Obwohl es in den letzten Tagen draußen bereits merklich kühler wurde, mag man sich auf den Winter noch nicht so recht einstellen wollen. Aber bei Alpinen und Langläufern ist es Usus, die Wintersportsaison Ende Oktober einzuläuten, um dann nochmals in die Vorbereitung zu gehen.
Im Vorfeld dieser Wintersportsaison hat es einigen Ärger gegeben, der die Vorfreude ein wenig trübt. Zum einen ist die Vergabe der Fernseh- und Übertragungsrechte noch nicht endgültig geklärt, so dass momentan noch nicht bekannt ist, welcher bzw. Sender den Wintersport in diesem Jahr begleiten werden. Es bleibt zu hoffen, dass der DSV mit dem Präsidenten Alfons Hörmann an der Spitze dieses bald geregelt hat - im Sinne der begeisternden Zuschauer, die nicht auf das Medienspektakel Wintersport verzichten möchten, und auch im Sinne der Sportler, die bereits jetzt aufgrund der ungeklärten Situation finanzielle Engpässe hinnehmen mussten, die nicht unbedingt förderlich sind für eine optimale Vorbereitung.
Zum anderen macht auch das Thema Doping vor dem Wintersport nicht halt. Mehr noch als in den Jahren zuvor stehen vor allem die Ausdauersportarten Langlauf und Biathlon auf dem Prüfstand. Wie sich dieses Thema weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten.
Aus rein sportlicher Sicht kann man sich schon jetzt auf die neue Saison freuen.
Die Langläufer um den Weltcup-Titelverteidiger Tobias Angerer gehen motiviert und mit Vorfreude in die neue Saison. Lediglich der ehemalige Weltcupgesamtsieger Axel Teichmann muss aufgrund einer Erkältung beim Auftakt in Düsseldorf passen. Auch wenn der Sprint nicht gerade als die deutsche Domäne gilt, kann man gespannt sein, wie sich das Team von Bundestrainer Jochen Behle schlagen wird.
Auch das Auftreten der Damen um Evi Sachenbacher-Stehle und Claudia Künzel darf mit Spannung erwartet werden. Nach den heftigen Quärelen im vergangenen Jahr hat sich der DSV nun dazu durchgerungen, einen eigenen Damen-Coach einzustellen. Der Finne Ismo Hämämläinen, gleichzeitig Stützpunktrainer in Ruhpolding, wird künftig die Frauen-Riege um sich versammeln, um sie gemeinsam auf den Wettkampf vorzubereiten und einzuschwören. Dieses darf sicher als positiver Fingerzeig gewertet werden, gab es doch in der Vergangenheit zu viele Unstimmigkeiten mit Jochen Behle, dem sicher das ein oder andere Mal auch ein wenig das Feingefühl im Umgang mit den Langläuferinnen gefehlt hat.
Die Ansprüche im Lager der Alpinen sind sicher nicht so hochgesteckt, wie bei den Langläufern. Es gilt vielmehr, das Tal der Tränen, in dem der DSV in den letzten Jahren trotz einiger Lichtblicke steckte, endlich zu verlassen. Medaillen bei WM oder Olympia sind leider Mangelware in den letzten Jahren gewesen.
Aber dennoch sollte man mit Optimismus in die neue Saison gehen: Bei den Herren wird sicher besonders das Augenmerk auf Felix Neureuther gerichtet sein, der mit seinem Podestplatz beim Heim-Slalom in Garmisch zum Ende der Saison mehr als nur aufhorchen ließ. Der Sohn von Gold-Rosi und Vater Christian Neureuther geht fit und austrainiert an den Start und rechnet sich in dieser Saison auch im Riesenslalom einiges aus, nachdem in den vergangenen Jahren doch eher nur der Slalom zu seinen Stärken zählte.
Bei den Damen stehen sicher Maria Riesch und die in der letzten Saison in die Riesenslalom-Weltspitze aufgestiegene Katrin Hölzl im Focus. Der Partenkirchenerin Maria Riesch sei es sehr zu wünschen, endlich einmal ohne größere Verletzungssorgen durch die Saison zu kommen. Und Katrin Hölzl muss das bestätigen, was sie sich letzte Saison erarbeitet hat: Im Riesenslalom um das Podium mitzufahren. Drücken wir den beiden die Daumen, dass dieses gelingt.
Was sich hinter diesen beiden Läuferinnen im Lager des DSV tut bzw. entwickeln wird und inwieweit die Slalomspezialistin Monika Bergmann-Schmuderer an alte Leistungen anknüpfen kann, bleibt abzuwarten Die Rücktritte der Routiniers Annemarie Gerg und Petra Haltmayr machen die Mission einer erfolgreichen Saison sicherlich nicht einfacher. Aber sein wir optimistisch: Noch ist es den alpinen Damen in jeder Saison gelungen, um Stockerlplätze nicht nur mitzufahren, sondern auch ganz oben auf dem Podest zu stehen. Also - warum auch nicht in der neuen Saison?!
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