Samstag, 20. Oktober 2007

Spannung in der Handball-Bundesliga

Der 10. Spieltag der Handball-Bundesliga hatte es in sich: Spannung pur, überraschende Spielverläufe und unerwartete Ergebnisse waren garantiert auf den Bundesliga-Spielplätzen.

Zunächst gab es bereits am vergangenen Donnerstag einen überraschenden 37:40-Sieg von MT Melsungen beim SC Magdeburg. Die Melsunger sind das Überraschungs-Team der bisherigen Saison und rangieren mittlerweile auf Rang 7, Europapokalsieger Magdeburg hingegen rutschte auf Rang 9 ab.

Heute nun standen Spannung versprechende Partien auf dem Programm: Im Kampf gegen den Abstieg standen sich der Wilhemshavener HV und die Füchse Berlin gegenüber, im oberen Tabellen-Drittel spielte Lemgo in Gummersbach sowie Flensburg gegen Nordhorn.

Für die nach dem verletzungsbedingten Ausfall ihres Abwehrchefs Jacek Bedzikowski geschwächten Wilhelmshavener galt es nach den drei Niederlagen gegen die Spitzenteams Kiel, Hamburg und Lemgo, wobei sie allesamt nicht schlecht aussahen, gegen die Füchse aus Berlin wieder wichtige Punkte einzufahren.
Die Füchse fuhren mit dem wichtigen Sieg bei GWD Minden im Rücken in die Jadestadt.
Es wurde ein spannendes, wenngleich nicht unbedingt spielerisch erstklassiges Spiel. Auf beiden Seiten gab es unnötige Fehler und verpasste Torchancen. Die beiden Schiedsrichterinnen der Partie griffen zudem vor allem in der zweiten Halbzeit unnötig hart ins Spiel ein und handelten sich daher ein gellendes Pfeifkonzert der Zuschauer in der Nordfrost-Arena ein. So musste der WHV zeitweise mit zwei Spielern Unterzahl auf dem Spielfeld bestehen - ein Umstand, der die Mission Sieg beim WHV arg gefährdete.
Der Spielverlauf gestaltete sich über die gesamte Partie hinweg äußerst spannend.
In der 1. Halbzeit konnten die Füchse aus Berlin eine zwei Punkte-Führung erreichen, die Wilhelmshaven zur Halbzeit jedoch in eine 3-Tore-Führung verwandeln konnte.
Die zweite Halbzeit wurde zum Leidwesen der Zuschauer nun nicht zum Selbstläufer. Gar in Unterzahl konnten die Füchse ausgleichen, und es vermochte zu diesem Zeitpunkt kaum jemand vorherzusagen, wer als Sieger dieser Partie vom Feld würde gehen können.
In der Schlussphase des Spiels hätte WHV-Kapitän Oliver Köhrmann beim Stand von 26:25 mit einem Siebenmeter jedoch alles klar machen können, aber der Routinier verwarf, und die Füchse waren am Ball. Dann - dramatische Szenen vor dem Tor von WHV-Keeper Adam Weiner, aber der Ball konnte nicht im Netz versenkt werden. Der Schlusspfiff ertönte, und die Halle bebte ob des Siegesjubels des WHV und der zahlreichen Zuschauer.
Wilhemshaven konnte sich mit dem Sieg und nun 8:12 Punkten ein wenig von den unteren Tabellenplätzen absetzen. Auf Rang 12 rangieren die Jadestädter nun. Die Füchse Berlin rutschten nach dieser Niederlage mit 5:17 Punkten auf Rang 16 ab.

Weiter oben in der Tabelle gab es das Aufeinandertreffen des VfL Gummersbachs gegen den TBV Lemgo, das die Lipperländer ein wenig überraschend 29:30 für sich entscheiden konnten. Für die Lemgoer geht es nach diesem Auswärtssieg nach oben in der Tabelle, nachdem sie in der bisherigen Saison häufig nicht nur unglücklich sondern auch wenig erfolgreich agieren konnten.

Zum Spitzenspiel kam es am heutigen Samstag in der Flensburger Campushalle mit der Partie SG Flensburg-Handewitt gegen die HSG Nordhorn.
Die Nordhorner präsentierten sich um ihren Weltmeister Holger Glandorf, der von den Flensburgern heftigst umworben wird, abgeklärt und mit großer Durchsetzungskraft vor dem Flensburger Tor. In einem Spiel, bei dem die Führung häufig wechselte, stand es 2 sec vor Schluss 30:30, als Nordhorn am Ball nur 1 sec vor der Schlusssirene die erste Niederlage der Flensburger mit dem 30:31 perfekt machen konnte.
Bitter für den Champions-League-Finalisten ausgerechnet in heimischer Halle erstmal in der Saison zu verlieren, aber das Team von Trainer Kent-Harry Anderson konnte den zweiten Tabellenplatz hinter dem THW Kiel dennoch behaupten.
Auf Rang 3 hat sich die HSG Nordhorn vor dem HSV Hamburg und dem VfL Gummersbach festgesetzt.

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