Donnerstag, 14. Februar 2008

Einzelrennen in Östersund: Glagow kam durch - Silber für die Mittenwalderin

Nachdem die 15km der Damen am Vortag aufgrund zu starker Winde verweht worden waren, fanden beide Einzelwettbewerbe der Biathlon-WM am heutigen Donnerstag statt.

Zunächst mussten die Damen an den Start. Bundestrainer Uwe Müssiggang schickte das medaillenverdächtige Quartett Andrea Henkel, Martina Glagow, Kati Wilhelm und Simone Denkinger ins Rennen.
Andrea Henkel schien nach ihren beiden WM-Titeln im Sprint und in der Verfolgung auf einer Erfolgswelle zu schweben. Aber heute klappte wider Erwarten am Schießstand nicht viel. Insgesamt 6 Schießfehler waren zu viel für die Großbreitenbacherin. Trotz wiederum überagender Laufform kam sie über Platz 22 nicht hinaus.
Und auch bei Kati Wilhelm, für die die WM bislang noch nicht zu ihrer Zufriedenheit läuft, lief nicht viel zusammen am Schießstand: Auch sie schoss sechsmal daneben - 6 Strafminuten waren auch für die Sprintolympiasiegerin zuviel. Sie kam auf dem für sie enttäuschendem 33. Platz ein.

Aber es gab ja noch eine Martina Glagow! Die Mittenwalderin, die während der Saison krankheitsbedingt ausfiel, nachdem sie zu Beginn erfolgreich ins Gelbe Trikot geschlüpft war, kam vor der WM immer besser in Form. Läuferisch ist sie sicher noch nicht bei 100%, aber bekanntermaßen wird das Einzelrennen am Schießstand entschieden: Hier erwies sich Glagow dann wieder einmal als Meisterin ihres Fachs. Lediglich der erste der 20 Schüsse traf nicht ins Schwarze. Mit nur einer Strafminute und ansprechenderLaufform erlief sie sich die Silber-Medaille!
Gold ging an die Russin Ekaterina Iourieva, die exzellent lief und noch besser schoss. Sie leistete sich keinen einzigen Fehler und ist verdient neue 15km-Weltmeisterin geworden und hat damit die Titelverteidigerin Linda Grubben, die bekanntlich ihre Karriere inzwischen beendet hat, beerbt,
Bronze ging an die Ukrainerin Oksana Khvostenko.

Das Einzelrennen der Herren war geprägt durch die norwegischen Biatheten, die geschlossen in der 4. Startgruppe ins Rennen gingen. Der große Favorit Ole-Einar Bjoerndalen nahm gar als letzter der 112 Starter die 20km in Angriff.
Zunächst gingen aber die vier deutschen Biathleten, Daniel Graf, Michael Rösch, Michael Greis und Alexander Wolf, ins Rennen. Leider liefen diese 20km nicht nach ihrem Wunsch. Daniel Graf schoss bereits beim ersten Schießen dreimal daneben, blieb danach zwar zweimal fehlerfrei, aber mit insgesamt vier Strafminuten kam er über Rang 33 nicht hinaus.
Michael Greis und Alexander Wolf blieben im Gegensatz zu Graf zwar beim ersten Liegendanschlag fehlerfrei, schossen aber beim ersten Stehendschießen zweimal daneben und waren somit schon früh unter Zugzwang und quasi chancenlos, was die Medaillenvergabe anging. Michael Greis leistete sich in der Folge noch 3 weitere Schießfehler und wurde enttäuschender 36. - Ein rabenschwarzer Tag für den dreifachen Olympasieger.
Alexander Wolf, der wie schon bei seinem bronzenen Verfolger exzellent in der Loipe unterwegs war, schoss leider noch zweimal daneben und kam als bester Deutscher lediglich auf dem 19. Platz ein.
Michael Rösch, der zum Auftakt der WM im Sprint sehr guter Fünfer geworden war, lag lange sehr aussichtsreich im Rennen um die Medaillen: Fehlerfrei bei den ersten beiden Schießen war er zunächst ganz vorne mit dabei. Auch der eine Fehler beim zweiten Liegenschießen wäre noch okay gewesen, derer drei beim letzten Schießen aber leider zu viel: Er wurde letztendlich 25..

Nachdem vor allem die Russen um den fehlerfrei gebliebenen Maxim Maximow, den Sprint-Weltmeister Maxim Tschodov und den von Alexander Wolf im Jagdrennen kurz vor dem Ziel auf den 4. Platz verdrängten Dimitri Yaroshenko sowie von dem Franzosen Simon Fourcarde bestimmt wurde, rollten die Norweger das Feld von hinten auf:
Halvard Hanevold, Emil Hegle Svendson und vor allem Ole Einar Bjoerndalen waren ganz heiße Medaillen-Kandidaten. Aber es waren nicht die Arrivierten Hanevold und Bjoerndalen, die nach ganz vorne stürmten, sondern der erst 22jährige Emil Hegle Svendsen. Svendsen leistete sich lediglich beim ersten Stehendanschlag einen Schießfehler und war heute nicht zu schlagen: Gold für den Norweger.
Ole Einar Bjoerndalen gab in der Loipe zwar alles, aber kam aufgrund seiner zwei Strafminuten nicht an seinem Landsmann vorbei, errang aber Silber.
Bronze ging an den Russen Maxim Maximow. Der ebenfalls in prächtiger Form befindliche Franzose Simon Fourcarde ging mt einem Schießfehler leider ebenso wie Maxim Tschudov, der nur beim ersten Schießen drei Scheiben verfehlte und heute schnellster in der Loipe war, knapp leer aus.

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