So viel Nervenstärke durfte man dem Küken im deutschen Team im Vorfeld kaum zutrauen. Aber die Wallgauerin zeigte bereits vor dem Start eine derartige Ruhe und Vorfreude auf das Rennen, dass man einiges erwarten durfte.
Es wurde ein Kopf an Kopf-Rennen mit der gestern auf den zweiten Platz eingekommenen Anna-Carin Olofsson. Parallel standen die beiden am Schießstand, und es war sicher nicht leicht, die Nerven zu behalten. Aber es gelang Neuner, zwar handelte sie sich 4 Strafrunden ein, aber Olofsson derer 5. Damit war die Schwedin eigentlich das ganze Rennen über unter Zugzwang, an die junge Deutsche heranzukommen.
Besonders spannend war das vierte entscheidende Schießen: Die beiden lagen deutlich vor dem Rest des Feldes, aber beide handelten sie sich 2 Strafrunden ein! Das war die Chance für die Konkurrenz an die Führenden heranzukommen, und die Norwegerin Linda Grubben nutzte dieses aus: Knapp hinter Anna-Carin Olofsson ging sie in die Schlussrunde, und musste dort zwar zunächst die Schwedin ein wenig ziehenlassen, konnte ihr aber auf der Zielgeraden den Schneid abkaufen und sicherte sich mit 0.5sec Vorsprung auf Olofsson die Silbermedallie.
Zu diesem Zeitpunkt war Magdalena Neuner bereits im Ziel und musste sich sicher zweimal kneifen ob ihres zweiten Weltmeistertitels.
Zweitbeste Deutsche wurde Kati Wilhelm auf Rang 8. Andrea Henkel und Martina Glagow kamen auf den Plätzen 10 und 11. Dabei muss vor allem ihre Aufholjagd hervorgehoben werden: Glagow machte 25 Plätze gut und Henkel derer 13.- Das macht auch für diese Beiden Hoffnung für die folgenden Rennen.
Beim Verfolgungsrennen der Herren am Vormittag sicherte sich der Norweger Ole-Einar Bjoerndalen mit nur 2 Schießfehlern seinen 9. Weltmeistertitel.
Leider hat es für die deutschen Herren wieder nicht für das Podium gereicht. Silber ging stattdessen nach einer beherzten Schlussrunde an den Russen Maxim Tschudov, der den Franzosen Vincent Defranse kurz vor dem Ziel noch überholen konnte und auf der Zielgerade das entscheidende kleine Stückchen vorne lag. Die blecherne Medallie für den vierten Plaz geht an den Tschechen Michal Slesingr, den zweiten von gestern, der eine bessere Platzierung beim letzten Schießen durch 2 Schießfehler aus der Hand gegegeben hat. Dennoch ist der 4. Platz für den Tschechen ein Riesen-Erfolg.
Als bester Deutscher kam Michael Roesch mit zwei Schießfehlern auf Platz 10 ein. Hätte er sich bei seinem 20. Schuss keinen Schießfehler geleistet, hätte das Podium gewunken. Aber hätte, wenn und aber hilft nichts. Bei den deutschen Herren ist leider nur ein Platz unter den Top 10 herausgesprungen.
Aber im Vergleich zum Sprintrennen ist ein gewisser Aufwärtstrend auszumachen. Man muss sich diesbezüglich nur die Leistung von Sven Fischer anschauen: Von Platz 43 ist er mit einer fehlerfreien Schießleistung, was ihm als einzigem von Startern gelang, auf den 17. Rang nach vorne gestürmt. - Das läßt hoffen für die kommenden Rennen!
Auch die anderen deutschen Starter verbesserten sich, wenn auch nicht so deutlich wie der Mann aus Schmalkalden: Michael Greis wurde 12., Andreas Birnbacher 13. sowie Alexander Wolf 14..
Zugegebener Maßen war die Ausgangsposition für die deutschen Herren aufgrund des etwas enttäuschenden Sprintrennens nicht die beste, aber bei einer besseren Schießleistung wäre auch bei ihnen sicher mehr drin gewesen.
So bleibt ihnen jetzt bei den erfolgreichen Damen, vor allem bei Magdalena Neuner,l nachzufragen, wie man es denn anstellt, auf's Podest zu laufen und (Doppel-) Weltmeisterin zu werden.
Wir wissen, dass auch die deutschen Biathlon-Herren mehr drauf haben, als sie bislang gezeigt haben, aber noch stehen einige Entscheidungen auf dem Programm, und sie haben noch alle Chancen Medallien zu sammeln!
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