft nicht über die überragenden Einzelspieler, wie z.B. die Franzosen oder auch die Kroaten. Aber Heiner Brand hat es verstanden, eine wahre Mannschaft zu formen. Etwa 50 Spielzüge, wie "Polen", "Halle" oder "Schweden" haben unsere Weltmeister in Petto - damit ließ sich so mancher Gegener ausspielen. Und hier liegt die Stärke unserer Handball-Helden: Sie sind zwar nicht unbedingt körperlich überlegen, aber spielerisch. Verbunden mit einer erstklassigen Physis haben sie einen Teamgeist in der Mannschaft entwickelt, der sie letztendlich zum Weltmeistertitel geführt hat.
Zu dem Weltmeistertitel, der ihren Trainer spätestens jetzt zum Mr. Handball, zum Handball-Kaiser gemacht hat. Heiner Brand ist das gelungen, was Franz Beckenbauer im Fussball vorgemacht und Jürgen Klinsmann vergeblich versucht hat: Dem Weltmeistertitel als Spieler 1978 ließ er 26 Jahre später diesen gandiosen, gestern errungenen Sieg als Trainer folgen! - Ganz Handball-Deutschland verneigt sich vor Heiner Brand...

Es ist immer noch unfassbar, was unsere Handball-Helden erreicht haben...
Und dabei sah es nach der Vorrunden-Niederlage gegen die Polen alles andere als rosig aus: Die Mannschaft war geknickt und man mochte ihr nicht mehr den ganz großen Wurf zutrauen. Aber hier zeigte sich jetzt die wahre Stärke der Mannschaft: Sie hat ihre Lehren aus dieser Niederlage gezogen, Lehren, die sie letztendlich nur noch stärker machten. Und es sind nicht wenige, nicht zuletzt die Spieler selber, die der Meinung sind, dass gerade diese Niederlage gegen Polen auf dem Weg zum Weltmeistertitel entscheidend und richtungsweisend war.
In dieser Phase hat vor allem ein Spieler die Mannschaft wach gerüttelt: Der Rückkehrer Christian Schwarzer! Er, der zu Beginn der WM noch Kommentator beim ZDF war, ist zum genau richtigen Zeitpunkt zur Mannschaft gestossen. Er war ein Glücksgriff! Er war der Motivator schlechthin.

Ins All-Star-Tem der Handball-WM wurde Schwarzer zwar nicht gewählt, aber dennoch ist auch er ein ganz Großer dieses Turniers.
Von der deutschen Mannschaft sind zwei Spieler in diese begehrte Auswahl gewählt worden: Henning Fritz, unser überragender Torhüter, und Michael Mimi Kraus, der von 0 auf 100 für den eigentlichen Spielmacher Markus Baur einspringen musste und seine Sache exzellent machte. - Eine große Auszeichnung für die beiden.
Leider können nicht alle deutschen Spieler in dieses Team berufen werden, aber verdient hätte es ein jeder auf seine Weise:
Toto Jansen mit seinen eisernen Nerven vom Siebenmeterpunkt, seinen schnellen Tempogegenstößen, und seinen sicheren Toren von Linksaußen- wenn er denn mal angespielt wurde. Ganz zu schweigen von seiner Abwehrleistung.
Unser Dauerbrenner Florian Kehrmann, der unermüdlich auf Rechtsaußen im Einsatz sein musste, obwohl gerade erst von einer Verletzung genesen.
Unser Abwehrrecke Olli Roggisch, der mal zusammen mit Sebastian Preiß, oder auch Christian Schwarzer und Andre Klimowetz unseren zumeist exzellenten Mittelblock bildete.
Christian Zeitz mit seinen Wahnsinns-Toren und zahlreichen Balleroberungen in der Abwehr. Zeitzi war für die Hammer-Tore verantwortlich, da mag man ihm seine z.T. überzogenen Abschlüsse verzeihen.
Pascal Hens, der Lange vom HSV Hamburg, unser Top-Scorer!
Jogi Bitter. eigentlich zu gut für eine Nummer 2, aber Fritz war so gut, dass Bitter nur wenige Spielanteile bekam. Wenn es dann aber zählte, so wie im Finale nach dem verletzungsbedingten Ausfall der etatmäßigen Nummer 1, war er 100%ig da!
Holger Glandorf mit seinen zahlreichen Treffern, Markus Baur, Dominik Klein, Lars Kaufmann, Oliver Preiß, Andre Klimowetz..., sie alle waren großartig!

