Sonntag, 10. Februar 2008

Debakel bei der Eisschnelllauf-Mehrkampf-WM in Berlin

Bei den Mehrkampf Weltmeisterschaften im Eisschnellaufen ist es heute endgültig zum Debakel aus deutscher Sicht gekommen.
Claudia Pechstein und auch Daniela Anschütz-Thoms waren mit großen Ambitionen an den Start der Heim-WM gegangen. Vor allem für die fünfmalige Olympiasiegerin Pechstein hieß das Ziel ganz eindeutig, eine Medaille in ihrer Heimatstadt zu erringen.

Aber schon zur Halbzeit lagen die beiden Deutschen abgeschlagen auf den Rängen 8 und 9. Und auch heute konnte über die 1500m und 5000m kaum Schadensbegrenzung erreicht werden. Rang 9 über die 1500m und nur die sechs-beste Zeit über ihre eigentliche Paradestrecke, die 5000m, brachten Pechstein am Ende Platz 7 ein. - Enttäuschend für die Berlinerin.
Und auch Daniela Anschütz-Thoms kann mit Rang 6 nicht wirklich zufrieden sein. Einzig Katrin Mattscherodt kann sich über Platz 10 bei ihrer ersten Mehrkampf-WM zurecht freuen.

Neue Mehrkampfweltmeisterin wurde die EM-Zweite Paulien van Deutekom, die bereits nach dem ersten Tag ein wenig überraschend in Front lag. Die Holländerin konnte ihre Landsfrau und Titelverteidigerin Ireen Wüst auf den zweiten Rang verweisen. Dritte wurde die Kanadierin Kristina Groves. Martina Sablikowa, ebenfalls mit Medaillen-Ambitionen an den Start gegangen, wurde hinter Christine Nesbitt Fünfte. Die deutschen Eisschnelläuferinnen blieben aber erstmals seit 28 Jahren ohne Medaille bei einer Mehrkampf-WM.

Es scheint, dass sich im Eisschnellaufen ein Generationenwechsel vollzogen hat. Junge Läuferinnen Anfang 20, wie Wüst, van Deutekom oder Sablikowa, geben den Ton an, die über Jahre hinweg domierenden deutschen Läuferinnen können hingegen nicht mehr mithalten. Zumindest für Claudia Pechstein scheint dieses zuzutreffen. Annie Friesinger, die in dieser Saison ihren Schwerpunkt auf den Sprintdistanzen gelegt hat, mischt noch deutlich in der Weltspitze mit. Aber es erscheint schon sehr fraglich, ob Claudia Pechstein die angestrebte WM-Medaile in diesem Jahr noch erreichen kann. Noch hat sie bei den Einzelstrecken Weltmeisterschaften in Nagano die Möglichkeit, muss sich aber dort um einiges steigern. Zu wünschen wäre es der Berlinerin, man mag es sich nämlich nicht gerne vorstellen, dass sie ihre Karriere tatsächlich am Ende der Saison beenden wird, wie es durchklang, falls es nicht mit einer WM-Medaille kappt.

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