Aber auch von den Kombinieren um Ackermann & Co. darf man einiges erwarten, oder vielleicht besser gesagt erhoffen.
In der diesjährigen Weltcupsaison können vor allem Ronny Ackermann und Björn Kircheisen nicht unbedingt an ihre Resultate der vergangenen Winter heranreichen, aber da die letzten Wettkämpfe eher einen Anstieg ihrer Form erkennen lassen, wie der Weltcupsieg von Björn Kircheisen zeigt, scheint doch einiges möglich zu sein.
Unser Olympiasieger, Georg Hettich, hat bislang leider noch nicht an seine erfolgreichen Tage von Turin anknüpfen können. Dafür gibt es verschiedene Gründe, wie Verletzungen, eine Operation und die etwas stärkere Konzentration auf die berufliche Ausbildung. Aber einen Olympiasieger kann man schlecht zu Hause lassen - Das dachte sich sicher auch Bundesrainer Hermann Weinbuch und nominierte den Schonacher. Hoffen wir, dass der Schwarzwälder dieses Vertrauen durch gute Leistungen dankt!
Vor allem in der ersten Hälfte des Weltcups hat aus deutscher Sicht vor allem Sebastian Haseney von sich reden machen. Er scheint endlich seine Schwäche auf der Schanze in den Griff bekommen zu haben und kann daher eher von seiner immer schon exzellenten Laufform profitieren.
Neben den Deutschen geben vor allem Finnen, Österreicher und Norweger den Ton an: Spannend wird werden, ob es dem mehrfachen Gewinner des Gesamtweltcups, Hannu Manninen aus Finnland, endlich einmal gelingen wird, bei einem Großereignis einen Einzeltitel zu gewinnen. Aus nicht erklärbaren Gründen ist dem Mann aus Romaniemi dieses noch nie gelungen. In den entscheidenden Momenten schienen die Beine zu schwer oder die Sprünge zu kurz...
Ebenfalls Hoffnung auf Edelmetall darf sich der Norweger Magnus Moan machen, der endlich einmal auch ganz oben stehen möchte.
Der Österreicher Felix Gottwald, der nach dieser Saison vom aktiven Leistungssport zurücktritt, geht in seine letzte Weltmeisterschaft und möchte schon aus diesem Grund eine (Einzel-)Medallie mit nach Hause bringen.
Namen, wie Jason Lamy Chapuis oder Christoph Bieler versprechen ebenfalls einiges. - Warten wir gespannt auf die Entscheidungen. Nur die heimische japanische Mannschaft dürfte bei der Vergabe der Medallien keine so große Rolle spielen. Sind doch schließlich die Zeiten des großen Kenji Ogiwara vorbei...
Kommen wir zu den Skispringern, den einstigen Vorzeigesportlern des DSV: Wie gern erinnert man sich an die Weltmeistertitel eines Martin Schmitts, Sven Hannawalds, Dieter Thomas oder Jens Weissflogs? - Ja, das waren rosige Zeiten. Lang, lang ist's her.
Bei der diesjährigen Vierschanzentournee spielten die deutschen Adler einmal mehr keine Rolle, und der Stuhl von Bundestrainer Peter Rohwein wackelte bedenklich, auch wenn der DSV letzteres nicht wahrhaben wollte bzw. bestätigte.
Kam das Thema auf die WM in Sapporo, sprach man eigentlich immer davon, im Teamwettbewerb die größten Chancen zu haben. Aber irgendwie fehlte immer der vierte Mann: Wer sollte dieses neben Michael Uhrmann, Martin Schmitt und Jörg Ritzerfeld sein?
Michael Neumayer, der diese Rolle exzellent hätte einnehmen können, ist verletzungsbedingt ausgefallen.
Oder Georg Späth? Der Oberstdorfer hat in dieser Saison nie seine Form finden können, und da auch extra Trainungseinheiten und Sondertraining nicht die erwünschte Wirkung zeigten, hat Peter Rohwein die einzige mögliche Konsequenz gezogen und Georg Späth zu Hause gelassen.
Ob unser ehemalige Mannschaftsolympiasieger Stephan Hocke oder die Youngsters die Lücke füllen können, bleibt abzuwarten.
Ganz unabhängig davon scheint mittlerweile eine Einzelmedallie wahrscheinlciher als eine fürs Team: Der erste Weltcupsieg von Michael Uhrmann seit langer, langer Durststrecke nährt diese Hoffnungen. Der Mann aus Rastbüchl scheint vor allem in den letzten Springen vor der WM stabiler geworden zu sein.
Meist war sein Manko, immer nur einen Top-Sprung im Wettkampf nach unten bringen zu können. Dass dieses auch anders geht, hat er nun gezeigt, und damit darf man sich im deutschen Lager berechtigte Hoffnungen auf Michael Uhrmann machen!
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