Donnerstag, 27. Dezember 2007

Vierschanzentournee: Favoriten-Check

Vor dem Start der diesjährigen Vierschanzentournee am kommenden Sonntag in Oberstdorf wird wie die Jahre zuvor heiß diskutiert, wem in diesem Jahr der Gesamtsieg zuzutrauen ist.
Als erstes wird hier immer wieder der Seriensieger der noch jungen Saison, Thomas Morgenstern, genannt. Der Doppelolympiasieger von Turin gewann die ersten sechs Weltcup-Springen der Saison und musste nur beim letzten Springen in Engelberg mit Rang 3 vorlieb nehmen.
Neben Morgenstern bestimmen noch weitere Österreicher derzeit die Skisprungszene, ja man darf mit Fug und Recht behaupten, dass Österreich derzeit klar die Skisprung-Nation Nummer 1 ist. Neben Morgenstern mischen Gregor Schlierenzauer, der zum Abschluss in Engelberg Zweiter wurde und Andreas Kofler, der am vergangenen Sonntag in Engelberg, seinen zweiten Weltcupsieg seiner Karriere vor Augen im Auslauf noch vor der Sturzlinie zu Fall kam und so nur 5. wurde, ganz vorne mit. Neben diesen drei Vorspringern sind desweiteren Wolfgang Loitzl und auch dem jungen Manuel Fettner immer wieder vordere Platzierungen zuzutrauen.

Neben den Österreichern hoffen vor allem die norwegischen Skispringer an die Erfolge des vergangenen Jahres anklopfen zu können. Der letztjährige Sieger der Gesamtwertung, Anders Jacobsen, scheint so langsam in Schwung zu kommen. Und alte Haudegen, wie Roar Ljoekelsoy oder auch den Skiflugweltrekordler Bjoern-Einar Romoeren sollte man nie ganz abschreiben. Unwahrscheinlicher erscheint es hingegen, dass der ehemalige Tournee-Sieger Sigurd Pettersen an alte Erfolge anknüpfen kann, wenngleich er in dieser Saison stabiler wirkt wie noch während der vergangenen. Eher ist dem jungen Tom Hilde der Sprung nach ganz oben zuzutrauen, aber ob dieses die österreichischen Adler zulassen, darf doch sehr angezweifelt werden.

Noch nicht so recht in Tritt gekommen in der laufenden Saison ist neben Altmeister Adam Malysz aus Polen die finnische Skisprunggilde. Janne Ahonen, der bereits viermal in der Gesamtwertung triumphieren konnte, findet sich erstaunlich häufig weiter hinten im Klassement wieder. Und ob ein Matti Hautamaeki oder ein Harri Olli ausgerechnet bei der Vierschanzentournee wieder oben auf sind, darf angezweifelt werden.

Gespannt dürfen wir hingegen sein auf das Abschneiden des Schweizer-Erfolgsduos Andreas Küttel/ Simon Ammann. Durch den ersten schweizerischen Sieg in Engelberg überhaupt durch Andreas Küttel dürften die beiden Eidgenossen den Auftrieb bekommen haben, der so wichtig ist für konstant weite Flüge. Der Sprung auf das Podium der Gesamtwertung scheint durchaus im Rahmen des Möglichen zu liegen.
Aber warten wird ab, was die vier Springen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen bringen werden. Erfahrungsgemäß mischen immer wieder Springer ganz vorne mit, die man im Vorfeld nicht unbedingt auf der Liste hatte. Zudem darf nicht vergessen werden, dass konstante Leistung gefragt ist. Was nützt ein Sieg in Oberstdorf, wenn in Garmisch der zweite Durchgang nicht erreicht wird?! In Hinblick auf die Gesamtwertung nicht wirklich viel. Aber gerade diese Konstellation macht die Vierschanzentournee jedes Jahr aufs Neue so reizvoll, so spannend. Freuen wir uns darauf!

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