Die Tschechin galt nicht unbedingt als Top-Favoritin auf den WM-Titel, das war zweifellos die österreichische Seriensiegerin Marlies Schild, die mit fünf Saisonsiegen ihre Klasse im Vorfeld mehr als deutlich unter Beweis gestellt hatte, aber zuzutrauen war auch Zahbroska einiges. Dass es nun letztendlich zu Gold gereicht hat, ist zwar schon eine kleine überaschung, aber die junge Tschechin hat den Sieg absolut verdient. Sie hatte den Hang schlicht und ergreifend am besten im Griff.
Marlies Schild konnte nach Rang 3 im ersten Durchgang noch die vor ihr platzierte Schwedin Anja Pärson knapp abfangen, aber an Zahbroska kam auch Schild nicht mehr vorbei. Aber es ist letztendlich die Silber-Medallie für die Österreicherin geworden, die sie auch glücklich stimmen wird und die für ihren Freund Benny Raich sicher auch ein gutes Omen für den morgigen Herren-Slalom ist.
Bronze ging mit nur 16 Hundertselsekunden Rückstand auf die Spitze an die dreifache Weltmeisterin von Aare, Anja Pärson aus Schweden. Trotz des knappen Rückstandes dürfte sich die Schwedin nicht zu sehr ärgern, denn jede weitere Medallie ist nach ihren drei goldenen wie ein Zuckerl oben drauf.
Aus deutscher Sicht verdient der 6. Platz von Monika Bergmann-Schmuderer Beachtung. Nach einem couragierten zweiten Durchgang, mit dem sie ihre Position nach dem ersten Durchgang verteidigen konnte, kam für einen Moment Hoffnung auf, ob es für weiter vorne reichen könnte. Aber die nach ihr gestartet Kroatin Ana Jelsusic pulverisierte ihre Zeit geradezu. Dass es der jungen Kroatin aber dennoch nur gelang die vor ihr platzierte Österreicherin Katrin Zettel zu überholen, spricht für die Klasse der drei Top-Fahrerinnen. - Es haben tatsächlich die Besten gewonnen!
Die weiteren deutschen Läuferinnen neben Monika Bergmann-Schmuderer waren nicht gerade vom Glück verfolgt. Konnten doch von den vier gemeldeten Läuferinnen schon nur drei an den Start gehen, da sich die arme Katrin Hölzl das Steissbein gebrochen hatte ... - Das muss doppelt schwerzhaft für sie sein, zum einen der Schmerz selbst und zum anderen der verlorene Start im Weltmeisterschaftsslalom - eine solche Gelegenheit bekommt man schließlich nur höchstens alle 2 Jahre...
Die im Vorfeld mit deutschen Hoffnungen in den Wettbewerb gegangene Annemarie Gerg ging den 1. Durchgang furios an, fiel aber bereits im ersten Drittel des Rennens leider aus. Gleiches gilt für Susanne Riesch, die Schwester von der Maria, die in Levi sensationell Sechste wurde, aber seitdem das Ziel im Slalom nicht mehr gesehen hat. Diese Serie hat sich in Aare leider fortgesetzt. Aber die Partenkirchnerin ist noch jung, sie wird ihre Erfahrungen aus dieser WM ziehen. In den nächsten Jahren ist bestimmt noch einiges von ihr zu erwarten. Dafür steht ja schon der Name Riesch.
Morgen steht mit dem Herren-Slalom die letzte WM-Einzelentscheidung an. Die deutschen Fahrer haben mit Felix Neureuther und Alois Vogl gleich zwei ganz heisse Eisen im Feuer, standen doch beide in dieser Saison bereits auf dem Stockerl. Aber die Leistungsdichte im Herrenslalom ist groß: Schweden, Schweizer, Italiener und nicht zuletzt die österreicher, die in den letzten Tagen ob ihrers bislang enttäuschenden Abscheidens viel Hohn und Spott ertragen mussten, zählen zu den Favoriten. Die österreicher wollen morgen zudem aus dem tiefen Tal heraus, in das sie sich selbst gefahren haben.
Und dann ist da ja auch noch ein Bode Miller, der bislang ebenfalls zu den Verlierern dieser WM zählt. Dass er gerade im Slalom zu alter Stärke und zu altem Erfolg zurück findet, mag man kaum glauben, ist er doch in dieser Saison regelmäßig in dieser Disziplin ausgefallen und hat im Kombinationsslalom auch keinen perfekten Lauf hinuter gebracht. Aber bei Bode Miller weiss man nie...
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