Samstag, 24. Februar 2007

Weltmeistertitel für den Schweizer Simon Ammann

In einer spannenden WM-Entscheidung von der Großschanze hat Simon Ammann die Nerven behalten und seine Top-Position aus dem ersten Durchgang verteidigt!
Damit fügt der Doppelolympiasieger von Salt Lake City seiner Medalliensammlung einen weiteren ganz großen Titel hinzu.
Dieser Erfolg sollte all denjenigen Springern Mut zusprechen, die nach großen Erfolgen im Niemandsland des Skispringens versunken sind. Denn genau dieses hat Ammann in den vier Jahren nach seinen zwei Olympiasiegen durchgemacht. Erst in dieser Saison konnte er das Tal der Tränen und Misserfolge hinter sich lassen und ist zurück in der Weltspitze. Diese grandiose Rückkehr hat er nun mit dem Weltmeistertitel krönen können!

Aber der Vorsprung war mit 0.2 Punkten vor dem Überrraschungszweiten, dem Finnen Harri Olli, äußerst knapp. Olli, der zwar in den letzten Tagen gute Leistungen auf der WM-Schanze gebracht hatte, hatten nur wenige auf der Rechnung. Aber der 22jährige Finne zeigte, was in ihm steckt und konnte nicht nur seine großen Landsleute um Janne Ahonen, der 6. wurde, hinter sich lassen.
Auch der Drittplatzierte Roar Ljoekelsoey überraschte die Konkurrenz. Der Norweger ist zwar mehrfacher Skiflugweltmeister und konnte bei der letztjährigen Vierschanzentournee Dritter werden, hat aber in dieser Saison seine Form noch nicht so recht finden können. Aber dieser Bronzerang läßt die schwächeren Saisonergebnisse mehr als nur verblassen und zeigt, dass ein Ljoekelsoey ein Mann für WM und Olympia ist.

Im zweiten Durchgang gab es einen regelrechten Schlagtausch, denn die im ersten Durchgang Vorn-Platzierten überbaten sich im zweiten Durchgang reihenweise. So reichten die weiten Sätze von Janne Ahonen, vom österreichischen Olympiasieger Thomas Morgenstern und auch vom Polen Adam Malysz, der in der gestrigen Qualifikation einen neuen Schanzenrekord aufstellen konnte, nicht, auf die Medallienränge vorzurücken. - Und ein Malysz dürfte sich über seinen vierten Platz ebenso wenig freuen, wie ein Thomas Morgenstern über Platz 5. Im Weltcup sind derartige Platzierungen durchaus positiv zu werten, aber bei Weltmeisterschaften zählen leider fast nur Medallien.

Die beiden jungen überflieger der bisherigen Saison konnten in die Medallienvergabe überraschend nicht eingreifen: Sowohl der Sieger der Vierschanzentournee und Weltcupführende Anders Jacobsen aus Norwegen als auch der neue Star im österreichischen Skispringerteam, Gregor Schlierenzauer, brachten bereits einen für ihre Verhältnisse schwachen ersten Durchgang hinunter, der ihnen jede Medallienchance raubte.
Schlierenzauer, der mit der WM-Schanze bislang nicht so zurecht kam, brachte immerhin einen ansehnlichen zweiten Sprung herunter, der ihm Platz 10 brachte und den Kopf vom österreichischen Cheftrainer, Alex Pointner, sicherlich ob der Nominierung für das morgige Mannschaftsspringen rauchen lassen läßt.
Anders Jacobsen kam nur auf dem 14. Platz ein, der damit das Pech hat, eine seiner schlechtesten Saisonleistungen ausgerechnet bei der WM zu bringen. Einen Platz hinter dem Norweger kam Jörg Ritzerfeld als bester Deutscher ein. Der zweite Deutsche im zweiten Durchgang, der Ex-Weltmeister Martin Schmitt, brachte es durch einen schwachen 103m-Satz im zweiten Durchgang nur auf den 30. Platz. - Das sind alles andere als gute Ergebnisse für die deutschen Adler, von denen allerdings nach dem Mittelfußbruch ihres Vorspringers Michael Uhrmann auch nicht zu viel erwartet werden konnte.
Man kann nun nur hoffen, dass die Mannschaft sich ein wenig fängt, um beim morgigen Mannschaftsspringen nicht unter ferner liefen mitzuspringen!

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