Es wurde im Vorfeld der WM viel gemutmaßt, dass diese Weltmeisterschaft zwei Jahre zu spät kommt, da angeblich zu viele Spieler der Europmeisterschaftsmannschaft von 2004 zurückgetreten sind, wie Stefan Kretzschmar, Daniel Stephan oder Volker Zerbe, um nur einige zu nennen.
Aber das Team von Heiner Brand hat diese überlegungen Lügen gestraft. Wir haben eine absolut geniale Mannschaft, die verdient Weltmeister geworden ist!!!

Sonntag, 4. Februar 2007

DEUTSCHLAND IST WELTMEISTER!!! - Ein Wintermärchen wird wahr!!!

Deutschland ist Handball-Weltmeister 2007!!! Die Mannschaft hat das geschafft, was den Jungs von Jürgen Klinsmann verwehrt wurde: Sie haben den Weltmeistertitel im eigenen Land gewonnen!!! - Was gibt es Schöneres?!

Es ist unglaublich, einfach Wahnsinn!! Die Mannen von Heiner Brand haben das geschafft, was ihnen kaum einer, ja fast noch nicht einmal ihr Trainer, zugetraut hat: Sie sind Weltmeister!
Die Euphorie kennt keine Grenzen!!! Es ist ein Jubel ohne Ende, und nicht nur den Spielern, unseren Helden, fehlen die Worte...

Das Finale gegen Polen wurde 29:24 gewonnen. Mit einem Blick auf das Ergebnis könnte man meinen, dass es eine durchweg sichere Sache gewesen ist, aber dem war nicht so. Mitte der zweiten Halbzeit kam das große Zittern...
Die deutsche Mannschaft hat über weite Strecken, sagen wir über etwa 50 Minuten, das Spiel deutlich bestimmt. Mit einer beruhigenden 4-Tore-Führung ging es in die Pause, und der Start in die 2. Habzeit war grandios: Mit 7 Toren lag die die deutsche Mannschaft in Front. - Das sah alles sehr sicher aus, und auch der Zuschauer konnte sich ein wenig beruhigt zurücklehnen. Aber dann kam die 36. Spielminute, die die Verletzung unseres genialen und überragenden Torhüters Henning Fritz brachte. Nach einer Abwehraktion, einer erfolgreichen, konnte er nicht mehr auftreten und hat sich wahrscheinlich einen Muskelfaserriss in der Wade zugezogen. Johannes Bitter musste von 0 auf 100 in das deutsche Tor. In den Folgeminuten schien die deutsche Mannschaft das Spiel ein wenig aus der Hand zu geben, vorne fielen keine Tore mehr, und die Polen kamen Tor um Tor heran. Und die deutsche Mannschaft hatte lediglich noch eine 1-Tor-Führung auf der Habenseite. Und jetzt kam das schon angesprochene große Zittern.
Aber wir haben auch eine erstklassige Nummer 2 im Tor: Jogi Bitter brachte mit glänzenden Paraden die Mannschaft zurück ins Spiel. Und vorne setzen Pascal Hens und vor allem Torsten Toto Jansen ganz entscheidende Tore. Toto Jansen stieg in dieser Phase zum ganz großen Matchwinner auf: Er versengte einen entscheidenden Tempogegenstoß und behielt vom Siebenmeterpunkt die Nerven und brachte die deutsche Mannschaft wieder deutlicher in Front.
Die kommenden Minuten waren die reinste Wonne, die deutsche Mannschaft setzte Treffer auf Treffer, wohingegen den Polen nicht mehr fiel gelang bzw. die deutsche Abwehr für die Polen zu gut stand und Jogi Bitter im Tor glänzend parierte.
Und dann der Abpfiff: DEUTSCHLAND IST WELTMEISTER!!!!
Es ist der absolute Wahnsinn!!! - Ein Wintermärchen wurde wahr...

Goldiges Rodelteam in Innsbruck-Igls

Bei den Rodelweltmeisterschaften in Innsbruck-Igls dominierten das Damen-Rennen wieder einmal, wie erwartet, die deutschen Rodlerinnen.
Dennoch gab es eine überraschungsweltmeisterin: Tatjana Hüfner sicherte sich ihren ersten Weltmeistertitel vor Anke Wischnewski und der die Saison bislang dominierende Silke Krausharr-Pielach.
Kraushaar-Pielach lag nach dem ersten Durchgang noch in Führung, verriss allerdings ihren Schritten beim Start des 2. Laufs, und es reichte ob dieses Missgeschicks nur zur sechsbesten Laufzeit und zum Bronzerang. - Das war schade für sie, hat sie doch in dieser Saison die Weltcup-Szene bislang bestimmt und galt alsTop-Favoritin für die WM. Nun ja,die Bronzemedallie dürfte ein kleines Trostpflaster sein. Schleißlich war ihr Vorsprung auf den 4. Platz nicht überragend.
Den absoluten deutschen Triumph komlettierte Natalie Geisendorfer auf Rang 4. Erst auf dem 5. Rang kam mit der US-Amerikanerin Erin Hamlin eine Fahrerin einer anderen Nation ein.

Bei den Doppelsitzern gab es ebenfalls durch Patrik Leitner/ Alexander Resch ebenfalls einen deutschen Sieg.

Bereits gestern hatte sich David Möller seinen zweiten Weltmeistertitel nach 2004 gesichert. Sein Vorsprung auf den italienischen Olympiasieger Armin Zöggeler war mit nur 7/1000 zwar denkbar knapp, aber es reichte dennoch für den Titel!
Bronze ging überraschend an den zweiten Deutschen im Starterfeld: Jan Eichhorn. Für Eichhorn bedeutete dieses die erste Medallie bei einem Großereignis. - Glückwunsch!

Damit haben die deutschen Rodlerinnen und Rodler die maximale Ausbeute an Titeln bei der diesjährigen WM eingefahren. Denn auch der Teamwettbewerb am Freitag ging an das deutsche Team. Bundestrainer Thomas Schwab dürfte daher vollkommen zufrieden mit dem Abschneiden seiner Athleten sein!

Verfolgungsrennen: Erneuter Triumph von Magdalena Neuner

Die 19jährige Magdalena Neuner hat sich heute in Antholz zur Doppelweltmeisterin gekürt: Mit einem Start-Ziel-Sieg gewann sie in beeindruckender Manier auch den Verfolger!
So viel Nervenstärke durfte man dem Küken im deutschen Team im Vorfeld kaum zutrauen. Aber die Wallgauerin zeigte bereits vor dem Start eine derartige Ruhe und Vorfreude auf das Rennen, dass man einiges erwarten durfte.
Es wurde ein Kopf an Kopf-Rennen mit der gestern auf den zweiten Platz eingekommenen Anna-Carin Olofsson. Parallel standen die beiden am Schießstand, und es war sicher nicht leicht, die Nerven zu behalten. Aber es gelang Neuner, zwar handelte sie sich 4 Strafrunden ein, aber Olofsson derer 5. Damit war die Schwedin eigentlich das ganze Rennen über unter Zugzwang, an die junge Deutsche heranzukommen.
Besonders spannend war das vierte entscheidende Schießen: Die beiden lagen deutlich vor dem Rest des Feldes, aber beide handelten sie sich 2 Strafrunden ein! Das war die Chance für die Konkurrenz an die Führenden heranzukommen, und die Norwegerin Linda Grubben nutzte dieses aus: Knapp hinter Anna-Carin Olofsson ging sie in die Schlussrunde, und musste dort zwar zunächst die Schwedin ein wenig ziehenlassen, konnte ihr aber auf der Zielgeraden den Schneid abkaufen und sicherte sich mit 0.5sec Vorsprung auf Olofsson die Silbermedallie.
Zu diesem Zeitpunkt war Magdalena Neuner bereits im Ziel und musste sich sicher zweimal kneifen ob ihres zweiten Weltmeistertitels.

