Das österreichische Skisprungteam ist als amtierender Olympiasieger seiner Favoritenrolle gerecht worden und hat in der Besetzung Wolfgang Loitzl, Gregor Schlierenzauer, Andreas Kofler und Thomas Morgenstern in beeindruckender Manier den Weltmeistertiel errungen!
Die ebenfalls zu den Medallienkandidaten zählenden Norweger um Tom Hilde, Anders Bardal, Anders Jacobsen und Roar Ljoekelsoey gewannen Silber. Dabei war besonders auf den Dritten von der Großschanze, Roar Ljoekelsoey, Verlass. Der Gesamtweltcupführende Anders Jacobsen enttäuschte einmal mehr in Sapporo - der Sieger der Vierschanzentournee bekommt die Schanze nicht so recht in den Griff. Aber es reichte für die Norweger zu Silber, da sie auch von dem schwachen Auftreten der ebenfalls favorisiert an den Start gegangenen Finnen profitieren konnten. Die Finnen galten im Vorfeld neben den Österreichern als heissester Anwärter auf den Weltmeistertitel, müssen aber nun ganz ohne Edelmetall nach Hause fahren. Ihr erster Springer Arttu Lappi brachte mit zwei schwachen Sprüngen die Finnen bereits früh unter Zugzwang. Da auch ihr zweiter Springer Matti Hautamäki einige Meter auf die direkten Kokurrenten verlor, konnte ihr derzeitiger stärkster Springer, der neue Vize-Wetmeister Harri Olli, die nötigen Punkte alleine auch nicht mehr aufholen. Da auch Janne Ahonen zwar nicht schlecht, aber auch nicht überragend sprang, war die Überraschung perfekt: Die Finnen lagen im Endklassement nur auf Rang 4, nach dem 1. Durchgag hatten sie gar nur Platz 7 inne.
So entbrannte ein heisser Kampf um den Bronzerang, dem neben den im zweiten Durchgang wieder etwas stärker aufkommenden Finnen mal die Schweizer, auch die Polen, die Russen oder die Japaner näher schienen. Leider nicht die deutsche Mannschaft, die fast wie erwartet keine herausragende Leistung erbringen konnte, aber davon später mehr.
Die Bronzemedallie ging letztendlich ein wenig überaschend an die Japaner, die kaum jemand auf der Rechnung hatte. Aber das heimische Publikum motivierte die japanische Mannschaft zusätzlich, so dass gerade bei der WM die beste Saisonleistung erbracht werden konnte. Das ist besonders schön für das Gastgeberland, das nun auch endlich einmal eine Medallie bejubeln kann. - Das tut der Stimmung bei dieser Weltmeisterschaft gut!
Die deutschen Skispringer konnten eigentlich nur nach dem guten ersten Sprung von Stefan Hocke hoffen, das doch mehr drin sein könnte, als nur der Kampf um Platz 8, der die Qualifikation für den 2. Durchgang bedeutete. Aber leider konnte der junge Tobias Bogner als zweiter Springer nicht die durchaus guten Trainingsergebnisse bestätigen und brachte Jörg Ritzerfeld vor allem im ersten Durchgang einen für seine Leistugsfähigkeit schwachen Sprung herunter.
Lichtblick war zweifelslos Martin Schmitt's erster Sprung auf 129m, mit dem er im Konzert der ganz Großen in der vierten Gruppe durchaus mithalten konnte und sogar Größen, wie Janne Ahonen einige Meter abnehmen konnte. Aber es reichte letztendlich nur zu einem achten Rang. - Da heisst es eigentlich nur, den Wettkampf schnell abzuhaken und sich auf die Normalschanze konzentieren.
Mit etwas mehr Glück und stabilieren Leistungen wäre für die deutsche Mannschaft sicher auch etwas mehr drin gewesen. Aber sein wir ehrlich, dass mit Springern wie Tobias Bogner und Stefan Hocke nicht zu viel erwartet werden konnte: Bogner ist noch am Beginn seiner Karriere und hat noch nicht viel Weltcuperfahrung vorzuweisen, da lastet ein Weltmeisterschaftsmannschaftsspringen besonders auf den noch jungen Schultern. Und ein Stefan Hocke war zwar bereits Team-Olympiasieger, hatte aber in den Jahren danach seine Form nie wieder so finden können und kam auch in der laufenden Saison nicht so recht in Schwung. Sein erster Sprung gab zwar Anlass zur Hoffnung, aber leider konnte er ihn im zweiten Durchgang nur bedingt bestätigen.
Die Position von Bundestrainer Peter Rohwein dürfte durch diesem Abschneiden auch nicht gerade sicherer geworden sein. Man kann wirklich gespannt sein, ob es nicht zum Ende der Saison einen Wechsel geben wird ...
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