Freitag, 26. Oktober 2007

Pechstein in neuer Umgebung zu alter Klasse?

Die Eisschnellläufer starten mit den Deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende schon früh in die neue Saison. Aber die erfolgreichste Winterolympionikin Deutschland's, Claudia Pechstein, wird nicht mit von der Partie sein. Sie bereitet sich bereits mit der norwegischen Nationalmannschaft in Übersee auf den Weltcup-Auftakt vom 9. bis 11. November in Salt Lake City vor.

Die beiden Vorläuferinnen der DEU gehen in dieser Saison zudem neue Wege. Während sich Annie Friesinger in einem von ihr aufgebauten Privatteam auf die Saison vorbereitet hat, in der sie sich, anders noch als in den Jahren zuvor, vorrangig auf die Sprintdistanzen konzentrieren und auch nach jetzigem Kenntnisstand nicht bei der Heim-WM in Berlin im Mehrkampf antreten will, hat Claudia Pechstein den Schritt in's Ausland gewagt und trainiert mit der norwegischen Nationalmannschaft.
Aber nicht nur die neue Trainingsumgebung und die neuen Trainingspartner stellen eine Umstellung für Pechstein dar. Erstmals geht sie ohne ihren langjährigen Trainer Achim Franke in die Saison, der nach Abschluss der letztjährigen Saison seinen Rücktritt verkündet hatte. Franke steht Pechstein zwar weiterhin als Berater zur Seite, aber wird nicht mehr den Einfluss nehmen können wie noch auf der Eisbahn.

Claudia Pechstein, mittlerweile 35 Jahre alt, fühlt sich fit wie schon lange nicht und ist bereit, ganz vorne mitzulaufen, zum alten Eisen gehört sie noch lange nicht. Sie wird austrainiert in die neue Saison gehen, von der sie sich mehr erhofft als es ihr in der vergangenen gelang. Erstmals war sie seit Jahren im Mehrkampf ohne WM-Medaille geblieben und hat daher auch die Mehrkampf-WM in ihrer Heimatstadt Berlin, die im Februar 2008 stattfindet, sowie die Einzelstrecken-WM im März in Nagano als ihr Saisonziel definiert.
Aber zunächst gilt es in zwei Wochen beim Weltcup-Auftakt in Salt Lake City gut in die neue Saison zu starten. Dieses gelang Pechstein in den letzten Jahren, rein platzierungstechnisch gesehen, eher weniger gut, da sie eher als Spätstarterin gilt, die sich optimal auf die meist in der zweiten Saisonhälfte stattfindenden Großereignisse vorzubereiten versteht. Aber warten wir ab, vielleicht steht Pechstein, motiviert durch ihr neuen Trainingsbedingungen, bereits in Salt Lake City ganz oben.

Keine Kommentare: