Bei ihrem letzten Rennen bei diesen Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften ist sie ihrer Favoritenstellung damit gerecht geworden. Sie siegte mit Bahnrekord und 0.64 Sekunden Vorsprung vor der Kanadierin Kristina Groves und Annette Gerritsen aus den Niederlanden.
Mit dieser ihrer nun insgesamt 10. Goldmedaille bei Einzelweltmeisterschaften - eine Goldmedaille im Teamwettbewerb nicht mitgerechnet - ist sie gleichzeitig auch Nummer 1 in der Geschichte der Einzelstreckenweltmeisterschaften, die seit 1996 ausgetragen werden! Sie löste Gunda Niemann-Stirnemann ab.
Für Friesinger hat es sich damit ausgezahlt, dass sie auf den am Vortag ausgetragenen Teamwettbewerb verzichtet hatte. Angesichts der heute ausgetragenen 1000m wollte sie am Vortrag nicht bei der kräftezehrenden Teamverfolgung an den Start gehen. Eine Entscheidung, die man verstehen kann, ist der Inzellerin in der Vergangenheit, wie beispielsweise bei den Olympischen Spielen von Turin, ein Vielstart nicht unbedingt gut bekommen, und dazu führte, dass sie auf ihren eigentlichen Paradestrecken nicht die Leistung abrufen konnte, die man von ihr erwarten durfte.
Schon während der gesamten Saison verzichtete Friesinger auf so manchen Start, wie beispielsweise auf die Mehrkampf-WM, bei der sie sicherlich gute Medaillenchancen gehabt hätte, um sich ganz auf die Sprintdistanzen konzentrieren zu können. - In Nagano ist dieses voll aufgegangen!
Und auch über die 500m triumphierte am Vortag mit Jenny Wolf eine Läuferin der Deutschen Eislaufunion. Wolf siegte mit zweimal Bahnrekord vor der Chinesin Beijing Wang und verteidigte so ihren vor Jahresfrist errungenen Titel.
Die Berlinerin krönte damit ihre bislang erfolgreichste Saison, die ihre Höhepunkte in diesem WM-Sieg, dem Gesamtweltcup über die 500m und in dem Gewinn der Sprintweltmeisterschaft fand.
Dank Friesinger und Wolf lagen damit die Sprintstrecken bei dieser WM ganz in deutscher Hand: 3 x Gold ist die exzellente Ausbeute!
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