Freitag, 23. Februar 2007

Sapporo: Erste Medallie für Sachenbacher/Künzel

Nicht das hochgewettete Duo Angerer/Teichmann gewann die erste deutsche Langlaufmedallie bei der nordischen Ski-WM in Sapporo, sondern das Damen-Duo Sachenbacher-Stehle/ Künzel-Nystad. Die beiden Langläuferinnen konnten ein wenig überraschend die Silbermedallie erkämpfen!
Im Gegensatz dazu ging das deutsche Herren-Duo mit Platz vier leider knapp leer aus. Axel Teichmann setzte seinen Schlussspurt ein wenig zu spät an und musste zusehen, wie die Italiener Pasini/Zorzi den Weltmeistertitel vor dem russischen Duo Morilow/Rotchev und den Tschechen Sperl/Kozisek gewannen.
Die beiden Deutschen galten als große Goldhoffnung, nicht zuletzt nachdem das schwedische Duo überraschend im Halbfinale aufgrund eines Sturzes hängenblieb. Ein Prodest der deutschen Mannschaft wegen einer angeblichen Behinderung durch den tschechischen Schlussläufer wurde abgelehnt und brachte auch am grünen Tisch nicht die ersehnte Medallie.

Aber Angerer & Co. sollten den Kopf nicht hängen lassen. Noch haben sie zahlreiche Medallien-Chancen und kaum einer hält es für möglich, dass kein Edelmetall erlaufen wird, zu gut waren dafür die Leistungen bislang im Weltcup.

Dass nun aber ausgerechnet das in den letzten Tagen durch Bundestrainer Jochen Behle eher gescholtene Langlauf-Damen-Team die erste Medallie erringen konnte, dürfte Sachenbacher & Künzel nicht nur mit Freude, sondern auch mit ein wenig Genugtuung erfüllen.
Behle hatte den Damen z.T. zu großes Individuallistentum vorgeworfen und insbesondere mit Sachenbachers Heimtrainer Wolfgang Pichler im Vorfeld der WM einmal mehr erhebliche Meinungsverschiedenheiten gehabt.
Die heute errungene Silbermedallie mag die Diskussionen ein wenig abkühlen, aber es steht dennoch die Frage nach einem Damen-Bundestrainer im Raum. Möglich dass sich bzgl. dieses Posten im Laufe der nächten Wochen noch neue Entwicklungen ergeben. Der Ansatz, den Damen einen eigenen Trainer zur Seite zu stellen, erscheint grundsätzlich nicht falsch.

Aber kommen wir zurück zum Sportlichen und dem heutigen Rennen: Die deutsche Schlussläuferin Claudia Künzel, die für ihren Endspurt berühmt ist, und der ihr beispielsweise auch in Turin im Sprint die Silbermedallie brachte, musste auf der Zielgeraden nur die Finnen Virpi Kuitunen ziehen lassen.
Bronze ging an das norwegische Duo um die erste Weltmeisterin von Sapporo, Astrid Jacobsen, die der gestrigen Goldmedallie im Einzelsprint heute zusammen mit Marit Björgen ihre zweite Medallie folgen lassen konnte.
Auf dem undankbaren vierten Rang kam das schwedische Duo ein.
Damit kann die in den Sprintwettbewerben der letzten Großereignisse immer groß auftrumpfende schwedische Mannnschaft nur eine Silbermedallie durch Larsson im Herren-Einzelsprint aufweisen. - Enttäuschend für die Sprinthelden der Trekroners.

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