Durch den Schnee wurde die Spur extrem langsam, so dass die spaeter ins Rennen gehenden Läufer eindeutig benachteiligt waren. Und dieses waren gerade die Top-Läufer im Weltcup, zu denen neben den vier gestarteten Deutschen, Rene Sommerfeld, Franz Goehring, Axel Teichmann und Tobias Angerer, auch der Biathlet-Kollege von Berger, Ole-Einar Bjoerndalen zaehlte. Damit war Bjoerndalens Mission, sowohl bei der Biathlon-WM als auch bei der nordischen Ski-WM einen Titel zu gewinnen, bereits zu einem frühen Zeitpunkt seines Rennens fast aussichtslos.
Ob Bjoernadlen in der norwegischen Staffel zum Einsatz kommt und damit noch eine zweite Chance auf WM-Gold erhählt, bleibt abzuwarten.
Aber kommen wir zurück zum heutigen Rennen: Lars Berger nutzte seine Startnummer 55 und die damit verbundenen guten Bedingungen und legte eine Zeit vor, an der sich alle nachfolgenden Laeufer die Zaehne ausbeissen sollten.
Tobias Angerer, als letzter aller Starter in die Loipe gegangen, kam in der zweiten Haelfte des Rennens, als der Schneefall aufgehoert hatte, noch sehr stark auf und war der einzige, der dem Podest nahe kam. Auf diesem standen zu diesem Zeitpunkt neben Berger der Weissrusse Leonid Karnjenka, der im Weltcup bis dato noch ein komplett unbeschriebenes Blatt darstellte, auf Platz 2 und Johannes Eder aus Oesterreich auf dem Bronzerang. Die beiden letztgenannten Laeufer gingen mit noch niedrigeren Startnummern als Berger in die Loipe und profitierten noch staerker vom einsetzenden Schneefall als der spaetere Weltmeister Berger.
Aber Angerer holte Sekunde auf Sekunde auf und konnte sich im Ziel noch vor Eder schieben und sicherte sich damit die Bronzemedallie.
Auch unser Weltmeister in der Doppelverfolgung, Axel Teichmann, kam zum Ende des Rennens noch extrem stark auf, aber es reichte nur zu Rang 5. Obwohl dieser fünfte Rang angesichts der Bedingungen nicht als Niederlage, sondern als grosser Erfolg zu werten ist.
Auch Franz Goehring trumpfte in der Schlussphase stark auf und konnte sich so den 7. Rang im Endklassement sichern. Damit haben sich die deutschen Laeufer bei diesen fuer sie schweren Bedingungen sehr gut verkauft, einmal mehr besser als alle anderen Nationen.
Bundestrainer Jochen Behle haderte nach Abschluss des Rennens mit den äusseren Bedingungen und verlangte, dass man von den Einzelstarts besser absehen und den Massenstart vorziehen sollte, wenn Schneefall zu erwarten ist. Denn seiner Auffassung nach hat Tobias Angerer den Weltmeistertitel nur deswegen verpasst, weil er durch die zwischendurch langsamere Spur gebremst wurde. Das mag zutreffen, aber man sollte auch bedenken, dass der Skilanglauf nun mal eine Freiluftsportart ist, bei der mal man mehr Glueck und mal mehr Pech haben kann. Diese Meinung vertritt auch Axel Teichmann, unser Weltmeister scheint damit die Situation besser zu erfassen als der Bundestrainer, der sich doch besser vielmehr ueber die zweite Medallie von Angerer freuen sollte!