Zweitbeste Deutsche wurde Kati Wilhelm auf Rang 8. Andrea Henkel und Martina Glagow kamen auf den Plätzen 10 und 11. Dabei muss vor allem ihre Aufholjagd hervorgehoben werden: Glagow machte 25 Plätze gut und Henkel derer 13.- Das macht auch für diese Beiden Hoffnung für die folgenden Rennen.

Beim Verfolgungsrennen der Herren am Vormittag sicherte sich der Norweger Ole-Einar Bjoerndalen mit nur 2 Schießfehlern seinen 9. Weltmeistertitel.
Leider hat es für die deutschen Herren wieder nicht für das Podium gereicht. Silber ging stattdessen nach einer beherzten Schlussrunde an den Russen Maxim Tschudov, der den Franzosen Vincent Defranse kurz vor dem Ziel noch überholen konnte und auf der Zielgerade das entscheidende kleine Stückchen vorne lag. Die blecherne Medallie für den vierten Plaz geht an den Tschechen Michal Slesingr, den zweiten von gestern, der eine bessere Platzierung beim letzten Schießen durch 2 Schießfehler aus der Hand gegegeben hat. Dennoch ist der 4. Platz für den Tschechen ein Riesen-Erfolg.

Als bester Deutscher kam Michael Roesch mit zwei Schießfehlern auf Platz 10 ein. Hätte er sich bei seinem 20. Schuss keinen Schießfehler geleistet, hätte das Podium gewunken. Aber hätte, wenn und aber hilft nichts. Bei den deutschen Herren ist leider nur ein Platz unter den Top 10 herausgesprungen.
Aber im Vergleich zum Sprintrennen ist ein gewisser Aufwärtstrend auszumachen. Man muss sich diesbezüglich nur die Leistung von Sven Fischer anschauen: Von Platz 43 ist er mit einer fehlerfreien Schießleistung, was ihm als einzigem von Startern gelang, auf den 17. Rang nach vorne gestürmt. - Das läßt hoffen für die kommenden Rennen!
Auch die anderen deutschen Starter verbesserten sich, wenn auch nicht so deutlich wie der Mann aus Schmalkalden: Michael Greis wurde 12., Andreas Birnbacher 13. sowie Alexander Wolf 14..
Zugegebener Maßen war die Ausgangsposition für die deutschen Herren aufgrund des etwas enttäuschenden Sprintrennens nicht die beste, aber bei einer besseren Schießleistung wäre auch bei ihnen sicher mehr drin gewesen.
So bleibt ihnen jetzt bei den erfolgreichen Damen, vor allem bei Magdalena Neuner,l nachzufragen, wie man es denn anstellt, auf's Podest zu laufen und (Doppel-) Weltmeisterin zu werden.
Wir wissen, dass auch die deutschen Biathlon-Herren mehr drauf haben, als sie bislang gezeigt haben, aber noch stehen einige Entscheidungen auf dem Programm, und sie haben noch alle Chancen Medallien zu sammeln!

