Und auch die deutsche Mannschaft konnte heute nach dem Sieg von Paul Biedermann über die 200m Freistil doch noch ein zweites Mal jubeln: Janne Schäfer triumphierte überlegen in 31.08 Sekunden über die 50m Brust und holte sich die Goldmedaille. Und auch Kerstin Vogel als Vierte im selben Rennen spielte eine positive Rolle bei dieser EM.
Ansonsten fiel das Auftreten der deutschen Mannschaft, die lediglich mit einem Rumpfteam bestehend aus 9 Athleten antrat, eher dürftig aus. Peinlicher Höhepunkt dürfte das heutige Vorlauf-Aus der 4x100m Lagen-Staffel der Herren gewesen sein.
In Deutschland wurde anders als bei anderen Nationen, den kontinentalen Titelkämpfen im Olympia-Jahr keine so große Bedeutung beigemessen. Die meisten der deutschen Top-Schwimmer zogen es vor, bei den Europameisterschaften nicht zu starten, sondern sich ganz auf die Olympischen Spiele in Peking zu konzentrieren. Die Entscheidung, nicht auf zwei Großereignisse in einem Jahr zu setzen, kann einerseits verstanden werden, andererseits ist es schon auffällig, dass viele, nicht alle, der europäischen Top-Schwimmer in Eindhoven am Start waren und sich äußerst stark zeigten, was die große Anzahl an Welt- und Europarekorden unterstrich. Zudem steht der DSV, als größter europäischer Schwimmverband, nicht im besten Licht da, diesen Europameisterschaften nicht die Bedeutung beigemessen zu haben, wie andere Nationen.
Ob die Gleichung der meisten deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer, auf die EM zugunsten von Olympia verzichtet zu haben, aufgeht, wird sich erst in Peking zeigen: Ist die deutsche Mannschaft erfolgreich, wird es heißen: Alles richtig gemacht! Gibt es nur wenig Edelmetall, wird es heißen: Der Verzicht auf Eindhoven hat nichts gebracht, nur schlechtes Image und Erfolglosigkeit. - Warten wir daher ab, was im olympischen Schwimmbecken passieren wird.
Deutlich besser als die Schwimmerinnen und Schwimmer des DSV schlossen die Kunst- und Turmspringer ab: Insgesamt gab es 2x Gold, 4x Silber und 1x Bronze.
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