Samstag, 27. Dezember 2008

Vierschanzentournee: Wer beerbt Janne Ahonen?

Die Spannung im Lager der Skispringer und Skisprungfans steigt von Tag zu Tag: Die 57. deutsch-österreichische Vierschanzentournee beginnt morgen mit dem Qualifikationsspringen von Oberstdorf. Am Montag heißt es dann: Schanze frei für das erste Springen.
In diesen Tagen stellt sich daher immer häufiger die Frage, wer Nachfolger des fünfmaligen Gesamtsiegers Janne Ahonen, der bekanntlich inzwischen von seiner aktiven Laufbahn zurückgetreten ist, werden wird.
Heiß gehandelt werden die Namen Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann. Beide, sowohl der Skiflugweltmeister Schlierenzauer als auch der Doppelolympiasieger von Salt Lake City, Ammann, dominieren z.Z. den Weltcup, sie scheinen der übrigen Konkurrenz jedes Mal ein wenig davon zu fliegen. Wer von den beiden wohl das bessere Ende für sich haben wird? Schlierenzauer, der nicht nur durch seine Weitenjagd, sondern auch ob seiner exzellenten Landetechnik auch bei großen Weiten heraussticht, oder Ammann, der häufig noch weiter springen kann als sein österreichischer Konkurrent, aber die Landung zumeist nicht so in den Schnee zaubern kann, wie der österreichische Jungstar?
Wer vermag es vorherzusehen?

Aber es ist auch allgemein bekannt, dass gerade die Vierschanzentournee immer für eine Überraschung gut ist. Auch im Vorfeld der letztjährigen Tournee sprach nicht vieles für den späteren Sieger Ahonen, der mit seinem fünften Gesamtsieg einen Rekord aufgestellt hat, der nur schwer zu knacken sein wird.
Oder denken wir an seinen Vorgänger, den Norweger Anders Jacobsen: Der Klempner hat sich völlig überraschend den Gesamtsieg geholt. Er kam noch mehr aus dem Nichts als wie sein Landsmann Sigurd Petersen ein paar Jahre zuvor.
Oder ob es wieder ein so spannendes Finale geben wird, wie vor drei Jahren, als es mit Ahonen und dem Tschechen Jakub Janda gleich zwei Gesamtsieger gab - ein Novum in der Historie der Vierschanzentournee? - Wir wissen es nicht.

Fest steht jedoch, dass neben Schlierenzauer und Ammann sicherlich noch weitere Siegkandidaten zu nennen sind:
So zählt Schlierenzauers Landsmann Thomas Morgenstern sicherlich auch zum Favoritenkreis, wenngleich er nicht die Form hat, die ihn zu Beginn des vergangenen Winters auszeichnete, aber vielleicht spricht auch gerade das wieder für den Doppelolympiasieger von Turin?
Sein Landsmann Wolfgang Loitzl dürfte langsam reif für seinen ersten Weltcupsieg sein, aber ist er auch reif für den Tournee-Gesamtsieg? Diesbzüglich bestehen Zweifel.
Oder aber es greifen doch wieder die Finnen an, die zwar ohne ihren Vorspringer Janne Ahonen auskommen müssen, aber mit Matti Hautamaeki, Harri Olli & Co. sicherlich eine schlagkräftige Truppe beisammen haben. Auch die Norweger sollte man nie unterschätzen, das lehrt bereits die Tournee-Geschichte. Ammanns Landsmann Andreas Küttel mag man derzeit jedoch nicht die ganze weiten Sprünge zutrauen.
Und nicht zuletzt sind die deutschen Springer um Martin Schmitt zu nennen. Anders als in den Vorjahren zählt Schmitt zumindest zum erweiterten Favoritenkreis. Nach zwei vierten Plätzen in Pragelato und Engelberg rückte der Tannheimer auf Rang 6 des Gesamtweltcups vor. Ihm, der bereits vor 10 Jahren das Auftaktspringen, jedoch noch nie die Tournee, gewinnen konnte, ist wieder einiges zu zutrauen. Hoffen wir, dass sich seine Form immer weiter steigern wird und er noch wieder nach ganz vorne springe wird. Mit Michael Uhrmann und Michael Neumayer, dem letztjährigen Gesamt-Dritten, hat er ein gutes Team im Rücken, das für Plätze unter den Top 15 immer gut ist.

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