Samstag, 3. Februar 2007

Bob-WM: Goldige Spur in St. Moritz

Die Winterbergerin Sandra Kiriasis hat ihren Weltmeistertitel verteidigt und in beeindruckender Manier Gold gewonnen. Eine unglaubliche Führung von über 2sec auf die Zweitplatzierte nach 4 Läufen hat sie ins Ziel gebracht. - Das sind Welten im Bobsport.
Cathleen Martini aus Altenberg kam auf dem zweiten Platz ein. Nur Bob USA I konnte in die Farlanz der deutschen Bobfahrerinnen eindringen und mit dem 3. Rang Susi Erdmann mit Bob Deutschland III noch auf den 4. Platz verweisen.
Damit kann man sagen: Erfolg auf der ganzen Linie für das deutschen Damen-Bob-Team!

Bei den Herren liegt Andre Lange bei der 4er Bob-WM liegt nach zwei Läufen ebenfalls auf der Goldspur: Mit 0,10 sec Vorsprung auf den Schweizer Ivo Ruegg geht er in die entscheidenden Läufen am Sonntag. Weitere 0,10 sec zurück liegt Steven Holcomb, 0,02 sec hinter dem Amerikaner liegt der Russe Jewgeni Popov auf Rang 4. Der zweite deutsche Bob von Karl Angerer ist z.Z. 8.. Dieses Tableau verspricht Spannung für den 3. und 4. Durchgang am morgigen Sonntag.

Der dritte Lauf eines Andre Langes ist traditionell der Grundstein für seine Erfolge, so war es bei Olympia und auch bei der 2er Bob-WM am vergangenen Wochenende.
Hoffen wir, dass ihm dieses wieder gelingen wird! Denn zumindest besser als sein zweiter Lauf sollte er sein, den er als drittbester abschloss. Laufbestezit und Streckenrekord erzielte der Russe Popov vor dem Schweizer Ruegg. Vor allem Ruess ist noch viel zuzutrauen, da er wahrscheinlich nur aufgrund eines Fahrfehlers im 2. Lauf die Laufbestzeit und möglicherweise abenfalls die Gesamtführung verspielte.
Aber wir wissen, dass ein Andre Lange nervenstark ist und in den entscheidenden Momenten eine Top-Leistung bringen kann. Die Vorteile liegen eindeutig bei ihm, daher stehen die Chancen auf Gold seher gut.

Weltmeistertitel für Magdalena Neuner

Die 19jährige Magdalena Neuner hat die Geschichte neu geschrieben und bei ihrem ersten WM-Rennen die Goldmedallie gewonnen!! Noch nie ist dieses einer 19Jährigen gelungen!
Aus deutscher Sicht war bislang Kati Wilhelm vor 6 Jahren die Newcomering bei einer WM: Die damals 22jährige gewann ebenfalls bei ihrer ersten WM Gold im Sprint.
Nun hat es ihr das Küken im deutschen Team nachgemacht und sich den Weltmeistertitel gesichert! Basis für diesen Erfolg waren ihre grandiose Laufleistung und ihr schnelles Schießen, womit sie ihre zwei Schiessfehler ausmerzen konnte.
Obwohl man auch hier sagen muss, dass zwei Schießfehler für Neuner absolut klasse sind, vor allem nur einen Fehler im Stehendschießen konnte sie bei den vergangenen Weltcuprennen nicht erzielen.

Silber ging an die Schwedin Anna-Carin Olofsson, die ebenfalls zwei Scheiben stehen ließ. Auf der Schlussrunde lag die Schwedin noch z.T. vor Magdalena Neuner, musste aber auf der Zielgerade erkennen, dass sie an der jungen Deutschen nicht vorbeiziehen kann: 2.3sec fehlten ihr am Ende.
Den Bronze-Rang erreichte die Russin Natalie Guseva. Vor dem 2. Schießen lag sie noch auf Gold-Kurs, musste dann aber aufgrund eines Schießfehlers erkennen, dass sie die junge Deutsche und die Schwedin heute nicht schlagen konnte.

Zweitbeste Deutsche wurde Kati Wilhelm auf Rang 7. Die mit dem Gelben Trikot in die Loipe gegangene Biathletin musste drei Scheiben stehen lassen, konnte sich aber mit einer sehr guten Laufleistung eine durchaus Erfolg versprechende Ausgangsposition für den morgigen Verfolger verschaffen.

