Mittwoch, 21. Februar 2007

Ullrich vor Karriereende?

Jan Ullrich hat für Montag eine Presseerklärung angekündigt, die Aufklärung über seine berufliche Laufbahn geben und alle Fragen klären soll.
Da fragt man sich, ist dieses ein leise angekündigter Rücktritt? Verwundern täte dieser Schritt sicher nicht.
Viele dachten bereits vor Beginn der vergangenen Saison, dass diese die letzte für den Radprofi sein würde. Denn die Chancen, sein großes Ziel, die Tour de France ein zweites Mal zu gewinnen, standen nach dem Rücktritt seines langjährigen Rivalen und Dominators der Tour de France, Lance Armstrong, gut wie selten. Dass ein top-fitter Jan Ullrich den Giro-Sieger Ivan Basso würde schlagen können, bezweifelten nur wenige.
Aber es sollte ganz anders kommen: Weder Ullrich noch Basso durften die Tour in Angriff nehmen. Kurz vor dem Prolog wurden sie aufgrund ihrer möglichen Verstrickung in die Dopingaffäre um den spanischen Arzt Fuentes aus dem Rennen genommen. - Und das Spekulieren, Zögern und Verspeckspielen um die Person Jan Ullrich nahm ihren Lauf. Bis heute ist nichts endgültig geklärt, zumindest ist der Öffentlichkeit (noch) nichts bekannt. - Dass Jan Ullrich eine Aufklärung aller offenen Fragen die Dopingaffäre betreffend am Montag liefern wird, erscheint unwahrscheinlich, zu lange hat er schon geschwiegen und sich in unglaubwürdigen Aussagen verstrickt.
Warscheinlicher erscheint eher der Rücktritt vom Radsport. Der Rücktritt, der evt. schon im letzten Jahr hätte erfolgen können, wenn der angepeilte Gewinn bei der Tour gelungen wäre.
Jan Ullrich ist mit seinen 33 Jahren wahrscheinlich bereits über seinen Zenit hinaus. Ferner scheint es ihm nach wie vor äußerst schwer zu fallen, sich so auf die Radsportsaison vorzubereiten, wie es der Profi-Radsport erfordert - unabhängig seiner immer wieder eingefangenen Erkältungen vor bzw. bei Start der Radsportsaison. Hinzu kommt, dass Ullrich z.Z. keinem Team zugehörig ist. Es bringen sich zwar immer wieder Teams ins Spiel, aber ohne Klärung der währenden gerichtlichen Auseinandersetzungen scheint eine Verpflichtung eher unwahrscheinlich.
Ganz unabhängig davon haben die Bosse der Tour de France ihre Haltung zu unter Dopingverdacht stehenden Fahrern deutlich gemacht. Daher dürfte Ullrich auch hier schlechte Karten haben, bei der diesjährigen Tour zu starten, falls nicht bald seine Verstrickungen in die Dopingaffäre endgültig geklärt werden.

Daher erscheint ein Rücktritt Jan Ullrichs sehr wahrscheinlich. Aber warten wir bis Montag ab. - Ullrich hat es schon oft verstanden, die Leute zu erstaunen und genau dann wieder aufzustehen, wenn es die wenigsten erwartet haben.

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