Zuvor wurde der zunächst als Sieger gefeierte und dann des Testosterons-Doping überführte US-Amerikaner Floyd Landis von der US-Antidopingbehörde schuldig gesprochen und rückwirkend für zwei Jahre gesperrt. Gleichzeitig wurde der Tour-Sieg offiziell aberkannt.
Dass dieses Urteil jedoch so lange auf sich warten ließ, stößt auf viel Unverständnis. Landis wollte die bei ihm nachgewiesenen überhohen Werte natürlichen Ursachen zuschreiben und konnte damit die Gerichtsbarkeiten erstaunlich lange aufhalten. Und auch jetzt gibt er noch nicht auf: Beim Obersten Sportschiedsgerichtshof in Lausanne hat er bereits Einspruch eingereicht. Ob dieses Ansinnen allerdings von Erfolg gekrönt wird, muss angezweifelt werden. Im Sinne des Sports sollte ebenfalls an dem nun endlich ausgesprochenen Urteil festgehalten werden. Denn wo kommt man hin, wenn dieses Beispiel Schule macht?
Es ist unbegreiflich, dass es so lange gedauert hat, bis Floyd Landis endgültig schuldig gesprochen wurde. Möchte der (Rad-) Sport glaubwürdiger und des Dopings Herr werden, muss ein derartiger Urteilsspruch zeitnah erfolgen und nicht derart verspätet!
Oscar Perreiro wird wohl als der unbekannte Sieger in die Geschichte der Tour de France-Gewinner eingehen. Dem Spanier hatte kaum jemand zugetraut, bei der großen Schleife durch Frankreich aller hinter sich lassen und triumphieren zu können.
Und sein wir ehrlich: Perreiro hat diesen Sieg in erster Linie der Tatsache zu danken, dass die Tour-Favoriten ihn unterschätzt und auf der 13. Etappe haben ziehen lassen. Diese Etappe wurde von einer Ausreissergruppe geprägt, der auch der spätere Etappensieger Jens Voigt angehörte, und die mit 29:57 Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld ins Ziel kam. Der Spanier fuhr ins Gelbe Trikot, das ihm auf den kommenden Etappen vor allem in den Bergen Flügel verlieh. So konnte er seinen Vorsprung bis nach Paris bringen.
Aber auch Oscar Perreiro ist Doping betreffend kein unbeschriebenes Blatt: Im vergangenen Jahr wurden bei ihm nach zwei Tour-Etappen zu hohe Mengen an Salbutamol nachgewiesen. Die geforderte schriftliche Erklärung über die medizinische Notwendigkeit der Einnahme dieses Asthma-Mittels legte Perreiro jedoch erst Wochen später vor. - Ein Verhalten, das eines Tour-Siegers eigentlich nicht würdig ist, aber es gibt in dieser Zeit so viele Ungereimtheiten im Radsport, dass man sich eher wundern würde, wenn ein Fahrer nicht irgendwann einmal im Blickfeld der Dopingfander stand. Dass dieses bei Perreiro aber ausgerechnet während der Tour 2006, zu dessen Sieger er nun gekürt wurde, der Fall war, lässt auch seinen Sieg nicht im besten Licht erscheinen.
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