Wir können schon jetzt gespannt sein auf morgen: Magdalena Neuner wird die Gejagte sein, und Kati Wilhelm wird nur gut 40sec später in die Loipe gehen. - Das sind gute Aussichten.
Die deutschen Biathletinnen haben damit den deutschen Herren heute eindeutig den Schneid abgekauft und dafür gesorgt, dass trotz des schwachen Abschneidends von Greis & ko im deutschen Lager eine goldige Stimmung herrscht!

Biathlon-WM in Antholz: Fehlstart für die deutschen Herren

Bei der ersten Entscheidung der Biathlon-WM in Antholz haben sich die deutschen Herren aus vorderen Platzierungen herausgeschossen. Es gab, das kann auch in dieser Deutlichkeit gesagt werden, eine regelrechte Schlappe.
Als Favoriten an den Start gegangen, haben die fünf deutschen Biathleten leider nicht die Leistung gebracht, die man erwarten durfte. Und man darf nicht vergessen, dass das heutige Sprintrennen die Voraussetzung für den morgigen Verfolger ist. Schade, schade, die WM hat nicht gut begonnen. Die deutschen Skijäger haben schlicht und ergreifend zu schlecht geschossen.
Andreas Birnbacher war mit zwei Fehlschüssen noch bester deutscher Schütze, bei dem dreifachen Olympiasieger Michael Greis und dem zuletzt im Weltcup siegreichen Alexander Wolf standen drei Fehler zu Buche. Ebenso bei Michael Rösch und unserem Sprint-Olympiasieger Sven Fischer.- Zu viel für ein Sprintrennen. Das reicht trotz einer vor allem von Wolf ansprechenden Laufleistung nicht für die Medallienränge.
Zugegebener Maßen waren die Windbedingungen am Schießstand sicher nicht die besten, auch andere Nationen hatten dort zu kämpfen, so haben sich Christoph Sumann und Maxim Tschudov beim letzten Schießen aus den Medalleinrängen geschossen. Aber dass alle fünf gestarteten Deutschen so schlecht treffen, ist sehr enttäuschend.

Für die deutschen Biathleten kam am Ende mit Platz 15 für Alexander Wolf die beste Platzierung heraus. Andreas Birnbacher, Michael Rösch und Michael Greis landeten im Dreier-Pack auf den Rängen 17 bis 19. Für Sven Fischer reichte es gar nur zu einem 43. Rang, da stimmte bei dem Olympiasieger leider auch nicht die Laufleistung.

Die Musik spielten andere:
Die Uberraschung war der Tscheche Michal Slesingr, der als einer der wenigen fehlerfrei bleiben konnte, und der dem großen Ole-Einar Bjoerndalen auf der letzten Runde bedenklich nahe kam, aber es reichte für den Norweger. - Ole-Einar Bjoerndalen sicherte sich mit einem Fehlschuß den Weltmeistertitel, seinen insgesamt 8..
Dritter wurde der ebenfalls fehlerfrei gebliebene Ukrainer Andrej Derizemla.

Für den Norweger Bjoerndalen ist dieses ein optimaler Start in die WM.
Hoffen wir auf eine Trotzreaktion der deutschen Skijäger beim morgigen Verfolger! Noch stehen viele Entscheidungen an...

Freitag, 2. Februar 2007

WM-Finale: Deutschland gegen Polen

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft trifft am Sonntag im WM-Finale auf Polen, das gestern nach ebenfalls zweimaliger Verlängerung Dänemark mit 36:33 besiegen konnte.

