Donnerstag, 15. Februar 2007

Svindal Doppel-Weltmeister, Pleite für Österreich

Der norwegische Abfahrts-Weltmeister Aksel Lund Svindal hat auch den Titel im Riesenslalom gewonnen.
Nach dem ersten Durchgang noch auf dem vierten Platz liegend brachte er einen erstklassigen 2. Lauf herunter und ließ die bis dahin vor ihm platzierten Schweizer Marc Berthod und Daniel Albrecht sowie den Kanadier Francois Bourges hinter sich. Damit kann sich Svindal nun zu Recht Doppelweltmeister nennen und tritt damit endgültig in die Fussstapfen von Aamodt und Kjuss. - Er ist jetzt auch ein Super-Elch!

Silber ging an die schweizer Überaschung dieser WM, Daniel Albrecht, der nach Gold in der Kombination bereits seine zweite WM-Medallie gewann. Den schweizer Erfolg komplettierte Didier Cuche auf dem Bronze-Rang.
Damit geht bereits jetzt diese alpine Ski-WM in die schweizer Geschichte ein, da es einen solchen Medallien-Regen, wie in Aare bei den Eidgenossen schon lange nicht mehr gab.
Trauerte man in der Schweiz doch immer noch ein wenig den großen Zeiten eines Pirmin Zurbrüggens oder eines Michael von Grüningens hinterher, um nur zwei der großen schweizer Skirennläufer zu nennen, und ließen die Weltcup-Ergebnisse lange Zeit zu wünschen üben. - Aber das junge Team der Schweizer, gespickt mit den Routiniers Cuche, Kernen und Defago, hat sich heimlich, still und leise in die Spitze gefahren. Man kann im Nachhineen den grandiosen Sieg des Marc Berthod in Adelboden, als er mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang nach dem 27. Rang im ersten Durchgang noch ganz nach Vorne fahren konnte, als Initialzündung für den Wiederaufsteig der schweizer-Skination ansehen.

In ähnlicher Weise, nur genau entgegengesetzt, präsentieren sich die Österreicher: Über Jahre haben sie den Weltcup dominiert, haben vier- fünffach-Siege gefeiert. Hermann Maier, Fritz Strobl, Hans Knauss, Michael Walchofer, Joseph Strobl, Stefan Eberhardter ... - die Reihe könnte immer weiter fortgeführt werden - dieses alle sind bzw. waren Skiläufer, die über Jahre hinweg Garant für vordere Platzierungen waren. Aber diese Serie scheint langsam aber sicher beendet. Wäre nicht ein Benny Raich, der Blitz aus Pitz, sähe es schon länger düster aus.
So düster, wie sich bislang die Bilanz der österreicher bei dieser Ski-WM liest. Während die Schweizer und Norweger große Erfolge feiern, steht bei der einstigen Ski-Republik Nr. 1 nur eine Goldmedallie von Nicole Hosp auf der Habenseite. Ihr Sieg im Riesenslallom sollte eigentlich die Initialzündung für eine Aufholjagd in den technischen Disziplinen sein. Aber die Männer konnten es Hosp nicht gleichtun. Benjamin Raich, einer der hochgewetteten Favoriten, schied mit Startnummer 1 im 1. Durchgang bereits früh aus - ein Aufschrei ging durch das österreichische Lager. Aber es sollte noch schlimmer kommen: Mit Hermann Maier und Rainer Schönfelder erreichten nur zwei österreicher den zweiten Durchgang, beide mit Plätzen jenseits der 20. Die für den 2. Durchgang angekündigte Aufholjagd fiel auch eher mager aus: Maier war als 21. Bester seines Landes... - Quo vadis felix Austria???

Keine Kommentare: