Freitag, 2. Februar 2007

WM-Finale: Deutschland gegen Polen

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft trifft am Sonntag im WM-Finale auf Polen, das gestern nach ebenfalls zweimaliger Verlängerung Dänemark mit 36:33 besiegen konnte.

Damit hat die deutsche Mannschaft nun die Möglichkeit Revanche an Polen zu nehmen, denn wir wissen alle, das mit der polnischen Mannschaft noch eine Rechnung offen ist: Die Polen waren im Verlauf des WM-Turniers die einzige Mannschaft, gegen die Deutschland bislang nicht siegen konnte. Aber die Betonung liegt auf dem kleinen Wörtchen "bislang". Nun ist die Chance da, auch die Polen zu schlagen, und die Chancen stehen gar nicht schlecht!
Bundestrainer Heiner Brand sagt zwar zu Recht, dass es ein Spiel auf Augenhöhe wird, dennoch mag man der deutschen Mannschaft den Sieg eher zutrauen. Die Niederlage in der Vorrunde muss ebenfalls nicht zum Nachteil der deutschen Mannschaft sein. Nein, im Gegenteil, die Mannen von Heiner Brand werden besonders motiviert sein, die Polen diesmal zu besiegen.

Beide Mannschaften haben sich durch erstklassige Leistungen in das WM-Finale gespielt, das steht außer Frage. Aber schaut man sich die Gegner der Deutschen an, sieht man, dass eigentlich die hochkarätigeren Gegener ausgeschaltet wurden: Zweimal wurde der amtierende Europameister Frankreich bezwungen, ebenso im Viertelfinale der Noch-Weltmeister Spanien.
Im Gegensatz dazu haben die Polen ihr Hauptrunden-Match gegen die Franzosen verloren, konnten sich im Viertelfinale nur knapp gegen Russland durchsetzen und entschieden ihren Halbfinal-Krimi gegen Dänemark mit Kampf- und Siegeswille für sich. Dass die Polen die vielleicht etwas schwächeren Gegner in den k.o.-Runden hatten, soll ihre Leistung nicht schmälern: Sie stehen im Finale und haben sich dieses auch verdient, aber sie hatten den etwas leichteren Weg als die Deutschen.

Die deutsche Mannschaft ist im Verlauf des Turniers zu einer verschworenen Gemeinschaft geworden, und die oft benutzte Redewendung "Einer für alle und alle für einen" trifft voll auf die deutsche Mannschaft zu. Es ist immer wieder zu sehen gewesen, dass sie schlecht auszurechnen ist. Es waren immer wieder andere Spieler, die die Akzente zu setzen wussten. Bemerkenswerter Weise können dieses auch die Spieler sein, denen eher die Jokerrolle zugedacht ist, und die zu weniger Spielminuten kommen, wie beim gestrigen Halbfinal-Krimi gegen Frankreich Dominik Klein und Lars Kaufmann. Ohne diese beiden wäre Deutschland möglicherweise nicht als Sieger vom Platz gegangen. Aber die beiden waren da, als Heiner Brand sie brauchte. Und nicht nur das: In den absolut entscheidenden Momenten brillierten sie. So machte Dominik
Klein nach Zuspiel von dem wieder genesenden Markus Baur mit dem Kempa-Trick ein ganz wichtiges Tor. Und so holte Lars Kaufmann den Siebenmeter heraus, der letztendlich den Siegtreffer brachte.

Wir sehen also: Wir brauchen nicht bange zu sein! Die deutsche Mannschaft spielt erstklassigen Handball, hat wieder einen Weltklasse-Torwart zwischen den Pfosten und zeichnet sich nicht zuletzt durch ihre Vielseitigkeit und Breite an guten Spielern aus! Selbstverständlich hat auch die deutsche Mannschaft im Verlauf des WM-Turniers Kräfte gelassen, aber zum einen haben die Polen, wenn auch sicher nicht beabsichtigt, uns den Gefallen getan, ihr Halbfinale ebenfalls erst nach zwei Verlängerungen für sich zu entscheiden, und zum zweiten hat die deutsche Mannschaft dieses einmalige Publikum im Rücken. Und diese Zuschauer haben mehr als nur genug Kraft und Power die deutsche Mannschaft noch einmal über 60 Minuten oder mehr so nach vorne zu peitschen, dass unsere Handball-Helden ihre Erschöpfung nicht mehr spüren.

Und daher glauben wir fest daran, dass die deutsche Mannschaft Polen am Sonntag schlagen kann!! Freuen wir uns auf ein spannendes Finale und hoffen auf einen deutschen Sieg!

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