Damit hat die deutsche Mannschaft nun die Möglichkeit Revanche an Polen zu nehmen, denn wir wissen alle, das mit der polnischen Mannschaft noch eine Rechnung offen ist: Die Polen waren im Verlauf des WM-Turniers die einzige Mannschaft, gegen die Deutschland bislang nicht siegen konnte. Aber die Betonung liegt auf dem kleinen Wörtchen "bislang". Nun ist die Chance da, auch die Polen zu schlagen, und die Chancen stehen gar nicht schlecht!
Bundestrainer Heiner Brand sagt zwar zu Recht, dass es ein Spiel auf Augenhöhe wird, dennoch mag man der deutschen Mannschaft den Sieg eher zutrauen. Die Niederlage in der Vorrunde muss ebenfalls nicht zum Nachteil der deutschen Mannschaft sein. Nein, im Gegenteil, die Mannen von Heiner Brand werden besonders motiviert sein, die Polen diesmal zu besiegen.

Beide Mannschaften haben sich durch erstklassige Leistungen in das WM-Finale gespielt, das steht außer Frage. Aber schaut man sich die Gegner der Deutschen an, sieht man, dass eigentlich die hochkarätigeren Gegener ausgeschaltet wurden: Zweimal wurde der amtierende Europameister Frankreich bezwungen, ebenso im Viertelfinale der Noch-Weltmeister Spanien.
Im Gegensatz dazu haben die Polen ihr Hauptrunden-Match gegen die Franzosen verloren, konnten sich im Viertelfinale nur knapp gegen Russland durchsetzen und entschieden ihren Halbfinal-Krimi gegen Dänemark mit Kampf- und Siegeswille für sich. Dass die Polen die vielleicht etwas schwächeren Gegner in den k.o.-Runden hatten, soll ihre Leistung nicht schmälern: Sie stehen im Finale und haben sich dieses auch verdient, aber sie hatten den etwas leichteren Weg als die Deutschen.

Die deutsche Mannschaft ist im Verlauf des Turniers zu einer verschworenen Gemeinschaft geworden, und die oft benutzte Redewendung "Einer für alle und alle für einen" trifft voll auf die deutsche Mannschaft zu. Es ist immer wieder zu sehen gewesen, dass sie schlecht auszurechnen ist. Es waren immer wieder andere Spieler, die die Akzente zu setzen wussten. Bemerkenswerter Weise können dieses auch die Spieler sein, denen eher die Jokerrolle zugedacht ist, und die zu weniger Spielminuten kommen, wie beim gestrigen Halbfinal-Krimi gegen Frankreich Dominik Klein und Lars Kaufmann. Ohne diese beiden wäre Deutschland möglicherweise nicht als Sieger vom Platz gegangen. Aber die beiden waren da, als Heiner Brand sie brauchte. Und nicht nur das: In den absolut entscheidenden Momenten brillierten sie. So machte Dominik
Klein nach Zuspiel von dem wieder genesenden Markus Baur mit dem Kempa-Trick ein ganz wichtiges Tor. Und so holte Lars Kaufmann den Siebenmeter heraus, der letztendlich den Siegtreffer brachte.

Wir sehen also: Wir brauchen nicht bange zu sein! Die deutsche Mannschaft spielt erstklassigen Handball, hat wieder einen Weltklasse-Torwart zwischen den Pfosten und zeichnet sich nicht zuletzt durch ihre Vielseitigkeit und Breite an guten Spielern aus! Selbstverständlich hat auch die deutsche Mannschaft im Verlauf des WM-Turniers Kräfte gelassen, aber zum einen haben die Polen, wenn auch sicher nicht beabsichtigt, uns den Gefallen getan, ihr Halbfinale ebenfalls erst nach zwei Verlängerungen für sich zu entscheiden, und zum zweiten hat die deutsche Mannschaft dieses einmalige Publikum im Rücken. Und diese Zuschauer haben mehr als nur genug Kraft und Power die deutsche Mannschaft noch einmal über 60 Minuten oder mehr so nach vorne zu peitschen, dass unsere Handball-Helden ihre Erschöpfung nicht mehr spüren.

Und daher glauben wir fest daran, dass die deutsche Mannschaft Polen am Sonntag schlagen kann!! Freuen wir uns auf ein spannendes Finale und hoffen auf einen deutschen Sieg!