Montag, 29. Dezember 2008

Simon Ammann gewinnt Auftaktspringen in Oberstdorf

Mit dem Schweizer Simon Ammann hat es einen Favoritensieg beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf gegeben. Der Sieger von Engelberg hat damit seine Ambitionen deutlich untermauert, als erster Schweizer überhaupt die traditionsreiche Tournee gewinnen zu können.
Überraschungen jedoch hinter dem Tagessieger: Mit dem Tageszweiten Wolfgang Loitzl konnte man rechnen, aber Dimitri Vassiliev aus Russland hätte man sicherlich nicht unbedingt auf dem Podium erwartet. Überraschend auch das doch enttäuschende Abschneiden der Österreicher, die ihren großen Tönen keine großen Weiten folgen lassen konnten, Wolfgang Loitzl einmal ausgenommen.
Gregor Schlierenzauer, der neben dem Schweizer Tagessieger als Topfavorit auf den Tourneesieg gehandelt wurde, landete nur auf dem 4. Platz, 6.3 Punkte hinter Ammann. Nach dem ersten Durchgang war er gar nur 7., profitierte aber von etwas schwächeren zweiten Durchgängen der bis dato vor ihm platzierten Anders Jacobsen und Harri Olli.
Thomas Morgenstern landete abgeschlagen auf dem 11. Rang, und Martin Koch landete gar nur auf Rang 23.
Wieviel besser haben es da die deutschen Adler gemacht: Martin Schmitt landete nach einem exzellenten ersten Durchgang, der Platz 4 im Zwischenklassement bedeutete, auf einem guten 5. Platz und liegt mit 12.6 Punkten Rückstand auf Ammann in Lauerstellung. Mit Michael Neumayer als 9. und Michael Uhrmann als 10. kamen zwei weitere Deutsche unter die Top-Ten, beide wohlbemerkt noch vor dem Doppelolympiasieger Thomas Morgenstern platziert! Mannschaftsolympiasieger Stephan Hocke, der unter dem neuen Bundestrainer Werner Schuster zu alter guter Form zurück zu finden scheint, komplettierte als 15. das sehr gute Abschneiden der deutschen Mannschaft. - Einen solch guten Einstand in die Vierschanzentournee hat es aus deutscher Sicht schon lange nicht mehr gegeben! Das freut nicht nur den Zuschauer.

Obwohl die österreichischen Adler ein wenig hinter den Erwartungen zurückblieben, ist im Hinblick auf die Tournee-Gesamtwertung noch nichts entschieden. Bekanntermaßen stehen noch 6 Sprünge aus, bei denen alles, aber auch buchstäblich alles passieren kann.
Daher halten wir uns an dieser Stelle mit Prophezeiungen besser zurück, denn ein Sieg in Oberstdorf ist noch lange nicht gleichbedeutend mit einem Tournee-Gesamtsieg. Wer nicht besser als Martin Schmitt kann hiervon ein Lied singen, der dreimal in Oberstdorf triumphieren konnte, aber in der Gesamtwertung (bislang?!) leider noch nie die Nase vorn hatte?
Oder aber denken wir an Gregor Schlierenzauer, der bei den beiden vergangenen Tourneen nach zwei Springen jeweils in Front lag, aber jeweils einem anderen Konkurrenten in Bischofshofen zum Gesamtsieg gratulieren musste.
Es gibt noch viele, viele weitere Beispiele ...
Aber diese Überlegungen sollen den Sieg des Schweizers Ammann in keinster Weise schmälern. Der amtierende Weltmeister hat dem hohen Erwartungsdruck standgehalten und hat in beeindruckender Manier den Tagessieg errungen. Dafür gebührt ihm größte Anerkennung.

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